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Neues Rechtsgutachten bestätigt: Pensionskassen müssen Klimarisiken berücksichtigen

Ein neues Rechtsgutachten zeigt auf, dass die treuhänderische Sorgfaltspflicht auch bei Klimarisiken gilt. Pensionskassen müssen sich abzeichnende Wertverluste auf den Anlagen in Unternehmen der fossilen Energien entdecken und vermeiden. Ein Ausstieg aus diesem Sektor verstösst nicht grundsätzlich gegen die Pflicht zur Diversifikation des Portfolios. Die Ergebnisse des Rechtsgutachtens sind umso wichtiger, als die heutigen Investitionen von Schweizer Pensionskassen im Durchschnitt eine Erwärmung von 4-6 Grad Celsius unterstützen. Die Klima-Allianz fordert die Pensionskassen deshalb dazu auf, jetzt zu handeln und sich ernsthaft mit der Umschichtung ihrer Wertschriften zu befassen.

Pensionskassen sind laut schweizerischem Recht dazu verpflichtet, eine optimale Rendite zu erwirtschaften und gleichzeitig das Risiko von Wertverlusten auf den Anlagen so gering wie möglich zu halten. Dies beinhaltet nicht nur den Umgang mit klassischen Marktrisiken. Ein neues Rechtsgutachten zeigt auf, dass die treuhänderische Sorgfaltspflicht auch für Klimarisiken gilt, die einen Einfluss auf die Performance haben können. Das von der Klima-Allianz in Auftrag gegebene Gutachten stellt weiter fest, dass den Pensionskassen nichts entgegensteht, im Rahmen ihrer Sorgfaltspflichten Investitionen in die besonders betroffenen Unternehmen der fossilen Energien Kohle, Erdöl und Erdgas auszuschliessen.

Die Ergebnisse des Rechtsgutachtens sind umso wichtiger, als eine Studie des Bundesamts für Umwelt (BAFU) von 2017 aufzeigt, dass die heutigen Investitionen von Schweizer Pensionskassen und Versicherungen im Durchschnitt eine Erwärmung von 4-6 Grad Celsius statt der im Pariser Klimaabkommen anvisierten 1.5 Grad unterstützen. «Mit ihrer momentanen Anlagestrategie sägen die Pensionskassen am eigenen Ast», stellt Christian Lüthi, Geschäftsleiter der Klima-Allianz, fest und sagt weiter: «Das Rechtsgutachten ist ein deutliches Signal an die Pensionskassen. Sie müssen jetzt handeln, den Klimawandel in ihre Anlagestrategie integrieren und sich ernsthaft mit der Umschichtung ihrer Wertschriften befassen. Nur so können Rentenverluste aufgrund von Fehlinvestitionen in veraltete fossile Technologien verhindert werden».
Von allen Seiten steigt der Druck

Bereits Ende Sommer 2018 schrieben 166 Professoren und Fachleute des ETH-Bereiches ihrer Pensionskasse Publica einen Brief. Darin stellen sie fest, dass die Investitionen im fossilen Sektor nicht nur ein grosses ökologisches Risiko darstellen, sondern auch ein «erhebliches finanzielles». Sie haben eine starke Wertminderung von Unternehmen der fossilen Branche als wahrscheinlich beurteilt – und zwar noch bevor griffige Gesetze und neue Technologien zu einer sinkenden Nachfrage nach fossiler Energie führen würden.  

Die Berücksichtigung von Klimarisiken unterstützt auch der Bundesrat. In seiner Antwort auf eine Interpellation von Ständerat Raphaël Comte (FDP) setzt er darauf, «dass der Einbezug solcher Langzeitrisiken wie des Klimawandels im Rahmen der treuhänderischen Pflicht von institutionellen Investoren gegenüber ihren Versicherten und Kunden angemessen berücksichtigt wird».

Das Risiko fallender Preise und Renditen der Wertschriften von Unternehmen, welche die bevorstehende Wende von der fossilen zur klimaneutralen Wirtschaft nicht schaffen, ist seit Jahren ein Thema in der Fachwelt. Immer mehr Stimmen aus dem Finanzsektor und der Wissenschaft sehen die Unternehmen der fossilen Energien auf der Verliererseite, während die grüne Wirtschaft boomt. Bedeutende Investoren wie der Rockefeller Family Fund und die Pensionskassen von New York, London und Berlin haben die Klimarisiken erkannt und steigen aus den Firmen der fossilen Brennstoffe aus. Die Anleger sind sich einig, dass die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens den Trend verstärken wird. Zudem werden die immer häufigeren Klimaschäden und die explodierenden Kosten die Wende antreiben: diese Ansicht wird zunehmend mehrheitsfähig.

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