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Klimaverträglichkeit der Schweizer Pensionskassen - Eine Übersicht

Einführung

Unsere Ende 2016 lancierte und erfolgreich laufende Kampagne "Pensionskassen: Schluss mit fossilen Investitionen" - renten-ohne-risiko.ch ist die Initialzündung für Veränderungen in Richtung Klimakompatibilität mit Dekarbonisierung der Portfolien, beginnend mit Desinvestition der am meisten verantwortlichen Unternehmen der fossilen Energien.

Die Klima-Allianz Schweiz dokumentiert den Prozess anhand einer laufend erweiterten, qualitativen Auswahl der relevantesten öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen und einigen bezüglich Anlagevolumen bedeutenden privatrechtlichen Pensionskassen. Das Beobachtungsfenster umfasst naturgemäss auch die Nachhaltigkeits- und Klima-Pioniere, unabhängig von ihrer Grösse.

Aufgrund ihres Gewichts als bezüglich Anlagevolumen grösste Vorsorge- bzw. Versicherungs-institution des öffentlichen Bereiches schliesst die Klima-Allianz den AHV-Ausgleichsfonds Compenswiss und die gesetzliche Unfallversicherung SUVA ins Rating ein.

Die Übersicht deckt sowohl die Pensionskassen der deutschen Schweiz samt Tessin/Ticino als auch die Romandie ab (siehe französischsprachige Seite für die Romandie - voir le site français pour la Romandie).

Diesen Vorsorgeeinrichtungen haben wir die Schreiben der jeweiligen Versicherten übergeben und um Antwort ersucht. Wie erwartet, waren die Stellungnahmen der Pensionskassen mit wenigen Ausnahmen defensiv und unverbindlich. Zu einer spezifischen Auseinandersetzung mit den Forderungen nach einer Klimastrategie mit Dekarbonisierung des Portfolios, die mit der Deselektion der klimaschädlichsten Unternehmen im Sektor der fossilen Energien beginnt, sehen sich die allermeisten Träger unserer Altersvorsorge noch nicht veranlasst.

Auch verschweigt die grosse Mehrheit der Pensionskassen die Resultate des BAFU-Klimatests 2017. Wenig verwunderlich, denn dessen Erkenntnisse zeigen auf, dass die Pensionskassen als Ganzes sich mit ihren Anlagen auf einem Klimapfad von 4 - 6°C statt der vom Pariser Klimaabkommen geforderten 1,5°C befinden.

Deshalb ruft die Klima-Allianz die Politik, die Versicherten und die Zivilgesellschaft auf, den Druck auf alle Pensionskassen zu verstärken. Die erfolgreiche Bildung der Kontaktgruppe BVK DIVEST der Versicherten der BVK des Kantons Zürich, der nach Versicherten grössten Pensionskasse der Schweiz hat die Tür zu bereits zwei Treffen mit den Verantwortlichen geöffnet (siehe unten).

In der Folge hat die Klima-Allianz die Formierung der Kontaktgruppen PUBLICA DIVEST des Bundes, der APK DIVEST der Aargauischen Pensionskasse, BLPK DIVEST der Basellandschaftlichen Pensionskasse, der PKBS DIVEST der Stadt Basel, der BPK DIVEST der Bernischen Pensionskasse, der BLVK DIVEST der Bernischen Lehrerversicherungskasse, der PVK DIVEST der stadtbernischen Personalvorsorgekasse, der LUPK DIVEST der Pensionskasse des Kantons Luzern, der SGPK DIVEST der kantonalen St.Galler Pensionskasse sowie der PTV-CPAT DIVEST der privatrechtlichen Pensionskasse der Technischen Verbände (siehe unten) gefördert. Zu diesen insgesamt 11 Versichertengruppen in der deutschen Schweiz kommen die derzeit 5 Gruppen CPEG DIVEST der Pensionskasse des Kantons Genf, der CAP Prévoyance DIVEST der Stadt Genf und der Genfer Gemeinden, der CPEV DIVEST und der CIP DIVEST des Kantons Waadt, sowie der CPCL DIVEST der Stadt Lausanne in der Romandie hinzu.

In der Romandie hat sich im April 2019 zudem die Bewegung DIVEST VAUD der waadtländischen Zivilgesellschaft formiert. Sie ruft unter Einbezug von Persönlichkeiten, darunter Chemie-Nobelpreisträger Jacques Dubochet, die kantonale CPEV medienwirksam zur Dekarbonisierung ihres Portfolios auf.

Rating

Wir aktualisieren die folgende, geographisch sortierte Zusammenstellung mit unseren Bewertungen und der Dokumentation des Veränderungsprozesses in kurzen Zeitabständen. Sie umfasst die deutsche Schweiz und das Tessin/Ticino. Für die Romandie verweisen wir auf die französischsprachige Seite - voir le site français pour la Romandie). Innerhalb der politischen Regionen (Schweiz, Kantone) sind die Pensionskassen absteigend nach Anlagevolumen geordnet.

Auch die Bewertungskriterien werden im Masse der Entwicklungen der "Best Practices" bei den Pensionskassen regelmässig inhaltlich präzisiert; in der Stringenz werden sie den Erfordernissen der Dekarbonisierung der Portefeuilles in Linie mit dem Absenkungspfad des Pariser Klimaabkommens angepasst - max. 1.5°C bis 2050.

Jeder Fach-Input ist willkommen: Email an sandro.leuenberger@klima-allianz.ch oder team@klima-allianz.ch.

Die Rating-Kriterien der Klima-Allianz

ROT:

Klimakompatibilität der Anlagepolitik:

Die Institution

  • ist nicht transparent - sie führt keine Website mit ausreichenden Informationen und/oder sie verweigert die Beantwortung von Fragen der Klima-Allianz,
  • oder sie ist transparent aber aktuell nicht klimakompatibel, 
  • oder aber sie hat erst Absichtserklärungen geäussert, die bis zum heutigen Zeitpunkt (noch) nicht umgesetzt wurden. 

Bedingung für die Höherstufung ist

  • die Publikation oder Zurverfügungstellung erster Resultate einer Dekarbonisierung, die auf einer ausreichend klimarelevanten Reallokation innerhalb des Portfolios beruht - etwa durch den Ausschluss der Kohleproduzenten, 
  • und/oder die verbindliche, öffentliche Ankündigung eines Verbesserungsplans mit einer stark klimarelevanten Dekarbonisierung mindestens des Aktienportfolios innerhalb eines Paris-kompatiblen Zeitrahmens, max. 1,5°C bis 2050.

Aktivitäten im Investor's Engagement sind sehr zu begrüssen, aber nicht ausreichend für eine Höherstufung in der Klimakompatibilität. Die Rating-Kriterien der Klima-Allianz in Bezug auf das Investor's Engagement im spezifischen, kohlenstoffintensiven Bereich der Sektoren der fossilen Brennstoffe sowie der davon - insbesondere von Kohle - abhängigen Stromproduzenten erfordern in Kombination:

  • ein Engagement mit eindeutiger Zieldefinition und Wirkungsmessung,
  • erste Schritte der Dekarbonisierung etwa durch progressive Untergewichtung besonders kohlenstoffintensiver Unternehmen mit schlechten Perspektiven einer Änderung des Geschäftsmodells,
  • festgelegte Ausstiegsfristen bei ausbleibendem Erfolg.

Politische Aktivitäten, Dialog zwischen Versicherten und Kasse:

Erste oder zusätzliche Aktivitäten aus Politik, aus dem Kreis der Versicherten und aus der Zivilgesellschaft sind erforderlich.

ORANGE:

Klimakompatibilität der Anlagepolitik:

Die Pensionskasse

  • hat einen Anfang in der Dekarbonisierung des Portfolios gemacht, namentlich etwa durch die öffentliche Ankündigung des Ausschlusses mindestens der Kohleproduzenten aus dem Aktienportfolio,
  • und/oder sie hat eine ausreichend klimarelevante Reallokation  mindestens innerhalb des Aktienportfolios vorgenommen, den Erfolg mit der Analyse der CO2eq-Intensität (Scope 1, 2 und 3) oder einer Klima-Szenarioanalyse gemessen, und eine im Vergleich zum Marktdurchschnitt substanzielle Dekarbonisierung dokumentiert,
  • und/oder sie hat sich verbindlich ein überdurchschnittliches Verbesserungsziel gesetzt mit einer stark klimarelevanten Dekarbonisierung mindestens des Aktienportfolios innerhalb eines Zeitrahmens, der als in Linie mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens eingestuft werden kann. 

Eine Perspektive für eine "Best Practice" Dekarbonisierung ist erkennbar, die mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens vereinbar erscheint - max. 1,5°C bis 2050.

Politische Aktivitäten, Dialog zwischen Versicherten und Kasse:

Versicherte, Politik und Zivilgesellschaft haben begonnen, eine Klimastrategie mit Desinvestition fossiler Unternehmen einzufordern, sind aber bis heute noch nicht erfolgreich.

GRÜN:

Klimakompatibilität der Anlagepolitik:

Die "Best-Practice" Pensionskasse

  • bekennt sich grundsätzlich zu einer systematisch nachhaltigen, mindestens die Ausland-Aktien und -Obligationen umfassenden Anlagepolitik, die auf der konsequenten Selektion der Unternehmen aufgrund der ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) basiert: sie  erzielt damit in der Regel auch die Bevorzugung von Firmen mit tiefem Treibhausgasausstoss (CO2eq-Intensität Scope 1, 2 und 3) oder tiefem Klima-Impact in einer Szenarioanalyse; sie hat zudem öffentlich erklärt, nicht in Unternehmen der fossilen Energien anzulegen,
  • und/oder sie verfolgt eine umfassend dokumentierte, schon breit umgesetzte "Best Practice" Klimastrategie mit einer überdurchschnittlichen, in naher Zukunft weiter voranschreitenden    Dekarbonisierung mindestens ihrer Aktien- und Obligationen-Portfolien, gemessen mit einer Analyse der CO2eq-Intensität (Scope 1, 2 und 3) oder einer Klima-Szenarioanalyse; sie bewegt sich somit auf einem Pfad, der als in Linie mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens eingestuft werden kann - max. 1.5°C bis 2050; dies beinhaltet naturgemäss auch umfassende grüne Investitionen etwa in erneuerbare Energien.

Für den Entscheid zur Einstufung in die Gruppe der "Best Practice" Spitzenreiter berücksichtigt die Klima-Allianz im Sinne von Bonusfaktoren zusätzlich in Kombination die folgenden Positivkriterien an:

  • es ist ersichtlich, dass die Pensionskasse nicht nur Aktien und Obligationen, sondern insbesondere auch auch die Alternativen Anlagen wie Private Equity, Infrastructure,  Insurance Linked Securities, Private Debts​) gemäss "Best Practice" anlegt - mit grünen Investitionen etwa in erneuerbare Energien,
  • im Feld der Obligationen wird auch in nachgewiesenermassen klima-positive Green Bonds angelegt,
  • im Feld der Immobilien-Direktanlagen (eigener Gebäudebestand) werden überdurchschnittliche Klimamassnahmen und ein geplanter CO2-Absenkpfad nachgewiesen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausreichen ("Best Practice" Gebäudeisolation, fossil-freie Heizung etwa mit  Wärmepumpen und erneuerbarem Strom oder mit weitgehend fossil-freier Fernwärme; gute Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr),
  • es wird anerkannt, dass die Institution prioritär die ihr aufgrund ihrer vordefinierten Anlagestrategie - Aufteilung auf die Anlagekategorien - zur Verfügung stehenden Klimahebel betätigt, 
  • die Kasse verpflichtet sich zur Befolgung der UN-Principles of Responsible Investing und zum entsprechenden Reporting - diese UN-PRI fundieren auf der Erkenntnis, dass Nachhaltigkeits/ESG-Faktoren ein finanzielles Risiko darstellen, 
  • durch ihre Mitgliedschaft bei Swiss Sustainable Finance anerkennt die Pensionskasse die Notwendigkeit, dass der Finanzplatz Schweiz, also auch die Vorsorgeeinrichtungen, eine führende Rolle für nachhaltige und klimaverträgliche Finanzflüsse einnehmen müssen,
  • die Institution beteiligt sich an internationalen Investoren-Initiativen für die Erreichung der Ziele der Pariser Klimaabkommens, wie die Climate Action 100+, die Investor Decarbonization Initiative und den Institutional Investors Group on Climate Change (IIGCC)
  • unter den Investoren-Initiativen ist dabei die Teilnahme am Montreal Carbon Pledge klimawirksam mit der damit verbundenen Verpflichtung der Pensionskasse, den CO2-Fussabdruck der Portfolien regelmässig zu messen; besonders herausragend ist die Mitgliedschaft in der Portfolio Decarbonisation Coalition  der Investoren und Asset Manager, da diese eine kritische Masse von Investoren - besonders von Pensionskassen - generieren will, die mit dem guten Beispiel vorangehen und ihre Portfolio-Anlagen sukzessive dekarbonisieren,
  • im Feld der kohlenstoffintensiven Industriesektoren finden umfassende und gemäss der Position der Klima-Allianz zum Investor's Engagement klima-effiziente, mit dem Dekarbonisierungspfad kombinierte  Aktivitäten im Investor's Engagement statt, wie Unternehmensdialog und Stimmrechtsausübung an Aktionärsversammlungen; als klimawirksam betrachtet die Klima-Allianz etwa das mehrjährige Verpflichtungsprogramm des  ETHOS Engagement Pool International, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten, oder auch die Aktivitäten von Hermes Equity Ownership Services zuhanden der PKZH.

Politische Aktivitäten, Dialog zwischen Versicherten und Kasse:

Forderungen aus Politik, Zivilgesellschaft und aus dem Kreis der Versicherten werden systematisch gestellt und beginnen, Wirkung zu zeigen oder haben Impaktpotenzial.

Hinweise:

  • Die Klima-Allianz hat die Rating-Kriterien im Juli 2019 zur Verbesserung der Transparenz und der Nachvollziehbarkeit überarbeitet und erweitert. Wir aktualisieren weiterhin das bestehende Rating der einzelnen Pensionskassen und ergänzen die Liste mit allen 50 bezüglich Anlagevolumen grössten Institutionen. 
  • Die Elemente der Anlagepolitik einer Pensionskasse, die zur Einstufung ROT, ORANGE oder GRÜN führen, sind jeweils in roter, oranger oder grüner Schrift kenntlich gemacht.
  • Vielversprechende Aktivitäten einer Pensionskasse, die auf eine potenzielle und zeitnahe Höherbewertung hinweisen, sind in oranger Schrift (bei Rating ROT) bzw. grüner Schrift (bei Rating ORANGE) kenntlich gemacht.
  • Das Beobachtungsfenster umfasst im Prinzip nur Portfolioinvestitionen, derzeit aber weniger die Immobilienanlagen. Die Klima-Allianz anerkennt jedoch, dass viele Pensionskassen mit bedeutenden Energiemassnahmen auf ihrem Gebäudebestand zum Klimaschutz beitragen.

Rating und Veränderungsprozess der Institutionen im einzelnen

CH: Suva

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die öffentlich-rechtliche Suva ist zwar nicht eine Pensionskasse, investiert jedoch die Versicherungsgelder der Arbeitnehmer ähnlich wie eine gesetzliche Vorsorgeeinrichtung in deren Auftrag. Somit ist sie als einzige Institution der betrieblichen Unfallversicherung der Schweiz den gesetzlich versicherten Arbeitnehmern und der Öffentlichkeit gegenüber in besonderem Mass Rechenschaft schuldig. Denn sie ist - mit Ausnahme der Nationalbank - mit ihrem Anlagevolumen von rund 50 Mia. CHF auch der grösste öffentliche Investor. Aufgrund ihrer Gewichts würde ihr eigentlich eine Vorreiterrolle bei der Umlenkung der Finanzströme für den Klimaschutz zufallen.

Die Suva ist Gründungsmitglied des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zu Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) bekennt und seit Anfang 2019 auch den Klimawandel darin eingeschlossen sieht (siehe unten).

Deren Einhaltung soll jedoch überwiegend durch Investor's Engagement eingefordert werden, und Ausschlüsse werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit akzeptiert.

Der SVVK anerkennt im Aktivitätsreport 2018, dass das Pariser Abkommen "mittelfristig Auswirkung auf Unternehmen und Anleger hat". Er rät seinen Mitgliedern auch, "die finanziellen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu analysieren und die von der internationalen Gemeinschaft verabschiedeten Ziele zu beurteilen".

In seiner Stellungnahme zum Klimaabkommen von Paris (März 2019) anerkennt er dieses infolge der Unterzeichnung durch die Schweiz als normative Grundlage für Massnahmen. Er sagt darin: "Der Klimawandel wirkt als Risikofaktor auf die Werthaltigkeit der Anlagen". Doch auch im Falle der finanziellen Klimarisiken setzt der SVVK aber auf Investor's Engagement, das er gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen will. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

Doch werden echte klimawirksame Inhalte, Umfang, Organisation, Messkriterien, Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung und Wirksamkeitsnachweis dieses Dialoges mit Unternehmen nach wie vor nicht definiert. Einholen von Transparenz bei den Unternehmen ist längst noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen. Ohne klare Dekarbonisierungsstrategie und ohne Leistungsnachweis der Engagement-Politik im Bereich der Klimarisiken ist die Glaubwürdigkeit des Ansatzes des SVVK im Bereich der Klimarisiken noch nicht gegeben.

Die SVVK-Stellungnahme zum Klimaabkommen von Paris ist insoweit ein Fortschritt, als sie zwar keine materiell klimawirksamen Empfehlungen ausspricht, aber immerhin Handlungsmöglichkeiten zuhanden seiner Mitglieder listet. So sieht der SVVK eine durch das oberste Organ festgelegte Strategie und Umsetzung nach "Auseinandersetzung mit den klimabezogenen Chancen und Risiken" als eine mögliche Option. Er führt zudem aus, es könne "durchaus sinnvoll sein, die beschlossene Strategie und deren Umsetzung an die Destinatäre zu kommunizieren".

Weiterhin wird in der Stellungnahme neben dem Einwand, Divestment habe keine Klimawirkung, weil die Titel nur in andere Hände übergehen würden, auch anerkannt: "Nichtsdestotrotz kann ein Verkauf von Aktien, Obligationen und weiteren Anlagen eine Signalwirkung haben oder aus Risikomanagement-Überlegungen Sinn ergeben".

Ein zwar zahm formulierter, aber doch positiver Punkt ist zudem die gelistete Option, Kapitalerhöhungen von Unternehmen kritisch zu bewerten: "Eine Kapitalzufuhr an CO2-intensive Unternehmen, welche nicht bereit sind, mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Geschäftsmodell zu integrieren, kann kritisch überprüft werden".

Die Suva ist im Unterschied zu den meisten übrigen SVVK-Mitgliedern nicht transparent darüber, ob sie gemäss SVVK-Empfehlung die Ausschlusskriterien anwendet. Sie legt nicht offen, ob sie einige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition ausschliesst.

Die Suva ist Gründungsmitglied von Swiss Sustainable Finance. Es ist zu begrüssen, dass die Suva damit die Notwendigkeit anerkennt, dass der Finanzplatz Schweiz - also auch sie selbst als Trägerin der betrieblichen Unfallversicherung - eine führende Rolle für nachhaltige und klimaverträgliche Finanzflüsse einnehmen müsste.

Positiv ist auch ihre Befolgung der UN-Principles of Responsible Investing, womit die Suva sich zum entsprechenden Reporting verpflichtet. Allerdings fundieren diese UN-PRI auch auf der Erkenntnis, dass Nachhaltigkeits/ESG-Faktoren ein finanzielles Risiko darstellen.

Damit besteht ein Widerspruch zu ihren eigenen Prinzipien bei der Nachhaltigkeit der Anlagen. Zwar sagt die SUVA, neben den finanziellen Gesichtspunkten spielten seit Jahren auch ökologische, ethische und soziale Aspekte eine wichtige Rolle bei ihrer Anlagepolitik. Doch verharrt sie noch auf ihrer Position: "Zentral bleiben die ökonomische Nachhaltigkeit und die finanzielle Stabilität. Die SUVA bleibt den Renditezielen verpflichtet".

Selbst der Bundesrat bestätigte schon im Jahre 2017, dass die finanziellen Klimarisiken real sind; auch liessen sich mit klimaverträglichen und nachhaltigen Investitionsstrategien marktkonforme Renditen erzielen, wobei eine Mehrheit der wissenschaftlichen Studien sogar einen positiven Zusammenhang zeigen.

Doch die Suva behauptet heute noch das Gegenteil, indem sie an einer "ökonomischen Nachhaltigkeit" festhält, die im Gegensatz steht mit der Nachhaltigkeit stehe, die auf Beachtung der ESG-Prinzipien beruht.

