• Klima-Rating der Pensionskassen und Bundesinstitutionen, absteigend nach Anlagevolumen

    Rating-Detailseite mit den Sheets der einzelnen Pensionskassen

     

    Stand März 2020

    Vorversion der erweiterten Neuauflage 2020 des Klima-Ratings 2017-2019

    Es sind Detail-Abklärungen mit den bewerteten Pensionskassen im Gange.

    Einige Elemente dieses Ratings können in der definitiven Version anders resultieren.

    Rating-Sheets der Pensionskassen

    (absteigend nach Anlagevolumen)

     

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    1. Swiss Life
    2. Axa
    3. Suva
    4. Compenswiss-AHV
    5. Publica des Bundes 
    6. BVK des Kantons Zürich
    7. PK UBS
    8. MPK Migros
    9. Bâloise
    10. SBB Pensionskasse
    11. PKZH Stadt Zürich
    12. ASGA
    13. PK Credit Suisse 
    14. Post
    15. Auffangeinrichtung BVG
    16. Vita-Zurich
    17. BPK Kanton Bern
    18. Novartis
    19. CPEG Kanton Genf 
    20. PKBS Basel Stadt
    21. CPEV Kanton Waadt
    22. Helvetia
    23. APK Aargau
    24. ComPlan Swisscom 
    25. Allianz
    26. Roche
    27. PKE
    28. BLPK Baselland
    29. Coop Pensionskasse CPV
    30. Swisscanto Sammelstiftungen
    31. sgpk Kanton St. Gallen
    32. STENFO Stilllegungs- und Entsorgungsfonds Kernkraftwerke
    33. LUPK Kanton Luzern
    34. Profond
    35. BLVK Bernische Lehrerversicherungskasse
    36. GastroSocial
    37. Nestlé
    38. CIEPP Caisse Inter-Entreprises de Prévoyance Professionelle
    39. proparis
    40. PAT-BVG Ärzte
    41. PKG Gewerbe
    42. Previs (Gemeinden Kt. Bern und Umgebung)
    43. PKSO Solothurn
    44. Gemini
    45. ICPT Ticino
    46. CPPEF/PKSPF Kanton Freiburg
    47. CAP prévoyance Genève Ville et communes
    48. prévoyance.ne du canton de Neuchâtel et communes
    49. CPVAL/PKWAL Kanton Wallis
    50. Zürcher Kantonalbank
    51. Zuger PK
    52. Sulzer Vorsorgeeinrichtung (SVE)
    53. Swiss Re
    54. PKTG Thurgau 
    55. Swatch
    56. Pax
    57. CIP Communes vaudoises
    58. PKS-CPS (SRG-SSR)
    59. PKGR Graubünden
    60. pkPRO Tellco
    61. PTV/CPAT Technische Verbände
    62. PKSH Schaffhausen
    63. CPCL Lausanne
    64. PVK Stadt Bern
    65. VSAO/ASMAC
    66. NEST
    67. PKS Kanton Schwyz
    68. ProPublic Gemeinden Ostschweiz
    69. PK Winterthur
    70. PK Stadt Luzern
    71. Abendrot
    72. Complea Retraites Populaires 
    73. PK Stadt St.Gallen
    74. CPJU Canton du Jura
    75. CCAP Neuchâtel
    76. Spida
    77. Veska Spitäler
    78. Previva
    79. Profelia Retraites Populaires
    80. PK Biel/Bienne
    81. PKAR Appenzell Ausserrhoden
    82. CoOpera PUK
    83. PK Stadt Zug
    84. Prosperita
    85. KVKAI Kantonale Versicherungskasse Appenzell Innerrhoden
    86. Aetas
    87. PK Köniz
    88. PK Stadt Freiburg
    89. PK Dübendorf
    90. PK Frauenfeld
    91. PK Olten
    92. CP ECA Retraites Populaires
    93. GEPABU
    94. Metron
    95. Helvetas

    Rating-Sheets der Pensionskassen

    (alphabetisch)

     

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    Abendrot

    Aetas

    Allianz

    APK Aargau

    ASGA

    Auffangeinrichtung BVG

    Axa

    Bâloise

    BLPK Baselland

    BLVK Bernische Lehrerversicherungskasse

    BPK Kanton Bern

    BVK des Kantons Zürich

    Caisse de Pension ECA Retraites Populaires

    CAP prévoyance Genève Ville et communes

    CCAP Neuchâtel

    CIEPP Caisse Inter-Entreprises de Prévoyance Professionelle

    CIP Communes vaudoises

    Compenswiss-AHV

    ComPlan Swisscom

    Complea Retraites Populaires

    Coop Pensionskasse CPV

    CoOpera PUK

    CPCL Lausanne

    CPEG Kanton Genf

    CPEV Kanton Waadt

    CPJU Kanton Jura

    CPPEF/PKSPF Kanton Freiburg

    CPVAL/PKWAL Kanton Wallis

    Credit Suisse Pensionskasse

    GastroSocial

    Gemini

    GEPABU

    Helvetas

    Helvetia

    ICPT Ticino

    KVKAI Kantonale Versicherungskasse Appenzell Innerrhoden

    LUPK Kanton Luzern

    Metron

    MPK Migros

    Novartis

    NEST

    Nestlé

    PAT-BVG Ärzte

    Pax

    Pensionskasse Biel/Bienne

    Pensionskasse Dübendorf

    Pensionskasse Frauenfeld

    Pensionskasse Köniz

    Pensionskasse Olten

    Pensionskasse Stadt Freiburg

    Pensionskasse Stadt Luzern

    Pensionskasse Stadt St.Gallen

    Pensionskasse Stadt Zug

    Pensionskasse Post

    Pensionskasse SBB

    Pensionskasse UBS

    Pensionskasse Credit Suisse

    Pensionskasse Winterthur

    PKAR Appenzell Ausserrhoden

    PKBS Basel Stadt

    PKE Energie

    PKG Gewerbe

    PKGR Graubünden

    pkPRO Tellco

    PKS Kanton Schwyz

    PKS-CPS (SRG-SSR)

    PKSH Schaffhausen

    PKSO Solothurn

    PKSPF/CPPEF Kanton Freiburg

    PKTG Thurgau

    PKWAL/CPVAL Kanton Wallis

    PKZH Stadt Zürich

    Post

    Previs (Gemeinden Kt. Bern und Umgebung)

    Previva

    prévoyance.ne du canton de Neuchâtel et communes)

    Profelia Retraites Populaires

    Profond

    proparis

    ProPublic Gemeinden Ostschweiz

    Prosperita

    PTV/CPAT Technische Verbände

    Publica des Bundes

    PVK Stadt Bern

    Roche

    SBB Pensionskasse

    SGPK Kanton St. Gallen

    Spida

    STENFO Stilllegungs- und Entsorgungsfonds Kernkraftwerke

    Sulzer Vorsorgeeinrichtung (SVE)

    Suva

    Swatch

    Swisscanto Sammelstiftungen

    Swiss Re

    SRG-SSR (PKS-CPS)

    UBS Pensionskasse

    Veska Spitäler

    VSAO/ASMAC

    Zuger Pensionskasse 

    Zürcher Kantonalbank

    Erläuterungen

     

    Die Klima-Allianz Schweiz dokumentiert den Veränderungsprozess anhand des Listings der 60 grössten Institutionen. Zusätzlich sind mehr als 30 ausgewählte mittlere und kleinere Pensionskassen erfasst. Das Beobachtungsfenster umfasst naturgemäss auch die Nachhaltigkeits- und Klima-Pioniere, unabhängig von ihrer Grösse.

     

    Bezogen auf die Anlagevolumina sind die gesetzliche Unfallversicherung SUVA und der AHV-Ausgleichsfonds Compenswiss die dritt- und viertgrössten Vorsorge- bzw. Versicherungsinstitutionen des öffentlichen Bereich. Die Klima-Allianz schliesst sie deshalb ins Pensionskassen-Rating ein.

     

    Leider fehlen verlässliche Übersichtsstatistiken zu den Anlagevolumina der Vorsorgeeinrichtungen, sodass vielfach nur grobe Schätzungen möglich sind. Das entsprechende Ranking beruht auf der Auswertung einiger zur Verfügung stehendender öffentlich zugänglicher Listen sowie auf der Auswertung von Geschäftsberichten.

     

    Die Ermittlung der Aktivitäten jeder Institution erfolgt gemäss der Struktur der Empfehlungen der Klima-Allianz: Sieben Schritte zu Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit. Wir ermitteln den Grad der Umsetzung für jeden der sieben empfohlenen Schritte. Die Ergebnisse sind im Begründungsfeld "Klimakompatibilität der Anlagepolitik" eingetragen.

     

    Die Elemente der Anlagepolitik einer Pensionskasse, die zur Einstufung im Hauptrating "Dekarbonisierung" als ROT, ORANGE oder GRÜN führen, sind jeweils in roter, oranger oder grüner Schrift kenntlich gemacht.

    • Wertungen und/oder spezifische Empfehlungen sind in kursiver Schrift kenntlich gemacht.
    Unter den sieben Empfehlungen ist pro Schritt aufgeführt, ob sie für das eigentliche Klima-Rating und/oder für das ergänzende Rating "Tendenz 2018-2020" massgebend ist, und bei letzterem, mit welchem Gewicht.

     

    Wo zutreffend, finden Sie unterhalb der Sheets unsere Dokumentation des Veränderungsprozesses mit den politischen Aktivitäten und dem Dialog zwischen Versicherten und Pensionskasse (siehe oben unter "Hintergrund").

     

    Dabei bedeuten:

    • ROT, dass erste oder zusätzliche Aktivitäten aus Politik, aus dem Kreis der Versicherten und aus der Zivilgesellschaft wünschenswert sind, 
    • ORANGE, dass Versicherte, Politik und Zivilgesellschaft begonnen haben, eine Klimastrategie mit Desinvestition fossiler Unternehmen einzufordern, bis heute aber noch nicht erfolgreich sind,
    • GRÜN, dass Forderungen aus Politik, Zivilgesellschaft und aus dem Kreis der Versicherten systematisch gestellt werden,  Wirkung zeigen oder Impaktpotenzial haben.

    Nachfolgend finden Sie die Detail-Sheets für die Institutionen der deutschen Schweiz und des Tessin/Ticino.

     

    Hintergrund

     

    Die Ende 2016 lancierte und erfolgreiche Kampagne "Pensionskassen: Schluss mit fossilen Investitionen" - renten-ohne-risiko.ch war die Initialzündung für Veränderungen in Richtung Klimakompatibilität mit Dekarbonisierung der Portfolien.

     

    Den Vorsorgeeinrichtungen haben wir die Schreiben der jeweiligen Versicherten übergeben und um Antwort ersucht. Wie erwartet, waren die Stellungnahmen der Pensionskassen mit wenigen Ausnahmen defensiv und unverbindlich. Die allermeisten Träger unserer Altersvorsorge sehen sich noch nicht zu einer Auseinandersetzung mit dem nachhaltigen und klimaverträglichen Anlegen veranlasst.

     

    Auch hat die grosse Mehrheit der Pensionskassen die Resultate des BAFU-Klimatests 2017 nicht veröffentlicht. Wenig verwunderlich, denn dessen Erkenntnisse zeigen auf: die Pensionskassen als Ganzes befinden sich mit ihren Anlagen auf einem Klimapfad von 4 - 6 °C statt der vom Pariser Klimaabkommen geforderten 1,5 °C.

     

    Die Klima-Allianz ruft die Politik, die Versicherten und die Zivilgesellschaft auf, den Druck auf alle Pensionskassen zu verstärken. Sie hat die Formierung von Versichertengruppen gefördert: PUBLICA DIVEST des Bundes, der APK DIVEST der Aargauischen Pensionskasse, BLPK DIVEST der Basellandschaftlichen Pensionskasse, PKBS DIVEST der Stadt Basel, BPK DIVEST der Bernischen Pensionskasse, BLVK DIVEST der Bernischen Lehrerversicherungskasse, PVK DIVEST der stadtbernischen Personalvorsorgekasse, LUPK DIVEST der Pensionskasse des Kantons Luzern, SGPK DIVEST der kantonalen St.Galler Pensionskasse sowie Gruppen der privatrechtlichen Pensionskassen PTV/CPAT der Technischen Verbände und der Vorsorgestiftung VSAO des Verbandes der Schweizerischen Assistenz- und OberärztInnen (französisch ASMAC). Zu diesen insgesamt 11 Versichertengruppen in der deutschen Schweiz kommen die derzeit 5 Gruppen CPEG DIVEST der Pensionskasse des Kantons Genf, der CAP Prévoyance DIVEST der Stadt Genf und der Genfer Gemeinden, der CPEV DIVEST und der CIP DIVEST des Kantons Waadt, sowie der CPCL DIVEST der Stadt Lausanne in der Romandie hinzu.

     

    In der Romandie hat sich im April 2019 zudem die Bewegung DIVEST VAUD der waadtländischen Zivilgesellschaft formiert. Sie ruft unter Einbezug von Persönlichkeiten, darunter Chemie-Nobelpreisträger Jacques Dubochet, die kantonale CPEV medienwirksam zur Dekarbonisierung ihres Portfolios auf.

     

  • Vorreiter

    LUPK, NEST, Abendrot, CoOpera, Gepabu, Metron, Helvetas

     

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    Luzerner Pensionskasse LUPK

     

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

     

    Charakterisierung

     

    Die LUPK ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 8 Mia. CHF ungefähr auf Rang 30 der Pensionskassen der Schweiz.

     

    Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

     

    Seit April 2019 bekennt sich die LUPK entsprechend ihrer Vorgaben im Anlagereglement zu einer systematischen Nachhaltigkeitspolitik in konsequenter Anwendung der 10 Prinzipien des UN Global Compact. Sowohl Ethik-Prinzipien als auch finanzielle Risikoüberlegungen führten zum Entscheid, ESG (Environmental, Social, Governance)- und Klimakriterien in den Anlageprozess zu integrieren. Dabei werden einerseits Negativkriterien beachtet, d.h. Unternehmen, welche die Menschenrechte systematisch verletzen, der Umwelt schwerwiegenden Schaden zufügen oder einen erheblichen Anteil ihres Umsatzes z.B. in Rüstungs-, Tabak- oder Atomindustrie erzielen, sind ausgeschlossen.

     

    Mit ihrem fortschrittlichen ESG-basierten Best-in-Class-Ansatz (Selektion der besten Unternehmen pro Industriesektor) hat sie sowohl die CO2-Intensität in den entsprechenden Anlagen reduziert als auch ihre ESG-Performance erhöht.

     

    Tatsächlich ist die Motivation auch finanziell begründet: das ESG-Management der LUPK beruht "nicht nur auf hehren Prinzipien, sie muss primär die Renten für zukünftigen Generationen sicherstellen" und "allein schon aus Risikoüberlegungen ist es deshalb sinnvoll, Nachhaltigkeitskriterien in den Anlageprozess zu integrieren".

     

    Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

     

    Mit der neuen Nachhaltigkeitspolitik bekennt sich die LUPK ebenfalls zu einer echten Klimastrategie und dazu, dass ihre treuhänderische Sorgfaltpflicht die Klimarisiken einschliesst.

     

    Um der Wichtigkeit der Klimarisiken Ausdruck zu geben, hat sie Anfang 2020 die Klimastrategie ins Anlagereglement 2020 integriert.

     

    Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

     

    Die Kasse verwaltet bereits mehr als die Hälfte ihrer Auslandaktien nach Best-in-Class-Nachhaltigkeits-Ansätzen. Die Anlageklassen «Aktien Welt» und «Aktien Nordamerika» entsprechen der Methodologie des MSCI ESG Leaders Index. Dadurch wird die CO2-Intensität in den entsprechenden Anlagen reduziert und ihr durchschnittliches ESG-Rating erhöht. Auch in der Anlageklasse «Aktien Emerging Markets» wird bereits die Hälfte der Engagements nach einem Nachhaltigkeitsansatz verwaltet, der die gemäss ESG-Kriterien 20 Prozent schlechtesten Firmen ausschliesst und die CO2-Intensität um mindestens 30 Prozent senkt. Bis Ende 2019 werden alle Schwellenländeraktien nach einem ESG-Ansatz verwaltet werden.

     

    Im Bereich der Anlageklasse «Obligationen Schwellenländer» (passive Anlagestrategie) hat sie ihren Vermögensverwalter erfolgreich dazu angehalten, diejenigen sechs Unternehmen mit der höchsten CO2-Intensität (= CO2-Ausstoss in Tonnen pro Million Umsatz) vom Anlageuniversum auszuschliessen.

     

    Das neue Anlagereglement 2020 bestimmt, dass direkte Anlagen in Kohleproduzenten ausgeschlossen sind, der

     Verkauf einzelner Aktien und Obligationen von Kohlefirmen (direkt gehaltene sowie via aktive Mandate gehaltene Einzel-Anlagen) durchzuführen und darauf hinzuwirken ist, dass die Indexanbieter Kohlefirmen möglichst ausschliessen.

     

    Im Rahmen der Infrastrukturanlagen, die Teil der ergänzenden Anlagen sind, investiert sie via Kollektivanlagen auch in die Produktion von erneuerbaren Energien (Windparks, Solaranlagen, Holzheizwerke, Wärmeverbunde und Wasserkraftwerke).

     

    Auch bei direkten Immobilienanlagen strebt die LUPK bei Neubauten und bei Sanierungen eine ökologische Bauweise an. In Bezug auf die Wärmedämmung soll der Minergiestandard erreicht werden, die Wärmeenergie soll zu einem Teil aus erneuerbaren Energiequellen stammen.

     

    Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

     

    Die LUPK ist Mitglied von Swiss Sustainable Finance sowie des ETHOS Engagement Pools Schweiz und des ETHOS Engagement Pool International.

     

    Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

     

    Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist sie insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

     

    In diesem Kontext wurde sie auch Unterstützerin der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

     

    Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

     

    Insgesamt weisen die Aktien- und Obligationenanlagen der LUPK bereits per Januar 2019 eine um 30% geringere CO2-Intensität auf als die pro Anlagekategorie massgebenden Welt-Referenzbenchmarks (also des globalen Durchschnitts der jeweiligen Anlagekategorie, namentlich für die Industrieländer-Aktien der Index MSCI ACWI World ex Schweiz und ex Emerging Markets, und für die Aktien Emerging Markets der MSCI Emerging Markets ). Diese Analyse wurde durch die externe Firma CSSP durchgeführt und zertifiziert (siehe den gut dokumentierten Brief an die Klima-Allianz/LUPK DIVEST, unten). CSSP stützt ihre Analysen auf ihre Methodik yourSRI, die den CO2-Fussabdruck der einzelnen Unternehmen als CO2-Äquivalente (inkl. andere Treibhausgase als CO2) im Verhältnis zu deren Umsatz (als Umsatz-Intensität) misst; dies ergibt die CO2-Intensität.

     

    Zwar ist nicht offengelegt, auf welcher Datengrundlage das Ergebnis der Messung bei der LUPK fundierte. Es darf jedoch festgehalten werden: der durch die LUPK gewählte Anbieter CSSP ist jedoch in der Lage, nicht nur die "betriebseigenen" Treibhausgasemissionen Scope 1 und 2, sondern auch diejenigen des Scope 3 - also der Vorlieferkette und der nachfolgenden Verbraucher - zu quantifizieren. Dies darf als gleichwertig zu den Bestimmung durch Inrate für die ebenfalls führende nachhaltige und klimaverträgliche Pensionskasse NEST (siehe unten) betrachtet werden.

     

    Mit dem neuen Anlagereglement 2020 verpflichtet sich die LUPK zu periodischen Messung des Portfolios hinsichtlich ESG-Kriterien und/oder CO2-Intensität.

     

    Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

     

    Die LUPK will die CO2-Intensität ihres Portfolios weiter reduzieren. So wird sie alle Aktien Emerging Markets bis Ende 2019 ebenfalls nach ESG-Best-in-Class-Ansatz verwalten und damit neben dem Klima-Impact auch das ESG-Rating erhöhen.

     

    Mit diesem Paket an bereits umgesetzten Massnahmen ist sie somit unter den in Bezug auf das Anlagevolumen gewichtigsten Vorsorgeeinrichtungen eine der beiden öffentlich-rechtlichen Pensionskassen der Schweiz, die bereits den Pfad der Dekarbonisierung eingeschlagen haben. Die andere Kasse ist die PKZH (siehe unten), welche sich verbindliches Ziel gesetzt hat, in der Umsetzung aber noch nicht so weit ist wie die LUPK. Auch bezieht die LUPK im Unterschied zur PKZH auch die Obligationen in den Dekarbonisierungspfad ein.

     

    ____________________

     

    Schlussfolgerung:

    Mit der bereits getätigten Dekarbonisierung der Aktien und Obligationen auf 30% weniger als der Marktdurchchnitt ist die LUPK die führende nachhaltige öffentlich-rechtliche Pensionskasse.

     

    Tendenz 2018-2020:

    Bewertung: sehr viel besser

     

    Innert kurzer Zeit hat die LUPK eine Best-Practice Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit aller ihrer Anlagen erreicht. Sie will auf diesem Weg weitere Fortschritte erzielen.

     

    Politische Aktivitäten

     

    2017: Anfrage "über die Risiken für den Kanton Luzern durch Investitionen in fossile Energien " und Postulat "Desinvestition aus fossilen Energieträgern", Katharina Meile und Mit. (Grüne) im Kantonsparlament: die Regierung solle bei u.a. bei der LUPK einwirken, damit sie sich aus Anlagen in fossile Unternehmen zurückzieht.

     

    Dezember 2017: Die Exekutive beantragt Ablehnung des Postulats Meile mit der Begründung, die LUPK sei nicht direkt in fossile Unternehmen investiert. Sie lege, wie sie auch in ihrer Antwort zur Anfrage Meile darlegt, nur passiv in Fonds an. Sie signalisiert somit, eine Umsetzung sei nicht machbar. Dies steht jedoch im Widerspruch zur Aussage des Bundesrates in seiner Antwort auf eine Interpellation von FDP-Ständerat Raphaël Comte, dass sich mit klimaverträglichen Investitionsstrategien marktkonforme Renditen erzielen lassen und dass der Markt schon heute klimafreundliche Anlageprodukte anbietet, mit denen sich in gängigen Finanzanlagen gebundene Emissionen um 10 bis 90 Prozent verringern liessen. Er verweist dabei auf den BAFU-Report "Klimafreundliche Investitionsstrategien und Performance (2016), der insbesondere auch marktgängige indexbasierte Fonds listet (S. 49-50). Das Parlament folgt dem Ablehnungsantrag.

    Dialog zwischen Versicherten und Kasse

     

    2016: Eine Online-Umfrage der LUPK zur Nachhaltigkeitspolitik unter den Versicherten ergibt unter anderem, dass 50% der Teilnehmenden auf Anlagen in Unternehmen der fossilen Brennstoffe verzichten möchten (Geschäftsbericht 2016, S. 15).

     

    Kontaktgruppe LUPK DIVEST

     

    September 2017: die Kontaktgruppe LUPK DIVEST sendet im Namen der LUPK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Stiftungsrat. Dieses umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zur Stimmrechtsausübung und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von LUPK DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

     

    Januar 2018: Die Geschäftsleitung informiert auf Nachfrage vorerst mündlich, eine Antwort sei in Vorbereitung. Im Übrigen habe sich die LUPK am BAFU-Klimatest 2017 beteiligt. Die Auswertung sei in Arbeit und es würden sich daraus Schlüsse für die Anlagestrategie ergeben. Auch werde die Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit im Geschäftsbericht 2017 Eingang finden.

     

    August 2018: die Kontaktgruppe LUPK ersucht mit einem kurzen Schreiben um Beantwortung.

    Sie stellt darin auch fest, dass die LUPK in der Zwischenzeit, wie im neuen Geschäftsbericht 2017(Seite 10) steht, künftig auch ausländische Aktienkategorien ähnlich den Schweizer Aktien vermehrt unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien investiert. Sie betrachtet es als weiteren Schritt der LUPK in die richtige Richtung, dass mit dieser ersten Massnahme für die beiden Aktienkategorien Welt und Nordamerika nachhaltige Indexmandate ausgeschrieben, entsprechende Investitionen getätigt bzw. zum Abschluss vorbereitet wurden; entsprechend begrüsst sie die Umstellung der Benchmarks dieser beiden Kategorien auf ESG-Indices. Weiterhin fragt sie die LUPK nach den Resultaten des BAFU-Klimatests, und erkundigt sich, welches werden die voraussichtlichen klimafreundlichen Effekte der Umschichtungen auf nachhaltige Indexmandate der Aktienkategorien Welt und Nordamerika sein werden, welche Art von ESG-Indices herbeigezogen werden, und wie stark diese die Klimaverträglichkeit in der Art von "low-carbon" oder "fossil-free" Indices gewichten. Schliesslich empfiehlt sie, dass die LUPK Mitglied des neuen ETHOS Engagement Pool International werde.

     

    November 2018: die LUPK schreibt, sie setze sich mit dem Thema Klimaschutz auseinander und führe im Frühjahr 2019 Gespräche mit diversen Organisationen und Experten; mit der Klima-Allianz wird ein Treffen im Februar 2019 angesetzt.

     

    Januar 2019: die Versichertengruppe LUPK DIVEST sendet als Vorbereitung des besagten Treffens eine Liste von Besprechungspunkten ein.

     

    Februar 2019: am Treffen mit der Klima-Allianz informiert die LUPK - vorerst mündlich - offen und detailliert über ihre bereits erfolgten Schritte zur Dekarbonisierung des Auslandsportfolios.

     

    April 2019: Mit ihrer Antwort an die Klima-Allianz und LUPK DIVEST informiert die LUPK transparent, detailliert und nachvollziehbar über ihre neue Klimastrategie. Das Schreiben listet die die bereits erfolgten Schritte zur Dekarbonisierung des Aktien- und Obligationenportfolios, Investitionen der LUPK in Infrastrukturanlagen der erneuerbaren Energien sowie ihre weiteren Pläne (siehe oben).

     

    NEST Sammelstiftung

     

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

     

    Charakterisierung

     

    Mit einem Anlagevolumen von rund 2 Mia. CHF liegt die Sammelstiftung NEST schätzungsweise unter den Top 80 bis 90 der Pensionskassen der Schweiz.

     

    Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

     

    Die Sammelstitung NEST ist Nachhaltigkeitspionierin seit ihrer Gründung. Ihren Nachhaltigkeitsansatz mit tiefgreifender ESG-Integration (ESG: Environmental, Social, Governance) in den Anlageprozess führt sie seit 2001 durch: sie gründete zusammen mit dem Forschungs und Beratungsunternehmen Infras die Nachhaltigkeitsrating-Agentur Inrate. Diese beurteilt Unternehmen, Länder und Organisationen hinsichtlich derer Nachhaltigkeit, und wägt ab, ob sie für eine Investition infrage kommen. Ein Mittel dazu ist das von NEST eingeführte Öko-Rating, das die Grundlage dafür bietet, auch komplexere Firmen auf ihre nachhaltige Wirtschaftsweise zu untersuchen.

     

    Der nachhaltige Anlageprozess beruht auf Ausschlüssen (z.B. Waffen) und Verhalten (z.B. Korruption), und durch ein Nachhaltigkeitsrating ("Positive Screening"). Inrate setzt dieses NEST-Nachhaltigkeitsprofil in eine investierbare Titelliste um. Dabei kommt der "Best-in-Service" Ansatz zur Anwendung: Beurteilung betreffend ESG-Kriterien von Unternehmen auf Betriebs- und Produktebene, die vergleichbare Services auch branchenübergreifend anbieten, z.B. Energieproduzenten. Daraufhin erfolgt die Portfoliokonstruktion, basierend auf diesen eingeschränkten Nachhaltigkeitsuniversum.

     

    Besonders hervorzuheben: das Portfoliomanagement bringt mit der hohen Selektivität aufgrund des strengen Ratings bessere Renditen als der Marktdurchschnitt hervor.

     

    Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

     

    Auf der Basis ihres Nachhaltigkeitsansatzes mit der Selektion der Firmen aufgrund der ESG-Kriterien ist die ökologisch-ethische Pensionskasse NEST gleichzeitig auch Vorreiterin in Bezug auf die CO2-Exposition des Portfolios. Ihr Ansatz schliesst Anlagen in CO2- intensive Unternehmungen aus den Bereichen Öl, Kohle und Gas weitgehendst aus.

     

    Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

     

    Per Ende 2018 war der NEST-Aktienbestand (mit den Anlagekategorien Schweiz, Developed Markets ex Schweiz, Emerging Markets) 34% weniger treibhausgasintensiv als das globale Portfolio des individuellen Vergleichsindexes.

     

    Weil NEST gleichlautende Prinzipien der ESG-Integration in den Anlageprozess auch für die Obligationen und die alternativen Anlagen (Private Equity, Infrastructure, Insurance Linked Securities, Private Debts) anwendet, darf ein analoger oder besserer Reduktionswert für das gesamte Portfolio postuliert werden. Die NEST bestätigt auch in Bezug auf den BAFU-Klimatest:"Das in der Studie untersuchte Aktien- sowie das Obligationen-Mandat ist deutlich weniger CO2-intensiv im Vergleich zu konventionellen Anlagestrategien".

     

    Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

     

    Die NEST ist Mitglied bei Swiss Sustainable Finance.

     

    Sie ist zudem Unterzeichnerin der UN Principles for Responsible Investment (UN PRI); damit verpflichtet sie sich, ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

     

    Die NEST ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools Schweiz und des ETHOS Engagement Pool International.

     

    Besonders klimawirksam ist ihre Mitgliedschaft im Montreal Carbon Pledge; sie verpflichtet sich somit ihren CO2-Fussabdruck regelmässig zu messen und zu publizieren.

     

    Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

     

    Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist die NEST insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

     

    Sie wurde auch Unterstützerin der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".


    Als Mitglied der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction ist sie zudem Teil der koordinierten Klima-Dialogführung mit dem Ziel, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

     

    Mit der Unterzeichnung des Global Investor Statement to Governments on Climate Change hat sie ein starkes Signal an die Regierungen und die Politik aller Länder gesandt. Bis heute fordern über 630 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, zeitnah wirksame Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

     

    Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

     

    Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

     

    Als Mitglied des Montreal Carbon Pledge verpflichtet sich die NEST, ihren CO2-Fussabdruck regelmässig zu messen und zu publizieren.

     

    Besonders hervorzuheben: die Messungen durch Inrate umfassen nicht nur wie üblich die sogenannten Scope 1 Emissionen (betriebseigenes CO2 und weitere Treibhausgase) und die Scope 2 Emissionen aus Strombezug, der mit fossilen Brennstoffen erzeugt wird, sondern auch die ein Mehrfaches höheren Scope 3 Emissionen. Letztere setzen sich zusammen aus den durch die Vorlieferanten emittierten Treibhausgase sowie - besonders gewichtig - die Emissionen der nachfolgenden Verbraucher (also insbesondere das Verbrennen von Erdöl und Erdgas in Industrie, Transport und Gebäuden).

     

    Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

     

    Der nachhaltige Anlageprozess mit seiner Untergewichtung treibhausgasintensiver Sektoren (z. B. Energie), sowie der Übergewichtung von Sektoren mit geringer Intensität (z. B. Gesundheitswesen) führt zu einer potenziell noch stärker reduzierten, im Vergleich zum Benchmark verringerten Treibhausgasintensität.

     

    Schlussfolgerung:

    Mit ihrer seit langem praktizierten Dekarbonisierung der Aktien und Obligationen auf heute 34% weniger als der Marktdurchchnitt ist die NEST die zweitgrösste nachhaltige und klimaverträgliche Pensionskasse.

     

    Tendenz 2018-2020:

    Bewertung: seit langem nachhaltig

    Stiftung Abendrot

     

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

     

    Charakterisierung

     

    Mit einem Anlagevolumen von rund 1 Mia. CHF (Jahr 2014) liegt die Stiftung Abendrot schätzungsweise unter den Top 90 bis 110 der Pensionskassen der Schweiz.

     

    Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

     

    Seit ihrer Gründung ist die Stiftung Abendrot Nachhaltigkeitspionierin. Gemäss ihrer Nachhaltigkeitspolitik investiert sie ausschliesslich in Unternehmen, die nach einer unabhängigen Umwelt- und Sozialanalyse zu den Besten ihrer Branche gehören (ESG-Integration in den Anlageprozess mit einem "Best-in-class"-Ansatz). Ausgeschlossen sind kritische Branchen wie die Waffen- oder Atomindustrie sowie Unternehmen, die gegen Menschlichkeit, Natur-, Tier- und Umweltschutz verstossen oder Organisationen faschistischer Länder unterstützen.

     

    Für die Vermögensverwalter der Obligationen- und Aktienanlagen gelten klar definierte Benchmarks. Die Evaluation der investierten Obligationen- und Aktientitel erfolgt über ein Unternehmensrating (Nachhaltigkeit des Unternehmens innerhalb der Branche) sowie ein Branchenrating (Nachhaltigkeit der Produkte und Dienstleistungen).

     

    Als wohl einzige der Pensionskassen der Schweiz publiziert Abendrot die vollständige Liste ihrer Investitionen (bei den Wertschriften alle Firmen, wo sie Aktien, Obligationen und Alternative Anlagen platziert hat).

     

    Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF


    Die Nachhaltigkeitspolitik von Abendrot impliziert via das ESG-Unternehmensrating ebenfalls den Einbezug des Klimaschutzes, wie etwa aus den publizierten Listen der Investitionen (Aktien, Obligationen, Alternative Anlagen, s.oben) hervorgeht. Sie investiert nicht in Unternehmen, die für eine hohe Treibhausgasintensität aufgrund ihrer eigenen Aktivität sowie der nachfolgenden Emissionen der Verbraucher verantwortlich sind.

     

    Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

     

    Abendrot hat sich explizit auch dem Ausschluss fossiler Unternehmen verpflichtet. Aufgrund der Nachhaltigkeitspolitik von Abendrot sowie aus den publizierten Listen der Investitionen ist erkennbar, dass sie mit dem Ausschluss oder der Untergewichtung treibhausgasintensiver Sektoren und der Übergewichtung von Sektoren mit geringer Intensität, sowie mit Impact Investment in erneuerbare Energien eine im Vergleich zum Marktdurchschnitt deutlich verringerte Treibhausgasintensität erzielt hat.

     

    Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

     

    Abendrot ist Mitglied bei Swiss Sustainable Finance.

     

    Die Pensionskasse ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools Schweiz und des ETHOS Engagement Pool International.

     

    Sie ist ebenfalls Mitglied bei Actares Schweiz, den AktionärInnen für nachhaltiges Wirtschaften.

     

    Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

     

    Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist die Stiftung Abendrot insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

     

    Sie wurde auch Unterstützende der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".


    Als Mitglied der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction ist Abendrot zudem Teil der koordinierten Klima-Dialogführung mit dem Ziel, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

     

    Mit der Unterzeichnung des Global Investor Statement to Governments on Climate Change hat sie ein starkes Signal an die Regierungen und die Politik aller Länder gesandt. Bis heute fordern über 630 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, zeitnah wirksame Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

     

    Abendrot hält keine Titel fossiler Unternehmen. Sie übt jedoch ihre Aktionärsstimmrechte bei 25 ausländischen Unternehmen aus, die teilweise auch stark klimarelevant sind. Sie setzt dies via die Dienstleistung von Ethos um und berichtet transparent über Ziele und Ergebnisse. Beispielsweise hat sich Ethos für Abendrot dem Amazon Management entgegengestellt, indem sie einem Aktionärsantrag zustimmte, dass die Firma einen Bericht zum Verhältnis ihrer Geschäftstätigkeit zum Klimawandel erstellen soll.

     

    Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

     

    Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

     

    Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

     

    Die Nachhaltigkeitspolitik von Abendrot mit dem Ausschluss oder der Untergewichtung treibhausgasintensiver Sektoren sowie der Übergewichtung von Sektoren mit geringer Intensität führt zu einer potenziell noch stärker reduzierten, im Vergleich zum Benchmark verringerten Treibhausgasintensität.

     

    Schlussfolgerung:

    Mit ihrer seit langem praktizierten Selektion der Unternehmen und Wertschriften (Aktien, Obligationen, Alternative Anlagen) gemäss ESG-Kriterien und dem Ausschluss der Unternehmen der fossilen Energieträger ist Abendrot die drittgrösste nachhaltige und klimaverträgliche Pensionskasse.

     

    Tendenz 2018-2020:

    Bewertung: seit langem nachhaltig

    CoOpera Sammelstiftung PUK

     

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

     

    Mit einem Anlagevolumen von rund 0.7 CHF liegt die CoOpera schätzungsweise unter den Top 150 bis 200 der Pensionskassen der Schweiz. Seit ihrer Gründung ist sie Nachhaltigkeitspionierin.

     

    Die nachhaltige Pensionskasse CoOpera investiert seit ihrer Gründung 1984 nicht in fossile Energieunternehmen.

     

    Sie legt – wohl als einzige Pensionskasse in der Schweiz – nicht in börsenkotierte Aktien an, da sie ihr Geld zurück in die Realwirtschaft fliessen lassen will. Die CoOpera investiert direkt in Wertschöpfungszusammenhänge und fördert damit eine nachhaltige Wirtschaft.

    GEPABU

     

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

     

    Mit einem Anlagevolumen von rund 0.1 CHF liegt die GEPABU schätzungsweise unter den Top 200 bis 400 der Pensionskassen der Schweiz. Seit ihrer Gründung ist die kleine aber feine Pensionskasse eine Nachhaltigkeitspionierin.

     

    Die nachhaltige GEPABU Personalvorsorgestiftung hat Investitionen in fossile Energieunternehmungen seit Gründung ausgeschlossen.

     

    Bei der Vermögensanlage gelten folgende inhaltlichen Richtlinien:

    • Das Vermögen wird ausschliesslich in Wirtschaftsbranchen angelegt, die ökologisch nachhaltig sowie sozial und ethisch vertretbar sind oder die mindestens diesbezüglich keine übermässigen Schäden anrichten. 
    • Vorzugsweise erfolgt die Vermögensanlage in die Gewinnung erneuerbarer Energien, ökologische Land- und Forstwirtschaft, ökologisches Bauen, Errichtung und Unterhalt von Infrastruktur, die für eine ökologisch nachhaltige Lebensweise notwendig ist, Produktion von Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs im Rahmen des ökologisch Vertretbaren.
    • Das Vermögen wird in Unternehmungen und öffentlichen Körperschaften, die in obgenannten Branchen tätig sind, angelegt.
    • Hierbei hat die Vermögensanlage in jene Unternehmungen und öffentlichen Körperschaften zu erfolgen, welche den Prinzipien der ökologisch nachhaltigen und der sozial ethischen Wirtschaftsweise am besten genügen.

    Metron Stiftung für Personalvorsorge

     

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

     

    Mit einem Anlagevolumen von rund 0.1 CHF ist die Metron Stiftung eine kleine aber feine Pensionskasse. Seit ihrer Gründung ist sie Nachhaltigkeitspionierin.

     

    Die Pensionskasse von Metron, eines Dienstleistungsunternehmens für die Fachbereiche Architektur, Raumentwicklung, Verkehr, Landschaft und Umwelt investiert nicht in fossile Energieunternehmen und hat dies auch so im Anlagereglement festgeschrieben. Die Kasse lässt ihr Vermögen bei formafutura verwalten, da diese ausschliesslich nachhaltige Anlagen tätigen.

     

    Personalvorsorgestiftung der HELVETAS Swiss Intercooperation (PVS)

     

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

     

    Mit einem Anlagevolumen von rund 0.1 CHF ist die PVS Helvetas eine kleine aber feine Pensionskasse. Seit ihrer Gründung ist sie Nachhaltigkeitspionierin.

     

    Die Ausschlusskriterien der PVS beinhalten unter anderem:

    • Förderung fossiler Energieträger
    • Betrieb fossiler Kraftwerke
    • Herstellung von Automobilen und Flugzeugen
    • Betrieb von Airlines

    Die Massnahmen der nachhaltigen PVS zum Klimaschutz übertreffen damit die Forderungen der Klima-Allianz nach einer Dekarbonisierung der Portfolien beginnend mit der Desinvestition fossiler Energieunternehmen. Die Anlagepolitik der PVS Helvetas beruht auf einer bereits umgesetzten, sehr nachhaltigen Best Practice mit optimal tiefem CO2-Fussabdruck.

     

  • Swiss Life, Axa

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    Swiss Life Sammelstiftungen

    (BVG Sammelstiftung, Sammelstiftung berufliche Vorsorge, Sammelstiftung 2. Säule, Sammelstiftung Invest)

     

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

     

    Charakterisierung

     

    Die Swiss Life Sammelstiftungen sind mit einem geschätzten Anlagevolumen von rund 67 Mia. CHF die grösste Personalvorsorgeeinrichtung der Schweiz. Der Grossteil der Altersgelder ist bei der Swiss Life als Vollversicherung angelegt.

     

    Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

     

    Die auf der Website zugänglichen Informationen über die Anlagepolitik und weitere dort verlinkte Dokumente verweisen nicht auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

    • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
    • Folglich sollten sich die Swiss Life Sammelstiftungen damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen werden, einschliesslich einer Erläuterung, ob und wie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt werden, oder warum nicht.
    • Gleichermassen sollten sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.
    • Sie sollten festlegen, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben wollen, damit diese bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen. 
    • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten sowie CO2-Intensitätsdaten über alle investierten Unternehmen vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.​

    Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

     

    Die Swiss Life Sammelstiftungen besitzen keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

    • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
    • Die treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die Swiss Life Sammelstiftungen definieren, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen wollen und dass  sie diese gegenüber der Öffentlichkeit kommunizieren.

    Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

     

    Die Swiss Life Sammelstiftungen haben bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

     

    Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

     

    Die Swiss Life Asset Managers, Anlageverwalter der Kapitalanlagen der Swiss Life Gruppe, haben die UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) unterzeichnet und verpflichtet sich damit ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

    • Dies ist positiv. Allerdings fundieren die UN PRI auf der Erkenntnis, dass die finanziellen ESG- und Klimarisiken materiell sind und deshalb wirtschaftlich begründetes Risikomanagement notwendig ist, um Verluste zu vermeiden​.
    Weiterhin sind die Swiss Life Asset Managers Mitglied der Investoren-Koalition Institutional Investors Group on Climate Change (IIGCC), die sich der Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Klimawandels und für eine kohlenstoffarme Zukunft verpflichtet.
     

    Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (in Bezug auf von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

     

    Die Swiss Life Anlagestiftungen besitzen keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten Unternehmen im Ausland.

     

    Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

     

    Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

     

    Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

     

    Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

     

    Die Swiss Life Sammelstiftungen haben keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

    • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

    ____________________

     

    Schlussfolgerung:

    Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich sind die Swiss Life Sammelstiftungen von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.​

     

    Tendenz 2018-2020:

    Bewertung: stagnierend

    • Angesichts des sehr hohen Gewichts der Swiss Life Sammelstiftungen und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertieft mit dem Thema der Nachhaltigkeit ihrer Anlagen, d.h. der ganzheitlichen Integration von ESG-Kriterien und dem Umgang mit den finanziellen Klimarisiken und -chancen, beschäftigen.
    • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.
    • Insbesondere sollten die Swiss Life Sammelstiftungen proaktiv eine wirksame Integration von ESG-Kriterien bei den Anlageentscheidungen von ihrem Vermögensverwalter Swiss Life Asset Managers verlangen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren lassen, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

    AXA Sammelstiftungen

    (Axa Stiftung Berufliche Vorsorge, Axa BVG Stiftung Westschweiz, Axa Stiftung Zusatzvorsorge, Columna Sammelstiftung Group Invest)

     

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

     

    Charakterisierung

     

    Die Axa Sammelstiftungen sind mit einem geschätzten Anlagevolumen von rund 58 Mia. CHF die zweitgrösste Personalvorsorgeeinrichtung der Schweiz. Etwa die Hälfte der Altersgelder wird bei der Axa neu via teilautonome Einrichtungen angelegt, während der Rest noch als Vollversicherung verbleibt.

     

    Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

     

    Wie aus der Betriebsrechnung 2018 von Axa Schweiz sowie den Informationen der Sammelstiftungen (repräsentativ dargestellt durch die Axa Stiftung berufliche Vorsorge) hervorgeht, werden die Gelder überwiegend über die Axa Schweiz angelegt. Diese folgt der Anlagepolitik der internationalen AXA Gruppe, wie aus der Antwort an die PetitionärInnen von renten-ohne-risiko.ch im Jahre 2017 hervorgeht. Via ihre internen Asset Manager bezieht sie ökologische, soziale und Governance-Kriterien (ESG-Kriterien) systematisch in ihre Anlageentscheide ein. Dies bestätigt Axa Versicherungen, die Anlageverwalterin der AXA Sammelstiftungen, im Brief an die Klima-Allianz von Ende November 2019. Darin bekräftigt sie auch den Ausschluss geächteter Waffen, kontroverser Palmölproduktion und weiterer schädlicher Unternehmen.

     

    Jedoch äussern sich die Axa Sammelstiftungen selbst nicht öffentlich dazu, ob und wieweit ihre Investitionen konform zu den erwähnten ökologische, soziale und Governance-Kriterien (ESG-Kriterien) sind.

    • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
    • Folglich sollten sich die Axa Sammelstiftungen als solche damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen werden, einschliesslich einer Erläuterung, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigen, oder warum nicht.

    Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

     

    Die AXA Versicherungen integriert als Teil der internationalen AXA Gruppe die Klimarisiken bereits seit einigen Jahren in ihrer Anlagepolitik, wie auch aus der besagten Antwort von 2017 und dem Brief von 2019 hervorgeht.

     

    Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

     

    In der Antwort von 2017 bekräftigte die AXA betreffend ihrer Aktien- und Obligationenportfolios ihren Ausstieg aus Bergbauunternehmen und Elektrizitätsversorger, die mehr als 50% ihres Umsatzes mit Kohleminen und Kohleverstromung erzeugen.

    Wie Axa Versicherungen im Brief von Ende 2019 mitteilt, werden per Anfang 2020 folgende Unternehmen ausgeschlossen: Bergbaufirmen mit > 20% Kohle-Umsatzanteil und Stromunternehmen mit >20% Anteil Kohleverstromung (aus Aktien und Obligationen); Schieferöl-Produzenten mit >20% Umsatz aus Ölsand-Extraktion (aus Aktien).

     

    Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

     

    Aus der besagten Antwort geht hervor, dass die AXA, wie auch die beiden internen Vermögensverwaltungsfirmen – AXA Investment Managers (AXA IM) und AllianceBernstein (AB) die UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) unterzeichnet haben. Sie verpflichteten sich damit, ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

     

    Die AXA IM ist zudem Mitglied der Investoren-Koalition Institutional Investors Group on Climate Change (IIGCC), die sich der Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Klimawandels und für eine kohlenstoffarme Zukunft verpflichtet. Entsprechend hat AXA IM mit der Unterzeichnung des Global Investor Statement to Governments on Climate Change ein starkes Signal an die Regierungen und die Politik aller Länder gesandt. Bis heute fordern über 630 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, zeitnah wirksame Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

     

    Die AXA Gruppe ist ein aktives Mitglied der Climate Action 100+ der von Investoren geleiteten globalen Engagement-Initiative Climate Action 100+, welche die 100 grössten Treibhausgasemittenten anvisiert. Ziel der Initiative ist es, "mit den weltweit grössten Treibhausgasemittenten zusammenzuarbeiten, um die Emissionen zu reduzieren, die klimabezogenen Finanzinformationen offenzulegen und die Unternehmens-Governance in Bezug auf den Klimawandel zu verbessern".

