Ohne Verkehrswende kein Klimaschutz

Der Verkehr ist hierzulande der schwerwiegendste Klimafaktor. Im Jahr 2011 stammten 38% der inländischen CO2-Emissionen aus dem Verkehr[1]. Darin ist jedoch der schweizerische Anteil an den CO2-Emissionen des internationalen Flugverkehrs nicht eingerechnet. Die Schweiz hat lange keine wirkungsvollen Massnahmen zur Reduktion der CO2-Emissionen des Verkehrs ergriffen. Der internationale Flugverkehr wird durch die Steuerbefreiung des Kerosins sogar subventioniert.

Wie der Verkehr klimafreundlicher wird

Ambitionierte Effizienzziele

Bis 2015 dürfen die Neuwagen in unserem Land im Durchschnitt noch 130g CO2 pro Kilometer ausstossen. Dieses Effizienzziel hat die Schweiz von der EU übernommen. Als eine wichtige Folge dieser Politik bemühen sich die Autohersteller sparsamere Fahrzeuge zu produzieren. Die EU hat bereits eine Verschärfung auf 95g pro Kilometer bis 2021 beschlossen. Die Schweiz muss hier nachziehen und ebenfalls strengere Effizienzvorschriften beschliessen.
 

CO2-Lenkungsabgabe auf Treibstoffen

Eine CO2-Abgabe auf allen fossilen Treibstoffen ist ein wirkungsvolles Instrument, um den Ausstoss von Treibhausgasen zu senken. Treibstoffe werden entsprechend ihres CO2-Gehalts mit einer Abgabe belegt. Die Einnahmen werden wieder an die Bevölkerung und die Unternehmen zurückerstattet, so dass die Mehrheit der Bevölkerung mit ihrem vernünftigen Mobilitätskonsum finanziell profitiert. Wer überdurchschnittlich viel CO2 ausstösst, muss mehr Abgaben bezahlen, als er zurückerhält. Wer sich bemüht möglichst wenig CO2 zu produzieren, wird belohnt.
 

Bessere öV-Angebote statt neue Strassen

Je schneller und leichter ein Ziel mit dem Auto zu erreichen ist, umso eher wird der Weg auch mit dem Wagen zurückgelegt. Gibt es irgendwo Staus werden rasch Forderungen nach neuen Strassen laut. Mit Strassenerweiterungen werden die Engpässe jedoch nur an andere Stellen verlagert. Dies führt zu einem Teufelskreis von noch mehr Strassen und noch mehr Verkehr. Um den CO2-Ausstoss des Verkehrs wirkungsvoll zu senken, muss aus diesem Teufelskreis ausgebrochen werden. Im Gegenzug sollten jedoch der öffentliche Verkehr und die Veloinfrastruktur ausgebaut werden, um den Umstieg vom Auto auf umweltfreundliche Verkehrsträger zu erleichtern.
 

Eine Raumplanung der kurzen Wege

Verdichtete Siedlungen mit kurzen Wegen zu Arbeits- und Einkaufsmöglichkeiten ermöglichen ein autofreies Leben und den Umstieg aufs Velo und den öffentlichen Verkehr. Raumplanung und Mobilitätsmanagement sind wichtige und bislang zu wenig berücksichtigte Instrumente zur Senkung der CO2-Emissionen.
 

Infrastruktur für Velo- und Fussverkehr

Sichere und schnelle Verbindungen für Fuss- und Veloverkehr sind eine wichtige Grundlage für eine klimafreundliche Mobilität. Wenn Autokilometer durch Velokilometer ersetzt werden, sinken damit nicht nur die Treibhausgas-Emissionen, sondern auch der Energieverbrauch und die Gesundheitskosten. Ein weiterer Vorteil: Der Velo- und Fussverkehr benötigt viel weniger Platz als der Autoverkehr.

[1] Bundesamt für Statistik (2013): Mobilität und Verkehr 2013, S. 75.

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