Von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist die Compenswiss noch weit entfernt.

Insbesondere als Mitglied des SVVK ist die Suva nun aufgefordert, sich in einem ersten Schritt mit dessen neuer Stellungnahme zum Klimaabkommen von Paris (März 2019, siehe oben) auseinanderzusetzen, worin festgehalten wird: "Der Klimawandel wirkt als Risikofaktor auf die Werthaltigkeit der Anlagen".

Politische Aktivitäten

Aus National- und Ständerat sind keine erkennbaren Initiativen vorhanden.

CH: Compenswiss AHV-Ausgleichsfonds

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Der öffentlich-rechtliche AHV-Ausgleichsfonds ist zwar nicht eine Pensionskasse, ist aber als Teil des Fundaments der Altersvorsorge der Öffentlichkeit gegenüber in besonderem Mass Rechenschaft schuldig. Als funktionelle Einrichtung der AHV ist Compenswiss mit einem Anlagevolumen von rund 47 Mia. CHF der bezüglich Anlagevolumen grösste Investor im gesetzlichen Vorsorgebereich. Aufgrund seiner Gewichts würde ihm eigentlich eine Vorreiterrolle bei der Umlenkung der Finanzströme für den Klimaschutz zufallen.

Compenswiss ist Gründungsmitglied des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zu Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) bekennt und seit Anfang 2019 auch den Klimawandel darin eingeschlossen sieht (siehe unten).

Deren Einhaltung soll jedoch überwiegend durch Investor's Engagement eingefordert werden, und Ausschlüsse werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit akzeptiert.

Der SVVK anerkennt im Aktivitätsreport 2018, dass das Pariser Abkommen "mittelfristig Auswirkung auf Unternehmen und Anleger hat". Er rät seinen Mitgliedern auch, "die finanziellen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu analysieren und die von der internationalen Gemeinschaft verabschiedeten Ziele zu beurteilen".

In seiner Stellungnahme zum Klimaabkommen von Paris (März 2019) anerkennt er dieses infolge der Unterzeichnung durch die Schweiz als normative Grundlage für Massnahmen. Er sagt darin: "Der Klimawandel wirkt als Risikofaktor auf die Werthaltigkeit der Anlagen". Doch auch im Falle der finanziellen Klimarisiken setzt der SVVK aber auf Investor's Engagement, das er gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen will. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

Doch werden echte klimawirksame Inhalte, Umfang, Organisation, Messkriterien, Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung und Wirksamkeitsnachweis dieses Dialoges mit Unternehmen nach wie vor nicht definiert. Einholen von Transparenz bei den Unternehmen ist längst noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen. Ohne klare Dekarbonisierungsstrategie und ohne Leistungsnachweis der Engagement-Politik im Bereich der Klimarisiken ist die Glaubwürdigkeit des Ansatzes des SVVK im Bereich der Klimarisiken noch nicht gegeben.

Die SVVK-Stellungnahme zum Klimaabkommen von Paris ist insoweit ein Fortschritt, als sie zwar keine materiell klimawirksamen Empfehlungen ausspricht, aber immerhin Handlungsmöglichkeiten zuhanden seiner Mitglieder listet. So sieht der SVVK eine durch das oberste Organ festgelegte Strategie und Umsetzung nach "Auseinandersetzung mit den klimabezogenen Chancen und Risiken" als eine mögliche Option. Er führt zudem aus, es könne "durchaus sinnvoll sein, die beschlossene Strategie und deren Umsetzung an die Destinatäre zu kommunizieren".

Weiterhin wird in der Stellungnahme neben dem Einwand, Divestment habe keine Klimawirkung, weil die Titel nur in andere Hände übergehen würden, auch anerkannt: "Nichtsdestotrotz kann ein Verkauf von Aktien, Obligationen und weiteren Anlagen eine Signalwirkung haben oder aus Risikomanagement-Überlegungen Sinn ergeben".

Ein zwar zahm formulierter, aber doch positiver Punkt ist zudem die gelistete Option, Kapitalerhöhungen von Unternehmen kritisch zu bewerten: "Eine Kapitalzufuhr an CO2-intensive Unternehmen, welche nicht bereit sind, mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Geschäftsmodell zu integrieren, kann kritisch überprüft werden".

Aus dem Geschäftsbericht 2018 geht hervor, dass Compenswiss selbst via Anwendung der SVVK-Kriterien nur einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition auschliesst.

Von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist die Compenswiss noch weit entfernt.

Insbesondere als Mitglied des SVVK ist Compenswiss nun aufgefordert, sich in einem ersten Schritt mit dessen neuer Stellungnahme zum Klimaabkommen von Paris (März 2019, siehe oben) auseinanderzusetzen, worin festgehalten wird: "Der Klimawandel wirkt als Risikofaktor auf die Werthaltigkeit der Anlagen".

Politische Aktivitäten

Juni 2018: Interpellation Nationalrätin Adèle Thorens (Grüne) "Berücksichtigen die Ausgleichsfonds AHV/IV/EO bei der Investition unserer Vorsorgevermögen das Klima entsprechend dem Übereinkommen von Paris?" Der Bundesrat antwortet, Compenswiss überprüfe ihre ESG-Politik kontinuierlich und evaluiere künftige Entwicklungsansätze, wobei der Klimaerwärmung ein besonderes Augenmerk gelte. Er halte aber eine Einschränkung der Anlagekompetenzen von Compenswiss nicht für angezeigt.

CH: PUBLICA Pensionskasse des Bundes

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die PUBLICA ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 40 Mia. CHF die grösste Pensionskasse der Schweiz.

Sie ist Gründungsmitglied des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zu Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) bekennt und seit Anfang 2019 auch den Klimawandel darin eingeschlossen sieht (siehe unten).

Deren Einhaltung soll jedoch überwiegend durch Investor's Engagement eingefordert werden, und Ausschlüsse werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit akzeptiert.

Der SVVK anerkennt im Aktivitätsreport 2018, dass das Pariser Abkommen "mittelfristig Auswirkung auf Unternehmen und Anleger hat". Er rät seinen Mitgliedern auch, "die finanziellen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu analysieren und die von der internationalen Gemeinschaft verabschiedeten Ziele zu beurteilen".

In seiner Stellungnahme zum Klimaabkommen von Paris (März 2019) anerkennt er dieses infolge der Unterzeichnung durch die Schweiz als normative Grundlage für Massnahmen. Er sagt darin: "Der Klimawandel wirkt als Risikofaktor auf die Werthaltigkeit der Anlagen". Doch auch im Falle der finanziellen Klimarisiken setzt der SVVK aber auf Investor's Engagement, das er gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen will. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

Doch werden echte klimawirksame Inhalte, Umfang, Organisation, Messkriterien, Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung und Wirksamkeitsnachweis dieses Dialoges mit Unternehmen nach wie vor nicht definiert. Einholen von Transparenz bei den Unternehmen ist längst noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen. Ohne klare Dekarbonisierungsstrategie und ohne Leistungsnachweis der Engagement-Politik im Bereich der Klimarisiken ist die Glaubwürdigkeit des Ansatzes des SVVK im Bereich der Klimarisiken noch nicht gegeben.

Die SVVK-Stellungnahme zum Klimaabkommen von Paris ist insoweit ein Fortschritt, als sie zwar keine materiell klimawirksamen Empfehlungen ausspricht, aber immerhin Handlungsmöglichkeiten zuhanden seiner Mitglieder listet. So sieht der SVVK eine durch das oberste Organ festgelegte Strategie und Umsetzung nach "Auseinandersetzung mit den klimabezogenen Chancen und Risiken" als eine mögliche Option. Er führt zudem aus, es könne "durchaus sinnvoll sein, die beschlossene Strategie und deren Umsetzung an die Destinatäre zu kommunizieren".

Weiterhin wird in der Stellungnahme neben dem Einwand, Divestment habe keine Klimawirkung, weil die Titel nur in andere Hände übergehen würden, auch anerkannt: "Nichtsdestotrotz kann ein Verkauf von Aktien, Obligationen und weiteren Anlagen eine Signalwirkung haben oder aus Risikomanagement-Überlegungen Sinn ergeben".

Ein zwar zahm formulierter, aber doch positiver Punkt ist zudem die gelistete Option, Kapitalerhöhungen von Unternehmen kritisch zu bewerten: "Eine Kapitalzufuhr an CO2-intensive Unternehmen, welche nicht bereit sind, mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Geschäftsmodell zu integrieren, kann kritisch überprüft werden".

Zu begrüssen ist schliesslich die durch den SVVK gelistete und durch die PUBLICA bereits praktizierte Option, gezielte Investitionen in klimapositive Aktien, Obligationen und weitere Anlagen zu tätigen.

Die PUBLICA selbst schliesst via Anwendung der SVVK-Kriterien nur einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

Jedoch hat die PUBLICA im Jahre 2016 als erste Pensionskasse der Schweiz "Kohleproduzenten aus den weltweiten Aktien- und Unternehmensobligationenportfolios ausgeschlossen", und zwar aus wirtschaftlichen Gründen. Noch fehlt aber eine Strategie der Dekarbonisierung, die als zentrales Element den kompletten Ausstieg aus fossilen Unternehmen enthält, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

Herbst 2018: Die PUBLICA veröffentlicht ihre Erkenntnisse aus ihrer Teilnahme am BAFU-Klimaverträglichkeitstest. Positiv ist, dass nun ein Ansatz zu einer echten Klimastrategie erkennbar ist. Als nächste Schritte sieht sie vor, neben den bereits ausgeschlossen reinen Kohleproduzenten auch Mischkonzerne, die Kohle und andere Rohstoffe fördern, unter die Lupe zu nehmen. Auch sollen Stromproduzenten, die Kohle als Brennstoff verwenden, der geplanten neuen Klima-Risikoanalyse unterworfen werden.

Hingegen bleiben die Absichten in Bezug auf die Erdöl- und Erdgas-Produzenten vage. Es soll via SVVK bzw. dessen externen Anbieter Sustainalytics mit Engagement (direktem Dialog, Wahrnehmung von Stimmrechten) Einfluss genommen werden, um diese Konzerne im Ausland zu einem weniger fossil-lastigen Geschäftsmodell zu motivieren. Zu den Erfolgsaussichten und zur erwarteten Wirksamkeit dieses Investor's Engagement spezifisch für den Sektor der fossilen Energien - der die grössten finanziellen Klimarisiken für das Portfolio mit sich bringt, nimmt die PUBLICA nicht Stellung, auch nicht, wie der Erfolg gemessen werden soll.

Politische Aktivitäten

Aus National- und Ständerat sind keine erkennbaren Initiativen vorhanden.

Juli 2019: Der Bundesrat erwartet im Rahmen seines Pakets zur Senkung des Treibhausgas-Ausstosses in der Bundesverwaltung auch: "Die vom Bundesrat gewählten Arbeitgebervertreter der Kassenkommission PUBLICA werden angehalten zu verlangen, dass die Pensionskasse des Bundes PUBLICA ihre Vermögensanlagen regelmässig auf deren Klimaverträglichkeit überprüft und das Ergebnis publiziert, erstmals Ende 2020".

Dialog zwischen Versicherten und Kasse

2016: Wahlempfehlung der Klima-Allianz Schweiz an die wahlberechtigten Versicherten. Rund 70% der an der Umfrage teilnehmenden Kandidierenden für die Delegiertenversammlung befürworten , dass die PUBLICA Anlagen in fossile Energiefirmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind, über die nächsten 5 Jahre abstossen sollte. Aus dem Kreise der durch die Klima-Allianz empfohlenen Kandidierenden wurden erheblich mehr Kandidierende gewählt als unter den nicht teilnehmenden oder nicht empfohlenen Personen.

Kontaktgruppe PUBLICA DIVEST

Juni 2018: Die 32 Mitglieder umfassende Versichertengruppe PUBLICA DIVEST, die sich mit Unterstützung der PUBLICA-Destinatäre der Aktion renten-ohne-risiko.ch bildete, sendet ein Schreiben an die Kassenkommission der PUBLICA. Es enthält Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zum Investor’s Engagement bei den Unternehmen und zur Einbindung der Destinatäre.

Die Gruppe PUBLICA DIVEST meint auch: "Der Bundesrat will das internationale Ziel der Umlenkung der Finanzflüsse durch freiwillige Massnahmen der Finanzbranche der Schweiz umsetzen. Wir finden, die Anlagestrategie der PUBLICA - Pensionskasse des Bundes und grösste Vorsorgeeinrichtung der Schweiz - trage dem noch zu wenig Rechnung, und erwarten, dass sie ihre Vorbildfunktion im Finanzplatz Schweiz, im Einklang mit den Klimazielen der Eidgenossenschaft, deutlich aktiver wahrnehmen wird."

Oktober 2018: Kassenkommission und Direktor verweisen in ihrer Antwort auf die in der Zwischenzeit auf der Website publizierten Schlüsse und weitere Massnahmen aus ihrer Teilnahme am BAFU-Klimaverträglichkeitstest. (Für die Beurteilung dieser Schlüsse, siehe Unterkapitel "Klimakompatibilität der Anlagepolitik" oben). Die PUBLICA bietet interessierten Versicherten die Offenlegung weiterer Hintergrundinformationen an einem Workshop an.

Sie informiert, dass sie gegenwärtig in Zusammenarbeit mit dem ThinkTank 2°Investing Initiative die Messung relevanter Kennzahlen zur Klimaverträglichkeit und zu Klimarisiken prüft. Die Methodologie soll sich an die international als Standard anerkannten Empfehlungen des Task Force for Climate Related Financial Disclosures der G20 anlehnen.

Die Frage nach einer Strategie zum Einbezug der Klimarisiken wird durch den Verweis auf den jährlichen ESG-Risikoanalyseprozess beantwortet. Für das Jahr 2018 wurde das Thema "Klimabezogene Übergangsrisiken in Bezug auf die Energieproduktion aus fossilen Energien, insbesondere Kohle" prioritisiert. (Die PUBLICA hat die Resultate auf der Website publiziert, siehe Unterkapitel "Klimakompatibilität der Anlagepolitik" oben). Die PUBLICA informiert auch über ihre Wahrnehmung von Chancen der Transition, indem sie vermehrt in Infrastrukturanlagen erneuerbarer Energien wie Windparks und Photovoltaik investiere.

Bei ausländischen Unternehmen unterstütze die PUBLICA "Pläne" des SVVK-ASIR, wo die PUBLICA zusammen mit weiteren Gross-Pensionskassen Mitglied ist, zur Aufnahme "klimaspezifischer Dialoge". Nähere Ausführungen über Erfolgsaussichten und eine Einschätzung der Wirksamkeit dieses Investor's Engagement für den Sektor der fossilen Energien - der die grössten finanziellen Klimarisiken für das Portfolio mit sich bringt - fehlen in der Antwort.

Ausschlusskriterien werden nicht als prioritär betrachtet. Die PUBLICA setzt darauf, dass sich die Qualität und die Aussagekraft von klimarelevanten Unternehmensdaten verbessert. Damit steige die Transparenz der Geschäftsstrategie und der Entwicklung der Unternehmen im Umgang mit den Klimarisiken.

Die PUBLICA betrachtet die Ausschlussliste Carbon Underground 200 der grössten Kohle-, Erdöl- und Erdgasunternehmen als vergangenheitsbezogen, sie setzt demgegenüber auf die Beurteilung positiver und negativer Entwicklungen kritischer Unternehmen. Eine Orientierung an "ex fossil fuels" Indices sei gegenwärtig von geringer Priorität, da die PUBLICA faktorbasierte Indices einsetze. Gegenwärtig sind ESG-Faktoren nicht Teil davon. Sie meint, dieser Aspekt könne im Rahmen einer geplanten Analyse zum Einbezug von ESG-Faktoren in Ergänzung zu bestehenden Risikofaktoren in Betracht gezogen werde.

Juni 2019: Die Delegation der Gruppe PUBLICA DIVEST reicht als Vorbereitung des von der PUBLICA im Oktober 2018 angebotenen Workshops (siehe oben) ein neues Papier ein. Sie wünscht, dass die PUBLICA den Tatbeweis der Wirksamkeit ihres Investor's Engagement im Bereich der stark kohlenstoffexponierten Branchen der Kohleverstromer, des Erdöls und des Erdgas erbringt. Andererseits schlägt sie vor, dass die PUBLICA eine Klimastrategie mit Portfolio-Dekarbonisierung konzipiert.

Ende Juni 2019: Die Delegation der Klima-Allianz dankt der der Direktion und den Vertretern des Asset Management der PUBLICA für die Durchführung dieses hochinformativen Workshops und für den offenen und konstruktiven Austausch. Sie fasst ihre Position sowie die gemäss PUBLICA zu erwartenden Weiterentwicklungen in einer durch die PUBLICA gegengelesenen Gesprächsnotiz zusammen.

  • Die klimarisikomindernde Dekarbonisierung des Portfolios sollte gleichberechtigt zum Engagement konzipiert werden.
  • Engagement und Dekarbonisierung sind nicht als Gegensatz, sondern als kombinierte Strategie zu betrachten.
  • Verstärkt zu verfolgen wäre die Untergewichtung problematischer Positionen, was die Kohlenstoffsensitivität des Portfolios via Dekarbonisierung vermindert, aber die Fortsetzung des Engagements erlaubt. 
  • Bei geringerer CO2-Exposition und bei Unternehmen mit guten Aussichten einer Umstellung der Geschäftsmodelle (Stromsektor, Automobilsektor) bleibt Engagement erste Wahl.
  • Entsprechend befürwortet die Klima-Allianz die Dekarbonisierung als zwingende Ergänzung des Engagements im Bereich der fossilen Energien (fossile Brennstoffe, Stromunternehmen). Die Planung und Umsetzung eines Dekarbonisierungspfades mit Divestment, Untergewichtung und/oder via Best-in-Class-Ansatz sollte Teil der Nachhaltigkeits- und Klimastrategie sein. Sie verweist dabei auf die Vorreiter-Pensionskassen PKZH und LUPK.
  • Die Klima-Allianz fragt, warum PUBLICA mit ihrem global relevanten Gewicht nicht an den Initiativen (Appellen) des IIGCC wie der Climate Action 100+ teilnimmt; dies wäre mit wenig Aufwand verbunden und kosteneffizient; es braucht dazu keine Abstimmung mit dem SVVK.

Die PUBLICA informiert,

  • es bestünden konzeptionelle, provisorische Bestrebungen, um Grundlagen für eine potenzielle weitere ESG-Ausrichtung und Dekarbonisierung des Portfolios im Bedarfsfall vorzubereiten,
  • sie sei offen dafür, bei Vorliegen von Konzepten, die Unterstützung durch die Führungsorgane der PUBLICA finden, der Delegation der Klima-Allianz Details zu kommunizieren.

Brief von 165 ProfessorInnen an die PUBLICA

Juni 2018: 165 Professorinnen, Professoren und Mitarbeitenden der ETH Zürich, der EPF Lausanne und aus Instituten des ETH-Bereichs, die bei der PUBLICA versichert sind, senden der Kassenkommission der PUBLICA einen Brief. Eine Eingabe, die dank der Initiative eines PUBLICA-Versicherten des ETH-Bereichs zustande kam.

Die Unterzeichnenden stellen fest: "Ende 2014 hatten mehr als 400 massgebende institutionelle Anleger mit dem «Global Investor Statement on Climate Change» die Politik aufgerufen, für ein starkes Pariser Klimaabkommen (COP21) zu sorgen. Je länger wirksame Massnahmen zur Verhinderung eines katastrophalen Klimawandels und für saubere Energien ausblieben, desto unvermeidbarer würden später radikale, stabilitätsgefährdende Notmassnahmen im Weltkrisenmodus. Ohne eine weitsichtige Verhütungsstrategie seien die heute getätigten Investitionen und Alters-Sparguthaben von Millionen Bürgern gefährdet."

Die 165 Persönlichkeiten gehen demnach davon aus, dass die Investitionen der PUBLICA im fossilen Sektor von ca. 800 Mio. CHF bereits heute ein erhebliches finanzielles Risiko darstellen: "Spätestens seit dem Inkrafttreten des Pariser Klimaabkommens ist klar, dass der Regulierungsdruck seitens der Regierungen zunehmen wird. Zusätzlich beschleunigt sich die Entwicklung der Technologie im erneuerbaren Energiesektor. Schliesslich wird auch der Druck aus der Zivilgesellschaft weiter zunehmen, nicht zuletzt infolge der zu erwartenden Zunahme von Klimakatastrophen. Eine erhebliche Wertverminderung von im fossilen Sektor tätigen Unternehmen ist daher wahrscheinlich, noch bevor griffige Gesetzgebung und neue Technologien zu einer Abnahme der Nachfrage führen werden".