     

    Zudem unterzeichnete die AXA Gruppe bereits 2015 den Montreal Carbon Pledge und verpflichtet sich somit den CO2-Fussabdruck ihres Portfolios regelmässig zu messen und zu publizieren.

     

    Schliesslich wurde sie Mitglied der im September 2019 formierten UN-Net Zero Asset Owner Alliance, die sich zum Ziel von Netto-Null Treibhausgas-Emissionen ihrer Investitionsportfolios bis 2050 und somit zum Klimaziel von max. 1.5°C Erwärmung verpflichtet haben.

     

    Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (in Bezug auf von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

     

    Aus der besagten Antwort von 2017 geht wiederum hervor, dass sich die AXA des Engagement und der Stimmrechtsvertretung über ihre Vermögensverwaltungsgesellschaften AXA Investment Managers (AXA IM) und AB bedient. Die AXA IM veröffentlicht einen Active Ownership Report. Daraus ist ersichtlich, dass die Axa - insbesondere auch im Rahmen der Climate Action 100+ - einen wirksamen globalen Faktor für die UN Sustainable Development Goals wie auch für die Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens darstellt. Die Wirksamkeit wird transparent dargestellt.

     

    Der Report über das Proxy Voting im Stewardship Report 2019 H1 zeigt einen gewissen Anteil an Abstimmungen gegen Anträge des Management und Zustimmung zu Aktionärsanträgen, sowie Einbezug von ESG-Themen. Die Ausübung der Stimmrechte via den Dienstleister ISS (International Shareholder Services) wird transparent dokumentiert.

    • Gegenüber dem Proxy Advisor ISS bestehen jedoch Zweifel in Bezug auf seine Ernsthaftigkeit, den Aktionären klimaverträgliche Abstimmungsempfehlungen auszusprechen. So hat ISS im Herbst 2019 empfohlen, einen Aktionärsantrag gegen die klimaschädlichen Lobby-Aktivitäten des Kohle-, Erdöl- und Erdgas-Konzerns BHP abzulehnen. Der Bericht der Axa für das letzte Quartal 2019 liegt noch nicht vor, aber es ist davon auszugehen, dass Axa entsprechend klimaschädlich abgestimmt hat.
    • Bei der US-Kohlefirma Duke Energy verhielt sich die Axa klimapositiv, indem sie Resolutionen für die Berichterstattung zu Zahlungen an Politiker und Ausgaben über das Lobbying sowie für einen Report zur Eindämmung der Wirkung auf Gesundheit und Klima unterstützte.
    • Im Falle von BP unterstützte die Axa nur die Climate-Action 100+ Resolution zur Berichterstattung darüber, wie das Geschäftsmodell mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens kompatibel ist; sie lehnte aber den Antrag ab, dass BP konkrete Ziele für ihre Paris-Kompatibilität formuliert.
    • Bei Chevron hat sie nur für die Erstellung eines Reports über Pläne zur Senkung des C02-Fussabdrucks in Linie mit dem Pariser Abkommen gestimmt, nicht aber für die Gründung eines "Environmental Issue Board Committee". 
    • Im Falle von Equinor (frühere Statoil) stimmte sie dagegen, dass die Firma aufhört, weitere Öl- und Erdgasfelder in der Arktis zu erschliessen und auch dagegen, dass das Management eine Strategie präsentiert, das fossile Geschäftsmodell auf erneuerbare Energie umzustellen. Die Axa verhielt sich klimanegativ.
    • Bei Exxon unterstützte die Axa alle klimapositiven Resolutionen: für die Berichterstattung zu Zahlungen an Politiker und Ausgaben über das Lobbying sowie für die Gründung eines "Environmental/Social Issue Board Committee".
    • Im Falle von Shell hat die Axa den Antrag abgelehnt, dass die Firma CO2-Reduktionsziele erarbeiten und publizieren muss. Sie verhielt sich also klimanegativ. 

    Zusammenfassend:

    • Die Axa sollte von den Firmen konsequent fordern, sich konkrete und wissenschaftlich-fundierte Ziele für einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad zu setzen.

    Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

     

    Die AXA Versicherungen schreiben im besagten Brief von Ende 2019, dass ihr Portfolio "gegenüber den Benchmarks einen über 10% geringeren CO2-Ausstoss" aufweist.

     

    Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

     

    Im gleichen Brief von Ende 2019 bestätigt die AXA Stiftung Berufliche Vorsorge, sie werde weiterhin Dekarbonisierungsmassnahmen ergreifen. Tatsächlich hat sich die AXA Gruppe im Rahmen der UN-Net Zero Asset Owner Alliance zum Ziel von Netto-Null Treibhausgas-Emissionen ihrer Investitionsportfolios bis 2050 und somit zum Klimaziel von max. 1.5°C Erwärmung verpflichtet. Weiterhin hat sie sich zum kompletten Ausstieg aus Kohleenergie (Minen und Stromerzeugung) bis 2030 in den Industrieländern (EU und OECD) und bis 2040 in den restlichen Ländern verpflichtet.

    • Noch fehlen aber Nahziele zur konsequenten Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus allen fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.​

    ____________________

    Schlussfolgerung:

    Mit der Entfernung der Kohleproduzenten und der Mischkonzerne mit über 20% Kohleanteil, der Stromversorger mit >20% Kohleanteil (Aktien- und Obligationen) sowie der Schieferöl-Produzenten mit >20% Umsatz aus Ölsand-Extraktion (Aktien) ab Anfang 2020, haben die AXA Sammelstiftungen weitere Dekarbonisierungsmassnahmen getroffen.

     

    Tendenz 2018-2020:

    Bewertung: sehr viel besser

    • Mit dem Ausschluss der Firmen der Kohleproduktion und -verstromung sowie der besonders klima- und umweltschädlichen Ölsand-Extraktion wie auch mit ihrer Leadership im Engagement ist die AXA-Gruppe einer der globalen Akteure der Paris-kompatiblen Umlenkung der Finanzflüsse.
    • Bei der Stimmrechtswahrnehmung fehlt jedoch die konsequente Unterstützung von Aktionärsanträgen für Paris-kompatible Dekarbonisierungsziele.
    • Es fehlt zudem noch eine stringente, zeitnahe Dekarbonisierung des Portfolios, beginnend mit dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.
    • Insbesondere sollten die Axa Sammelstiftungen proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Axa-Vermögensverwalter verlangen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren lassen, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.
  • Suva, Compenswiss

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    Suva

    Unfallversicherungsanstalt

     

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

     

    Charakterisierung

     

    Die öffentlich-rechtliche Suva ist zwar nicht eine Pensionskasse, investiert jedoch die Versicherungsgelder der Arbeitnehmer in deren Auftrag - ähnlich wie eine gesetzliche Vorsorgeeinrichtung. Als Monopolinstitution der betrieblichen Unfallversicherung der Schweiz ist sie somit den versicherten Arbeitnehmern und der Öffentlichkeit gegenüber in besonderem Mass Rechenschaft schuldig.

     

    Die Suva ist - mit Ausnahme der Nationalbank - mit ihrem Anlagevolumen von rund 55 Mia. CHF die grösste öffentliche Investorin der Schweiz.

    • Aufgrund ihres sehr hohen Gewichts würde ihr demzufolge eine Vorreiterrolle bei der Umlenkung der Finanzströme für den Klimaschutz zufallen.

    Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

     

    Die Suva hält in ihrer Anlagestrategie und im Geschäftsbericht 2018 fest, dass neben den finanziellen Gesichtspunkten seit Jahren auch ökologische, ethische und soziale Aspekte eine wichtige Rolle bei der Anlagepolitik spielen.

     

    Die Nachhaltigkeitsaspekte beschränken sich jedoch auf die Mitgliedschaft in Vereinigungen, die diesem Ziel dienen (s. unten). Sie ist insbesondere Gründungsmitglied des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zum Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) bekennt; sie schliesst jedoch unter Anwendung der SVVK-Ausschlusskriterien nur einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

    • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
    • Folglich sollte sich die Suva damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich einer Erläuterung, ob und wie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt werden oder warum nicht.​
    • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.
    • Sie sollte festlegen, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen. 
    • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

    Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

     

    Als Mitglied des SVVK sieht sie seit Anfang 2019 auch den Klimawandel als Teil der Nachhaltigkeitskriterien. Sie besitzt jedoch keine eigene öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

     

    Der SVVK anerkennt im Aktivitätsreport 2018, dass das Pariser Klimaabkommen "mittelfristig Auswirkung auf Unternehmen und Anleger hat". Er rät seinen Mitgliedern, "die finanziellen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu analysieren und die von der internationalen Gemeinschaft verabschiedeten Ziele zu beurteilen".

     

    In seiner Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen (März 2019) anerkennt er dieses infolge der Unterzeichnung durch die Schweiz als normative Grundlage für Massnahmen. Er sagt darin: "Der Klimawandel wirkt als Risikofaktor auf die Werthaltigkeit der Anlagen".

    • Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen ist insoweit ein Fortschritt, als sie zwar keine materiell klimawirksamen Empfehlungen ausspricht, aber immerhin Handlungsmöglichkeiten zuhanden seiner Mitglieder listet. So sieht der SVVK eine durch das oberste Organ festgelegte Strategie und Umsetzung nach "Auseinandersetzung mit den klimabezogenen Chancen und Risiken" als eine mögliche Option. Er führt zudem aus, es könne "durchaus sinnvoll sein, die beschlossene Strategie und deren Umsetzung an die Destinatäre zu kommunizieren".
    • Weiterhin wird in der Stellungnahme neben dem Einwand, Divestment habe keine Klimawirkung, weil die Titel nur in andere Hände übergehen würden, auch anerkannt: "Nichtsdestotrotz kann ein Verkauf von Aktien, Obligationen und weiteren Anlagen eine Signalwirkung haben oder aus Risikomanagement-Überlegungen Sinn ergeben".
    • Ein zwar zahm formulierter, aber doch positiver Punkt ist zudem die gelistete Option, Kapitalerhöhungen von Unternehmen kritisch zu bewerten: "Eine Kapitalzufuhr an CO2-intensive Unternehmen, welche nicht bereit sind, mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Geschäftsmodell zu integrieren, kann kritisch überprüft werden".
    • Zu begrüssen ist schliesslich die durch den SVVK gelistete Option, gezielte Investitionen in klimapositive Aktien, Obligationen und weitere Anlagen zu tätigen.

    Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

     

    Die Suva hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

    • Als Mitglied des SVVK ist sie nun aufgefordert, sich mit dessen Empfehlungen zur Risikominderung auseinanderzusetzen und erste Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios einzuleiten.

    Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

     

    Die Suva ist Gründungsmitglied von Swiss Sustainable Finance.

    • Es ist zu begrüssen, dass die Suva damit die Notwendigkeit anerkennt, dass der Finanzplatz Schweiz - damit auch sie selbst, als Trägerin der betrieblichen Unfallversicherung - eine führende Rolle bei der nachhaltigen und klimaverträglichen Ausrichtung der Finanzflüsse spielt.

    Sie ist zudem Unterzeichnerin der UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) und verpflichtet sich damit ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

     

    Der SVVK, wo die Suva Gründungsmitglied ist, ist seinerseits Mitglied der Climate Action 100+.
     

    Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (in Bezug auf von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

     

    Als Mitglied des SVVK will die Suva die Einhaltung der ESG-Kriterien überwiegend durch den Dialog (Engagement) mit den investierten Unternehmen erreichen. Ausschlüsse von Unternehmen werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit des Engagementprozesses akzeptiert.

    Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen setzt im Falle der finanziellen Klimarisiken primär auf den Dialog mit den investierten Unternehmen. Der SVVK will dieses gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

    • Die Forderung nach Offenlegung von Klimadaten durch die Unternehmen ist zu unterstützen, denn sie ist die Grundvoraussetzung für Anlageentscheidungen. Jedoch leitet sie bei weitem noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen ein. 
    Dem SVVK-Aktivitätsreport 2019 ist zu entnehmen, dass sich Einsatz und Wirksamkeit des an den Dienstleister Sustainalytics delegierten ESG- und Klima-Engagements bei relevanten globalen Firmen gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. Die dem SVVK zur gemeinsamen Ausübung des Engagements angeschlossenen Pensionskassen hatten im Laufe 2018 und 2019 bei 12 globalen Unternehmen spezifische Ziele des Engagements vorgebracht. Diese Ziele in den Bereichen Korruption, Umweltschäden, Menschenrechte, Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit wurden gemäss SVVK erreicht und abgeschlossen.

    Im Klimabereich hat der SVVK Zusammen mit Sustainalytics ab 2018 einen Dialog mit 20 führenden, globalen Stahl- und Zementproduzenten angestossen, um die Klimatransition zu thematisieren. Dabei fordert der SVVK in erster Linie von diesen Unternehmen die Messung und Publikation von Klimarisiken gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD). Weitere Forderungen sind wissenschaftlich-fundierte CO2 Ziele, konkrete Massnahmen und Überwachung der Fortschritte, sowie eine Klimapolitik und konsistente Haltung gegenüber ihren Verbänden bezüglich deren Lobbying-Aktivitäten. Dieser Aktionärsdialog wird fortgesetzt.

    • Durch die Wahl des Sektors der Stahl- und Zementproduzenten hat sich der SVVK auf eine Branche konzentriert, wo Engagement sinnvoll ist: deren CO2-Intensitäten sind nur zum Teil bedingt durch den Einsatz fossiler Brennstoffe, aber trotzdem beträchtlich. Tatsächlich sind die durch die CO2-Abspaltung aus Koks oder dem mineralischen Rohstoff entstehenden Emissionen nur mittelfristig reduzierbar, weil die Technologie noch entwickelt und industrialisiert werden muss; somit kann der Druck durch Investorenverbünde die Firmen auf einen Dekarbonisierungspfad verpflichten.
    • In diesem engeren Bereich hat der SVVK nach heutigem Stand einen Leistungsnachweis für sein Engagement erbracht.
    • Im Feld jedoch der von fossilen Brenn- und Treibstoffen abhängigen Sektoren, besonders der fossilen Energien (Produzenten der fossilen Energieträger, davon abhängige Strom- und Wärmeerzeuger sowie energieintensive Sektoren), bleibt es eine Herausforderung, den Leistungsnachweis für die Option Engagement erbringen zu können.
    • Diese Option Aktionärsdialog ist sinnvoll, wenn die Geschäftsmodelle der Unternehmen Aussichten auf einen Dekarbonisierungspfad in Linie mit dem 1.5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens bieten.
    • Es sind dabei für ein klimawirksames Engagement präzise Forderungen, Umfang, Messkriterien und Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung zu definieren.
    • Ohne eine klare Dekarbonisierungsstrategie mit einer tiefgreifenden ESG- und Klima-Integration in den Anlageprozess der Wertschriftenportfolien der Mitglieder-Pensionskassen und ohne Leistungsnachweis der Engagementpolitik im Bereich der besonders hohen Klimarisiken der hoch CO2-intensiven Sektoren erscheint der Ansatz des SVVK noch nicht genügend ausgereift.

    Bei der Suva selbst findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

     

    Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

     

    Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

     

    Planung von Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

     

    Die Suva hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

    • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

      ____________________

    Schlussfolgerung:

    Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Suva von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.​

     

    Tendenz 2018-2020:

    Bewertung: stagnierend

    • Angesichts des sehr hohen Gewichts der Suva und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertieft mit dem Thema der Nachhaltigkeit ihrer Anlagen, d.h. der ganzheitlichen Integration von ESG-Kriterien und dem Umgang mit den finanziellen Klimarisiken und -chancen, beschäftigt.
    • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: ein erweitertes, wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.
    • Insbesondere sollte die Suva proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

    Politische Aktivitäten

     

    Aus National- und Ständerat sind keine erkennbaren Initiativen vorhanden.

    compenswiss

    Ausgleichsfonds AHV/IV/EO

     

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

     

    Charakterisierung

     

    Die öffentlich-rechtliche compenswiss ist zwar nicht eine Pensionskasse, aber als Teil des Fundaments der Altersvorsorge ist sie der Öffentlichkeit gegenüber in besonderem Mass Rechenschaft schuldig.

     

    Als funktionelle Einrichtung der AHV ist compenswiss mit einem Anlagevolumen von rund 47 Mia. CHF der zweitgrösste öffentliche Investor.

    • Aufgrund ihres Gewichts würde compenswiss eigentlich eine Vorreiterrolle bei der Umlenkung der Finanzströme für den Klimaschutz zufallen.

    Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

     

    Compenswiss ist Gründungsmitglied des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zum Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) bekennt.

     

    Jedoch verweisen die auf der Website zugänglichen Informationen nicht auf eine eigenständige Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in den Anlageprozess.

     

    Aus dem Geschäftsbericht 2018 geht hervor, dass der AHV-Fonds via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen nur einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition ausschliesst.

    • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
    • Folglich sollte sich Compenswiss damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich einer Erläuterung, ob und wie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt werden oder warum nicht.
    • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.
    • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen. 
    • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

    Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

     

    Als Mitglied des SVVK sieht compenswiss seit Anfang 2019 auch den Klimawandel als Teil der Nachhaltigkeitskriterien. Sie besitzt jedoch keine eigene öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

     

    Der SVVK anerkennt im Aktivitätsreport 2018, dass das Pariser Klimaabkommen "mittelfristig Auswirkung auf Unternehmen und Anleger hat". Er rät seinen Mitgliedern "die finanziellen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu analysieren und die von der internationalen Gemeinschaft verabschiedeten Ziele zu beurteilen".

     

    In seiner Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen (März 2019) anerkennt er dieses infolge der Unterzeichnung durch die Schweiz als normative Grundlage für Massnahmen. Er sagt darin: "Der Klimawandel wirkt als Risikofaktor auf die Werthaltigkeit der Anlagen".

    • Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen ist insoweit ein Fortschritt, als sie zwar keine materiell klimawirksamen Empfehlungen ausspricht, aber immerhin Handlungsmöglichkeiten zuhanden seiner Mitglieder listet. So sieht der SVVK eine durch das oberste Organ festgelegte Strategie und Umsetzung nach "Auseinandersetzung mit den klimabezogenen Chancen und Risiken" als eine mögliche Option. Er führt zudem aus, es könne "durchaus sinnvoll sein, die beschlossene Strategie und deren Umsetzung an die Destinatäre zu kommunizieren".​
    • Weiterhin wird in der Stellungnahme neben dem Einwand, Divestment habe keine Klimawirkung, weil die Titel nur in andere Hände übergehen würden, auch anerkannt: "Nichtsdestotrotz kann ein Verkauf von Aktien, Obligationen und weiteren Anlagen eine Signalwirkung haben oder aus Risikomanagement-Überlegungen Sinn ergeben".​
    • Ein zwar zahm formulierter, aber doch positiver Punkt ist zudem die gelistete Option, Kapitalerhöhungen von Unternehmen kritisch zu bewerten: "Eine Kapitalzufuhr an CO2-intensive Unternehmen, welche nicht bereit sind, mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Geschäftsmodell zu integrieren, kann kritisch überprüft werden".
    • Zu begrüssen ist zudem die durch den SVVK gelistete Option, gezielte Investitionen in klimapositive Aktien, Obligationen und weitere Anlagen zu tätigen.

    Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

     

    Die compenswiss hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

    • Als Mitglied des SVVK ist der AHV-Fonds nun aufgefordert, sich mit dessen Empfehlungen zur Risikominderung auseinanderzusetzen und erste Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios einzuleiten.

    Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

     

    Der SVVK, wo compenswiss Gründungsmitglied ist, ist seinerseits Mitglied von Climate Action 100+ und Swiss Sustainable Finance.

     

    Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (in Bezug auf von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

     

    Als Mitglied des SVVK will compenswiss die Einhaltung der ESG-Kriterien überwiegend durch den Dialog (Engagement) mit den investierten Unternehmen erreichen. Ausschlüsse von Unternehmen werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit des Engagementprozesses akzeptiert.

     

    Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen setzt im Falle der finanziellen Klimarisiken primär auf den Dialog mit den investierten Unternehmen. Der SVVK will dieses gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

    • Die Forderung nach Offenlegung von Klimadaten durch die Unternehmen ist zu unterstützen, denn sie ist die Grundvoraussetzung für Anlageentscheidungen. Jedoch leitet sie bei weitem noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen ein. 

    Dem SVVK-Aktivitätsreport 2019 ist zu entnehmen, dass sich Einsatz und Wirksamkeit des an den Dienstleister Sustainalytics delegierten ESG- und Klima-Engagements bei relevanten globalen Firmen gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. Die dem SVVK zur gemeinsamen Ausübung des Engagements angeschlossenen Pensionskassen hatten im Laufe 2018 und 2019 bei 12 globalen Unternehmen spezifische Ziele des Engagements vorgebracht. Diese Ziele in den Bereichen Korruption, Umweltschäden, Menschenrechte, Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit wurden gemäss SVVK erreicht und abgeschlossen.

    Im Klimabereich hat der SVVK Zusammen mit Sustainalytics ab 2018 einen Dialog mit 20 führenden, globalen Stahl- und Zementproduzenten angestossen, um die Klimatransition zu thematisieren. Dabei fordert der SVVK in erster Linie von diesen Unternehmen die Messung und Publikation von Klimarisiken gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD). Weitere Forderungen sind wissenschaftlich-fundierte CO2 Ziele, konkrete Massnahmen und Überwachung der Fortschritte, sowie eine Klimapolitik und konsistente Haltung gegenüber ihren Verbänden bezüglich deren Lobbying-Aktivitäten. Dieser Aktionärsdialog wird fortgesetzt.

    • Durch die Wahl des Sektors der Stahl- und Zementproduzenten hat sich der SVVK auf eine Branche konzentriert, wo Engagement sinnvoll ist: deren CO2-Intensitäten sind nur zum Teil bedingt durch den Einsatz fossiler Brennstoffe, aber trotzdem beträchtlich. Tatsächlich sind die durch die CO2-Abspaltung aus Koks oder dem mineralischen Rohstoff entstehenden Emissionen nur mittelfristig reduzierbar, weil die Technologie noch entwickelt und industrialisiert werden muss; somit kann der Druck durch Investorenverbünde die Firmen auf einen Dekarbonisierungspfad verpflichten,
    • In diesem engeren Bereich hat der SVVK nach heutigem Stand einen Leistungsnachweis für sein Engagement erbracht.
    • Im Feld jedoch der von fossilen Brenn- und Treibstoffen abhängigen Sektoren, besonders der fossilen Energien (Produzenten der fossilen Energieträger, davon abhängige Strom- und Wärmeerzeuger sowie energieintensive Sektoren), bleibt es eine Herausforderung, den Leistungsnachweis für die Option Engagement erbringen zu können.
    • Diese Option Aktionärsdialog ist sinnvoll, wenn die Geschäftsmodelle der Unternehmen Aussichten auf einen Dekarbonisierungspfad in Linie mit dem 1.5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens bieten.
    • Es sind dabei für ein klimawirksames Engagement präzise Forderungen, Umfang, Messkriterien und Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung zu definieren.
    • Ohne eine klare Dekarbonisierungsstrategie mit einer tiefgreifenden ESG- und Klima-Integration in den Anlageprozess der Wertschriftenportfolien der Mitglieder-Pensionskassen und ohne Leistungsnachweis der Engagementpolitik im Bereich der besonders hohen Klimarisiken der hoch CO2-intensiven Sektoren erscheint der Ansatz des SVVK noch nicht genügend ausgereift.

    Bei compenswiss selbst findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

     

    Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

     

    Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

     

    Planung von Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

     

    Compenswiss hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

    • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

    ____________________

     

    Schlussfolgerung:

    Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist compenswiss von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.​

     

    Tendenz 2018-2020:

    Bewertung: stagnierend

    • Angesichts des Gewichts der compenswiss und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertieft mit dem Thema der Nachhaltigkeit ihrer Anlagen, d.h. der ganzheitlichen Integration von ESG-Kriterien und dem Umgang mit den finanziellen Klimarisiken und -chancen, beschäftigen.
    • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: ein erweitertes, wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.
    • Insbesondere sollte der AHV-Fonds proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

     

    Politische Aktivitäten

     

    Juni 2018: Interpellation Nationalrätin Adèle Thorens (Grüne) "Berücksichtigen die Ausgleichsfonds AHV/IV/EO bei der Investition unserer Vorsorgevermögen das Klima entsprechend dem Übereinkommen von Paris?" Der Bundesrat antwortet, compenswiss überprüfe ihre ESG-Politik kontinuierlich und evaluiere künftige Entwicklungsansätze, wobei der Klimaerwärmung ein besonderes Augenmerk gelte. Er halte aber eine Einschränkung der Anlagekompetenzen von compenswiss nicht für angezeigt.

  • PUBLICA

    PUBLICA

    Pensionskasse des Bundes

     

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

     

    Charakterisierung

     

    Die PUBLICA ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 38 Mia. CHF die grösste öffentliche Pensionskasse und die drittgrösste Personalvorsorgeeinrichtung der Schweiz.

     

    Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

     

    Die PUBLICA verfügt über eine umfassende Nachhaltigkeitspolitik, die im Konzept "Verantwortungsbewusst investieren" festgehalten ist und für alle Anlagekategorien gilt.

     

    Sie ist Gründungsmitglied des Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zum Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) bekennt.

     

    Sie schliesst via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

    • In der Nachhaltigkeitspolitik fehlen jedoch Aussagen über Ziele, welche die Wirksamkeit ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage auf Portfolioebene kontinuierlich verbessern.
    • Es fehlt die Transparenz darüber, ob und wie substanziell sie Firmen präferieren will, die gemäss allgemein akzeptierten ESG-Kriterien nachhaltig sind, und ob und in welchem Ausmass sie die Zahl der Unternehmen des Anlageuniversums durch Verzicht auf oder Untergewichtung von nicht nachhaltig wirtschaftenden Firmen reduziert.
    • Ob eine signifikant positivere Wirkung ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage im Vergleich zur konventionellen Praxis erzielt werden soll, bleibt demnach intransparent.
    • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
    • Folglich sollte sich die PUBLICA damit auseinandersetzen, wie sie das Resultat der nachhaltigen Ausrichtung ihrer Anlagepolitik, insbesondere ihre tatsächlich gesamtgesellschaftliche Wirkung, in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen und kontinuierlich verbessern wird.

    Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

     

    Die PUBLICA nimmt Klimarisiken in den Vermögensanlagen ernst und bestätigt, dass die Berücksichtigung finanzieller Risiken im Rahmen der Bewirtschaftung des Anlagevermögens Teil der treuhänderischen Pflicht einer Pensionskasse ist.

     

    Sie hat im Februar 2020 ihre bevorstehende Einführung eines innovativen klimaeffizienten Indexes bei den Aktien publiziert. Dieser proprietäre PUBLICA-Index wurde in Zusammenarbeit mit dem Index- und Research-Anbieter MSCI konstruiert.

     

    Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

     

    Die PUBLICA hat im Jahr 2016 als erste grosse Pensionskasse der Schweiz beschlossen, Kohleproduzenten aus wirtschaftlichen Gründen aus den weltweiten Aktien- und Unternehmensobligationenportfolios auszuschliessen.

     

    Die PUBLICA investiert ebenfalls, zwar wohl auf geringem Niveau, aber zunehmend in Infrastrukturanlagen der erneuerbaren Energien (Solar- und Windparks).

     

    Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

     

    Der SVVK, wo die PUBLICA Gründungsmitglied ist, ist seinerseits Mitglied von Climate Action 100+ und Swiss Sustainable Finance.

     

    Die PUBLICA selbst lässt ihre Stimmrechte im Inland durch Inrate ausüben.

     

    Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (in Bezug auf von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

     

    Als Mitglied des SVVK will PUBLICA die Einhaltung der ESG-Kriterien überwiegend durch den Dialog (Engagement) mit den investierten Unternehmen erreichen. Ausschlüsse von Unternehmen werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit des Engagementprozesses akzeptiert.

    Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen setzt im Falle der finanziellen Klimarisiken primär auf den Dialog mit den investierten Unternehmen. Der SVVK will dieses gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

    • Die Forderung nach Offenlegung von Klimadaten durch die Unternehmen ist zu unterstützen, denn sie ist die Grundvoraussetzung für Anlageentscheidungen. Jedoch leitet sie bei weitem noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen ein. 

    Dem SVVK-Aktivitätsreport 2019 ist zu entnehmen, dass sich Einsatz und Wirksamkeit des an den Dienstleister Sustainalytics delegierten ESG- und Klima-Engagements bei relevanten globalen Firmen gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. Die dem SVVK zur gemeinsamen Ausübung des Engagements angeschlossenen Pensionskassen hatten im Laufe 2018 und 2019 bei 12 globalen Unternehmen spezifische Ziele des Engagements vorgebracht. Diese Ziele in den Bereichen Korruption, Umweltschäden, Menschenrechte, Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit wurden gemäss SVVK erreicht und abgeschlossen.

    Im Klimabereich hat der SVVK Zusammen mit Sustainalytics ab 2018 einen Dialog mit 20 führenden, globalen Stahl- und Zementproduzenten angestossen, um die Klimatransition zu thematisieren. Dabei fordert der SVVK in erster Linie von diesen Unternehmen die Messung und Publikation von Klimarisiken gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD). Weitere Forderungen sind wissenschaftlich-fundierte CO2 Ziele, konkrete Massnahmen und Überwachung der Fortschritte, sowie eine Klimapolitik und konsistente Haltung gegenüber ihren Verbänden bezüglich deren Lobbying-Aktivitäten. Dieser Aktionärsdialog wird fortgesetzt.

    • Durch die Wahl des Sektors der Stahl- und Zementproduzenten hat sich der SVVK auf eine Branche konzentriert, wo Engagement sinnvoll ist: deren CO2-Intensitäten sind nur zum Teil bedingt durch den Einsatz fossiler Brennstoffe, aber trotzdem beträchtlich. Tatsächlich sind die durch die CO2-Abspaltung aus Koks oder dem mineralischen Rohstoff entstehenden Emissionen nur mittelfristig reduzierbar, weil die Technologie noch entwickelt und industrialisiert werden muss; somit kann der Druck durch Investorenverbünde die Firmen auf einen Dekarbonisierungspfad verpflichten.
    • In diesem engeren Bereich hat der SVVK nach heutigem Stand einen Leistungsnachweis für sein Engagement erbracht.
    • Im Feld jedoch der von fossilen Brenn- und Treibstoffen abhängigen Sektoren, besonders der fossilen Energien (Produzenten der fossilen Energieträger, davon abhängige Strom- und Wärmeerzeuger sowie energieintensive Sektoren), bleibt es eine Herausforderung, den Leistungsnachweis für die Option Engagement erbringen zu können.
    • Diese Option Aktionärsdialog ist sinnvoll, wenn die Geschäftsmodelle der Unternehmen Aussichten auf einen Dekarbonisierungspfad in Linie mit dem 1.5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens bieten.
    • Es sind dabei für ein klimawirksames Engagement präzise Forderungen, Umfang, Messkriterien und Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung zu definieren.
    • Ohne eine klare Dekarbonisierungsstrategie mit einer tiefgreifenden ESG- und Klima-Integration in den Anlageprozess der Wertschriftenportfolien der Mitglieder-Pensionskassen und ohne Leistungsnachweis der Engagementpolitik im Bereich der besonders hohen Klimarisiken der hoch CO2-intensiven Sektoren erscheint der Ansatz des SVVK noch nicht genügend ausgereift.

    Die PUBLICA selbst erklärt im Konzept zum neuen klimaeffizienten Index, dass ihre Massnahmen zur Untergewichtung statt Ausschluss auch eine Einflussnahme in wenig klimaeffiziente Unternehmen erlaube. Dies solle zukünftig in Rahmen von Dialogprozessen zum Ziel der Erhöhung ihrer Klimaverträglichkeit geschehen.

     
    Die PUBLICA übt ihre Stimmrechte an über 200 Generalversammlungen von Firmen im Ausland aus, die gemäss SVVK-Kriterien als problematisch eingestuft werden. Die Liste wird durch den SVVK bereitgestellt. Die Ausübung der Stimmrechte erfolgt via den Dienstleister Minerva; die Abstimmungsrichtlinien ihres Inland-Stimmrechtsberaters Inrate gelangen auch für diese 200 Auslandfirmen zur Anwendung.
    • Die Schweiz-fokussierten Abstimmungskriterien von Inrate basieren jedoch nur auf Governance-Kriterien (G); E-(Environment)- und S-(Social)-Kriterien fehlen.
    • Es ist nicht sichtbar, ob die Stimmrechtswahrnehmung der PUBLICA ESG- und Klima-positiv erfolgte: tatsächlich fehlt noch die Publikation ihres Abstimmungsverhaltens bei den 200 problematischen Unternehmen im Ausland.
    Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

     

    Die PUBLICA veröffentlichte im Herbst 2018 ihre Erkenntnisse aus ihrer Teilnahme am BAFU-Klimaverträglichkeitstest. Diese Studie resultierte in der Aussage, dass sich die Kasse nicht auf der Ziellinie von 2°C Erwärmung befindet, sondern eher bei 4 bis 6°C. Sie quantifizierte jedoch weder einen CO2-Fussabdruck noch ergab sie eine Aussage zum finanziellen Klimarisiko.

     

    Die Kasse will ihr Portfolio "in regelmässigen Abständen auf seine Klimaverträglichkeit hin prüfen. Damit soll eine Standardisierung der Berichterstattung gefördert werden, welche Finanzinstitute bei der Ausarbeitung, Definition und Umsetzung von Zielgrössen mit Blick auf das 2-Grad-Klimaziel und bei der Bewältigung der Risiken im Zusammenhang mit der Dekarbonisierung der Wirtschaft unterstützen soll".

    • Dank dem zukünftigen Steuerungseffekt ausgehend von der Szenarioanalyse des neuen klimaeffizienten PUBLICA-Indexes ergibt sich eine potenziell erhebliche Dekarbonisierung des Aktienportfolios. 
    • Es fehlt jedoch eine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks. und/oder eine gleichwertige Quantifizierung der Dekarbonisierungswirkung - z.B. die Information, ob das Aktienportfolio auf einem Klimapfad von max. 1.5 °C ist. 
    • Das Obligationenportfolio bleibt noch unberücksichtigt unter der Selbstverpflichtung, das Gesamtportfolio in regelmässigen Abständen auf seine Klimaverträglichkeit hin zu prüfen.

    Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

     

    Der neu eingeführte klimaeffiziente Aktienindex beruht auf einer Szenarioanalyse aller ca. 9000 Unternehmen des Aktienportfolios. Das Rating der Unternehmen erfolgt aufgrund der drei zukunftsgerichteten Messgrössen:

    1. Klimabedingte Transitionsrisiken (regulatorische Risiken aufgrund Kosten für Reduktion von CO2-Emissionen),
    2. Klimabedingte Transitionschancen (technische Chancen aufgrund Reduktion von CO2-Emissionen),
    3. Physische Risiken und Chancen (klimabedingte Produktionsausfälle und -gewinne aufgrund Extremwetter, Meerspiegelanstieg, Trockenheit).
    Die Ratings sind Messgrössen für die Steuerung des Gewichtes der einzelnen Unternehmen im gesamten Aktienportfolio. Braune, von fossilen Energien abhängige Firmen und/oder mit hohen Treibhausgasemissionen werden untergewichtet, während (grüne) Firmen, die voraussichtlich als Gewinner aus der bevorstehenden Energietransition hervorgehen werden, übergewichtet werden.
     
    Es darf angenommen werden, dass die Messgrösse der physischen Risiken unabhängig von der Energietransition ist; es werden CO2-unspezifisch die Firmen mit guter Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel via Übergewichtung bevorteilt, somit dürfte diese Massnahme bezüglich Klimaschutzwirkung neutral sein.
     
    Hingegen erscheint die Untergewichtung der braunen Firmen und die Übergewichtung der grünen Firmen als potenziell stark wirksam im Sinne des Klimaschutzes.
     
    Die PUBLICA will den neuen Index bis Ende 2021 im gesamten Aktienportfolio implementiert haben.
     
    Der klimaeffiziente Index hat das Potenzial, ein wirksames Steuerungsinstrument für die faktische Dekarbonisierung des Aktienportfolios zu werden. Eingebaut sind zudem die Skalierbarkeit (Vertiefung der Wirkung) und die Anpassungsfähigkeit (z.B. des Ratings der Unternehmen an Weiterentwicklungen in der Messung der CO2-Risiken der Unternehmen).
    • Noch ist das Ausmass der potenziellen Dekarbonisierung des Aktienportfolios unbestimmbar. 
    • Die PUBLICA spricht im Synthesedokument zum neuen klimaeffizienten Index von mindestens 30% tieferen (finanziellen) Risiken und mindestens 30% höheren (finanziellen) Chancen des neuen Klima-Indexes im Vergleich zum aktuellen Referenzindex der PUBLICA.
    • Dem Steuerungsinstrument auf Basis der drei erwähnten zukunftsgerichteten Messgrössen fehlt naturgemäss die unmittelbare Abstützung auf die aktuellen Treibhausgasemissionen der Firmen des Aktienportfolios.
    • Das Ausmass der Braun-Grün Umschichtung bleibt deshalb unbekannt; eine Messgrösse für die zukünftige Erfolgskontrolle einer Dekarbonisierung in Linie mit dem 1,5°C-Ziel des Pariser Klimaabkommens fehlt. 
    • Deshalb sollte die PUBLICA ihren Versicherten und der Schweizer Öffentlichkeit das Mass der CO2-Reduktionswirkung des neuen Klimaindexes bei den Aktien durch Messung der CO2-Intensität des Portfolios (Basis Scope 1, 2, und 3) demonstrieren, oder aber sie sollte aufzeigen, ob sie mit ihren Aktien auf einem Klimapfad von nicht mehr als 1,5 °C Temperaturerhöhung ist oder nicht.
    • Es fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Obligationenportfolios. 

    ____________________

     

    Schlussfolgerung:

    Mit der Entfernung der Kohleproduzenten aus den Aktien- und Obligationenportfolios hat die PUBLICA im Jahr 2016 einen Anfang zur Dekarbonisierung ihrer Investitionen gemacht.

    Im Februar 2020 hat sie sich mit der Einführung des klimaeffizienten Indexes bei den Aktien ein potenziell sehr klimawirksames Steuerungsinstrument gegeben.

     

    Tendenz 2018-2020:

    Bewertung: viel besser

    • Mit dem innovativen Klimaindex ist die PUBLICA auf dem richtigen Weg zu einem Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad des Aktienportfolios.
    • Je nach dem Ausmass der Braun-Grün-Umschichtung im Aktienportfolio kann der Zielpfad mehr oder weniger in Linie mit dem 1.5°C-Ziel des Pariser Klimabkommens ausfallen.
    • Es fehlt demnach die Selbstverpflichtung bei den Aktien zu einem messbaren Dekarbonisierungziel bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, und/oder die Bekenntnis zu einem 1.5°C-Dekarbonisierungspfad.
    • Eine Strategie zur Dekarbonisierung der Obligationen ist noch ausstehend.
    • Zusätzlich zur Klimawirkung ist die Verbesserung der Nachhaltigkeit allgemein erforderlich: eine tiefgreifende und systematische ESG-Integration durch Selektion/Deselektion bzw. Über-/Untergewichtung von Unternehmen in den Wertschriftenportfolien aufgrund von ESG-Ratings ist noch ausstehend.
    • Schliesslich fehlt noch eine glaubwürdig dokumentierte ESG- und klimapositive Einflussnahme auf Auslandfirmen mit wirksamem Engagement und Wahrnehmung der Stimmrechte. 

    Politische Aktivitäten

     

    Aus National- und Ständerat sind keine erkennbaren Initiativen vorhanden.

     

    Juli 2019: Der Bundesrat erwartet im Rahmen seines Pakets zur Senkung des Treibhausgas-Ausstosses in der Bundesverwaltung auch: "Die vom Bundesrat gewählten Arbeitgebervertreter der Kassenkommission PUBLICA werden angehalten zu verlangen, dass die Pensionskasse des Bundes PUBLICA ihre Vermögensanlagen regelmässig auf deren Klimaverträglichkeit überprüft und das Ergebnis publiziert, erstmals Ende 2020".

    Dialog zwischen Versicherten und Kasse

     

    2016: Wahlempfehlung der Klima-Allianz Schweiz an die wahlberechtigten Versicherten. Rund 70% der an der Umfrage teilnehmenden Kandidierenden für die Delegiertenversammlung befürworten , dass die PUBLICA Anlagen in fossile Energiefirmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind, über die nächsten 5 Jahre abstossen sollte. Aus dem Kreise der durch die Klima-Allianz empfohlenen Kandidierenden wurden erheblich mehr Kandidierende gewählt als unter den nicht teilnehmenden oder nicht empfohlenen Personen.

     

    Kontaktgruppe PUBLICA DIVEST

     

    Juni 2018: Die 32 Mitglieder umfassende Versichertengruppe PUBLICA DIVEST, die sich mit Unterstützung der PUBLICA-Destinatäre der Aktion renten-ohne-risiko.ch bildete, sendet ein Schreiben an die Kassenkommission der PUBLICA. Es enthält Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zum Investor’s Engagement bei den Unternehmen und zur Einbindung der Destinatäre.

     

    Die Gruppe PUBLICA DIVEST meint auch: "Der Bundesrat will das internationale Ziel der Umlenkung der Finanzflüsse durch freiwillige Massnahmen der Finanzbranche der Schweiz umsetzen. Wir finden, die Anlagestrategie der PUBLICA - Pensionskasse des Bundes und grösste Vorsorgeeinrichtung der Schweiz - trage dem noch zu wenig Rechnung, und erwarten, dass sie ihre Vorbildfunktion im Finanzplatz Schweiz, im Einklang mit den Klimazielen der Eidgenossenschaft, deutlich aktiver wahrnehmen wird."

     

    Oktober 2018: Kassenkommission und Direktor verweisen in ihrer Antwort auf die in der Zwischenzeit auf der Website publizierten Schlüsse und weitere Massnahmen aus ihrer Teilnahme am BAFU-Klimaverträglichkeitstest. Die PUBLICA bietet interessierten Versicherten die Offenlegung weiterer Hintergrundinformationen an einem Workshop an.

     

    Sie informiert, dass sie gegenwärtig in Zusammenarbeit mit dem ThinkTank 2°Investing Initiative die Messung relevanter Kennzahlen zur Klimaverträglichkeit und zu Klimarisiken prüft. Die Methodologie soll sich an die international als Standard anerkannten Empfehlungen des Task Force for Climate Related Financial Disclosures der G20 anlehnen.

     

    Die Frage nach einer Strategie zum Einbezug der Klimarisiken wird durch den Verweis auf den jährlichen ESG-Risikoanalyseprozess beantwortet. Für das Jahr 2018 wurde das Thema "Klimabezogene Übergangsrisiken in Bezug auf die Energieproduktion aus fossilen Energien, insbesondere Kohle" prioritisiert. Die PUBLICA informiert auch über ihre Wahrnehmung von Chancen der Transition, indem sie vermehrt in Infrastrukturanlagen erneuerbarer Energien wie Windparks und Photovoltaik investiere.

     

    Bei ausländischen Unternehmen unterstütze die PUBLICA "Pläne" des SVVK-ASIR, wo die PUBLICA zusammen mit weiteren Gross-Pensionskassen Mitglied ist, zur Aufnahme "klimaspezifischer Dialoge". Ausschlusskriterien werden nicht als prioritär betrachtet. Die PUBLICA setzt darauf, dass sich die Qualität und die Aussagekraft von klimarelevanten Unternehmensdaten verbessert. Damit steige die Transparenz der Geschäftsstrategie und der Entwicklung der Unternehmen im Umgang mit den Klimarisiken.

     

    Die PUBLICA betrachtet die Ausschlussliste Carbon Underground 200 der grössten Kohle-, Erdöl- und Erdgasunternehmen als vergangenheitsbezogen, sie setzt demgegenüber auf die Beurteilung positiver und negativer Entwicklungen kritischer Unternehmen. Eine Orientierung an "ex fossil fuels" Indices sei gegenwärtig von geringer Priorität, da die PUBLICA faktorbasierte Indices einsetze. Gegenwärtig sind ESG-Faktoren nicht Teil davon. Sie meint, dieser Aspekt könne im Rahmen einer geplanten Analyse zum Einbezug von ESG-Faktoren in Ergänzung zu bestehenden Risikofaktoren in Betracht gezogen werde.

     

    Juni 2019: Die Delegation der Gruppe PUBLICA DIVEST reicht als Vorbereitung des von der PUBLICA im Oktober 2018 angebotenen Workshops ein neues Papier ein. Sie wünscht, dass die PUBLICA den Tatbeweis der Wirksamkeit ihres Investor's Engagement im Bereich der stark kohlenstoffexponierten Branchen der Kohleverstromer, des Erdöls und des Erdgas erbringt. Andererseits schlägt sie vor, dass die PUBLICA eine Klimastrategie mit Portfolio-Dekarbonisierung konzipiert.

     

    Ende Juni 2019: Die Delegation der Klima-Allianz dankt der der Direktion und den Vertretern des Asset Management der PUBLICA für die Durchführung dieses hochinformativen Workshops und für den offenen und konstruktiven Austausch. Sie fasst ihre Position sowie die gemäss PUBLICA zu erwartenden Weiterentwicklungen in einer durch die PUBLICA gegengelesenen Gesprächsnotiz zusammen.

    • Die klimarisikomindernde Dekarbonisierung des Portfolios sollte gleichberechtigt zum Engagement konzipiert werden.
    • Engagement und Dekarbonisierung sind nicht als Gegensatz, sondern als kombinierte Strategie zu betrachten.
    • Verstärkt zu verfolgen wäre die Untergewichtung problematischer Positionen, was die Kohlenstoffsensitivität des Portfolios via Dekarbonisierung vermindert, aber die Fortsetzung des Engagements erlaubt. 
    • Bei geringerer CO2-Exposition und bei Unternehmen mit guten Aussichten einer Umstellung der Geschäftsmodelle (Stromsektor, Automobilsektor) bleibt Engagement erste Wahl.
    • Entsprechend befürwortet die Klima-Allianz die Dekarbonisierung als zwingende Ergänzung des Engagements im Bereich der fossilen Energien (fossile Brennstoffe, Stromunternehmen). Die Planung und Umsetzung eines Dekarbonisierungspfades mit Divestment, Untergewichtung und/oder via Best-in-Class-Ansatz sollte Teil der Nachhaltigkeits- und Klimastrategie sein. Sie verweist dabei auf die Vorreiter-Pensionskassen PKZH und LUPK.
    • Die Klima-Allianz fragt, warum PUBLICA mit ihrem global relevanten Gewicht nicht an den Initiativen (Appellen) des IIGCC wie auch der Climate Action 100+ teilnimmt; dies wäre mit wenig Aufwand verbunden und kosteneffizient; es braucht dazu keine Abstimmung mit dem SVVK.

    Die PUBLICA informiert,

    • es bestünden konzeptionelle, provisorische Bestrebungen, um Grundlagen für eine potenzielle weitere ESG-Ausrichtung und Dekarbonisierung des Portfolios im Bedarfsfall vorzubereiten,
    • sie sei offen dafür, bei Vorliegen von Konzepten, die Unterstützung durch die Führungsorgane der PUBLICA finden, der Delegation der Klima-Allianz Details zu kommunizieren.

    Brief von 165 ProfessorInnen an die PUBLICA

     

    Juni 2018: 165 Professorinnen, Professoren und Mitarbeitenden der ETH Zürich, der EPF Lausanne und aus Instituten des ETH-Bereichs, die bei der PUBLICA versichert sind, senden der Kassenkommission der PUBLICA einen Brief. Eine Eingabe, die dank der Initiative eines PUBLICA-Versicherten des ETH-Bereichs zustande kam.

