Der Klimawandel gibt vielen ohnehin bedrohten Arten den Rest – dies ist ein zentrales Fazit des fünften Berichts des Uno-Klimarats IPCC.

Meist sind es nicht einzelne Ursachen, die zum Aussterben von Tieren und Pflanzen führen, sondern das tödliche Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Die Klimaerwärmung trägt dazu bei, indem sie Nahrungsketten auseinanderreisst und Lebensräume in einem Tempo verändert, mit dem viele Arten nicht mithalten können.

Im Durchschnitt können Vogel- und Insektenarten schneller auf die Veränderung ihrer Lebensräume reagieren als Amphibien und Reptilien. Auch sie können ausweichen, aber nicht beliebig: Bei Erreichen der Polargebiete, bei Kammlagen und Berggipfeln oder großflächigen menschlichen Siedlungen geraten sie in eine Sackgasse. Dürren oder zu geringer Niederschlag kann das Aus für lokale Populationen bedeuten. Auch der vermehrte Ausbruch von Pilzinfektionen steht im Zusammenhang mit regionaler Erwärmung und ist eine große Gefahr für Amphibienarten weltweit.

Eine andere Anpassungsstrategie sind Verhaltensänderungen, die jedoch das Beziehungsgeflecht der Arten stören können. Der Siebenschläfer beendet beispielsweise seinen Winterschlaf heute bis zu vier Wochen früher und bezieht seine Bruthöhle eher. Die ist jedoch noch von Singvogelarten wie Trauerschnäpper, Meisen oder Kleiber belegt, deren Bruten nun häufiger gefressen werden. Ein weiterer Verlierer des Klimawandels ist der vom Aussterben bedrohte Auerhahn. Er findet im Winter weniger Fichten- und Kiefernadeln als Nahrung, da diese Baumarten nordwärts ziehen. Als schwerer Standvogel kann er nicht mitziehen.

Klimawandelgewinner im Norden sind wärmeliebende Schädlinge wie der Eichenprozessionsspinner, die Zecke oder der Borkenkäfer.

Letzterer macht der Fichte schwer zu schaffen, die klimawandelbedingt zusätzlich unter Trockenstress und höheren Temperaturen leidet.

Auch der sehr verbreiteten Wald-Kiefer, die in der Möbel-, Bau- und Papierindustrie viel genutzt wird, droht ein starker Rückgang.

Die Ozeane erwärmen sich ebenfalls und versauern mit dem steigenden CO2-Gehalt. Laut IPCC könnten die meisten der fisch- und artenreichen Korallenriffe deswegen bis 2050 absterben.

Fazit: Mit einer ungebremsten Klimaerwärmung sind die letzten 50 Jahre Naturschutzarbeit in Gefahr.

Quelle: WWF Deutschland

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