Die 165 Unterzeichnenden erwarten deshalb, dass die PUBLICA Investitionen
aus Unternehmen im fossilen Energiesektor abzieht und bei allen verbleibenden Unternehmen die
Möglichkeiten der Einflussnahme nutzt, um diese in eine klimaverträgliche Zukunft zu
führen.

Oktober 2018: Die PUBLICA bekräftigt in ihrer Antwort, dass sie die Berücksichtigung von Klimarisiken als Teil ihrer treuhänderischen Sorgfaltspflichten betrachtet. Sie wolle am Übergang von fossilen zu erneuerbaren Energien partizipieren, jedoch sei ein Ausschluss von (nach der Kohleförderung) weiterer Unternehmen der fossilen Energien erst dann aktuell, wenn die grössten Staaten ihre Verpflichtungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen gemäss dem Pariser Klimaakommen effektiv umsetzen würden.

CH: UBS Pensionskasse

Die Pensionskasse der UBS ist mit einem Anlagevolumen von über 25 Mia. CHF die drittgrösste Vorsorgeeinrichtung der Schweiz.

Die Kasse führt keine Website. Sie ist demzufolge gegenüber der Öffentlichkeit intransparent. Zugänglich via Website der Mutterfirma ist nur der Geschäftsbericht 2018. Daraus geht hervor, dass sie keine Nachhaltigkeits- und ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) kennt.

Von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist die Pensionskasse der UBS noch weit entfernt.

CH: MPK Migros Pensionskasse

Die MPK ist mit einem Anlagevolumen von 24 Mia. CHF die viertgrösste Pensionskasse der Schweiz.

Sie bekennt sich im Anlagereglement zur Berücksichtigung von ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) im Anlageprozess.

Die Kasse ist Mitglied des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zu Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) bekennt und seit Anfang 2019 auch den Klimawandel darin eingeschlossen sieht (siehe unten).

Deren Einhaltung soll jedoch überwiegend durch Investor's Engagement eingefordert werden, und Ausschlüsse werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit akzeptiert.

Der SVVK anerkennt im Aktivitätsreport 2018, dass das Pariser Abkommen "mittelfristig Auswirkung auf Unternehmen und Anleger hat". Er rät seinen Mitgliedern auch, "die finanziellen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu analysieren und die von der internationalen Gemeinschaft verabschiedeten Ziele zu beurteilen".

In seiner Stellungnahme zum Klimaabkommen von Paris (März 2019) anerkennt er dieses infolge der Unterzeichnung durch die Schweiz als normative Grundlage für Massnahmen. Er sagt darin: "Der Klimawandel wirkt als Risikofaktor auf die Werthaltigkeit der Anlagen". Doch auch im Falle der finanziellen Klimarisiken setzt der SVVK aber auf Investor's Engagement, das er gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen will. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

Doch werden echte klimawirksame Inhalte, Umfang, Organisation, Messkriterien, Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung und Wirksamkeitsnachweis dieses Dialoges mit Unternehmen nach wie vor nicht definiert. Einholen von Transparenz bei den Unternehmen ist längst noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen. Ohne klare Dekarbonisierungsstrategie und ohne Leistungsnachweis der Engagement-Politik im Bereich der Klimarisiken ist die Glaubwürdigkeit des Ansatzes des SVVK im Bereich der Klimarisiken noch nicht gegeben.

Die SVVK-Stellungnahme zum Klimaabkommen von Paris ist insoweit ein Fortschritt, als sie zwar keine materiell klimawirksamen Empfehlungen ausspricht, aber immerhin Handlungsmöglichkeiten zuhanden seiner Mitglieder listet. So sieht der SVVK eine durch das oberste Organ festgelegte Strategie und Umsetzung nach "Auseinandersetzung mit den klimabezogenen Chancen und Risiken" als eine mögliche Option. Er führt zudem aus, es könne "durchaus sinnvoll sein, die beschlossene Strategie und deren Umsetzung an die Destinatäre zu kommunizieren".

Weiterhin wird in der Stellungnahme neben dem Einwand, Divestment habe keine Klimawirkung, weil die Titel nur in andere Hände übergehen würden, auch anerkannt: "Nichtsdestotrotz kann ein Verkauf von Aktien, Obligationen und weiteren Anlagen eine Signalwirkung haben oder aus Risikomanagement-Überlegungen Sinn ergeben".

Ein zwar zahm formulierter, aber doch positiver Punkt ist zudem die gelistete Option, Kapitalerhöhungen von Unternehmen kritisch zu bewerten: "Eine Kapitalzufuhr an CO2-intensive Unternehmen, welche nicht bereit sind, mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Geschäftsmodell zu integrieren, kann kritisch überprüft werden".

Zu begrüssen ist schliesslich die durch den SVVK gelistete und durch die PUBLICA bereits praktizierte Option, gezielte Investitionen in klimapositive Aktien, Obligationen und weitere Anlagen zu tätigen.

Die Migros Pensionskasse selbst schliesst via Anwendung der SVVK-Kriterien explizit nur einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

Hingegen wendet sie gemäss Geschäftsbericht 2018 neu sowohl für die Aktien Ausland wie auch für die Obligationen Ausland nicht mehr den konventionellen Marktindex an. Bei ersteren hat sie auf den Index MSCI ACWI ESG Universal umgestellt und bei letzteren auf einen analogen Index.

Damit hat sie einen ersten, aber noch kleinen Schritt hin zu Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit des Aktien- und Obligationenportfolios getan. Der besagte Index reduziert das Anlageuniversum nur wenig, indem die im ESG-Rating absolut schlechtesten Firmen ausgeschlossen werden; ein weiterer Teil wird untergewichtet. In der Familie der MSCI ACWI ESG Indizes beispielsweise schliesst der weitergehende MSCI ACWI ESG Leaders einen Grossteil der nicht nachhaltigen und klimaschädlichen Unternehmen aus. Wie die LUPK (siehe unten) gezeigt hat, kann die Anlehnung an die Reihe "MSCI ESG Leaders" auch zu einer markanten Dekarbonisierung führen.

Noch fehlt bei der MPK eine Klimastrategie mit Ziel Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

CH: ASGA Pensionkasse

Die ASGA Pensionskasse, die Sammeleinrichtung von KMU's, ist die mit einem Anlagevolumen von rund 16 Mia. CHF neuntgrösste Schweizer Pensionskasse. Sie kennt keine Nachhaltigkeits- und ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance).

Aus einem unabhängigen Nachhaltigkeitsrating geht hervor, dass sich die ASGA an die Ausschlussliste des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) hält. Damit schliesst sie einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

Von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist die Genossenschaft ASGA Pensionskasse aber noch weit entfernt.

CH: Nestlé Fonds de Pensions

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die Pensionskasse der Nestlé verpflichtet sich seit Mitte 2019 formell, auch Kriterien der Bereiche Umwelt, Soziales und Governance (ESG Kriterien) zu berücksichtigen. Konkrete Massnahmen zur Umsetzung fehlen aber noch.

Von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist der Nestlé Pensionsfonds noch weit entfernt.

CH: AXA Stiftung Berufliche Vorsorge

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die Vermögensverwalterin dieser Sammelstiftung, die AXA Leben AG, folgt der Anlagepolitik der internationalen AXA Gruppe. In ihrer Antwort an die PetitionärInnen von renten-ohne-risiko.ch bekräftigt sie ihren Ausstieg aus Bergbauunternehmen und Elektrizitätsversorger, die mehr als 50% ihres Umsatzes mit Kohleminen und Kohleverstromung erzeugen. Dies kann nur ein Anfang sein, denn die Kasse bleibt investiert in Mischkonzerne wie Glencore, deren Kohle-Umsatzanteil unter 50% liegt. Mit der Negativlistung von Kohleverstromern geht sie jedoch weiter als andere Pensionskassen, die nur Kohlebergbau ausschliessen.

International ist die AXA Gruppe an mehreren Initiativen zur Offenlegung der CO2-Exposition und zum nachhaltigen Investieren beteiligt, und integriert Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) in ihre Anlagepolitik.

Im Falle der Erdöl- und Erdgas-Firmen versucht die internationale AXA-Gruppe derzeit (noch?), Veränderungen mit Investor's Engagement (Formulierung von Erwartungen zur Dekarbonisierung, Wahrnehmung von Stimmrechten an den Aktionärsversammlungen) zu erwirken.

CH: Pensionskasse PKS-CPS der SRG-SSR

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die Pensionskasse SRG-SSR hat gemäss Geschäftsbericht 2017 begonnen, sich zu einer nachhaltigeren Anlagepolitik zu bekennen, die ESG-Aspekte (Environmental, Social, Governance) einbezieht. Von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist die PKS-CPS aber noch weit entfernt.

Die PKS-CPS ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und des neuen ETHOS Engagement Pool International, der im Juni 2018 mit einem mehrjährigen Verpflichtungsprogramm aktiv wurde, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert wurden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

CH: Tellco pkPRO Sammelstiftung

Aus einem unabhängigen Nachhaltigkeitsrating geht hervor, dass sich die Tellco pkPRO an die Ausschlussliste des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) hält. Damit schliesst sie einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

Von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist die Sammelstiftung pkPRO aber noch weit entfernt.

CH: Pensionskasse PTV der Technischen Verbände SIA STV BSA FSAI USIC (CPAT Caisse de Prévoyance des Associations Techniques)

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die PTV bekennt sich zur "Verantwortungsbewussten Anlage des Vorsorgevermögens". Allerdings werden darunter weder Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) verstanden noch Ausschlusskriterien angewandt.

Aus einem unabhängigen Nachhaltigkeitsrating geht hervor, dass sich die PTV an die Ausschlussliste des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) hält. Damit schliesst sie einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

Von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist die PTV aber noch weit entfernt.

Kontaktgruppe PTV-CPAT DIVEST

Juni 2019: die Kontaktgruppe PTV-CPAT DIVEST sendet im Namen der PTV-CPAT-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an die Kasse. Die Unterzeichnenden begrüssen es, dass sich die Kasse - zwar in wenig präzisierter Form - zur verantwortungsbewussten Anlage des Vorsorgevermögens bekennt, stellen jedoch fest, dass die Kasse weder Nachhaltigkeitskriterien befolgt noch die finanziellen Klimarisiken im Bereich ihrer Anlagen betrachtet. Sie meinen, dass sich die PTV-CPAT in einem ersten Schritt zusammen mit ihren Vermögensverwaltern bei der Selektion der Fondsprodukte mit dem Thema der finanziellen Klimarisiken und -chancen auseinandersetzen sollte.

August 2019: Die PTV-CPAT gibt bekannt, dass der Ausschuss Wertschriften das Schreiben von PTV-CPAT DIVEST diskutiert habe. Die Fragestellungen seien in die Pendenzenliste des Gesamtstiftungsrates aufgenommen und würden im Jahre 2020 behandelt.

CH: Sammelstiftungen der Basler Versicherung/Bâloise - Sammelstiftung Perspectiva, Sammelstiftung Trigona, Bâloise Sammelstiftung

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die Vermögensverwalterin der erwähnten Sammelstiftungen ist die Bâloise Asset Management AG.

In einem Schreiben an die Bürgergemeinde der Stadt Basel (siehe unten) gibt sie bekannt, dass sie der Ausschlussliste des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) folgt. Die Bâloise Asset Management hat entsprechend einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition ausgeschlossen. Sie hat weiterhin seit kurzem begonnen, Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) in den Anlageprozess zu integrieren. Schliesslich informiert die Bâloise, sie führe eine jährliche Positionierung ihres Wertschriftenportfolios mit Hilfe eines "Portfolio Carbon Footprint Tool" vor. Ihr Inland- und Ausland-Portfolio habe dabei mit einem um ca. 27% kleineren CO2-Fussabdruck viel besser abgeschnitten im Vergleich zu den herbeigezogenen Benchmarks (Portfolios, die einem Marktdurchschnitt entsprechen).

Die Tatsache, dass die Bâloise den CO2-Fussabdruck evaluiert, ist ein guter Anfang. Hingegen erscheint der derzeitig herbeigezogene Benchmark für die Auslandswertschriften, wo sich die Unternehmen der fossilen Energien befinden, noch unpassend. Er repräsentiert den Europa-Marktdurchschnitt, nicht aber das Ausland insgesamt, das die Märkte USA und Emerging Markets mit einschliesst. Die Unternehmen der fossilen Energien (Produzenten und Stromerzeuger) sind aber bekanntermassen weniger in Europa, sondern schwergewichtig in den USA und den Emerging Markets (Asien, Türkei, usw. ) angesiedelt. Die Bâloise Asset Management legt die Gelder für ihre auftraggebenden Sammeleinrichtungen in Form weniger Standardfonds des Typs Aktien Schweiz, Aktien Welt ex Schweiz, Obligationen Schweiz, Obligation Ausland sowie Mischfonds daraus an. Daraus folgt, dass sie, wie die meisten Vorsorgeeinrichtungen, nicht nur in der Schweiz und in Europa , sondern auch in den USA und in den Emerging Markets anlegt. Weil die CO2-Emissionen der dortigen Anlagen höher sind, ist davon auszugehen, dass ihre Angabe eines um ca. 27% geringeren CO2-Fussabdrucks signifikant zu hoch ist. Zudem fehlt die Information, ob die Messung nicht nur die sogenannten Scope 1 Emissionen (betriebseigenes CO2 und weitere Treibhausgase) und die Scope 2 Emissionen aus Strombezug, der mit fossilen Brennstoffen erzeugt wird, sondern auch die viel höheren Scope 3 Emissionen erfasst. Schliesslich hat die Bâloise (noch) keine öffentliche Stellungnahme zur Nachhaltigkeit und Klimakompatibilität auf ihrer Website publiziert. Entsprechend reicht der derzeitige Stand (noch) nicht, um einen ernsthaften Willen für eine Verbesserung der Klimaverträglichkeit festzustellen.

Politische Aktivitäten

August 2018: Interpellation Pierre-Alain Niklaus (BastA!) im Bürgerrat der Bürgergemeinde Basel Stadt mit der Frage "Pensionskasse, Stiftungen, Fonds – gibt es bei der Bürgergemeinde Basel eine Strategie des Klimaschutzes im Bereich Anlage von Finanzvermögen?". Die Pensionskasse ihres Personals ist die Bâloise Sammelstiftung für die obligatorische berufliche Vorsorge.

September 2018: Die Antwort des Führungsorgans verweist auf die von ihm bei der Bâloise Sammelstiftung bzw. deren Vermögensverwalter Bâloise Asset Management eingeholte Stellungnahme (siehe oben).

CH: NEST Sammelstiftung

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Auf der Basis ihres Nachhaltigkeitsansatzes mit der Selektion der Firmen aufgrund der ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) ist die ökologisch-ethische Pensionskasse NEST Vorreiterin in Bezug auf die CO2-Exposition des Portfolios. Ihr Ansatz schliesst Anlagen in CO2- intensive Unternehmungen aus den Bereichen Öl, Kohle und Gas weitgehend aus.

Per Ende 2017 war Ihr Aktienbestand 40% weniger treibhausgasintensiv als der globale Aktiendurchschnitt - gemessen am Index MSCI-All Country World Index (MSCI-ACWI).

Per Ende 2018 war der NEST-Aktienbestand (mit den Anlagekategorien Schweiz, Developed Markets ex Schweiz, Emerging Markets) 34% weniger treibhausgasintensiv als das globale Portfolio des individuellen Vergleichsindexes, der auf der tatsächlichen Allokation basiert. Die neue Vergleichsbasis gewichtet die effektive Allokation der NEST-Aktien auf die Anlagekategorien anstelle des früheren Bezuges auf den Durchschnitt des Durchschnittes MSCI-ACWI. Deshalb vermittelt sie ein realistischeres Bild ihrer tatsächlichen Erfolge der Dekarbonisierung in den klimarelevanten CO2-intensiven Anlagekategorien Developed Markets ex Schweiz und Emerging Markets.

Besonders hervorzuheben: die Messungen durch Inrate umfassten nicht nur wie üblich die sogenannten Scope 1 Emissionen (betriebseigenes CO2 und weitere Treibhausgase) und die Scope 2 Emissionen aus Strombezug, der mit fossilen Brennstoffen erzeugt wird, sondern auch die ein Mehrfaches höheren Scope 3 Emissionen. Letztere setzen sich zusammen aus den durch die Vorlieferanten emittierten Treibhausgase sowie - besonders gewichtig - die Emissionen der nachfolgenden Verbraucher (also insbesondere das Verbrennen von Erdöl und Erdgas in Industrie, Transport und Gebäuden).

Weil NEST gleichlautende Prinzipien der ESG-Integration in den Anlageprozess auch für die Obligationen und die alternativen Anlagen (Private Equity, Infrastructure, Insurance Linked Securities, Private Debts) anwendet, darf ein analoger oder besserer Wert für das gesamte Portfolio postuliert werden. Die NEST bestätigt auch in Bezug auf den BAFU-Klimatest:"Das in der Studie untersuchte Aktien sowie das Obligationen Mandat ist deutlich weniger CO2-intensiv im Vergleich zu konventionellen Anlagestrategien".

CH: Stiftung Abendrot

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die nachhaltige Pensionskasse Abendrot hat sich dem Divestment fossiler Unternehmen verpflichtet.

CH: Prosperita, christlich-ethische Pensionskasse

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die Prosperita bekennt sich zu christlichen Werten und schliesst menschen-, tier- oder naturschädliche Vorhaben aus. Es werden gezielt Unternehmen und Schuldner identifiziert, die Nachhaltigkeitschancen und –risiken aktiv verwalten und in ihrer Tätigkeit besser verankert haben als der Durchschnitt aller Unternehmen. Dies erfolgt über einen sogenannten „Best-in-class“ Ansatz. Unternehmen aller Branchen werden auf ihre Leistungen in den drei Bereichen Umwelt, Sozi- ales und Betriebsführung (Corporate Governance) geprüft. Für jeden Sektor werden die besseren Unternehmen aus- gewählt mit dem Ziel insgesamt etwa das beste Drittel aller Unternehmen zu berücksichtigen. Es werden eine Reihe von Sektoren wie Rüstung, Kernenergie, Tabak, usw. ausgeschlossen, insbesondere wird auf Unternehmen verzichtet, deren Umsatzanteil in der Produktion von Kohle und Elektrizität auf Basis von Kohle 5% übersteigt.

Noch fehlt aber eine Klimastrategie mit Ziel Dekarbonisierung und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

Die Kasse ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und des neuen ETHOS Engagement Pool International, der im Juni 2018 mit einem mehrjährigen Verpflichtungsprogramm aktiv wurde, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert wurden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

In diesem Kontext wurde die Kasse auch Unterstützerin der Climate Action 100+, welche erklärt, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

Hingegen bleiben die Wirkungen dieses Investor's Engagement im speziellen Fall von Unternehmen der fossilen Energien ungewiss. Diese Maßnahmen und Aussagen wären glaubwürdiger, wenn sich die Prosperita zu einer Klimastrategie mit schrittweiser Dekarbonisierung des Portfolios verpflichten würde.

CH: CoOpera Sammelstiftung PUK

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die CoOpera investiert nicht in fossile Energieunternehmen. Sie legt – wohl als einzige Pensionskasse in der Schweiz – nicht in börsenkotierte Aktien an, da sie ihr Geld zurück in die Realwirtschaft fliessen lassen will. Die CoOpera investiert direkt in Wertschöpfungszusammenhänge und fördert damit eine nachhaltige Wirtschaft.

CH: Metron Stiftung für Personalvorsorge

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die Pensionskasse von Metron, eines Dienstleistungsunternehmens für die Fachbereiche Architektur, Raumentwicklung, Verkehr, Landschaft und Umwelt investiert nicht in fossile Energieunternehmen und hat dies auch so im Anlagereglement festgeschrieben. Die Kasse lässt ihr Vermögen bei formafutura verwalten, da diese ausschliesslich nachhaltige Anlagen tätigen.

CH: Personalvorsorgestiftung der HELVETAS Swiss Intercooperation (PVS)

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die Ausschlusskriterien der PVS beinhalten unter anderem:

  • Förderung fossiler Energieträger
  • Betrieb fossiler Kraftwerke
  • Herstellung von Automobilen und Flugzeugen
  • Betrieb von Airlines
Die Massnahmen der PVS zum Klimaschutz übertreffen damit die Forderungen der Klima-Allianz nach einer Desinvestition fossiler Energieunternehmen und entsprechen einer weitgehenden Dekarbonisierung des Portfolios.

