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Schweizer Pensionskassen: Investitionen nicht klimaverträglich - wie lange noch?

Eine Übersicht, aktualisiert im Dezember 2017

Unsere Ende 2016 lancierte und erfolgreich laufende Kampagne "Pensionskassen: Schluss mit fossilen Investitionen" - renten-ohne-risiko.ch ist die Initialzündung für Desinvestition und Veränderungen in Richtung Klimakompatibilität.

Die Klima-Allianz Schweiz dokumentiert den Prozess anhand einer laufend erweiterten, qualitativen Auswahl der relevantesten öffentlich-rechtlichen und privatrechtlichen Pensionskassen der deutschen Schweiz und der Romandie (siehe französischsprachige Seite für die Romandie - voir le site français pour la Romandie).

Diesen Vorsorgeeinrichtungen haben wir die Schreiben der jeweiligen Versicherten übergeben und um Antwort ersucht. Wie erwartet, waren die Stellungnahmen der Pensionskassen mit wenigen Ausnahmen defensiv und unverbindlich. Zu einer spezifischen Auseinandersetzung mit den Desinvestitionsforderungen sehen sich die Träger unserer Altersvorsorge noch nicht veranlasst.

Deshalb ruft die Klima-Allianz die Politik, die Versicherten und die Zivilgesellschaft auf, den Druck auf alle Pensionskassen zu verstärken. Nach der erfolgreichen Bildung der Kontaktgruppe BVK DIVEST der Versicherten der BVK des Kantons Zürich, der nach Versicherten grössten Pensionskasse der Schweiz , sowie der Formierung der Kontaktgruppen BLPK DIVEST der Basellandschaftlichen Pensionskasse und LUPK Divest des Kantons Luzern (siehe unten), strebt die Klima-Allianz, mit Hilfe der Schreibenden von renten-ohne-risiko.ch, für andere Vorsorgeeinrichtungen die Bildung ähnlicher Dialog-Foren an.

Wir werden die folgende, geographisch sortierte Zusammenstellung mit unseren Bewertungen periodisch aktualisieren. Dazu ist jeder Fach-Input willkommen: team@klima-allianz.ch.

UND: wer als Versicherte oder Versicherter bei einer bestehenden oder eine noch zu bildenden DIVEST-Gruppe mitmachen will, ist besonders willkommen! Email an team@klima-allianz.ch.

ROT: Die Pensionskasse ist nicht klimakompatibel. Erste oder zusätzliche Aktivitäten aus Politik, aus dem Kreis der Versicherten und aus der Zivilgesellschaft sind erforderlich.

ORANGE: Die Pensionskasse hat einen Anfang gemacht. Eine Absicht, die Klimaverträglichkeit zu verbessern, ist ersichtlich. Versicherte, Politik und Zivilgesellschaft haben begonnen, Desinvestition fossiler Unternehmen einzufordern, sind aber bis heute noch nicht erfolgreich.

GRÜN: Die Pensionskasse legt nicht in fossile Unternehmen an oder verfolgt eine klar ersichtliche, transparente Strategie hin zum Verzicht auf fossile Investitionen innerhalb eines definierten Zeitrahmens. Forderungen aus Politik, Zivilgesellschaft und aus dem Kreis der Versicherten werden systematisch gestellt und finden Anerkennung.

CH: PUBLICA Pensionskasse des Bundes

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die PUBLICA ist Gründungsmitglied des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zu Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) bekennt. Der Klimawandel wird jedoch vom SVVK nicht als ESG-Kriterium anerkannt.

2016: Die PUBLICA hat "Kohleproduzenten aus den weltweiten Anlageportfolios ausgeschlossen". Noch fehlt aber eine Strategie des kompletten Ausstiegs aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

Politische Aktivitäten

Keine erkennbare Initiativen vorhanden.

Dialog zwischen Versicherten und Kasse

2016: Wahlempfehlung der Klima-Allianz Schweiz an die wahlberechtigten Versicherten. Rund 70% der an der Umfrage teilnehmenden Kandidierenden für die Delegiertenversammlung befürworten , dass die PUBLICA Anlagen in fossile Energiefirmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind, über die nächsten 5 Jahre abstossen sollte. Aus dem Kreise der durch die Klima-Allianz empfohlenen Kandidierenden wurden erheblich mehr Kandidierende gewählt als unter den nicht teilnehmenden oder nicht empfohlenen Personen.

