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Klima-Stresstest für den Finanzplatz Schweiz

Die Schweizerische Nationalbank befördert eine katastrophale Temperaturerwärmung von 4-6 Grad. Dies steht im Widerspruch zu den eigenen Anlagerichtlinien, die Investitionen in Unternehmen ausschliessen, die systematisch gravierende Umweltschäden verursachen. Anlässlich der Generalversammlung vom 27. April fordert die Klima-Allianz einen Klima-Stresstest und veröffentlicht konkrete Empfehlungen, wie die Stabilität des Finanzsystems und das Klima geschützt werden könnten. Denn die Schäden der immer häufigeren Klimakatastrophen bringen das System – ähnlich der Finanzkrise vor 10 Jahren – an den Abgrund. Es droht eine Abfolge von Konkursen der fossil-abhängigen Firmen, deren Banken und der Versicherungen.

Die Aktienanlagen der Nationalbank sind für mehr als der jährliche CO2-Ausstoss der gesamten Schweiz verantwortlich und befördern eine Temperaturerwärmung von 4 bis 6 Grad. Die Treibhausgasemissionen stammen schwergewichtig von den Kohle- Erdöl- und Erdgas-Firmen. Mit ihrem Geld finanziert die Nationalbank Exploration, Erschliessung und Förderung neuer Vorkommen fossiler Brennstoffe. Dies belegt auch eine neue Studie der Artisans de la Transition in Zusammenarbeit mit Fossil-Free, die am Dienstag 24. April veröffentlicht wird.

Die Nationalbank weicht bis heute der Frage nach Klimarisiken aus, obwohl die Schweiz das Pariser Klimaabkommen letztes Jahr ratifiziert hat. Neben der Minderung der Treibhausgasemissionen und der Stärkung der Adaptation an den Klimawandel legt der Vertrag als dritten, gleichwertigen Pfeiler die Umlenkung der Finanzflüsse fest, damit das Ziel einer Erwärmung von deutlich unter 2 Grad eingehalten werden kann.

Bereits haben die Europäische Zentralbank sowie acht Zentralbanken und Aufsichtsbehörden von England, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Schweden, China, Singapur und Mexiko erklärt, ihre Führungsrolle beim Klimaschutz wahrzunehmen.

Für die Klima-Allianz steht fest, dass ohne die Dekarbonisierung der Nationalbank das Pariser Klimaabkommen nicht umsetzbar ist.

Empfehlungen zu Klimarisiken an die Schweizer Nationalbank

Die Klima-Allianz zeigt mit den folgenden Empfehlungen, wie die Nationalbank im bestehenden Mandat klimafreundlich investieren kann und ihrer Aufgabe zur Bewahrung der Finanzstabilität durch Einbezug der Klimarisiken nachkommen soll:

  1. Die Nationalbank bekennt sich in einem öffentlichen Schreiben zum Pariser Klimaabkommen und zu den UN Sustainable Development Goals und gibt die ersten Schritte bekannt.
  2. Die Nationalbank erarbeitet vorsorglich Grundlagen, welche die Beherrschung der Klimarisiken im Rahmen der Erhaltung der Stabilität des Finanzsystems ermöglichen.
  3. Die Nationalbank beginnt mit der Durchführung von Klima-Stresstests sowie Szenarioanalysen für den Schweizer Finanzsektor - Versicherungen, Banken, Pensionskassen - und veröffentlicht Massnahmen zur Eindämmung von Makro-Risiken.
  4. Die Nationalbank evaluiert die Exposition ihrer eigenen Investitionen gegenüber Klimarisiken.
  5. Die Nationalbank erweitert die Anlagerichtlinien, um Investitionen in Unternehmen auszuschliessen, die systematisch gravierende Klimaschäden verursachen.
  6. Die Nationalbank ermittelt und veröffentlicht die 2°C-Kompatibilität und die CO2-Emissionen ihrer Wertschriften-Portfolios.
  7. Die Nationalbank legt offen, mit welchen Massnahmen sie den 2°C-Kompatibilitätspfad rechtzeitig erreichen und die CO2-Emissionen reduzieren will, und wie sie deren Erfolg messen wird.
  8. Die Nationalbank beginnt, die Kohlefirmen und die Unternehmen mit den grössten fossilen Energiereserven der Liste Carbon Underground 200 zu desinvestieren.
  9. Für die weiteren den Klimarisiken ausgesetzten Sektoren (z.B. der Stromproduzenten, der Ausrüster von fossilen Energieunternehmen oder der Automobilhersteller) greift Die Nationalbank ergänzend nach einem «Best in class» Ansatz ein. Sie fördert diejenigen Firmen, welche die Energietransition entschlossen umsetzen (z.B. mit der Umstellung auf erneuerbare Energien).
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