AG: Aargauische Pensionskasse APK

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die APK sagt in ihren Anlagecredo aus, dass "ethische, ökologische und sozialpolitische Kriterien als Teil des Risikomanagements im Anlageprozess integriert" werden. Es fehlen jedoch präzise Angaben über die Umsetzung bei der Lenkung der Investitionen auf der Ebene der eigenen Portfolios. Aus der Antwort auf eine Versichertenanfrage nach Ausstieg aus fossilen Energien geht diesbezüglich hervor, dass "wo nötig und sinnvoll auch Massnahmen auf der Stufe Anlagestrategie" ergriffen werden. Weiterhin ist aus dem WWF-Pensionskassen-Rating 2018-19 indirekt zu erfahren, dass eine Politik zur verantwortungsvollen Kapitalanlage besteht und dass auf den Aktienanlagen eine Klima-Impakt-Analyse durchgeführt wird. An einem Treffen mit der Klima-Allianz (Ergebnisnotiz s.unten) gibt die APK auf Nachfrage weitere Details bekannt. Die APK bekräftigt, sie berücksichtige bereits heute Klimarisiken und –chancen als Teil ihrer treuhänderischen Sorgfaltspflicht. Sie sieht sie als Bestandteil des Anlagecredos, welches ESG-Kriterien als Teil des Risikomanagements in den Anlageprozess integriert. Wie aus dem Jahresbericht 2018 hervorgeht, wird ein - gemäss APK zwar kleiner - Teil der Aktien Ausland heute schon in einem "nachhaltigen" Mandat geführt; es ist davon auszugehen, dass dieses ansatzweise zu einer Portfolio-Dekarbonisierung beitragen könnte.

Die APK hat jedoch den Prozess im Hinblick auf die Dekarbonisierung des Portfolios noch nicht erkennbar eingeleitet und dokumentiert.

Die APK ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools und des neuen ETHOS Engagement Pool International, der im Juni 2018 mit einem mehrjährigen Verpflichtungsprogramm aktiv wurde, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert wurden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

In diesem Kontext wurde die Kasse auch Unterstützerin der Climate Action 100+, welche erklärt, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

Sie ist auch Mitunterzeichnerin des 2018 Global Investor Statement to Governments on Climate Change, worin über 300 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, von den Regierungen stärkere Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens fordern.

Schliesslich wurde die APK Unterzeichnerin der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction. Diese Klima-Engagement-Initiative zielt darauf hin, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

Hingegen bleiben die Wirkungen dieses Investor's Engagement im speziellen Fall von Unternehmen der fossilen Energien ungewiss. Diese Maßnahmen und Aussagen wären glaubwürdiger, wenn sich die APK zu einer Klimastrategie mit schrittweiser Dekarbonisierung des Portfolios verpflichten würde.

Politische Aktivitäten

2016: Postulat im Kantonsparlament, Robert Obrist, Grüne, für gesetzliche Grundlagen zur Erwirkung der Desinvestition öffentlicher kantonaler Institutionen u.a. der APK . Nach negativem Antrag der Regierung im Parlament abgelehnt. Obwohl die APK eine öffentlich-rechtliche Institution ist, solle sie trotzdem autonom entscheiden und es bestehe keine Weisungsbefugnis. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

Dezember 2017: Interpellation der Fraktion der Grünen über klimabedingte Investitionsrisiken der APK. In ihrer Antwort vom März 2018 verneint die Regierung abermals ihre Möglichkeiten der Einflussnahme, und sie schätzt zusammen mit der APK bei den Anlagen in Kohle-, Erdöl- und Erdgasindustrie "die derzeit erzielte Rendite im Vergleich zu den heute eingegangenen Risiken als angemessen ein". Nur bei "signifikanter" Veränderung der Bewertungsgrundlagen werde die APK die Situation "mittel- bis langfristig" neu beurteilen.

August 2018: Motion der Fraktion der Grünen für die Ausarbeitung einer Gesetzesänderung, um der APK die Investitionen in fossile Energien zu verbieten. November 2018: Die Regierung lehnt die Motion ab - mit denselben Gründen wie in der Antwort auf die Interpellation (siehe oben) - und stuft eine Annahme als unter dem Bundesrecht rechtlich problematisch ein. März 2019: Der Grossrat lehnt die Motion ab.

Dialog zwischen Versicherten und Kasse

Kontaktgruppe APK DIVEST

Januar 2019: die Kontaktgruppe APK DIVEST sendet im Namen der APK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an die Kasse. Die Unterzeichnenden begrüssen die Teilnahme am Ethos Engagement Pool International und den verwandten Aufrufen (siehe oben), stellt jedoch fest, dass die Kasse weder Nachhaltigkeitskriterien befolgt noch die Klimarisiken im Bereich ihrer Anlagen betrachtet. Die Eingabe umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zum Investor's Engagement, und besteht auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

Mai 2019: die APK lädt als Reaktion auf das Schreiben eine Delegation der Klima-Allianz zu einem Austausch ein. Auf Nachfrage informiert sie über einen in Zukunft zu erwartenden höheren Klima-Impact aufgrund der Nachhaltigkeitsbestimmungen in ihrem Anlagecredo. Die Delegation der Klima-Allianz fasst die zu erwartenden Weiterentwicklungen in einer durch die APK gegengelesenen Ergebnisnotiz zusammen.

BE (Kanton): Bernische Pensionskasse BPK

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) und Ausschlusskriterien werden befolgt, d.h. Unternehmen, welche die Menschenrechte systematisch verletzen, der Umwelt schwerwiegenden Schaden zufügen oder einen erheblichen Anteil ihres Umsatzes z.B. in Rüstung, Tabak, Atomindustrie erzielen, sind ausgeschlossen. Aus ihrem Jahresbericht 2018 geht hervor, dass die BPK den finanziellen Klimarisiken und -chancen Beachtung schenkt.

Aus dem WWF-Pensionskassen-Rating 2018-19 ist indirekt zu erfahren, dass auf dem gesamten Portfolios eine Klima-Impakt-Analyse durchgeführt wurde (siehe auch unten: Erfassung der Treibhausgasemissionen im Laufe 2019).

Die BPK hat jedoch (noch) keinen erkennbaren Prozess im Hinblick auf die Dekarbonisierung des Portfolios eingeleitet.

Die Kasse ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools Schweiz und des neuen ETHOS Engagement Pool International, der im Juni 2018 mit einem mehrjährigen Verpflichtungsprogramm aktiv wurde, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert wurden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

In diesem Kontext wurde die Kasse auch Unterstützerin der Climate Action 100+, welche erklärt "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

Hingegen bleiben die Wirkungen dieses Investor's Engagement im speziellen Fall von Unternehmen der fossilen Energien ungewiss. Diese Maßnahmen und Aussagen wären glaubwürdiger, wenn sich die BPK zu einer Klimastrategie mit schrittweiser Dekarbonisierung des Portfolios verpflichten würde.

Politische Aktivitäten

2016: Interpellation Pierre Amstutz, Grüne, im Kantonsparlament "Investitionen in fossile Energieträger sind Risikoanlagen" . Die Regierung anerkennt die Berechtigung der Frage der Klimakompatibilität, antwortet jedoch ablehnend: obwohl die Pensionskassen BPK und BLVK öffentlich-rechtlich sind, sollten sie trotzdem autonom entscheiden und es bestehe keine Weisungsbefugnis. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

2016: Motion Pierre Amstutz, Grüne, im Kantonsparlament zur Änderung der gesetzlichen Grundlagen, damit öffentlich-rechtliche Institutionen wie die BPK (und die BLVK) nicht mehr in fossile Unternehmen investieren. Nach negativer Stellungnahme der Regierung durch das Kantonsparlament abgelehnt (2017).

Dialog zwischen Versicherten und Kasse

2017: an der Delegiertenversammlung der Versicherten der BPK stellen die im VPOD Region Bern organisierten Delegierten kritische Fragen zur Anlagepolitik und erwarten Förderung des Klimaschutzes.

Juni 2019: für die Delegiertenversammlung organisiert die BPK einen Vortrag des renommierten Klimatologen Prof. Thomas Stocker zu Klimaschutz und Dekarbonisierung.

Kontaktgruppe BPK DIVEST

Dezember 2018: die Kontaktgruppe BPK DIVEST sendet im Namen der BPK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an die Kasse. Sie stellt fest, dass sich die BPK bislang im Rahmen ihrer reglementarischen Bestimmungen zur nachhaltigen und ethischen Anlage kaum mit den finanziellen Klimarisiken beschäftigt hat. Sie erwartet von der BPK eine Klimastrategie mit der Desinvestition fossiler Brennstoffe und Präferierung von nicht Kohle-abhängigen Stromerzeugern als erste Schritte.

Januar 2019: in ihrer Antwort informiert die BPK detailliert und transparent über ihre Pläne. Sie lässt im Jahr 2019 die nächste ESG-Überprüfung inklusive der Erfassung der Treibhausgasemissionen und der Klimarisiken durchführen. Als Klimarisiken schliesse sie Darlehen/Obligationen/Hypotheken an Kohlekraftwerke aus, und sie investiere nicht in Emerging Markets (deren CO2-Intensitäten bekanntermassen vergleichsweise hoch sind). Sie will im Jahre 2019 das Thema Klimaerwärmung auf strategischer Ebene und in den Anlagegrundsätzen verankern. Ebenfalls lässt sie die Erfassung der Treibhausgasemissionen im Laufe 2019 durchführen. Weiterhin anerkennt sie - unter Bezugnahme auf das von der Klima-Allianz in Auftrag gegebene Rechtsgutachten der Kanzlei Niederer Kraft Frey - dass das Feld der Klimarisiken Teil ihrer treuhänderischen Sorgfaltspflicht ist. Sie betont allerdings: "die Konzentration der Anlagen auf treibhausgasarme Unternehmen oder Fossil Free Fonds wäre der falsche Weg, um den CO2-Ausstoss weltweit zu reduzieren". Sie setzt stattdessen auf Erfolge bei ihrem Engagement und bei der Wahrnehmung der Stimmrechte an Aktionärsversammlungen. Zwar informiert die BPK transparent über Details ihrer Engagements bei den Firmen, auch wie sie bei grossen ausländischen Unternehmen abgestimmt hat. Doch bei den Anlagen im Sektor der fossilen Energien, wo die BPK den finanziellen Klimarisiken spürbar exponiert ist, fehlt aber (noch) eine klare Klimastrategie, die Kriterien für den Erfolg solchen Engagements setzt, diesen misst und Fristen setzt.

Die Versichertengruppe BPK DIVEST wird gegen Anfang 2020 nachschauen, ob die angekündigte Verankerung des Klima-Themas auf strategischer Ebene eine überzeugende Perspektive bietet.

BE (Kanton): Bernische Lehrerversicherungs-kasse BLVK

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

2018: Die BLVK veröffentlicht Nachhaltigkeitsgrundsätze. Sie schliesst Unternehmen aus, die kontroverser Waffen (Streumunition, Personenminen, chemische-, biologische- und Nuklearwaffen) herstellen, die gegen die Normen des UN Global Compact verstossen oder die einen Grossteil ihres Umsatzes mit Kohleprodukten generieren. In einem Brief an die Versichertengruppe BLVK DIVEST (s. unten) präzisiert die BLVK, dass unter ihrer Nachhaltigkeitsstrategie Kohleproduzenten (Abbau von Kohle oder Erzeugung von Elektrizität mittels Kohle) ausgeschlossen werden, und dass aktuell 20 Unternehmen von diesem Ausstieg betroffen seien.

In ihrer Antwort auf eine Interpellation aus dem Kantonsparlament (S. unten) gibt die BLVK bekannt, sie hätte sich am BAFU-Klimaverträglichkeitstest beteiligt, und sie habe ihr Portfolio einem umfassenden ESG-Screening (Environmental, Social, Governance) durch ETHOS unterzogen. Ebendies habe sie auch veranlasst, aus "Kohleprodukten" auszusteigen; aufgrund interner Auswertungen würde sich zudem zeigen, dass durch diese Ausschlüsse der CO2-Fussabdruck "markant verringert" werden konnte. Überdies sei sie bestrebt, "den ökologischen Fussabdruck in den nächsten Jahren weiterhin zu optimieren".

Noch fehlt aber eine Klimastrategie mit einer Perspektive der Dekarbonisierung und des kompletten Ausstiegs aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

Die Kasse ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools Schweiz und des neuen ETHOS Engagement Pool International, der im Juni 2018 mit einem mehrjährigen Verpflichtungsprogramm aktiv wurde, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert wurden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

In diesem Kontext wurde die Kasse auch Unterstützerin der Climate Action 100+, welche erklärt"mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

Juni 2018: Die BLVK wird Mitunterzeichnerin des 2018 Global Investor Statement to Governments on Climate Change, worin über 300 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, von den Regierungen stärkere Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens fordern.

Schliesslich wurde die BLVK Unterzeichnerin der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction. Diese Klima-Engagement-Initiative zielt darauf hin, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

Hingegen bleiben die Wirkungen dieses Investor's Engagement im speziellen Fall von Unternehmen der fossilen Energien ungewiss. Diese Maßnahmen und Aussagen wären glaubwürdiger, wenn sich die BLVK zu einer Klimastrategie mit schrittweiser Dekarbonisierung des Portfolios verpflichten würde.

Politische Aktivitäten

2016: wie bei der BPK, siehe oben.

März 2019: Interpellation Ursula Marti (SP) "Klimastrategie für die Anlagen der Bernischen Lehrerversicherungskasse BLVK". Der Vorstoss verweist darauf, dass der Regierungsrat als finanzierender Arbeitgeber in der Verantwortung steht, bei der Vorsorgeeinrichtung geeignete Massnahmen zur Sicherung der zukünftigen Renten zu erwirken. Der Regierungsrat wird somit vor diesem Hintergrund eingeladen, in der Verwaltungskommission der BLVK eine Reihe von Fragen einzubringen. Angeregt wird etwa die Präzisierung des Umgangs mit den finanziellen Klimarisiken und -chancen im Anlagereglement, im Anlageprozess und in den einzelnen Anlagevorschriften für die Asset Manager und die Formulierung einer Klimastrategie mit dem Ziel, 1.5°-konform zu investieren. Auf dem Weg zu diesem Ziel soll eine schnellen Dekarbonisierung des Portfolios Priorität haben, und es sollen dabei messbare Ziele und Fristen gesetzt werden.

August 2019: der Regierungsrat antwortet, es liege ausserhalb seines Kompetenzbereiches, der BLVK Vorgaben zu den vorgebrachten Aspekten zu machen. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017. Die von der Regierung bei der BLVK eingeholten Informationen bringen immerhin einige bisher durch die BLVK noch nicht transparent gemachte Aktivitäten an die Öffentlichkeit (S. oben unter "Klimakompatibilität der Anlagepolitik"). Doch zu einer konsequenten Klimastrategie mit festgelegtem Dekarbonisierungspfad einzustehen ist weder die Regierung als Arbeitgeber noch die BLVK bereit.

Dialog zwischen Versicherten und Kasse

Kontaktgruppe BLVK DIVEST

Januar 2019: die Kontaktgruppe BLVK DIVEST sendet im Namen der BLVK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an die Kasse. Sie anerkennt den Ausstieg aus Anlagen in die Kohleproduzenten als ersten Schritt in die richtige Richtung, stellt aber fest, dass sich die BLVK bislang im Rahmen ihrer reglementarischen Bestimmungen zur nachhaltigen und ethischen Anlage noch vermehrt mit den finanziellen Klimarisiken beschäftigen sollte, die alle klima-hochexponierten Industriesektoren (Erdöl, Erdgas, Stromerzeuger mit Kohle und Erdgas als Brennstoff, Automobilindustrie, usw.) betreffen. Sie erwartet von der BLVK eine Klimastrategie mit der Desinvestition von Erdöl und Erdgas und Präferierung der nicht Kohle-abhängigen Stromerzeuger als weitere Schritte.

Februar 2019: Mit einer ersten und einer bestätigenden Nachfolge-Antwort präzisiert die BLVK ihre Informationen auf der Website. Betreffend Ausschluss von Kohleunternehmen informiert sie, dass unter ihrer Nachhaltigkeitsstrategie Kohleproduzenten (Abbau von Kohle oder Erzeugung von Elektrizität mittels Kohle) ausgeschlossen werden können, und dass aktuell 20 Unternehmen von diesem Ausstieg betroffen seien. Weiterhin teilt sie mit, dass sie für den Sektor der fossilen Energien generell nicht auf Ausschlüsse setze, sondern auf ein langfristiges Engagement bei den Firmen.

Wenig verständlich: sie ignoriert die Frage, ob sie am BAFU-Klimaverträglichkeitstest teilgenommen habe, und schiebt die drängende Frage der finanziellen Klimarisiken mit dem Hinweis weg, sie halte "die Verschärfung und Ausweitung der Themen für verfrüht".

Immerhin informiert sie, dass sie einmal jährlich im Frühling die Ausschlussliste überprüfen wird.

Die Versichertengruppe BLVK DIVEST wird im Laufe 2020 nachschauen, ob Fortschritte feststellbar sind.

BE (Kanton/Gemeinden): Sammeleinrichtung PREVIS

Klimakompatibilität der Anlagepolitik der PREVIS

Die PREVIS, Sammeleinrichtung einer Vielzahl von Gemeinden besonders der Region Bern-Mittelland, hat sich nicht zu definierten Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) bekannt. Sie ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nimmt, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen.

Von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist die PREVIS noch weit entfernt.

Politische Aktivitäten

März 2018: Parlament der Gemeinde Nidau, Interpellation Carine Stucki (SP) mit Fragen zur Klimaverträglichkeit der Anlagen der PREVIS. Die Exekutive gibt in seiner Antwort die Stellungnahme der PREVIS weiter. Sie habe nicht am Klimaverträglichkeitstest des BAFU teilgenommen, werde es möglicherweise bei einem neuen Test tun. Weiterhin habe die PREVIS ein - nicht näher beschriebenes - "ESG Screening" durchführen lassen, das gute Resultate ergeben hätte. Auch weil die PREVIS sich nicht öffentlich zu definierten ESG-Kriterien bekennt, ist ersichtlich, dass diese Kasse kein merkliches Engagement für ESG und Klimaverträglichkeit zeigt.

BE (Region): GEPABU

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die GEPABU hat Investitionen in fossile Energieunternehmungen seit Gründung ausgeschlossen.

Bei der Vermögensanlage gelten folgende inhaltlichen Richtlinien:

  • Das Vermögen wird ausschliesslich in Wirtschaftsbranchen angelegt, die ökologisch nachhaltig sowie sozial und ethisch vertretbar sind oder die mindestens diesbezüglich keine übermässigen Schäden anrichten. 
  • Vorzugsweise erfolgt die Vermögensanlage in die Gewinnung erneuerbarer Energien, ökologische Land- und Forstwirtschaft, ökologisches Bauen, Errichtung und Unterhalt von Infrastruktur, die für eine ökologisch nachhaltige Lebensweise notwendig ist, Produktion von Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs im Rahmen des ökologisch Vertretbaren.
  • Das Vermögen wird in Unternehmungen und öffentlichen Körperschaften, die in obgenannten Branchen tätig sind, angelegt.
  • Hierbei hat die Vermögensanlage in jene Unternehmungen und öffentlichen Körperschaften zu erfolgen, welche den Prinzipien der ökologisch nachhaltigen und der sozial ethischen Wirtschaftsweise am besten genügen.

BE (Stadt): Personalvorsorgekasse PVK der Stadt Bern und von Ostermundigen

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Trotz der im Personalvorsorgereglement der Stadt Bern gesetzlich festgelegten generellen Bestimmung, sie müsse ihr Handeln nach sozialen, ölologischen und ethischen Kriterien der Nachhaltigkeit ausrichten, fehlen bisher verbindliche, transparente Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) auf der Ebene der Anlagepolitik.

Immerhin hat sie Ende 2018 alle Beteiligungen an Unternehmen ausgeschlossen und definitiv entfernt, die geächtete Waffen (Atomwaffen, Streumunition und Antipersonenminen) herstellen. Damit ist sie in Linie mit den Ausschlusskriterien des SVVK.

Die PVK ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nimmt, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen.

Von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist die PVK noch weit entfernt.

Politische Aktivitäten

2016: Interpellation der GB/JA! und GFL/EVP Fraktion (Katharina Gallizzi GB, Marcel Wüthrich GFL, Bettina Jans-Troxler EVP) im Stadtparlament zum finanziellen Risiko bei fossilen Investitionen. Obwohl die PVK der Stadt Bern eine öffentlich-rechtliche Institution ist, antwortet die Regierung ausweichend, da die Pensionskasse autonom entscheiden soll und keine Weisungsbefugnis bestehe. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

November 2017: In ihrem Ablehnungsantrag zur analog gelagerten interfraktionellen Motion "Keine Rentengelder für die Kriegsmaterialproduktion" argumentiert die Regierung wiederum, das Bundesrecht erlaube ihr nicht, Vorgaben an die Kasse zu machen, die die Anlagepolitik betreffen. Durch die Presse darauf angesprochen, dass das Rechtsgutachten Kieser und Saner das Gegenteil aussage, reagiert die Regierung überrascht. Tatsächlich hat die Exekutive der Stadt Luzern als Antwort auf eine gleichlautenden Initiative entschieden, in Kenntnis des Gutachtens weitere Abklärungen zu tätigen. Die Stadtberner Regierung will deren Ausgang abwarten (Bericht zur Personalvorsorgekasse in "Der Bund"). Nachtrag September 2018: sie nimmt dazu Stellung in ihrer Antwort auf die interfraktionelle Interpellation Marcel Wüthrich zu den anlagestrategischen Kompetenzen des Parlamentes (siehe unten).

