Return to site

Erneuerbare Energien

Im Gegensatz zu fossilen Energien ist das Potenzial an Erneuerbaren fast unerschöpflich. So übertrifft die Sonnenenergie den Energiebedarf der gesamten Menschheit um ein Mehrfaches, sie ist umweltfreundlich und unerschöpflich. Die Rechnung scheint also einfach: sobald wir unser Energiesystem auf 100% erneuerbare Energien umstellen, kann der Klimawandel gestoppt werden. Die Erneuerbaren sind unsere Energie-Zukunft.

 

Will man den Klimawandel aber global und gerecht stoppen, ohne negative Auswirkungen auf andere Lebensbereiche und Menschen zu verursachen, dann muss man Fragen der Energieproduktion und des Energiekonsums differenzierter betrachten. Es reicht nicht, das globale Niveau und die ungleiche Verteilung des Energieverbrauchs als gegeben hinzunehmen. Es braucht Lösungen der erneuerbaren Energieproduktion und des Energiekonsums, die dazu beitragen, das Verbrauchsniveau zu senken und globale Ungleichheiten abzubauen. Solche Lösungen gibt es – in der Schweiz wie international.

Renewable Energy Systems

Die Idee erneuerbarer Energieproduktion will den Vorteil erneuerbarer Energiequellen ausnutzen – zu Gunsten lokaler Gemeinschaften, die noch nicht an zentralisierte Verteilnetze angeschlossen sind. Erneuerbare können dezentral produziert werden. Dadurch sind lokale Gemeinschaften weniger abhängig von grossen Energieproduzenten und deren Verhandlungsmacht als quasi Monopolisten. Die Wertschöpfung aus der Energieproduktion bleibt in der Gemeinschaft. Wenn die Besitzer eines Kraftwerks auch die Konsumenten der produzierten Energie sind, entfällt der Einfluss der Eigeninteressen von Investoren, die oft nicht in erster Linie an der lokalen Entwicklung interessiert sind.

Effizienz und Suffizienz

Insbesondere in Gesellschaften mit einem nicht nachhaltigen ökologischen Fussabdruck muss der Energieverbrauch reduziert werden. Gemäss den Zielen der 2000 Watt Gesellschaft stehen jedem Menschen auf der Welt die gleiche Menge an Energie zu. In der Schweiz leben wir zur Zeit mit der dreifachen Menge an einem global gerechten Mass – ohne die importierte graue Energie miteinzurechnen. Den grössten Beitrag zu diesem Überkonsum an Energie leisten die Lebensbereiche Lebensmittel, Mobilität und Wohnen. Es ist daher dringend nötig, neben der Umstellung auf erneuerbare Energien auch auf die Reduktion des totalen Energieverbrauchs hinzuarbeiten. Effizientere Technologien können dazu einen wichtigen Beitrag leisten – wenn sie nicht den Effekt haben, dass Effizienz zu einer intensiveren Nutzung einer Technologie führt (rebound effekte - z.B. weil ein Auto weniger Benzin verbraucht, fährt man weitere Strecken).

Eine Veränderung des Konsumverhaltens (Suffizienz) muss ebenfalls mitgedacht werden um den Energieverbrauch zu senken. Dabei geht es nicht darum, Verzicht und Askese zu propagieren, sondern nach positiven Lösungen zu suchen. Güter und Infrastruktur zu teilen verringert den Energieverbrauch in der Erstellung und im Betrieb. Weniger Lohnarbeit und dadurch Konsum-Einkommen sind gleichbedeutend mit einem reduzierten Energieverbrauch, mehr Lebensqualität und mehr Zeit für seine Liebsten. Solche Verhaltensänderungen sind mit positiven individuellen Werten verbunden.

Stefan Salzmann (Fastenopfer), Florian Brunner (SES) 

All Posts
×

Almost done…

We just sent you an email. Please click the link in the email to confirm your subscription!

OK