Return to site

Klima-Alarm in Bern:

Rund 2000 Personen fordern eine Wende in der Klimapolitik

Rund 2000 Personen lösten heute Mittag mit Trommeln, Sirenen, Pfannen und Instrumenten den Klima-Alarm aus. Die Demonstrierenden kritisierten die klimapolitische Untätigkeit der Schweiz und forderten eine konsequente und gerechte Klimapolitik. Weltweit finden heute in über 150 Städten ähnliche Weckrufe statt, so auch in Genf und Neuenburg.

Mit Trommeln, Sirenen, Pfannen und Instrumenten haben heute Mittag rund 2000 Personen den Klima-Alarm in Bern ausgelöst. Anlass für den Klima-Alarm ist die aktuelle Klimapolitik. So wurde der ohnehin schon lasche Entwurf des Bundesrats für ein neues CO2-Gesetz letzte Woche im Parlament weiter abgeschwächt. Der Nationalrat beschloss, das Inland-Reduktionsziel aufzugeben und auf eine teure und unsichere Auslandsstrategie zu setzen. «Wenn die Schweiz an der Klimakonferenz in Polen für Schlagzeilen sorgt, dann als schlechtes Beispiel für die ganze Welt», sagt Christian Lüthi, Geschäftsleiter der Klima-Allianz, die den Berner Anlass organisierte.
 
Schlafende Politiker auf der CO2-Wolke

Seit Anfang Dezember wird auf der Weltklimakonferenz in Polen über die Umsetzung des Klimaabkommens von Paris verhandelt. «Der letzte Sonderbericht des Weltklimarats sieht Chancen, die Erderwärmung bei 1,5 Grad noch zu stoppen. Das bedeutet aber, dass wir jetzt handeln müssen», sagt Myriam Roth, Co-Präsidentin Verein Klimaschutz Schweiz, der die Gletscher-Initiative lancierte.
Mit einer Kunstaktion wurden während des Klima-Alarms mit viel Lärm die Nationalräte Imark, Rösti, Wasserfallen und Schilliger aufgeweckt. Diese schliefen auf einer CO2-Dreckswolke und stehen stellvertretend für die den Klimaschutz ablehnende Mehrheit im Nationalrat.
 
Klimawandel bedroht Menschenrechte
Verschiedene Redebeiträge zeigten zudem die Bedrohung des Klimawandels auf die Menschenrechte auf. Pia Hollenstein, die zusammen mit über 1000 Mitgliedern der Klimaseniorinnen die erste Schweizer Klimaklage einreichte, wies auf die in der Bundesverfassung und in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankerten Rechte auf eine gesunde Umwelt und das Recht auf Leben hin: «Der Bundesrat muss endlich unsere Grundrechte ernst nehmen und wirksame Massnahmen zum Klimaschutz einleiten.» Lisa Meyer, Pressesprecherin der Aktion Climate Games ergänzte: «Zur Verhinderung des Klimawandels braucht es Massnahmen, die auf gemeinschaftlichen Lösungen und dem Wohlergehen aller Menschen beruhen, egal welcher Nationalität oder welches gesellschaftlichen Status.»
 
Der Klima-Alarm in Bern ist einer von über 150 Weckrufen, die heute weltweit stattfinden. Zeitgleich zum Alarm in Bern gab es etwa Aktionen in Genf und Neuenburg.
Philippe Curchod
Philippe Curchod
Philippe Curchod
Philippe Curchod
All Posts
×

Almost done…

We just sent you an email. Please click the link in the email to confirm your subscription!

OKSubscriptions powered by Strikingly