Weiterhin sagen Regierung und Kasse aus: "Eine Reduktion der Investitionen in kontroverse und CO2-intensive Unternehmen liesse sich erzielen, wenn eine breite Basis von Anlagestiftungen und Fondsanbietern kostengünstige, indexierte und passive Anlageprodukte anbieten würde, die den Environment-Social-Governance-Kriterien (ESG-Kriterien) und dem CO2-Ausstoss entsprechend Rechnung tragen. Diese Produkte müssen ein sehr hohes Anlagevolumen aufweisen, damit sie die Investitionssummen der PVK problemlos aufnehmen, investieren und allenfalls auch wieder desinvestieren können. Zudem müssten sich die Ertrags- und Risikokennzahlen dieser Anlageprodukte nahe an den Werten der traditionellen indexierten Vermögensanlagen bewegen".

Dies steht jedoch im Widerspruch zur Aussage des Bundesrates in seiner Antwort auf eine Interpellation von FDP-Ständerat Raphaël Comte, dass sich mit klimaverträglichen Investitionsstrategien marktkonforme Renditen erzielen lassen und dass der Markt schon heute klimafreundliche Anlageprodukte anbietet, mit denen sich in gängigen Finanzanlagen gebundene Emissionen um 10 bis 90 Prozent verringern liessen. Er verweist dabei auf den BAFU-Report "Klimafreundliche Investitionsstrategien und Performance (2016), der insbesondere auch marktgängige indexbasierte Fonds listet (S. 49-50).

April 2018: Interfraktionelles Postulat Marcel Wüthrich (GFL) "Klimastrategie für die Anlagen der Personalvorsorgekasse" eingereicht. Die parallel deponierte interfraktionelle Interpellation Marcel Wüthrich (GFL) sucht Klärung zur Frage "Welche anlagestrategischen Kompetenzen hat der Stadtrat gegenüber der Personalvorsorgekasse?"

September 2018: Die Exekutive der Stadt Bern empfiehlt dem Stadtparlament das interfraktionelle Postulat Marcel Wüthrich (GFL) für eine Klimastrategie der PVK zur Annahme. Damit ist sie im Unterschied zu früheren negativen Haltungen gegenüber proaktiver Einflussnahme auf die PVK (siehe oben) in diesem Fall positiv eingestellt. Sie befürwortet die Prüfung einer Klimastrategie , die aufgrund anerkannter finanzieller Klimarisiken der kohlenstofflastigen Wertschriften eine zügige Dekarbonisierung des Wertschriftenportfolios samt impliziter, prioritärer Entfernung der Produzenten fossiler Brennstoffe anvisiert.

September 2018: Die Exekutive beantwortet die interfraktionelle Interpellation Marcel Wüthrich (GFL) über die anlagestrategischen Kompetenzen des Parlamentes wiederum ausweichend und mutlos. Sie zieht sich hinter die Existenz kontroverser Rechtsgutachten zum Thema zurück, verzichtet jedoch etwa darauf, die explizite Frage "Welche ... Möglichkeiten (in Bezug auf die Einhaltung der ESG-Kriterien) hat der Gemeinderat via seinen Finanzdirektor, der Kraft seines Amtes Präsident der Verwaltungskommission ist", mit der Bekräftigung seines Einsatzwillens für eine vorwärtsorientierte nachhaltige Anlagepolitik zu beantworten.

Dezember 2018: Überparteiliche Interpellation Adrian Tanner und Mitunterzeichnende im Gemeindeparlament Ostermundigen "Wie steht es mit der Nachhaltigkeit bei den Anlagen der PVK Bern?"

Februar 2019: in ihrer Antwort gibt die Exekutive von Ostermundigen die detaillierte und transparente Stellungnahme der PVK wieder. Die Kasse schreibt, sie hätte eine CO2-Analyse in Auftrag gegeben und sich an einem Workshop über die Resultate orientieren lassen. Es gebe aber heute keine demokratisch legitimierten Prinzipien, auf die sich die PVK abstützen könne. Ihre Anlageberater hätten empfohlen, keine voreiligen Umschichtungen bei ihren "bewährten Anlageprodukten" (passive, indexbasierte Fonds) vorzunehmen. Die Kasse meint, es gäbe keine für sie passende Anlagegefässe, die neben der breiten Diversifikation ein genügend grosses Volumen, tiefe Kosten und ein optimales Rendite/Risiko-Verhältnis aufweisen. Sie müsse auch den Fonds wechseln können, wenn der Fondsmanager eine ungenügende Performance erbringe.

Die PVK ist eine unterfinanzierte Kasse und somit besonders den finanziellen Klimarisiken ausgesetzt. Es ist deshalb wenig nachvollziehbar, dass sie ihre Kriterien für das optimale Rendite/Risiko-Verhältnis im Feld des CO2-intensiven Sektors nicht insoweit anpasst, als dass die bei ihren Leistungserbringern - also den Anbietern den Fonds und deren Fondsmanager, dasselbe einfordert, was sie in Bezug auf den Ausschluss von geächteten Waffen (Atomwaffen, Streumunition und Antipersonenminen) bereits erreicht hat. Es wäre naheliegend, aufgrund klarer Kriterien etwa vorab die Rohstoffproduzenten mit Kohleanteil >10 % ausschliessen zu lassen, so wie es andere Pensionskassen bereits umgesetzt haben.

Juni 2019: entsprechend der Empfehlung der Exekutive vom September 2018 (siehe oben) überweist das Stadtparlament das interfraktionelle Postulat Wüthrich (GFL) für eine Klimastrategie mit Dekarbonisierung des Portfolio mit grosser Mehrheit. Exekutive und PVK sind nun gefordert, Fortschritte vorzuweisen.

Juni 2019: Interpellation Marcel Wüthrich (GFL) "Wie beeinflussen - oder auch nicht - globale Megatrends die Auswahl der Anlagefonds und somit die Rendite der Personalvorsorgekasse?" Der Vorstoss verweist auf die Tatsache, dass Investitionen am Marktdurchschnitt, aber ohne fossile Energieträger mehr rentiert haben und auf Erkenntnisse, dass grünes statt braunes (fossiles, C02-lastiges) Investieren mehr Rendite bringt. Die PVK ist nun gefordert, grüne Lösungswege für ihre Fondsanlagen vorzustellen.

Mai 2019: die Exekutive der Stadt Bern stellt einen "Erweiterten Handlungsplan Klima" vor. Unter anderem will sie "einen Prozess initiieren, um das Vermögen des Gemeinwesens der Stadt Bern als erste Stadt der Schweiz möglichst CO2-frei bewirtschaften zu können". Die PVK wird hierbei einbezogen. Sie und die Finanzdirektion sind gefordert, proaktiv klimaverträgliche Lösungen zu suchen, ihre defensive Haltung (siehe oben) aufzugeben und zusammen mit ihren Peers, etwa den übrigen städtischen Pensionskassen der Schweiz, deren Anlagestil (Verwendung von Fonds) ähnlich ist, nach Lösungen zu suchen. Der Finanzdirektor, Vizepräsident der Verwaltungskommission der PVK, sagt an, es gelte das Ziel, dass Bern die erste Stadt ist, die ihr Vermögen klimaneutral bewirtschaftet.

Dialog zwischen Versicherten und Kasse

Kontaktgruppe PVK DIVEST

Dezember 2018: die Kontaktgruppe PVK DIVEST sendet im Namen der PVK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an die Kasse. Sie stellt fest, dass sich die PVK bislang im Rahmen ihrer reglementarischen Bestimmungen zur Nachhaltigkeit nicht mit den finanziellen Klimarisiken beschäftigt hat. Sie erwartet von der PVK eine Klimastrategie mit der Desinvestition fossiler Brennstoffe als ersten Schritt.

Dezember 2018: die PVK antwortet, dass sie bis Ende 2019 eine Nachhaltigkeitsstrategie ausarbeite, und Umsetzungvarianten mit Mitsprachemöglichkeiten bei Unternehmen prüfen sowie Partner für die Überprüfung evaluieren werde.

BE (Biel/Bienne): Pensionskasse Biel PK Biel-CP Bienne

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Es gibt keine festgeschriebenen Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG). Von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist die PK Biel noch weit entfernt.

Politische Aktivitäten

März 2017: Interpellation Levin Koller, Miro Meyer (JUSO) im Stadtparlament zum finanziellen Risiko bei fossilen Investitionen. Die Regierung antwortet recht ausweichend, dass sie es im Prinzip als permanente Aufgabe sehe, seine Vertretungen im obersten Organ der Pensionskasse "hinsichtlich ökologischer Fragestellungen zu sensibilisieren", verweist aber darauf, dass die Pensionskasse autonom entscheide, sie also keine Weisungsbefugnis habe. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

BE (Köniz): Pensionskasse Köniz

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG). Von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist die PK Köniz noch weit entfernt.

Politische Aktivitäten

2015: Interpellation Hans Ueli Pestalozzi (Grüne) im Gemeindeparlament "Kohlenstoffrisiken der Könizer Pensionskasse" für den Ausstieg aus Anlagen hoher CO2-Intensität. Die Exekutive antwortet, ihre Vertretung im obersten Organ der Pensionskasse werde sich für eine nachhaltige Ausrichtung einsetzen und die Diskussion lancieren. Dieses proaktive Verhalten kontrastiert positiv zur Position der meisten anderen Regierungen, die auf eine absolute Autonomie des obersten Organs der Pensionskasse verweisen und jegliche Möglichkeit einer Weisungbefugnis ablehnen. Es ist zudem in Linie mit der Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017, die die Möglichkeit von Interventionen und rechtlichen Vorgaben des Gemeinwesens bei öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen bejahen.

2019: Eine nachhaltige Ausrichtung der Kasse gemäss ESG-Kriterien ist nicht ersichtlich.

BL: Basellandschaftliche Pensionskasse BLPK

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

    Die BLPK informiert, sie habe im April 2018 ein Projekt gestartet, das sich mit der Definition der künftigen Leitlinien zur Nachhaltigkeit im Anlagebereich befasst; sie werde an die Öffentlichkeit treten, wenn Resultate vorliegen. Gemäss Geschäftsbericht 2018 sollen die Erkenntnisse im Sommer 2019 vorliegen und danach die Phase der Umsetzung beginnen.

    Die BLPK hat jedoch den Prozess im Hinblick auf die Dekarbonisierung des Portfolios noch nicht eingeleitet.

    Die BLPK wurde im Frühjahr 2019 Mitglied des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zu Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) bekennt und seit Anfang 2019 auch den Klimawandel darin eingeschlossen sieht (siehe unten).

    Nachdem sie unter den grossen kantonalen öffentlich-rechtlichen Pensionskassen der Schweiz das langjährige Schlusslicht darstellte, ist die SVVK-Mitgliedschaft ein Schritt nach vorne . Im Geschäftsbericht 2017 (Seite 20) teilt sie mit, sie schliesse jetzt aufgrund "objektiver" Kriterien bestimmte Unternehmen aus. Die Grundlagen stimmen inhaltlich mit denjenigen des SVVK überein. Sie hat entsprechend den SVVK-Empfehlungen aber nur einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition ausgeschlossen.

    Als Mitglied des SVVK ist sie nun aufgefordert, sich mit dessen neuer Stellungnahme zum Klimaabkommen von Paris (März 2019) auseinanderzusetzen, worin festgehalten wird: "Der Klimawandel wirkt als Risikofaktor auf die Werthaltigkeit der Anlagen". (Mehr zur SVVK-Stellungnahme oben unter "CH: PUBLICA" oder unten bei "ZH: BVK") .

    Politische Aktivitäten

    Mai 2017: Interpellation der Grüne/EVP-Fraktion (Klaus Kirchmayr, Sara Fritz) im Kantonsparlament für Divestment.

    Oktober 2017: Die Exekutive informiert in ihrer Antwort, die BLPK teile die Ansicht, dass Investitionen in CO2-intensive Unternehmen mittel- bis längerfristig ein potenzielles Risiko darstellen können, aber die Notwendigkeit von Sofortmassnahmen steht aber momentan nicht zur Diskussion.

    Februar 2019: Interfraktionelles Postulat Erika Eichenberger, Grüne "Für mehr Transparenz und einen schrittweisen Ausstieg der Pensionskasse Baselland aus der Investition in fossile Energien". Der Vorstoss betont, dass die gesetzlich vorgegebene, langfristige Sichtweise der Pensionskassen zur Sicherung der zukünftigen Renten erfordert, dass kommende Wertverluste der fossilen Anlagen rechtzeitig erkannt und durch Umschichtungen vermieden werden, und dass es zur treuhänderischen Pflicht einer Pensionskasse gehört, auch diese Erkenntnis systematisch in den Anlageprozess zu integrieren.

    Dialog zwischen Versicherten und Kasse

    Kontaktgruppe BLPK DIVEST

    September 2017: die Kontaktgruppe BLPK DIVEST sendet im Namen der BLPK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Stiftungsrat. Dieses kritisiert die fehlende Einbindung von Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) in die Anlagepolitik. Weiterhin umfasst es Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zur Stimmrechtsausübung und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von BLPK DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

    Im Antwortschreiben an die Kontaktgruppe BLPK DIVEST sieht sich die Kasse veranlasst, zu betonen, dass sie allein über die Anlagen zu entscheiden hätte und teilt mit, "für einen Dialog mit der ad-hoc-Gruppe BLPK DIVEST bestehe derzeit kein Bedarf".

    Dezember 2017: Nach Erhalt des Antwortschreibens der BLPK, das den Dialog als unnötig befindet, erinnert BLPK DIVEST in einem Positionspapier die Kasse an ihre treuhänderische Sorgfaltspflicht gegenüber den Versicherten. Gemäss dem Pensionskassen-Verband ASIP haben “alle Versicherten Anspruch darauf, dass die Führungsorgane ihre treuhänderische Verantwortung wahrnehmen. Besonders wichtig ist darum das Verhältnis zwischen Versicherten und Führungsorganen. Entscheidend für Auf- und Ausbau des Vertrauens der Versicherten in ihre Vorsorgeeinrichtungen ist die Kommunikation und Information". BLPK DIVEST hält fest, dass das BAFU auf einen Bericht von PRI, Global Compact und UNEP-FI verweist, der festhält, dass der Einbezug von Langzeitrisiken wie dem Klimawandel zu den treuhänderischen Pflichten von Investoren gehört. Würden diese nicht beachtet, könnten bei Schäden durch den Klimawandel Forderungen an Investoren gestellt werden (Haftungsrisiken).

    Dezember 2017: Die BLPK nimmt in ihrer erneuten Antwort nicht inhaltlich zu den Positionen von BLPK DIVEST Stellung und sieht "bis auf Weiteres" keinen Bedarf zum Dialog. Immerhin sagt sie jetzt aus, sie sei "sich bewusst, dass ... auch ethische Bedürfnisse zu berücksichtigen" seien. Sie verweist auch darauf, dass sie an einer allgemeinen Überprüfung der Anlagestrategie in Bezug auf das Nachhaltigkeitsthema sei und dass die Erkenntnisse daraus den Versicherten kommuniziert werden sollen.

    Die Gruppe BLPK DIVEST wird die Weiterentwicklung der BLPK aufmerksam verfolgen. Sie plant, die Versprechungen der BLPK, sich mit der weiteren Definition von Nachhaltigkeitskriterien zu befassen, im Laufe 2019 unter die Lupe zu nehmen. Sie wird sich weiterhin nach den Erkenntnissen erkundigen, welche die BLPK aus den Resultaten des BAFU-Klimatests 2017 gewonnen hat.

    BS: Pensionskasse Basel-Stadt PKBS

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

    Die PKBS berücksichtigt "die sozialen und ökologischen Aspekte" in angemessener Weise, und beachtet Ausschlusskriterien (Atomkraftwerke, Spielcasinos und Rüstungskonzerne).

    Die Kasse ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools Schweiz und des neuen ETHOS Engagement Pool International, der im Juni 2018 mit einem mehrjährigen Verpflichtungsprogramm aktiv wurde, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert wurden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

    Wohl auch aufgrund der Einflussnahmen durch Politik und Versicherte (siehe unten) schliesst die PKBS seit Anfang 2019 auch Unternehmen aus, die mehr als 5% ihres Umsatz mit der Kohleförderung erzielen.

    Noch fehlt aber eine Strategie der Dekarbonisierung, die als zentrales Element den kompletten Ausstieg aus fossilen Unternehmen enthält, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

    März 2019: Die PKBS veröffentlicht neue Nachhaltigkeitsgrundsätze. Im Leitbild bekennt sie sich dazu, das Klimarisiko in die Anlagepolitik zu integrieren. Sie will "Anstrengungen unterstützen, die dazu führen, dass Unternehmen ihren CO2- Fussabdruck erheblich verkleinern können". Zu diesem Zweck beteiligt sie sich "an Kollektivinitiativen, die darauf hinarbeiten, Klimarisiken zu reduzieren" und verpflichtet sich dazu, den CO2-Ausstoss der Unternehmen, in welche die PKBS investiert, periodisch zu analysieren und zu rapportieren.

    Konkret wurde sie auch Unterstützerin der Climate Action 100+, welche erklärt "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

    Sie wird auch Unterzeichnerin der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction. Diese Klima-Engagement-Initiative zielt darauf hin, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen. Schliesslich wurde die PKBS Mitglied des Montreal Carbon Pledge, und verpflichtet sich somit zur jährlichen Messung und Veröffentlichung des CO2-Fussabdrucks der Unternehmen, in welche die PKBS investiert.

    Hingegen bleiben die Wirkungen dieses Investor's Engagement im speziellen Fall von Unternehmen der fossilen Energien ungewiss. Diese Maßnahmen und Aussagen wären glaubwürdiger, wenn sich die PKBS zu einer Klimastrategie mit schrittweiser Dekarbonisierung des Portfolios verpflichten würde.

    Politische Aktivitäten

    2015: Anzug Nora Bertschi (Grüne) und Konsorten im Kantonsparlament, für den Ausstieg der PKBS aus fossilen Energien. Im Parlament der Regierung zur Prüfung überwiesen (2016).

    2017: Delegiertenversammlung des VPOD Region Basel verabschiedet Resolution "PKBS - Divestment jetzt".

    Januar 2018: In ihrer Antwort zum Anzug Nora Bertschi sagt die Regierung aus, die PKBS werde sich "in den nächsten beiden Jahren verstärkt mit dem Thema C02 auseinandersetzen und mögliche Umsetzungen der gewonnenen Erkenntnisse in den Anlageprozess prüfen". Sie beantragt, den Vorstoss für weitere zwei Jahre stehen zu lassen (also nicht als erledigt abzuschreiben). Dies wird vom Parlament bestätigt. 

    September 2018: Die fossil-free.ch Regionalgruppe Basel und Versicherte der PKBS reichen mit einer Aktion vor Ort die öffentliche Petition ein.

    März 2019: Motion Nicole Amacher (SP) und Konsorten "betreffend Basel pro Klima: Nur noch zukunftsorientiert investieren". Betreffend der Pensionskasse lautet die Forderung: Die PKBS "verpflichtet sich ab sofort dazu, die TCFD-Richtlinien umzusetzen und eine Klimastrategie zu veröffentlichen, welche aufzeigt, wie alle ihre Anlagen ab 2030 netto-null-CO2- Emissionen emittieren (inklusive Scope 3)."

    Dialog zwischen Versicherten und Kasse

    Kontaktgruppe PKBS DIVEST

    Februar 2018: die Kontaktgruppe PKBS DIVEST sendet im Namen der PKBS-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Verwaltungsrat. Dieses umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit den finanziellen Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zum Investor's Engagement und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von PKBS DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

    März 2018: die PKBS geht in ihrer Antwort nicht auf die Fragen von PKBS DIVEST ein. Sie schreibt nur, dass sie sich in den nächsten beiden Jahren vermehrt "auf konzeptioneller Basis mit dem Thema ESG im Rahmen eines Projektes auseinandersetzen und mögliche Umsetzungen der gewonnenen Erkenntnisse im Anlageprozess prüfen wolle".