     

    Die Unterzeichnenden stellen fest: "Ende 2014 hatten mehr als 400 massgebende institutionelle Anleger mit dem «Global Investor Statement on Climate Change» die Politik aufgerufen, für ein starkes Pariser Klimaabkommen (COP21) zu sorgen. Je länger wirksame Massnahmen zur Verhinderung eines katastrophalen Klimawandels und für saubere Energien ausblieben, desto unvermeidbarer würden später radikale, stabilitätsgefährdende Notmassnahmen im Weltkrisenmodus. Ohne eine weitsichtige Verhütungsstrategie seien die heute getätigten Investitionen und Alters-Sparguthaben von Millionen Bürgern gefährdet."

     

    Die 165 Persönlichkeiten gehen demnach davon aus, dass die Investitionen der PUBLICA im fossilen Sektor von ca. 800 Mio. CHF bereits heute ein erhebliches finanzielles Risiko darstellen: "Spätestens seit dem Inkrafttreten des Pariser Klimaabkommens ist klar, dass der Regulierungsdruck seitens der Regierungen zunehmen wird. Zusätzlich beschleunigt sich die Entwicklung der Technologie im erneuerbaren Energiesektor. Schliesslich wird auch der Druck aus der Zivilgesellschaft weiter zunehmen, nicht zuletzt infolge der zu erwartenden Zunahme von Klimakatastrophen. Eine erhebliche Wertverminderung von im fossilen Sektor tätigen Unternehmen ist daher wahrscheinlich, noch bevor griffige Gesetzgebung und neue Technologien zu einer Abnahme der Nachfrage führen werden".

     

    Die 165 Unterzeichnenden erwarten deshalb, dass die PUBLICA Investitionen aus Unternehmen im fossilen Energiesektor abzieht und bei allen verbleibenden Unternehmen die Möglichkeiten der Einflussnahme nutzt, um diese in eine klimaverträgliche Zukunft zu führen.

     

    Oktober 2018: Die PUBLICA bekräftigt in ihrer Antwort, dass sie die Berücksichtigung von Klimarisiken als Teil ihrer treuhänderischen Sorgfaltspflichten betrachtet. Sie wolle am Übergang von fossilen zu erneuerbaren Energien partizipieren, jedoch sei ein Ausschluss von (nach der Kohleförderung) weiterer Unternehmen der fossilen Energien erst dann aktuell, wenn die grössten Staaten ihre Verpflichtungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen gemäss dem Pariser Klimaakommen effektiv umsetzen würden.

  • BVK

    BVK des Kantons Zürich

     

     

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

     

    Charakterisierung

     

    Die BVK ist mit ihrem Anlagevolumen von über 32 Mia. CHF die viertgrösste Personalvorsorgeeinrichtung und zweitgrösste Pensionskasse öffentlicher Angestellten der Schweiz.

     

    Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

     

    Die BVK verfügt über eine allgemeine Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist, und hat diese in Grundsätzen detaillierter gefasst.

     

    Sie ist Gründungsmitglied des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zum Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) bekennt.

     

    Sie schliesst via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

    • In ihrer Publikation der Nachhaltigkeitspolitik fehlen jedoch Aussagen über Ziele, welche die Wirksamkeit ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage auf Portfolioebene kontinuierlich verbessern.
    • Es fehlt die Transparenz darüber, ob und wie substanziell sie Firmen präferiert, die gemäss allgemein akzeptierten ESG-Kriterien nachhaltig sind, und ob und in welchem Ausmass sie die Zahl der Unternehmen des Anlageuniversums durch Verzicht auf oder Untergewichtung von nicht nachhaltig wirtschaftenden Firmen reduziert.
    • Ob es eine signifikant positive Wirkung ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage im Vergleich zur konventionellen Praxis gibt, bleibt demnach intransparent.
    • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
    • Folglich sollte sich die BVK damit auseinandersetzen, wie sie das Resultat der nachhaltigen Ausrichtung ihrer Anlagepolitik, insbesondere ihre tatsächlich gesamtgesellschaftliche Wirkung, in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen und kontinuierlich verbessern wird.

    Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

     

    Die BVK sieht seit Anfang 2020 auch den Klimawandel als Teil ihre eigenen Nachhaltigkeitspolitik. Beim Management der Klimarisiken soll ein mehrstufiger Prozess greifen (Identifikation von Klimarisiken, Dialog mit Unternehmen, Ausschluss).

    • Derzeit jedoch bleibt bei Firmen mit hohem Treibhausgasausstoss (direkt oder durch die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette, insbesondere Erdöl- und Erdgasproduzenten, Kohleverstromer) die Wirkung des von der BVK bevorzugten Dialogs mit den Unternehmen noch ungewiss. Es sollte eine sehr enge Wirkungskontrolle mit Meilensteinen und Zeitlimiten erfolgen.

    Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

     

    Die BVK hat 2017 als zweite grosse Pensionskasse der Schweiz beschlossen, aus wirtschaftlichen Gründen "Kohleproduzenten aus den weltweiten Aktienportfolios auszuschliessen".

     

    Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

     

    Die BVK hat die UN Principles for Responsible Investment unterzeichnet und verpflichtet sich damit ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

    • Dies ist positiv. Allerdings fundieren diese UN-PRI auch auf der Erkenntnis, dass die finanziellen ESG- und Klimarisiken materiell sind und dass deshalb wirtschaftlich begründetes Risikomanagement nötig wird, um Verluste zu vermeiden.

    Die BVK ist seit August 2019 Mitglied des Vereins Swiss Sustainable Finance.

    • Als erste der grossen Schweizer Pensionskassen anerkennt sie damit die Notwendigkeit, dass der Finanzplatz Schweiz – und somit auch die Pensionskassen – eine führende Rolle bei der nachhaltigen und klimaverträglichen Ausrichtung der Finanzflüsse spielt.

    Sie ist zudem seit August 2019 Direktmitglied der von Investoren geleiteten globalen Engagement-Initiative Climate Action 100+, welche die 100 grössten Treibhausgasemittenten anvisiert. Ziel der Initiative ist es, "mit den weltweit grössten Treibhausgasemittenten zusammenzuarbeiten, um die Emissionen zu reduzieren, die klimabezogenen Finanzinformationen offenzulegen und die Unternehmens-Governance in Bezug auf den Klimawandel zu verbessern".

     

    Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (in Bezug auf von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

     

    Auch als Mitglied des SVVK will die BVK die Einhaltung der ESG-Kriterien und das Management der Klimarisiken gemäss ihren überwiegend durch den Dialog (Engagement) mit den investierten Unternehmen erreichen.

    Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen setzt im Falle der finanziellen Klimarisiken primär auf den Dialog mit den investierten Unternehmen. Der SVVK will dieses gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

    • Die Forderung nach Offenlegung von Klimadaten durch die Unternehmen ist zu unterstützen, denn sie ist die Grundvoraussetzung für Anlageentscheidungen. Jedoch leitet sie bei weitem noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen ein. 

    Dem SVVK-Aktivitätsreport 2019 ist zu entnehmen, dass sich Einsatz und Wirksamkeit des an den Dienstleister Sustainalytics delegierten ESG- und Klima-Engagements bei relevanten globalen Firmen gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. Die dem SVVK zur gemeinsamen Ausübung des Engagements angeschlossenen Pensionskassen hatten im Laufe 2018 und 2019 bei 12 globalen Unternehmen spezifische Ziele des Engagements vorgebracht. Diese Ziele in den Bereichen Korruption, Umweltschäden, Menschenrechte, Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit wurden gemäss SVVK erreicht und abgeschlossen.

    Im Klimabereich hat der SVVK Zusammen mit Sustainalytics ab 2018 einen Dialog mit 20 führenden, globalen Stahl- und Zementproduzenten angestossen, um die Klimatransition zu thematisieren. Dabei fordert der SVVK in erster Linie von diesen Unternehmen die Messung und Publikation von Klimarisiken gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD). Weitere Forderungen sind wissenschaftlich-fundierte CO2 Ziele, konkrete Massnahmen und Überwachung der Fortschritte, sowie eine Klimapolitik und konsistente Haltung gegenüber ihren Verbänden bezüglich deren Lobbying-Aktivitäten. Dieser Aktionärsdialog wird fortgesetzt.

    • Durch die Wahl des Sektors der Stahl- und Zementproduzenten hat sich der SVVK auf eine Branche konzentriert, wo Engagement sinnvoll ist: deren CO2-Intensitäten sind nur zum Teil bedingt durch den Einsatz fossiler Brennstoffe, aber trotzdem beträchtlich. Tatsächlich sind die durch die CO2-Abspaltung aus Koks oder dem mineralischen Rohstoff entstehenden Emissionen nur mittelfristig reduzierbar, weil die Technologie noch entwickelt und industrialisiert werden muss; somit kann der Druck durch Investorenverbünde die Firmen auf einen Dekarbonisierungspfad verpflichten.
    • In diesem engeren Bereich hat der SVVK nach heutigem Stand einen Leistungsnachweis für sein Engagement erbracht.
    • Im Feld jedoch der von fossilen Brenn- und Treibstoffen abhängigen Sektoren, besonders der fossilen Energien (Produzenten der fossilen Energieträger, davon abhängige Strom- und Wärmeerzeuger sowie energieintensive Sektoren), bleibt es eine Herausforderung, den Leistungsnachweis für die Option Engagement erbringen zu können.
    • Diese Option Aktionärsdialog ist sinnvoll, wenn die Geschäftsmodelle der Unternehmen Aussichten auf einen Dekarbonisierungspfad in Linie mit dem 1.5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens bieten.
    • Es sind dabei für ein klimawirksames Engagement präzise Forderungen, Umfang, Messkriterien und Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung zu definieren.
    • Ohne eine klare Dekarbonisierungsstrategie mit einer tiefgreifenden ESG- und Klima-Integration in den Anlageprozess der Wertschriftenportfolien der Mitglieder-Pensionskassen und ohne Leistungsnachweis der Engagementpolitik im Bereich der besonders hohen Klimarisiken der hoch CO2-intensiven Sektoren erscheint der Ansatz des SVVK noch nicht genügend ausgereift.
    Die BVK übt ihre Stimmrechte an über 500 Generalversammlungen im Ausland aus. Dies erfolgt via einen nicht näher bezeichneten Dienstleister; die BVK veröffentlicht ihr Abstimmungsverhalten im Detail.
    • Im Falle des Kohle-, Erdöl- und Erdgas-Konzerns BHP hat die BVK einem Aktionärsantrag gegen die klimaschädlichen Lobby-Aktivitäten zugestimmt. 
    • Auch bei der US-Kohlestromfirma Duke Energy verhielt sich die BVK klimapositiv, indem sie Resolutionen für die Berichterstattung zu Zahlungen an Politiker und Ausgaben über das Lobbying sowie für einen Report zur Eindämmung der Wirkung auf Gesundheit und Klima unterstützte.
    • Im Falle von BP unterstützte sie jedoch nur die Climate-Action 100+ Resolution zur Berichterstattung darüber, wie das Geschäftsmodell mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens kompatibel ist; sie lehnte aber den Antrag ab, dass BP konkrete Ziele für ihre Paris-Kompatibilität formuliert.
    • Bei Chevron hat sie sowohl für die Erstellung eines Reports über Pläne zur Senkung des C02-Fussabdrucks in Linie mit dem Pariser Abkommen als auch für die Gründung eines "Environmental Issue Board Committee" gestimmt. 
    • Bei Exxon unterstützte die BVK sämtliche Resolutionen für die Berichterstattung zu Zahlungen an Politiker und Ausgaben über das Lobbying, sowie für die Gründung eines "Environmental/Social Issue Board Committee".
    • Bei Shell verhielt sie sich im Jahr 2018 klimapositiv, denn sie unterstützte einen Aktionärsantrag  der die Erdöl-und Erdgas-Firma aufforderte, Ziele festzulegen und zu veröffentlichen, die mit dem Ziel des Pariser Klimaabkommens übereinstimmen, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen.
    Fazit: zwar verhielt sich die BVK nicht immer, aber doch weitgehend klimapositiv.
     

    Wie die BVK im Sommer 2019 mitteilte, will sie im Feld des direkten Aktionärsdialogs bei der globalen Initiative Climate Action 100+ eine aktive Rolle einnehmen. Geplant ist, dass sie Teilaufgaben übernimmt, indem sie sich mit einer eigenen Vertretung in den Unternehmensdialog einbringt, Zielvorgaben und Massnahmen zur Zielerreichung bespricht und den Fortschritt rapportiert.

    • Dies ist ein Fortschritt, denn nur mit inhaltlich präzisen und wirksam gestellten Forderungen von Aktionären gibt es Bewegung bei den Grossfirmen, Paris-kompatible Dekarbonisierungspfade für den fossilen Anteil ihrer Geschäftstätigkeit zu beschliessen. Damit geht die BVK weiter als das durch die SVVK-Mitglieder gemeinsam getätigte Engagement.

    Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

     

    Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

     

    Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

     

    Die BVK hat keine Absichten bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

    • Folglich fehlt noch eine Strategie zur weiteren Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.​

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    Schlussfolgerung:

    Mit der Entfernung der Kohleproduzenten aus dem Aktienportfolio hat die BVK im Jahr 2017 einen ersten Schritt zur Dekarbonisierung ihrer Investitionen gemacht.

     

    Tendenz 2018-2020:

    Bewertung: besser

    • Das geplante eigene Engagement als Akteurin im Rahmen des Netzwerks der Climate Action 100+ für den kollektiven Unternehmensdialog mit den kohlenstoffintensivsten Unternehmen setzt ein Zeichen. Auch sind Wirksamkeitsnachweis und Erfolgskontrolle angekündigt. 
    • Es fehlt noch eine stringente, zeitnahe Dekarbonisierung des Portfolios, beginnend mit dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.
    • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

    Politische Aktivitäten

     

    Dezember 2015: Interpellation Martin Neukom (Grüne), Jonas Erni (SP) und Daniel Sommer (EVP) im Kantonsrat zu den Risiken der Kohlenstoffblase für die Investitionen des Kantons und der BVK. In ihrer Antwort vom Februar 2016 beantwortet die Regierung die Frage nach der Summe der Anlagen der BVK in fossile Energien nicht. Sie gibt nur bekannt, die BVK investiere indexnah, somit entspreche ihr Exposure dem globalen Marktdurchschnitt.

     

    März 2017: Anfrage im Kantonsparlament, Jonas Erni (SP), Barbara Schaffner (GLP), Martin Neukom (Grüne) zur Nachhaltigkeit und zum Divestment der BVK. Die Regierung antwortet ablehnend, da die BVK als privatrechtliche Institution autonom entscheide und keine Weisungsbefugnis bestehe.

     

    Februar 2019: Anfrage Sonja Gehrig (GLP), Martin Neukom (Grüne) und Mark Wisskirchen (EVP) im Kantonsrat zur Transparenz der BVK bezüglich der finanziellen Klimarisiken. Unter Bezug auf die im Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge festgelegten Pflichten zur Information über den versicherungs-technischen Risikoverlauf wird die Offenlegung der der BVK vorliegenden Informationen und Erkenntnisse über die Investitions- und Anlagerisiken verlangt. Insbesondere wird Transparenz zu den bereits getätigten Untersuchungen nachgefragt, wie diejenigen im Zusammenhang mit den beiden BAFU-Klimastudien "Kohlenstoffrisiken für den Finanzplatz" (2015) und "Klimaverträglichkeitstest" (2017).

     

    Februar 2019: In einer zweiten Anfrage Sonja Gehrig (GLP), Jonas Erni (SP) und Martin Neukom (Grüne) im Kantonsrat für eine Strategie zur Minimierung der Klimarisiken bei der BVK wird ein Absenkungspfad der Klimaemissionen und der finanziellen Klimarisiken thematisiert. Es wird die Frage gestellt, ob es aus Sicht der Regierung - in Linie mit der Auffassung des Bundesrats, der auf Freiwilligkeit setzt – nicht Ziel sein müsste, dass die BVK ihren Anteil leistet, damit unser Land die eingegangenen Verpflichtungen des Pariser Abkommens erreiche. Weiterhin wird nachgefragt, ob die Exekutive, also der Kanton, nicht über seine Arbeitgebervertretungen Einfluss auf die Anlagestrategie ausüben müsste, um diese weniger Klimarisiken auszusetzen.

     

    April 2019: für die Beantwortung der beiden Anfragen schiebt der Regierungsrat die Verantwortung auf die BVK ab.

     

    In ihrer Antwort zu ihrer Transparenz bezüglich Klimarisiken gibt die Kasse zu verstehen, dass ihre die bisherigen CO2-orientierten Analysen des BAFU-Klimatests nur einen geringen Teil ihrer gesamten Anlagen erfasst hätten, sie somit nicht relevant seien. Transparenz im Feld der Klimarisiken hält sie nicht für nötig. Die Antwort zu einer Strategie zur Minimierung der Klimarisiken zeigt auf, dass die BVK den Klimawandel und die Energietransition nur als "mögliches" Anlagerisiko für ihr Portfolio betrachtet. Sie setzt auf Investor's Engagement, vermittelt aber keine Transparenz darüber, welche Aktivitäten sie unternommen hat. Auch fehlt der Nachweis der Wirkung ihres behaupteten Unternehmensdialoges mit CO2-intensiven Firmen - vorab der Kohle-/Rohstoff-Mischkonzerne, der Erdöl- und Erdgasförderer und der Kohleverstromer.

     

    Sie ist offensichtlich (noch) nicht bereit, einen intelligenten Ansatz zu formulieren, der den Aufbau eines wirksamen Engagements mit Bedingungen und Ausstiegsfristen mit der Ansage eines Dekarbonisierungspfades kombiniert. Offensichtlich sieht sie noch keine Notwendigkeit, sich aktuell mit den finanziellen Klimarisiken und den Chancen der Energietransition für ihr Portfolio zu beschäftigen.

     

    Immerhin lässt sie für den langen Zeithorizont die Option eines Ausstiegs offen: ihre Verantwortung, die Firmen mit Engagement zu nachhaltigem Wirtschaften anzuhalten, bedeute "aber auch, dass die BVK bereit ist, Anlagesektoren auszuschliessen, wenn zum Beispiel Gefahr besteht, dass das Geschäftsmodell aufgrund der bestehenden Klimarisiken obsolet wird". Mit anderen Worten, aktuell verneint die BVK, dass der Klimawandel - der ein irreversibles Risiko ist - ihr Portfolio bedroht. Aber sie denkt, sie würde, sollte es zu "bestehenden" Klimarisiken kommen, dann schon noch rechtzeitig die Kurve kriegen, um die Renten zu schützen. Ein riskantes Spiel für eine Pensionskasse mit über 120'000 Destinatären.

     

    März 2019: Gemeindeparlament Uster, Anfrage Patricio Frei (Grüne) "Investiert die Stadt Uster in fossile Energie?" Die Anfrage betrifft auch die BVK, wo das Personal der Stadt Uster versichert ist; sie verweist auf eine Untersuchung (siehe oben: Schreiben der Versichertengruppe BVK DIVEST an die BVK vom August 2018), worin für die BVK die potenzielle klimabedingte Reduktion des Deckungsgrades im 15-Jahre-Horizont von heute 100% auf bis zu 87,5% postuliert wurde.

     

    Die Stadtregierung wird aufgefordert, unter ihrer Verpflichtung als Arbeitgeber des Personals der Stadt Uster, gegenüber der BVK die Interessen der Mitarbeitenden an einer finanziell gesunden Pensionskasse geltend zu machen, indem sie das Recht auf Information ausübt und umfassende Informationen einholt. Diese müssten für die Stadt Uster und ihr Personal als Entscheidungsgrundlage für ein weiteres Vorgehen, unter Einschluss eines möglichen Kassenwechsels, verwendbar sein.

    Die Exekutive wird aufgerufen, ihr Gewicht als verantwortlicher Arbeitgeber bei der BVK einzusetzen, damit diese Schritte für mehr Nachhaltigkeit und für eine risikominimierende Klimastrategie unternimmt. Diese soll in transparenter und verpflichtender Weise das Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios festlegen, angefangen mit dem Ausstieg aus dem Bereich fossile Energien.

    Weiterhin werden die Resultate und die Schlussfolgerungen betreffend die BVK des BAFU-Klimatests 2017 sowie die Zurverfügungstellung des Originalberichts einverlangt.

     

    September 2019: Als Teil ihrer Antwort leitet die Stadtexekutive Uster die Stellungnahme der BVK weiter. Diese sagt neben schon Gesagtem, sie gehe davon aus, dass sich die Erdöl- und Erdgasproduzenten an die Anforderungen der durch das Pariser Klimaabkommen vorgegebenen Transition anpassen können und die Renditen auch in Zukunft einbringen. Neu ist, dass sie erwartet, dass die Unternehmen die Klimarisiken ihrer Wertschöpfungsketten analysieren, messen und ihr Geschäftsmodell an eine emissionsärmere Zukunft anpassen. Diesen Worten lässt sie immerhin Taten folgen, denn die BVK will selbst aktiv an der Climate Action 100+ teilnehmen (s.oben).

    Dialog zwischen Versicherten und Kasse

     

    Mai 2017: Wahlempfehlung der Klima-Allianz Schweiz an die wahlberechtigten Versicherten. Mit 20 von 25 Teilnehmenden befürwortet die grosse Mehrheit der an der Umfrage beteiligten Kandidierenden für den Stiftungsrat, dass die BVK Anlagen in fossile Energiefirmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind, über die nächsten 5 Jahre abstossen sollte. Der Wahlausgang war für das Ziel des Divestments erfolgreich: die Zahl der expliziten Befürworter der Desinvestition fossiler Unternehmen im Führungsorgan der BVK hat sich verdoppelt. Die zwei neugewählten Stiftungsräte Stefan Giger und Irene Willi, die auf der Liste “Starke Stimmen in die BVK” des VPOD Zürich antraten, verdrängen zwei erneut kandidierende Bisherige. Diese hatten die Wahlumfrage der Klima-Allianz unter den Kandidierenden für die Arbeitnehmervertretung ignoriert.

     

    Kontaktgruppe BVK DIVEST

     

    Mai 2017: Dank des Momentums der Wahlempfehlung und des erfolgreichen Wahlausgangs bildet sich die neue Kontaktgruppe BVK DIVEST, die sich als Dialogpartner des neugewählten Stiftungrates versteht.

     

    August 2017: die Kontaktgruppe BVK DIVEST sendet im Namen der BVK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Stiftungsrat. Dieses umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zur Stimmrechtsausübung und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von BVK DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

     

    November 2017: BVK DIVEST wertet an einem Workshop die Antwort der BVK aus, welche nur in allgemeiner Weise auf die Grundsätze der Anlagepolitik eingeht, nicht aber eine Absicht zur Entwicklung einer transparenten Klima-Strategie erkennen lässt.

     

    Dezember 2017: BVK DIVEST sendet das erarbeitete Positionspapier an den Stiftungsrat der BVK. Die Kontaktgruppe kritisiert die Missachtung des von der Schweiz ratifizierten Pariser Klima-Abkommens bei der Festlegung der Nachhaltigkeitsziele (ESG Kriterien) und betont die finanziellen Risiken für die BVK-Altersrenten. Bei Festhalten an Anlagen in Erdöl- und Erdgasindustrien drohen Verluste nicht nur auf die lange Sicht, sondern disruptive Verläufe wie der plötzliche Fall des Schweizer Bankgeheimnisses, das Diesel-Debakel der deutschen Auto-Industrie und die unerwartet schnelle Wende hin zu Elektromobilität. Zusammen mit einer ungenügenden Wahrnehmung von Ertragschancen, die sich aus dem Boom der erneuerbaren Energien ergeben, könnte dies als Mangel der gebotenen treuhänderischen Sorgfaltspflicht ausgelegt werden.

     

    Dezember 2017: Geschäftsleitung und Anlageverantwortliche der BVK sagen zu, die Gruppe BVK DIVEST zu einem Treffen in ihrem Hause zu empfangen.

     

    Januar 2018: das Treffen findet in gegenseitig offener und interessierter Atmosphäre statt.

    Die BVK weist darauf hin, sie lasse sich in ESG-Fragen - deren Anwendungskriterien sie ausschliesslich im Rahmen des SVVK gemeinsam mit den anderen grossen Kassen entwickelt - nicht durch "subjektive" Meinungen leiten. Sie wende stattdessen "normative" Kriterien an. In Klimafragen bedeutet das, dass die Kasse die vom Pariser Abkommen geforderte Umlenkung der Finanzflüsse nur dann als ethisches Steuerinstrument anerkennen will, wenn es schweizerische Ausführungsgesetze dazu gäbe.

    Weiterhin sieht die Kasse, entgegen der Forderung der Klima-Allianz und von BVK DIVEST, keine Notwendigkeit, den sie betreffenden Stand ihrer Klimakompatibilität zu veröffentlichen, der ihr aufgrund der Resultate des BAFU-Klimatests 2017 vorliegt.

    Die 8-köpfige Delegation von BVK DIVEST zeigte auf, dass es die finanziellen Risiken - also die Gefahr geringerer Renten - seien, die schwergewichtig zu betrachten seien. Damit kann die Diskussion von moralisch, ethischen Fragen auf (einfacher verhandelbare) handfeste finanzielle Eigeninteressen umgelenkt werden. Denn Klimawandel und Energietransition würden Verluste auf den Anlagen des fossilen Sektors bewirken, somit dürfe ein Ausstieg nicht zu spät erfolgen. Dies wird durch die BVK im Prinzip nicht bestritten, doch ihre Anlageverantwortlichen trauten sich keine "überdurchschnittliche Prognosefähigkeit" zu.
    Die Delegation von BVK Divest legt dar, dass der Klimawandel eine physikalische, somit eindeutig prognostizierbare Tatsache ist, und deshalb nicht mit Unvorhersehbarkeiten wie Aktien- oder Wechselkursschwankungen verglichen werden kann.

    Um die von BVK DIVEST verlangte Vertiefung der Thematik zu ermöglichen, ist die BVK bereit, den Dialog weiterzuführen. Es wurde ein weiteres Treffen im Laufe 2018 vereinbart.

     

    Februar-August 2018: einem Aufruf von BVK DIVEST folgend, unterzeichnen nun über 80 BVK-Versicherte das Positionspapier vom Dezember 2017. Das um die neuen Unterstützenden ergänzte Positionspapier der über 80 BVK-Versicherten wird der Kasse im August 2018 eingereicht.

     

    März-August 2018: die Gruppe BVK beschliesst, beim Klima-Fintech-Unternehmen Carbon Delta eine Simulation der finanziellen Klimarisiken der Investitionen der Kasse in Auftrag zu geben, die über die möglichen Verluste auf den Aktien und Obligationen im Zusammenhang mit den fossil-lastigen, "high carbon" Unternehmen Auskunft gibt. Sie leitet daraus Folgerungen für die Finanzierung der zukünftigen Renten ab und unterbreitet diese - im Sinne der Vorbereitung des zweiten Treffens - in einem neuen Schreiben (mit Anlage 1, Anlage 2) der BVK. Die Studie besagt, dass - je nachdem, in welche Unternehmen die BVK in Wirklichkeit investiert, was sie nicht offenlegt - im Zeithorizont der nächsten 15 Jahre potenzielle klimabedingte Wertverluste auf dem Aktien- und Obligationenportfolio im Bereich von 5.8 bis 17.8 % entstehen könnten.

     

    September 2018: in ihrer Antwort auf die neuen Eingaben von BVK DIVEST begrüsst die BVK das grosse Interesse der über 80 Versicherten an der Klimaverträglichkeit der Anlagen und bekräftigt die Bereitschaft, den Austausch in Form eines neuen Treffens fortzuführen.

    Sie reagiert im Übrigen jedoch defensiv. Statt Interesse zu zeigen, mehr über Ziel und Methodologie der Studie von Carbon Delta zu ihren klimabedingten Portfoliorisiken zu erfahren, äussert sie Zweifel am Studiendesign und an der Tauglichkeit der Studie für die BVK. Sie anerkennt, dass "ein möglicher (sic!) Klimawandel sowie die hierzu getroffenen Massnahmen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu einer Transformation der Weltwirtschaft führen können", sagt aber, sie lehne "eine Fokussierung auf mono-kausale Ursache/Wirkungsketten ab" und verfolge einen "ganzheitlichen Ansatz", da es ihr Tagesgeschäft sei, eine Vielzahl von finanziellen Marktrisiken als Basis für ihr Risikomanagement herbeizuziehen. Statt anzuerkennen, dass der sichere Klimawandel ihr heutiges Risikobudget vergrössert, zieht die BVK den Klimawandel überhaupt in Zweifel.

     

    November 2018: Die Gruppe BVK DIVEST reicht als Vorbereitung des mit der BVK vereinbarten Treffens vom 23. November 2018 ihrerseits eine Stellungnahme ein, welche die Methodologie von Carbon Delta klärt. Weiterhin schlägt sie eine Traktandenliste für die Besprechung vor.

     

    Dezember 2018: Die Versichertengruppe BVK DIVEST fasst die Ergebnisse der Besprechung in einem Verdankungsschreiben zuhanden der BVK zusammen. Sie anerkennt aufgrund der erhaltenen Informationen, dass die BVK im Rahmen ihrer Tätigkeit innerhalb des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) an Arbeiten beteiligt ist, welche sich auf die Folgen des Pariser Klimaabkommens beziehen und die Art und Weise der Berücksichtigung der finanziellen Klimarisiken ermitteln sollen. Hingegen stellt sie fest, dass sich die BVK als zweitgrösste Pensionskasse der Schweiz bisher keine zukunftsgerichtete finanzielle Risikoanalyse auf der Basis der internationalen Standards des Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) durchgeführt hat. Weiterhin vermisst sie Transparenz der BVK darüber, wie sie in Zukunft - mit einer Klimastrategie - die finanziellen Klimarisiken angehen will. Sie stellt auch fest, dass es weiterhin unklar bleibt, wie die BVK im Rahmen der via SVVK und ihrem Engagement-Anbieter Sustainalytics gebündelten Engagement-Arbeit die Produzenten von Erdöl und Erdgas dazu bringen will, ihr Geschäftsmodell auf den C02-Absenkungspfad des Pariser Klima-Abkommens umzustellen und welches die Kriterien sind, die ihr anzeigen, dass nur die Desinvestition die drohenden Wertverluste vermeidet.

  • PK UBS, MPK Migros, Bâloise, SBB, PKZH, ASGA

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    Pensionskasse der UBS

     

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

     

    Charakterisierung

     

    Die Pensionskasse der UBS ist mit ihrem Anlagevolumen von über 25 Mia. CHF ungefähr die fünftgrösste Einrichtung der betrieblichen Vorsorge der Schweiz.

     

    Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

     

    Die Pensionskasse der UBS führt keine eigene Webseite und ist demzufolge gegenüber der Öffentlichkeit intransparent. Zugänglich via Webseite der UBS ist nur der Geschäftsbericht 2018. Daraus geht hervor, dass keine ESG-Kriterien (Environmental, Social und Governance) berücksichtigt werden.

    • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
    • Folglich sollte sich die Pensionskasse der UBS damit auseinandersetzen, wie sie ihre Anlagepolitik, insbesondere auch ihre gesamtgesellschaftliche Wirkung, in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht.
    • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.
    Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

     

    Die Pensionskasse der UBS besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

    • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
    • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die Pensionskasse der UBS definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

    Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

     

    Die Pensionskasse der UBS hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

     

    Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

     

    Wie aus der Mitgliederliste der Institutional Investors Group on Climate Change (IIGCC) hervorgeht, hat sich die Pensionskasse der UBS dieser Investorenkoalition angeschlossen, welche sich der Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Klimawandels und für eine kohlenstoffarme Zukunft verpflichtet.

     

    Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

     

    Die Pensionskasse der UBS besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten Unternehmen im Ausland.

     

    Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

     

    Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

     

    Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

     

    Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

     

    Die Pensionskasse der UBS hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

    ____________________

     

    Schlussfolgerung:

    Die Pensionskasse der UBS ist intransparent und von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch sehr weit entfernt.

     

    Tendenz 2018-2020:

    Bewertung: im Dunkeln

    • Als grösste Bank der Schweiz hat die UBS begonnen, sich mit Nachhaltigkeit in ihrer Investitions- und Finanzierungstätigkeit zu beschäftigen. Sie hat auch eine Klimastrategie publiziert.
    • Doch bei ihrer eigenen Pensionskasse in der Schweiz fehlt der Öffentlichkeit jegliche Information über die Berücksichtigung der Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit. Dies ist je länger desto unverträglicher mit den Zielen des Bundesrates.
    • Angesichts des Gewichts der Pensionskasse der UBS und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertieft mit dem Thema der Nachhaltigkeit ihrer Anlagen, d.h. der ganzheitlichen Integration von ESG-Kriterien und dem Umgang mit den finanziellen Klimarisiken und -chancen, beschäftigen.
    • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.​
    • Insbesondere sollte sie proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

    Migros Pensionskasse MPK

     

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

     

    Charakterisierung

     

    Die MPK ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 24 Mia. CHF ungefähr die sechstgrösste Pensionskasse der Schweiz.

     

    Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

     

    Die MPK verfügt über eine allgemeine Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist und für alle Anlagekategorien gilt.

     

    Basierend auf dieser durch den Stiftungsrat verabschiedeten Nachhaltigkeitspolitik berücksichtigt die MPK neu bei allen Anlagen nebst den finanziellen Aspekten auch Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG-Kriterien). Sie ist überzeugt, dass mit nachhaltigem Anlegen das Risiko-Ertrags-Verhältnis im Interesse der Versicherten verbessert werden kann.

     

    Sie ist Mitglied des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zum Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) bekennt.

     

    Sie schliesst via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen einige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

     

    Die Aktienanlagen im Ausland bewirtschaftet die MPK gemäss ihrer Nachhaltigkeitspolitik ab 1. Januar 2018 durch Einsatz des MSCI ACWI ex CH ESG Universal Index bei den Aktien Ausland. Damit werden Firmen, die in einem ESG-Rating gut abschneiden, übergewichtet und andere untergewichtet. Gemäss Geschäftsbericht 2018 konnte die Umstellung des Portfolios Aktien Ausland auf den MSCI ACWI ex CH ESG Universal Index abgeschlossen werden; dies war verbunden mit 800 Transaktionen mit einem Volumen von CHF 1.8 Mrd. Das ESG-Risikoprofil des Portfolios habe sich damit deutlich verbessert. Ebenso wurde für die Anlagekategorie Unternehmensobligationen eine neue Benchmark mit der Titelgewichtung nach dem MSCI ESG Rating festgelegt. Die Umsetzung soll im Verlauf von 2019 abgeschlossen werden.

    Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

     

    Gemäss ihrer im November 2019 publizierten Klimastrategie unterstützt die MPK die Zielsetzungen des Pariser Klimaabkommens und verpflichtet sich, ihr Anlageportfolio auf dieses Abkommen und dessen Ziele auszurichten. Sie berücksichtigt die Klimarisiken in der Bestimmung der Anlagestrategie und im Risikomanagement des Anlagevermögens, und zieht bei der Portfoliokonstruktion die sich aus dem Klimawandel ergebenden Risiken und Chancen heran.

     

    Die MPK setzt sich zum Ziel, dass ihre Investitionen in Unternehmen ab 2020 einen deutlich reduzierten CO2-Fussabdruck im Vergleich zu herkömmlichen kapitalgewichteten Standardindizes aufweisen.

     

    Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

      Gemäss Geschäftsbericht 2018 wendet die MPK neu sowohl für die Aktien Ausland wie auch für die Obligationen Ausland nicht mehr einen konventionellen Marktindex an. Bei ersteren hat sie auf den Index MSCI ACWI ESG Universal umgestellt und bei letzteren auf einen analogen Index. Damit hat sie einen ersten, womöglich noch kleinen Schritt hin zu Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit des Aktien- und Obligationenportfolios getätigt.

       

      Der besagte Index reduziert zwar das Anlageuniversum nur wenig, indem die im ESG-Rating absolut schlechtesten Firmen ausgeschlossen werden; ein weiterer Teil wird untergewichtet. In der Familie der MSCI ACWI ESG Indizes schliesst beispielsweise der weitergehende MSCI ACWI ESG Leaders Index einen Grossteil der nicht nachhaltigen und klimaschädlichen Unternehmen aus. Wie die LUPK (siehe oben) gezeigt hat, kann die Anlehnung an die stärkere Reihe "MSCI ESG Leaders" auch zu einer markanten Dekarbonisierung führen.

       

      Trotzdem ist davon auszugehen, dass auch mit dem schwächeren der MSCI ACWI ESG Indizes einige der kohlenstoff-intensivsten Unternehmen der fossilen Energien (z.B. Kohleminen) ausgeschlossen wurden.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Der SVVK, wo die MPK Mitglied ist, ist seinerseits Mitglied von Climate Action 100+ und Swiss Sustainable Finance.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Als Mitglied des SVVK will die MPK die Einhaltung der ESG-Kriterien überwiegend durch den Dialog (Engagement) mit den investierten Unternehmen erreichen. Ausschlüsse von Unternehmen werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit des Engagementprozesses akzeptiert.

      Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen setzt im Falle der finanziellen Klimarisiken primär auf den Dialog mit den investierten Unternehmen. Der SVVK will dieses gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

      • Die Forderung nach Offenlegung von Klimadaten durch die Unternehmen ist zu unterstützen, denn sie ist die Grundvoraussetzung für Anlageentscheidungen. Jedoch leitet sie bei weitem noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen ein. 
      Dem SVVK-Aktivitätsreport 2019 ist zu entnehmen, dass sich Einsatz und Wirksamkeit des an den Dienstleister Sustainalytics delegierten ESG- und Klima-Engagements bei relevanten globalen Firmen gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. Die dem SVVK zur gemeinsamen Ausübung des Engagements angeschlossenen Pensionskassen hatten im Laufe 2018 und 2019 bei 12 globalen Unternehmen spezifische Ziele des Engagements vorgebracht. Diese Ziele in den Bereichen Korruption, Umweltschäden, Menschenrechte, Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit wurden gemäss SVVK erreicht und abgeschlossen.

      Im Klimabereich hat der SVVK Zusammen mit Sustainalytics ab 2018 einen Dialog mit 20 führenden, globalen Stahl- und Zementproduzenten angestossen, um die Klimatransition zu thematisieren. Dabei fordert der SVVK in erster Linie von diesen Unternehmen die Messung und Publikation von Klimarisiken gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD). Weitere Forderungen sind wissenschaftlich-fundierte CO2 Ziele, konkrete Massnahmen und Überwachung der Fortschritte, sowie eine Klimapolitik und konsistente Haltung gegenüber ihren Verbänden bezüglich deren Lobbying-Aktivitäten. Dieser Aktionärsdialog wird fortgesetzt.

      • Durch die Wahl des Sektors der Stahl- und Zementproduzenten hat sich der SVVK auf eine Branche konzentriert, wo Engagement sinnvoll ist: deren CO2-Intensitäten sind nur zum Teil bedingt durch den Einsatz fossiler Brennstoffe, aber trotzdem beträchtlich. Tatsächlich sind die durch die CO2-Abspaltung aus Koks oder dem mineralischen Rohstoff entstehenden Emissionen nur mittelfristig reduzierbar, weil die Technologie noch entwickelt und industrialisiert werden muss; somit kann der Druck durch Investorenverbünde die Firmen auf einen Dekarbonisierungspfad verpflichten.
      • In diesem engeren Bereich hat der SVVK nach heutigem Stand einen Leistungsnachweis für sein Engagement erbracht.
      • Im Feld jedoch der von fossilen Brenn- und Treibstoffen abhängigen Sektoren, besonders der fossilen Energien (Produzenten der fossilen Energieträger, davon abhängige Strom- und Wärmeerzeuger sowie energieintensive Sektoren), bleibt es eine Herausforderung, den Leistungsnachweis für die Option Engagement erbringen zu können.
      • Diese Option Aktionärsdialog ist sinnvoll, wenn die Geschäftsmodelle der Unternehmen Aussichten auf einen Dekarbonisierungspfad in Linie mit dem 1.5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens bieten.
      • Es sind dabei für ein klimawirksames Engagement präzise Forderungen, Umfang, Messkriterien und Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung zu definieren.
      • Ohne eine klare Dekarbonisierungsstrategie mit einer tiefgreifenden ESG- und Klima-Integration in den Anlageprozess der Wertschriftenportfolien der Mitglieder-Pensionskassen und ohne Leistungsnachweis der Engagementpolitik im Bereich der besonders hohen Klimarisiken der hoch CO2-intensiven Sektoren erscheint der Ansatz des SVVK noch nicht genügend ausgereift.

      Die MPK übt ihre Stimmrechte bei rund 300 ausländischen Firmen via einen nicht näher bezeichneten Dienstleister aus und veröffentlicht ihr Abstimmungsverhalten. Den zugrundeliegenden Richtlinien zufolge liegt der Schwerpunkt auf der Unternehmens-Governance (das G von ESG), nicht aber auf ganzheitlich verstandenen ESG-Vorgaben.

      • Bei der US-Kohlefirma Duke Energy verhielt sich die MPK klimapositiv, indem sie Resolutionen für die Berichterstattung zu Zahlungen an Politiker und Ausgaben über das Lobbying sowie für einen Report zur Eindämmung der Wirkung auf Gesundheit und Klima unterstützte.
      • Im Falle von BP unterstützte sie jedoch nur die Climate-Action 100+ Resolution zur Berichterstattung darüber, wie das Geschäftsmodell mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens kompatibel ist; sie lehnte aber den Antrag ab, dass BP konkrete Ziele für ihre Paris-Kompatibilität formuliert.
      • Bei Exxon unterstützte die MPK nur Resolutionen für die Berichterstattung zu Zahlungen an Politiker und Ausgaben über das Lobbying, nicht aber für die Gründung eines "Environmental/Social Issue Board Committee".
      • Gemäss der neuen Klimastrategie will sich die MPK neu über den SVVK aktiv am Dialog mit Unternehmen von hohen CO2-Emissionen beteiligen mit dem Ziel, eine Verhaltensänderung zu bewirken und den CO2-Fussabdruck zu reduzieren.​
      ​Zusammenfassend:
      • Die Stimmrechtspolitik der Migros Pensionskasse sollte folgerichtig um das E (Environmental) und das S (Social) erweitert werden.

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Gemäss ihrer Klimastrategie will die MPK periodisch die CO2-Intensität ihrer Portfolios in Aktien und Unternehmensobligationen messen, und sie will ihre Versicherten über den Stand der Umsetzung der Klimastrategie informieren.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die MPK will für die internen und externen Mandate eine Carbon-reduzierte Strategie umsetzen. Dies soll mit einer Untergewichtung von Anlagen in Firmen mit einer hohen CO2-Intensität oder ungenügenden Massnahmen erfolgen. Die MPK setzt sich zum Ziel, dass ihre Investitionen in Unternehmen ab 2020 einen deutlich reduzierten CO2-Fussabdruck aufweisen im Vergleich zu herkömmlichen kapitalgewichteten Standardindizes.

       

      Weiterhin plant die MPK eine Verstärkung der Investitionen in Anlagen zur klimafreundlichen Energieproduktion sowie Investitionen in Firmen, welche die Chancen aus dem Klimawandel nutzen.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Gemäss aktuellem Stand ist noch keine signifikante Dekarbonisierung erfolgt.

      Die MPK hat sich jedoch ein überdurchschnittliches Dekarbonisierungsziel gesetzt. Sofern die angekündigten Messungen der CO2-Intensität eine substanzielle Paris-kompatible Reduktion gemäss den Klima-Allianz-Kriterien aufzeigen, wird die Klima-Allianz die Einstufung mindestens auf ORANGE wechseln.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: viel besser

      • Mit ihrer Selbstverpflichtung, dass ihre Investitionen in Unternehmen ab 2020 einen deutlich reduzierten CO2-Fussabdruck im Vergleich zu herkömmlichen kapitalgewichteten Standardindizes aufweisen sollen, hat sich die MPK ein überdurchschnittliches Dekarbonisierungsziel gesetzt. 
      • Die MPK befindet sich auf der Schwelle zur Höherstufung. Sofern die angekündigten Messungen des CO2-Fussabdrucks eine substanzielle Paris-kompatible Reduktion gemäss den Klima-Allianz-Kriterien aufzeigen, wird die Klima-Allianz die Einstufung mindestens auf Orange wechseln.
      • Unter den in Bezug auf das Anlagevolumen gewichtigsten Vorsorgeeinrichtungen ist die MPK zum heutigen Zeitpunkt zusammen mit der LUPK und der PKZH eine der drei bezüglich Bekenntnis zu einer Klimastrategie mit Dekarbonisierungplan führenden öffentlich-rechtlichen Pensionskassen der Schweiz.
      • Es fehlt allerdings noch eine konsequent klimawirksame Ausübung der Stimmrechte im Ausland.

      Sammelstiftungen für die berufliche Vorsorge der Basler Versicherung/Bâloise

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Sammelstiftungen der Basler Versicherung/Bâloise (Basler Sammelstiftung für die obligatorische berufliche Vorsorge, Basler Sammelstiftung für die überobligatorische berufliche Vorsorge, Basler Sammelstiftung Perspectiva, Basler Sammelstiftung Trigona) sind einem geschätzten Anlagevolumen von rund 18 Mia. CHF ungefähr die siebtgrösste Vorsorgeeinrichtung der Schweiz. Der Grossteil der Altersgelder ist bei der Bâloise als Vollversicherung angelegt.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Wie aus dem für alle Sammelstiftungen repräsentativen Geschäftsbericht 2018 der Basler Sammelstiftung für die obligatorische berufliche Vorsorge hervorgeht, sind die Vermögen zum überwiegenden Teil via Bâloise Leben AG angelegt, die wiederum die Bâloise Anlagestiftung für Personalvorsorge AG mit der Vermögensverwaltung der Pensionskassengelder beauftragt. Wie aus dem Geschäftsbericht 2018 der Bâloise Anlagestiftung hervorgeht, liegt die Vermögensverwaltung in der Hand der Bâloise Asset Management AG.

       

      Letztere hat 2018 begonnen, Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) in den Anlageprozess zu integrieren (ESG-Integration, Aktien und Obligationen). Sie schliesst u.a. Hersteller kontroverser Waffen (inkl. SVVK-Liste) aus. Weiterhin sind Neuinvestitionen in Titel, welche ein ESG-Rating tiefer als B (gemäss den Daten von MSCI) aufweisen, nicht Teil des Anlageuniversums. Somit dürfte der aktuelle Anteil dieser nicht nachhaltigen Unternehmen von heute einem Viertel der Anlagen (Aktien und Obligationen) allmählich sinken.

       

      Jedoch äussern sich die Basler Sammelstiftungen selbst nicht öffentlich dazu, ob ihre durch die Bâloise Anlagestiftung verwalteten Investitionen konform zu den erwähnten Nachhaltigkeitskriterien sind.

      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten. 
      • Folglich sollten sich die Bâloise Sammelstiftungen damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen werden, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigen, oder warum nicht. 
      • Gleichermassen sollten sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Bâloise Asset Management betrachtet das Management der Klimarisiken als Teil der Nachhaltigkeitskriterien.

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Bâloise Asset Management schliesst Kohleproduzenten aus, die über 30% ihres Umsatzes aus Kohle erzielen (Aktien, Obligationen).

