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Pensionskassen ohne Transparenz finanzieren Klimakatastrophe

Heute morgen hat das Bundesamt für Umwelt BAFU den Bericht zum Klimarisikotest veröffentlicht, bei dem 66 Pensionskassen freiwillig teilgenommen haben. Klar ist nun, die dreckigen Investitionen sind enorm und die Transparenz für die Versicherten fehlt komplett. Das Pariser Klimaabkommen, welches die Klimaerwärmung auf 1,5 °C, maximal 2 °C begrenzen will, wird durch die Investitionen eines Grossteils der Pensionskassen sabotiert.

Im Frühling 2017 lud das Bundesamt für Umwelt BAFU die Schweizer Pensionskassen zu einem Klimarisikotest ein, durchgeführt von einem unabhängigen Think Tank. 66 Pensionskassen haben freiwillig ihr Portfolio eingereicht und auf die Klimaverträglichkeit sowie die Risiken im Zusammenhang mit fossilen Energien durchleuchten lassen.

Die Pensionskassen heizen mit ihren Investitionen das Klima an. Im Bericht, den das BAFU heute veröffentlicht hat, steht: «Gesamthaft betrachtet befinden sich derzeit die Finanzflüsse, die den Portfolios mit Unternehmensanleihen und börsenkotierten Aktien der Schweizer Pensionskassen zugrunde liegen, auf einem 6-Grad-Pfad.»

Die Resultate des BAFU zeigen, dass 80% der Pensionskassen durch ihre Investitionen stärker auf den Ausbau fossiler Energie setzen als auf den Ausbau der Erneuerbaren (Abbildung 2 im BAFU-Bericht) Dies ist eine Katastrophe für das Klima und für die Sicherheit der Renten. Rund 9 von 66 Pensionskassen setzen stärker auf Erneuerbare als auf Kohleminen, Erdgasbohrungen, Pipelines etc. und zeigen damit, dass der Abzug der Gelder aus der fossilen Energieindustrie möglich ist.

Es ist für die Versicherten essentiell zu wissen, ob sie eine Klimakatastrophe finanzieren oder ihr Geld sauber und klimafreundlich angelegt ist. Zudem sind künftige Rentenzahlungen nicht gesichert, wenn die Pensionskassen weiterhin in Erdöl, Kohle und Erdgas investieren. Doch leider tun sich die meisten Pensionskassen schwer mit der Umsetzung von Art. 65a und Art. 86b BVG. Das Bundesgesetz über die berufliche Altersvorsorge verlangt unter anderem: «Die Vorsorgeeinrichtungen haben den Grundsatz der Transparenz zu beachten.» «Auf Anfrage hin hat die Vorsorgeeinrichtung den Versicherten Informationen über den versicherungstechnischen Risikoverlauf abzugeben.»

Drei positive Ausnahmen zeigen, dass es geht: Die Bernische Pensionskasse BPK, die Pensionskasse der Stadt Biel und die Stiftung Abendrot haben bereits zugesichert, die Versicherten zu informieren. Die Klima-Allianz begrüsst dies und fordert alle anderen Pensionskassen auf, ihrem Beispiel zu folgen.

Die Klima-Allianz wird sich den Bericht des BAFU nun genau anschauen und sich mit der Methodologie sowie den Aussagen beschäftigen.

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