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Mobilität

Ohne Verkehrswende kein Klimaschutz

Der Verkehr ist hierzulande der schwerwiegendste Klimafaktor. Im Jahr 2015 stammten 42 % der inländischen CO₂-Emissionen aus dem Verkehr (Treibhausgasinventar, BAFU). Die Schweiz hat lange keine wirkungsvollen Massnahmen zur Reduktion der CO₂-Emissionen des Verkehrs ergriffen. Der internationale Flugverkehr wird durch die Steuerbefreiung des Kerosins sogar subventioniert.

Wie der Verkehr klimafreundlicher wird

Ambitionierte CO₂-Ziele für Personenwagen, Lieferwagen und Lastwagen

Ab 2021 dürfen die neue Personenwagen in unserem Land im Durchschnitt noch 95 g CO₂ pro Kilometer ausstossen. Für Lieferwagen sind es 147 g CO₂/km. Diese Ziele hat die Schweiz von der EU übernommen. Als eine wichtige Folge dieser Politik bemühen sich die Autohersteller sparsamere Fahrzeuge zu produzieren und investieren in die Entwicklung von Elektrofahrzeugen. Damit die Ziele des Paris-Abkommens erreicht werden können, müssen die CO₂-Emissionen der Neuwagenflotte in den Jahren nach 2021 weiter absinken. Zudem ist es notwendig dass auch Flottenziele für schwere Nutzfahrzeuge eingeführt werden.

CO₂-Abgabe auf Treibstoffe

Eine CO₂-Abgabe auf allen fossilen Treibstoffen ist ein wirkungsvolles Instrument, um den Ausstoss von Treibhausgasen zu senken. Treibstoffe werden entsprechend ihres CO₂-Gehalts mit einer Abgabe belegt. Die Einnahmen werden wieder an die Bevölkerung und die Unternehmen zurückerstattet, so dass die Mehrheit der Bevölkerung mit ihrem vernünftigen Mobilitätskonsum finanziell profitiert. Wer überdurchschnittlich viel CO₂ ausstösst, muss mehr Abgaben bezahlen, als er zurückerhält. Wer sich bemüht möglichst wenig CO₂ zu produzieren, wird belohnt.

Bessere öV-Angebote statt neue Strassen

Je schneller und leichter ein Ziel mit dem Auto zu erreichen ist, umso eher wird der Weg auch mit dem Wagen zurückgelegt. Gibt es irgendwo Staus werden rasch Forderungen nach neuen Strassen laut. Mit Strassenerweiterungen werden die Engpässe jedoch nur an andere Stellen verlagert. Dies führt zu einem Teufelskreis von noch mehr Strassen und noch mehr Verkehr. Um den CO₂-Ausstoss des Verkehrs wirkungsvoll zu senken, muss aus diesem Teufelskreis ausgebrochen werden. Im Gegenzug sollten jedoch der öffentliche Verkehr und die Veloinfrastruktur ausgebaut werden, um den Umstieg vom Auto auf umweltfreundliche Verkehrsträger zu erleichtern.

Eine Raumplanung der kurzen Wege

Verdichtete Siedlungen mit kurzen Wegen zu Arbeits- und Einkaufsmöglichkeiten ermöglichen ein autofreies Leben und den Umstieg aufs Velo und den öffentlichen Verkehr. Raumplanung und Mobilitätsmanagement sind wichtige und bislang zu wenig berücksichtigte Instrumente zur Senkung der CO₂-Emissionen.

Infrastruktur für Velo- und Fussverkehr

Sichere und schnelle Verbindungen für Fuss- und Veloverkehr sind eine wichtige Grundlage für eine klimafreundliche Mobilität. Wenn Autokilometer durch Velokilometer ersetzt werden, sinken damit nicht nur die Treibhausgas-Emissionen, sondern auch der Energieverbrauch und die Gesundheitskosten. Ein weiterer Vorteil: Der Velo- und Fussverkehr benötigt viel weniger Platz als der Autoverkehr.

Martin Winder, VCS Verkehrs-Club der Schweiz

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