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SNB muss jetzt handeln:

Globales Zentralbanken-Netzwerk will Klimawende bei den Mitglieder-Investitionen

Die Nationalbank ist aufgefordert, mit ihren im Ausland platzierten rund 800 Milliarden Währungsreserven zum Klimaschutz beizutragen. Das weltumspannende Network for Greening of the Financial System (NGFS) mit über 40 Zentralbanken und Organen der Finanzmarktaufsicht will die Finanzsysteme der Länder klimaverträglich ausrichten. Eine der Handlungsachsen beinhaltet, dass die  Mitglieder bei ihren eigenen Finanzanlagen mit gutem Beispiel vorangehen. Gefragt ist die klimaverträgliche Umschichtung ihrer Investitionen. Die SNB war eine der letzten Zentralbanken, die sich diesem weltumspannenden Netzwerk anschlossen.

Die SNB und die FINMA traten erst im April 2019 dem bereits seit Dezember 2017 aktiven Network for Greening of the Financial System bei. Mit dem NGFS wollen die heute über 40 Zentralbanken und Organe der Finanzmarktaufsicht in ihren Ländern zur Entwicklung des Klima-Risikomanagements im Finanzsektor beitragen. Die Zentralbanken der wichtigsten Industrieländer sind gewillt, die Mobilisierung von Finanzflüssen für die Transition zu einer grünen Wirtschaft unterstützen.

Dass sich die SNB dem Netzwerk angeschlossen hat, ist zum Vorteil des Finanzplatzes und der Wirtschaft. Denn die Schäden der zukünftig immer häufigeren Klimakatastrophen bedrohen die Stabilität des Finanzsystems - ähnlich der Finanzkrise 2008. Das globale Netzwerk empfiehlt vorbereitende Massnahmen des Risikomanagements, beispielsweise Untersuchungen und Klima-Stresstests der Finanzplätze. In den neuen Richtlinien des NGFS sind die Zentralbanken zudem angehalten, ihre eigenen Investitionen nachhaltig und klimaverträglich auszurichten.

Mit ihrem Gewicht als achtgrösster globaler institutioneller Investor verfügt die SNB über einen beträchtlichen Hebel zum Schutz von Menschheit und Planet vor den Klimakatastrophen. “Jetzt ist die SNB aufgefordert, ihre Pflicht bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens wahrzunehmen” sagt Christian Lüthi, Geschäftsleiter der Klima-Allianz. “Die Richtlinien des NGFS sehen vor, dass die Zentralbanken mit gutem Beispiel vorangehen, aus ihren Investitionen in fossile Energien aussteigen und in die grüne Wirtschaft investieren”.

Die Nationalbank hat schätzungsweise 10 Prozent ihrer Gesamtreserven von rund 800 Milliarden an der amerikanischen Börse angelegt. Der in den weiteren industrialisierten Ländern und den Emerging Markets investierte Anteil ist unbekannt. Doch bereits mit den US-Geldern verdoppelt sie die CO2-Emissionen der Schweiz. Dabei investiert sie in Kohlefirmen und Erdöl- und Erdgaskonzerne wie Chevron, ExxonMobil, Shell und BP. Damit ermöglicht die SNB die Erschliessung und Förderung neuer Vorkommen und finanziert so die Erhitzung des Planeten aktiv mit.

Referenzen:

Anlässlich der Generalversammlung vom 27. April 2018 forderte die Klima-Allianz einen Klima-Stresstest und veröffentlichte konkrete Empfehlungen, wie die Stabilität des Finanzsystems und das Klima geschützt werden könnten.

NGFS, Network for Greening of the Financial System mit über 40 Zentralbanken. Mitglieder (teils mit beobachtendem Status) sind unter anderen die Europäische Zentralbank, die meisten Zentralbanken und Finanzmarktaufsichtsorgane der EU-Länder, die Zentralbanken von China, Kanada und Australien, die OECD, die Weltbank, mehrere Entwicklungsbanken sowie die Europäische Aufsichtsbehörde über die Pensionskassen EIOPA.

Network for Greening of the Financial System (NGFS), A Call for Action, Climate change as a source of financial risk, April 2019: Recommendation “Integrating sustainability factors into own portfolio-management, page 28: “..the NGFS encourages central banks to lead by example in their own operations. ...this includes integrating sustainability factors into the management of some at the portfolios at hand (own funds, … and reserves to the extent possible)

Kontakt für mehr Informationen: Sandro Leuenberger, sandro.leuenberger@klima-allianz.ch

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