CH: AXA Stiftung Berufliche Vorsorge

Die Vermögensverwalterin dieser Sammelstiftung, die AXA Leben AG, folgt der Anlagepolitik der internationalen AXA Gruppe. In ihrer Antwort an die PetitionärInnen von renten-ohne-risiko.ch bekräftigt sie ihren Ausstieg aus Bergbauunternehmen und Elektrizitätsversorger, die mehr als 50% ihres Umsatzes mit Kohleminen und Kohleverstromung erzeugen. Sie geht somit weiter als andere Pensionskassen, die nur Kohlebergbau ausschliessen.

International ist die AXA Gruppe an mehreren Initiativen zur Offenlegung der CO2-Exposition und zum nachhaltigen Investieren beteiligt, und integriert Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) in ihre Anlagepolitik.

Im Falle der Erdöl- und Erdgas-Firmen versucht die internationale AXA-Gruppe derzeit (noch?), Veränderungen mit Investor's Engagement (Formulierung von Erwartungen zur Dekarbonisierung, Wahrnehmung von Stimmrechten an den Aktionärsversammlungen) zu erwirken.

CH: NEST Sammelstiftung

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

CH: Stiftung Abendrot

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die nachhaltige Pensionskasse Abendrot hat sich dem Divestment fossiler Unternehmen verpflichtet.

CH: Metron Stiftung für Personalvorsorge

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die Pensionskasse von Metron, eines Dienstleistungsunternehmens für die Fachbereiche Architektur, Raumentwicklung, Verkehr, Landschaft und Umwelt investiert nicht in fossile Energieunternehmen und hat dies auch so im Anlagereglement festgeschrieben. Die Kasse lässt ihr Vermögen bei formafutura verwalten, da diese ausschliesslich nachhaltige Anlagen tätigen.

CH: CoOpera Sammelstiftung PUK

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Die CoOpera investiert nicht in fossile Energieunternehmen. Sie legt – wohl als einzige Pensionskasse in der Schweiz – nicht in börsenkotierte Aktien an, da sie ihr Geld zurück in die Realwirtschaft fliessen lassen will.

AG: Aargauische Pensionskasse APK

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG); nur Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen; keine Klimakompatibilität.

Politische Aktivitäten

2016: Postulat im Kantonsparlament, Robert Obrist, Grüne, für gesetzliche Grundlagen zur Erwirkung der Desinvestition öffentlicher kantonaler Institutionen u.a. der APK . Nach negativem Antrag der Regierung im Parlament abgelehnt. Obwohl die APK eine öffentlich-rechtliche Institution ist, solle sie trotzdem autonom entscheiden und es bestehe keine Weisungsbefugnis. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

BE (Kanton): Bernische Pensionskasse BPK

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen. Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) und Ausschlusskriterien werden befolgt, d.h. Unternehmen, welche die Menschenrechte systematisch verletzen, der Umwelt schwerwiegenden Schaden zufügen oder einen erheblichen Anteil ihres Umsatzes z.B. in Rüstung, Tabak, Atomindustrie erzielen, sind ausgeschlossen. Jedoch wird der Klimawandel nicht als der Umwelt schwerwiegenden Schaden zufügend anerkannt; folglich: keine Klimakompatibilität.

Politische Aktivitäten

2016: Interpellation Pierre Amstutz, Grüne, im Kantonsparlament "Investitionen in fossile Energieträger sind Risikoanlagen" . Die Regierung anerkennt Berechtigung der Frage der Klimakompatibilität, antwortet jedoch ablehnend: obwohl die Pensionskassen BPK und BLVK öffentlich-rechtlich sind, sollten sie trotzdem autonom entscheiden und es bestehe keine Weisungsbefugnis. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

2016: Motion Pierre Amstutz, Grüne, im Kantonsparlament zur Änderung der gesetzlichen Grundlagen, damit öffentlich-rechtliche Institutionen wie die BPK (und die BLVK) nicht mehr in fossile Unternehmen investieren. Nach negativer Stellungnahme der Regierung durch das Kantonsparlament abgelehnt (2017).

Dialog zwischen Versicherten und Kasse

2017: an der Delegiertenversammlung der Versicherten der BPK stellen die im VPOD Region Bern organisierten Delegierten kritische Fragen zur Anlagepolitik und erwarten Förderung des Klimaschutzes.

BE (Kanton): Bernische Lehrerversicherungskasse BLVK

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG); keine Klimakompatibilität.

Politische Aktivitäten

Wie bei der BPK, siehe oben.