       

      Im Rahmen der ESG-Integration in den Anlageprozess hat die Bâloise ebenfalls eine Reduktion des CO2-Fussabdruckes der Aktien und Obligation Europa und Schweiz erzielt. Wie aus der Stellungnahme der Bâloise aufgrund einer Interpellation im Basler Bürgerrat hervorgeht (s. unten), ist die CO2-Intensität der besagten Anlagekategorien rund ein Drittel geringer als der Marktdurchschnitt.

      • Dies ist sehr zu begrüssen. Allerdings sind die Unternehmen mit der grössten CO2-Intensität bei den Aktien und Obligationen Ausland ex Europa und Schweiz, insbesondere der Emerging Markets angesiedelt.

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die Bâloise ist Unterzeichnerin der UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) und verpflichtet sich damit ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

       

      Sie ist ebenfalls Mitglied des Vereins Swiss Sustainable Finance.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die Bâloise besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

       

      Die Bâloise besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-Bezogenen Stimmrechtsausübung im Ausland.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Die Bâloise hat sich verpflichtet, jährlich den CO2-Fussabdruck ihrer Investitionen zu messen.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Bâloise hat derzeit keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Mit der Entfernung der Kohleproduzenten aus den Aktien- und Obligationenportfolios hat die Bâloise einen ersten Schritt zur Dekarbonisierung ihrer Investitionen gemacht.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: Sehr viel besser

      • Mit ihren neuen Grundsätzen zur Nachhaltigkeit, der Anerkennung der Klimarisiken durch ihren ersten Dekarbonisierungsschritt und mit ihrer Verpflichtung zur regelmässigen Messung des CO2-Fussabdrucks ist die Bâloise auf dem richtigen Weg zu einem Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad des Portfolios. 
      • Allerdings fehlen noch Schritte für ein ESG- und klimawirksames Direktengagement mit den investierten Unternehmen - einschliesslich klimapositiver Ausübung der Stimmrechte im Ausland.
      • Zudem fehlt noch eine stringente, zeitnahe Dekarbonisierung des Portfolios, beginnend mit dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.
      • Insbesondere sollte sie proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter Bâloise Anlagestiftung verlangen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Pensionskasse SBB

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Pensionskasse SBB ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 17 Mia. CHF ungefähr die achtgrösste Pensionskasse der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die Pensionskasse SBB verfügt über eine Nachhaltigkeitspolitik, die in ihrem Anlagereglement festgeschrieben ist.

       

      Sie ist Gründungsmitglied des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zum Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) bekennt.

       

      Sie schliesst via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen nur einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

      • In ihrer Nachhaltigkeitspolitik fehlen jedoch Aussagen über Ziele, welche die Wirksamkeit ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage auf Portfolioebene kontinuierlich verbessern.
      • Es fehlt die Transparenz darüber, ob und wie substanziell sie Firmen präferiert oder präferieren will, die gemäss allgemein akzeptierten ESG-Kriterien nachhaltig sind, und ob und in welchem Ausmass sie die Zahl der Unternehmen des Anlageuniversums durch Verzicht auf oder Untergewichtung von nicht nachhaltig wirtschaftenden Firmen reduziert.
      • Ob es eine signifikant positive Wirkung ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage im Vergleich zur konventionellen Praxis gibt, bleibt demnach intransparent.
      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Nachhaltigkeitspolitik sollte durch eine Praxis gesteigert werden, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreift.
      • Die Pensionskasse SBB hat noch nicht bekanntgegeben, welche weiteren konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
      • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten sowie CO2-Intensitätsdaten über alle investierten Unternehmen vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Als Mitglied des SVVK sieht die Pensionskasse SBB seit Anfang 2019 auch den Klimawandel als Teil der Nachhaltigkeitskriterien. Sie besitzt jedoch keine eigene öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

       

      Der SVVK anerkennt im Aktivitätsreport 2018, dass das Pariser Klimaabkommen "mittelfristig Auswirkung auf Unternehmen und Anleger hat". Er rät seinen Mitgliedern, "die finanziellen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu analysieren und die von der internationalen Gemeinschaft verabschiedeten Ziele zu beurteilen".

       

      In seiner Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen (März 2019) anerkennt er dieses infolge der Unterzeichnung durch die Schweiz als normative Grundlage für Massnahmen. Er sagt darin: "Der Klimawandel wirkt als Risikofaktor auf die Werthaltigkeit der Anlagen".

      • Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen ist insoweit ein Fortschritt, als sie zwar keine materiell klimawirksamen Empfehlungen ausspricht, aber immerhin Handlungsmöglichkeiten zuhanden seiner Mitglieder listet. So sieht der SVVK eine durch das oberste Organ festgelegte Strategie und Umsetzung nach "Auseinandersetzung mit den klimabezogenen Chancen und Risiken" als eine mögliche Option. Er führt zudem aus, es könne "durchaus sinnvoll sein, die beschlossene Strategie und deren Umsetzung an die Destinatäre zu kommunizieren".
      • Weiterhin wird in der Stellungnahme neben dem Einwand, Divestment habe keine Klimawirkung, weil die Titel nur in andere Hände übergehen würden, auch anerkannt: "Nichtsdestotrotz kann ein Verkauf von Aktien, Obligationen und weiteren Anlagen eine Signalwirkung haben oder aus Risikomanagement-Überlegungen Sinn ergeben".
      • Ein zwar zahm formulierter, aber doch positiver Punkt ist zudem die gelistete Option, Kapitalerhöhungen von Unternehmen kritisch zu bewerten: "Eine Kapitalzufuhr an CO2-intensive Unternehmen, welche nicht bereit sind, mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Geschäftsmodell zu integrieren, kann kritisch überprüft werden".
      • Zu begrüssen ist zudem die durch den SVVK gelistete Option, gezielte Investitionen in klimapositive Aktien, Obligationen und weitere Anlagen zu tätigen.

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die Pensionskasse SBB hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

      • Als Mitglied des SVVK ist sie nun aufgefordert, sich mit dessen Empfehlungen zur Risikominderung auseinanderzusetzen und erste Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios einzuleiten.

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Der SVVK, wo die Pensionskasse SBB Gründungsmitglied ist, ist seinerseits Mitglied von Climate Action 100+ und Swiss Sustainable Finance.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Als Mitglied des SVVK will die Pensionskasse SBB die Einhaltung der ESG-Kriterien überwiegend durch den Dialog (Engagement) mit den investierten Unternehmen erreichen. Ausschlüsse von Unternehmen werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit des Engagementprozesses akzeptiert.

       

      Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen setzt im Falle der finanziellen Klimarisiken primär auf den Dialog mit den investierten Unternehmen. Der SVVK will dieses gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

      • Die Forderung nach Offenlegung von Klimadaten durch die Unternehmen ist zu unterstützen, denn sie ist die Grundvoraussetzung für Anlageentscheidungen. Jedoch leitet sie bei weitem noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen ein.
      Dem SVVK-Aktivitätsreport 2019 ist zu entnehmen, dass sich Einsatz und Wirksamkeit des an den Dienstleister Sustainalytics delegierten ESG- und Klima-Engagements bei relevanten globalen Firmen gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. Die dem SVVK zur gemeinsamen Ausübung des Engagements angeschlossenen Pensionskassen hatten im Laufe 2018 und 2019 bei 12 globalen Unternehmen spezifische Ziele des Engagements vorgebracht. Diese Ziele in den Bereichen Korruption, Umweltschäden, Menschenrechte, Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit wurden gemäss SVVK erreicht und abgeschlossen.

      Im Klimabereich hat der SVVK Zusammen mit Sustainalytics ab 2018 einen Dialog mit 20 führenden, globalen Stahl- und Zementproduzenten angestossen, um die Klimatransition zu thematisieren. Dabei fordert der SVVK in erster Linie von diesen Unternehmen die Messung und Publikation von Klimarisiken gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD). Weitere Forderungen sind wissenschaftlich-fundierte CO2 Ziele, konkrete Massnahmen und Überwachung der Fortschritte, sowie eine Klimapolitik und konsistente Haltung gegenüber ihren Verbänden bezüglich deren Lobbying-Aktivitäten. Dieser Aktionärsdialog wird fortgesetzt.

      • Durch die Wahl des Sektors der Stahl- und Zementproduzenten hat sich der SVVK auf eine Branche konzentriert, wo Engagement sinnvoll ist: deren CO2-Intensitäten sind nur zum Teil bedingt durch den Einsatz fossiler Brennstoffe, aber trotzdem beträchtlich. Tatsächlich sind die durch die CO2-Abspaltung aus Koks oder dem mineralischen Rohstoff entstehenden Emissionen nur mittelfristig reduzierbar, weil die Technologie noch entwickelt und industrialisiert werden muss; somit kann der Druck durch Investorenverbünde die Firmen auf einen Dekarbonisierungspfad verpflichten.
      • In diesem engeren Bereich hat der SVVK nach heutigem Stand einen Leistungsnachweis für sein Engagement erbracht.
      • Im Feld jedoch der von fossilen Brenn- und Treibstoffen abhängigen Sektoren, besonders der fossilen Energien (Produzenten der fossilen Energieträger, davon abhängige Strom- und Wärmeerzeuger sowie energieintensive Sektoren), bleibt es eine Herausforderung, den Leistungsnachweis für die Option Engagement erbringen zu können.
      • Diese Option Aktionärsdialog ist sinnvoll, wenn die Geschäftsmodelle der Unternehmen Aussichten auf einen Dekarbonisierungspfad in Linie mit dem 1.5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens bieten.
      • Es sind dabei für ein klimawirksames Engagement präzise Forderungen, Umfang, Messkriterien und Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung zu definieren.
      • Ohne eine klare Dekarbonisierungsstrategie mit einer tiefgreifenden ESG- und Klima-Integration in den Anlageprozess der Wertschriftenportfolien der Mitglieder-Pensionskassen und ohne Leistungsnachweis der Engagementpolitik im Bereich der besonders hohen Klimarisiken der hoch CO2-intensiven Sektoren erscheint der Ansatz des SVVK noch nicht genügend ausgereift.

      Die Pensionskasse SBB übt ihre Stimmrechte gemäss ihrer Stimmrechtspolitik aus, dies allerdings nur basierend auf Governance-Kriterien (das G von ESG), nicht aber auf ganzheitlich verstandenen ESG-Vorgaben. Wie dem Bericht zur Ausübung ihrer Stimmrechte zu entnehmen ist, übt sie diese bei 200 Firmen im Ausland unter Einschluss fossiler Unternehmen aus. Sie setzt dies via die Dienstleistung von ISS (International Shareholder Services) um und berichtet transparent über die Ergebnisse.

      • Gegenüber dem Proxy Advisor ISS bestehen jedoch Zweifel in Bezug auf seine Ernsthaftigkeit, den Aktionären klimaverträgliche Abstimmungsempfehlungen auszusprechen. So hat ISS im Herbst 2019 empfohlen, einen Aktionärsantrag gegen die klimaschädlichen Lobby-Aktivitäten des Kohle-, Erdöl- und Erdgas-Konzerns BHP abzulehnen. Entsprechend ihrer nur auf Governance fundierenden Stimmrechtspolitik hat die PK SBB diesen klimapositiven Antrag ebenfalls abgelehnt, wie aus dem Bericht hervorgeht. 
      • Im Falle von BP unterstützte die Pensionskasse SBB nur die Climate Action 100+ Resolution zur Berichterstattung darüber, wie das Geschäftsmodell mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens kompatibel ist; sie lehnte aber den Antrag ab, dass BP konkrete Ziele für ihre Paris-Kompatibilität formuliert.
      • Bei Chevron hat sie nur für die Erstellung eines Reports über Pläne zur Senkung des C02-Fussabdrucks in Linie mit dem Pariser Abkommen gestimmt, nicht aber für die Gründung eines "Environmental Issue Board Committee". 
      • Bei Exxon unterstützte sie nur Resolutionen für die Berichterstattung zu Zahlungen an Politiker und Ausgaben über das Lobbying, nicht aber für die Gründung eines "Environmental/Social Issue Board Committee".
      • Im Falle von Shell hat sie den Antrag abgelehnt, dass die Firma CO2-Reduktionsziele erarbeiten und publizieren muss, verhielt sich also klimanegativ. 
      ​Zusammenfassend:
      • Die Stimmrechtspolitik der Pensionskasse SBB sollte um das E (Environmental) und das S (Social) erweitert werden.

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Pensionskasse SBB hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.​

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist Pensionskasse SBB von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.​

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: etwas besser

      • Die Pensionskasse SBB übt ihre Stimmrechte im Ausland auch bei fossilen Unternehmen aus, und berichtet transparent über ihr Abstimmungsverhalten. Allerdings ist ihre Unterstützung der Anträge für echte Dekarbonisierungsziele noch ungenügend, somit sollte die Stimmrechtspolitik vollumfänglich auf ESG-Kriterien umgestellt werden.
      • Angesichts des Gewichts der PK SBB und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertieft mit dem Thema der Nachhaltigkeit ihrer Anlagen, d.h. der ganzheitlichen Integration von ESG-Kriterien und dem Umgang mit den finanziellen Klimarisiken und -chancen, beschäftigen.
      • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: ein erweitertes, wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.​
      • Insbesondere sollte sie proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Pensionskasse der Stadt Zürich PKZH

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die PKZH ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 17 Mia. CHF ungefähr die neuntgrösste Pensionskasse der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die PKZH verfügt über eine umfassende Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist.

       

      Die PKZH schliesst Unternehmen, welche in Herstellung, Lagerung und Vertrieb von Streubomben, Antipersonenminen, chemischen und biologischen Waffen und Nuklearwaffen involviert sind aus. Des weiteren werden die gravierendsten Umweltverschmutzer, Menschenrechtsverletzer, sowie die korruptesten Gesellschaften ausgeschlossen. Eine vollständige Liste der ausgeschlossenen Unternehmen wird der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

       

      Die PKZH will zudem gezielt Integrationsansätze umsetzen. Damit stellt sie sicher, dass bei den aktiv verwalteten Vermögen neben den finanziellen Risiken auch Nachhaltigkeits-Risiken die notwendige Beachtung geschenkt wird.

       

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Seit 2017 verfolgt die PKZH die Auswirkungen des Klimawandels auf ihr Portfolio. Dies wurde im Anlagereglement (Art. 11 Abs. 7) festgehalten: "Die PKZH setzt [...] zur Diversifikation spezifischer und signifikanter Klimarisiken für einen Teil ihres Vermögens eine Low-Carbon-Strategie um".

       

      Seit November 2018 anerkennt die PKZH explizit, dass das finanzielle Klimarisiko Teil ihrer treuhänderischen Sorgfaltspflicht ist. Sie publiziert als erste Pensionskasse der Schweiz eine umfassende Klimastrategie und veröffentlicht ein detailliertes Umsetzungskonzept.


      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die PKZH hat im Jahr 2018 beschlossen alle reinen Kohleproduzenten sowie alle Stromversorger mit einem Anteil von 66% oder mehr an Kohlestrom aus wirtschaftlichen Gründen aus dem weltweiten Aktienportfolio auszuschliessen.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die PKZH ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz.

       

      Sie ist zudem Unterzeichnerin der UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) und verpflichtet sich damit ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

       

      Sie kündigte die Unterzeichnung des Montreal Carbon Pledge an und verpflichtet sich somit ihren CO2-Fussabdruck regelmässig zu messen und zu publizieren.

       

      Weiter kündigte sie die Mitgliedschaft bei der globalen Portfolio Decarbonisation Coalition an, welche sich das Ziel setzt den CO2-Ausstoss der Portfolios der Mitglieder gesamthaft zu reduzieren.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die PKZH ist via ihren Engagement-Anbieter Hermes Equity Ownership Services aktiv an den Engagement-Aktivitäten der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren beteiligt, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

       

      Sie hat mit Hermes Equity Ownership Services einen Partner, der gestützt auf ihre Beteiligungen in Aktien- und Unternehmensobligationen sowohl Engagement als auch Stimmrechtswahrnehmung bei ausländischen Gesellschaften wahrnimmt. Im Ausland stimmt die PKZH bei 300 Gesellschaften aus Europa, USA und Asien ab (Richtlinien zur Ausübung der Stimmrechte), vorwiegend im Feld der Governance (G von ESG), aber auch bei E und S Themen.

       

      Aus dem Bericht 2018 von Hermes Equity Ownership geht hervor, dass die PKZH im Feld der Klimawirkung wie erwähnt an den Aktivitäten im Rahmen der Climate Action 100+ beteiligt ist.

       

      Mit dem Umsetzungskonzept für die im November 2018 publizierte Klimastrategie (Seite 12) bekennt sich die PKZH dazu, dass in Zukunft gegenüber den kritischen Unternehmen der Dialog "auf möglichst verbindliche Art und Weise" geführt werden soll und dass sie "von den Beratern eine hohe Transparenz fordert". Schwergewichtig will sie auf die Firmen in CO2-intensiven Sektoren Einfluss nehmen, damit diese ihren CO2-Aussstoss reduzieren.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Die PKZH will gemäss dem Umsetzungskonzept (S. 52) jährlich den CO2-Fussabdruck ihres Aktienportfolios messen und publizieren. Wie die führende nachhaltige und klimaverträgliche Pensionskasse NEST (siehe oben) misst die PKZH nicht nur die "betriebseigenen" Treibhausgasemissionen Scope 1 und 2, sondern auch diejenigen des Scope 3 - also der Vorlieferkette und der nachfolgenden Verbraucher.

       

      Periodisch soll zudem eine 2°C- Szenarioanalyse analog dem BAFU-Klimaveträglichkeitstest durchgeführt werden.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Im Rahmen ihrer Klimastrategie setzt sich die PKZH zum Ziel, bis 2024 den CO2-Fussabdruck ihres Aktienportfolios auf ein Niveau zu reduzieren, das 50% unter dem globalen Durchschnitt von 2016 liegt (Benchmark: MSCI-All Country World Index, MSCI-ACWI, Stand 2016). Zur Erreichung dieses Ziels werden die Produzenten von Erdöl und Erdgas sowie Stromversorger, die stark von fossilen Brennstoffen abhängig sind, im Portfolio sukzessive untergewichtet und mit grüneren Beteiligungen ersetzt werden.

       

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Mit der Entfernung der Kohleproduzenten und der Kohleverstromer aus den Aktienportfolios hat die PKZH einen guten Start in der Dekarbonisierung der Investitionen hingelegt. Dass sie sich das Ziel der substanziellen Reduktion des CO2-Fussabdruckes innert fünf Jahren gesetzt hat, macht sie zur Vorreiterin in der Planung einer Paris-kompatiblen Dekarbonisierung.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: sehr viel besser

      • Unter den in Bezug auf das Anlagevolumen gewichtigsten Vorsorgeeinrichtungen ist die PKZH zum heutigen Zeitpunkt zusammen mit der LUPK und auch der MPK eine der drei bezüglich Bekenntnis zu einer Klimastrategie mit Dekarbonisierungplan führenden öffentlich-rechtlichen Pensionskassen der Schweiz.
      • Sobald die angekündigten Messungen des CO2-Fussabdrucks eine substanzielle Paris-kompatible Reduktion aufzeigen, wird die Klima-Allianz die Einstufung auf Grün wechseln.

      Politische Aktivitäten

       

      2015: Schriftliche Anfrage Marco Denoth (SP) und Matthias Knauss (Grüne) "Umfang der Investitionen der PKZH in klimaschädigende Firmen". Die Exekutive antwortet, dass "die Festlegung der Anlagestrategie abschliessend dem Stiftungsrat der PKZH obliege". Dies steht jedoch im Widerspruch zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

       

      2016: Postulat der Fraktionen SP (Marco Denoth), Grüne (Matthias Knauss) und GLP (Martin Luchsinger) im Gemeindeparlament, für die Anpassung der Anlagerichtlinien u.a. der PKZH zur Erwirkung der Desinvestition.

       

      März 2017: Nach Bereitschaft zur Entgegennahme durch die Regierung überweist das Parlament das Postulat der Fraktionen SP (Marco Denoth), Grüne (Matthias Knauss) und GLP (Martin Luchsinger) zur Prüfung. 

       

      Oktober 2019: Das Parlament folgt dem Antrag der Exekutive, das überparteiliche Postulat als erledigt abzuschreiben.

       

      Juni 2019: Interpellation Martin Bürki, Alexander Brunner (FDP) über eine Umstellung von konventionellen auf nachhaltige Benchmarks bei Aktien und Obligationen durch die PKZH und die städtischen Unfallversicherung, die gemäss ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) aufgebaut sind.

       

      Dezember 2019: Die Exekutive und die PKZH antworten, sie hätten bereits vor Jahren eine Teil-Umstellung der Messung der Performance von Marktbenchmarks auf ESG-basierte Pendants vorgenommen, aber wegen nicht ausreichender Transparenz der Anbieter der ESG-Benchmarks wieder verlassen. Als grosse Anlegerin sei die PKZH in der Lage, ihren Vermögensverwaltern selbst die Definition vorzugeben, welche Vorkehrungen zur nachhaltigen und klimaverträglichen Konstruktion ihrer Portfolien diese zu treffen haben. So würden die Aktienmandate an eigens für die PKZH massgeschneiderten Nachhaltigkeitsindizes ausgerichtet. Die PKZH will zudem die finanzielle Performance sowie die Klimaverträglichkeit bewusst an marktüblichen Benchmarks messen: dergestalt liesse sich der Mehrwert des eigenen nachhaltigen Aufbaus ihrer Wertschriftenportfolien darstellen, und so könne sie dem weitverbreiteten Einwand entgegentreten, dass eine nachhaltige Anlagepolitik gegenüber dem herkömmlichen Anlagespektrum eine weniger gute Performance bei erhöhtem Risiko aufweise.

      ASGA Pensionskasse

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die ASGA Pensionskasse ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 17 Mia. CHF ungefähr die zehntgrösste Pensionskasse der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die auf der Website zugänglichen Informationen über die Anlagepolitik und dort verlinkte Dokumente verweisen nicht auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

      Aus einem unabhängigen Nachhaltigkeitsrating geht hervor, dass sich die ASGA Pensionskasse an die Ausschlussliste des Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) hält. Damit schliesst sie einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus. Dies bestätigt die ASGA Pensionskasse auf eine Anfrage aus dem Versichertenkreis. Sie informiert ebenfalls, dass Massnahmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit der Kapitalanlagen in der Pipeline sind, und dass ab 2020 verbindlicher über eine Nachhaltigkeitstrategie kommuniziert werden könne.

      • Die genannte Absicht ist ein Fortschritt, der die ASGA auf eine angemessene Reaktion auf die nachfolgend genannten Entwicklungen vorbereitet. 
      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Folglich sollte sich die ASGA im Rahmen ihrer Überlegungen damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht.
      • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.
      • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
      • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die ASGA Pensionskasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

      • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
      • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die ASGA Pensionskasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die ASGA Pensionskasse hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die ASGA besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten Unternehmen im Ausland.

       

      Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die ASGA hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.​

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die ASGA Pensionskasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.​

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: stagnierend

      • Angesichts des Gewichts der Pensionskasse der ASGA und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es ist es angezeigt, dass sie sich vertieft mit dem Thema der Nachhaltigkeit ihrer Anlagen, d.h. der ganzheitlichen Integration von ESG-Kriterien und dem Umgang mit den finanziellen Klimarisiken und -chancen, beschäftigen.
      • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.​
      • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.
    • PK Credit Suisse, Post, Auffangeinrichtung BVG, Vita-Zurich, BPK, Novartis, CPEG, PKBS, CPEV, Helvetia

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      Pensionskasse der Credit Suisse Group (Schweiz)

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Pensionskasse der Credit Suisse Group ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 17 Mia. CHF ungefähr die elftgrösste Pensionskasse der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die auf der Webseite zugänglichen Informationen über die Anlagepolitik und dort verlinkte Dokumente verweisen nicht auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Folglich sollte sich die Pensionskasse der Credit Suisse damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht.
      • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die Pensionskasse der Credit Suisse Group besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

      • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
      • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Pensionskasse der CS definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die Pensionskasse der Credit Suisse Group hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die Pensionskasse der Credit Suisse Group besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung mit investierten Unternehmen im Ausland.

       

      Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Pensionskasse der Credit Suisse Group hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

       

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Die Pensionskasse der Credit Suisse Group ist von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch sehr weit entfernt.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: stagnierend

      • Angesichts des Gewichts der Pensionskasse der Credit Suisse Group und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertieft mit dem Thema der Nachhaltigkeit ihrer Anlagen, d.h. der ganzheitlichen Integration von ESG-Kriterien und dem Umgang mit den finanziellen Klimarisiken und -chancen, beschäftigen.​
      • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.​
      • Insbesondere sollte sie proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Pensionskasse Post

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Pensionskasse Post ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 17 Mia. CHF ungefähr die zwölftgrösste Pensionskasse der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die Pensionskasse Post verfügt über eine umfassende Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist.

       

      Sie ist Gründungsmitglied des Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zum Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) bekennt.

       

      Sie schliesst bei Direktanlagen via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen nur einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus. Nach Möglichkeit erwartet sie auch von den Verwaltern von Anlagefonds, in ihren Anlagerichtlinien die SVVK-Ausschlussliste zu berücksichtigen.

       

      Als positiver Punkt darf das Impact Investing festgehalten werden. Neben den Clean Energy Investments (s. unten) legt die PK Post in Mikrofinanz-Investments an, die Personen, insbesondere Frauen, zu einer Wert schöpfenden Tätigkeit verhilft und zu einem Ausbruch aus der Armutsspirale verhilft.

       

      In Portfolios mit Anlageentscheiden auf Ebene von Einzeltiteln basieren die Pensionskasse Post und deren externe Portfoliomanager ihre Entscheide auf Unternehmensanalysen, welche neben wirtschaftlichen, auch ESG-Kriterien berücksichtigen.

      • In ihrer Publikation der Nachhaltigkeitspolitik fehlen jedoch Aussagen über Ziele, welche die Wirksamkeit ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage auf Portfolioebene kontinuierlich verbessern.
      • Es fehlt die Transparenz darüber, ob und wie substanziell sie Firmen präferiert, die gemäss allgemein akzeptierten ESG-Kriterien nachhaltig sind, und ob und in welchem Ausmass sie die Zahl der Unternehmen des Anlageuniversums durch Verzicht auf oder Untergewichtung von nicht nachhaltig wirtschaftenden Firmen reduziert.
      • Ob es eine signifikant positive Wirkung ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage im Vergleich zur konventionellen Praxis gibt, bleibt demnach intransparent.
      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Die PK Post hat noch nicht bekanntgegeben, welche weiteren konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
      • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Als Mitglied des SVVK sieht die Pensionskasse Post seit Anfang 2019 auch den Klimawandel als Teil der Nachhaltigkeitskriterien. Sie besitzt jedoch keine eigene öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

       

      Der SVVK anerkennt im Aktivitätsreport 2018, dass das Pariser Klimaabkommen "mittelfristig Auswirkung auf Unternehmen und Anleger hat". Er rät seinen Mitgliedern, "die finanziellen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu analysieren und die von der internationalen Gemeinschaft verabschiedeten Ziele zu beurteilen".

       

      In seiner Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen (März 2019) anerkennt er dieses infolge der Unterzeichnung durch die Schweiz als normative Grundlage für Massnahmen. Er sagt darin: "Der Klimawandel wirkt als Risikofaktor auf die Werthaltigkeit der Anlagen".

      • Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen ist insoweit ein Fortschritt, als sie zwar keine materiell klimawirksamen Empfehlungen ausspricht, aber immerhin Handlungsmöglichkeiten zuhanden seiner Mitglieder listet. So sieht der SVVK eine durch das oberste Organ festgelegte Strategie und Umsetzung nach "Auseinandersetzung mit den klimabezogenen Chancen und Risiken" als eine mögliche Option. Er führt zudem aus, es könne "durchaus sinnvoll sein, die beschlossene Strategie und deren Umsetzung an die Destinatäre zu kommunizieren".
      • Weiterhin wird in der Stellungnahme neben dem Einwand, Divestment habe keine Klimawirkung, weil die Titel nur in andere Hände übergehen würden, auch anerkannt: "Nichtsdestotrotz kann ein Verkauf von Aktien, Obligationen und weiteren Anlagen eine Signalwirkung haben oder aus Risikomanagement-Überlegungen Sinn ergeben".
      • Ein zwar zahm formulierter, aber doch positiver Punkt ist zudem die gelistete Option, Kapitalerhöhungen von Unternehmen kritisch zu bewerten: "Eine Kapitalzufuhr an CO2-intensive Unternehmen, welche nicht bereit sind, mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Geschäftsmodell zu integrieren, kann kritisch überprüft werden".
      • Zu begrüssen ist zudem die durch den SVVK gelistete Option, gezielte Investitionen in klimapositive Aktien, Obligationen und weitere Anlagen zu tätigen.

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Aufgrund ihrer Nachhaltigkeitspolitik mit einer Teil-ESG-Integration auf Portfolioebene aufgrund von Unternehmensanalysen, welche neben wirtschaftlichen, auch ESG-Kriterien berücksichtigen kann angenommen werden, dass auch die CO2-Intensitäten herbeigezogen werden. Zudem tätigt die Pensionskasse Post Impact Investments, wie die Clean Energy Infrastrukturanlagen sowie -darlehen, welche die Umstellung der Energiewirtschaft auf erneuerbare und emissionsfreie Energiegewinnung (z.B. Windparks, Biomasse-, Solar- und Wasserkraftwerke) fördern.

      • Es ist davon auszugehen, dass diese ESG-Integration auf Portfolioebene inklusive des Impact Investing zumindest ansatzweise zu einer Portfolio-Dekarbonisierung beigetragen hat oder beiträgt.

      Die Pensionskasse Post hat bis heute jedoch keine expliziten und transparent publizierten Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

      • Auch aufgrund ihrer Mitgliedschaft beim SVVK ist sie nun aufgefordert, sich mit dessen Empfehlungen zur Risikominderung auseinanderzusetzen und zu publizieren, welches Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios bereits getätigt wurden und welche weiteren Massnahmen geplant sind.

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die Pensionskasse Post ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools Schweiz.

       

      Der SVVK, wo die Pensionskasse Post Gründungsmitglied ist, ist seinerseits Mitglied von Climate Action 100+ und Swiss Sustainable Finance.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Als Mitglied des SVVK will die Pensionskasse Post die Einhaltung der ESG-Kriterien überwiegend durch den Dialog (Engagement) mit den investierten Unternehmen erreichen. Ausschlüsse von Unternehmen werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit des Engagementprozesses akzeptiert.

      Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen setzt im Falle der finanziellen Klimarisiken primär auf den Dialog mit den investierten Unternehmen. Der SVVK will dieses gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

      • Die Forderung nach Offenlegung von Klimadaten durch die Unternehmen ist zu unterstützen, denn sie ist die Grundvoraussetzung für Anlageentscheidungen. Jedoch leitet sie bei weitem noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen ein. 

      Dem SVVK-Aktivitätsreport 2019 ist zu entnehmen, dass sich Einsatz und Wirksamkeit des an den Dienstleister Sustainalytics delegierten ESG- und Klima-Engagements bei relevanten globalen Firmen gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. Die dem SVVK zur gemeinsamen Ausübung des Engagements angeschlossenen Pensionskassen hatten im Laufe 2018 und 2019 bei 12 globalen Unternehmen spezifische Ziele des Engagements vorgebracht. Diese Ziele in den Bereichen Korruption, Umweltschäden, Menschenrechte, Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit wurden gemäss SVVK erreicht und abgeschlossen.

      Im Klimabereich hat der SVVK Zusammen mit Sustainalytics ab 2018 einen Dialog mit 20 führenden, globalen Stahl- und Zementproduzenten angestossen, um die Klimatransition zu thematisieren. Dabei fordert der SVVK in erster Linie von diesen Unternehmen die Messung und Publikation von Klimarisiken gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD). Weitere Forderungen sind wissenschaftlich-fundierte CO2 Ziele, konkrete Massnahmen und Überwachung der Fortschritte, sowie eine Klimapolitik und konsistente Haltung gegenüber ihren Verbänden bezüglich deren Lobbying-Aktivitäten. Dieser Aktionärsdialog wird fortgesetzt.

      • Durch die Wahl des Sektors der Stahl- und Zementproduzenten hat sich der SVVK auf eine Branche konzentriert, wo Engagement sinnvoll ist: deren CO2-Intensitäten sind nur zum Teil bedingt durch den Einsatz fossiler Brennstoffe, aber trotzdem beträchtlich. Tatsächlich sind die durch die CO2-Abspaltung aus Koks oder dem mineralischen Rohstoff entstehenden Emissionen nur mittelfristig reduzierbar, weil die Technologie noch entwickelt und industrialisiert werden muss; somit kann der Druck durch Investorenverbünde die Firmen auf einen Dekarbonisierungspfad verpflichten.
      • In diesem engeren Bereich hat der SVVK nach heutigem Stand einen Leistungsnachweis für sein Engagement erbracht.
      • Im Feld jedoch der von fossilen Brenn- und Treibstoffen abhängigen Sektoren, besonders der fossilen Energien (Produzenten der fossilen Energieträger, davon abhängige Strom- und Wärmeerzeuger sowie energieintensive Sektoren), bleibt es eine Herausforderung, den Leistungsnachweis für die Option Engagement erbringen zu können.
      • Diese Option Aktionärsdialog ist sinnvoll, wenn die Geschäftsmodelle der Unternehmen Aussichten auf einen Dekarbonisierungspfad in Linie mit dem 1.5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens bieten.
      • Es sind dabei für ein klimawirksames Engagement präzise Forderungen, Umfang, Messkriterien und Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung zu definieren.
      • Ohne eine klare Dekarbonisierungsstrategie mit einer tiefgreifenden ESG- und Klima-Integration in den Anlageprozess der Wertschriftenportfolien der Mitglieder-Pensionskassen und ohne Leistungsnachweis der Engagementpolitik im Bereich der besonders hohen Klimarisiken der hoch CO2-intensiven Sektoren erscheint der Ansatz des SVVK noch nicht genügend ausgereift.

      Die PK Post hat die Stiftung Ethos mit der Ausübung der Stimmrechte für die 50 grössten europäischen Aktiengesellschaften beauftragt. Im Abstimmungsverhalten stützt sie sich grundsätzlich auf die Analysen der Stiftung Ethos ab.

      • Allerdings ist eine Publikation ihres Abstimmungsverhaltens bei den einzelnen ausländischen Firmen noch ausstehend.

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Pensionskasse Post hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.​

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Pensionskasse Post von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: etwas besser

      • Obwohl die PK Post in einem nicht näher quantifizierten Umfang Clean Energy Impact Investment betreibt und im Falle des aktiven Asset Managements auch ESG-Kriterien in die Firmenanalyse einbezieht, bleibt in der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitspolitik noch Raum für den weiteren Ausbau.  
      • Angesichts des Gewichts der PK Post und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertiefter mit dem Thema der Nachhaltigkeit und des Umgangs mit den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
      • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: ein erweitertes, wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.​
      • Insbesondere sollte sie proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Stiftung Auffangeinrichtung BVG

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG, Vorsorgeinstitution für Selbstständige und zur Übernahme von Destinatär*innen aufgelöster Firmen-Pensionskassen, ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 16 Mia. CHF ungefähr auf Rang 13 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG verfügt über keine umfassende Nachhaltigkeitspolitik. Mit einer knappen Stellungnahme zur verantwortungsvollen Kapitalanlage und im Anlagereglement wird darauf verwiesen, dass u.a. auch ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) berücksichtigt würden.

       

      Die Stiftung schliesst nur einige wenige Produzenten von Streubomben und Personenminen aus. Ebenfalls ausgeschlossen sind Anlagen in Lebensmittelkontrakte.

      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Folglich sollte sich die Stiftung damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht.
      • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.
      • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen. 
      • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
      Stand Ende März 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert die Stiftung, der Stiftungsrat widme dem Thema ESG dieses Jahr zusätzliche Aufmerksamkeit und Ressourcen. Es wurde eine externe, spezialisierte Beratungsfirma beauftragt, zusammen mit dem Stiftungsrat ESG-Grundsätze und Massnahmen zu diskutieren und erarbeiten. Die Klimarisiken werden Teil des Projektes sein.
       

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

      • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
      • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Auffangeinrichtung BVG definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung mit investierten Unternehmen im Ausland.

       

      Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Stiftung Auffangeinrichtung BVG von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: stagnierend.

      • Angesichts des Gewichts der Stiftung Auffangeinrichtung und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertieft mit dem Thema der Nachhaltigkeit ihrer Anlagen, d.h. der ganzheitlichen Integration von ESG-Kriterien und dem Umgang mit den finanziellen Klimarisiken und -chancen, beschäftigen.
      • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.​
      • Insbesondere sollte sie proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Vita Sammelstiftungen der Zurich Versicherung

      (Vita Classic, Vita Invest, Vita Plus, Vita Select)

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Vita Sammelstiftungen sind mit ihrem Anlagevolumen von rund 15 Mia. CHF ungefähr auf Rang 14 der Pensionskassen der Schweiz.

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die Vita Sammelstiftungen und ihre Geschäftsführung sowie Anlageverwaltung der SST Vita Dienstleistungs AG verfügen über eine allgemeine Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist und für alle Anlagekategorien gilt. Allerdings ist dem Anlagereglement zu entnehmen, dass sich ihre Nachhaltigkeit insbesondere auf die wirtschaftliche Nachhaltigkeit von Unternehmen bezieht, nicht aber auf soziale und ökonomische Faktoren. Lediglich aus den Quartalsberichten geht hervor, dass die Vita Sammelstiftungen auch ökologische und soziale (das "E" und das "S" aus ESG) Faktoren bei ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen.

      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Es gilt zu klären, inwiefern die Vita Sammelstiftungen eine vollumfängliche ESG-Politik verfolgen, die ihre Anlagen betrifft.
      • Des weiteren gilt zu klären, ob ESG-Kriterien bei der Bewirtschaftung aller Sammelstiftungen (Vita Invest, Vita Plus, Vita Select) zum Einsatz kommen, oder lediglich bei der Sammelstiftung Vita (Vita Classic).
      • Es ist zu empfehlen, dass sich die Vita Sammelstiftungen damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen werden, einschliesslich einer Erläuterung, ob und wie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt werden oder warum nicht.​
      • Gleichermassen sollten sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.​

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die Vita Sammelstiftungen besitzen keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

      • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
      • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die VIta ammelstiftungen definieren, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.​

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die Vita Sammelstiftungen haben bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die Vita Sammelstiftungen besitzen keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung mit investierten Unternehmen im Ausland.

       

      Sie stellen einen kompletten Bericht zur Ausübung der Stimmrechte 2018 betreffend internationaler und nationaler Unternehmen öffentlich zur Verfügung. Im Anlagereglement ist der Grundsatz festgelegt, bei der Ausübung der Stimmrechte Kriterien der "Nachhaltigkeit" zu berücksichtigen und nicht ausschliesslich nach den Empfehlungen des Managements zu stimmen.

      • Wie der Bericht 2018 zeigt, ist Vita jedoch - entsprechend der von ihr nicht im Sinne der ESG-Kriterien verstandenen Nachhaltigkeit - bei fossilen Unternehmen ihrem Stimmrechtsberater ISS (International Shareholder Services) und dem Firmen-Management gefolgt: sie hat klimaschädlich abgestimmt. 
      • So hat ISS im Herbst 2019 empfohlen, einen Aktionärsantrag gegen die klimaschädlichen Lobby-Aktivitäten des Kohle-, Erdöl- und Erdgas-Konzerns BHP abzulehnen. Der Bericht der Vita für 2019 liegt noch nicht vor, aber es ist davon auszugehen, dass Vita entsprechend klimaschädlich abgestimmt hat.
      • Bei Chevron stimmte sie dagegen, dass die Firma einen Bericht zu einem kohlenstoffreduzierten Geschäftsmodell erstellen muss.
      • Im Falle von Equinor (frühere Statoil) stimmte sie dagegen, dass die Firma aufhört, weitere Öl- und Erdgasfelder in der Arktis zu erschliessen und auch dagegen, dass das Management eine Strategie präsentiert, das fossile Geschäftsmodell auf erneuerbare Energie umzustellen. Vita verhielt sich klimanegativ.
      • Weiterhin stimmte sie im Falle von Shell dagegen, dass die Firma CO2-Reduktionsziele erarbeiten und publizieren muss.
      Zusammenfassend:
      • Die Stimmrechtspolitik der Vita sollte um das E (Environmental) und das S (Social) erweitert werden.

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Dem Anlagereporting-Bericht ist zu entnehmen, dass sie den CO2-Fussabdruck ihres gesamten Portfolios ermittelt. Die Resultate der Analyse sind jedoch nicht öffentlich.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Vita Sammelstiftungen haben keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich sind die Vita Sammelstiftungen von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: stagnierend.

      • Die Vita Sammelstiftungen üben zwar ihre Stimmrechte im Ausland auch bei fossilen Unternehmen aus, und berichten transparent über ihr Abstimmungsverhalten, aber ihre Unterstützung der klimapositiven Anträge ist noch ungenügend. Demzufolge sollte sie ihre Stimmrechtspolitik vollumfänglich auf ESG-Kriterien umstellen.
      • Angesichts des Gewichts der Vita Sammelstiftung und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertieft mit dem Thema der Nachhaltigkeit ihrer Anlagen, d.h. der ganzheitlichen Integration von ESG-Kriterien und dem Umgang mit den finanziellen Klimarisiken und -chancen, beschäftigen.
      • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.​
      • Insbesondere sollten sie proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter verlangen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Bernische Pensionskasse BPK

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die BPK ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 13 Mia. CHF ungefähr auf Rang 15 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die BPK verfügt über eine umfassende Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist und für alle Anlagekategorien gilt.

       

      Sie schliesst Unternehmen, welche die Menschenrechte systematisch verletzen, der Umwelt schwerwiegenden Schaden zufügen oder einen erheblichen Anteil ihres Umsatzes in den Sektoren Rüstung, Tabak, Glücksspiel, genetisch modifizierte Organismen (GMO) in der Agrar-Chemieindustrie, Atomindustrie und Pornografie erzielen aus (siehe Anlagereglement).

      • Allerdings hat die BPK noch nicht bekanntgegeben, welche weiteren konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
      • Die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Nachhaltigkeitspolitik sollte durch eine Praxis gesteigert werden, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreift.
      • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Aus dem Jahresbericht 2018 geht hervor, dass die BPK den finanziellen Klimarisiken und -chancen Beachtung schenkt. In ihrer Antwort auf den Brief der Versichertengruppe BPK DIVEST (siehe unten) anerkennt sie - unter Bezugnahme auf das von der Klima-Allianz in Auftrag gegebene Rechtsgutachten der Kanzlei Niederer Kraft Frey - dass das Feld der Klimarisiken Teil ihrer treuhänderischen Sorgfaltspflicht ist. In derselben Antwort teilt sie mit, sie wolle im Jahre 2019 das Thema Klimaerwärmung auf strategischer Ebene und in den Anlagegrundsätzen verankern.

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Im Jahresbericht 2018 informiert die BPK, dass sie Darlehen/Obligationen/Hypotheken an Kohlekraftwerke als Klimarisiken betrachtet und somit ausschliesst, und dass sie nicht in Emerging Markets investiert (deren CO2-Intensitäten bekanntermassen vergleichsweise hoch sind).

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die BPK ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools Schweiz und des ETHOS Engagement Pool International.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist sie insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

       

      In diesem Kontext wurde sie auch Unterstützerin der von Investoren geleiteten globalen Engagement-Initiative Climate Action 100+, welche die 100 grössten Treibhausgasemittenten anvisiert. Ziel der Initiative ist es, "mit den weltweit grössten Treibhausgasemittenten zusammenzuarbeiten, um die Emissionen zu reduzieren, die klimabezogenen Finanzinformationen offenzulegen und die Unternehmens-Governance in Bezug auf den Klimawandel zu verbessern".

       

      Die BPK übt ihre Aktionärsstimmrechte bei ungefähr 15 ausländischen Grossunternehmen aus, die hinsichtlich ESG- und Klimawirkungen relevant sind (darunter grosse Erdölfirmen und einige Kohleproduzenten). Sie setzt dies via Dienstleistung von Ethos um und berichtet ansatzweise transparent über Ziele und Ergebnisse. Sie hat häufig gegen das Management gestimmt, somit kann angenommen werden, dass sie in Anlehnung an die Stimmrechtspolitik von Ethos alle klimawirksamen Anträge unterstützt hat.

      • Derzeit bleiben die Wirkungen der Ausübung der Stimmrechte sowie der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      In ihrer Antwort auf den Brief der Versichertengruppe BPK DIVEST (siehe unten) informiert sie, dass sie im Jahr 2019 die nächste ESG-Überprüfung inklusive der Erfassung der Treibhausgasemissionen und der Klimarisiken durchführen lasse. Das Bulletin vom Oktober 2019 informiert über die Erkenntnisse der Analyse durch Ethos.

      • Allerdings geht daraus noch keine Erfassung der Treibhausgasemissionen hervor.

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die BPK hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur weiteren Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Mit dem Ausschluss von Kohlekraftwerk-Firmen aus dem Obligationenportfolio (inkl. Darlehen, Hypotheken) hat die die BPK einen ersten Schritt zur Dekarbonisierung ihrer Investitionen gemacht.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: sehr viel besser

      • Mit der expliziten Anerkennung von Klimarisiken als Teil ihrer ESG-Politik, mit dem Verzicht auf Anlagen in Emerging Markets, mit dem Ausschluss einer direkten Finanzierung von (neuen) Kohlekraftwerken und mit ihrem begonnenen und transparent dokumentierten Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst, hat die BPK einen Schritt hin zur Klimaverträglichkeit ihrer Investitionen gemacht.  
      • Allerdings fehlt noch eine ganzheitliche Integration der ESG-Kriterien und eine stringente, zeitnahe Dekarbonisierung des Portfolios, beginnend mit dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.
      • Insbesondere sollte sie proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Politische Aktivitäten

       

      2016: Interpellation Pierre Amstutz, Grüne, im Kantonsparlament "Investitionen in fossile Energieträger sind Risikoanlagen" . Die Regierung anerkennt die Berechtigung der Frage der Klimakompatibilität, antwortet jedoch ablehnend: obwohl die Pensionskassen BPK und BLVK öffentlich-rechtlich sind, sollten sie trotzdem autonom entscheiden und es bestehe keine Weisungsbefugnis. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

       

      2016: Motion Pierre Amstutz, Grüne, im Kantonsparlament zur Änderung der gesetzlichen Grundlagen, damit öffentlich-rechtliche Institutionen wie die BPK (und die BLVK) nicht mehr in fossile Unternehmen investieren. Nach negativer Stellungnahme der Regierung durch das Kantonsparlament abgelehnt (2017).

      Dialog zwischen Versicherten und Kasse

       

      2017: an der Delegiertenversammlung der Versicherten der BPK stellen die im VPOD Region Bern organisierten Delegierten kritische Fragen zur Anlagepolitik und erwarten Förderung des Klimaschutzes.

       

      Juni 2019: für die Delegiertenversammlung organisiert die BPK einen Vortrag des renommierten Klimatologen Prof. Thomas Stocker zu Klimaschutz und Dekarbonisierung.

       

      Kontaktgruppe BPK DIVEST

       

      Dezember 2018: die Kontaktgruppe BPK DIVEST sendet im Namen der BPK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an die Kasse. Sie stellt fest, dass sich die BPK bislang im Rahmen ihrer reglementarischen Bestimmungen zur nachhaltigen und ethischen Anlage kaum mit den finanziellen Klimarisiken beschäftigt hat. Sie erwartet von der BPK eine Klimastrategie mit der Desinvestition fossiler Brennstoffe und Präferierung von nicht Kohle-abhängigen Stromerzeugern als erste Schritte.

