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Schweizer Pensionskassen: Investitionen nicht klimaverträglich - wie lange noch?

Eine Übersicht, aktualisiert im Februar 2018

Unsere Ende 2016 lancierte und erfolgreich laufende Kampagne "Pensionskassen: Schluss mit fossilen Investitionen" - renten-ohne-risiko.ch ist die Initialzündung für Desinvestition und Veränderungen in Richtung Klimakompatibilität.

Die Klima-Allianz Schweiz dokumentiert den Prozess anhand einer laufend erweiterten, qualitativen Auswahl der relevantesten öffentlich-rechtlichen und privatrechtlichen Pensionskassen der deutschen Schweiz und der Romandie (siehe französischsprachige Seite für die Romandie - voir le site français pour la Romandie).

Diesen Vorsorgeeinrichtungen haben wir die Schreiben der jeweiligen Versicherten übergeben und um Antwort ersucht. Wie erwartet, waren die Stellungnahmen der Pensionskassen mit wenigen Ausnahmen defensiv und unverbindlich. Zu einer spezifischen Auseinandersetzung mit den Desinvestitionsforderungen sehen sich die Träger unserer Altersvorsorge noch nicht veranlasst.

Auch verweigert die grosse Mehrheit der Pensionskassen noch, die sie im Einzelnen betreffenden Resultate des BAFU-Klimatests 2017 zu veröffentlichen, wie es die Klima-Allianz und mehr als 2000 Versicherte fordern. Wenig verwunderlich, denn dessen Erkenntnisse zeigen auf, dass die Pensionskassen als Ganzes sich mit ihren Anlagen auf einem Klimapfad von 4 - 6°C statt der vom Pariser Klimaabkommen geforderten 2°C befinden.

Deshalb ruft die Klima-Allianz die Politik, die Versicherten und die Zivilgesellschaft auf, den Druck auf alle Pensionskassen zu verstärken. Nach der erfolgreichen Bildung der Kontaktgruppe BVK DIVEST der Versicherten der BVK des Kantons Zürich, der nach Versicherten grössten Pensionskasse der Schweiz , sowie der Formierung der Kontaktgruppen BLPK DIVEST der Basellandschaftlichen Pensionskasse und LUPK Divest des Kantons Luzern (siehe unten), strebt die Klima-Allianz, mit Hilfe der Schreibenden von renten-ohne-risiko.ch, für andere Vorsorgeeinrichtungen die Bildung ähnlicher Dialog-Foren an.

Wir werden die folgende, geographisch sortierte Zusammenstellung mit unseren Bewertungen periodisch aktualisieren. Dazu ist jeder Fach-Input willkommen: team@klima-allianz.ch.

UND: wer als Versicherte oder Versicherter bei einer bestehenden oder eine noch zu bildenden DIVEST-Gruppe mitmachen will, ist besonders willkommen! Email an team@klima-allianz.ch.

ROT: Die Pensionskasse ist nicht klimakompatibel. Erste oder zusätzliche Aktivitäten aus Politik, aus dem Kreis der Versicherten und aus der Zivilgesellschaft sind erforderlich.

ORANGE: Die Pensionskasse hat einen Anfang gemacht. Eine Absicht, die Klimaverträglichkeit zu verbessern, ist ersichtlich. Versicherte, Politik und Zivilgesellschaft haben begonnen, Desinvestition fossiler Unternehmen einzufordern, sind aber bis heute noch nicht erfolgreich.

GRÜN: Die Pensionskasse legt nicht in fossile Unternehmen an oder verfolgt eine klar ersichtliche, transparente Strategie hin zum Verzicht auf fossile Investitionen innerhalb eines definierten Zeitrahmens. Forderungen aus Politik, Zivilgesellschaft und aus dem Kreis der Versicherten werden systematisch gestellt und finden Anerkennung.

CH: PUBLICA Pensionskasse des Bundes

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die PUBLICA ist Gründungsmitglied des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zu Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) bekennt. Der Klimawandel wird jedoch vom SVVK nicht als ESG-Kriterium anerkannt.

2016: Die PUBLICA hat "Kohleproduzenten aus den weltweiten Anlageportfolios ausgeschlossen". Noch fehlt aber eine Strategie des kompletten Ausstiegs aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

Politische Aktivitäten

Keine erkennbare Initiativen vorhanden.