BE (Stadt): Personalvorsorgekasse PVK der Stadt Bern

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Keine verbindliche, transparente Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG); nur Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen; keine Klimakompatibilität.

Politische Aktivitäten

2016: Interpellation der GB/JA! und GFL/EVP Fraktion (Katharina Gallizzi GB, Marcel Wüthrich GFL, Bettina Jans-Troxler EVP) im Stadtparlament zum finanziellen Risiko bei fossilen Investitionen. Obwohl die PVK der Stadt Bern eine öffentlich-rechtliche Institution ist, antwortet die Regierung ausweichend, da die Pensionskasse autonom entscheiden soll und keine Weisungsbefugnis bestehe. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

BE (Köniz): Pensionskasse Köniz

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

Keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG), keine Klimakompatibilität.

Politische Aktivitäten

2015: Interpellation Hans Ueli Pestalozzi (Grüne) im Gemeindeparlament "Kohlenstoffrisiken der Könizer Pensionskasse" für den Ausstieg aus Anlagen hoher CO2-Intensität. Die Exekutive antwortet, ihre Vertretung im obersten Organ der Pensionskasse werde sich für eine nachhaltige Ausrichtung einsetzen und die Diskussion lancieren. Dieses proaktive Verhalten kontrastiert positiv zur Position der meisten anderen Regierungen, die auf eine absolute Autonomie des obersten Organs der Pensionskasse verweisen und jegliche Möglichkeit einer Weisungbefugnis ablehnen. Es ist zudem in Linie mit der Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017, die die Möglichkeit von Interventionen und rechtlichen Vorgaben des Gemeinwesens bei öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen bejahen.

BL: Basellandschaftliche Pensionskasse BLPK

Klimakompatibilität der Anlagepolitik

    Keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG), keine Klimakompatibilität.

    Diese öffentlich-rechtliche Kasse ist somit unter den grossen kantonalen Pensionskassen der Schweiz das Schlusslicht.

    In einem Antwortschreiben an die Kontaktgruppe BLPK DIVEST sieht sich die Kasse veranlasst, zu betonen, dass sie allein über die Anlagen zu entscheiden hätte und teilt mit, "für einen Dialog mit der ad-hoc-Gruppe BLPK DIVEST bestehe derzeit kein Bedarf".

    Politische Aktivitäten

    2017: Interpellation der Grüne/EVP-Fraktion (Klaus Kirchmayr, Sara Fritz) im Kantonsparlament für Divestment. Antwort pendent.

    Dialog zwischen Versicherten und Kasse

    Kontaktgruppe BLPK DIVEST

    September 2017: die Kontaktgruppe BLPK DIVEST sendet im Namen der BLPK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Stiftungsrat. Dieses kritisiert die fehlende Einbindung von Nachhaltigkeitskriterien ( (Environmental, Social, Governance ESG) in die Anlagepolitik. Weiterhin umfasst es Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zur Stimmrechtsausübung und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von BLPK DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

    Dezember 2017: Nach Erhalt des Antwortschreibens der BLPK, das den Dialog als unnötig befindet, erinnert BLPK DIVEST in einem Positionspapier die Kasse an ihre treuhänderische Sorgfaltspflicht gegenüber den Versicherten. Gemäss dem Pensionskassen-Verband ASIP haben “alle Versicherten Anspruch darauf, dass die Führungsorgane ihre treuhänderische Verantwortung wahrnehmen. Besonders wichtig ist darum das Verhältnis zwischen Versicherten und Führungsorganen. Entscheidend für Auf- und Ausbau des Vertrauens der Versicherten in ihre Vorsorgeeinrichtungen ist die Kommunikation und Information". BLPK DIVEST hält fest, dass das BAFU auf einen Bericht von PRI, Global Compact und UNEP-FI verweist, der festhält, dass der Einbezug von Langzeitrisiken wie dem Klimawandel zu den treuhänderischen Pflichten von Investoren gehört. Würden diese nicht beachtet, könnten bei Schäden durch den Klimawandel Forderungen an Investoren gestellt werden (Haftungsrisiken).

    BS: Pensionskasse Basel-Stadt PKBS

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

      Berücksichtigt "die sozialen und ökologischen Aspekte" in angemessener Weise, und beachtet Ausschlusskriterien (Atomkraftwerke, Spielcasinos und Rüstungskonzerne). Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen.

      Keine Klimakompatibilität.

        Politische Aktivitäten

        2015: Anzug Nora Bertschi (Grüne) und Konsorten im Kantonsparlament, für den Ausstieg der PKBS aus fossilen Energien. Im Parlament der Regierung zur Prüfung überwiesen (2016). Antwort noch pendent.