    Februar 2019: die Gruppe PKBS DIVEST stellt fest, dass die Pensionskasse nunmehr Unternehmen ausschliesst, die mehr als 5% ihres Umsatz mit der Kohleförderung erzielen. Sie anerkennt, dass damit ein erster Schritt in die richtige Richtung erfolgt ist. Hingegen ist die PKBS noch weit von einer echten Klimastrategie entfernt, die die finanziellen Klimarisiken wirklich erkennt und mit der Deselektion des ganzen Sektors der fossilen Energien und somit der Dekarbonisierung des Portfolios beginnt.

    Sie wird ab Frühjahr 2020 nachschauen, ob es Fortschritte gibt - also wenn die Frist des Versprechens der PKBS abläuft, sich mit den ESG-Themen (Environment, Social, Governance) auseinanderzusetzen.

    GR: Pensionskasse Graubünden PKGR

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

    Die PKGR befolgt keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG).

    Immerhin - und wohl angestossen durch einen politischen Vorstoss (siehe unten) - prüft die PKGR zurzeit, "wie eine nachhaltige Investitionspolitik auch bei den Wertschriftenanlagen einfliessen könnte, ohne dass die Ertragsaussichten des Vermögens geschmälert werden".

    Jedoch ist die PKGR von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist die PKGR noch weit entfernt.

    Politische Aktivitäten

    Februar 2018: Die Anfrage Beat Deplazes (SP) und Mitunterzeichnende „Ist die Pensionskasse Graubünden für die Zukunft gerüstet?“ stellt Fragen zur Transparenz der Klima-Auswirkungen der Anlagen und zu den finanziellen Klimarisiken fossil-lastiger Anlagen.

    April 2018: Die Regierung antwortet, sie habe keinen Einfluss auf die Pensionskasse. Sie informiert aber, die PKGR habe vor kurzem eine Analyse in Auftrag gegeben, welche Auswirkungen eine "Umstellung des Aktienportfolios" auf ESG-Kriterien hätte, wozu auch der Ausstoss von Treibausgasen und und die Erfüllung der Klimaziele gehörten. Diese Überprüfung sei noch nicht abgeschlossen, doch seien "aus betriebswirtschaflicher Sicht alle Finanzrisiken wichtig, nicht nur diejenigen aus dem Klimawandel".

    LU (Kanton): Luzerner Pensionskasse LUPK

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

    Seit April 2019 bekennt sich die LUPK entsprechend ihrer Vorgaben im Anlagereglement zu einer systematischen Nachhaltigkeitspolitik in konsequenter Anwendung der 10 Prinzipien des UN Global Compact. Sowohl Ethik-Prinzipien als auch finanzielle Risikoüberlegungen führten zum Entscheid, ESG (Environmental, Social, Governance)- und Klimakriterien in den Anlageprozess zu integrieren. Dabei werden einerseits Negativkriterien beachtet, d.h. Unternehmen, welche die Menschenrechte systematisch verletzen, der Umwelt schwerwiegenden Schaden zufügen oder einen erheblichen Anteil ihres Umsatzes zB in Rüstung, Tabak oder Atomindustrie erzielen, sind ausgeschlossen. Mit ihrem fortschrittlichen ESG-basierten Best-in-Class-Ansatz (Selektion der besten Unternehmen pro Industriesektor) hat sie sowohl die CO2-Intensität in den entsprechenden Anlagen reduziert als auch ihr durchschnittliches ESG-Rating erhöht.

    Mit der neuen Nachhaltigkeitspolitik bekennt sich die LUPK ebenfalls zu einer echten Klimastrategie und dazu, dass ihre treuhänderische Sorgfaltpflicht die Klimarisiken einschliesst. Um der Wichtigkeit der Klimarisiken Ausdruck zu geben, wird sie per Anfang 2020 die Klimastrategie ins Anlagereglement integrieren.

    Sie verwaltet bereits mehr als die Hälfte ihrer Auslandaktien nach Best-in-Class-Nachhaltigkeits-Ansätzen. Die Anlageklassen «Aktien Welt» und «Aktien Nordamerika» entsprechen der Methodologie des MSCI ESG Leaders Index. Dadurch wird die CO2-Intensität in den entsprechenden Anlagen reduziert und ihr durchschnittliches ESG-Rating erhöht. Auch in der Anlageklasse «Aktien Emerging Markets» wird bereits die Hälfte der Engagements nach einem Nachhaltigkeitsansatz verwaltet, der die gemäss ESG-Kriterien 20 Prozent schlechtesten Firmen ausschliesst und die CO2-Intensität um mindestens 30 Prozent senkt. Bis Ende 2019 werden alle Schwellenländeraktien nach einem ESG-Ansatz verwaltet werden.

    Im Bereich der Anlageklasse «Obligationen Schwellenländer» (passive Anlagestrategie) hat sie ihren Vermögensverwalter erfolgreich dazu angehalten, diejenigen sechs Unternehmen mit der höchsten CO2-Intensität (= CO2-Ausstoss in Tonnen pro Million Umsatz) vom Anlageuniversum auszuschliessen.

    Insgesamt weisen die Aktien- und Obligationenanlagen der LUPK bereits per Januar 2019 eine um 30% geringere CO2-Intensität auf als die pro Anlagekategorie massgebenden Welt-Referenzbenchmarks (also des globalen Durchschnitts der jeweiligen Anlagekategorie, namentlich für die Industrieländer-Aktien der Index MSCI ACWI World ex Schweiz und ex Emerging Markets, und für die Aktien Emerging Markets der MSCI Emerging Markets ). Diese Analyse wurde durch die externe Firma CSSP durchgeführt und zertifiziert (siehe den gut dokumentierten Brief an die Klima-Allianz/LUPK DIVEST, unten). CSSP stützt ihre Analysen auf die Methodik von yourSRI, die den CO2-Fussabdruck der einzelnen Unternehmen als CO2-Äquivalente (inkl. andere Treibhausgase als CO2) im Verhältnis zu deren Umsatz (als Umsatz-Intensität) misst. Wie bei der führenden nachhaltigen und klimaverträglichen Pensionskasse NEST (siehe oben) werden nicht nur die "betriebseigenen" Treibhausgasemissionen Scope 1 und 2, sondern auch diejenigen des Scope 3 - also der Vorlieferkette und der nachfolgenden Verbraucher - quantifiziert.

    Die LUPK will die CO2-Intensität ihres Portfolios weiter reduzieren. So wird sie alle Aktien Emerging Markets bis Ende 2019 ebenfalls nach ESG-Best-in-Class-Ansatz verwalten und damit neben dem Klima-Impact auch das ESG-Rating erhöhen.

    Bezüglich Einbezug der Obligationen in den Dekarbonisierungspfad ist die LUPK führend.

    Mit diesem Paket an bereits umgesetzten Massnahmen ist sie somit unter den in Bezug auf das Anlagevolumen gewichtigsten Vorsorgeeinrichtungen eine der beiden öffentlich-rechtlichen Pensionskassen der Schweiz, die bereits den Pfad der Dekarbonisierung eingeschlagen haben. Die andere Kasse ist die PKZH, welche sich verbindliches Ziel gesetzt hat, in der Umsetzung aber nocht nicht so weit ist wie die LUPK (siehe unten).

    Im Rahmen der Infrastrukturanlagen, die Teil der ergänzenden Anlagen sind, investiert sie via Kollektivanlagen auch in die Produktion von erneuerbaren Energien (Windparks, Solaranlagen, Holzheizwerke, Wärmeverbunde und Wasserkraftwerke).

    Auch bei direkten Immobilienanlagen strebt die LUPK bei Neubauten und bei Sanierungen eine ökologische Bauweise an. In Bezug auf die Wärmedämmung soll der Minergiestandard erreicht werden, die Wärmeenergie soll zu einem Teil aus erneuerbaren Energiequellen stammen.

    Die LUPK ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools und wird ab Januar 2020 konsequenterweise auch Mitglied des ETHOS Engagement Pool International. Sie wird damit den Dialog mit dem Management von ausländischen Firmen aufnehmen und sie zu einem nachhaltigeren Verhalten auffordern. In diesem Zusammenhang wird sie per Jahresbeginn 2020 auch Mitglied der der Climate Action 100+ werden, welche erklärt "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren". Weiterhin ist die LUPK Mitglied bei

    Ab Januar 2020 wird die LUPK konsequenterweise auch Mitglied des ETHOS Engagement Pool International und wird damit den Dialog mit dem Management von ausländischen Firmen aufnehmen und sie zu einem nachhaltigeren Verhalten auffordern. In diesem Zusammenhang wird sie per Jahresbeginn 2020 auch Mitglied der der Climate Action 100+ werden, welche erklärt "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

    Politische Aktivitäten

    2017: Anfrage "über die Risiken für den Kanton Luzern durch Investitionen in fossile Energien " und Postulat "Desinvestition aus fossilen Energieträgern", Katharina Meile und Mit. (Grüne) im Kantonsparlament: die Regierung solle bei u.a. bei der LUPK einwirken, damit sie sich aus Anlagen in fossile Unternehmen zurückzieht.

    Dezember 2017: Die Exekutive beantragt Ablehnung des Postulats Meile mit der Begründung, die LUPK sei nicht direkt in fossile Unternehmen investiert. Sie lege, wie sie auch in ihrer Antwort zur Anfrage Meile darlegt, nur passiv in Fonds an. Sie signalisiert somit, eine Umsetzung sei nicht machbar. Dies steht jedoch im Widerspruch zur Aussage des Bundesrates in seiner Antwort auf eine Interpellation von FDP-Ständerat Raphaël Comte, dass sich mit klimaverträglichen Investitionsstrategien marktkonforme Renditen erzielen lassen und dass der Markt schon heute klimafreundliche Anlageprodukte anbietet, mit denen sich in gängigen Finanzanlagen gebundene Emissionen um 10 bis 90 Prozent verringern liessen. Er verweist dabei auf den BAFU-Report "Klimafreundliche Investitionsstrategien und Performance (2016), der insbesondere auch marktgängige indexbasierte Fonds listet (S. 49-50).

    Das Parlament folgt dem Ablehnungsantrag.

    Dialog zwischen Versicherten und Kasse

    2016: Eine Online-Umfrage der LUPK zur Nachhaltigkeitspolitik unter den Versicherten ergibt, dass 50% der Teilnehmenden auf Anlagen in Unternehmen der fossilen Brennstoffe verzichten möchten (Geschäftsbericht 2016, S. 15).

    Kontaktgruppe LUPK DIVEST

    September 2017: die Kontaktgruppe LUPK DIVEST sendet im Namen der LUPK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Stiftungsrat. Dieses umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zur Stimmrechtsausübung und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von LUPK DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

    Januar 2018: Die Geschäftsleitung informiert auf Nachfrage vorerst mündlich, eine Antwort sei in Vorbereitung. Im Übrigen habe sich die LUPK am BAFU-Klimatest 2017 beteiligt. Die Auswertung sei in Arbeit und es würden sich daraus Schlüsse für die Anlagestrategie ergeben. Auch werde die Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit im Geschäftsbericht 2017 Eingang finden.

    August 2018: die Kontaktgruppe LUPK ersucht mit einem kurzen Schreiben um Beantwortung.

    Sie stellt darin auch fest, dass die LUPK "in der Zwischenzeit, wie im neuen Geschäftsbericht 2017 (Seite 10) steht, künftig auch ausländische Aktienkategorien ähnlich den Schweizer Aktien vermehrt unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien investiert. Wir betrachten es als weiteren Schritt der LUPK in die richtige Richtung, dass mit dieser ersten Massnahme für die beiden "Aktienkategorien Welt und Nordamerika nachhaltige Indexmandate ausgeschrieben, entsprechende Investitionen getätigt bzw. zum Abschluss vorbereitet wurden - und dass die Benchmarks dieser beiden Kategorien auf ESG-Indices umgestellt worden sind."

    Weiterhin fragt sie die LUPK nach den Resultaten des BAFU-Klimatests, und erkundigt sich, welches werden die voraussichtlichen klimafreundlichen Effekte der Umschichtungen auf nachhaltige Indexmandate der Aktienkategorien Welt und Nordamerika sein werden, welche Art von ESG-Indices herbeigezogen werden, und wie stark diese die Klimaverträglichkeit in der Art von "low-carbon" oder "fossil-free" Indices gewichten.

    Schliesslich empfiehlt sie, dass die LUPK Mitglied des neuen ETHOS Engagement Pool International werde.

    November 2018: die LUPK schreibt, sie setze sich mit dem Thema Klimaschutz auseinander und führe im Frühjahr 2019 Gespräche mit diversen Organisationen und Experten. Die Klima-Allianz wird sich im Februar 2019 mit der LUPK austauschen.

    Januar 2019: die Versichertengruppe LUPK DIVEST sendet als Vorbereitung des Treffens der Klima-Allianz mit der LUPK eine Liste von Besprechungspunkten ein.

    Februar 2019: am Treffen mit der Klima-Allianz informiert die LUPK - vorerst mündlich - offen und detailliert über ihre bereits erfolgten Schritte zur Dekarbonisierung des Auslandsportfolios. Eine Klimastrategie ist erkennbar.

    April 2019: Mit ihrer Antwort an die Klima-Allianz und LUPK DIVEST informiert die LUPK transparent, detailliert und nachvollziehbar über ihre neue Klimastrategie. Das Schreiben listet die die bereits erfolgten Schritte zur Dekarbonisierung des Aktien- und Obligationenportfolios, Investitionen der LUPK in Infrastrukturanlagen der erneuerbaren Energien sowie ihre weiteren Pläne.

    LU: Pensionskasse Stadt Luzern PKSL

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

    Im neuen Anlagereglement von Dezember 2017 bekennt sich die PKSL zur Mitberücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) und zur Investition in entsprechende Anlageprodukte, "sofern damit eine marktgerechte Rendite erzielt wird". Sie schliesst darin analog zum Schweizerischen Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) nur einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

    Im Anlagereglement ist festgeschrieben dass die PKSL die Klimarisiken berücksichtigt, wobei "diese insbesondere durch das Führen eines Investorendialoges vermindert werden sollen".

    Solange keine wirkliche Dekarbonisierung des Portfolios angestrebt wird, besteht jedoch noch keine Klimakompatibilität.

    Die Kasse ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und des neuen ETHOS Engagement Pool International, der im Juni 2018 mit einem mehrjährigen Verpflichtungsprogramm aktiv wurde, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert wurden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

    In diesem Kontext wurde die Kasse auch Unterstützerin der Climate Action 100+, welche erklärt, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

    Juni 2018: die PKSL wird Mitunterzeichnerin des 2018 Global Investor Statement to Governments on Climate Change, worin über 300 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, von den Regierungen stärkere Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens fordern.

    Schliesslich wurde die PKSL Unterzeichnerin der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction. Diese Klima-Engagement-Initiative zielt darauf hin, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

    Hingegen bleiben die Wirkungen dieses Investor's Engagement im speziellen Fall von Unternehmen der fossilen Energien ungewiss. Diese Maßnahmen und Aussagen wären glaubwürdiger, wenn sich die PKSL zu einer Klimastrategie mit schrittweiser Dekarbonisierung des Portfolios verpflichten würde.

    Juni 2019: Dem Geschäftsbericht 2018 ist zu entnehmen, dass die PKSL das Mandat "Aktien Ausland" des Typs "nachhaltig (aktiv)" an Safra Sarasin vergeben hat. Weil “Aktien Ausland” besonders CO2-intensiv sind, hat dies im Prinzip Potenzial, die CO2-Intensität des Portfolios zu senken. Ob dies der Fall ist, bleibt allerdings noch nachzuweisen.

    Politische Aktivitäten

    Januar 2016: Interpellation Korintha Bärtsch (Grüne) im Stadtparlament zum finanziellen Risiko bei fossilen Investitionen und zum Divestment. Obwohl die PKSL eine öffentlich-rechtliche Institution ist, antwortet die Regierung ausweichend, da die Pensionskasse autonom entscheide. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

    März 2018: Interpellation Korintha Bärtsch (Grüne) im Stadtparlament "Unterstützt die PKSL mit ihren Anlagen eine Erwärmung von 6°C?"

    März 2018: In ihrer Antwort informiert die Exekutive, die PKSL habe am BAFU-Klimatest teilgenommen, und sie habe "überdurchschnittlich ökologisch" in den Sektoren Energie und Strom abgeschnitten, unterdurchschnittlich aber bei Anlagen im Automobilsektor. Von den ihr durch die Träger des Tests gemachten Empfehlungen komme ein aktives Anlegen mit Selektion und Deselektion einzelner Unternehmen nicht in Frage, da die Kasse passiv oder in Fonds anlege. Dazu wird angegeben, die PKSL lege unter anderem in ESG-Mandate «Aktien Ausland» bei der Bank J. Safra Sarasin und in diverse Ethos-Fonds an. Es ist nicht klar, ob diese die finanziellen Klimarisiken einbeziehen. Die Regierung informiert (wie auch im Anlagereglement nachzulesen ist, s. oben) dass letztere im Rahmen des Investor's Engagement angegangen werden sollen.

    Immerhin gibt die PKSL an, sie verfolge die Entwicklung und werde die Ausdehnung des Einsatzes von ESG-Produkten prüfen. Sie erwarte, dass der Finanzmarkt in den nächsten Jahren mehr für sie passende Produkte anbieten werde.

    Oktober 2018: Im Parlament erklärt sich die Interpellantin mit der von der Exekutive erhaltenen Antwort nicht befriedigt.

    August 2019: Postulat Cyrill Studer Korevaar (SP) "Die Pensionskasse Stadt Luzern klimaprima ausrichten" verlangt, dass die Kasse über den bestehenden Ansatz des Investor's Engagement hinaus zu einer echten Dekarbonisierung des Portfolios übergeht.

    SG (Kanton): St. Galler Pensionskasse sgpk

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

    Die sgpk befolgt bedingt Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG): "Sofern das Erreichen der Vorsorgeziele dadurch nicht beeinträchtigt wird, sind bei den Anlageentscheiden auch ökologische, ethische und soziale Aspekte mit einzubeziehen".

    Gemäss einer indirekten Auskunft über die Antwort auf eine Interpellation im Parlament (s. unten), wendet sie die Ausschlusskriterien des SVVK an, also sind einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition ausgeschlossen.

    Die Kasse ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und des neuen ETHOS Engagement Pool International, der im Juni 2018 mit einem mehrjährigen Verpflichtungsprogramm aktiv wurde, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert wurden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

    Juni 2018: die sgpk wird Mitunterzeichnerin des 2018 Global Investor Statement to Governments on Climate Change, worin über 300 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, von den Regierungen stärkere Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens fordern.

    Hingegen bleiben die Wirkungen dieses Investor's Engagement im speziellen Fall von Unternehmen der fossilen Energien ungewiss. Diese Maßnahmen und Aussagen wären glaubwürdiger, wenn sich die sgpk zu einer Klimastrategie mit schrittweiser Dekarbonisierung des Portfolios verpflichten würde.

    Sommer 2018: die Kasse veröffentlicht "Massnahmen zum Schutz des Klimas", worin sie den Klimawandel als drängendes Problem anerkennt. Allerdings beschränken sich diese vorerst auf die neue Orientierung auf "Green Bonds", also Obligationen, die in definierte Umwelt- und Klimaprojekte fliessen, sowie auf Infrastrukturanlagen, womit sie direkt in erneuerbare Energieträger investieren will. Sie gibt aber die Absicht bekannt, die Erweiterung der Massnahmen laufend prüfen zu wollen.

    Diese Massnahmen sind ein guter Schritt in die richtige Richtung - wohl war das Schreiben der Versichertengruppe SGPK DIVEST (siehe unten) dabei förderlich. Ohne eine Klimastrategie mit Portfolio-Dekarbonisierungspfad ist eine Klimakompatibilität der Anlagen aber (noch) nicht gegeben.

    Politische Aktivitäten

    April 2019: Interpellation Yvonne Suter (CVP), Christoph Bärlocher (CVP), Patrick Dürr (CVP) und 45 Mitunterzeichnende "Wie nachhaltig investiert der Kanton St.Gallen sein Geld?" mit der Frage nach der Einhaltung allgemeiner Nachhaltigkeitskriterien u.a. durch die sgpk, darunter Investitionen in fossile Energien.

    Mai 2019: in ihrer Antwort auf die Interpellation Suter verweist die Regierung gleich wie bei den Motionen Oberholzer und Tanner (siehe unten) auf die Autonomie der sgpk. Immerhin rapportiert sie die Stellungnahme der Kasse. Diese berichtet, sie vollziehe die Ausschlussentscheide des SVVK nach, also seien einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition ausgeschlossen. Weiterhin rapportiert die sgpk, sie trage den ESG-Aspekten überdurchschnittlich Rechnung, da ihr Vergleich des Aktienportfolios mit dem MSCI-ESG-Benchmark in einem vergleichsweise guten ESG-Rating abschneide. Keine Auskunft gibt die Kasse hingegen zu den C02-Emissionen ihres Portfolios.