       

      Januar 2019: in ihrer Antwort informiert die BPK detailliert und transparent über ihre Pläne. Sie lässt im Jahr 2019 die nächste ESG-Überprüfung inklusive der Erfassung der Treibhausgasemissionen und der Klimarisiken durchführen. Als Klimarisiken schliesse sie Darlehen/Obligationen/Hypotheken an Kohlekraftwerke aus, und sie investiere nicht in Emerging Markets (deren CO2-Intensitäten bekanntermassen vergleichsweise hoch sind). Sie will im Jahre 2019 das Thema Klimaerwärmung auf strategischer Ebene und in den Anlagegrundsätzen verankern.

       

      Ebenfalls lässt sie die Erfassung der Treibhausgasemissionen im Laufe 2019 durchführen. Weiterhin anerkennt sie - unter Bezugnahme auf das von der Klima-Allianz in Auftrag gegebene Rechtsgutachten der Kanzlei Niederer Kraft Frey - dass das Feld der Klimarisiken Teil ihrer treuhänderischen Sorgfaltspflicht ist. Sie betont allerdings: "die Konzentration der Anlagen auf treibhausgasarme Unternehmen oder Fossil Free Fonds wäre der falsche Weg, um den CO2-Ausstoss weltweit zu reduzieren".

       

      Sie setzt stattdessen auf Erfolge bei ihrem Engagement und bei der Wahrnehmung der Stimmrechte an General-versammlungen. Zwar informiert die BPK ansatzweise transparent über Details ihrer Engagements bei den Firmen, auch wie sie bei grossen ausländischen Unternehmen abgestimmt hat. Doch bei den Anlagen im Sektor der fossilen Energien, wo die BPK den finanziellen Klimarisiken spürbar exponiert ist, fehlt aber (noch) eine klare Klimastrategie, die Kriterien für den Erfolg solchen Engagements setzt, diesen misst und Fristen setzt.

      Pensionskassen Novartis

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Pensionskassen Novartis sind mit ihrem Anlagevolumen von rund 13 Mia. CHF ungefähr auf Rang 16 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die Pensionskassen Novartis verfügen über eine allgemeine Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist.

       

      Sie schliessen etwa Unternehmen aus, die wiederholt Menschenrechte verletzten, Produktion und Handel von Rüstungsgütern als Kerngeschäft betreiben, umfangreiche direkte Geschäftsbeziehungen zu totalitären Regimen pflegen, Produktion und Handel mit Tabakwaren als Kerngeschäft betreiben (siehe Auszug Anlagereglement). Auch Unternehmen mit tiefen Nachhaltigkeits-Ratings in den Branchen Energie, Versorger, Grundstoffe sowie Industriewerte werden ausgeschlossen. Die Nachhaltigkeitsbeurteilung erfolgt über die Verwendung der MSCI ESG Research Ratings.

      • Im Reporting zur Nachhaltigkeitspolitik fehlen jedoch Aussagen über Ziele, welche die Wirksamkeit ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage auf Portfolioebene kontinuierlich verbessern.
      • Es fehlt die Transparenz darüber, ob und wie substanziell die Pensionskassen Novartis Firmen präferieren, die gemäss allgemein akzeptierten ESG-Kriterien nachhaltig sind, und ob und in welchem Ausmass sie die Zahl der Unternehmen des Anlageuniversums durch Verzicht auf oder Untergewichtung von nicht nachhaltig wirtschaftenden Firmen reduzieren.
      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Folglich sollten sich die Pensionskassen Novartis damit auseinandersetzen, wie sie das Resultat der nachhaltigen Ausrichtung ihrer Anlagepolitik, insbesondere ihre tatsächlich gesamtgesellschaftliche Wirkung, in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen und kontinuierlich verbessern werden.

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die Pensionskassen Novartis besitzen keine explizite öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft. Im Sinne eines kontinuierlichen Monitoring der Klimaverträglichkeit des direkt gehaltenen Anlageportfolios führen sie entsprechende Tests durch oder nehmen an solchen teil.

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die Pensionskassen Novartis haben bis heute keine expliziten Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

       

      Hingegen schliessen sie gemäss ihrer Nachhaltigkeitspolitik auch Unternehmen in den Branchen Energie, Versorger, Grundstoffe und Industriewerte mit tiefen Nachhaltigkeits-Ratings aus. Weiterhin werden "Thematische Anlagen" einbezogen, in Form von Green Bonds.

      • Es ist davon auszugehen, dass diese ESG-Integration auf Portfolioebene zumindest ansatzweise zu einer Portfolio-Dekarbonisierung beiträgt.

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die Pensionskassen Novartis sind Unterzeichnende der UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) und verpflichten sich damit ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die Pensionskassen Novartis besitzen keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten Unternehmen im Ausland.

       

      Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Gemäss ihrer Nachhaltigkeitspolitik führen die Pensionskassen Novartis im Sinne eines kontinuierlichen Monitorings der Klimaverträglichkeit des direkt gehaltenen Investment Portfolios entsprechende Tests durch oder sie nehmen an solchen teil.

      • Es fehlen jedoch Aussagen über die Resultate und Erkenntnisse.
      • Insbesondere ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Pensionskassen Novartis haben keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich sind die Pensionskassen Novartis von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: stagnierend

      • Obwohl die Pensionskassen Novartis in einem nicht näher quantifiziertem Ausmasse in CO2-intensiven Sektoren Unternehmen mit tiefen ESG-Ratings ausschliessen und mit Green Bonds auf Impact Investing setzen, bleibt in ihrer Nachhaltigkeitspolitik noch Raum für den weiteren Ausbau.  
      • Angesichts des Gewichts der Pensionskassen Novartis und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertieft mit dem Thema der Nachhaltigkeit ihrer Anlagen, d.h. der ganzheitlichen Integration von ESG-Kriterien und dem Umgang mit den finanziellen Klimarisiken und -chancen, beschäftigen.
      • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.​
      • Insbesondere sollten sie proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Caisse de prévoyance de l'État de Genève CPEG

       

      Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

      Pensionskasse Basel-Stadt PKBS

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die PKBS ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 13 Mia. CHF ungefähr auf Rang 18 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Seit Anfang 2019 verfügt sie über eine umfassende Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist und für alle Anlagekategorien gilt. Grundlage für das Handeln der PKBS bildet das Leitbild für eine nachhaltige Anlagepolitik.

       

      Dem Anlagereglement ist zu entnehmen, dass bei aktiven wie auch bei passiven Vermögensverwaltungsmandaten Investitionen gemäss Ausschlussliste des Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) nicht zulässig sind. Damit sind einige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition ausgeschlossen. Weiterhin investiert sie bei aktiven Vermögensverwaltungsmandaten nicht in Atomkraftwerke, Spielcasinos und Rüstungskonzerne. Seit Beginn 2019 schliesst sie ebenfalls Unternehmen des Kohlesektors aus .

      • Allerdings hat die PKBS noch nicht bekanntgegeben, welche weiteren konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
      • Die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Nachhaltigkeitspolitik sollte durch eine Praxis gesteigert werden, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreift.
      • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Im Leitbild bekennt sie sich dazu, das Klimarisiko in die Anlagepolitik zu integrieren. Sie will «Anstrengungen unterstützen, die dazu führen, dass Unternehmen ihren CO2- Fussabdruck erheblich verkleinern können».

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Wie im Anlagereglement seit Anfang 2019 festgehalten, sind bei aktiven wie auch passiven Vermögensverwaltungs-mandaten Investitionen in Unternehmen, deren Umsatz in der "Branche Kohle" mehr als 5% beträgt nicht zulässig. Im Geschäftsbericht 2018 präzisiert die PKBS, dass sie Unternehmen, die mehr als 5% ihres Umsatzes mit dem Abbau von Kohle erzielen, aus ihrem Anlageuniversum ausschliesst. Die Ausschlussliste wird periodisch aktualisiert und basiert auf dem Analyse-Universum von Ethos.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die PKBS ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools Schweiz und des ETHOS Engagement Pool International.

       

      Seit Anfang 2019 ist sie zudem Mitglied des Montreal Carbon Pledge und verpflichtet sich somit den CO2-Fussabdruck ihres Portfolios regelmässig zu messen und zu publizieren.

       

      Im Frühjahr 2020 wurde die PKBS Unterzeichnerin der UN Principles for Responsible Investment. Sie verpflichtet sich damit, ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist sie insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

       

      In diesem Kontext wurde sie auch Unterstützerin der von Investoren geleiteten globalen Engagement-Initiative Climate Action 100+, welche die 100 grössten Treibhausgasemittenten anvisiert. Ziel der Initiative ist es, "mit den weltweit grössten Treibhausgasemittenten zusammenzuarbeiten, um die Emissionen zu reduzieren, die klimabezogenen Finanzinformationen offenzulegen und die Unternehmens-Governance in Bezug auf den Klimawandel zu verbessern".

       

      Als Mitglied der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction ist sie zudem Teil der koordinierten Klima-Dialogführung mit dem Ziel, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

       

      Seit Januar 2019 verpflichtet sich die PKBS zudem bei den 300 grössten kotierten ausländischen Unternehmen (Europa, Nordamerika, Japan) ihre Aktionärsstimmrechte auszuüben. Sie setzt dies via Dienstleistung von Ethos um und berichtet transparent über Ziele und Ergebnisse. Daraus geht hervor, dass sie bei den klimarelevanten Unternehmen (insbesondere Erdöl- und Erdgasfirmen) klimafreundliche Anträge gegen das Management unterstützt hat.

      • Derzeit bleiben die Wirkungen der Ausübung der Stimmrechte sowie der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Mit der Mitgliedschaft im Montreal Carbon Pledge hat sich die PKBS verpflichtet, den CO2-Fussabdruck ihrer Portfolien regelmässig zu messen und zu publizieren.

      • Die Klima-Allianz erwartet, dass die Messung nicht nur wie üblich die sogenannten Scope 1 Emissionen (betriebseigene Treibhausgasemissionen) und die Scope 2 Emissionen (Emissionen aus dem Strombezug) erfasst, sondern auch die um ein Mehrfaches höheren Scope 3 Emissionen, so wie die Vorreiterin Sammelstiftung NEST. Die Scope 3 Emissionen setzen sich aus den durch die Vorlieferanten emittierten Treibhausgase sowie - besonders gewichtig - die Emissionen der nachfolgenden Verbraucher (also insbesondere das Verbrennen von Erdöl und Erdgas in Industrie, Transport und Gebäuden) zusammen.

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die PKBS hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur weiteren Dekarbonisierung des Portfolios in Linie mit dem 1.5°C-Ziel des Pariser Klimabkommens.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Mit der Entfernung der Kohleproduzenten aus dem Aktien- und (Annahme) aus dem Obligationenportfolio hat die PKBS einen Anfang in der Dekarbonisierung der Investitionen gemacht.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: sehr viel besser

      • Mit ihren neuen Grundsätzen zur Nachhaltigkeit, mit ihrer Anerkennung der Klimarisiken durch ihren ersten Dekarbonisierungschritt und mit ihrem begonnenen und transparent dokumentierten Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst, sowie mit ihrer Verpflichtung zur regelmässigen Messung des CO2-Fussabdrucks ist die PKBS auf dem richtigen Weg zu einem Paris-kompatiblen Pfad der Dekarbonisierung des Portfolios. 
      • Es fehlt noch eine stringente, zeitnahe Dekarbonisierung des Portfolios in Linie mit dem 1.5°C-Ziel des Pariser Klimabkommens.
      • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Politische Aktivitäten

       

      2015: Anzug Nora Bertschi (Grüne) und Konsorten im Kantonsparlament, für den Ausstieg der PKBS aus fossilen Energien. Im Parlament der Regierung zur Prüfung überwiesen (2016).

       

      2017: Die Delegiertenversammlung des VPOD Region Basel verabschiedet Resolution "PKBS - Divestment jetzt".

       

      2017: fossil-free.ch Regionalgruppe Basel startet Kampagne und öffentliche Petition für Divestment durch die PKBS.

       

      Januar 2018: In ihrer Antwort zum Anzug Nora Bertschi sagt die Regierung aus, die PKBS werde sich "in den nächsten beiden Jahren verstärkt mit dem Thema C02 auseinandersetzen und mögliche Umsetzungen der gewonnenen Erkenntnisse in den Anlageprozess prüfen". Sie beantragt, den Vorstoss für weitere zwei Jahre stehen zu lassen (also nicht als erledigt abzuschreiben). Dies wird vom Parlament bestätigt. 

       

      September 2018: Die fossil-free.ch Regionalgruppe Basel und Versicherte der PKBS reichen mit einer Aktion vor Ort die öffentliche Petition ein.

       

      März 2019: Motion Nicole Amacher (SP) und Konsorten "betreffend Basel pro Klima: Nur noch zukunftsorientiert investieren". Betreffend der Pensionskasse lautet die Forderung: Die PKBS "verpflichtet sich ab sofort dazu, die TCFD-Richtlinien umzusetzen und eine Klimastrategie zu veröffentlichen, welche aufzeigt, wie alle ihre Anlagen ab 2030 netto-null-CO2- Emissionen emittieren (inklusive Scope 3)."

       

      Mai 2019: Der Grosse Rat lehnt die Motion Amacher äusserst knapp ab, mit Stichentscheid des bürgerlichen Präsidenten.

       

      März 2019: die Interpellation Mustafa Atici (SP) "betreffend Green New Deal: Klimanotstand als Chance und Herausforderung" fragt u.a. nach dem Zeitplan für die Desinvestition der Unternehmen der fossilen Energieträger durch die PKBS.

       

      April 2019: Der Regierungsrat geht in seiner Antwort auf die Interpellation Mustafa Atici nicht auf die nach dem Zeitplan des Ausstieges aus fossilen Unternehmen ein. Er fasst einzig die bereits auf der Website der PKBS zugänglichen Massnahmen zusammen.

       

      September 2019: die Interpellation Tonja Zürcher (Grünes Bündnis) "betreffend die Verantwortung des Finanzplatzes für die Klimakrise" fragt, bis wann u.a. die PKBS die vollständige Dekarbonisierung einleiten und bis wann abschliessen werde. Weiterhin fragt die Interpellantin, was die Regierung unternehme, um die Offenlegung der getätigten Investitionen betreffend umweltschädliche und klimazerstörerische Geschäfte zu erwirken und ihre Finanzflüsse in Einklang mit einer klimagerechten Entwicklung zu bringen.

       

      September 2019: Die Regierung geht in ihrer Antwort auf die Interpellation Tonja Zürcher, was die PKBS betrifft - wie bei der Interpellation Mustafa Atici - wiederum nicht auf die gestellten Fragen ein und fasst die schon bekannten Massnahmen der Pensionskasse zusammen.

       

      Dezember 2019: Der Regierungsrat beantragt dem Parlament, den Anzug Nora Bertschi (Grüne) und Konsorten aus dem Jahre 2015 (siehe oben) als erledigt abzuschreiben. Er fasst als Begründung die aktuelle Nachhaltigkeitspolitik der PKBS zusammen, wie auf der Website der Kasse veröffentlicht. Immerhin leitet die Exekutive ein neues Element in der Kommunikation der Kasse weiter: "Die PKBS verfolgt die Entwicklungen im Bereich Klimawandel und Klimaschutz laufend und passt ihre Massnahmen bei Bedarf an neuste Entwicklungen an. Der Ausschluss weiterer fossiler Bereiche ist möglich. Divestments benötigen eine umfassende Entscheidungsgrundlage hinsichtlich Klima- und Portfolionutzen (insbesondere Diversifikation), Risiken, Kosten und Umsetzungsmöglichkeiten. Diese Aspekte werden im Entscheidungsprozess der PKBS sorgfältig geprüft und abgewogen." 

      Dialog zwischen Versicherten und Kasse

       

      Kontaktgruppe PKBS DIVEST

       

      Februar 2018: die Kontaktgruppe PKBS DIVEST sendet im Namen der PKBS-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Verwaltungsrat. Dieses umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit den finanziellen Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zum Investor's Engagement und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von PKBS DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

       

      März 2018: die PKBS geht in ihrer Antwort nicht auf die Fragen von PKBS DIVEST ein. Sie schreibt nur, dass sie sich in den nächsten beiden Jahren vermehrt "auf konzeptioneller Basis mit dem Thema ESG im Rahmen eines Projektes auseinandersetzen und mögliche Umsetzungen der gewonnenen Erkenntnisse im Anlageprozess prüfen wolle".

       

      Februar 2019: die Gruppe PKBS DIVEST stellt fest, dass die Pensionskasse nunmehr Unternehmen ausschliesst, die mehr als 5% ihres Umsatz mit der Kohleförderung erzielen. Sie anerkennt, dass damit ein erster Schritt in die richtige Richtung erfolgt ist. Hingegen ist die PKBS noch weit von einer echten Klimastrategie entfernt, die die finanziellen Klimarisiken wirklich erkennt und mit der Deselektion des ganzen Sektors der fossilen Energien und somit der Dekarbonisierung des Portfolios beginnt.

      Caisse de pensions de l'État de Vaud CPEV

       

      Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

      Helvetia Sammelstiftungen Personalvorsorge, Prisma und BVG Invest

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Sammelstiftungen der Helvetia sind mit ihrem geschätzten Anlagevolumen von rund 12 Mia. CHF ungefähr auf Rang 20 der Pensionskassen der Schweiz. Der Grossteil der Altersgelder ist bei der Helvetia als Vollversicherung angelegt.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die auf der Website der Helvetia Sammelstiftungen und im Jahresbericht 2018 der Basis-Sammelstiftung zugänglichen Informationen über die Anlagepolitik verweisen nicht auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

       

      Hingegen überlässt das Vollversicherungsmodell der Helvetia Sammelstiftungen die Vermögensverwaltung der Helvetia Versicherungen. Diese hat sich als Teil des Mutterhauses Helvetia Gruppe zur Einhaltung von Nachhaltigkeitsrichtlinien verpflichtet. Dem Corporate Responsibility Bericht 2018 (Kapitel "Nachhaltige Anlagen", Seite 23) ist zu entnehmen, dass das Portfolio Management Team monatlich aktualisierte Informationen zu den Unternehmen auswertet, "die eine schlechte ESG-Qualität aufweisen und/oder in schwerwiegende Kontroversen involviert sind." Diese Analyse beruht auf dem ESG-Rating der Unternehmen durch MSCI ESG Research und dessen transparenter Methodologie. Für Titel auf dieser «Portfolio-Watchlist» werde der Erwerb einer Alternative empfohlen: "Damit stellen wir sicher, dass negative ESG-Ratings im Anlageprozess berücksichtigt werden, ohne bestimmte Anlagen aufgrund von vorab festgelegten Schwellenwerten oder der Branchenzugehörigkeit auszuschliessen. Systematische Ausschlüsse erfolgen jedoch in Bereichen, in denen gesetzliche Vorschriften dies erfordern. So investieren wir beispielsweise im Einklang mit dem Schweizer Kriegsmaterialgesetz und der Oslo-Konvention nicht in geächtete Waffen." Insgesamt informiert sie: "Mit einem durchschnittlichen Letter-Rating A weist unser Finanzanlagen-Portfolio per Ende Dezember 2018 für alle Länder geringe ESG-Risiken auf". Die Helvetia deckt mit dem besagten Ansatz ihre Aktien-, Unternehmens- und Staatsobligationen ab.

       

      Jedoch äussern sich die Helvetia Sammelstiftungen selbst nicht dazu, ob und wieweit ihre durch die Helvetia Versicherungen verwalteten Investitionen tatsächlich konform zu den erwähnten Massnahmen des Corporate Responsibility Berichts 2018 (Kapitel "Nachhaltige Anlagen", Seite 23) sind.

      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Folglich sollten sich die Helvetia Sammelstiftungen damit auseinandersetzen, wie sie als Teil der Helvetia Versicherungen die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen werden.
      Stand Ende März 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert Helvetia Versicherungen, dass sie aktuell ihre Responsible Investment Strategie überarbeite und damit eine wichtige Grundlage für die gezielte Weiterentwicklung ihre ESG-Fokus setze. Weiterhin habe sie sich 2019 am SBTi-Road-Testing für Finanzinstitute beteiligt, und sie werden am neuen BAFU Klimaverträglichkeitstest 2020 teilnehmen.
       
      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die für die Helvetia Sammelstiftungen verantwortliche Vermögensverwaltung der Helvetia Versicherungen verfolgt als Teil des Mutterhauses Helvetia Gruppe im Rahmen der Nachhaltigkeitsrichtlinien das aufkommende Thema der finanziellen Klimarisiken, wie der Corporate Responsibility Bericht 2018 (Kapitel "Nachhaltige Anlagen", Seite 23) zeigt.

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die Helvetia Sammelstiftungen haben als Teil der Helvetia Versicherungen keine Informationen betreffend getätigte Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios veröffentlicht.

      • Es darf postuliert werden, dass der Ansatz des Asset Managements der Helvetia Versicherungen, aufgrund einer rollenden "Portfolio Watch List" bedenkliche Unternehmen durch Alternativen zu ersetzen, auch zu einer im Vergleich zum Weltmarktdurchschnitt tieferen CO2-Intensität des Aktien- und Obligationenportfolios geführt haben könnte.
      • Auch das durch die ESG-Integration bei der Titelselektion erzielte "durchschnittliche MSCI A-Rating" dieses Portfolios liefert Grund für die Annahme einer bestimmten bereits erfolgten Dekarbonisierung.
      • Ohne eine Messung der CO2-Intensität im Vergleich zum Marktdurchschnitt bleibt das Ausmass einer möglichen Dekarbonisierung jedoch unbestimmt.

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die für die Helvetia Sammelstiftungen verantwortliche Vermögensverwaltung der Helvetia Versicherungen ist Mitglied von Swiss Sustainable Finance.

      • Es ist zu begrüssen, dass die Helvetia Sammelstiftungen über ihren Vermögensverwalter Helvetia Versicherungen die Notwendigkeit anerkennen, dass der Finanzplatz Schweiz - damit auch sie selbst, als grosser Akteur der betrieblichen Vorsorge - eine führende Rolle bei der nachhaltigen und klimaverträglichen Ausrichtung der Finanzflüsse spielt.

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die Helvetia Sammelstiftungen besitzen als Teil der Helvetia Versicherungen keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Die für die Helvetia Sammelstiftungen verantwortliche Vermögensverwaltung der Helvetia Versicherungen überprüft das eigene Anlageportfolio regelmässig auf die finanzierten CO2-Emissionen, wie der Corporate Responsibility Bericht 2018 der Helvetia Gruppe (Kapitel "Nachhaltige Anlagen", Seite 24) informiert. Es werden jedoch keine CO2-Emissionsdaten publiziert. Für das Jahr 2019 werden aber Klima-Stresstests und Szenarioanalysen angekündigt, um Erfahrung mit den Methodologien der Ermittlung der finanzierten Emissionen und der finanziellen Klimarisiken zu gewinnen.

      • Mit diesem Plan zur Ermittlung der finanzierten Emissionen ist die Grundlage zu einem zukünftigen Nachweis einer Dekarbonisierung und zur Bestimmung entsprechender Zielpfade gelegt.

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Helvetia Sammelstiftungen und ihr Vermögensverwalter Helvetia Versicherungen haben keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich sind die Helvetia Sammelstiftungen von einer dokumentierten Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: besser

      • Die ESG-Integration in die Portfoliokonstruktion aufgrund der rollenden ESG-Unternehmensanalyse, die nicht oder wenig nachhaltige Firmen durch bessere Alternativen ersetzt, hat das Potenzial, neben der substanziellen Anhebung der ESG-Qualität der Aktien- und Obligationenportfolien auch bereits eine Dekarbonisierung erzielt zu haben, dies allerdings in unbekanntem Ausmass.
      • Angesichts des Gewichts der Helvetia Sammelstiftungen als Teil der Helvetia Versicherungen und der Fortschritte ihrer Peergroups ist zu empfehlen, dass sie die Resultate ihrer ESG-Integration auf Portfolioebene im Vergleich zum Weltmarkt nachvollziehbar darstellt und über die finanziellen Klimarisiken sowie über erreichte Fortschritte zur Verminderung der CO2-Intensität ihrer Portfolioanlagen informiert. 
      • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen sowie eine klimapositive Stimmrechtsausübung. 
      • Es fehlt noch eine stringente, zeitnahe Dekarbonisierung des Portfolios, beginnend mit dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.
    • APK, ComPlan, Allianz, Roche, PKE, BLPK, Coop, Swisscanto, sgpk, STENFO

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      Aargauische Pensionskasse APK

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die APK ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 11 Mia. CHF ungefähr auf Rang 21 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Sie verfügt über ein Anlagecredo, das festhält, dass «ethische, ökologische und sozialpolitische Kriterien als Teil des Risikomanagements im Anlageprozess integriert» werden.

      • Es fehlen jedoch noch präzise Angaben über die Umsetzung bei der Lenkung der Investitionen auf der Ebene der eigenen Portfolios.
      • Die APK sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen. 
      • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die APK besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

       

      Jedoch hat die APK an einem Treffen mit der Klima-Allianz (Ergebnisnotiz siehe unten) bekanntgegeben, sie berücksichtige bereits heute Klimarisiken und –chancen als Teil ihrer treuhänderischen Sorgfaltspflicht. Sie sieht sie als Bestandteil des Anlagecredos, welches ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) als Teil des Risikomanagements in den Anlageprozess integriert.

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Aus der Antwort auf eine Versichertenanfrage nach Ausstieg aus fossilen Energien geht diesbezüglich hervor, dass «wo nötig und sinnvoll auch Massnahmen auf der Stufe Anlagestrategie» ergriffen werden.

       

      Aus dem Jahresbericht 2018 geht hervor, dass ein - gemäss APK zwar kleiner - Teil der Aktien Ausland in einem «nachhaltigen» Mandat geführt wird. Weiterhin geht aus der Stellungnahme der APK zu einer Anfrage im Stadtparlament Baden (siehe unten) auch hervor, dass 0.5% des APK-Gesamtportfolios in Infrastrukturprojekte im Bereich erneuerbare Energien investiert sind.

      • Es ist davon auszugehen, dass dieses ansatzweise zu einer Portfolio-Dekarbonisierung beiträgt.

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die APK ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und des ETHOS Engagement Pool International.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist die APK insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

       

      In diesem Kontext wurde sie auch Unterstützerin der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

       

      Als Mitglied der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction ist sie zudem Teil der koordinierten Klima-Dialogführung mit dem Ziel, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

       

      Schliesslich sendet die Unterzeichnung des Global Investor Statement to Governments on Climate Change ein starkes Signal an die Regierungen und die Politik aller Länder. Bis heute fordern über 630 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, zeitnah wirksame Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

       

      Die APK übt ihre Aktionärsstimmrechte bei 100 ausländischen Unternehmen aus - insbesondere auch bei klimarelevanten Unternehmen in Europa und Nordamerika. Sie setzt dies via die Dienstleistung von Ethos um und berichtet transparent über Ziele und Ergebnisse. Daraus geht hervor, dass sie bei den klimarelevanten Unternehmen (insbesondere Erdöl- und Erdgasfirmen) klimafreundliche Anträge gegen das Management unterstützt hat.

      • Derzeit bleiben die Wirkungen der Ausübung der Stimmrechte sowie der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die APK hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: viel besser

      • Mit ihren neuen Grundsätzen zur Nachhaltigkeit, mit ihrer Anerkennung der Klimarisiken und mit ihrem begonnenen und transparent dokumentierten Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst, hat die APK das Potenzial, in Zukunft den Weg zu einem Paris-kompatiblen Pfad der Dekarbonisierung des Portfolios einzuschlagen. 
      • Allerdings fehlt noch eine konzeptionelle Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios.
      • Insbesondere sollte sie proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Politische Aktivitäten

       

      2016: Postulat im Kantonsparlament, Robert Obrist, Grüne, für gesetzliche Grundlagen zur Erwirkung der Desinvestition öffentlicher kantonaler Institutionen u.a. der APK . Nach negativem Antrag der Regierung im Parlament abgelehnt. Obwohl die APK eine öffentlich-rechtliche Institution ist, solle sie trotzdem autonom entscheiden und es bestehe keine Weisungsbefugnis. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

       

      Dezember 2017: Interpellation der Fraktion der Grünen über klimabedingte Investitionsrisiken der APK. In ihrer Antwort vom März 2018 verneint die Regierung abermals ihre Möglichkeiten der Einflussnahme, und sie schätzt zusammen mit der APK bei den Anlagen in Kohle-, Erdöl- und Erdgasindustrie "die derzeit erzielte Rendite im Vergleich zu den heute eingegangenen Risiken als angemessen ein". Nur bei "signifikanter" Veränderung der Bewertungsgrundlagen werde die APK die Situation "mittel- bis langfristig" neu beurteilen.

       

      August 2018: Motion der Fraktion der Grünen für die Ausarbeitung einer Gesetzesänderung, um der APK die Investitionen in fossile Energien zu verbieten. November 2018: Die Regierung lehnt die Motion ab - mit denselben Gründen wie in der Antwort auf die Interpellation (siehe oben) - und stuft eine Annahme als unter dem Bundesrecht rechtlich problematisch ein. März 2019: Der Grossrat lehnt die Motion ab.

       

      September 2019: Anfrage Corinne Schmidlin, Grüne, im Parlament der Stadt Baden, dessen Angestellte bei der APK versichert sind, "Klimaverträglichkeit der Investitionen der städtischen Pensionskassengelder".

       

      Dezember 2019: Die Exekutive reicht in ihrer Antwort, die Stellungnahme der APK weiter. Sie sagt auch, es sei nötig, "darauf hinzuwirken, dass die Investitionen der APK im fossilen Energiesektor künftig reduziert und zugunsten von Investitionen in erneuerbare Energien abgebaut werden". Auch will die Exekutive bei der APK darauf hinwirken, dass "künftig Kriterien zur Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit stärker gewichtet werden", und sie sagt aus, dass falls es zu einer Neuausschreibung der Pensionskasse kommen sollte, sie "detaillierte Kriterien zur Nachhaltigkeit ausarbeiten" werde. Schliesslich geht aus der Stellungnahme der APK auch hervor, dass 0.5% des APK-Gesamtportfolios in Infrastrukturprojekte im Bereich erneuerbare Energien investiert sind.

      Dialog zwischen Versicherten und Kasse

       

      Kontaktgruppe APK DIVEST

       

      Januar 2019: die Kontaktgruppe APK DIVEST sendet im Namen der APK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an die Kasse. Die Unterzeichnenden begrüssen die Teilnahme am Ethos Engagement Pool International und den verwandten Aufrufen (siehe oben), stellt jedoch fest, dass die Kasse weder Nachhaltigkeitskriterien befolgt noch die Klimarisiken im Bereich ihrer Anlagen betrachtet. Die Eingabe umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zum Investor's Engagement, und besteht auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

       

      Mai 2019: die APK lädt als Reaktion auf das Schreiben eine Delegation der Klima-Allianz zu einem Austausch ein. Auf Nachfrage informiert sie über einen in Zukunft zu erwartenden höheren Klima-Impact aufgrund der Nachhaltigkeitsbestimmungen in ihrem Anlagecredo. Die Delegation der Klima-Allianz fasst die zu erwartenden Weiterentwicklungen in einer durch die APK gegengelesenen Ergebnisnotiz zusammen.

      comPlan

      Pensionskasse Swisscom

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      ComPlan ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 11 Mia. CHF ungefähr auf Rang 22 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      ComPlan verfügt seit November 2019 über eine umfassende Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist. Sie hält fest, dass die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie insbesondere über die Dialogführung (Engagement) mit den investierten Unternehmen stattfinden soll, dass aber auch andere Umsetzungsmassnahmen, wie Ausschluss, Screening der Einhaltung von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance), Untergewichtung von klimaschädlichen Unternehmen und die Integration von ESG-Kriterien bei der Vermögensverwaltung durch externe Vermögensverwalter zum Einsatz kommen.​

       

      ComPlan ist zudem Gründungsmitglied des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zum Einbezug von ESG-Kriterien bekennt.

       

      Complan schliesst via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen, einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus. Zudem hält sie fest, dass auch ein Ausschluss von Unternehmen stattfinden soll, wenn diese keine Verbesserung im Dialogprozess (Engagement) zeigen.

      • In der Offenlegung der Nachhaltigkeitspolitik fehlen jedoch Aussagen über Ziele, welche die Wirksamkeit ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage auf Portfolioebene kontinuierlich verbessern.
      • Es fehlt die Transparenz darüber, ob und wie substanziell sie Firmen präferiert, die gemäss allgemein akzeptierten ESG-Kriterien nachhaltig sind, und ob und in welchem Ausmass sie die Zahl der Unternehmen des Anlageuniversums durch Verzicht auf oder Untergewichtung von nicht nachhaltig wirtschaftenden Firmen reduziert.
      • Ob es eine via eine weitreichende ESG-Integration in den Anlageprozess eine signifikant positive Wirkung ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage im Vergleich zur konventionellen Praxis gibt, bleibt demnach intransparent.
      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Folglich sollte sich comPlan damit auseinandersetzen, wie sie das Resultat der nachhaltigen Ausrichtung ihrer Anlagepolitik, insbesondere ihre tatsächlich gesamtgesellschaftliche Wirkung, in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen und kontinuierlich verbessern wird.
      Stand Ende März 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz teilt comPlan mit, ihre Informationen auf der Website seien aktuell, und sie würde interessierten Versicherten Details dazu erläutern. Auf die Fragen der Klima-Allianz nach gegenwärtigen internen Bestrebungen zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeit nimmt sie nicht Stellung. 
       

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF


      Als Teil der Umsetzungsmassnahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie wird seit November 2019 die Reduktion der Klimarisiken explizit erwähnt. Insbesondere sollen diese durch die Untergewichtung von CO2-intensiven Unternehmen minimiert werden.

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      ComPlan kündigt in ihrer neu veröffentlichten Nachhaltigkeitsstrategie an, dass sie Untergewichtungen von CO2-intensiven Unternehmen zur Reduktion von Klimarisiken vornehmen will.

      • Allerdings wird diese Massnahme lediglich bei den Ergänzungsanlagen (den alternativen Anlagen) vollständig umgesetzt, jedoch nur teilweise bei ihrem Aktien- und Obligationenportfolio.
      • ComPlan sollte die Reduktionsmassnahmen der Klimarisiken bei allen Anlageklassen vollständig und nicht nur teilweise umsetzen.
      • Zudem sollte ein Ausschluss der CO2-intensivsten Unternehmen, wie Kohleproduzenten und -elektrizität, in Betracht gezogen werden, um einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad einzuleiten.

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Der SVVK, wo comPlan Gründungsmitglied ist, ist seinerseits Mitglied von Climate Action 100+ und Swiss Sustainable Finance.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Als Mitglied des SVVK will sie die Einhaltung der ESG-Kriterien überwiegend durch den Dialog (Engagement) mit den investierten Unternehmen erreichen. Ausschlüsse von Unternehmen werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit des Engagementprozesses akzeptiert.

      Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen setzt im Falle der finanziellen Klimarisiken primär auf den Dialog (Engagement) mit den investierten Unternehmen. Diesen will er gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

      • Die Forderung nach Offenlegung von Klimadaten durch die Unternehmen ist zu unterstützen, denn sie ist die Grundvoraussetzung für Anlageentscheidungen. Jedoch leitet sie bei weitem noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen ein. 

      Dem SVVK-Aktivitätsreport 2019 ist zu entnehmen, dass sich Einsatz und Wirksamkeit des an den Dienstleister Sustainalytics delegierten ESG- und Klima-Engagements bei relevanten globalen Firmen gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. Die dem SVVK zur gemeinsamen Ausübung des Engagements angeschlossenen Pensionskassen hatten im Laufe 2018 und 2019 bei 12 globalen Unternehmen spezifische Ziele des Engagements vorgebracht. Diese Ziele in den Bereichen Korruption, Umweltschäden, Menschenrechte, Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit wurden gemäss SVVK erreicht und abgeschlossen.

      Im Klimabereich hat der SVVK Zusammen mit Sustainalytics ab 2018 einen Dialog mit 20 führenden, globalen Stahl- und Zementproduzenten angestossen, um die Klimatransition zu thematisieren. Dabei fordert der SVVK in erster Linie von diesen Unternehmen die Messung und Publikation von Klimarisiken gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD). Weitere Forderungen sind wissenschaftlich-fundierte CO2 Ziele, konkrete Massnahmen und Überwachung der Fortschritte, sowie eine Klimapolitik und konsistente Haltung gegenüber ihren Verbänden bezüglich deren Lobbying-Aktivitäten. Dieser Aktionärsdialog wird fortgesetzt.

      • Durch die Wahl des Sektors der Stahl- und Zementproduzenten hat sich der SVVK auf eine Branche konzentriert, wo Engagement sinnvoll ist: deren CO2-Intensitäten sind nur zum Teil bedingt durch den Einsatz fossiler Brennstoffe, aber trotzdem beträchtlich. Tatsächlich sind die durch die CO2-Abspaltung aus Koks oder dem mineralischen Rohstoff entstehenden Emissionen nur mittelfristig reduzierbar, weil die Technologie noch entwickelt und industrialisiert werden muss; somit kann der Druck durch Investorenverbünde die Firmen auf einen Dekarbonisierungspfad verpflichten.
      • In diesem engeren Bereich hat der SVVK nach heutigem Stand einen Leistungsnachweis für sein Engagement erbracht.
      • Im Feld jedoch der von fossilen Brenn- und Treibstoffen abhängigen Sektoren, besonders der fossilen Energien (Produzenten der fossilen Energieträger, davon abhängige Strom- und Wärmeerzeuger sowie energieintensive Sektoren), bleibt es eine Herausforderung, den Leistungsnachweis für die Option Engagement erbringen zu können.
      • Diese Option Aktionärsdialog ist sinnvoll, wenn die Geschäftsmodelle der Unternehmen Aussichten auf einen Dekarbonisierungspfad in Linie mit dem 1.5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens bieten.
      • Es sind dabei für ein klimawirksames Engagement präzise Forderungen, Umfang, Messkriterien und Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung zu definieren.
      • Ohne eine klare Dekarbonisierungsstrategie mit einer tiefgreifenden ESG- und Klima-Integration in den Anlageprozess der Wertschriftenportfolien der Mitglieder-Pensionskassen und ohne Leistungsnachweis der Engagementpolitik im Bereich der besonders hohen Klimarisiken der hoch CO2-intensiven Sektoren erscheint der Ansatz des SVVK noch nicht genügend ausgereift.

      Bei der comPlan selbst findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      ComPlan hat derzeit keine Absichten für eine weiterführende Dekarbonisierung ihres Portfolios bekanntgegeben.

      ____________________

      Schlussfolgerung:

      Gemäss aktuellem Stand ist trotz angekündigter Untergewichtungen CO2-intensiver Unternehmen bei den Alternativen Anlagen noch keine spürbare Dekarbonisierung erfolgt.

      Sofern jedoch die angekündigten Untergewichtungen von CO2-intensiven Unternehmen durch Messung des CO2-Fussabrucks - oder durch anderweitige Dokumentation begründet - eine substanzielle Dekarbonisierung der Anlagen aufzeigen, wird die Klima-Allianz die Einstufung auf ORANGE wechseln.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: besser

      • Mit der Berücksichtigung der Klimarisiken durch die Untergewichtung von CO2-intensiven Unternehmen, dem Einbezug von klar definierten ESG-Kriterien und der Selektion von externen Vermögensverwaltern auf Basis der Berücksichtigung von ESG Kriterien hat die comPlan einen ersten Schritt zur Klimaverträglichkeit ihrer Investitionen gemacht. Sie hat somit das Potenzial, in Zukunft den Weg zu einem Paris-kompatiblen Pfad der Dekarbonisierung des Portfolios einzuschlagen. 
      • Allerdings fehlt noch eine stringente, zeitnahe Dekarbonisierung des Portfolios, beginnend mit dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.
      • Zudem sollte sie eine tiefgreifende Integration der ESG-Kriterien von allen externen Vermögensverwaltern verlangen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren lassen, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Allianz Sammelstiftungen (BVG, Zusatzvorsorge, Pension Invest)

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Sammelstiftungen der Allianz sind mit ihrem geschätzten Anlagevolumen von rund 11 Mia. CHF ungefähr auf Rang 23 der Pensionskassen der Schweiz. Der Grossteil der Altersgelder ist bei der Allianz als Vollversicherung angelegt.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die Allianz publiziert für ihre Sammelstiftungen die von ihr angewandte, umfassende Nachhaltigkeitspolitik. Sie tätigt Ausschlüsse von Firmen, die biologische und chemische Waffen herstellen sowie Streubomben und Antipersonenminen. Auch Kohlefirmen stehen auf der Ausschlussliste (s.unten). Weiterhin überprüft sie die Nachhaltigkeit ihrer börsennotierten Kapitalanlagen, teilweise auch der nicht handelbaren Anlagen, mit einem - nicht genauer definierten - ESG-Scoring auf der Basis der Unternehmensdaten von MSCI.

       

      Die Allianz Global Investors der internationalen Allianz Gruppe, somit auch die Allianz Schweiz und ihre Sammelstiftungen, können sich auf eine hohe Kompetenz zum nachhaltigen Anlegen auf der Basis von ESG-Kriterien stützen, wie dem Sustainability Report 2019 zu entnehmen ist.

       

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die Allianz Global Investors der internationalen Allianz Gruppe, somit auch die Allianz Schweiz und ihre Sammelstiftungen, haben eine Politik zum Umgang mit den Klimarisiken publiziert, und besitzen eine Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die Sammelstiftungen der Allianz schliessen aufgrund ihrer Nachhaltigkeitspolitik  die Unternehmen aus dem Aktien- und Obligationenportfolio aus, die 30% oder mehr ihrer Einnahmen aus dem Kohlebergbau oder der Kohleverstromung erzielen, sowie diejenigen, die durch den umfangreichen Zubau von Kohlekraftwerken das Zwei-Grad-Ziel des Pariser Abkommens gefährden.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die Allianz Global Investors sind Mitglied der Initiative Principles for Responsible Investment (UN PRI) der Vereinten Nationen und verpflichtet sich damit ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

       

      Sie sind ebenfalls Aktivmitglied der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

       

      Weiterhin sind sie Mitglied bei der globalen Portfolio Decarbonisation Coalition, welche sich das Ziel setzt den CO2-Ausstoss der Portfolios der Mitglieder gesamthaft zu reduzieren.

       

      Mit ihrer Unterzeichnung des Global Investor Statement to Governments on Climate Change haben sie ein starkes Signal an die Regierungen und die Politik aller Länder gesandt. Bis heute fordern über 630 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, zeitnah wirksame Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

       

      Schliesslich wurden sie im September 2019 Gründungsmitglied der UN-Net Zero Asset Owner Alliance, die sich zum Ziel von Netto-Null Treibhausgas-Emissionen ihrer Investitionsportfolien bis 2050 und somit zum Klimaziel von max. 1.5°C Erwärmung verpflichtet haben.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die Allianz Global Investors bekennen sich sowohl zum Engagement als auch zur Ausübung der Stimmrechte.

       

      Aus dem Engagement Report 2018 geht hervor, dass die Allianz Global Investors - insbesondere auch im Rahmen der Climate Action 100+ - einen globalen Faktor für ESG-Ziele wie auch für die Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens repräsentiert. Die Wirksamkeit des Engagements wird transparent dargestellt.

       

      Der Proxy Voting Report 2018 zeigt einen gewissen Anteil an Abstimmungen gegen Anträge des Management und Zustimmung zu Aktionärsanträgen, sowie Einbezug von ESG-Themen. Die Ausübung der Stimmrechte via den Dienstleister ISS (International Shareholder Services) wird transparent dokumentiert.

      • Gegenüber dem Proxy Advisor ISS bestehen jedoch Zweifel in Bezug auf seine Ernsthaftigkeit, den Aktionären klimaverträgliche Abstimmungsempfehlungen auszusprechen. So hat ISS im Herbst 2019 empfohlen, einen Aktionärsantrag gegen die klimaschädlichen Lobby-Aktivitäten des Kohle-, Erdöl- und Erdgas-Konzerns BHP abzulehnen. In Abweichung ihrer Grundsätze zu den Klimarisiken hat die Allianz diesen klimapositiven Antrag ebenfalls abgelehnt, wie aus dem Bericht hervorgeht. 
      • Im Falle von BP unterstützte die Allianz nur die Climate-Action 100+ Resolution zur Berichterstattung darüber, wie das Geschäftsmodell mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens kompatibel ist; sie lehnte aber den Antrag ab, dass BP konkrete Ziele für ihre Paris-Kompatibilität formuliert.
      • Bei Chevron hat sie sowohl für die Erstellung eines Reports über Pläne zur Senkung des C02-Fussabdrucks in Linie mit dem Pariser Abkommen als auch für die Gründung eines "Environmental Issue Board Committee" gestimmt. Die Allianz verhielt sich in diesem Fall klimapositiv.
      • Bei Exxon unterstützte die Allianz alle klimapositiven Resolutionen: für die Berichterstattung zu Zahlungen an Politiker und Ausgaben über das Lobbying sowie für die Gründung eines "Environmental/Social Issue Board Committee".
      • Im Falle von Shell hat die Allianz den Antrag abgelehnt, dass die Firma CO2-Reduktionsziele erarbeiten und publizieren muss, verhielt sich also klimanegativ. 
      ​Zusammenfassend:
      • Die Allianz sollte die Firmen konsequent fordern, sich konkrete Ziele für einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad zu setzen.

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Durch die Sammelstiftungen selbst wurde keine Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

      • Der Anlageverwalter der Sammelstiftungen, die Allianz Global Investors ist hingegen Mitglied bei der globalen Portfolio Decarbonisation Coalition, welche sich das Ziel setzt den CO2-Ausstoss der Portfolios der Mitglieder gesamthaft zu reduzieren. Somit darf angenommen werden, dass als Referenz Messdaten generiert wurden.

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Allianz-Sammelstiftungen selbst haben derzeit keine Absichten für eine weitere Dekarbonisierung ihres Portfolios bekanntgegeben.

      • Die Allianz Global Investors sind Mitglied bei der globalen Portfolio Decarbonisation Coalition, welche sich das Ziel setzt den CO2-Ausstoss der Portfolios der Mitglieder gesamthaft zu reduzieren. 
      • Es ist jedoch noch intransparent, inwieweit das Portfolio der Allianz Sammelstiftungen konform ist mit den Zielen der Portfolio Decarbonisation Coalition.
      • Es fehlt noch eine öffentliche Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios zur Umsetzung des Netto-Null Ziels bis 2050 der UN-Net Zero Asset Owner Alliance, dessen Mitglied die Sammelstiftungen via ihren Anlageverwalter Allianz Global Investors sind.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Mit der Entfernung der Kohleproduzenten und der Kohleverstromer aus dem Aktien- und Obligationenportfolio haben die Sammelstiftungen der Allianz einen ersten Schritt zur Dekarbonisierung ihrer Investitionen gemacht.

       

      Tendenz 2018-2020: sehr viel besser

      • Mit dem Ausschluss der Firmen der Kohleproduktion und -elektrizität sowie mit ihrer Leadership beim Engagement ist die Allianz-Gruppe einer der globalen Akteure der Paris-kompatiblen Umlenkung der Finanzflüsse.
      • Bei der Stimmrechtswahrnehmung fehlt jedoch die konsequente Unterstützung von Anträgen für Paris-kompatible Dekarbonisierungsziele.
      • Es fehlt noch eine stringente, zeitnahe Dekarbonisierung des Portfolios in Linie mit dem 1.5°C-Ziel des Pariser Klimabkommens.