Dialog zwischen Versicherten und Kasse

2016: Wahlempfehlung der Klima-Allianz Schweiz an die wahlberechtigten Versicherten. Rund 70% der an der Umfrage teilnehmenden Kandidierenden für die Delegiertenversammlung befürworten , dass die PUBLICA Anlagen in fossile Energiefirmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind, über die nächsten 5 Jahre abstossen sollte. Aus dem Kreise der durch die Klima-Allianz empfohlenen Kandidierenden wurden erheblich mehr Kandidierende gewählt als unter den nicht teilnehmenden oder nicht empfohlenen Personen.

CH: AXA Stiftung Berufliche Vorsorge

Die Vermögensverwalterin dieser Sammelstiftung, die AXA Leben AG, folgt der Anlagepolitik der internationalen AXA Gruppe. In ihrer Antwort an die PetitionärInnen von renten-ohne-risiko.ch bekräftigt sie ihren Ausstieg aus Bergbauunternehmen und Elektrizitätsversorger, die mehr als 50% ihres Umsatzes mit Kohleminen und Kohleverstromung erzeugen. Dies kann nur ein Anfang sein, denn die Kasse bleibt investiert in Mischkonzerne wie Glencore, deren Kohle-Umsatzanteil unter 50% liegt. Mit der Negativlistung von Kohleverstromern geht sie jedoch weiter als andere Pensionskassen, die nur Kohlebergbau ausschliessen.

International ist die AXA Gruppe an mehreren Initiativen zur Offenlegung der CO2-Exposition und zum nachhaltigen Investieren beteiligt, und integriert Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) in ihre Anlagepolitik.

Im Falle der Erdöl- und Erdgas-Firmen versucht die internationale AXA-Gruppe derzeit (noch?), Veränderungen mit Investor's Engagement (Formulierung von Erwartungen zur Dekarbonisierung, Wahrnehmung von Stimmrechten an den Aktionärsversammlungen) zu erwirken.

CH: NEST Sammelstiftung

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

CH: Stiftung Abendrot

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die nachhaltige Pensionskasse Abendrot hat sich dem Divestment fossiler Unternehmen verpflichtet.

CH: CoOpera Sammelstiftung PUK

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die CoOpera investiert nicht in fossile Energieunternehmen. Sie legt – wohl als einzige Pensionskasse in der Schweiz – nicht in börsenkotierte Aktien an, da sie ihr Geld zurück in die Realwirtschaft fliessen lassen will.

CH: Metron Stiftung für Personalvorsorge

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die Pensionskasse von Metron, eines Dienstleistungsunternehmens für die Fachbereiche Architektur, Raumentwicklung, Verkehr, Landschaft und Umwelt investiert nicht in fossile Energieunternehmen und hat dies auch so im Anlagereglement festgeschrieben. Die Kasse lässt ihr Vermögen bei formafutura verwalten, da diese ausschliesslich nachhaltige Anlagen tätigen.

CH: Personalvorsorgestiftung der HELVETAS Swiss Intercooperation (PVS)

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die Ausschlusskriterien der PVS beinhalten unter anderem:

  • Förderung fossiler Energieträger
  • Betrieb fossiler Kraftwerke
  • Herstellung von Automobilen und Flugzeugen
  • Betrieb von Airlines
Die Massnahmen der PVS zum Klimaschutz übertreffen damit die Forderungen der Klima-Allianz nach einer Desinvestition fossiler Energieunternehmen.

AG: Aargauische Pensionskasse APK

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG); nur Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen; keine Klimakompatibilität.

Die APK ist Mitglied des neuen, ab 2018 aktiven ETHOS Engagement Pool International und somit auch der Climate Action 100+, welche dem Pariser Klima-Abkommen verpflichtet ist. Deren Engagement-Wirkung auf Unternehmen der fossilen Energien ist jedoch noch unbestimmt.