    April 2019: Motion Basil Oberholzer (Grüne), Christopher Chandiramani (SVP), Thomas Warzinek (CVP) und 29 Mitunterzeichnende, "Nachhaltige Anlagepolitik" für die Ausschöpfung der Steuerungsmöglichkeiten für nachhaltiges und speziell klimaverträgliches Investitionsverhalten durch den Kanton, u.a. auch bei der sgpk.

    April 2019: Motion Jörg Tanner (GLP), Sonja Lüthi (GLP) und 5 Mitunterzeichnende "Klima- und umweltverträgliche Investitionsstrategien: Kanton St.Gallen als Vorreiter?", um der Regierung die Möglichkeit zu bieten, sich mit dem Thema staatliche Investments und Nachhaltigkeit - u.a. auch bei der sgpk - (eingehend) zu befassen und die diesbezüglichen Rahmenbedingungen zu überprüfen und soweit als möglich zu verbessern.

    Mai 2019: die Regierung beantragt mit praktisch gleichlautenden Begründungen die Ablehnung sowohl der Motion Oberholzer wie auch der Motion Tanner. Obwohl die sgpk eine öffentlich-rechtliche Institution ist, beruft sich die Regierung auf die Autonomie der Pensionskasse. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017. Obwohl die MotionärInnen der Motion Tanner auf dieses Gutachten Bezug nehmen, erlaubt sich die Regierung, zu ihren Einflussmöglichkeiten nicht Stellung zu nehmen. Für alle angesprochenen Institutionen im ihrem Einflussbereich bezeichnet sie die Schaffung von Rahmenbedingungen zur nachhaltigen und klimaverträglichen Anlagepolitik als komplett unnötig.

    Dialog zwischen Versicherten und Kasse

    Kontaktgruppe SGPK DIVEST

    Dezember 2017: die Kontaktgruppe SGPK DIVEST sendet im Namen der SGPK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Stiftungsrat. Dieses umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu nicht existierenden Ausschlusskriterien, zum fehlenden Investor's Engagement im Ausland und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von SGPK DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

    Januar 2018: die Geschäftsleitung der SGPK antwortet vorerst mündlich wie folgt:

    • Das Thema der Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit sei bei ihnen durchaus "angekommen" und die Anliegen von SGPK DIVEST seien berechtigt.
    • Die SGPK stehe aber erst am Anfang dieses Weges und befasse sich neu in vertiefterer Weise damit, sie seien deshalb nur schlecht in der Lage, der Gruppe SGPK DIVEST eine befriedigende Antwort zukommen zu lassen.

    Die Gruppe SGPK DIVEST konstatiert, dass der Druck wirkt. Sie wird die durch die SGPK angekündigten Informationen zur Nachhaltigkeit der Anlagepolitik im Mitte Jahr erscheinenden Geschäftsbericht 2017 evaluieren und gegenüber der Kasse auf das Klima-Thema zurückkommen.

    Oktober 2018: die Gruppe SGPK begrüsst in einem Email an die Kasse die ersten Ansätze in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit der Anlagen (siehe oben), insbesondere die Absichtserklärung der SGPK zur Erweiterung der Massnahmen. Sie kündigt an, sich zu einem späteren Zeitpunkt wieder über die Fortschritte erkundigen zu wollen.

    SG: Pensionskasse Stadt St. Gallen PKSG

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

    Die PKSG Ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nimmt, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen.

    Von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist die PKSG noch weit entfernt.

    Politische Aktivitäten

    2015: Postulat im Stadtparlament, Basil Oberholzer, Franziska Ryser, Junge Grüne, für Desinvestition fossiler Energien durch die PKSG. Nach negativem Antrag der Regierung im Parlament trotzdem zur Prüfung überwiesen (2016).

    Januar 2018: Die Stadtregierung beantragt erneut die Ablehnung des Auftrags, da das Bundesrecht eine Einflussnahme nicht zulasse. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

    Weiterhin sagt die aus, die Kasse sei nicht direkt, sondern nur passiv via Anlagefonds in fossile Unternehmen investiert, somit "könne eine klare Abgrenzung gar nicht vorgenommen werden".

    Dies steht jedoch im Widerspruch zur Aussage des Bundesrates in seiner Antwort auf eine Interpellation von FDP-Ständerat Raphaël Comte, dass sich mit klimaverträglichen Investitionsstrategien marktkonforme Renditen erzielen lassen und dass der Markt schon heute klimafreundliche Anlageprodukte anbietet, mit denen sich in gängigen Finanzanlagen gebundene Emissionen um 10 bis 90 Prozent verringern liessen. Er verweist dabei auf den BAFU-Report "Klimafreundliche Investitionsstrategien und Performance (2016), der insbesondere auch marktgängige indexbasierte Fonds listet (S. 49-50).

    März 2018: Das Stadtparlament gibt sich mit dem ablehnenden Antrag der Regierung zufrieden und schreibt das Postulat als erledigt ab.

    SH: Pensionskasse Schaffhausen PKSH (Kanton, Stadt)

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

    2018: die PKSH bekennt sich im Anlagereglement erstmals zur Mitberücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG). Wie sie im Geschäftsbericht 2017 schreibt, übernimmt sie den Ansatz des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) und informiert, mehrere ihrer Vermögensverwalter würden dessen ESG-Kriterien anwenden - besonders dessen Ausschlussliste mit einigen wenigen Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition.

    Die Kasse ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nimmt, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen

    Politische Aktivitäten

    2016: Mündliche Frage anlässlich eines Traktandums zur PKSH von Kantonsrätin Linda de Ventura (AL). ob die Kasse beabsichtige, von den Investitionen in fossile Energien wegzukommen. Das zuständige Exekutivmitglied sagt aus, die PKSH sei daran, eine Analyse zur Nachhaltigkeit zu erarbeiten.

    Februar 2018: Kleine Anfrage Linda de Ventura, Kantonsrätin AL betreffend Anlagestrategie der PKSH, ob die angekündigte Analyse zur Nachhaltigkeit gemacht worden sei. Die Regierung antwortet, nur die Kasse sei der richtige Adressat und das Parlament hätte keine Befugnis, informiert aber, dass die PKSH entschieden habe, bald Nachhaltigkeitskriterien anzuwenden.

    SO: Pensionskasse Kanton Solothurn PKSO

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

    Die PKSO sagt neu im Geschäftsbericht 2018 aus, sie sei sich "als Investor der ethischen, ökologischen und sozialen Verantwortung bewusst" und berücksichtige diese bei den Anlageentscheiden. Ab August 2018 schliesst die PKSO via Anwendung der SVVK-Kriterien einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

    Die PKSO ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nimmt, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen.

    Von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist die PKSO noch weit entfernt.

    Politische Aktivitäten

    2016: Interpellation Felix Wettstein (Grüne) im Kantonsparlament zur Beteiligung u.a. der PKSO an fossilen Energien und zum Divestment. Obwohl die PKSO eine öffentlich-rechtliche Institution ist, antwortet die Regierung verneinend, da die Pensionskasse autonom entscheide und keine Weisungsbefugnis bestehe. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

    SO (Olten): Pensionskasse Stadt Olten

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

    Statutarisch sind keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) vorgesehen. Auch in der Praxis ist keine Anwendung von ESG-Prinzipien ersichtlich. Von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist die PK Olten noch weit entfernt.

    Politische Aktivitäten

    Keine erkennbaren Aktivitäten vorhanden.

    TG: Pensionskasse Thurgau pk.tg

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

    Die Pensionskasse Thurgau kennt keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG). Von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist die pk.tg noch weit entfernt.

    Politische Aktivitäten

    Nicht erkennbar.

    TG (Frauenfeld): Pensionskasse der Stadt Frauenfeld

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

    Die Pensionskasse der Stadt Frauenfeld kennt keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG).

    Die Kasse ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz , der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nimmt, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen.

    Von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist die Pensionskasse der Stadt Frauenfeld noch weit entfernt.

    Politische Aktivitäten

    März 2019: Interpellation Roman Fischer (Grüne) "Für eine Klimastrategie bei den Anlagen der Pensionkasse der Stadt Frauenfeld", die aufgrund anerkannter finanzieller Klimarisiken der kohlenstofflastigen Wertschriften eine zügige Dekarbonisierung des Wertschriftenportfolios samt impliziter, prioritärer Entfernung der Produzenten fossiler Brennstoffe anvisiert.

    TI: Istituto di Previdenza del Cantone Ticino (IPCT)

    Compatibilità climatica della politica di investimento

    L'IPCT non conosce criteri di sostenibilità (ESG: Environmental, Social, Governance).

    La cassa pensioni è membro dell' ETHOS Engagement Pool Schweiz, che pertanto influenza solo le imprese svizzere, ma non quelle straniere (fossili).

    La cassa pensioni IPCT è ancora ben lontana dalla compatibilità climatica degli investimenti.

    Attività politiche

    Aprile 2016: La mozione Francesco Maggi (I Verdi) e co-deputati "Non danneggiare il clima con i soldi pubblici" chiede di valutare l’impatto climatico degli investimenti dello Stato e degli Enti pubblici come la Cassa pensione dello Stato IPCT.

    Questa mozione é tuttora pendente.

    Luglio 2019: L'interrogazione Nicola Schoenenberger e co-deputati "Dare seguito alla mozione “Non danneggiamo il clima con i soldi pubblici” del 18 aprile 2016 nell’ambito del preannunciato messaggio sul risanamento della Cassa pensione dello Stato" chiede se il Consiglio di Stato intende chiedere ai gestori della Cassa pensione di aumentare in modo progressivo e importante gli investimenti sostenibili del fondo e di disinvestire dalle energie fossili o altri investimenti problematici dal punto di vista ambientale e sociale".

    ZG: Zuger Pensionskasse

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

    Die Zuger Pensionskasse kennt keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG). Von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist die Zuger PK noch weit entfernt.

    Politische Aktivitäten

    Nicht erkennbar.

    ZG (Stadt Zug): Pensionskasse Stadt Zug

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

    Die Pensionskasse Stadt Zug kennt keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG). Von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist die PK Stadt Zug noch weit entfernt.

    Politische Aktivitäten

    April 2018: Motion Anna Spescha (SP) und Mitunterzeichnende verlangt im Gemeindeparlament, dass sich die Stadt Zug als Arbeitgeber bei der Pensionskasse Stadt Zug dafür einsetzt, dass sie nicht in die Unternehmen mit den grössten Reserven an Kohle, Erdöl und Erdgas investiert.

    Mai 2018: Die Gemeindeexekutive erklärt, die Pensionskasse entscheide autonom entscheide und dass keine Weisungsbefugnis bestehe. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017. Das Parlament entscheidet gegen die Überweisung der Motion Spescha, auch nach Umwandlung in ein Postulat.

    Mai 2018: Interpellation Anna Spescha (SP) fragt u.a. nach bestehenden Investitionen in und Ausstiegsplänen aus fossilen Energien der Pensionskasse.

    ZH (Kanton): BVK

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

    Die BVK ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 33 Mia. CHF die zweitgrösste Pensionkasse der Schweiz.

    Sie ist Gründungsmitglied des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zu Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) bekennt und seit Anfang 2019 auch den Klimawandel darin eingeschlossen sieht (siehe unten).

    Deren Einhaltung soll jedoch überwiegend durch Investor's Engagement eingefordert werden, und Ausschlüsse werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit akzeptiert.

    Der SVVK anerkennt im Aktivitätsreport 2018, dass das Pariser Abkommen "mittelfristig Auswirkung auf Unternehmen und Anleger hat". Er rät seinen Mitgliedern auch, "die finanziellen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu analysieren und die von der internationalen Gemeinschaft verabschiedeten Ziele zu beurteilen".

    In seiner Stellungnahme zum Klimaabkommen von Paris (März 2019) anerkennt er dieses infolge der Unterzeichnung durch die Schweiz als normative Grundlage für Massnahmen. Er sagt darin: "Der Klimawandel wirkt als Risikofaktor auf die Werthaltigkeit der Anlagen". Doch auch im Falle der finanziellen Klimarisiken setzt der SVVK aber auf Investor's Engagement, das er gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen will. Als erstes soll von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

    Doch werden echte klimawirksame Inhalte, Umfang, Organisation, Messkriterien, Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung und Wirksamkeitsnachweis dieses Dialoges mit Unternehmen nach wie vor nicht definiert. Einholen von Transparenz bei den Unternehmen ist längst noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung, umsomehr als der SVVK seinen Mitgliedern keine Empfehlung ausspricht, selbst Transparenz zu den finanziellen Klimarisiken ihrer Portfolioanlagen zu schaffen. Ohne klare Dekarbonisierungsstrategie und ohne Leistungsnachweis der Engagement-Politik im Bereich der Klimarisiken ist die Glaubwürdigkeit des Ansatzes der SVVK im Bereich der Klimarisiken noch nicht gegeben.

    Die SVVK-Stellungnahme zum Klimaabkommen von Paris ist insoweit ein Fortschritt, als sie zwar keine materiell klimawirksamen Empfehlungen ausspricht, aber immerhin Handlungsmöglichkeiten zuhanden seiner Mitglieder listet. So sieht der SVVK eine durch das oberste Organ festgelegte Strategie und Umsetzung nach "Auseinandersetzung mit den klimabezogenen Chancen und Risiken" als eine mögliche Option. Er führt zudem aus, es könne "durchaus sinnvoll sein, die beschlossene Strategie und deren Umsetzung an die Destinatäre zu kommunizieren".

    Weiterhin wird in der Stellungnahme neben dem Einwand, Divestment habe keine Klimawirkung, weil die Titel nur in andere Hände übergehen würden, auch anerkannt: "Nichtsdestotrotz kann ein Verkauf von Aktien, Obligationen und weiteren Anlagen eine Signalwirkung haben oder aus Risikomanagement-Überlegungen Sinn ergeben".

    Ein zwar zahm formulierter, aber doch positiver Punkt ist zudem die gelistete Option, Kapitalerhöhungen von Unternehmen kritisch zu bewerten: "Eine Kapitalzufuhr an CO2-intensive Unternehmen, welche nicht bereit sind, mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Geschäftsmodell zu integrieren, kann kritisch überprüft werden".

    Zu begrüssen ist schliesslich die durch den SVVK gelistete Option, gezielte Investitionen in klimapositive Aktien, Obligationen und weitere Anlagen zu tätigen.

    Die BVK selbst hat allgemeine Nachhaltigkeitskriterien in ihre Anlagepolitik eingebunden und ist transparent über die Art der Umsetzung, nämlich durch Investor's Engagement.

    Zu begrüssen ist, dass die BVK in ihren Antworten an die PetitionärInnen von renten-ohne-risiko.ch aussagt, bei Misserfolg des Dialogs werde mittelfristig eine Desinvestition der betreffenden Unternehmen erfolgen.

    Nach heutigem Stand schliesst die BVK via Anwendung der SVVK-Kriterien einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

    Jedoch hat die BVK als zweite grosse Pensionskasse der Schweiz 2017 beschlossen, aus wirtschaftlichen Gründen "Kohleproduzenten aus den weltweiten Aktienportfolios auszuschliessen".

    Noch fehlt aber eine Strategie der Dekarbonisierung, die als zentrales Element den kompletten Ausstieg aus fossilen Unternehmen enthält, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

    August 2019: als positiver Schritt ist der Beitritt der BVK zu Swiss Sustainable Finance zu verzeichnen. Als erste der grossen Pensionskassen anerkennt sie damit die Notwendigkeit, dass der Finanzplatz Schweiz, also auch die Vorsorgeeinrichtungen, eine führende Rolle für nachhaltige und klimaverträgliche Finanzflüsse einnehmen müssen.

    Politische Aktivitäten

    Dezember 2015: Interpellation Martin Neukom (Grüne), Jonas Erni (SP) und Daniel Sommer (EVP) im Kantonsrat zu den Risiken der Kohlenstoffblase für die Investitionen des Kantons und der BVK. In ihrer Antwort vom Februar 2016 beantwortet die Regierung die Frage nach der Summe der Anlagen der BVK in fossile Energien nicht. Sie gibt nur bekannt, die BVK investiere indexnah, somit entspreche ihr Exposure dem globalen Marktdurchschnitt.

    März 2017: Anfrage im Kantonsparlament, Jonas Erni (SP), Barbara Schaffner (GLP), Martin Neukom (Grüne) zur Nachhaltigkeit und zum Divestment der BVK. Die Regierung antwortet ablehnend, da die BVK als privatrechtliche Institution autonom entscheide und keine Weisungsbefugnis bestehe.

    Februar 2019: Anfrage Sonja Gehrig (GLP), Martin Neukom (Grüne) und Mark Wisskirchen (EVP) im Kantonsrat zur Transparenz der BVK bezüglich der finanziellen Klimarisiken. Unter Bezug auf die im Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge festgelegten Pflichten zur Information über den versicherungs-technischen Risikoverlauf wird die Offenlegung der der BVK vorliegenden Informationen und Erkenntnisse über die Investitions- und Anlagerisiken verlangt. Insbesondere wird Transparenz zu den bereits getätigten Untersuchungen nachgefragt, wie diejenigen im Zusammenhang mit den beiden BAFU-Klimastudien "Kohlenstoffrisiken für den Finanzplatz" (2015) und "Klimaverträglichkeitstest" (2017).

    Februar 2019: In einer zweiten Anfrage Sonja Gehrig (GLP), Jonas Erni (SP) und Martin Neukom (Grüne) im Kantonsrat für eine Strategie zur Minimierung der Klimarisiken bei der BVK wird ein Absenkungspfad der Klimaemissionen und der finanziellen Klimarisiken thematisiert. Es wird die Frage gestellt, ob es aus Sicht der Regierung - in Linie mit der Auffassung des Bundesrats, der auf Freiwilligkeit setzt – nicht Ziel sein müsste, dass die BVK ihren Anteil leistet, damit unser Land die eingegangenen Verpflichtungen des Pariser Abkommens erreiche. Weiterhin wird nachgefragt, ob die Exekutive, also der Kanton, nicht über seine Arbeitgebervertretungen Einfluss auf die Anlagestrategie ausüben müsste, um diese weniger Klimarisiken auszusetzen.

    April 2019: für die Beantwortung der beiden Anfragen schiebt der Regierungsrat die Verantwortung auf die BVK ab. In ihrer Antwort zu ihrer Transparenz bezüglich Klimarisiken gibt die Kasse zu verstehen, dass ihre die bisherigen CO2-orientierten Analysen des BAFU-Klimatests nur einen geringen Teil ihrer gesamten Anlagen erfasst hätten, sie somit nicht relevant seien. Transparenz im Feld der Klimarisiken hält sie nicht für nötig. Die Antwort zu einer Strategie zur Minimierung der Klimarisiken zeigt auf, dass die BVK den Klimawandel und die Energietransition nur als "mögliches" Anlagerisiko für ihr Portfolio betrachtet. Sie setzt auf Investor's Engagement, vermittelt aber keine Transparenz darüber, welche Aktivitäten sie unternommen hat. Auch fehlt der Nachweis der Wirkung ihres behaupteten Unternehmensdialoges mit CO2-intensiven Firmen - vorab der Kohle-/Rohstoff-Mischkonzerne, der Erdöl- und Erdgasförderer und der Kohleverstromer.

    Sie ist offensichtlich (noch) nicht bereit, einen intelligenten Ansatz zu formulieren, der den Aufbau eines wirksamen Engagements mit Bedingungen und Ausstiegsfristen mit der Ansage eines Dekarbonisierungspfades kombiniert. Offensichtlich sieht sie noch keine Notwendigkeit, sich aktuell mit den finanziellen Klimarisiken und den Chancen der Energietransition für ihr Portfolio zu beschäftigen.

    Immerhin lässt sie für den langen Zeithorizont die Option eines Ausstiegs offen: ihre Verantwortung, die Firmen mit Engagement zu nachhaltigem Wirtschaften anzuhalten, bedeute "aber auch, dass die BVK bereit ist, Anlagesektoren auszuschliessen, wenn zum Beispiel Gefahr besteht, dass das Geschäftsmodell aufgrund der bestehenden Klimarisiken obsolet wird". Mit anderen Worten, aktuell verneint die BVK, dass der Klimawandel - der ein irreversibles Risiko ist - ihr Portfolio bedroht. Aber sie denkt, sie würde, sollte es zu "bestehenden" Klimarisiken kommen, dann schon noch rechtzeitig die Kurve kriegen, um die Renten zu schützen. Ein riskantes Spiel für eine Pensionskasse mit über 120'000 Destinatären.