      Pensionskasse der F. Hoffmann-La Roche AG

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Pensionskasse der F. Hoffmann-La Roche ist mit ihrem geschätzten Anlagevolumen von rund 10 Mia. CHF ungefähr auf Rang 24 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die Pensionskasse der F. Hoffmann-La Roche führt keine Website und legt ihr Anlagereglement nicht offen. Sie ist demzufolge gegenüber der Öffentlichkeit intransparent.

      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

      • Folglich sollte sich die Roche Pensionskasse damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht.
      • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.​

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die Pensionskasse der Roche besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

      • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
      • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die Pensionskasse der F. Hoffmann-La Roche definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die Pensionskasse der Roche hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die Pensionskasse der Roche besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Pensionskasse der Roche hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Die Pensionskasse der F. Hoffmann-La Roche AG ist intransparent und von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch sehr weit entfernt.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: im Dunkeln

      • Der Öffentlichkeit fehlt jegliche Information über die Berücksichtigung der Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit. Dies ist je länger desto unverträglicher mit den Zielen des Bundesrates.
      • Angesichts des Gewichts der Pensionskasse der Hoffmann-La Roche AG und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
      • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
      • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren lassen, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      PKE Vorsorgestiftung Energie

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die PKE ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 10 Mia. CHF ungefähr auf Rang 25 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die auf der Website zugänglichen Informationen über die Anlagepolitik und dort verlinkte Dokumente verweisen nicht auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

      • Folglich sollte sich die PKE damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
      • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die PKE besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

      • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
      • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die PKE definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die PKE hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die PKE besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten Unternehmen im Ausland.

       

      Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die PKE hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. 

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die PKE von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: stagnierend

      • Angesichts des Gewichts der PKE und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
      • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
      • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Basellandschaftliche Pensionskasse BLPK

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die BLPK ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 10 Mia. CHF ungefähr auf Rang 26 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die BLPK bekennt sich seit Mitte 2019 zu einer nachhaltigen Anlagepolitik. Sie hat umfassende Grundsätze zur Berücksichtigung der ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) veröffentlicht.

       

      Sie ist neu Mitglied des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zum Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) bekennt.

       

      Die BLPK schliesst via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

       

      Weiterhin wählt die BLPK Vermögensverwalter auch nach dem Kriterium aus, ob diese beim Investieren einen nachhaltigen Ansatz anwenden. Das gilt auch für Fonds, in welche die BLPK investiert. Gemäss Geschäftsbericht 2018 hat sie bereits zweimal eine Nachhaltigkeitsanalyse ihrer Anlagen durchführen lassen, um eine Grundlage für die weitere Definition von ESG-Kriterien zu haben.

      • Die Schlüsse, welche die BLPK aus den vorgenommenen Nachhaltigkeitsanalysen gezogen hat, liegen noch nicht vor.
      • Die BLPK hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
      • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
      • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Als Mitglied des SVVK sieht die BLPK seit Anfang 2019 auch den Klimawandel als Teil der Nachhaltigkeitskriterien. Sie besitzt jedoch keine eigene öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

       

      Der SVVK anerkennt im Aktivitätsreport 2018, dass das Pariser Klimaabkommen "mittelfristig Auswirkung auf Unternehmen und Anleger hat". Er rät seinen Mitgliedern, "die finanziellen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu analysieren und die von der internationalen Gemeinschaft verabschiedeten Ziele zu beurteilen".

       

      In seiner Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen (März 2019) anerkennt er dieses infolge der Unterzeichnung durch die Schweiz als normative Grundlage für Massnahmen. Er sagt darin: "Der Klimawandel wirkt als Risikofaktor auf die Werthaltigkeit der Anlagen".

      • Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen ist insoweit ein Fortschritt, als sie zwar keine materiell klimawirksamen Empfehlungen ausspricht, aber immerhin Handlungsmöglichkeiten zuhanden seiner Mitglieder listet. So sieht der SVVK eine durch das oberste Organ festgelegte Strategie und Umsetzung nach "Auseinandersetzung mit den klimabezogenen Chancen und Risiken" als eine mögliche Option. Er führt zudem aus, es könne "durchaus sinnvoll sein, die beschlossene Strategie und deren Umsetzung an die Destinatäre zu kommunizieren".
      • Weiterhin wird in der Stellungnahme neben dem Einwand, Divestment habe keine Klimawirkung, weil die Titel nur in andere Hände übergehen würden, auch anerkannt: "Nichtsdestotrotz kann ein Verkauf von Aktien, Obligationen und weiteren Anlagen eine Signalwirkung haben oder aus Risikomanagement-Überlegungen Sinn ergeben".
      • Ein zwar zahm formulierter, aber doch positiver Punkt ist zudem die gelistete Option, Kapitalerhöhungen von Unternehmen kritisch zu bewerten: "Eine Kapitalzufuhr an CO2-intensive Unternehmen, welche nicht bereit sind, mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Geschäftsmodell zu integrieren, kann kritisch überprüft werden".
      • Zu begrüssen ist zudem die durch den SVVK gelistete Option, gezielte Investitionen in klimapositive Aktien, Obligationen und weitere Anlagen zu tätigen.

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die BLPK hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

      • Als Mitglied des SVVK ist sie nun aufgefordert, sich mit dessen Empfehlungen zur Risikominderung auseinanderzusetzen und erste Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios einzuleiten.

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Der SVVK, wo die BLPK Mitglied ist, ist seinerseits Mitglied von Climate Action 100+ und Swiss Sustainable Finance.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Als Mitglied des SVVK will die BLPK die Einhaltung der ESG-Kriterien überwiegend durch den Dialog (Engagement) mit den investierten Unternehmen erreichen. Ausschlüsse von Unternehmen werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit des Engagementprozesses akzeptiert.

        Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen setzt im Falle der finanziellen Klimarisiken primär auf den Dialog mit den investierten Unternehmen. Der SVVK will dieses gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

        • Die Forderung nach Offenlegung von Klimadaten durch die Unternehmen ist zu unterstützen, denn sie ist die Grundvoraussetzung für Anlageentscheidungen. Jedoch leitet sie bei weitem noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen ein.

        Dem SVVK-Aktivitätsreport 2019 ist zu entnehmen, dass sich Einsatz und Wirksamkeit des an den Dienstleister Sustainalytics delegierten ESG- und Klima-Engagements bei relevanten globalen Firmen gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. Die dem SVVK zur gemeinsamen Ausübung des Engagements angeschlossenen Pensionskassen hatten im Laufe 2018 und 2019 bei 12 globalen Unternehmen spezifische Ziele des Engagements vorgebracht. Diese Ziele in den Bereichen Korruption, Umweltschäden, Menschenrechte, Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit wurden gemäss SVVK erreicht und abgeschlossen.

        Im Klimabereich hat der SVVK Zusammen mit Sustainalytics ab 2018 einen Dialog mit 20 führenden, globalen Stahl- und Zementproduzenten angestossen, um die Klimatransition zu thematisieren. Dabei fordert der SVVK in erster Linie von diesen Unternehmen die Messung und Publikation von Klimarisiken gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD). Weitere Forderungen sind wissenschaftlich-fundierte CO2 Ziele, konkrete Massnahmen und Überwachung der Fortschritte, sowie eine Klimapolitik und konsistente Haltung gegenüber ihren Verbänden bezüglich deren Lobbying-Aktivitäten. Dieser Aktionärsdialog wird fortgesetzt.

        • Durch die Wahl des Sektors der Stahl- und Zementproduzenten hat sich der SVVK auf eine Branche konzentriert, wo Engagement sinnvoll ist: deren CO2-Intensitäten sind nur zum Teil bedingt durch den Einsatz fossiler Brennstoffe, aber trotzdem beträchtlich. Tatsächlich sind die durch die CO2-Abspaltung aus Koks oder dem mineralischen Rohstoff entstehenden Emissionen nur mittelfristig reduzierbar, weil die Technologie noch entwickelt und industrialisiert werden muss; somit kann der Druck durch Investorenverbünde die Firmen auf einen Dekarbonisierungspfad verpflichten.
        • In diesem engeren Bereich hat der SVVK nach heutigem Stand einen Leistungsnachweis für sein Engagement erbracht.
        • Im Feld jedoch der von fossilen Brenn- und Treibstoffen abhängigen Sektoren, besonders der fossilen Energien (Produzenten der fossilen Energieträger, davon abhängige Strom- und Wärmeerzeuger sowie energieintensive Sektoren), bleibt es eine Herausforderung, den Leistungsnachweis für die Option Engagement erbringen zu können.
        • Diese Option Aktionärsdialog ist sinnvoll, wenn die Geschäftsmodelle der Unternehmen Aussichten auf einen Dekarbonisierungspfad in Linie mit dem 1.5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens bieten.
        • Es sind dabei für ein klimawirksames Engagement präzise Forderungen, Umfang, Messkriterien und Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung zu definieren.
        • Ohne eine klare Dekarbonisierungsstrategie mit einer tiefgreifenden ESG- und Klima-Integration in den Anlageprozess der Wertschriftenportfolien der Mitglieder-Pensionskassen und ohne Leistungsnachweis der Engagementpolitik im Bereich der besonders hohen Klimarisiken der hoch CO2-intensiven Sektoren erscheint der Ansatz des SVVK noch nicht genügend ausgereift.
        Bei der BLPK finden keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt. Gemäss den Grundsätzen plant die Kasse jedoch, ihr Stimmrecht aktiv auch für grössere ausländische Unternehmungen wahrzunehmen.
         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die BLPK hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die BLPK von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: stagnierend

        • Angesichts des Gewichts der BLPK und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertiefter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein erweitertes, wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

         

        Politische Aktivitäten

         

        Mai 2017: Interpellation der Grüne/EVP-Fraktion (Klaus Kirchmayr, Sara Fritz) im Kantonsparlament für Divestment.

         

        Oktober 2017: Die Exekutive informiert in ihrer Antwort, die BLPK teile die Ansicht, dass Investitionen in CO2-intensive Unternehmen mittel- bis längerfristig ein potenzielles Risiko darstellen können, aber die Notwendigkeit von Sofortmassnahmen steht aber momentan nicht zur Diskussion.

         

        Februar 2019: Interfraktionelles Postulat Erika Eichenberger, Grüne "Für mehr Transparenz und einen schrittweisen Ausstieg der Pensionskasse Baselland aus der Investition in fossile Energien". Der Vorstoss betont, dass die gesetzlich vorgegebene, langfristige Sichtweise der Pensionskassen zur Sicherung der zukünftigen Renten erfordert, dass kommende Wertverluste der fossilen Anlagen rechtzeitig erkannt und durch Umschichtungen vermieden werden, und dass es zur treuhänderischen Pflicht einer Pensionskasse gehört, auch diese Erkenntnis systematisch in den Anlageprozess zu integrieren.

         

        Februar 2019: Die Eingabe (Petition) der JUSO BL betr. Klimanotstand verlangt u.a. Divestment fossiler Energieträger von der Pensionskasse.

         

        April 2019: die Regierung beantragt Entgegennahme und Abschreibung des Postulats Eichenberger. Sie beschränkt sich darauf, auf die laufenden Entwicklungen der BLPK (siehe oben) zu verweisen und das Anliegen als erfüllt zu bezeichnen.

         

        Mai 2019: Die Petitionskommission behandelt die Eingabe der JUSO BL nach Einholung der Stellungnahme der Exekutive und Anhörung der Petenten. Die Regierung informiert in Bezug auf die BLPK, diese beschäftige sich momentan intensiv mit den ESG-Kriterien und erarbeite hierzu ein Leitbild. Darüber werde die Bevölkerung in nächster Zeit informiert. Die Kommission empfiehlt dem Parlament die Überweisung der Eingabe als Postulat.

         

        Juni 2019: Das Parlament lehnt mit bürgerlicher Mehrheit die Überweisung der JUSO-Petition als Postulat ab.

         

        August 2019: Das Parlament beschliesst mit knapper bürgerlicher Mehrheit, sich mit den bescheidenen Fortschritten der BLPK zufriedenzugeben und das Postulat als erledigt abzuschreiben.

         

        Dialog zwischen Versicherten und Kasse

         

        Kontaktgruppe BLPK DIVEST

         

        September 2017: die Kontaktgruppe BLPK DIVEST sendet im Namen der BLPK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Stiftungsrat. Dieses kritisiert die fehlende Einbindung von Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) in die Anlagepolitik. Weiterhin umfasst es Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zur Stimmrechtsausübung und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von BLPK DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

        Im Antwortschreiben an die Kontaktgruppe BLPK DIVEST sieht sich die Kasse veranlasst, zu betonen, dass sie allein über die Anlagen zu entscheiden hätte und teilt mit, "für einen Dialog mit der ad-hoc-Gruppe BLPK DIVEST bestehe derzeit kein Bedarf".

         

        Dezember 2017: Nach Erhalt des Antwortschreibens der BLPK, das den Dialog als unnötig befindet, erinnert BLPK DIVEST in einem Positionspapier die Kasse an ihre treuhänderische Sorgfaltspflicht gegenüber den Versicherten. Gemäss dem Pensionskassen-Verband ASIP haben “alle Versicherten Anspruch darauf, dass die Führungsorgane ihre treuhänderische Verantwortung wahrnehmen. Besonders wichtig ist darum das Verhältnis zwischen Versicherten und Führungsorganen. Entscheidend für Auf- und Ausbau des Vertrauens der Versicherten in ihre Vorsorgeeinrichtungen ist die Kommunikation und Information". BLPK DIVEST hält fest, dass das BAFU auf einen Bericht von PRI, Global Compact und UNEP-FI verweist, der festhält, dass der Einbezug von Langzeitrisiken wie dem Klimawandel zu den treuhänderischen Pflichten von Investoren gehört. Würden diese nicht beachtet, könnten bei Schäden durch den Klimawandel Forderungen an Investoren gestellt werden (Haftungsrisiken).

         

        Dezember 2017: Die BLPK nimmt in ihrer erneuten Antwort nicht inhaltlich zu den Positionen von BLPK DIVEST Stellung und sieht "bis auf Weiteres" keinen Bedarf zum Dialog. Immerhin sagt sie jetzt aus, sie sei "sich bewusst, dass ... auch ethische Bedürfnisse zu berücksichtigen" seien. Sie verweist auch darauf, dass sie an einer allgemeinen Überprüfung der Anlagestrategie in Bezug auf das Nachhaltigkeitsthema sei und dass die Erkenntnisse daraus den Versicherten kommuniziert werden sollen.

        CPV/CAP Pensionskasse Coop

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die CPV/CAP Pensionskasse Coop ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 10 Mia. CHF ungefähr auf Rang 27 der Pensionskassen der Schweiz.

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die CPV/CAP verfügt über eine Nachhaltigkeitspolitik, die auf den ESG-Kriterien basiert, in ihrem Anlagereglement festgehalten ist und für alle Anlagekategorien gilt. Sie sagt aus: "Verantwortungsbewusstes und nachhaltiges Investieren bedeutet für die CPV/CAP Investieren in Staaten, Unternehmen und Anlagen, bei denen die ESG Grundsätze beachtet werden (Umweltbewusstsein, Sozialverantwortung, gute Governance).

         

        Aktuell im Vordergrund stehende Handlungsachse ist das Green Impact Investing (s. unten).

        • In den Ausführungen zur Nachhaltigkeitspolitik fehlen jedoch Aussagen über die tatsächliche Ausgestaltung und Wirksamkeit ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage auf der Ebene der Aktien- und Obligationen-Portfolien.
        • Ziele sollten gesetzt werden, welche die Wirksamkeit ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage auf Portfolioebene (Aktien, Obligationen) kontinuierlich verbessern.
        • Es fehlt die Transparenz darüber, ob und wie substanziell sie Firmen präferiert, die gemäss allgemein akzeptierten ESG-Kriterien nachhaltig sind, und ob und in welchem Ausmass sie die Zahl der Unternehmen des Anlageuniversums durch Verzicht auf oder Untergewichtung von nicht nachhaltig wirtschaftenden Firmen reduziert.
        • Ob es eine signifikant positive Wirkung ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage der Gesamtheit ihres Vermögens im Vergleich zur konventionellen Praxis gibt, bleibt demnach intransparent.
        • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
        • Folglich sollte sich die CPV/CAP damit auseinandersetzen, wie sie das Resultat der nachhaltigen Ausrichtung der Gesamtheit ihrer Aktiven, insbesondere der tatsächlich gesamtgesellschaftlichen Wirkung ihrer Nachhaltigkeitpolitik, in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen und kontinuierlich verbessern wird.

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die CPV/CAP hält in ihrer Nachhaltigkeitspolitik fest, dass das Pariser Klimaabkommen und dessen Auswirkungen auf die Vermögensanlage berücksichtigt wird, indem sie im Umfang von rund 0.4 Mia CHF in erneuerbare Energien (Solar-, Wind- und Wasserkraftanlagen) und Aufbau von Wald investiere, und dass sie damit die finanzielle Stabilität langfristig sichern will. Gemäss Geschäftsbericht 2018 sind diese im Ausbau begriffenen Positionen Teil der Alternativen Anlagen, konkret in Infrastruktur und Private Equity.

        • Dieses grüne Impact Investing nutzt finanzielle Klimaopportunitäten und ist demnach sehr positiv. 
        • Weil dadurch die CO2-Intensität des gesamten Wertschriften-Portfolios - Aktien, Obligationen und Alternative Anlagen - sinkt, ist ein erster Schritt der Dekarbonisierung gemacht.
        • Andererseits fehlt noch der Fokus auf die Risikominderung bei den vorhandenen braunen Anlagen in die fossilen Unternehmen.

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Mit ihrem Green Impact Investing, vorgenommen durch Anlagen in erneuerbare Energien und in Aufbau von Wald, die gegen 4% des gesamten Anlagevolumens ausmachen, hat die CPV/CAP einen ersten substanziellen Schritt zur Dekarbonisierung des Portfolios gemacht.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Die CPV/CAP besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

         

        Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die CPV/CAP will ihr Impact Investing mit Investitionen in Wasserkraft weiter ausbauen. Sie hat jedoch noch keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur weiteren Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Mit dem Green Impact Investing in erneuerbare Energien und Aufbau von Wald in signifikantem Umfang hat die CPV/CAP einen Anfang in der Dekarbonisierung der Investitionen gemacht.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: besser

        • Mit ihrer Nachhaltigkeitspolitik und ihrer Analyse des Pariser Klimaabkommens, das in den Beschluss mündete, substanzielles Green Impact Investing zu betreiben, hat die CPV/CAP gute Grundlagen geschaffen, um den Weg zu einem Paris-kompatiblen Pfad der Dekarbonisierung des Portfolios einzuschlagen. 
        • Es fehlt noch die Analyse der Klimarisiken der braunen Anteile und der grünen Potenziale ihres Stamm-Portfolios (Aktien, Obligationen).
        • Die Erarbeitung einer stringenten, zeitnahen Dekarbonisierung des Portfolios sollte konzipiert werden, beginnend mit dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.
        • Auch ist ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen und eine klimapositive Stimmrechtsausübung noch ausstehend.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

        Swisscanto Sammelstiftung

        und Supra Sammelstiftung

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die Swisscanto Sammelstiftung ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 9 Mia. CHF ungefähr auf Rang 28 der Pensionskassen der Schweiz.

         

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die auf der Webseite zugänglichen Informationen und der Geschäftsbericht 2018 verweisen nicht auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess. Dem Vorsorgereglement ist zu entnehmen, dass die Geschäftsführung bei Helvetia Versicherungen liegt. Das Anlagereglement ist nicht offengelegt. Der Geschäftsbericht 2018 enthält einen Bericht zum Anlagejahr der Swisscanto Fondsleitung AG der Zürcher Kantonalbank; ob sie ausschliessliche Vermögensverwalterin ist, und wenn ja, ob sie ESG-Kriterien berücksichtigt, bleibt unbekannt.

         

        Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

        • Folglich sollte sich die Swisscanto Sammelstiftung damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt.
        • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.​

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die Swisscanto Sammelstiftung besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

        • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
        • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die Swisscanto Sammelstiftung definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Die Swisscanto Sammelstiftung hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Die Swisscanto Sammelstiftung besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

         

        Die Swisscanto Sammelstiftung besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-Bezogenen Stimmrechtsausübung im Ausland.

         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die Swisscanto Sammelstiftung hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Swisscanto Sammelstiftung von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: stagnierend

        • Angesichts des Gewichts der Swisscanto Sammelstiftung und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Sammelstiftung proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter verlangen und überwachen - oder aber Kollektivanlagen/Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

        St. Galler Pensionskasse sgpk

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die St.Galler Pensionskasse ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 9 Mia. CHF ungefähr auf Rang 29 der Pensionskassen der Schweiz.

         

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die sgpk verfügt über eine allgemeine Nachhaltigkeitspolitik, die auch im Anlagereglement festgeschrieben ist. Sie informiert, die regelmässige Analyse des Aktienportfolios durch Ethos hinsichtlich der Nachhaltigkeitsstandards der Unternehmen sei wesentlich zur Überwachung und Steuerung der Portfoliorisiken, und der Ausschluss von Firmen könne in einzelnen Fällen nötig sein. Auch sei Nachhaltigkeit für die sgpk ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der Vermögensverwalter. Die ESG-Analyse soll auch die Basis für den Dialog mit Vermögensverwaltern sein.

         

        Gemäss einer indirekten Auskunft über die Antwort auf eine Interpellation im Parlament (s. unten), schliesst sie via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen nur einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

        • Es fehlt die Information, welches die Wirkung des Dialoges mit den Vermögensverwaltern sein soll und welche Messkriterien für die Verbesserung der ESG-Qualität der mandatierten Portfolien angewandt werden.
        • Die sgpk hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
        • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
        • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
        Stand März 2020:
        Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert die sgpk, im Moment überprüfe sie ihre Anlageorganisation, und dies werde auch einen Einfluss auf ihre Nachhaltigkeitsstrategie haben. Sie werde zu einem späteren Zeitpunkt mehr Informationen geben können.
         

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die sgpk bekennt sich zu Massnahmen zum Schutz des Klimas, worin sie den Klimawandel als drängendes Problem anerkennt.

        • Allerdings beschränken sich diese vorerst auf die neue Orientierung auf "Green Bonds", also Obligationen, die in definierte Umwelt- und Klimaprojekte fliessen, sowie auf Infrastrukturanlagen, womit sie direkt in erneuerbare Energieträger investiert.

        Sie gibt aber die Absicht bekannt, die Erweiterung der Massnahmen laufend prüfen zu wollen.

         

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Mit ihrer Politik, in "Green Bonds"zu investieren, also in Obligationen, die in definierte Umwelt- und Klimaprojekte fliessen, sowie in Infrastrukturanlagen, womit sie direkt in erneuerbare Energieträger anlegt, dürfte die sgpk ein (kleines) Stück weit zur Dekarbonisierung des Portfolios beigetragen haben.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Die sgpk ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und des ETHOS Engagement Pool International.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist sie insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

         

        In diesem Kontext wurde sie auch Unterstützerin der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

         

        Mit der Unterzeichnung des Global Investor Statement to Governments on Climate Change hat sie ein starkes Signal an die Regierungen und die Politik aller Länder gesandt. Bis heute fordern über 630 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, zeitnah wirksame Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

         

        Als Mitglied der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction ist sie zudem Teil der koordinierten Klima-Dialogführung mit dem Ziel, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

        • Derzeit bleiben die Wirkungen der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 

        Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

        • Die sgpk sollte auch ihre Aktionärsstimmrechte im Ausland ausüben und transparent publizieren. Somit könnte sie insbesondere bei den fossilen Unternehmen eine synergistische Wirkung in Kombination mit ihren Engagement-Aktivitäten erzielen. 

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die sgpk hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: besser

        • Mit ihren neuen Grundsätzen zur Nachhaltigkeit, mit ihrer Anerkennung der Klimarisiken, mit der Aufnahme von Green Bonds und mit ihrem begonnenen Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst, hat die sgpk ein gewisses Potenzial, in Zukunft den Weg zu einem Paris-kompatiblen Pfad der Dekarbonisierung des Portfolios einzuschlagen. 
        • Allerdings fehlt noch eine konzeptionelle Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

         

        Politische Aktivitäten

         

        April 2019: Interpellation Yvonne Suter (CVP), Christoph Bärlocher (CVP), Patrick Dürr (CVP) und 45 Mitunterzeichnende "Wie nachhaltig investiert der Kanton St.Gallen sein Geld?" mit der Frage nach der Einhaltung allgemeiner Nachhaltigkeitskriterien u.a. durch die sgpk, darunter Investitionen in fossile Energien.

         

        Mai 2019: in ihrer Antwort auf die Interpellation Suter verweist die Regierung gleich wie bei den Motionen Oberholzer und Tanner (siehe unten) auf die Autonomie der sgpk. Immerhin rapportiert sie die Stellungnahme der Kasse. Diese berichtet, sie vollziehe die Ausschlussentscheide des SVVK nach, also seien einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition ausgeschlossen. Weiterhin rapportiert die sgpk, sie trage den ESG-Aspekten überdurchschnittlich Rechnung, da ihr Vergleich des Aktienportfolios mit dem MSCI-ESG-Benchmark in einem vergleichsweise guten ESG-Rating abschneide. Keine Auskunft gibt die Kasse hingegen zu den C02-Emissionen ihres Portfolios.

         

        April 2019: Motion Basil Oberholzer (Grüne), Christopher Chandiramani (SVP), Thomas Warzinek (CVP) und 29 Mitunterzeichnende, "Nachhaltige Anlagepolitik" für die Ausschöpfung der Steuerungsmöglichkeiten für nachhaltiges und speziell klimaverträgliches Investitionsverhalten durch den Kanton, u.a. auch bei der sgpk.

         

        April 2019: Motion Jörg Tanner (GLP), Sonja Lüthi (GLP) und 5 Mitunterzeichnende "Klima- und umweltverträgliche Investitionsstrategien: Kanton St.Gallen als Vorreiter?", um der Regierung die Möglichkeit zu bieten, sich mit dem Thema staatliche Investments und Nachhaltigkeit - u.a. auch bei der sgpk - (eingehend) zu befassen und die diesbezüglichen Rahmenbedingungen zu überprüfen und soweit als möglich zu verbessern.

         

        Mai 2019: die Regierung beantragt mit praktisch gleichlautenden Begründungen die Ablehnung sowohl der Motion Oberholzer wie auch der Motion Tanner. Obwohl die sgpk eine öffentlich-rechtliche Institution ist, beruft sich die Regierung auf die Autonomie der Pensionskasse. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017. Obwohl die MotionärInnen der Motion Tanner auf dieses Gutachten Bezug nehmen, erlaubt sich die Regierung, zu ihren Einflussmöglichkeiten nicht Stellung zu nehmen. Für alle angesprochenen Institutionen im ihrem Einflussbereich bezeichnet sie die Schaffung von Rahmenbedingungen zur nachhaltigen und klimaverträglichen Anlagepolitik als komplett unnötig.

         

        Juni 2019: das Parlament lehnt die Motion Oberholzer "Nachhaltige Anlagepolitik" ab. Dasselbe geschieht bei der Behandlung der Motion Tanner.

         

        Dialog zwischen Versicherten und Kasse

         

        Kontaktgruppe SGPK DIVEST

         

        Dezember 2017: die Kontaktgruppe SGPK DIVEST sendet im Namen der SGPK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Stiftungsrat. Dieses umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu nicht existierenden Ausschlusskriterien, zum fehlenden Investor's Engagement im Ausland und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von SGPK DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

         

        Januar 2018: die Geschäftsleitung der SGPK antwortet vorerst mündlich wie folgt:

        • Das Thema der Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit sei bei ihnen durchaus "angekommen" und die Anliegen von SGPK DIVEST seien berechtigt.
        • Die SGPK stehe aber erst am Anfang dieses Weges und befasse sich neu in vertiefterer Weise damit, sie seien deshalb nur schlecht in der Lage, der Gruppe SGPK DIVEST eine befriedigende Antwort zukommen zu lassen

        Oktober 2018: die Gruppe SGPK begrüsst in einem Email an die Kasse die ersten Ansätze in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit der Anlagen (siehe oben), insbesondere die Absichtserklärung der SGPK zur Erweiterung der Massnahmen.

        STENFO

        Stilllegungsfonds für Kernanlagen und Entsorgungsfonds für Kernkraftwerke 

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Der öffentlich-rechtliche Stilllegungs- und Entsorgungsfonds (STENFO) ist zwar nicht eine Pensionskasse, aber er versichert die Allgemeinheit gegen Technologiefolgekosten der Atomenergie. Als vom Bund beauftragte Institution ist der Stenfo der Öffentlichkeit gegenüber Rechenschaft schuldig. Er ist mit seinem Anlagevolumen von rund 8 Mia. CHF im Segment der Top 25 bis 30 der institutionellen Investoren anzusiedeln, ein gewichtiger Akteur also.

        • Das akkumulierte Geld für die Beseitigung der Folgen des Gebrauchs der Atomenergie müsste eigentlich der Unterstützung der Energietransition zu den erneuerbaren Energien dienen - in Linie mit dem Dekarbonisierungsziel der Finanzanlagen des Pariser Klimaabkommens.

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die auf der Website zugänglichen Informationen über die Anlagepolitik des Stillegungsfonds sowie des Entsorgungsfonds und dort verlinkte Dokumente verweisen nicht auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

        • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

        • Folglich sollte sich der STENFO damit auseinandersetzen, wie er die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie er ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
        • Gleichermassen sollte er Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Der STENFO besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die seine Anlagepolitik betrifft.

        • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
        • Der STENFO unterliegt einer vergleichbaren treuhänderischen Pflicht gegenüber dem Bund und der Öffentlichkeit. Diese verlangt, dass der STENFO definiert, mit welchen Massnahmen er diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Der STENFO hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Der STENFO besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

         

        Der STENFO besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-Bezogenen Stimmrechtsausübung im Ausland.

         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse


        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Der STENFO hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist der STENFO von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: stagnierend

        • Angesichts des Gewichts des STENFO und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass der Fonds sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte der STENFO proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.
      • LUPK, Profond, BLVK, GastroSocial, Nestlé, CIEPP, proparis,

        PAT-BVG, PKG, Previs

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        Luzerner Pensionskasse LUPK

         

        Die Details zur LUPK des Kantons Luzern, der führenden nachhaltigen öffentlich-rechtlichen Pensionskasse, finden Sie hier unter der Rubrik "Vorreiter".

        Profond Vorsorgeeinrichtung

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die Profond Vorsorgeeinrichtung (Sammelstiftung) ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 8 Mia. CHF ungefähr auf Rang 31 der Pensionskassen der Schweiz.

         

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die Profond bekennt sich in allgemeiner Weise zur Nachhaltigkeit, indem sie bei den Anlageentscheiden finanzielle, ökologische und gesellschaftliche Kriterien (ESG-Kriterien) berücksichtige. Als einzig konkret bekanntgegebene Massnahme wendet sie die Richtlinien des SVVK an, also sind einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition ausgeschlossen.

        • Die Profond hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
        • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
        • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die Profond besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die seine Anlagepolitik betrifft.

        • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
        • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die Profond  definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Die Profond hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Die Profond besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

         

        Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die Profond hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Profond Vorsorgeeinrichtung von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: stagnierend

        • Angesichts des Gewichts der Profond und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertiefter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

        Bernische Lehrerversicherungskasse BLVK

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die BLVK ist mit einem Anlagevolumen von rund 8 Mia. CHF ungefähr auf Rang 32 der Pensionskassen der Schweiz.

         

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die BLVK verfügt über eine umfassende Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist und für alle Anlagekategorien gilt.

         

        Sie schliesst über 60 Unternehmen aus dem Anlageuniversum aus. Ausgeschlossen werden Unternehmen die mit kontroversen Waffen (Streumunition, Personenminen, chemische-, biologische- und Nuklearwaffen) handeln und Unternehmen, die einen Grossteil ihres Umsatzes mit Kohleprodukten generieren.

        • Allerdings hat die BLVK noch nicht bekanntgegeben, welche weiteren konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
        • Die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Nachhaltigkeitspolitik sollte gesteigert werden durch eine Praxis, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreift.
        • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Eine ausdrückliche Klimastrategie besteht nicht. Doch in ihrer Antwort auf eine Interpellation aus dem Kantonsparlament (S. unten) gibt die BLVK bekannt, sie hätte sich am BAFU-Klimaverträglichkeitstest beteiligt, und sie habe ihr Portfolio einem umfassenden ESG-Screening (Environmental, Social, Governance) durch ETHOS unterzogen. Ebendies habe sie auch veranlasst, aus "Kohleprodukten" auszusteigen; aufgrund interner Auswertungen würde sich zudem zeigen, dass durch diese Ausschlüsse der CO2-Fussabdruck "markant verringert" werden konnte. Überdies sei sie bestrebt, "den ökologischen Fussabdruck in den nächsten Jahren weiterhin zu optimieren".

         

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        In einem Brief an die Versichertengruppe BLVK DIVEST (s. unten) und einer weiteren Mitteilung an die Klima-Allianz präzisiert die BLVK die allgemeine Information in den Nachhaltigkeitsgrundsätzen bezüglich "Kohleprodukten", dass unter ihrer Nachhaltigkeitsstrategie Kohleproduzenten (Abbau von Kohle oder Erzeugung von Elektrizität mittels Kohle) sowohl aus den Aktien wie auch aus den Obligationenportfolien ausgeschlossen werden.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Die BLVK ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und des ETHOS Engagement Pool International.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist sie insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

         

        In diesem Kontext wurde sie auch Unterstützerin der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

         

        Mit der Unterzeichnung des Global Investor Statement to Governments on Climate Change hat sie ein starkes Signal an die Regierungen und die Politik aller Länder gesandt. Bis heute fordern über 630 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, zeitnah wirksame Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

         

        Als Mitglied der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction ist sie zudem Teil der koordinierten Klima-Dialogführung mit dem Ziel, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

        • Derzeit bleiben die Wirkungen der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 
        Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.
        • Die  BLVK sollte auch ihre Aktionärsstimmrechte im Ausland ausüben und transparent publizieren. Somit könnte sie insbesondere bei den fossilen Unternehmen eine synergistische Wirkung in Kombination mit ihren Engagement-Aktivitäten erzielen. 

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Gemäss der erwähnten Mitteilung ist die BLVK im Besitz von C02-Emissionsdaten von Ethos. Sie analysiert die Auswirkungen des erfolgten Ausschlusses von 60 Titeln (Kohleprodukte, s. oben) auf die CO2-Intensität.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        In ihrer Antwort auf die besagte Interpellation aus dem Kantonsparlament (siehe unten) und in der erwähnten Mitteilung informiert die BLVK, sie sei bestrebt, "den ökologischen Fussabdruck in den nächsten Jahren weiterhin zu optimieren"; sie wird im Jahre 2020 das bestehende Nachhaltigkeitskonzept überprüfen und allenfalls erweitern.

         

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Mit der Entfernung der Kohleproduzenten und der Kohleverstromer hat die BLVK einen Anfang in der Dekarbonisierung der Investitionen gemacht.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: besser

        • Mit ihren neuen Grundsätzen zur Nachhaltigkeit, mit ihrem begonnenen Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst, mit ihrem ersten Dekarbonisierungsschritt und mit ihrer Aussage, den ökologischen Fussabdruck weiterhin zu optimieren, ist die BLVK auf dem richtigen Weg zu einem Paris-kompatiblen Pfad der Dekarbonisierung des Portfolios. 
        • Allerdings fehlt noch eine konzeptionelle Strategie zur weiteren Dekarbonisierung des Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

         

        Politische Aktivitäten

         

        2016: wie bei der BPK, siehe dort.

         

        März 2019: Interpellation Ursula Marti (SP) "Klimastrategie für die Anlagen der Bernischen Lehrerversicherungskasse BLVK". Der Vorstoss verweist darauf, dass der Regierungsrat als finanzierender Arbeitgeber in der Verantwortung steht, bei der Vorsorgeeinrichtung geeignete Massnahmen zur Sicherung der zukünftigen Renten zu erwirken. Der Regierungsrat wird somit vor diesem Hintergrund eingeladen, in der Verwaltungskommission der BLVK eine Reihe von Fragen einzubringen. Angeregt wird etwa die Präzisierung des Umgangs mit den finanziellen Klimarisiken und -chancen im Anlagereglement, im Anlageprozess und in den einzelnen Anlagevorschriften für die Asset Manager und die Formulierung einer Klimastrategie mit dem Ziel, 1.5°-konform zu investieren. Auf dem Weg zu diesem Ziel soll eine schnellen Dekarbonisierung des Portfolios Priorität haben, und es sollen dabei messbare Ziele und Fristen gesetzt werden.

         

        August 2019: der Regierungsrat antwortet, es liege ausserhalb seines Kompetenzbereiches, der BLVK Vorgaben zu den vorgebrachten Aspekten zu machen. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017. Die von der Regierung bei der BLVK eingeholten Informationen bringen immerhin einige bisher durch die BLVK noch nicht transparent gemachte Aktivitäten an die Öffentlichkeit (S. oben unter "Klimakompatibilität der Anlagepolitik"). Doch zu einer konsequenten Klimastrategie mit festgelegtem Dekarbonisierungspfad einzustehen ist weder die Regierung als Arbeitgeber noch die BLVK bereit.

        Dialog zwischen Versicherten und Kasse

         

        Kontaktgruppe BLVK DIVEST

         

        Januar 2019: die Kontaktgruppe BLVK DIVEST sendet im Namen der BLVK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an die Kasse. Sie anerkennt den Ausstieg aus Anlagen in die Kohleproduzenten als ersten Schritt in die richtige Richtung, stellt aber fest, dass sich die BLVK bislang im Rahmen ihrer reglementarischen Bestimmungen zur nachhaltigen und ethischen Anlage noch vermehrt mit den finanziellen Klimarisiken beschäftigen sollte, die alle klima-hochexponierten Industriesektoren (Erdöl, Erdgas, Stromerzeuger mit Kohle und Erdgas als Brennstoff, Automobilindustrie, usw.) betreffen. Sie erwartet von der BLVK eine Klimastrategie mit der Desinvestition von Erdöl und Erdgas und Präferierung der nicht Kohle-abhängigen Stromerzeuger als weitere Schritte.

         

        Februar 2019: Mit einer ersten und einer bestätigenden Nachfolge-Antwort präzisiert die BLVK ihre Informationen auf der Website. Betreffend Ausschluss von Kohleunternehmen informiert sie, dass unter ihrer Nachhaltigkeitsstrategie Kohleproduzenten (Abbau von Kohle oder Erzeugung von Elektrizität mittels Kohle) ausgeschlossen werden können, und dass aktuell 20 Unternehmen von diesem Ausstieg betroffen seien. Weiterhin teilt sie mit, dass sie für den Sektor der fossilen Energien generell nicht auf Ausschlüsse setze, sondern auf ein langfristiges Engagement bei den Firmen. Sie informiert, dass sie einmal jährlich im Frühling die Ausschlussliste überprüfen wird.

        GastroSocial Pensionskasse

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die GastroSocial ist mit ihrem Anlagevolumen von über 7 Mia. CHF ungefähr auf Rang 33 der Pensionskassen der Schweiz.

         

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die auf der Webseite zugänglichen Informationen über die Anlagepolitik sowie der Geschäftsbericht 2018 verweisen nicht auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

        • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten. 
        • Folglich sollte sich GastroSocial damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
        • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die GastroSocial besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

        • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
        • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die GastroSocial definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Die GastroSocial hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Die GastroSocial besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

         

        Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die GastroSocial hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die GastroSocial von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: stagnierend

        • Angesichts des Gewichts der GastroSocial und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

        Nestlé Fonds de Pensions

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die Pensionskasse der Nestlé ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 7 Mia. CHF ungefähr auf Rang 34 der Pensionskassen der Schweiz.

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die Pensionskasse der Nestlé verpflichtet sich seit Mitte 2019 bei der Ausarbeitung seiner Anlagestrategie und der Verwaltung seiner Vermögenswerte formell , so weit wie möglich nicht nur die Parameter Rendite, Risiko und Kosten, sondern auch Kriterien der Bereiche Umwelt, Soziales und Governance («ESG» Kriterien) zu berücksichtigen. Freilich fehlen noch präzisere Bestimmungen.

        • Die Pensionskasse der Nestlé hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
        • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
        • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

        Stand Ende März 2020:

        Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert die Kasse, sie werde in Kürze detaillierte Bestimmungen zur nachhaltigen Vermögensverwaltung publizieren. Im Jahre 2019 habe sie begonnen, ihren Vermögensverwaltern und Fondsmanagern ESG-basierte Vorgaben zu machen für Stimmrechtsausübung, für Aktionärsdialog und, im Falle des aktiven Asset Management, für eine systematische ESG-Integration in ihre Selektion der Titel. Ihr Investment Consultant kontrolliere periodisch, ob die Vorgaben eingehalten werden. Ein weiterer unabhängiger Consultant habe einen Bericht erstellt darüber, wie intensiv die Asset Manager sich um die Anwendung von ESG-Kriterien bemüht haben. Er sei zum Schluss gekommen, dass die ESG-Qualität der Vermögensverwalter momentan ausreiche. Weiterhin werde demnächst eine Watchlist von investierten Firmen im Portfolio erstellt, die bestimmten ESG-Kriterien nicht genügen.

         

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die erwähnte Information an die Klima-Allianz enthält eine Stellungnahme, mit der die Pensionskasse Nestlé bekräftigt, dass sie die Klimarisiken ernst nimmt. Sie will einen Bericht über die finanziellen Auswirkungen des Klimawandels auf ihre Investitionen erstellen.

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Die Pensionskasse Nestlé hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Mit der besagten Stellungnahme an die Klima-Allianz informiert die Pensionskasse Nestlé, sie habe im Jahr 2019 begonnen, von den Vermögensverwaltern und Fondsmanagern Vorgaben zu machen, Engagement zu betreiben und die Stimmrechte im Sinne von ESG-Prinzipien wahrzunehmen. Als nächsten Schritt soll von den Asset Managern die Berichterstattung darüber eingefordert werden, bei welchen Unternehmen und mit welchen Forderungen der Aktionärsdialog und die Stimmrechtswahrnehmung ausgeübt wurden.

        • Es bleibt jedoch noch intransparent, welche Engagement- und Stimmrechtsdienstleister mit welchen Forderungen und in welchem Ausmass für die Pensionskasse Nestlé tätig sind; entsprechend kann nicht eingeschätzt werden, ob und wieweit sie ihre Aktionärsrechte klimawirksam einsetzen lässt.

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die Nestlé Pensionskasse hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Pensionskasse Nestlé von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: stagnierend

        • Mit ihren ersten Schritten zur Beeinflussung und Überwachung der Asset Manager zeigt die Pensionskasse Nestlé ihren Willen, in Zukunft eine wirksamere Nachhaltigkeitspolitik zu konkretisieren.
        • Angesichts des Gewichts der Pensionskasse Nestlé und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertiefter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein inhaltlich klar definiertes, wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine inhaltlich klar definierte, wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

        CIEPP Caisse Inter-Entreprises de Prévoyance Professionelle

         

        Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

         

        proparis

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die Stiftung proparis Vorsorge Gewerbe Schweiz ist mit einem Anlagevolumen von rund 7 Mia. CHF ungefähr auf Rang 36 der Pensionskassen der Schweiz.

         

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die proparis verweist im Anlagereglement darauf, dass sie nach Möglichkeit auch auf ökologisch und sozial nachhaltige Anlagen achtet. Es sind ungefähr 80% der Vermögensanlagen über Rückversicherungsverträge mit garantierten Leistungen und garantierter Verzinsung der Guthaben bei den Mitversicherern Axa, Swiss Life und Bâloise investiert, somit nicht unter Kontrolle der proparis. Die Selbstanlagen machen etwa einen Fünftel der Vermögensanlagen aus.

         

        Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert proparis (März 2020), der Anteil der Selbstanlagen und somit der eigene Kontrollbereich würde in Zukunft um das Doppelte steigen; weiterhin habe 2019 eine erste interne Schulung durch einen Consultant zum Thema Nachhaltigkeit stattgefunden.

        • Die proparis hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie bei den selbst getätigten Anlagen in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
        • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
        • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die proparis besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

        • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
        • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die proparis definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Die proparis hat bis heute bei ihren Selbstanlagen keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Die proparis besitzt in Bezug auf ihren Anteil an Selbstanlagen keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

         

        Es findet in Bezug auf ihren Anteil an Selbstanlagen keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die proparis hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Eigenportfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. 

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die proparis von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: stagnierend

        • Angesichts des Gewichts der proparis und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertiefter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken in Bezug auf ihre Selbstanlagen beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
        • Es sollten in Bezug auf ihre Selbstanlagen konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

        PAT-BVG

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die PAT-BVG ist mit ihrem Anlagevolumen von über 6 Mia. CHF ungefähr auf Rang 37 der Pensionskassen der Schweiz.

         

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die auf der Webseite zugänglichen Informationen über die Anlagepolitik und dort verlinkte Dokumente verweisen nicht auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

        • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

        • Folglich sollte sich die PAT-BVG damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
        • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die PAT-BVG besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

        • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
        • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die PAT-BVG definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Die PAT-BVG hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Die PAT-BVG besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

         

        Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die PAT-BVG hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die PAT-BVG von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: stagnierend

        • Angesichts des Gewichts der PAT-BVG und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt.
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

        PKG Pensionskasse

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die PKG ist mit ihrem Anlagevolumen von über 6 Mia. CHF ungefähr auf Rang 38 der Pensionskassen der Schweiz.

         

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die PKG verfügt über eine allgemeine Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist. Sie hält fest, dass das Anlageportfolio "auf die beiden Nachhaltigkeitsstandards «Swiss Sustainable Finance (SSF)» und «UN PRI-Initiative» (Principles for Responsible Investment) ausgerichtet" ist. Die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie findet auf Stufe Mandatsebene statt, wie der Präsentation der Delegiertenversammlung 2018 zu entnehmen ist. Vermögensverwalter sollen sich zum Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) bekennen, indem sie die UN PRI Initiative unterzeichnen.

         

        Sie schliesst via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

        • Die PKG hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
        • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
        • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die PKG besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft. Allerdings geht aus einem unabhängigen Nachhaltigkeitsrating hervor, dass die PKG Klimarisiken berücksichtigt, jedoch nicht in welchem Umfang oder wie die Umsetzung aussieht.

        • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
        • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die PKG definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Die PKG hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Die PKG besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

         

        Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die PKG hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die PKG von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: stagnierend

        • Angesichts des Gewichts der PKG und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertiefter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

        PREVIS Vorsorge

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die PREVIS, Vorsorgeeinrichtung einer Vielzahl von Gemeinden und öffentlichen Institutionen, ist mit ihrem Anlagevolumen von über 5 Mia. CHF ungefähr auf Rang 39 der Pensionskassen der Schweiz.