Politische Aktivitäten

2016: Postulat im Kantonsparlament, Robert Obrist, Grüne, für gesetzliche Grundlagen zur Erwirkung der Desinvestition öffentlicher kantonaler Institutionen u.a. der APK . Nach negativem Antrag der Regierung im Parlament abgelehnt. Obwohl die APK eine öffentlich-rechtliche Institution ist, solle sie trotzdem autonom entscheiden und es bestehe keine Weisungsbefugnis. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

BE (Kanton): Bernische Pensionskasse BPK

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen. Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) und Ausschlusskriterien werden befolgt, d.h. Unternehmen, welche die Menschenrechte systematisch verletzen, der Umwelt schwerwiegenden Schaden zufügen oder einen erheblichen Anteil ihres Umsatzes z.B. in Rüstung, Tabak, Atomindustrie erzielen, sind ausgeschlossen. Jedoch wird der Klimawandel nicht als der Umwelt schwerwiegenden Schaden zufügend anerkannt; folglich: keine Klimakompatibilität.

Politische Aktivitäten

2016: Interpellation Pierre Amstutz, Grüne, im Kantonsparlament "Investitionen in fossile Energieträger sind Risikoanlagen" . Die Regierung anerkennt Berechtigung der Frage der Klimakompatibilität, antwortet jedoch ablehnend: obwohl die Pensionskassen BPK und BLVK öffentlich-rechtlich sind, sollten sie trotzdem autonom entscheiden und es bestehe keine Weisungsbefugnis. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

2016: Motion Pierre Amstutz, Grüne, im Kantonsparlament zur Änderung der gesetzlichen Grundlagen, damit öffentlich-rechtliche Institutionen wie die BPK (und die BLVK) nicht mehr in fossile Unternehmen investieren. Nach negativer Stellungnahme der Regierung durch das Kantonsparlament abgelehnt (2017).

Dialog zwischen Versicherten und Kasse

2017: an der Delegiertenversammlung der Versicherten der BPK stellen die im VPOD Region Bern organisierten Delegierten kritische Fragen zur Anlagepolitik und erwarten Förderung des Klimaschutzes.

BE (Kanton): Bernische Lehrerversicherungskasse BLVK

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG); keine Klimakompatibilität.

Politische Aktivitäten

Wie bei der BPK, siehe oben.

BE (Region): GEPABU

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die GEPABU hat Investitionen in fossile Energieunternehmungen seit Gründung ausgeschlossen.

Bei der Vermögensanlage gelten folgende inhaltlichen Richtlinien:

  • Das Vermögen wird ausschliesslich in Wirtschaftsbranchen angelegt, die ökologisch nachhaltig sowie sozial und ethisch vertretbar sind oder die mindestens diesbezüglich keine übermässigen Schäden anrichten. 
  • Vorzugsweise erfolgt die Vermögensanlage in die Gewinnung erneuerbarer Energien, ökologische Land- und Forstwirtschaft, ökologisches Bauen, Errichtung und Unterhalt von Infrastruktur, die für eine ökologisch nachhaltige Lebensweise notwendig ist, Produktion von Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs im Rahmen des ökologisch Vertretbaren.
  • Das Vermögen wird in Unternehmungen und öffentlichen Körperschaften, die in obgenannten Branchen tätig sind, angelegt.
  • Hierbei hat die Vermögensanlage in jene Unternehmungen und öffentlichen Körperschaften zu erfolgen, welche den Prinzipien der ökologisch nachhaltigen und der sozial ethischen Wirtschaftsweise am besten genügen.

BE (Stadt): Personalvorsorgekasse PVK der Stadt Bern

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Keine verbindliche, transparente Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG); nur Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen; keine Klimakompatibilität.

Politische Aktivitäten

2016: Interpellation der GB/JA! und GFL/EVP Fraktion (Katharina Gallizzi GB, Marcel Wüthrich GFL, Bettina Jans-Troxler EVP) im Stadtparlament zum finanziellen Risiko bei fossilen Investitionen. Obwohl die PVK der Stadt Bern eine öffentlich-rechtliche Institution ist, antwortet die Regierung ausweichend, da die Pensionskasse autonom entscheiden soll und keine Weisungsbefugnis bestehe. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

November 2018: In ihrem Ablehnungsantrag zur analog gelagerten interfraktionellen Motion "Keine Rentengelder für die Kriegsmaterialproduktion" argumentiert die Regierung wiederum, das Bundesrecht erlaube ihr nicht, Vorgaben an die Kasse zu machen, die die Anlagepolitik betreffen. Durch die Presse darauf angesprochen, dass das Rechtsgutachten Kieser und Saner das Gegenteil aussage, reagiert die Regierung überrascht. Tatsächlich hat die Exekutive der Stadt Luzern als Antwort auf eine gleichlautenden Initiative entschieden, in Kenntnis des Gutachtens weitere Abklärungen zu tätigen. Die Stadtberner Regierung will nun deren Ausgang abwarten (Bericht zur Personalvorsorgekasse in "Der Bund").