    März 2019: Gemeindeparlament Uster, Anfrage Patricio Frei (Grüne) "Investiert die Stadt Uster in fossile Energie?" Die Anfrage betrifft auch die BVK, wo das Personal der Stadt Uster versichert ist; sie verweist auf eine Untersuchung (siehe oben: Schreiben der Versichertengruppe BVK DIVEST an die BVK vom August 2018), worin für die BVK die potenzielle klimabedingte Reduktion des Deckungsgrades im 15-Jahre-Horizont von heute 100% auf bis zu 87,5% postuliert wurde.

    Die Stadtregierung wird aufgefordert, unter ihrer Verpflichtung als Arbeitgeber des Personals der Stadt Uster, gegenüber der BVK die Interessen der Mitarbeitenden an einer finanziell gesunden Pensionskasse geltend zu machen, indem sie das Recht auf Information ausübt und umfassende Informationen einholt. Diese müssten für die Stadt Uster und ihr Personal als Entscheidungsgrundlage für ein weiteres Vorgehen, unter Einschluss eines möglichen Kassenwechsels, verwendbar sein.

    Die Exekutive wird aufgerufen, ihr Gewicht als verantwortlicher Arbeitgeber bei der BVK einzusetzen, damit diese Schritte für mehr Nachhaltigkeit und für eine risikominimierende Klimastrategie unternimmt. Diese soll in transparenter und verpflichtender Weise das Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios festlegen, angefangen mit dem Ausstieg aus dem Bereich fossile Energien.

    Weiterhin werden die Resultate und die Schlussfolgerungen betreffend die BVK des BAFU-Klimatests 2017 sowie die Zurverfügungstellung des Originalberichts einverlangt.

    Juni 2019: die Beantwortung ist noch pendent.

    Dialog zwischen Versicherten und Kasse

    Mai 2017: Wahlempfehlung der Klima-Allianz Schweiz an die wahlberechtigten Versicherten. Mit 20 von 25 Teilnehmenden befürwortet die grosse Mehrheit der an der Umfrage beteiligten Kandidierenden für den Stiftungsrat, dass die BVK Anlagen in fossile Energiefirmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind, über die nächsten 5 Jahre abstossen sollte. Der Wahlausgang war für das Ziel des Divestments erfolgreich: die Zahl der expliziten Befürworter der Desinvestition fossiler Unternehmen im Führungsorgan der BVK hat sich verdoppelt. Die zwei neugewählten Stiftungsräte Stefan Giger und Irene Willi, die auf der Liste “Starke Stimmen in die BVK” des VPOD Zürich antraten, verdrängen zwei erneut kandidierende Bisherige. Diese hatten die Wahlumfrage der Klima-Allianz unter den Kandidierenden für die Arbeitnehmervertretung ignoriert.

    Kontaktgruppe BVK DIVEST

    Mai 2017: Dank des Momentums der Wahlempfehlung und des erfolgreichen Wahlausgangs bildet sich die neue Kontaktgruppe BVK DIVEST, die sich als Dialogpartner des neugewählten Stiftungrates versteht.

    August 2017: die Kontaktgruppe BVK DIVEST sendet im Namen der BVK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Stiftungsrat. Dieses umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zur Stimmrechtsausübung und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von BVK DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

    November 2017: BVK DIVEST wertet an einem Workshop die Antwort der BVK aus, welche nur in allgemeiner Weise auf die Grundsätze der Anlagepolitik eingeht, nicht aber eine Absicht zur Entwicklung einer transparenten Klima-Strategie erkennen lässt.

    Dezember 2017: BVK DIVEST sendet das erarbeitete Positionspapier an den Stiftungsrat der BVK. Die Kontaktgruppe kritisiert die Missachtung des von der Schweiz ratifizierten Pariser Klima-Abkommens bei der Festlegung der Nachhaltigkeitsziele (ESG Kriterien) und betont die finanziellen Risiken für die BVK-Altersrenten. Bei Festhalten an Anlagen in Erdöl- und Erdgasindustrien drohen Verluste nicht nur auf die lange Sicht, sondern disruptive Verläufe wie der plötzliche Fall des Schweizer Bankgeheimnisses, das Diesel-Debakel der deutschen Auto-Industrie und die unerwartet schnelle Wende hin zu Elektromobilität. Zusammen mit einer ungenügenden Wahrnehmung von Ertragschancen, die sich aus dem Boom der erneuerbaren Energien ergeben, könnte dies als Mangel der gebotenen treuhänderischen Sorgfaltspflicht ausgelegt werden.

    Dezember 2017: Geschäftsleitung und Anlageverantwortliche der BVK sagen zu, die Gruppe BVK DIVEST zu einem Treffen in ihrem Hause zu empfangen.

    Januar 2018: das Treffen findet in gegenseitig offener und interessierter Atmosphäre statt.

    Die BVK weist darauf hin, sie lasse sich in ESG-Fragen - deren Anwendungskriterien sie ausschliesslich im Rahmen des SVVK gemeinsam mit den anderen grossen Kassen entwickelt - nicht durch "subjektive" Meinungen leiten. Sie wende stattdessen "normative" Kriterien an. In Klimafragen bedeutet das, dass die Kasse die vom Pariser Abkommen geforderte Umlenkung der Finanzflüsse nur dann als ethisches Steuerinstrument anerkennen will, wenn es schweizerische Ausführungsgesetze dazu gäbe.

    Weiterhin sieht die Kasse, entgegen der Forderung der Klima-Allianz und von BVK DIVEST, keine Notwendigkeit, den sie betreffenden Stand ihrer Klimakompatibilität zu veröffentlichen, der ihr aufgrund der Resultate des BAFU-Klimatests 2017 vorliegt.

    Die 8-köpfige Delegation von BVK DIVEST zeigte auf, dass es die finanziellen Risiken - also die Gefahr geringerer Renten - seien, die schwergewichtig zu betrachten seien. Damit kann die Diskussion von moralisch, ethischen Fragen auf (einfacher verhandelbare) handfeste finanzielle Eigeninteressen umgelenkt werden. Denn Klimawandel und Energietransition würden Verluste auf den Anlagen des fossilen Sektors bewirken, somit dürfe ein Ausstieg nicht zu spät erfolgen. Dies wird durch die BVK im Prinzip nicht bestritten, doch ihre Anlageverantwortlichen trauten sich keine "überdurchschnittliche Prognosefähigkeit" zu.
    Die Delegation von BVK Divest legt dar, dass der Klimawandel eine physikalische, somit eindeutig prognostizierbare Tatsache ist, und deshalb nicht mit Unvorhersehbarkeiten wie Aktien- oder Wechselkursschwankungen verglichen werden kann.

    Um die von BVK DIVEST verlangte Vertiefung der Thematik zu ermöglichen, ist die BVK bereit, den Dialog weiterzuführen. Es wurde ein weiteres Treffen im Laufe 2018 vereinbart.

    Februar-August 2018: einem Aufruf von BVK DIVEST folgend, unterzeichnen nun über 80 BVK-Versicherte das Positionspapier vom Dezember 2017. Das um die neuen Unterstützenden ergänzte Positionspapier der über 80 BVK-Versicherten wird der Kasse im August 2018 eingereicht.

    März-August 2018: die Gruppe BVK beschliesst, beim Klima-Fintech-Unternehmen Carbon Delta eine Simulation der finanziellen Klimarisiken der Investitionen der Kasse in Auftrag zu geben, die über die möglichen Verluste auf den Aktien und Obligationen im Zusammenhang mit den fossil-lastigen, "high carbon" Unternehmen Auskunft gibt. Sie leitet daraus Folgerungen für die Finanzierung der zukünftigen Renten ab und unterbreitet diese - im Sinne der Vorbereitung des zweiten Treffens - in einem neuen Schreiben (mit Anlage 1, Anlage 2) der BVK. Die Studie besagt, dass - je nachdem, in welche Unternehmen die BVK in Wirklichkeit investiert, was sie nicht offenlegt - im Zeithorizont der nächsten 15 Jahre potenzielle klimabedingte Wertverluste auf dem Aktien- und Obligationenportfolio im Bereich von 5.8 bis 17.8 % entstehen könnten.

    September 2018: in ihrer Antwort auf die neuen Eingaben von BVK DIVEST begrüsst die BVK das grosse Interesse der über 80 Versicherten an der Klimaverträglichkeit der Anlagen und bekräftigt die Bereitschaft, den Austausch in Form eines neuen Treffens fortzuführen.

    Sie reagiert im Übrigen jedoch defensiv. Statt Interesse zu zeigen, mehr über Ziel und Methodologie der Studie von Carbon Delta zu ihren klimabedingten Portfoliorisiken zu erfahren, äussert sie Zweifel am Studiendesign und an der Tauglichkeit der Studie für die BVK. Sie anerkennt, dass "ein möglicher (sic!) Klimawandel sowie die hierzu getroffenen Massnahmen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu einer Transformation der Weltwirtschaft führen können", sagt aber, sie lehne "eine Fokussierung auf mono-kausale Ursache/Wirkungsketten ab" und verfolge einen "ganzheitlichen Ansatz", da es ihr Tagesgeschäft sei, eine Vielzahl von finanziellen Marktrisiken als Basis für ihr Risikomanagement herbeizuziehen. Statt anzuerkennen, dass der sichere Klimawandel ihr heutiges Risikobudget vergrössert, zieht die BVK den Klimawandel überhaupt in Zweifel.

    November 2018: Die Gruppe BVK DIVEST reicht als Vorbereitung des mit der BVK vereinbarten Treffens vom 23. November 2018 ihrerseits eine Stellungnahme ein, welche die Methodologie von Carbon Delta klärt. Weiterhin schlägt sie eine Traktandenliste für die Besprechung vor.

    Dezember 2018: Die Versichertengruppe BVK DIVEST fasst die Ergebnisse der Besprechung in einem Verdankungsschreiben zuhanden der BVK zusammen. Sie anerkennt aufgrund der erhaltenen Informationen, dass die BVK im Rahmen ihrer Tätigkeit innerhalb des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) an Arbeiten beteiligt ist, welche sich auf die Folgen der Pariser Klimaabkommens beziehen und die Art und Weise der Berücksichtigung der finanziellen Klimarisiken ermitteln sollen. Hingegen stellt sie fest, dass sich die BVK als zweitgrösste Pensionskasse der Schweiz bisher keine zukunftsgerichtete finanzielle Risikoanalyse auf der Basis der internationalen Standards des Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) durchgeführt hat. Weiterhin vermisst sie Transparenz der BVK darüber, wie sie in Zukunft - mit einer Klimastrategie - die finanziellen Klimarisiken angehen will. Sie stellt auch fest, dass es weiterhin unklar bleibt, wie die BVK im Rahmen der via SVVK und ihrem Engagement-Anbieter Sustainalytics gebündelten Engagement-Arbeit die Produzenten von Erdöl und Erdgas dazu bringen will, ihr Geschäftsmodell auf den C02-Absenkungspfad des Pariser Klima-Abkommens umzustellen und welches die Kriterien sind, die ihr anzeigen, dass nur die Desinvestition die drohenden Wertverluste vermeidet.

    ZH: Dübendorf, Stiftung Pensionskasse Stadt Dübendorf SPSD

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

    Die SPSD kennt keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG). Von der Klimaverträglichkeit der Investitionen ist die SPSD noch weit entfernt.

    Politische Aktivitäten

    Mai 2019: Interpellation Stefanie Huber (GLP/GEU) im Gemeindeparlament "Langfristige Ausrichtung der SPSD". Die Fragestellung begründet die finanziellen und Reputationsrisiken beim Fehlen von Nachhaltigkeits- und Klimazielen und zielt auf die Verbesserung der Transparenz über die Anlagepolitik und auf Nachhaltigkeit mit Ausschlusskriterien, Dialog mit Unternehmen und Umschichtungen im Portfolio.

    ZH: Pensionskasse Stadt Zürich PKZH

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

    Die PKZH ist mit einem Anlagevolumen von über 17 Mia. CHF die sechstgrösste Pensionskasse der Schweiz.

    Sie hat allgemeine Nachhaltigkeitskriterien (ESG, Environmental, Social, Governance) in ihre Anlagepolitik eingebunden und schliesst die übelsten Unternehmen der Streubomben, der Antipersonenminen, der Nuklearwaffen, der gravierendsten Umweltverschmutzer und Menschenrechtsverletzer, sowie die korruptesten Gesellschaften aus. Eine systematische ESG-Integration in den Anlageprozess mit konsequenter Selektion der Unternehmen aufgrund der ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) findet zwar nicht statt, doch hat sie mit Hermes Equity Ownership Services einen Partner, der Engagement und Stimmrechtswahrnehmung bei ausländischen Gesellschaften wahrnimmt, um die Unternehmen allgemein zur einem nachhaltigeren Geschäftsmodell anzuhalten.

    Die Kasse verpflichtet sich weiterhin zur Befolgung der UN-Principles of Responsible Investing und zum entsprechenden Reporting.

    2017: Die PKZH verfolgt die Auswirkungen des Klimawandels, der "ein sehr langfristiges, aber wichtiges Thema" sei. Folglich wird sie wird zukünftig "einen substanziellen Teil des Aktienvermögens gemäss einer Low-Carbon-Strategie" investieren. Dies wurde im Anlagereglement (Art. 11 Abs. 7) festgehalten: "Die PKZH setzt .... zur Diversifikation spezifischer und signifikanter Klimarisiken für einen Teil ihres Vermögens eine Low-Carbon-Strategie um". Sie hatte 2015 noch 700 Mio. CHF oder 4.5% ihrer gesamten Anlagen in Unternehmen des Sektors Kohle, Erdöl und Erdgas investiert. Weiterhin wird die PKZH aus der Erkenntnis heraus, dass klimaexponierte (von fossilen Energien abhängige) Sektoren von finanziellen Verlusten betroffen sein könnten, "versuchen, das Rendite-Risiko-Verhältnis ihrer Aktienanlagen bezüglich Klimarisiken zu verbessern". Gemäss Anlagereglement will sie hierfür eine aktive Anlagestrategie verfolgen (Einzelselektion von Wertschriftentiteln statt nur passive Investition gemäss Marktindizes oder in verfügbare Fonds).

    September 2018: auch beeinflusst durch die politischen Diskussionen (siehe unten), will die PKZH gemäss einem Medienbericht bis Ende Jahr in Umsetzung der neuen Bestimmung im Anlagereglement eine Low-Carbon-Strategie konkretisieren. Sie verspricht, die finanzierten CO2-Emissionen "substanziell" zu reduzieren. Allerdings setzt die Kasse im Falle der Produzenten von fossilen Brennstoffen (noch) stark auf Engagement (Druck für Verlagerung des Geschäfts Richtung grüne Energien) statt auf Ausschluss.

    Die PKZH ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nimmt, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen. Deshalb hat sie mit Hermes Equity Ownership Services einen Partner, der Engagement und Stimmrechtswahrnehmung bei ausländischen Gesellschaften wahrnimmt (Siehe Bericht von Swiss Sustainable Finance, Seite 52). Mit dem Bericht 2018 von Hermes Equity Ownership informiert die Kasse offen und im Detail über die ESG-/Klima-Aktivitäten im Dialog mit den Firmen - inhaltliche Forderungen, Messung und Monitoring des Prozesse und Reporting des Erfolges - sowie in der Stimmrechtsausübung. Mit dem Umsetzungskonzept für die im November 2018 publizierte Klimastrategie (s. unten, Seite 12) bekennt sich die PKZH dazu, dass in Zukunft gegenüber den kritischen Unternehmen der Dialog "auf möglichst verbindliche Art und Weise" geführt werden soll und dass sie "von den Beratern eine hohe Transparenz fordert". Auch ist sie via ihren Anbieter Hermes Equity Ownership Services aktiv an den Engagement-Aktivitäten der Climate Action 100+ beteiligt, welche die 100+ klimarelevantesten Weltunternehmen auf den durch das Pariser Klimaabkommen vorgezeigten Dekarbonisierungspfad lenken will. Schliesslich wird sie der globalen Portfolio Decarbonisation Coalition der Investoren und Asset Manager beitreten; diese will eine kritische Masse von Investoren generieren, die mit dem guten Beispiel vorangehen und ihre Portfolio-Anlagen sukzessive dekarbonisieren.

    November 2018: die PKZH anerkennt neu, dass das finanzielle Klimarisiko Teil ihrer treuhänderischen Sorgfaltspflicht ist. Sie publiziert als erste Pensionskasse der Schweiz eine umfassende Klimastrategie. Im detaillierten Umsetzungskonzept gibt sie den Ausschluss aller reinen Kohleproduzenten sowie aller Stromversorger mit mehr als 66% Kohlestrom bekannt. Zudem werden die Produzenten von Erdöl und Erdgas sowie Stromversorger, die stark von fossilen Brennstoffen abhängig sind, im Portfolio untergewichtet werden. Die PKZH setzt sich zum Ziel, bis 2024 den CO2-Fussabdruck ihres Aktienportfolios auf ein Niveau zu reduzieren, das 50% unter dem globalen Durchschnitt von 2016 liegt (Benchmark: MSCI-All Country World Index, MSCI-ACWI, Stand 2016). Wie die führende nachhaltige und klimaverträgliche Pensionskasse NEST (siehe oben) misst die PKZH nicht nur die "betriebseigenen" Treibhausgasemissionen Scope 1 und 2, sondern auch diejenigen des Scope 3 - also der Vorlieferkette und der nachfolgenden Verbraucher. Sie misst den CO2-Fussabdruck der einzelnen Unternehmen als CO2-Äquivalente (inkl. andere Treibhausgase als CO2) im Verhältnis zu deren Umsatz (als Umsatz-Intensität). Die Kasse wird Mitglied des Montreal Carbon Pledge werden und somit ihren CO2-Fussabdruck regelmässig messen und publizieren.

    Unter den in Bezug auf das Anlagevolumen gewichtigsten Vorsorgeeinrichtungen ist die PKZH zum heutigen Zeitpunkt zusammen mit der LUPK (siehe oben) eine der zwei bezüglich Bekenntnis zu einer Klimastrategie mit Dekarbonisierungplan führenden öffentlich-rechtlichen Pensionskassen der Schweiz.

    Politische Aktivitäten

    2015: Schriftliche Anfrage Marco Denoth (SP) und Matthias Knauss (Grüne) "Umfang der Investitionen der PKZH in klimaschädigende Firmen". Die Exekutive antwortet, dass "die Festlegung der Anlagestrategie abschliessend dem Stiftungsrat der PKZH obliege". Dies steht jedoch im Widerspruch zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

    2016: Postulat der Fraktionen SP (Marco Denoth), Grüne (Matthias Knauss) und GLP (Martin Luchsinger) im Gemeindeparlament, für die Anpassung der Anlagerichtlinien u.a. der PKZH zur Erwirkung der Desinvestition.

    März 2017: Nach Bereitschaft zur Entgegennahme durch die Regierung überweist das Parlament das Postulat der Fraktionen SP (Marco Denoth), Grüne (Matthias Knauss) und GLP (Martin Luchsinger) zur Prüfung . 

    Juni 2019: Die Antwort ist noch pendent; die Beantwortungsfrist lief im März 2019 ab.

    ZH: Pensionskasse Stadt Winterthur PKSW

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

    Die PKSW befolgt ein Nachhaltigkeitskonzept, das auf der Anwendung von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance ESG) beruht. Gemäss dieser Grundlage schliesst die Kasse, wie sie auch in einem Brief an die Klima-Allianz schreibt, Waffenfirmen aus, die kontroverse Waffen produzieren. Sie beteilige sich im Ausland an "Kollektivinitiativen" (Engagement), darunter auch pro Klimaschutz. Jedoch ist in Bezug auf die Anlagepolitik (noch) keine Klimakompatibilität erkennbar.

    Die Kasse ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und des neuen ETHOS Engagement Pool International, der im Juni 2018 mit einem mehrjährigen Verpflichtungsprogramm aktiv wurde, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert wurden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

    In diesem Kontext wurde die Kasse auch Unterstützerin der Climate Action 100+, welche erklärt, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

    Juni 2018: die PKSW wird Mitunterzeichnerin des 2018 Global Investor Statement to Governments on Climate Change, worin über 300 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, von den Regierungen stärkere Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens fordern.

    Schliesslich wurde die PKSW Unterzeichnerin der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction. Diese Klima-Engagement-Initiative zielt darauf hin, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

    Hingegen bleiben die Wirkungen dieses Investor's Engagement im speziellen Fall von Unternehmen der fossilen Energien ungewiss. Diese Maßnahmen und Aussagen wären glaubwürdiger, wenn sich die PKSW zu einer Klimastrategie mit schrittweiser Dekarbonisierung des Portfolios verpflichten würde.

    Politische Aktivitäten

    Keine erkennbare Initiativen vorhanden.

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