         

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Gemäss der Präsentation zur Delegiertenversammlung 2019 und deren Protokoll hat sich die Previs die inhaltliche Definition erster Schritte in Richtung Berücksichtigung von ESG-Kriterien in der Anlagepolitik vorgenommen. Diese wurden im neuen Anlagereglement 2019 festgeschrieben: sie schliesst via Anwendung der SVVK-Aussschlussliste einige wenige Produzenten von Atomwaffen aus, die gemäss Atomsperrvertrag verboten sind, sowie Hersteller von Antipersonenminen und Streumunition, die aufgrund von internationalen Konventionen geächtet sind; zusätzlich werden weitere Unternehmen, "welche einen Teil Ihres Umsatzes aus der Herstellung von geächteten Waffen erzielen (Atomwaffen, Biologische Kampfstoffe, Streumunition und Antipersonenminen)" aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen. Weiterhin sind Derivate auf fossilen Rohstoffen und Nahrungsmitteln ausgeschlossen.

         

        Stand März 2020:
        Auf Anfrage der Klima-Allianz schreibt die Previs in ihrer Stellungnahme, sie habe Ende 2019 eine umfassende ESG-Strategie Finanzanlagen als Teil der neuen Nachhaltigkeits-Grundstrategie verabschiedet. Sie habe 2016 und 2019 durch den Nachhaltigkeitsdienstleister CSSP ESG-Ratings der Wertschriftenportfolien durchführen lassen. Aus der Stellungnahme geht hervor, dass sich die ESG-Qualität gegenüber 2016 leicht verbessert hat.
        • Die PREVIS hat jedoch noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
        • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG- und CO2-Intensitäten-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Gemäss der erwähnten Stellungnahme an die Klima-Allianz berücksichtigt die Previs die Klimarisiken.

         

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Mit Ausnahme des Verzichtes im Rahmen der Alternativen Anlagen auf Derivate (Rohstoffanlagen) in fossile Energieträger - der als Branchen-Minimalstandard zu betrachten ist - hat die PREVIS bis heute keine relevanten Schritte zur Dekarbonisierung des Aktien- und Obligationen-Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Die PREVIS ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz.  

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Der Ethos Engagement Pool Schweiz nimmt einzig Einfluss auf Schweizer Firmen, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen.

        Stand März 2020:
        In der erwähnten Stellungnahme an die Klima-Allianz informiert die Previs, dass sie infolge ihrer neuen ESG-Strategie Finanzanlagen den Auftrag habe, grundsätzlich Engagement International anzustreben. Den richtigen und wirkungsvollen Weg resp. Partner müsse sie aber noch finden.
         
        Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.
         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Der besagte Stellungnahme an die Klima-Allianz ist zu entnehmen, dass die Previs mit ihrem ESG-Screening-Partner CSSP das Thema Klimarisiken aufgenommen hat. Sie werde sich in der nächsten Rating-Runde dem Thema „Carbon Footprint“ vertieft annehmen. Sie werde auch am BAFU Klimaverträglichkeitstest 2020 (PACTA 2020) teilnehmen.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die PREVIS hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die PREVIS von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: etwas besser

        • Mit ihren neuen Grundsätzen zur Nachhaltigkeit und den ersten ESG-Analysen der Wertschriftenportfolien hat die Previs eine Grundlage für weitere Schritte gesetzt.
        • Jedoch ist es angesichts des Gewichts der PREVIS und der Fortschritte ihrer Peergroups angezeigt, dass sie sich vertiefter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre internen und externen Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - mit Portfoliokonstruktionen, die Resultat weitreichender ESG-Positivkriterien und einschneidender Eingriffe zur CO2-Reduktion sind.

        Politische Aktivitäten

         

        März 2018: Parlament der Gemeinde Nidau, Interpellation Carine Stucki (SP) mit Fragen zur Klimaverträglichkeit der Anlagen der PREVIS. Die Exekutive gibt in ihrer Antwort die Stellungnahme der PREVIS weiter. Sie habe nicht am Klimaverträglichkeitstest des BAFU teilgenommen, werde es möglicherweise bei einem neuen Test tun. Weiterhin habe die PREVIS ein - nicht näher beschriebenes - "ESG Screening" durchführen lassen, das gute Resultate ergeben hätte.

      • PKSO, Gemini, ICPT, CPPEF/PKSPF Kt. Freiburg, CAP Prévoyance, prévoyance.ne, CPVAL, Zürcher Kantonalbank, Zuger PK, SVE

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        Pensionskasse Kanton Solothurn PKSO

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die PKSO ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 5 Mia. CHF ungefähr auf Rang 40 der Pensionskassen der Schweiz.

         

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die PKSO verfügt seit kurzem über eine allgemeine Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist. Sie ist sich "als Investor der ethischen, ökologischen und sozialen Verantwortung bewusst" und berücksichtige diese bei den Anlageentscheiden.

         

        Seit August 2018 schliesst die PKSO via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

        • Die PKSO hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
        • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
        • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
        Stand März 2020:
        Anlässlich eines Austauschs mit der Klima-Allianz informiert die PKSO, in Kürze werde das Anlagereglement 2020 mit erweiterten Nachhaltigkeitsbestimmungen veröffentlicht. Die PKSO legt teilweise via aktive Mandate und zum anderen Teil via Fonds an. Sie will in beiden Fällen optimal nachhaltige Lösungen suchen. Bei Neuausschreibung von Mandaten sollen ESG-Kriterien eine gewichtige Rolle einnehmen. Weiterhin plant sie eine Ist-Nachhaltigkeitsanalyse der Wertschriftenportfolien auf der Basis eines ESG-Ratings der Firmen.
         

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die PKSO besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

        • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
        • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die PKSO definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Die PKSO hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Die PKSO ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz.  

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Der Ethos Engagement Pool Schweiz nimmt einzig Einfluss auf Schweizer Firmen, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen.

        Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.
         
        Stand März 2020:
        Anlässlich des besagten Austauschs mit der Klima-Allianz informiert die PKSO über Bestrebungen, ihre Engagement-Aktivitäten zu erweitern.
         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die PKSO hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die PKSO von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: stagnierend

        • Angesichts des Gewichts der PKSO und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertiefter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

         

        Politische Aktivitäten

         

        2016: Interpellation Felix Wettstein (Grüne) im Kantonsparlament zur Beteiligung u.a. der PKSO an fossilen Energien und zum Divestment. Obwohl die PKSO eine öffentlich-rechtliche Institution ist, antwortet die Regierung verneinend, da die Pensionskasse autonom entscheide und keine Weisungsbefugnis bestehe. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

         

        Dezember 2018: Auftrag Markus Ammann und Fraktion SP im Kantonsrat "Für eine ernsthafte Klimapolitik". Als Teil davon wird von der Regierung verlangt, dass sich der Kanton bei der PKSO dafür einsetzt, dass sie auf Investitionen in fossile Unternehmen verzichtet.

         

        April 2019: Die Regierung verweist in ihrer Stellungnahme zum Auftrag der Fraktion SP bezüglich der PKSO darauf, dass ein Ausschluss ganzer Sektoren des Anlageuniversum "schwierig vereinbar" mit dem gesetzlichen Auftrag der Erzielung einer marktkonformen Rendite sei. Weiterhin würden 80% der Vermögensverwalter angeben, "Nachhaltigkeitsaspekte in irgendeiner Weise zu berücksichtigen".

         

        November 2019: die Mehrheit des Kantonsrates gibt sich mit der Stellungnahme und der vagen Absichtserklärung des Regierungsrates, "bei seiner Tätigkeit - soweit relevant - Aspekte des Klimawandels" berücksichtigen zu wollen, nicht zufrieden; er überweist den Auftrag der SP-Fraktion in seiner ursprünglichen Form.

         

        Januar 2020: die Grünen Solothurn verlangen - unter Berufung auf den überwiesenen Auftrag der SP-Fraktion - in ihrer Vernehmlassung zur Revision des kantonalen Pensionskassengesetzes die Aufnahme der Klimathematik.

        GEMINI Sammelstiftung

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die GEMINI Sammelstiftung ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 5 Mia. CHF ungefähr auf Rang 41 der Pensionskassen der Schweiz.

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die GEMINI Sammelstiftung verfügt über keine formelle, öffentliche Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist. Dem Geschäftsbericht 2018 ist jedoch zu entnehmen, dass der Einbezug von ESG-Kriterien bei den Anlagen aktuell im Stiftungsrat und Anlageausschuss geprüft und diskutiert wird.

         

        Die GEMINI Sammelstiftung schliesst nur einige wenige Produzenten von Antipersonenminen und Streumunition aus.

        • Die GEMINI hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
        • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
        • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die GEMINI Sammelstiftung besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

        • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
        • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die GEMINI Sammelstiftung definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Die GEMINI Sammelstiftung hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Die GEMINI Sammelstiftung besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

         

        Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die GEMINI Sammelstiftung hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die GEMINI Sammelstiftung von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: stagnierend

        • Angesichts des Gewichts der GEMINI Sammelstiftung und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertiefter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Istituto di Previdenza del Cantone Ticino IPCT

           

          Compatibilità climatica della politica di investimento

           

          Caratterizzazione

           

          Con un volume d'investimento di circa CHF 5 miliardi, l'IPCT si colloca all'incirca al 42° posto tra le casse pensioni svizzere.

           

          Politica di sostenibilità/ESG​

           

          Le informazioni sulla politica di investimento disponibili sul sito web e i documenti ad esso collegati non rivelano il rispetto dei principi di sostenibilità e dei criteri ESG (Environmental, Social, Governance).

           

          Come indicato nella risposta a una domanda del Parlamento (cfr. in seguito), i gestori dei fondi applicano la lista d'esclusione dell’Associazione Svizzera per gli Investimenti Responsabili di capitale (ASIR/SVVK); pertanto sono solamente esclusi pochi titoli di produttori di mine antiuomo, munizioni a grappolo e armi nucleari.

          • A metà del 2019 il Consiglio federale ha istituito un gruppo di lavoro "Finanza sostenibile". Si riferisce agli obblighi internazionali della Svizzera nell'ambito dell'Accordo di Parigi sul clima e dei UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Gli sforzi sono rivolti ad accordi con il settore finanziario. In particolare, ciò dovrebbe portare a una maggiore trasparenza per quanto riguarda l'orientamento e il modo in cui gli attori sono orientati alla sostenibilità.
          • Di conseguenza, l'ICPT dovrebbe considerare come riferire in futuro in modo trasparente l'impatto societale della sua politica d'investimento, includendo il rapporto, se e come tiene conto dei rischi ESG e del clima o perché no.
          • Ugualmente, la Cassa dovrebbe esaminare come sarà strutturata in futuro la sua politica di investimento secondo i principi di una politica di sostenibilità/ESG, la quale .

          Considerazione dei rischi climatici come parte della politica ESG, rispetto del giudizio legale NKF

           

          Per quanto riguarda la sua politica di investimento, l'IPCT non dispone di una strategia pubblica relativa al cambiamento climatico.

          • L'associazione degli istituti di previdenza ASIP raccomanda nelle sue linee guida per gli investimenti (Leitfaden für die Vermögensanlage, luglio 2018): "I rischi ESG e i rischi climatici .... fanno parte dei rischi economici e devono essere analizzati di conseguenza nell'ambito della definizione della strategia di investimento". 
          • Il suo dovere fiduciario nei confronti degli assicurati impone all' IPCT di definire le misure con cui intende contrastare questi rischi e di comunicarli al pubblico.

          Misure adottate per decarbonizzare il portfolio

           

          L'IPCT non vede ancora la necessità di un allineamento dei suoi investimenti compatibile con il clima.

           

          Partecipazione ad associazioni per la sostenibilità

           

          La cassa pensioni è membro dell' ETHOS Engagement Pool Schweiz.

           

          Investor's Engagement di impatto climatico ed esercizio dei diritti di voto all'estero (settori dipendenti dai carburanti fossili)

           

          L'Ethos Engagement Pool Svizzera influenza solo le imprese svizzere, non quelle straniere (fossili).

          Non vi è esercizio del diritto di voto presso società (fossili) all'estero.
           

          Misurazione dell'impronta di CO2 o del rischio climatico finanziario con analisi di scenario​

           

          Non è stata pubblicata alcuna intenzione di determinare la compatibilità climatica misurando l'impronta di CO2 o le potenziali perdite di valore sul portafoglio attraverso l'analisi di scenario.

           

          Pianificazione di ulteriori misure di decarbonizzazione a livello del portfolio.​

           

          L'IPCT non ha annunciato l'intenzione di preparare un concetto per un percorso di decarbonizzazione compatibile con l'accordo di Parigi.

          ____________________

           

          Conclusione:

          Manca ancora una strategia climatica volta a decarbonizzare il portafoglio e ad abbandonare le aziende fossili che non sono passate ad un modello di business sostenibile basato sulle energie rinnovabili. La cassa pensioni IPCT è ancora ben lontana dalla compatibilità climatica degli investimenti.

           

          Tendenza 2018-2020:

          Valutazione: stagnante

          • Dato il peso dell' IPCT e i progressi dei suoi gruppi di pari, è opportuno che affronti più concretamente la questione della gestione della sostenibilità (intesa come integrazione di principi ESG) e dei rischi climatici finanziari.
          • Dovrebbe essere preparato concettualmente: un efficace impegno diretto (Engagement) in materia di ESG e di clima con le società rilevanti, un esercizio dei diritti di voto in modo positivo per il clima, nonché una ristrutturazione del suo portafoglio orientata analogamente.​
          • In particolare, l'ICPT dovrebbe far rispettare e monitorare in modo proattivo l'effettiva integrazione dei criteri ESG nel processo di investimento da parte dei suoi gestori - oppure selezionare dei fondi di cui è dimostrata la costruzione secondo criteri ESG e di riduzione di CO2 di ampia portata.

          Attività politiche

           

          Aprile 2016: La mozione Francesco Maggi (I Verdi) e co-deputati "Non danneggiare il clima con i soldi pubblici" chiede di valutare l’impatto climatico degli investimenti dello Stato e degli Enti pubblici come la Cassa pensione dello Stato IPCT.

          Questa mozione é tuttora pendente.

           

          Luglio 2019: L'interrogazione Nicola Schoenenberger e co-deputati "Dare seguito alla mozione “Non danneggiamo il clima con i soldi pubblici” del 18 aprile 2016 nell’ambito del preannunciato messaggio sul risanamento della Cassa pensione dello Stato" chiede se il Consiglio di Stato intende chiedere ai gestori della Cassa pensione di aumentare in modo progressivo e importante gli investimenti sostenibili del fondo e di disinvestire dalle energie fossili o altri investimenti problematici dal punto di vista ambientale e sociale.

           

          Ottobre 2019: Per la sua risposta, il Consiglio di Stato trasferisce la presa di posizione della cassa pensione. Questa risponde in modo difensivo ed evade gran parte delle domande. Si difende che l'investimento sostenibile è complicato, che i costi dei fondi sostenibili siano più elevati di quelli tradizionali e che essa non abbia la possibilità di dare delle direttive di sostenibilità ai suoi gestori dei fondi UBS e Credit Suisse. Comunque, l'IPCT informa che i fondi azioni estere dei due gestori hanno implementato la lista di esclusione dei titoli dell’Associazione Svizzera per gli Investimenti Responsabili di capitale (ASIR/SVVK); sono ad esempio esclusi i titoli di produttori di mine antiuomo, munizioni a grappolo e armi nucleari.

          Caisse de prévoyance du personnel de l’Etat de Fribourg (CPPEF) / Pensionskasse des Staatspersonals Freiburg (PKSPF)

           

          Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

           

          CAP Prévoyance (Genève ville et communes)

           

          Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

           

          prévoyance.ne

           

          Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

           

          Caisse de prévoyance de l'État du Valais (CPVAL / PKWAL)

           

          Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

          Pensionskasse Zürcher Kantonalbank PKZKB

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die PKZKB ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 4 Mia. CHF ungefähr auf Rang 47 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die PKZKB verfügt über eine allgemeine Nachhaltigkeitspolitik. Sie legt einen Anteil von mindestens 20% des Wertschriftenvermögens in nicht näher beschriebene "nachhaltige Gefässe" an.

          • Dem Geschäftsbericht 2018 ist zu entnehmen, dass die "nachhaltigen Gefässe" aktuell einem bestimmten Fonds entsprechen (s.unten). 
          • Die Kasse ist nicht transparent über die gesamtgesellschaftliche Wirkungstiefe des Nachhaltigkeitsansatzes der von ihr gewählten oder zu wählenden Gefässe.

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die PKZKB besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
          • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die PKZKB definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Dem Geschäftsbericht 2018 ist zu entnehmen, dass die PKZKB via ihren Vermögensverwalter, die Zürcher Kantonalbank, im Bereich Aktien Ausland 25% des Vermögens in den nachhaltigen Fonds «Swisscanto (CH) IPF I Index Equity Fund World (ex CH) Responsible» investiert wurden; im Jahr 2018 hat diese nachhaltige Anlage der PKZKB 0,9% mehr Rendite als der konventionelle Benchmark eingebracht.

          • Es ist davon auszugehen, dass dieser nachhaltige Anlagebereich ansatzweise zu einer Portfolio-Dekarbonisierung beiträgt.
          • Der Aktienfonds «Swisscanto (CH) IPF I Index Equity Fund World (ex CH) Responsible» ist in der yourSRI-Datenbank von CSSP registriert. Seine Kohlenstoffintensität ist, wie sich leicht nachrechnen lässt, rund 20% geringer als der zugehörige Marktbenchmark MSCI ACWI (Messung auf Basis Scope 1 und 2). Somit darf abgeschätzt werden, dass das Aktienportfolio Ausland insgesamt eine rund 5% geringere CO2-Intensität aufweist.

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die PKZKB ist Mitglied der Initiative Principles for Responsible Investment (UN PRI) der Vereinten Nationen und verpflichtet sich damit ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die PKZKB besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

           

          Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die PKZKB hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die PKZKB von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Es darf davon ausgegangen werden, dass bei den besonders klimarelevanten Aktien Ausland via die nachhaltigere Anlage in einen entsprechenden Fonds auch eine bestimmte Dekarbonisierung erzielt wurde. Damit ist ein Anfang gemacht.
          • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es jedoch angezeigt, dass sie sich vertiefter und in transparenter Weise mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Zuger Pensionskasse

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Zuger Pensionskasse ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 4 Mia. CHF ungefähr auf Rang 48 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die Zuger Pensionskasse verfügt neu über eine allgemeine Anlagepolitik mit der Selbstverpflichtung zum Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in den Anlageprozess. Zwar gibt der Geschäftsbericht 2018 keine Auskunft über Einzelheiten; gemäss den Informationen der Kasse an die Zuger Exekutive in Beantwortung eines Postulates (s. unten) werden sich jedoch die zuständigen Gremien in nächster Zeit mit der Ergänzung des Anlagereglements und der Anlagestrategie um die Aspekte der Nachhaltigkeit befassen. Auch soll der Geschäftsbericht künftig entsprechende Informationen enthalten.

           

          Als Teil der Antwort zum besagten Postulat informiert die Kasse weiterhin, sie habe bereits zum Zeitpunkt der Publikation der SVVK-Ausschlussliste deren Kriterien erfüllt, und seit längerem würden keine direkten Anlagen in Unternehmen der Rüstung, Atom- und Erdölindustrie sowie in Kohle abbauende Gesellschaften getätigt. Auch bei den Investitionen in indirekte Anlagen via Kollektivgefässe habe sie auf die entsprechende Titelauswahl geachtet, indem sie seriöse Anbieter selektionierte und durch jährliche Überprüfung die Umsetzung kontrollierte. Gemäss Geschäftsbericht 2018 investiert die Kasse bei den Obligationen direkt und bei den besonders klimarelevanten Aktien via institutionelle Fonds. Dazu sagt die Zuger Pensionskasse aus, sie überprüfe das Portfolio jährlich nach ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) gemäss MSCI-Scores. Das MSCI-Rating jeder Anlageklasse werde gegen den Marktbenchmark bewertet: auf diese Weise lasse sich festhalten, dass die Zuger Pensionskasse in der Gesamtheit ihrer Anlagen nachhaltiger als die Vergleichsindizes investiert sei.

           

          An einem Austausch mit der Klima-Allianz (März 2020) gibt die Zuger Pensionskasse weitere Informationen. Sie will ihre bisher gelebte Praxis der nachhaltigen Anlage intensivieren. Sie ist seit knapp 2 Jahren daran, ihre Aktien- und Obligationenportfolien nach den Prinzipien der ESG-Integration bei der Titelselektion umzuschichten. Zur Nachhaltigkeitsbewertung der evaluierten Fonds greift sie vor der Selektion die ESG- und Klima-Ratings sowie die CO2-Intensitäten der Plattform yourSRI von CSSP ab, die sich für die Fonds-ESG-Ratings auf die Firmen-ESG-Scores von MSCI stützt. So wurden in den für die Kasse gewichtigen und gleichzeitig klimarelevanten Bereichen bereits Umschichtungen vorgenommen: bei den Aktien Emerging Markets, wo aktiv bewirtschaftete Fonds im Einsatz sind, wurde die Mehrzahl dieser Kollektivanlagen auf Produkte mit optimaler ESG-Bewertung umgestellt, und bei den Aktien Developed Markets ex CH stellt die Kasse derzeit sukzessive auf Fonds um, die auf der Basis des MSCI ESG Leaders Index konstruiert sind.

           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Wie die Zuger Pensionskasse am besagten Austausch informiert, betrachtet sie ESG- und Klimarisiken als Bestandteil ihrer Treuhandpflicht. Die Integration der ESG-Kriterien inklusive des Einbezugs der Kohlenstoffdaten in den Anlageprozess bewertet sie als ein wesentliches Risikomanagement-Tool.

           

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Zwar hat die Kasse bisher keine Dekarbonisierungsmassnahmen öffentlich gemacht. Wie sie jedoch am besagten Austausch mit der Klima-Allianz aufzeigt, waren bei der ESG-Erfolgsmessung 2019 auf Basis der MSCI-Scores die Aktien- und Obligationenanlagen im Schnitt bereits bedeutend mehr als nur wenige Prozent besser als der respektive Marktbenchmark (gemessen an der MSCI-Punktskala 0 bis 10). In Korrelation dazu waren die ermittelten CO2-Intensitäten in vergleichbarem Ausmass tiefer; insbesondere bei den Aktien Emerging Markets und den Obligationen Schweiz konnte bereits eine substanzielle Reduktion im mittleren oder oberen zweistelligen Bereich gemessen werden.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Zuger Pensionskasse besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

           

          Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          In der besagten Antwort zum Postulat aus dem Kantonsparlament (s. unten) und am besagten Austausch mit der Klima-Allianz informiert die Zuger Pensionskasse, sie werde auch künftig die CO2-Intensität des Wertschriftenportfolios regelmässig messen.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Zwar fehlt eine Strategie zu einem geplanten Dekarbonisierungspfad des Portfolios mit verbindlichen Zielen. Jedoch ist mit dem durch die Zuger Pensionskasse neu eingebauten Mechanismus der ESG-Integration ins Portfoliomanagement ein erhebliches Potenzial für einen systematischen Dekarbonisierungspfad verbunden. Die Kombination der ESG- und Klima-Analyse bei der Fondsselektion mit der periodischen ESG-Erfolgsmessung auf Portfolioebene ist geeignet, eine kontinuierliche Senkung der CO2-Intensität der Aktien- und Obligationenportfolien zu bewirken. Zudem besteht eine Selbstverpflichtung zur regelmässigen Messung der CO2-Intensität des Wertschriftenportfolios als Kontrollinstrument.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Zwar hat die Zuger Pensionskasse noch keine Dekarbonisierungsmassnahmen veröffentlicht. Die der Klima-Allianz offengelegten Informationen zeigen jedoch ein bereits relevantes und weiter zunehmendes Ausmass der Dekarbonisierung der Aktien- und Obligationenportfolien.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: sehr viel besser

          • Zwar hat die Zuger Pensionskasse bisher nicht transparent über ihre faktisch getätigten ESG- und klimarelevanten Massnahmen im Portfoliomanagement informiert, doch in der Praxis hat sie gemäss den der Klima-Allianz offengelegten Informationen ihr Wertschriftenportfolio bereits in relevantem Ausmass dekarbonisiert; zudem ist mit dem neu eingebauten Mechanismus der ESG- und Klima-Integration bei den Aktien und Obligationen ein erhebliches Potenzial für eine weiter fortschreitende Dekarbonisierung verbunden, die als in Linie mit den Klimazielen des Pariser Klimaabkommens betrachtet werden kann.
          • Den bereits ergriffenen Umsetzungsmassnahmen entsprechend betrachtet die Zuger Pensionskasse, gemäss den der Klima-Allianz offengelegten Informationen, das Management der ESG- und Klimarisiken als Bestandteil ihrer Treuhandpflicht.
          • Die angekündigten Schritte zur Verbesserung der Transparenz sollten umgesetzt werden; weiterhin ist die Publikation der Dekarbonisierungsresultate noch ausstehend.
          • Schliesslich fehlen noch Schritte für ein umfassendes ESG- und klimawirksames Direktengagement mit den investierten Unternehmen und eine klimapositive Stimmrechtsausübung.

           

          Politische Aktivitäten

           

          Mai 2019: Postulat Tabea Zimmermann Gibson, Andreas Lustenberger und Mariann Hess (Alternative-Die Grünen) betreffend nachhaltige Anlagestrategie der Zuger Pensionskasse. Der Vorstoss lädt die Exekutive ein, sich bei der Pensionskasse dafür einzusetzen, ihre Anlagestrategie zu überarbeiten und ESG-Kriterien mit speziellem Fokus auf fossile Desinvestition zu integrieren.

           

          August 2019: Die Regierung vermittelt in ihrer Antwort einige positive Informationen zur Nachhaltigkeit der Anlagen der Zuger Pensionskasse, die derzeit noch nicht auf deren Website publiziert sind. So habe die Kasse bereits zum Zeitpunkt der Publikation der SVVK-Ausschlussliste deren Kriterien erfüllt. Weiterhin überprüfe sie das Portfolio jährlich nach ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) gemäss MSCI-Scores. Das MSCI-ESG-Rating jeder Anlageklasse werde gegen den Standard-Benchmark bewertet: auf diese Weise lasse sich festhalten, dass die Zuger Pensionskasse in der Gesamtheit ihrer Anlagen nachhaltiger als die Vergleichsindizes investiert sei. Die Kasse werde die ESG-Analysen als Basis für weitere Verbesserungen verwenden, und sie werde künftig den CO2-Fussabdruck des Portfolios messen. Schliesslich informiert die Zuger Pensionskasse, dass sich der Verzicht auf Beteiligungen jeglicher Art in Unternehmen der Rüstungs-, Atom- und Erdölindustrie sowie an Firmen des Kohleabbaus oder mit nicht erfüllten ESG-Kriterien positiv auf die Performance ausgewirkt habe. Aufgrund dieser Informationen der Pensionskasse beantragt die Exekutive, die Forderungen des Postulats als erfüllt zu betrachten und den Vorstoss abzuschreiben.

           

          Oktober 2019: das Parlament schreibt das Postulat als nicht erheblich ab.

          Sulzer Vorsorgeeinrichtung (SVE)

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Sulzer Vorsorgeeinrichtung (SVE) ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 4 Mia. CHF ungefähr auf Rang 49 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Seit März 2020 bekennt sich die Sulzer Vorsorgeinrichtung (SVE) zu einer Nachhaltigkeitspolitik, die im neuen Anlagereglement verankert ist.

           

          Die SVE schliesst aus ihrem Anlageuniversum Firmen aus, welche Umsätze aus kontroversen Waffen (inkl. Streubomben, Landminen, ABC-Waffen) aufweisen. Ebenfalls ausgeschlossen werden Unternehmen, welche mehr als 30% des Umsatzes mit thermischer Kohle (kumuliert Stromerzeugung und Abbau) erzielen. Diese Ausschlüsse gelten für Einzeltitel und sind soweit als möglich auch bei den Kollektivanlagen anzuwenden.

           

          Auf Basis der Daten einer externen Nachhaltigkeitsrating-Agentur oder eines Finanzdatenanbieters werden Unternehmen nach ihrer Nachhaltigkeitspolitik bewertet. Gemäss einem Best-in-class Ansatz sollen Unternehmen, welche innerhalb ihrer Branche höhere ethische, ökologische und unternehmerische Standards einhalten und damit die Geschäftspraxis nachhaltiger gestalten, bei Anlageentscheiden bevorzugt werden.

           

          Bei der Auswahl von Kollektivanlagen, Fondsanbietern und Vermögensverwaltern bevorzugt die SVE diejenigen, welche die UN-Global-Compact-Richtlinien unterzeichnet und ESG-Faktoren in ihren Anlageprozess integriert haben. Bei indexierten Produkten werden bei der Auswahl nach Möglichkeit ESG-Faktoren als ein Entscheidungskriterium berücksichtigt.

           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Gemäss ihrer Nachhaltigkeitspolitik berücksichtigt die SVE die Klimarisiken.

           

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Gemäss der neuen Nachhaltigkeitspolitik (s. oben) werden Unternehmen aus dem Anlageuniversum (Aktien, Obligationen) ausgeschlossen, welche mehr als 30% des Umsatzes mit thermischer Kohle (kumuliert Stromerzeugung und Abbau) erzielen. Diese Ausschlüsse gelten für Einzeltitel und sollen soweit als möglich auch bei den Kollektivanlagen angewandt werden.

           

          Auch informiert die SVE im Geschäftsbericht 2018, dass der BAFU-Klimaverträglichkeitstest 2017 ergeben habe, dass ihre Energie- und Stromerzeugungsaktien besser als die Mindestzielsetzung zur Erreichung des Zwei-Grad-Klimaziels resultierten; im Bereich Energie- und Stromerzeugungsobligationen sei die Wirkung der SVE-Anlageallokation im Durch- schnitt im Einklang mit der Zielsetzung zur Erreichung des Zwei-Grad-Klimaziels.

          • Aus dieser Analyse lässt sich schliessen, dass die SVE mit ihren Wertschriften im besonders klimarelevanten Sektor Energie und Stromerzeugung bereits auf einem zufriedenstellenden Dekarbonisierungspfad liegen dürfte.

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Sulzer Vorsorgeeinrichtung (SVE) besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

           

          Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Die Sulzer Vorsorgeeinrichtung (SVE) veröffentlichte im Geschäftsbericht 2018 ihre Erkenntnisse aus ihrer Teilnahme am BAFU-Klimaverträglichkeitstest 2017.

           

          Im neuen Geschäftsbericht 2019 kündigt sie an, auch am neuen, erweiterten BAFU Klimaverträglichkeitstest 2020 teilnehmen zu wollen.

           

          Sie informiert darin auch, dass sie per Ende 2019 eine ESG-Analyse ihres Aktien- und Obligationenportfolios habe durchführen lassen, welches die Grundlage für die neue Nachhaltigkeitspolitik wurde. Gemäss dem neuen Anlagereglement soll das Portfolio in Zusammenarbeit mit einem Nachhaltigkeitsanbieter mindestens einmal jährlich nach ESG-Kriterien beurteilt und ein detailliertes Reporting erstellt werden. Anlagen, welche gemäss dieser Auswertung als nicht nachhaltig eingestuft werden, werden einer vertieften Analyse unterzogen.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die Sulzer Vorsorgeeinrichtung (SVE) hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

          • Folglich fehlt noch eine explizite Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios.
          • Hingegen ist mit dem im Anlagereglement festgelegten Best-in-class Ansatz mit ESG-Integration ins Portfolio-management das Potenzial verbunden, dass die SVE zukünftig einen systematischen Dekarbonisierungspfad einschlägt.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Mit dem Ausschluss von Kohleproduzenten und -verstromer mit über 30% Umsatz mit thermischer Kohle - vorerst umzusetzen im Teil Direktanlagen bei den Aktien und Obligationen - sowie mit der Festlegung eines Best-in-class Ansatzes im Portfoliomanagement hat die die Sulzer Vorsorgeeinrichtung (SVE) einen ersten Schritt zur Dekarbonisierung ihrer Investitionen gemacht.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: viel besser

          • Mit ihren neuen Grundsätzen zur Nachhaltigkeit, der Anerkennung der Klimarisiken durch ihren ersten Dekarbonisierungsschritt und mit ihrem im Anlagereglement verankerten Best-in-class Ansatz der ESG-Integration hat die Vorsorgestiftung SVE das Potenzial, den Weg zu einem Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad des Portfolios einzuschlagen.
          • Allerdings fehlen noch Schritte für ein umfassendes ESG- und klimawirksames Direktengagement mit den investierten Unternehmen und eine klimapositive Stimmrechtsausübung.
        • Swiss Re, pk.tg, Swatch, Pax, CIP, SRG-SSR, PKGR, pkPRO Tellco, PTV/CPAT, PKSH

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          Pensionskasse Swiss Re

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Pensionskasse Swiss Re ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 4 Mia. CHF ungefähr auf Rang 50 der Pensionskassen der Schweiz.

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die Pensionskasse Swiss Re verfügt gemäss Anlagereglement 2020 (Seite 42) über eine umfassende Nachhaltigkeitspolitik.

          Es gilt als allgemeiner Grundsatz, dass für alle aktiv und passiv betreuten und mandatierten Aktien- und Obligationen-Anlagen, eingeschlossen auch der internen (bei der Pensionskasse Swiss Re selbst verwalteten) Anlagen, die Unternehmens- und Länder Ausschlusslisten der Swiss Re zum Einsatz kommen, die sich mit Menschenrechten, Umweltschutz und anderen sensitiven Themen und Sektoren beschäftigen.

           

          Wie die Kasse in einer Stellungnahme an die Klima-Allianz (März 2020) schreibt, verwaltet sie ihre Wertschriften selbstständig, unabhängig vom Asset Management der Swiss Re Group. Wie auch das Anlagereglement festhält, orientiert sich hingegen ihre Nachhaltigkeitspolitik zu einem relevanten Teil an den stringenten Nachhaltigkeitsprinzipien der Swiss Re Gruppe.  

          • Mit den besagten Nachhaltigkeitsprinzipien bekennt sich die Swiss Re Gruppe für ihre Portfolioinvestitionen seit 2017 zur vertieften ESG-Integration; sie verfolgt einen Pfad, der sich seit 2017 an der Ausrichtung an ESG-Benchmarks bei den Aktien und Obligationen orientiert; diese bedingt eine substanzielle Reduktion des Anlageuniversums aufgrund schlechter Ratings der Unternehmen, und sie bekennt sich zu grünem Impact Investing (Infrakturanlagen in erneuerbare Energien, Green Bonds).
          • Gemäss dem Bericht "Responsible investments - The Next Steps in Our Journey" (2018) hat die Swiss Re Gruppe für ihr Aktienportfolio den MSCI ACWI ESG Leaders Index als Benchmark implementiert. Dieser Benchmark stellt gegenwärtig ein Optimum für institutionelle Investoren dar; er reduziert das Nachhaltigkeitsuniversum aufgrund von ESG-Ratings um mehr als die Hälfte, und senkt gleichzeitig auch die CO2-Intensität substanziell (siehe Klima-Allianz Empfehlungen für die Klimaverträglichkeit der Investitionen). Die Swiss Re Gruppe implementiert einen vergleichbaren ESG-Benchmark, der das Anlageuniversum in ähnlicher Weise reduziert, ebenfalls für die Obligationen.
          • Die Pensionskasse Swiss Re selbst wendet diese Prinzipien jedoch nur auf einem Teil ihrer Wertschriftenanlagen an (s. unten).

          Gemäss dem besagten Schreiben an die Klima-Allianz werden die Obligationen grösstenteils in der Pensionskasse Swiss Re durch eigene Mitarbeiter verwaltet, ebenso die direkten Immobilien. Alle anderen Anlageklassen werden in aktiven und passiven Fonds, Einanlegerfonds oder durch externe Manager verwaltet.

           

          Konkret schliesst die Pensionskasse gemäss ihrem Anlagereglement 2020 (Seite 42) bei ihren aktiv verwalteten Aktien- und Obligationenanlagen Unternehmen aus, die sich auf der General Company Restricted Liste und der Coal List der Swiss Re befinden. Dabei schliesst sie via Unternehmens- und Länder-Ausschlusslisten der Swiss Re (General Company Restricted List) zudem bestimmte Unternehmen aus, die für die Herstellung, Lagerung und Vertrieb von Minen, Streumunition, chemischen Waffen, biologischen Waffen und nuklearen Waffen tätig sind. Die Liste der ausgeschlossenen Länder betrifft Staaten, in denen in einer systematischen Art Verbrechen gegen die Menschheit begangen werden.

           

          Bei den aktiv gehaltenen Aktien und Obligationen (verwaltet durch die Pensionskasse Swiss Re oder durch externe Asset Manager) schliesst sie weiterhin auf der Basis der Ausschlussliste Kohle (Coal List) Kohleproduzenten und Kohleverstromer mit Kohleanteil über 30% aus (gesamte Liste der Ausschlüsse s. unten).

          • Diese Ausschlüsse sind nicht auf die Aktien und Obligationen anwendbar, die in Fonds/Kollektivgefässen gehalten sind.

          Darüber hinaus, also auch bei der externen Vergabe von Manager Mandaten oder bei Beteiligungen an Kollektivgefässen, schreibt sie zwingend vor, dass der Anbieter einen fundierten ESG Prozess ausweisen kann, der "den Vorsätzen der Pensionskasse entspricht". Externe Manager ab einer gewissen Grösse müssen UN PRI Compliant sein, d.h. Unterzeichner der Charta sein und deren Prinzipien einhalten.

          • Dies ist positiv, denn damit sind die externen Asset Manager und Fondsanbieter im Prinzip gefordert, bei der Portfoliokonstruktion eine ESG-Integration durch bestimmte Eingriffe in die Selektion der Unternehmen durchzuführen.
          • Das Ausmass der ESG-Integration, also der Anteil der Wertschriftenportfolien, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Kriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind, bleibt jedoch noch unbekannt.

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Pensionskasse Swiss Re orientiert sich in der Berücksichtigung der Klimarisiken an der Anlagepolitik der Swiss Re Gruppe. Dies geht auch der erwähnten Stellungnahme an die Klima-Allianz hervor (s. unten).

           

          Die Swiss Re Gruppe hat sich zur aktiven Integration der Klimarisiken in ihr Portfoliomanagement bekannt.

           

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die Pensionskasse Swiss Re fasst im besagten Schreiben an die Klima-Allianz folgendes zusammen.

          Im Einanlegerfonds Aktiven Welt und bei den durch die interne Vermögensverwaltung der Pensionskasse Swiss Re verwalteten Obligationen vermeidet die Pensionskasse Swiss Re Anlagerisiken in ihrem Portfolio, welche sie als nicht mehr tragbar erachtet, respektive welche aus Anlagesicht ein massgeblich erhöhtes Wertverfallsrisiko ("stranded assets") inne haben. Im Zuge dessen wendet die Pensionskasse Swiss Re das Swiss Re Sustainability Framework an. Als Teil davon investiert sie nicht in Unternehmen, die mindestens 30 % Kraftwerkskohle zur Stromerzeugung einsetzen oder 30 % oder mehr ihrer Einnahmen aus dem Kohlebergbau erzielen. Ebenso sind Unternehmen ausgeschlossen, welche 20 % oder mehr ihrer Einnahmen aus Ölsand-Geschäften erzielen. Seit 2019 wird zusätzlich nicht mehr in Bergbaunternehmen investiert, die mindestens 20 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr fördern, sowie in Energieversorgungs-Unternehmen mit mehr als 10 Gigawatt installierter Kohlefeuerkapazität.

          Gemäss Geschäftsbericht 2018 werden etwas mehr als die Hälfte der Aktien Ausland und alle Obligationen Ausland aktiv gehalten, somit ist die bereits getätigte Dekarbonisierung substanziell.

           

          Auch bei direkten Immobilienanlagen strebt die Pensionskasse Swiss Re - gemäss ihrer Stellungnahme an die Klima-Allianz - Massnahmen der Maximierung der CO2-Reduktion an, welche als aktuelle "Best Practice" eingestuft werden können.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die Pensionskasse Swiss Re selbst ist nicht Mitglied in einer Vereinigung für Nachhaltigkeit.

           

          Hingegen ist die Swiss Re Gruppe, an deren Nachhaltigkeitsprinzipien sich die Pensionskasse Swiss Re orientiert, Mitglied bei Swiss Sustainable Finance.

           

          Die Swiss Re Gruppe ist zudem seit 2007 Mitglied der Initiative UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) und verpflichtet sich damit ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

           

          Schliesslich wurde die Swiss Re Gruppe im September 2019 Gründungsmitglied der UN-Net Zero Asset Owner Alliance, die sich zum Ziel von Netto-Null Treibhausgas-Emissionen ihrer Investitionsportfolien bis 2050 und somit zum Klimaziel von max. 1.5°C Erwärmung verpflichtet haben.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Pensionskasse Swiss Re selbst besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

           

          Die Pensionskasse Swiss Re selbst übt gemäss Anlagereglement ihre Stimmrechte bei den Aktien allgemein (also auch bei Unternehmen im Ausland) "nach Möglichkeit" aus. Gemäss dem Schreiben an die Klima-Allianz vom März 2020 soll die Umsetzung dieser Bestimmung in Zukunft konkretisiert werden.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Gemäss einer weiteren Mitteilung an die Klima-Allianz (März 2020) hat die Pensionskasse Swiss Re im Jahr 2019 mit einem externen Dienstleister den CO2-Fussdruck des Portfolios für eine interne Standortbestimmung als Ausgangspunkt für das weitere Vorgehen gemessen.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          In der besagten Stellungnahme an die Klima-Allianz erläutert die Pensionskasse Swiss Re die folgenden Pläne.

           

          Sie will die Entwicklung einer stringenten Nachhaltigkeitsstrategie (Leit-/Richtlinien unter Einbezug von Nachhaltigkeits-zielen) in den Fokus stellen, welche sowohl Risikooptimierung und -vermeidung als auch Chancen in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte entlang des Investitionsprozesses beinhaltet. Konkret werden u.a. folgende Stossrichtungen evaluiert:

          1. Detaillierter Kontrollprozess für alle Vermögensverwalter in Bezug auf die Implementation und Anwendung von ESG Kriterien im Anlageprozess

          2. Entwicklung eines Nachhaltigkeitsreportings für alle Obligationen, Aktien und direkte Immobilien

          3. Evaluation von ESG Benchmarks auf Aktien und Obligationen

          • Diese zur Evaluation anstehenden Stossrichtungen haben das Potenzial, parallel zu der substanziellen Verbesserung der ESG-Qualität der Wertschriftenportfolien auch deren CO2-Intensität progressiv zu senken.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Mit der Entfernung der Kohleproduzenten und -verstromer sowie der Ölsandfirmen aus einem grösseren Teil des Aktien- und Obligationenportfolios hat die Pensionskasse Swiss Re einen ersten Schritt zur Dekarbonisierung ihrer Investitionen gemacht.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: viel besser

          • Mit dem Ausschluss der besonders klima- und umweltschädlichen Kohlebergbau- und -elektrizität-Unternehmen sowie der Ölsandfirmen aus einem substanziellen Teil des Wertschriftenportfolios ist die Pensionskasse der Swiss Re einem Paris-kompatiblen Portfolio einen Schritt näher. 
          • Die der Klima-Allianz offengelegten Pläne zur Entwicklung einer stringenten Nachhaltigkeitsstrategie bieten, falls die Umsetzung auch im Sinne einer parallel dazu ablaufenden CO2-Reduktionsstrategie an die Hand genommen wird, ein bedeutendes Potenzial für einen Paris-kompatiblen Pfad der Dekarbonisierung des Portfolios. 

          Pensionskasse Thurgau pk.tg

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die pk.tg ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 4 Mia. CHF ungefähr auf Rang 51 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die auf der Website zugänglichen Informationen über die Anlagepolitik und dort verlinkte Dokumente verweisen nicht auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

          • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

          • Folglich sollte sich die pk.tg damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
          • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.
          Stand März 2020:
          Gemäss Mitteilung der Kasse an die Klima-Allianz wird sie im Geschäftsbericht 2019 zum Thema Nachhaltigkeit Stellung nehmen.
           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die pk.tg besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.

            Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die pk.tg definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die pk.tg hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die pk.tg besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

           

          Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die pk.tg hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die pk.tg von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Pensionskasse Swatch Group

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Pensionskasse der Swatch Group ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 4 Mia. CHF ungefähr auf Rang 52 der Pensionskassen der Schweiz.

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die auf der Webseite zugänglichen Informationen verweisen nicht auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

          • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

          • Folglich sollte sich die Kasse damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
          • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Pensionskasse der Swatch Group besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
          • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die Pensionskasse der Swatch Group definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die Pensionskasse der Swatch Group hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Pensionskasse der Swatch Group besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

           

          Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die Pensionskasse der Swatch Group hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Pensionskasse der Swatch Group von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Pax Sammelstiftungen

          ( BVG, Stiftung zur Förderung der Personalvorsorge)

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Pax Sammelstiftungen der beruflichen Vorsorge liegen mit einem Anlagevolumen von rund 3 Mia. CHF ungefähr auf Rang 53 der Pensionskassen der Schweiz. Der Grossteil der Altersgelder ist bei der Pax als Vollversicherung angelegt.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Weder die auf der Webseite zugänglichen Informationen noch das Anlagereglement, noch der Jahresbericht 2018 verweisen auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

          Das gesamte Vermögen der beiden Sammelstiftungen ist im Vollversicherungsmodell bei der Pax Lebensversicherungen angelegt, deren auf der Website zugänglichen Informationen ebenfalls auf das Fehlen einer Nachhaltigkeitspolitik hinweisen.

          • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

          • Folglich sollten sich die Pax Sammelstiftungen damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen werden, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigen, oder warum nicht. 
          • Gleichermassen sollten sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Pax besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.

            Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die Pax definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die Pax hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Pax besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die Pax hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich sind die Pax Sammelstiftungen von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die Pax Sammelstiftungen sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigen - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollten die Sammelstiftungen proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter verlangen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Caisse intercommunale de pensions (CIP), Vaud

           

          Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

          Pensionskasse PKS-CPS der SRG-SSR

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Pensionskasse SRG-SSR liegt mit einem Anlagevolumen von rund 3 Mia. CHF ungefähr auf Rang 55 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die Pensionskasse SRG-SSR hat gemäss Geschäftsbericht 2017 begonnen, sich zu einer nachhaltigeren Anlagepolitik zu bekennen, die ESG-Aspekte (Environmental, Social, Governance) einbezieht. Dem Anlagereglement 2019 zufolge soll "ein vom Stiftungsrat zu bestimmender Teil der Anlagen in Unternehmen mit besonderer nachhaltiger ökologischer und sozialer Ausrichtung investiert werden", und ".... Im Allgemeinen wird nicht in Unternehmen der Rüstungsindustrie investiert".

           

          Wie dem Jahresbericht 2018 zur Nachhaltigkeit zu entnehmen ist, verlangt sie von ihren Vermögensverwaltern, dass sie entweder bei SSF – Swiss Sustainable Finance oder bei UNPRI – United Nations Principles for Responsible Investment Mitglied sind. Weiterhin hat sie die Aktien Ausland neu auf einen institutionellen Fonds der Credit Suisse umgestellt, der die SVVK-Ausschlusskriterien integriert; damit schliesst sie allerdings nur einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

          • Die PKS-CPS hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
          • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
          • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die PKS-CPS definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die PKS-CPS hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die PKS-CPS ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und des ETHOS Engagement Pool International.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist die Kasse insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

           

          In diesem Kontext wurde die Kasse auch Unterzeichnerin der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammen-zuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

           

          Mit der Unterzeichnung des Global Investor Statement to Governments on Climate Change hat sie ein starkes Signal an die Regierungen und die Politik aller Länder gesandt. Bis heute fordern über 630 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, zeitnah wirksame Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

          • Derzeit bleiben die Wirkungen der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 

          Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

          • Die  PKS-CPS sollte auch ihre Aktionärsstimmrechte im Ausland ausüben und transparent publizieren. Somit könnte sie insbesondere bei den fossilen Unternehmen eine synergistische Wirkung in Kombination mit ihren Engagement-Aktivitäten erzielen. 