BE (Köniz): Pensionskasse Köniz

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG), keine Klimakompatibilität.

Politische Aktivitäten

2015: Interpellation Hans Ueli Pestalozzi (Grüne) im Gemeindeparlament "Kohlenstoffrisiken der Könizer Pensionskasse" für den Ausstieg aus Anlagen hoher CO2-Intensität. Die Exekutive antwortet, ihre Vertretung im obersten Organ der Pensionskasse werde sich für eine nachhaltige Ausrichtung einsetzen und die Diskussion lancieren. Dieses proaktive Verhalten kontrastiert positiv zur Position der meisten anderen Regierungen, die auf eine absolute Autonomie des obersten Organs der Pensionskasse verweisen und jegliche Möglichkeit einer Weisungbefugnis ablehnen. Es ist zudem in Linie mit der Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017, die die Möglichkeit von Interventionen und rechtlichen Vorgaben des Gemeinwesens bei öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen bejahen.

BL: Basellandschaftliche Pensionskasse BLPK

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

    Keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG), keine Klimakompatibilität.

    Diese öffentlich-rechtliche Kasse ist somit unter den grossen kantonalen Pensionskassen der Schweiz das Schlusslicht.

    In einem Antwortschreiben an die Kontaktgruppe BLPK DIVEST sieht sich die Kasse veranlasst, zu betonen, dass sie allein über die Anlagen zu entscheiden hätte und teilt mit, "für einen Dialog mit der ad-hoc-Gruppe BLPK DIVEST bestehe derzeit kein Bedarf".

    Sie bekräftigt mit einer weiteren Antwort an BLPK DIVEST, dass sie "bis auf Weiteres" keinen Bedarf für den Dialog bzw. ein "Eintreten auf Wünsche und Anregungen einzelner Versicherter jederzeit und sofort" sieht. Entgegen der Forderung der Klima-Allianz und von BLPK DIVEST verweigert sie weiterhin die Publikation des sie betreffenden Standes ihrer Klimakompatibilität, der ihr aufgrund der Resultate des BAFU-Klimatests 2017 vorliegt.

    Politische Aktivitäten

    2017: Interpellation der Grüne/EVP-Fraktion (Klaus Kirchmayr, Sara Fritz) im Kantonsparlament für Divestment. Antwort pendent.

    Dialog zwischen Versicherten und Kasse

    Kontaktgruppe BLPK DIVEST

    September 2017: die Kontaktgruppe BLPK DIVEST sendet im Namen der BLPK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Stiftungsrat. Dieses kritisiert die fehlende Einbindung von Nachhaltigkeitskriterien ( (Environmental, Social, Governance ESG) in die Anlagepolitik. Weiterhin umfasst es Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zur Stimmrechtsausübung und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von BLPK DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

    Dezember 2017: Nach Erhalt des Antwortschreibens der BLPK, das den Dialog als unnötig befindet, erinnert BLPK DIVEST in einem Positionspapier die Kasse an ihre treuhänderische Sorgfaltspflicht gegenüber den Versicherten. Gemäss dem Pensionskassen-Verband ASIP haben “alle Versicherten Anspruch darauf, dass die Führungsorgane ihre treuhänderische Verantwortung wahrnehmen. Besonders wichtig ist darum das Verhältnis zwischen Versicherten und Führungsorganen. Entscheidend für Auf- und Ausbau des Vertrauens der Versicherten in ihre Vorsorgeeinrichtungen ist die Kommunikation und Information". BLPK DIVEST hält fest, dass das BAFU auf einen Bericht von PRI, Global Compact und UNEP-FI verweist, der festhält, dass der Einbezug von Langzeitrisiken wie dem Klimawandel zu den treuhänderischen Pflichten von Investoren gehört. Würden diese nicht beachtet, könnten bei Schäden durch den Klimawandel Forderungen an Investoren gestellt werden (Haftungsrisiken).