        2017: Delegiertenversammlung des VPOD Region Basel verabschiedet Resolution "PKBS - Divestment jetzt".

        LU (Kanton): Luzerner Pensionskasse LUPK

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

        Die LUPK ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen. Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) und Ausschlusskriterien werden beachtet, d.h. Unternehmen, welche die Menschenrechte systematisch verletzen, der Umwelt schwerwiegenden Schaden zufügen oder einen erheblichen Anteil ihres Umsatzes zB in Rüstung, Tabak, Atomindustrie erzielen, sind ausgeschlossen. Jedoch wird der Klimawandel nicht als der Umwelt schwerwiegenden Schaden zufügend anerkannt; folglich: keine Klimakompatibilität.

        Politische Aktivitäten

        2017: Postulat Katharina Meile und Mit. (Grüne) im Kantonsparlament für Divestment. Stellungnahme der Exekutive und Traktandierung im Parlament pendent.

        Dialog zwischen Versicherten und Kasse

        2016: Eine Online-Umfrage der LUPK zur Nachhaltigkeitspolitik unter den Versicherten ergibt, dass 50% der Teilnehmenden auf Anlagen in Unternehmen der fossilen Brennstoffe verzichten möchten (Geschäftsbericht 2016, S. 15).

        Kontaktgruppe LUPK DIVEST

        September 2017: die Kontaktgruppe LUPK DIVEST sendet im Namen der LUPK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Stiftungsrat. Dieses umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zur Stimmrechtsausübung und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von LUPK DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

        LU: Pensionskasse Stadt Luzern PKSL

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

        Keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG); nur Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen; keine Klimakompatibilität.

        Politische Aktivitäten

        in 2016: Interpellation Korintha Bärtsch (Grüne) im Stadtparlament zum finanziellen Risiko bei fossilen Investitionen und zum Divestment. Obwohl die PKSL eine öffentlich-rechtliche Institution ist, antwortet die Regierung ausweichend, da die Pensionskasse autonom entscheide. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

        SG (Kanton): St. Galler Pensionskasse sgpk

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

        Befolgt bedingt Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG): "Sofern das Erreichen der Vorsorgeziele dadurch nicht beeinträchtigt wird, sind bei den Anlageentscheiden auch ökologische, ethische und soziale Aspekte mit einzubeziehen".  Ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen; keine Klimakompatibilität.

        Politische Aktivitäten

        Keine erkennbare Initiativen vorhanden.

        SG: Pensionskasse Stadt St. Gallen PKSG

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

        Ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen; keine Klimakompatibilität.

        Politische Aktivitäten

        2015: Postulat im Stadtparlament, Basil Oberholzer, Franziska Ryser, Junge Grüne, für Desinvestition fossiler Energien durch die PKSG. Nach negativem Antrag der Regierung im Parlament trotzdem zur Prüfung überwiesen (2016). Antwort noch pendent.

        SO: Pensionskasse Kanton Solothurn PKSO

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

        Keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG); nur Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen; keine Klimakompatibilität.

        Politische Aktivitäten

        2016: Interpellation Felix Wettstein (Grüne) im Kantonsparlament zur Beteiligung u.a. der PKSO an fossilen Energien und zum Divestment. Obwohl die PKSO eine öffentlich-rechtliche Institution ist, antwortet die Regierung verneinend, da die Pensionskasse autonom entscheide und keine Weisungsbefugnis bestehe. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

        ZH (Kanton): BVK

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

        Die BVK ist Gründungsmitglied des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zu Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) bekennt. Der Klimawandel wird jedoch vom SVVK nicht als ESG-Kriterium anerkannt.

        Die BVK hat allgemeine Nachhaltigkeitskriterien in ihre Anlagepolitik eingebunden und verfolgt die Auswirkungen des Klimawandels. Sie hat 2017 beschlossen, "Kohleproduzenten aus den weltweiten Aktienportfolios auszuschliessen". Noch fehlt aber eine Strategie des kompletten Ausstiegs aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        Politische Aktivitäten

        2017: Anfrage im Kantonsparlament, Jonas Erni (SP), Barbara Schaffner (GLP), Martin Neukom (Grüne) zur Nachhaltigkeit und zum Divestment der BVK. Die Regierung antwortet ablehnend, da die BVK als privatrechtliche Institution autonom entscheide und keine Weisungsbefugnis bestehe.