    Dezember 2017: Die BLPK nimmt in ihrer erneuten Antwort nicht inhaltlich zu den Positionen von BLPK DIVEST Stellung und sieht "bis auf Weiteres" keinen Bedarf zum Dialog. Immerhin sagt sie jetzt aus, sie sei "sich bewusst, dass ... auch ethische Bedürfnisse zu berücksichtigen" seien. Sie verweist auch darauf, dass sie an einer allgemeinen Überprüfung der Anlagestrategie sei und dass die Erkenntnisse daraus den Versicherten kommuniziert werden sollen.

    Die Gruppe BLPK DIVEST wird die Weiterentwicklung der BLPK aufmerksam und zeitnah verfolgen. Sie plant, sich im Laufe 2018 nach den Erkenntnissen zu erkundigen, welche die BLPK aus den Resultaten des BAFU-Klimatests 2017 gewonnen hat.

    BS: Pensionskasse Basel-Stadt PKBS

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

      Berücksichtigt "die sozialen und ökologischen Aspekte" in angemessener Weise, und beachtet Ausschlusskriterien (Atomkraftwerke, Spielcasinos und Rüstungskonzerne). Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen.

      Keine Klimakompatibilität.

        Politische Aktivitäten

        2015: Anzug Nora Bertschi (Grüne) und Konsorten im Kantonsparlament, für den Ausstieg der PKBS aus fossilen Energien. Im Parlament der Regierung zur Prüfung überwiesen (2016). Antwort noch pendent.

        2017: Delegiertenversammlung des VPOD Region Basel verabschiedet Resolution "PKBS - Divestment jetzt".

        Dialog zwischen Versicherten und Kasse

        Kontaktgruppe PKBS DIVEST

        Februar 2018: die Kontaktgruppe PKBS DIVEST sendet im Namen der PKBS-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Verwaltungsrat. Dieses umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zum Investor's Engagement und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von PKBS DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

        GR: Pensionskasse Graubünden

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

        Keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG), keine Klimakompatibilität.

        Politische Aktivitäten

        Februar 2018: Die Anfrage Beat Deplazes (SP) und Mitunterzeichnende „Ist die Pensionskasse Graubünden für die Zukunft gerüstet?“ stellt Fragen zur Transparenz der Klima-Auswirkungen der Anlagen und zu den finanziellen Klimarisiken fossil-lastiger Anlagen.

        LU (Kanton): Luzerner Pensionskasse LUPK

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

        Die LUPK ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen. Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) und Ausschlusskriterien werden beachtet, d.h. Unternehmen, welche die Menschenrechte systematisch verletzen, der Umwelt schwerwiegenden Schaden zufügen oder einen erheblichen Anteil ihres Umsatzes zB in Rüstung, Tabak, Atomindustrie erzielen, sind ausgeschlossen. Jedoch wird der Klimawandel nicht als der Umwelt schwerwiegenden Schaden zufügend anerkannt; folglich: keine Klimakompatibilität.

        Politische Aktivitäten

        2017: Postulat Katharina Meile und Mit. (Grüne) im Kantonsparlament für Divestment. Stellungnahme der Exekutive und Traktandierung im Parlament pendent.

        Dialog zwischen Versicherten und Kasse

        2016: Eine Online-Umfrage der LUPK zur Nachhaltigkeitspolitik unter den Versicherten ergibt, dass 50% der Teilnehmenden auf Anlagen in Unternehmen der fossilen Brennstoffe verzichten möchten (Geschäftsbericht 2016, S. 15).

        Kontaktgruppe LUPK DIVEST

        September 2017: die Kontaktgruppe LUPK DIVEST sendet im Namen der LUPK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Stiftungsrat. Dieses umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zur Stimmrechtsausübung und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von LUPK DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

        Januar 2018: Die Geschäftsleitung informiert auf Nachfrage vorerst mündlich, eine Antwort sei in Vorbereitung. Im Übrigen habe sich die LUPK am BAFU-Klimatest 2017 beteiligt. Die Auswertung sei in Arbeit und es würden sich daraus Schlüsse für die Anlagestrategie ergeben. Auch werde die Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit im Geschäftsbericht 2017 Eingang finden.