        Dialog zwischen Versicherten und Kasse

        Mai 2017: Wahlempfehlung der Klima-Allianz Schweiz an die wahlberechtigten Versicherten. Mit 20 von 25 Teilnehmenden befürwortet die grosse Mehrheit der an der Umfrage teilnehmenden Kandidierenden für den Stiftungsrat, dass die BVK Anlagen in fossile Energiefirmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind, über die nächsten 5 Jahre abstossen sollte. Der Wahlausgang war für das Ziel des Divestments erfolgreich: die Zahl der expliziten Befürworter der Desinvestition fossiler Unternehmen im Führungsorgan der BVK hat sich verdoppelt. Die zwei neugewählten Stiftungsräte Stefan Giger und Irene Willi, die auf der Liste “Starke Stimmen in die BVK” des VPOD Zürich antraten, verdrängen zwei erneut kandidierende Bisherige. Diese hatten die Wahlumfrage der Klima-Allianz unter den Kandidierenden für die Arbeitnehmervertretung ignoriert.

        Kontaktgruppe BVK DIVEST

        Mai 2017: Dank des Momentums der Wahlempfehlung und des erfolgreichen Wahlausgang bildet sich die neue Kontaktgruppe BVK DIVEST, die sich als Dialogpartner des neugewählten Stiftungrates versteht.

        August 2017: die Kontaktgruppe BVK DIVEST sendet im Namen der BVK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Stiftungsrat. Dieses umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zur Stimmrechtsausübung und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von BVK DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

        November 2017: BVK DIVEST wertet die Antwort der BVK aus, welche nur in allgemeiner Weise auf die Grundsätze der Anlagepolitik eingeht, nicht aber eine Absicht zur Entwicklung einer transparenten Klima-Strategie erkennen lässt. Die Kontaktgruppe arbeitet an einem Positionspapier.

        ZH: Pensionskasse Stadt Zürich PKZH

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

        Die PKZH ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen. Deshalb hat sie mit Hermes EOS einen Partner, der Engagement und Stimmrechtswahrnehmung bei ausländischen Gesellschaften wahrnimmt (Siehe Bericht von Swiss Sustainable Finance, Seite 52). Die tatsächlichen Wirkungen auf die fossilen Unternehmen sind jedoch nicht transparent. Die PKZH hat hingegen allgemeine Nachhaltigkeitskriterien in ihre Anlagepolitik eingebunden und verfolgt die Auswirkungen des Klimawandels. Folglich wird sie wird zukünftig "einen substanziellen Teil des Aktienvermögens gemäss einer Low-Carbon-Strategie" investieren; sie nennt jedoch keine verbindlichen Einzelheiten. Allerdings hatte sie 2015 die enorme Summe von 700 Mio CHF oder 4.5% ihrer gesamten Anlagen in Unternehmen des fossilen Sektors investiert.

        Politische Aktivitäten

        2016: Postulat der Fraktionen SP (Marco Denoth), Grüne (Matthias Knauss) und GLP (Martin Luchsinger) im Gemeindeparlament, für die Anpassung der Anlagerichtlinien u.a. der PKZH zur Erwirkung der Desinvestition. Nach Bereitschaft zur Entgegennahme durch die Regierung im Parlament zur Prüfung überwiesen.

        Dialog zwischen Versicherten und Kasse

        2017: Die PKZH war bereit, nach der Übergabe der Schreiben aus renten-ohne-risiko.ch eine Delegation der Klima-Allianz und von fossil-free.ch zu empfangen, zeigte sich am Treffen jedoch nicht offen für eine verbindliche Ausstiegsstrategie aus fossilen Investitionen.

        ZH: Pensionskasse Stadt Winterthur PKSW

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

        Ist " sich der ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance ESG) bewusst"; Mitglied des ETHOS Engagement Pools, der jedoch einzig Einfluss auf Schweizer Unternehmen nehmen will, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen; keine Klimakompatibilität.

        Die PKSW ist Mitglied des neuen, ab 2018 aktiven ETHOS Engagement Pool International, dessen Wirkung auf Unternehmen der fossilen Energien jedoch noch unbestimmt ist.

        Die PKSW schreibt in einem Brief an die Klima-Allianz, sie schliesse Waffenfirmen aus, die kontroverse Waffen produzieren. Sie beteilige sich im Ausland an "Kollektivinitiativen" (Engagement), darunter auch pro Klimaschutz.

        Politische Aktivitäten

        Keine erkennbare Initiativen vorhanden.

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