        LU: Pensionskasse Stadt Luzern PKSL

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

        Keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG); nur Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen; keine Klimakompatibilität.

        Politische Aktivitäten

        in 2016: Interpellation Korintha Bärtsch (Grüne) im Stadtparlament zum finanziellen Risiko bei fossilen Investitionen und zum Divestment. Obwohl die PKSL eine öffentlich-rechtliche Institution ist, antwortet die Regierung ausweichend, da die Pensionskasse autonom entscheide. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

        SG (Kanton): St. Galler Pensionskasse sgpk

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

        Befolgt bedingt Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG): "Sofern das Erreichen der Vorsorgeziele dadurch nicht beeinträchtigt wird, sind bei den Anlageentscheiden auch ökologische, ethische und soziale Aspekte mit einzubeziehen".  Ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen; keine Klimakompatibilität.

        Politische Aktivitäten

        Keine erkennbare Initiativen vorhanden.

        Kontaktgruppe SGPK DIVEST

        Dezember 2017: die Kontaktgruppe SGPK DIVEST sendet im Namen der SGPK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Stiftungsrat. Dieses umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu nicht existierenden Ausschlusskriterien, zum fehlenden Investor's Engagement im Ausland und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von SGPK DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

        Januar 2018: die Geschäftsleitung der SGPK antwortet vorerst mündlich wie folgt.

        • Das Thema der Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit sei bei ihnen durchaus "angekommen" und unsere Anliegen seien berechtigt
        • Die SGPK stehe aber erst am Anfang dieses Weges und befasse sich neu in vertiefterer Weise damit, sie seien deshalb nur schlecht in der Lage, der Gruppe SGPK DIVEST eine befriedigende Antwort zukommen zu lassen

        Die Gruppe SGPK DIVEST konstatiert, dass der Druck wirkt. Sie wird die durch die SGPK angekündigten Informationen zur Nachhaltigkeit der Anlagepolitik im Mitte Jahr erscheinenden Geschäftsbericht 2017 evaluieren und gegenüber der Kasse auf das Klima-Thema zurückkommen.

        SG: Pensionskasse Stadt St. Gallen PKSG

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

        Ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen; keine Klimakompatibilität.

        Politische Aktivitäten

        2015: Postulat im Stadtparlament, Basil Oberholzer, Franziska Ryser, Junge Grüne, für Desinvestition fossiler Energien durch die PKSG. Nach negativem Antrag der Regierung im Parlament trotzdem zur Prüfung überwiesen (2016).

        Januar 2018: Die Stadtregierung beantragt erneut die Ablehnung des Auftrags, da das Bundesrecht eine Einflussnahme nicht zulasse. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

        SO: Pensionskasse Kanton Solothurn PKSO

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

        Keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG); nur Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen; keine Klimakompatibilität.

        Politische Aktivitäten

        2016: Interpellation Felix Wettstein (Grüne) im Kantonsparlament zur Beteiligung u.a. der PKSO an fossilen Energien und zum Divestment. Obwohl die PKSO eine öffentlich-rechtliche Institution ist, antwortet die Regierung verneinend, da die Pensionskasse autonom entscheide und keine Weisungsbefugnis bestehe. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

        ZH (Kanton): BVK

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

        Die BVK ist Gründungsmitglied des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zu Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) bekennt. Der Klimawandel wird jedoch vom SVVK nicht als ESG-Kriterium anerkannt.

        Die BVK hat allgemeine Nachhaltigkeitskriterien in ihre Anlagepolitik eingebunden und verfolgt die Auswirkungen des Klimawandels. Sie hat 2017 beschlossen, "Kohleproduzenten aus den weltweiten Aktienportfolios auszuschliessen". Noch fehlt aber eine Strategie des kompletten Ausstiegs aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        Politische Aktivitäten

        2017: Anfrage im Kantonsparlament, Jonas Erni (SP), Barbara Schaffner (GLP), Martin Neukom (Grüne) zur Nachhaltigkeit und zum Divestment der BVK. Die Regierung antwortet ablehnend, da die BVK als privatrechtliche Institution autonom entscheide und keine Weisungsbefugnis bestehe.

        Dialog zwischen Versicherten und Kasse

        Mai 2017: Wahlempfehlung der Klima-Allianz Schweiz an die wahlberechtigten Versicherten. Mit 20 von 25 Teilnehmenden befürwortet die grosse Mehrheit der an der Umfrage teilnehmenden Kandidierenden für den Stiftungsrat, dass die BVK Anlagen in fossile Energiefirmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind, über die nächsten 5 Jahre abstossen sollte. Der Wahlausgang war für das Ziel des Divestments erfolgreich: die Zahl der expliziten Befürworter der Desinvestition fossiler Unternehmen im Führungsorgan der BVK hat sich verdoppelt. Die zwei neugewählten Stiftungsräte Stefan Giger und Irene Willi, die auf der Liste “Starke Stimmen in die BVK” des VPOD Zürich antraten, verdrängen zwei erneut kandidierende Bisherige. Diese hatten die Wahlumfrage der Klima-Allianz unter den Kandidierenden für die Arbeitnehmervertretung ignoriert.

        Kontaktgruppe BVK DIVEST

        Mai 2017: Dank des Momentums der Wahlempfehlung und des erfolgreichen Wahlausgang bildet sich die neue Kontaktgruppe BVK DIVEST, die sich als Dialogpartner des neugewählten Stiftungrates versteht.

        August 2017: die Kontaktgruppe BVK DIVEST sendet im Namen der BVK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Stiftungsrat. Dieses umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zur Stimmrechtsausübung und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von BVK DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

        November 2017: BVK DIVEST wertet an einem Workshop die Antwort der BVK aus, welche nur in allgemeiner Weise auf die Grundsätze der Anlagepolitik eingeht, nicht aber eine Absicht zur Entwicklung einer transparenten Klima-Strategie erkennen lässt.

        Dezember 2017: BVK DIVEST sendet das erarbeitete Positionspapier an den Stiftungsrat der BVK. Die Kontaktgruppe kritisiert die Missachtung des von der Schweiz ratifizierten Pariser Klima-Abkommens bei der Festlegung der Nachhaltigkeitsziele (ESG Kriterien) und betont die finanziellen Risiken für die BVK-Altersrenten. Bei Festhalten an Anlagen in Erdöl- und Erdgasindustrien drohen Verluste nicht nur auf die lange Sicht, sondern disruptive Verläufe wie der plötzliche Fall des Schweizer Bankgeheimnisses, das Diesel-Debakel der deutschen Auto-Industrie und die unerwartet schnelle Wende hin zu Elektromobilität. Zusammen mit einer ungenügenden Wahrnehmung von Ertragschancen, die sich aus dem Boom der erneuerbaren Energien ergeben, könnte dies als Mangel der gebotenen treuhänderischen Sorgfaltspflicht ausgelegt werden.

        Dezember 2017: Geschäftsleitung und Anlageverantwortliche der BVK sagen zu, die Gruppe BVK DIVEST zu einem Treffen in ihrem Hause zu empfangen.

        Januar 2018: das Treffen findet in gegenseitig offener und interessierter Atmosphäre statt.

        Die BVK weist darauf hin, sie lasse sich in ESG-Fragen - deren Anwendungskriterien sie ausschliesslich im Rahmen des SVVK gemeinsam mit den anderen grossen Kassen entwickelt - nicht durch "subjektive" Meinungen leiten. Sie wende stattdessen "normative" Kriterien an. In Klimafragen bedeutet das, dass die Kasse die vom Pariser Abkommen geforderte Umlenkung der Finanzflüsse nur dann als ethisches Steuerinstrument anerkennen will, wenn es schweizerische Ausführungsgesetze dazu gäbe.

        Weiterhin sieht die Kasse, entgegen der Forderung der Klima-Allianz und von BVK DIVEST, keine Notwendigkeit, den sie betreffenden Stand ihrer Klimakompatibilität zu veröffentlichen, der ihr aufgrund der Resultate des BAFU-Klimatests 2017 vorliegt.

        Die 8-köpfige Delegation von BVK DIVEST zeigte auf, dass es die finanziellen Risiken - also die Gefahr geringerer Renten - seien, die schwergewichtig zu betrachten seien. Damit kann die Diskussion von moralisch, ethischen Fragen auf (einfacher verhandelbare) handfeste finanzielle Eigeninteressen umgelenkt werden. Denn Klimawandel und Energietransition würden Verluste auf den Anlagen des fossilen Sektors bewirken, somit dürfe ein Ausstieg nicht zu spät erfolgen. Dies wird durch die BVK im Prinzip nicht bestritten, doch ihre Anlageverantwortlichen trauten sich keine "überdurchschnittliche Prognosefähigkeit" zu.
        Die Delegation von BVK Divest konnte klar darlegen, dass der Klimawandel eine physikalische, somit eindeutig prognostizierbare Tatsache ist, und deshalb nicht mit Unvorhersehbarkeiten wie Aktien- oder Wechselkursschwankungen verglichen werden kann.

        Um die von BVK DIVEST verlangte Vertiefung der Thematik zu ermöglichen, ist die BVK bereit, den Dialog weiterzuführen. Es wurde ein weiteres Treffen im Laufe 2018 vereinbart.

        ZH: Pensionskasse Stadt Zürich PKZH

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

        Die PKZH hat allgemeine Nachhaltigkeitskriterien in ihre Anlagepolitik eingebunden und schliesst die übelsten Unternehmen der Streubomben, der Antipersonenminen, der Nuklearwaffen, der gravierendsten Umweltverschmutzer und Menschenrechtsverletzer und die korruptesten Gesellschaften aus.

        Sie ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen. Deshalb hat sie mit Hermes EOS einen Partner, der Engagement und Stimmrechtswahrnehmung bei ausländischen Gesellschaften wahrnimmt (Siehe Bericht von Swiss Sustainable Finance, Seite 52). Die tatsächlichen Wirkungen auf die fossilen Unternehmen sind jedoch nicht transparent.

        Die PKZH verfolgt hingegen die Auswirkungen des Klimawandels. Folglich wird sie wird zukünftig "einen substanziellen Teil des Aktienvermögens gemäss einer Low-Carbon-Strategie" investieren; sie nennt jedoch keine verbindlichen Einzelheiten. Allerdings hatte sie 2015 die enorme Summe von 700 Mio CHF oder 4.5% ihrer gesamten Anlagen in Unternehmen des fossilen Sektors investiert.

        Politische Aktivitäten

        2015: Schriftliche Anfrage Marco Denoth (SP) und Matthias Knauss (Grüne) "Umfang der Investitionen der PKZH in klimaschädigende Firmen". Die Exekutive antwortet, dass "die Festlegung der Anlagestrategie abschliessend dem Stiftungsrat der PKZH obliege". Dies steht jedoch im Widerspruch zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

        2016: Postulat der Fraktionen SP (Marco Denoth), Grüne (Matthias Knauss) und GLP (Martin Luchsinger) im Gemeindeparlament, für die Anpassung der Anlagerichtlinien u.a. der PKZH zur Erwirkung der Desinvestition. Nach Bereitschaft zur Entgegennahme durch die Regierung im Parlament zur Prüfung überwiesen.  Antwort noch pendent.

        Dialog zwischen Versicherten und Kasse

        2017: Die PKZH war bereit, nach der Übergabe der Schreiben aus renten-ohne-risiko.ch eine Delegation der Klima-Allianz und von fossil-free.ch zu empfangen, zeigte sich am Treffen jedoch nicht offen für eine verbindliche Ausstiegsstrategie aus fossilen Investitionen.

        ZH: Pensionskasse Stadt Winterthur PKSW

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

        Ist " sich der ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance ESG) bewusst"; Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen; keine Klimakompatibilität.

        Die PKSW ist Mitglied des neuen, ab 2018 aktiven ETHOS Engagement Pool International und somit auch der Climate Action 100+, welche dem Pariser Klima-Abkommen verpflichtet ist. Deren Engagement-Wirkung auf Unternehmen der fossilen Energien ist jedoch noch unbestimmt.

        Die PKSW schreibt in einem Brief an die Klima-Allianz, sie schliesse Waffenfirmen aus, die kontroverse Waffen produzieren. Sie beteilige sich im Ausland an "Kollektivinitiativen" (Engagement), darunter auch pro Klimaschutz.

        Politische Aktivitäten

        Keine erkennbare Initiativen vorhanden.

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