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die PKS-CPS hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Pensionskasse der SRG von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: etwas besser

          • Mit ihren neuen Grundsätzen zur Nachhaltigkeit und mit ihrem begonnenen Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst hat die PKS-CPS einen Anfang gemacht.
          • Es fehlt noch eine Klimastrategie mit Berücksichtigung der finanziellen Klimarisiken, die in den Anlageprozess eingreift.
          • Eine Ausweitung des Umgangs mit der Nachhaltigkeit - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel - ist noch ausstehend. 
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Pensionskasse Graubünden PKGR

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die PKGR liegt mit einem Anlagevolumen von rund 3 Mia. CHF ungefähr auf Rang 56 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die PKGR befolgt keine Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG). Immerhin - und wohl angestossen durch einen politischen Vorstoss (siehe unten) - prüft die PKGR zurzeit, "wie eine nachhaltige Investitionspolitik auch bei den Wertschriftenanlagen einfliessen könnte, ohne dass die Ertragsaussichten des Vermögens geschmälert werden". Gemäss einem Newsletter 2019 überführt die PKGR "das Aktien- und Obligationenportefeuille nun kontinuierlich in ein nachhaltiges Anlageuniversum. Neuinvestitionen erfolgen nur noch in Unternehmen, die anerkannte ESG-Kriterien erfüllen".

          • Dies ist ein Fortschritt. Konkrete und inhaltlich dokumentierte Massnahmen zur Umsetzung stehen aber noch aus.
          • Die PKGR hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will.
          • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
          • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die PKGR definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die PKGR hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die PKGR ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz.  

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Der Ethos Engagement Pool Schweiz nimmt einzig Einfluss auf Schweizer Firmen, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen.

          Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die PKGR hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Angesichts beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich konkreter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein umfassendes ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter nachfragen, durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Politische Aktivitäten

           

          Februar 2018: Die Anfrage Beat Deplazes (SP) und Mitunterzeichnende „Ist die Pensionskasse Graubünden für die Zukunft gerüstet?“ stellt Fragen zur Transparenz der Klima-Auswirkungen der Anlagen und zu den finanziellen Klimarisiken fossil-lastiger Anlagen.

           

          April 2018: Die Regierung antwortet, sie habe keinen Einfluss auf die Pensionskasse. Sie informiert aber, die PKGR habe vor kurzem eine Analyse in Auftrag gegeben, welche Auswirkungen eine "Umstellung des Aktienportfolios" auf ESG-Kriterien hätte, wozu auch der Ausstoss von Treibausgasen und und die Erfüllung der Klimaziele gehörten. Diese Überprüfung sei noch nicht abgeschlossen, doch seien "aus betriebswirtschaflicher Sicht alle Finanzrisiken wichtig, nicht nur diejenigen aus dem Klimawandel".

          Tellco pkPRO Sammelstiftung

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Sammelstiftung pkPRO für KMU's liegt mit einem Anlagevolumen von rund 3 Mia. CHF ungefähr auf Rang 57 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Weder die auf der Webseite zugänglichen Informationen noch der Geschäftsbericht 2018 verweisen auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

           

          Zwar geht aus einem unabhängigen Nachhaltigkeitsrating hervor, dass sich die Tellco pkPRO an die Ausschlussliste des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) hält. Damit schliesst sie, vermutlich weil die Vermögensverwalter diese Liste von sich aus anwenden, einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus. Doch besitzt die pkPRO keine eigene Nachhaltigkeitspolitik, die den Vermögensverwaltern Vorgaben macht.

          • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

          • Folglich sollte sich die pkPRO damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
          • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die PKGR definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.
          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die pkPRO hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Kasse besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die pkPRO hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Angesichts beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit (und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter nachfragen, durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Pensionskasse PTV

          der Technischen Verbände SIA STV BSA FSAI USIC

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Pensionskasse PTV liegt mit einem Anlagevolumen von rund 3 Mia. CHF ungefähr auf Rang 58 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die PTV bekennt sich zur "Verantwortungsbewussten Anlage des Vorsorgevermögens". Sie beauftragt nur Vermögensverwalter, die Mitglied bei UNPRI – United Nations Principles for Responsible Investment sind; bei Investitionen via Fondsprodukte werden diese Prinzipien berücksichtigt.

           

          Wie die Kasse in einem Schreiben an die Klima-Allianz (März 2020) informiert, halten sich alle Vermögensverwalter an die Ausschluss-Kriterien des SVVK; damit schliesst sie einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus, und 75% der Vermögensverwalter seien Mitglied von Swiss Sustainable Finance. Zudem würden in einem Mandat spezifische, weitergehende Ausschlusskriterien angewandt (sogenannte Blacklist z.B. für Waffen).

          • Die Verankerung der ESG-Prinzipien als Grundsatz und der Selektion von Vermögensverwaltern mit UNPRI-Mitgliedschaften ist positiv. Allerdings bleibt die PTV im Vertrauen auf ihre Vermögensverwalter ein passiver Akteur, statt dass sie als Motor für eine ESG-Integration auf Portfolioebene agiert.
          • Entsprechend sollte die PTV proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter oder Fondsanbieter nachfragen, durchsetzen und überwachen.
          • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
          • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die seine Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die PTV definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die Pensionskasse PTV hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland ((von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Pensionskasse PTV besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die PTV hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Vorsorgeeinrichtung PTV der technischen Verbände ist von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die PTV sich konkreter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter nachfragen, durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Dialog zwischen Versicherten und Kasse

           

          Kontaktgruppe PTV-CPAT DIVEST

           

          Juni 2019: die Kontaktgruppe PTV-CPAT DIVEST sendet im Namen der PTV-CPAT-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an die Kasse. Die Unterzeichnenden begrüssen es, dass sich die Kasse - zwar in wenig präzisierter Form - zur verantwortungsbewussten Anlage des Vorsorgevermögens bekennt, stellen jedoch fest, dass die Kasse weder Nachhaltigkeitskriterien befolgt noch die finanziellen Klimarisiken im Bereich ihrer Anlagen betrachtet. Sie meinen, dass sich die PTV-CPAT in einem ersten Schritt zusammen mit ihren Vermögensverwaltern bei der Selektion der Fondsprodukte mit dem Thema der finanziellen Klimarisiken und -chancen auseinandersetzen sollte.

           

          August 2019: Die PTV-CPAT gibt bekannt, dass der Ausschuss Wertschriften das Schreiben von PTV-CPAT DIVEST diskutiert habe. Die Fragestellungen seien in die Pendenzenliste des Gesamtstiftungsrates aufgenommen und würden im Jahre 2020 behandelt.

          Pensionskasse Schaffhausen PKSH

          (Kanton, Stadt)

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die PKSH liegt mit einem Anlagevolumen von rund 3 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 60 bis 70 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die PKSH bekennt sich seit 2018 im Anlagereglement zur Mitberücksichtigung von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance ESG) und hat seither Nachhaltigkeitsprinzipien publiziert.

          Wie sie im Geschäftsbericht 2018 schreibt, setzt sie sich im Dialog mit den bestehenden Vermögensverwaltern mit Nachhaltigkeit auseinander. Bei über 70% des Wertschriftenvermögens sei Nachhaltigkeit im Anlageprozess verankert. Die entsprechenden Vermögensverwalter haben die UNPRI – United Nations Principles for Responsible Investment unterzeichnet. Einige Asset Manager wenden die Ausschlussliste des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) an, die einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition verbietet.

           

          Die PKSH informiert auf Anfrage der Klima-Allianz (März 2020), sie investiere nur in Kollektivgefässe, aber sie wende im Falle neuer Investments oder Ersatzinvestments bei der Auswahl des Produkts ESG-Kriterien an. Weiterhin würden bei über 80% der aktiv verwalteten Fonds der PKSH Nachhaltigkeitsaspekte durch Anwendung von Firmen-Ratings in den Portfoliokonstruktionsprozess integriert. Schliesslich sei bereits ein Teil der Aktien Ausland in einen nachhaltigen Fonds angelegt, und es würden derzeit auch weitere Umstellungen bei den Aktien- und Obligationenportfolien vorbereitet.

          • Die Verankerung der Nachhaltigkeit als Grundsatz ist positiv, besonders da sie via proaktive Auswahl der aktiv verwalteten sowie der passiven, indexbasierten Kollektivgefässe umgesetzt wird. 
          • Noch ist nicht transparent, inwieweit die Aktien- und Obligationenfonds der PKSH gemäss tiefgreifenden Kriterien der ESG-Integration bei der Titelselektion konstruiert sind.
          • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
          Stand März 2020:
          Mit der besagten Mitteilung an die Klima-Allianz gibt die PKSH bekannt, dass eine Nachhaltigkeitsanalyse ihrer Wertschriften durch Ethos im Gange sei, deren Ergebnisse in einen Nachhaltigkeitsbericht und in ihre Anlagepolitik einfliessen werden.
           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die PKSH definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die PKSH hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios in einem sichtbaren Umfang getätigt.

           

          Stand März 2020: 

          Wie aus der erwähnten Mitteilung an die Klima-Allianz vom März 2020 hervorgeht, hat die PKSH im Jahr 2019 einen Teil der Aktien Ausland in einen nachhaltigen Fonds angelegt, wo u.a. Kohleproduzenten ausgeschlossen sind; auch hat ein Asset Manager eines von der Kasse gehaltenen, aktiv verwalteten Aktienfonds eine jährliche Reduktion der CO2-Intensität angekündigt, die als eine Annäherung an die Ziele des Pariser Klimaabkommens betrachtet werden kann.

          • Damit sind zwar erst Teile des Wertschriftenportfolios durch klimapositive Umstellungen erfasst, es zeichnet sich jedoch ein Weg zu einer Verbesserung der ESG-Qualität und zu einem Dekarbonisierungspfad ab.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die PKSH ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und des ETHOS Engagement Pool International.  

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Wie die PKSH auf Anfrage der Klima-Allianz mitteilt (März 2020), hat sie sich neu den nachfolgenden Vereinigungen angeschlossen.

           

          Als Neumitglied des ETHOS Engagement Pool International ist sie insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

           

          In diesem Kontext wurde sie auch Unterstützerin der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

           

          Zudem hat sie sich der Investorenkoalition Institutional Investors Group on Climate Change (IIGCC) angeschlossen, welche sich der Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Klimawandels und für eine kohlenstoffarme Zukunft verpflichtet.

          • Derzeit bleiben die Wirkungen der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 

          In der besagten Mitteilung an die Klima-Allianz (März 2020) informiert die PKSH, dass 88% ihrer Vermögensverwalter Engagement betreiben und ihre Stimmrechte wahrnehmen.

          • Ob und im welchem Masse die Einflussnahme der Fondsanbieter in Stellvertretung der Kasse klimapositiv ist, bleibt unbekannt.

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Die PKSH schreibt in der besagten Mitteilung an die Klima-Allianz, sie habe bereits 2017 am Pilottest zur Analyse der Klimaverträglichkeit von Finanzportfolien des BAFU teilgenommen und werde das 2020 wieder tun.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die PKSH hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: besser

          • Die PKSH hat einen Anfang gemacht mit ihren neuen Grundsätzen zur Nachhaltigkeit, mit der proaktiven Nachfrage nach nachhaltigen Fondsanbietern und mit ihren ersten schon vorgenommenen oder vorgesehenen Umstellungen auf nachhaltigere und klimapositivere Fonds, sowie mit ihrem begonnenen Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst.
          • Es zeichnet sich ab, dass die PKSH Potenzial hat, in Zukunft den Weg zu einem Paris-kompatiblen Pfad der Dekarbonisierung des Portfolios einzuschlagen. 
          • Es fehlt noch eine Klimastrategie mit Berücksichtigung der finanziellen Klimarisiken, die in den Anlageprozess eingreift.
          • Insbesondere sollte die Kasse Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

           

          Politische Aktivitäten

           

          2016: Mündliche Frage anlässlich eines Traktandums zur PKSH von Kantonsrätin Linda de Ventura (AL). ob die Kasse beabsichtige, von den Investitionen in fossile Energien wegzukommen. Das zuständige Exekutivmitglied sagt aus, die PKSH sei daran, eine Analyse zur Nachhaltigkeit zu erarbeiten.

           

          Februar 2018: Kleine Anfrage Linda de Ventura, Kantonsrätin AL betreffend Anlagestrategie der PKSH, ob die angekündigte Analyse zur Nachhaltigkeit gemacht worden sei. Die Regierung antwortet, nur die Kasse sei der richtige Adressat und das Parlament hätte keine Befugnis, informiert aber, dass die PKSH entschieden habe, bald Nachhaltigkeitskriterien anzuwenden.

        • Pensionskassen der Top 60+

           

          In dieser Kategorie finden Sie ausgewählte Vorsorgeeinrichtungen:

           

          - öffentlich-rechtliche Pensionskassen (die als Vorbilder wirken sollten)

           

          - privatrechtliche Pensionskassen in Bewegung

           

          - aufgrund Rating-Wunsch durch Versicherte, Politiker*innen oder Medienschaffenden

           

          Teil 1

           

          CPCL Lausanne, PVK Stadt Bern, VSAO/ASMAC, NEST,

          PK Schwyz, Pro Public, PK Winterthur, PK Stadt Luzern, Abendrot, Complea Retraites Populaires

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          Caisse de pensions du personnel communal de Lausanne (CPCL)

           

          Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

          Personalvorsorgekasse der Stadt Bern PVK

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die PVK liegt mit einem Anlagevolumen von rund 2 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 70 bis 80 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Im Personalvorsorgereglement der Stadt Bern ist festgelegt, die PVK müsse ihr Handeln nach sozialen, ökologischen und ethischen Kriterien der Nachhaltigkeit ausrichten. Entsprechend hat sie Prinzipien der Nachhaltigkeit publiziert. Als ersten Schritt hat die PVK Ende 2018 die Beteiligungen an Unternehmen ausgeschlossen, die geächtete Waffen (Atomwaffen, Streumunition und Antipersonenminen) herstellen. Damit ist sie in Linie mit den Ausschlusskriterien des SVVK.

           

          In Bezug auf weitergehende Umschichtungen bei den Wertschriften meint die Kasse allerdings - wie aus der Antwort zu einem Vorstoss im Gemeindeparlament Ostermundigen (s. unten) hervorgeht - unter Berufung auf ihre Berater, es gäbe keine für sie passende nachhaltige und klimaverträgliche Anlagegefässe, die neben der breiten Diversifikation ein genügend grosses Volumen, tiefe Kosten und ein optimales Rendite/Risiko-Verhältnis aufweisen.

          • Die Verankerung der Nachhaltigkeit als Grundsatz ist positiv. Allerdings bleibt die PVK im Vertrauen auf ihre Berater und Vermögensverwalter derzeit noch ein passiver Akteur, statt dass sie als Motor wirkt.
          • Entsprechend sollte die PVK proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter oder Fondsanbieter durchsetzen und überwachen.
          • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
          • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
          Stand März 2020:
          Auf Anfrage der Klima-Allinaz informiert die PVK, es gebe neue interne Informationen, die zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt werden können.
           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die PVK definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die PVK hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die PVK ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und seit kurzem auch des ETHOS Engagement Pool International.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist die Kasse insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

           

          In diesem Kontext wurde die Kasse auch Unterzeichnerin der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammen-zuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

           

          Als Mitglied der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction ist sie zudem Teil der koordinierten Klima-Dialogführung mit dem Ziel, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

          • Derzeit bleiben die Wirkungen der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 

          Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

          • Es ist wünschenswert, dass die PVK ihre Aktionärsstimmrechte auch im Ausland ausübt und transparent publiziert. Somit könnte sie insbesondere bei den fossilen Unternehmen eine synergistische Wirkung in Kombination mit ihren Engagement-Aktivitäten erzielen.

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die PVK hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: etwas besser

          • Mit der Implementierung neuer Grundsätze zur Nachhaltigkeit und mit ihrem begonnenen Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst, hat die PVK einen Anfang gemacht.
          • Es fehlt noch eine Klimastrategie mit Berücksichtigung der finanziellen Klimarisiken, die in den Anlageprozess eingreift.
          • Eine Ausweitung des Umgangs mit der Nachhaltigkeit  - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel - ist noch ausstehend.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

           

          Politische Aktivitäten

           

          2016: Interpellation der GB/JA! und GFL/EVP Fraktion (Katharina Gallizzi GB, Marcel Wüthrich GFL, Bettina Jans-Troxler EVP) im Stadtparlament zum finanziellen Risiko bei fossilen Investitionen. Obwohl die PVK der Stadt Bern eine öffentlich-rechtliche Institution ist, antwortet die Regierung ausweichend, da die Pensionskasse autonom entscheiden soll und keine Weisungsbefugnis bestehe. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

           

          November 2017: In ihrem Ablehnungsantrag zur analog gelagerten interfraktionellen Motion "Keine Rentengelder für die Kriegsmaterialproduktion" argumentiert die Regierung wiederum, das Bundesrecht erlaube ihr nicht, Vorgaben an die Kasse zu machen, die die Anlagepolitik betreffen. Durch die Presse darauf angesprochen, dass das Rechtsgutachten Kieser und Saner das Gegenteil aussage, reagiert die Regierung überrascht. Tatsächlich hat die Exekutive der Stadt Luzern als Antwort auf eine gleichlautenden Initiative entschieden, in Kenntnis des Gutachtens weitere Abklärungen zu tätigen. Die Stadtberner Regierung will deren Ausgang abwarten (Bericht zur Personalvorsorgekasse in "Der Bund"). Nachtrag September 2018: sie nimmt dazu Stellung in ihrer Antwort auf die interfraktionelle Interpellation Marcel Wüthrich zu den anlagestrategischen Kompetenzen des Parlamentes (siehe unten).

           

          Weiterhin sagen Regierung und Kasse aus: "Eine Reduktion der Investitionen in kontroverse und CO2-intensive Unternehmen liesse sich erzielen, wenn eine breite Basis von Anlagestiftungen und Fondsanbietern kostengünstige, indexierte und passive Anlageprodukte anbieten würde, die den Environment-Social-Governance-Kriterien (ESG-Kriterien) und dem CO2-Ausstoss entsprechend Rechnung tragen. Diese Produkte müssen ein sehr hohes Anlagevolumen aufweisen, damit sie die Investitionssummen der PVK problemlos aufnehmen, investieren und allenfalls auch wieder desinvestieren können. Zudem müssten sich die Ertrags- und Risikokennzahlen dieser Anlageprodukte nahe an den Werten der traditionellen indexierten Vermögensanlagen bewegen".

          Dies steht jedoch im Widerspruch zur Aussage des Bundesrates in seiner Antwort auf eine Interpellation von FDP-Ständerat Raphaël Comte, dass sich mit klimaverträglichen Investitionsstrategien marktkonforme Renditen erzielen lassen und dass der Markt schon heute klimafreundliche Anlageprodukte anbietet, mit denen sich in gängigen Finanzanlagen gebundene Emissionen um 10 bis 90 Prozent verringern liessen. Er verweist dabei auf den BAFU-Report "Klimafreundliche Investitionsstrategien und Performance (2016), der insbesondere auch marktgängige indexbasierte Fonds listet (S. 49-50).

           

          April 2018: Interfraktionelles Postulat Marcel Wüthrich (GFL) "Klimastrategie für die Anlagen der Personalvorsorgekasse" eingereicht.

           

          April 2018: Die parallel deponierte interfraktionelle Interpellation Marcel Wüthrich (GFL) sucht Klärung zur Frage "Welche anlagestrategischen Kompetenzen hat der Stadtrat gegenüber der Personalvorsorgekasse?"

           

          September 2018: Die Exekutive der Stadt Bern empfiehlt dem Stadtparlament das interfraktionelle Postulat Marcel Wüthrich (GFL) für eine Klimastrategie der PVK zur Annahme. Damit ist sie im Unterschied zu früheren negativen Haltungen gegenüber proaktiver Einflussnahme auf die PVK (siehe oben) in diesem Fall positiv eingestellt. Sie befürwortet die Prüfung einer Klimastrategie , die aufgrund anerkannter finanzieller Klimarisiken der kohlenstofflastigen Wertschriften eine zügige Dekarbonisierung des Wertschriftenportfolios samt impliziter, prioritärer Entfernung der Produzenten fossiler Brennstoffe anvisiert.

           

          September 2018: Die Exekutive beantwortet die interfraktionelle Interpellation Marcel Wüthrich (GFL) über die anlagestrategischen Kompetenzen des Parlamentes wiederum ausweichend und mutlos. Sie zieht sich hinter die Existenz kontroverser Rechtsgutachten zum Thema zurück, verzichtet jedoch etwa darauf, die explizite Frage "Welche ... Möglichkeiten (in Bezug auf die Einhaltung der ESG-Kriterien) hat der Gemeinderat via seinen Finanzdirektor, der Kraft seines Amtes Präsident der Verwaltungskommission ist", mit der Bekräftigung seines Einsatzwillens für eine vorwärtsorientierte nachhaltige Anlagepolitik zu beantworten. Anlässlich der Traktandierung der Antwort im Parlament im Mai 2019 erklären sich die Interpellanten als nicht zufrieden.

           

          Dezember 2018: Überparteiliche Interpellation Adrian Tanner und Mitunterzeichnende im Gemeindeparlament Ostermundigen "Wie steht es mit der Nachhaltigkeit bei den Anlagen der PVK Bern?"

           

          Februar 2019: in ihrer Antwort zur Interpellation Tanner gibt die Exekutive von Ostermundigen die detaillierte und transparente Stellungnahme der PVK wieder. Die Kasse schreibt, sie hätte eine CO2-Analyse in Auftrag gegeben und sich an einem Workshop über die Resultate orientieren lassen. Es gebe aber heute keine demokratisch legitimierten Prinzipien, auf die sich die PVK abstützen könne. Ihre Anlageberater hätten empfohlen, keine voreiligen Umschichtungen bei ihren "bewährten Anlageprodukten" (passive, indexbasierte Fonds) vorzunehmen. Die Kasse meint, es gäbe keine für sie passende Anlagegefässe, die neben der breiten Diversifikation ein genügend grosses Volumen, tiefe Kosten und ein optimales Rendite/Risiko-Verhältnis aufweisen. Sie müsse auch den Fonds wechseln können, wenn der Fondsmanager eine ungenügende Performance erbringe.

          Die PVK ist eine unterfinanzierte Kasse und somit besonders den finanziellen Klimarisiken ausgesetzt. Es ist deshalb wenig nachvollziehbar, dass sie ihre Kriterien für das optimale Rendite/Risiko-Verhältnis im Feld des CO2-intensiven Sektors nicht insoweit anpasst, als dass die bei ihren Leistungserbringern - also den Anbietern den Fonds und deren Fondsmanager, dasselbe einfordert, was sie in Bezug auf den Ausschluss von geächteten Waffen (Atomwaffen, Streumunition und Antipersonenminen) bereits erreicht hat. Es wäre naheliegend, aufgrund klarer Kriterien etwa vorab die Rohstoffproduzenten mit Kohleanteil >10 % ausschliessen zu lassen, so wie es andere Pensionskassen bereits umgesetzt haben.

           

          Juni 2019: entsprechend der Empfehlung der Exekutive vom September 2018 (siehe oben) überweist das Stadtparlament das interfraktionelle Postulat Wüthrich (GFL) für eine Klimastrategie mit Dekarbonisierung des Portfolio mit grosser Mehrheit. Exekutive und PVK sind nun gefordert, Fortschritte vorzuweisen.

           

          Mai 2019: die Exekutive der Stadt Bern stellt einen "Erweiterten Handlungsplan Klima" vor. Unter anderem will sie "einen Prozess initiieren, um das Vermögen des Gemeinwesens der Stadt Bern als erste Stadt der Schweiz möglichst CO2-frei bewirtschaften zu können". Die PVK wird hierbei einbezogen. Sie und die Finanzdirektion sind gefordert, proaktiv klimaverträgliche Lösungen zu suchen, ihre defensive Haltung (siehe oben) aufzugeben und zusammen mit ihren Peers, etwa den übrigen städtischen Pensionskassen der Schweiz, deren Anlagestil (Verwendung von Fonds) ähnlich ist, nach Lösungen zu suchen. Der Finanzdirektor, Vizepräsident der Verwaltungskommission der PVK, sagt an, es gelte das Ziel, dass Bern die erste Stadt ist, die ihr Vermögen klimaneutral bewirtschaftet.

           

          Juni 2019: Interpellation Marcel Wüthrich (GFL) "Wie beeinflussen - oder auch nicht - globale Megatrends die Auswahl der Anlagefonds und somit die Rendite der Personalvorsorgekasse?" Der Vorstoss verweist auf die Tatsache, dass Investitionen am Marktdurchschnitt, aber ohne fossile Energieträger mehr rentiert haben und auf Erkenntnisse, dass grünes statt braunes (fossiles, C02-lastiges) Investieren mehr Rendite bringt. Die PVK ist nun gefordert, grüne Lösungswege für ihre Fondsanlagen vorzustellen.

           

          September 2019: Die PVK und die Exekutive verneinen in ihrer Antwort auf die Interpellation Wüthrich vonm Juni 2019 die finanziellen Klimarisiken. Sie behaupten, wenn eine Branche wie die fossilen Energien in der Vergangenheit weniger rentiert habe als der Marktdurchschnitt, bedeute dies nicht, dass sie nicht in Zukunft wieder überdurchschnittliche Erträge abwerfe. Dass der Klimawandel irreversibel ist und die grüne Energietransition das Geschäftsmodell der Unternehmen der fossilen Energien unumkehrbar beerdigt, blendet die PVK aus. Immerhin antwortet die PVK auf die entsprechende Frage, dass sie verschiedene neue nachhaltige Anlagegefässe investiere, beispielsweise im Bereich nachhaltige Energieproduktion, Energieeffizienz und Energieinfrastruktur.

          Dialog zwischen Versicherten und Kasse

           

          Kontaktgruppe PVK DIVEST

           

          Dezember 2018: die Kontaktgruppe PVK DIVEST sendet im Namen der PVK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an die Kasse. Sie stellt fest, dass sich die PVK bislang im Rahmen ihrer reglementarischen Bestimmungen zur Nachhaltigkeit nicht mit den finanziellen Klimarisiken beschäftigt hat. Sie erwartet von der PVK eine Klimastrategie mit der Desinvestition fossiler Brennstoffe als ersten Schritt.

           

          Dezember 2018: die PVK antwortet, dass sie bis Ende 2019 eine Nachhaltigkeitsstrategie ausarbeite, und Umsetzungvarianten mit Mitsprachemöglichkeiten bei Unternehmen prüfen sowie Partner für die Überprüfung evaluieren werde.

          Vorsorgestiftung VSAO/ASMAC

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Vorsorgestiftung VSAO, ursprünglich vom Verband der Schweizerischen Assistenz- und OberärztInnen (französisch ASMAC) gegründet, liegt mit einem Anlagevolumen von rund 2 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 80 bis 90 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die Vorsorgestiftung VSAO berücksichtigt gemäss Anlagereglement bei der Anlagetätigkeit ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) mit. Sie will die Weiterentwicklung dieser Kriterien periodisch prüfen.

           

          Sie schliesst sich den Empfehlungen des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) an, schliesst demnach aber nur einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus, und dies auch nur bei den Direktanlagen, nicht aber beim Kauf von Fonds.

          • Die Vorsorgestiftung VSAO hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
          • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
          • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
          Stand Ende März 2020:
          Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert die Vorsorgestiftung VSAO, das Thema Nachhaltigkeit werde dieses Jahr regelmässig an den Sitzungen des Stiftungsrates und des Ausschusses für Anlagefragen thematisiert und diskutiert. Zudem habe sie eine ESG-Analyse ihres gesamten Portfolios aufgrund von MSCI-ESG-Ratingdaten durchführen lassen. Die als "nicht nachhaltig" resultierenden Titel würden überprüft und gegebenenfalls die nötigen Schritte eingeleitet.
           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Kasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die Vorsorgestiftung VSAO hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die Vorsorgestiftung VSAO ist, wie sie im besagten Schreiben an die Klima-Allianz informiert, seit Jahren Mitglied bei Ethos.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland ((von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Vorsorgestiftunge VSAO besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

           

          Stand Ende März 2020:

          Wie die Stiftung im erwähnten Schreiben an die Klima-Allianz informiert,

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die Vorsorgestiftung VSAO hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die  Pensionskasse des VSAO sich konkreter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

           

          Dialog zwischen Versicherten und Kasse

           

          Versichertengruppe VSAO Vorsorgestiftung

           

          Oktober 2019: die Versichertengruppe für Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit sendet im Namen der VSAO-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an die Kasse. Sie würdigt die ersten Schritte der Stiftung und schlägt eine Reihe weitergehender Massnahmen zur nachhaltigen und klimaverträglichen Ausrichtung der Investitionen vor.

           

          Oktober 2019: die Geschäftsführung informiert, Sie hätte die Eingabe an den Präsidenten, den Vizepräsidenten und an die Mitglieder des Ausschusses für Anlagefragen weitergeleitet, und werde darauf zurückkommen.

          NEST Sammelstiftung

           

          Die Details zur NEST, führende nachhaltige Sammelstiftung der Schweiz, finden Sie hier unter der Rubrik "Vorreiter".

          Pensionskasse des Kantons Schwyz PKS

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die PKS liegt mit einem Anlagevolumen von rund 2 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 80 bis 90 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Weder die auf der Webseite zugänglichen Informationen noch der Geschäftsbericht 2018 verweisen explizit auf eine Nachhaltigkeitspolitik durch Berücksichtigung von ESG-Risiken mittels eines Einbezugs von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

           

          Auf Anfrage der Klima-Allianz (März 2020), informiert die PKS, dass sie ihre Aktien und Obligationen ausschliesslich in Fonds anlegt. Die Kasse präzisiert bei diesem Austausch, dass sie mit allen ihren Kollektivanlagen (gesamtes Wertschriftenportfolio) konform zu den Empfehlungen des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition ausschliesst. Darüber hinaus sind aus den Fonds der besonders klimarelevanten Obligationen Ausland weitere Waffenproduzenten ausgeschlossen (Atomwaffen auch der anerkannten Atommächte, Munition für Waffen, Kleinwaffen) sowie Pornografie-Firmen und solche, die ausbeuterische Kinderarbeit betreiben). Schliesslich hat die PKS via ihre Kollektivgefässe der Obligationen Ausland auch relevante Massnahmen für die Dekarbonisierung ihrer Wertschriften getroffen (s. unten).

          • Wie aus dem Austausch mit der Klima-Allianz hervorgeht, hat die PKS mit den von ihr eingesetzten Kollektivgefässen erste relevante Verbesserungen in der nachhaltigen Anlage der Wertschriften erzielt.
          • Es fehlt noch die Transparenz darüber, ob und wie die Kasse sich einer Nachhaltigkeitspolitik mit Einbezug von ESG-Kriterien verpflichtet.
          •  Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen der Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin. Diese sollen insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
          • Folglich sollte sich die PKS damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
          • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.
          Stand März 2020:
          Mit der besagten Mitteilung an die Klima-Allianz informiert die PKS, sie prüfe aktuell ein Screening ihrer Vermögensanlagen im Hinblick auf "die bereits bestehende Umsetzung von ESG Kriterien". Das Ergebnis dieses Screenings werde im Laufe 2020 den leitenden Gremien präsentiert.
           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die PKS bekräftigt in der besagten Mitteilung an die Klima-Allianz, es verstehe sich von selbst, dass die Auswirkungen der sich stetig verändernden politischen Regulierungen im Zusammenhang mit der Klimaveränderung im laufenden Investitions- und Überwachungsprozess zu berücksichtigen sind. In diesem Sinne behandle sie dieses Risiko in gleicher Art wie diverse andere Risiken auch.

           

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Wie aus dem besagten Austausch mit der Klima-Allianz hervorgeht, hat die PKS zusätzlich zu den oben beschriebenen Ausschlüssen bei den Fonds der Obligationen Ausland auch die Unternehmen ausgeschlossen, die mehr als 10% ihres Umsatzes mit der Förderung von Kohle machen. Die Asset Manager dieser Fonds der Obligationen Ausland (sowie eines Teils der Obligationen Schweiz) haben zudem eine jährliche Reduktion der CO2-Intensität ihrer Kollektivanlagen angekündigt, die als eine Annäherung an die Ziele des Pariser Klimaabkommens betrachtet werden kann.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland ((von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die PKS selbst besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die PKS selbst hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.
          • Sofern die PKS weiterhin die genannten Fonds der Obligationen Ausland einsetzt, ergibt sich in diesem Teilbereich der Wertschriftenanlagen ein Dekarbonisierungspfad.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Mit dem Ausschluss von Kohleunternehmen aus ihren Auslandsobligationen hat die PKS einen Anfang in der Dekarbonisierung ihrer Wertschriftenanlagen gemacht.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: etwas besser

          • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die PKS sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Fondsverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          ProPublic Vorsorge Genossenschaft

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Pro Public - frühere Pensionskasse St.Galler Gemeinden Genossenschaft, heute die Vorsorgeeinrichtung für öffentlich-rechtliche Arbeitgeber in der ganzen Schweiz mit Schwerpunkt Ostschweiz - liegt mit einem Anlagevolumen von rund 1.5 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 90 bis 100 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die Pro Public strebt gemäss den Darlegungen zu den Anlagen bei den Wertschriften eine ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit an. Weiterhin informiert die Kasse in ihrer Qualitätsstrategie, sie nehme ihre Mitverantwortung für die Umwelt ernst, und dieses Bewusstsein finde Eingang in die Anlagepolitik bei der Verwaltung der Vermögen.

           

          Detailinformationen dazu fehlen jedoch auf der Website und im Jahresbericht 2018.

          • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen der Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin. Diese sollen insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
          • Folglich sollte sich die Pro Public vertiefter damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
          • Gleichermassen sollte sie entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
          • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Kasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die Pro Public shat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt..

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland ((von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Pro Public besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die Pro Public hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die Pro Public sich konkreter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • IInsbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Pensionskasse der Stadt Winterthur PKSW

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die PKSW liegt mit einem Anlagevolumen von rund 1 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top Top 100 bis 150 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die PKSW befolgt ein Nachhaltigkeitskonzept, das auf der Anwendung von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance ESG) beruht. Gemäss dieser Grundlage schliesst die Kasse, wie sie auch in einem Brief an die Klima-Allianz schreibt, nur einige Waffenfirmen aus, die kontroverse Waffen produzieren.

           

          Gemäss dem Nachhaltigkeitskonzept will sie Vermögensverwalter bevorzugen, welche ESG-Faktoren in ihrem Anlageprozess implementiert haben.

          • Die PKSW hat diesbezüglich noch nicht bekanntgegeben, wie proaktiv und wie umfassend sie in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
          • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
          • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
          Stand März 2020:
          Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert die PKSW, dass das oberste Organ derzeit daran ist, den Klimawandel im Kontext der Vermögensanlage intensiv zu diskutieren.
           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Kasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die PKSW hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt..

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die PKSW ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und des neuen ETHOS Engagement Pool International.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist die PKSW insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

           

          In diesem Kontext wurde sie auch Unterstützerin der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

           

          Mit der Unterzeichnung des Global Investor Statement to Governments on Climate Change hat sie ein starkes Signal an die Regierungen und die Politik aller Länder gesandt. Bis heute fordern über 630 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, zeitnah wirksame Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

           

          Als Mitglied der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction ist sie zudem Teil der koordinierten Klima-Dialogführung mit dem Ziel, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

          • Derzeit bleiben die Wirkungen der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 
          Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die PKSW hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: etwas besser

          • Mit der Implementierung ihrer Grundsätze zur Nachhaltigkeit, mit ihrem begonnenen Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst, und mit ihrer Bevorzugung von Vermögensverwaltern, die ESG-Faktoren in ihrem Anlageprozess implementiert haben, hat die PKSW einen Anfang gemacht.
          • Es fehlt noch eine Klimastrategie mit Berücksichtigung der finanziellen Klimarisiken, die in den Anlageprozess eingreift.
          • Eine Ausweitung des Umgangs mit der Nachhaltigkeit - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel - ist noch ausstehend.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

           

          Politische Aktivitäten

           

          Juni 2019: Das überparteiliche Postulat Gabi Stritt (SP), Christian Griesser (Grüne/AL), Barbara Huizinga (EVP) und Silvia Gygax-Matter (GLP) "Keine Investitionen der Pensionskasse Stadt Winterthur in fossile Energien" verlangt von der Exekutive, die städtischen Arbeitgebervertreter anzuweisen, sich im Stiftungsrat für eine Anlagepolitik ohne Investitionen in fossile Energien einzusetzen.

           

          Juli 2019: Das Parlament überweist das Postulat Gabi Stritt an die Exekutive.

          Pensionskasse der Stadt Luzern PKSL

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die PKSL liegt mit einem Anlagevolumen von rund 1 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 100 bis 150 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Im neuen Anlagereglement von Dezember 2017 bekennt sich die PKSL zur Mitberücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) und zur Investition in entsprechende Anlageprodukte, "sofern damit eine marktgerechte Rendite erzielt wird". Sie schliesst darin analog zum Schweizerischen Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) nur einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus

          • Die PKSL hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
          • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
          • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Im Anlagereglement ist festgeschrieben dass die PKSL die Klimarisiken berücksichtigt, wobei "diese insbesondere durch das Führen eines Investorendialoges vermindert werden sollen".

           

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die PKSL hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die PKSL ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und des neuen ETHOS Engagement Pool International.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist die PKSL insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

           

          In diesem Kontext wurde sie auch Unterstützerin der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

           

          Mit der Unterzeichnung des Global Investor Statement to Governments on Climate Change hat sie ein starkes Signal an die Regierungen und die Politik aller Länder gesandt. Bis heute fordern über 630 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, zeitnah wirksame Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

           

          Als Mitglied der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction ist sie zudem Teil der koordinierten Klima-Dialogführung mit dem Ziel, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

            • Derzeit bleiben die Wirkungen der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 

            Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

             

            Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

             

            Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

             

            Die PKSL hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

            • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

            ____________________

             

            Schlussfolgerung:

            Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

             

            Tendenz 2018-2020:

            Bewertung: etwas besser

            • Mit ihren Grundsätzen zur Nachhaltigkeit und zur Berücksichtigung der Klimarisiken sowie mit ihrem begonnenen Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst, hat die PKSL einen Anfang gemacht.
            • Es fehlt noch eine Klimastrategie mit Berücksichtigung der finanziellen Klimarisiken, die in den Anlageprozess eingreift.
            • Eine Ausweitung des Umgangs mit der Nachhaltigkeit - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel - ist noch ausstehend. 
            • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

             

            Politische Aktivitäten

             

            Januar 2016: Interpellation Korintha Bärtsch (Grüne) im Stadtparlament zum finanziellen Risiko bei fossilen Investitionen und zum Divestment. Obwohl die PKSL eine öffentlich-rechtliche Institution ist, antwortet die Regierung ausweichend, da die Pensionskasse autonom entscheide. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

             

            März 2018: Interpellation Korintha Bärtsch (Grüne) im Stadtparlament "Unterstützt die PKSL mit ihren Anlagen eine Erwärmung von 6°C?"

             

            März 2018: In ihrer Antwort informiert die Exekutive, die PKSL habe am BAFU-Klimatest teilgenommen, und sie habe "überdurchschnittlich ökologisch" in den Sektoren Energie und Strom abgeschnitten, unterdurchschnittlich aber bei Anlagen im Automobilsektor. Von den ihr durch die Träger des Tests gemachten Empfehlungen komme ein aktives Anlegen mit Selektion und Deselektion einzelner Unternehmen nicht in Frage, da die Kasse passiv oder in Fonds anlege. Dazu wird angegeben, die PKSL lege unter anderem in ESG-Mandate «Aktien Ausland» bei der Bank J. Safra Sarasin und in diverse Ethos-Fonds an. Es ist nicht klar, ob diese die finanziellen Klimarisiken einbeziehen. Die Regierung informiert (wie auch im Anlagereglement nachzulesen ist, s. oben) dass letztere im Rahmen des Investor's Engagement angegangen werden sollen.

            Immerhin gibt die PKSL an, sie verfolge die Entwicklung und werde die Ausdehnung des Einsatzes von ESG-Produkten prüfen. Sie erwarte, dass der Finanzmarkt in den nächsten Jahren mehr für sie passende Produkte anbieten werde.

             

            Oktober 2018: Im Parlament erklärt sich die Interpellantin mit der von der Exekutive erhaltenen Antwort nicht befriedigt.

             

            August 2019: Postulat Cyrill Studer Korevaar (SP) "Die Pensionskasse Stadt Luzern klimaprima ausrichten" verlangt, dass die Kasse über den bestehenden Ansatz des Investor's Engagement hinaus zu einer echten Dekarbonisierung des Portfolios übergeht.

             

            März 2020: Die Regierung nimmt Stellung zum Postulat Studer Korevaar. Sie informiert, die PKSL werde im Verlauf des Jahres 2020 ihre Klimastrategie für die Wertschriften und Immobilien überprüfen. Insbesondere soll auch die Wirksamkeit der Dekarbonisierung im Vergleich zum bisher angewandten Engagement kritisch geprüft werden. Die Regierung unterstützt dabei die mit dem Postulat gewünschten Präzisierungen zur Dekarbonisierung des Wertschriftenportfolios und die Definition von messbaren Zielen durch die Pensionskasse. Entsprechend empfiehlt sie die Annahme des Postulats.

            Stiftung Abendrot

             

            Die Details zur Stiftung Abendrot, eine der hervorragenden nachhaltigen Sammelstiftungen der Schweiz, finden Sie hier unter der Rubrik "Vorreiter".

            Complea

            Retraites Populaires Fondation de prévoyance

             

            Die Details zur Complea Fondation collective finden Sie auf der Romandie-Sektion hier.

          • Vorsorgeeinrichtungen der Top 60+

             

            In dieser Kategorie finden Sie ausgewählte Vorsorgeeinrichtungen:

             

            - öffentlich-rechtliche Pensionskassen (die als Vorbilder wirken sollten)

             

            - privatrechtliche Pensionskassen in Bewegung

             

            - aufgrund Rating-Wunsch durch Versicherte, Politiker*innen oder Medienschaffenden

             

            Teil 2

             

            PK Stadt St. Gallen, CP Jura, CCAP Neuchâtel, Spida, Veska, Previva, Profelia Retraites Populaires, PK Biel, PK Appenzell AR,

            CoOpera PUK

             

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            Pensionskasse Stadt St. Gallen

             

            Klimakompatibilität der Anlagepolitik

             

            Charakterisierung

             

            Die Pensionskasse der Stadt St. Gallen liegt mit einem Anlagevolumen von rund 1 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 100 bis 150 Pensionskassen der Schweiz.

             

            Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

             

            Auf Anfrage der Klima-Allianz stellt die PKSG einen Auszug ihrer neuen Bestimmungen im Anlagereglement 2020 vorab zur Verfügung. Die PKSG bekennt sich zur Mitberücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten (Environmental, Social, Governance ESG). Sie will grundsätzlich einige wenige Firmen der Herstellung, Lagerung oder Vertrieb von Streumunition, Antipersonenminen, biologische und chemische Waffen sowie Kernwaffen ausschliessen. Sie folgt damit dem Ansatz des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK). Auch will sie in Zukunft Anlagen (direkt oder indirekt, passiv oder aktiv) bevorzugen, die nach anerkannten Nachhaltigkeits-Wertungssystemen getätigt werden, und bei der Auswahl von Vermögensverwaltern deren Umgang mit Nachhaltigkeit berücksichtigen.

            • Die neue Nachhaltigkeitspolitik ist ein Fortschritt.
            • Die PKSG hat derzeit noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
            • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
            • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

            Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

             

            Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

            • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
            • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Kasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

            Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

             

            Die Pensionskasse der Stadt St. Gallen hat bis heute keine expliziten Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt. Hingegen informiert sie im erwähnten Schreiben an die Klima-Allianz, sie investiere im Rahmen von Infrastrukturanlagen schwergewichtig in erneuerbare Energieträger; das Ausmass dieses klimapositiven Impact Investments ist jedoch unbekannt.

             

            Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

             

            Die PKSG ist langjähriges Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz.

             

            Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

             

            Der Ethos Engagement Pool Schweiz nimmt einzig Einfluss auf Schweizer Firmen, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen.

            Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

             

            Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

             

            Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

             

            Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

             

            Die Pensionskasse der Stadt St. Gallen hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

            • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

            ____________________

             

            Schlussfolgerung:

            Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

             

            Tendenz 2018-2020:

            Bewertung: stagnierend

            • Mit der Implementierung neuer Grundsätze zur Nachhaltigkeit und mit ihrer Absicht der zukünftigen Bevorzugung von Vermögensverwaltern, die Nachhaltigkeitskriterien anwenden, sowie mit Impact Investment in grüne Infrakturanlagen hat die Pensionskasse der Stadt St. Gallen einen ersten, noch kleinen Schritt gemacht.
            • Doch angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die PKSG sich vertiefter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
            • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement und eine klimapositive Stimmrechtsausübung bei den relevanten Unternehmen im Ausland, sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
            • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

             

            Politische Aktivitäten

             

            2015: Postulat im Stadtparlament, Basil Oberholzer, Franziska Ryser, Junge Grüne, für Desinvestition fossiler Energien durch die PKSG. Nach negativem Antrag der Regierung im Parlament trotzdem zur Prüfung überwiesen (2016).

             

            Januar 2018: Die Stadtregierung beantragt erneut die Ablehnung des Auftrags, da das Bundesrecht eine Einflussnahme nicht zulasse. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017. Weiterhin sagt sie aus, die Kasse sei nicht direkt, sondern nur passiv via Anlagefonds in fossile Unternehmen investiert, somit "könne eine klare Abgrenzung gar nicht vorgenommen werden".

            Dies steht jedoch im Widerspruch zur Aussage des Bundesrates in seiner Antwort auf eine Interpellation von FDP-Ständerat Raphaël Comte, dass sich mit klimaverträglichen Investitionsstrategien marktkonforme Renditen erzielen lassen und dass der Markt schon heute klimafreundliche Anlageprodukte anbietet, mit denen sich in gängigen Finanzanlagen gebundene Emissionen um 10 bis 90 Prozent verringern liessen. Er verweist dabei auf den BAFU-Report "Klimafreundliche Investitionsstrategien und Performance (2016), der insbesondere auch marktgängige indexbasierte Fonds listet (S. 49-50).

             

            März 2018: Das Stadtparlament gibt sich mit dem ablehnenden Antrag der Regierung zufrieden und schreibt das Postulat als erledigt ab.

            Caisse de pensions de la République et Canton du Jura (CPJU)

             

            Die Details zur Caisse de pensions du Canton de Jura finden Sie auf der Romandie-Sektion hier.

            Fonds de prévoyance de la Caisse cantonale d'assurance populaire Neuchâtel CCAP

             

            Die Details zur CCAP finden Sie auf der Romandie-Sektion hier.

            Spida Personalvorsorgestiftung

             

            Klimakompatibilität der Anlagepolitik

             

            Charakterisierung

             

            Die Spida PVS liegt mit einem Anlagevolumen von rund 1 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 100 bis 150 der Pensionskassen der Schweiz.

             

            Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

             

            Die Spida Pensionskasse bekennt sich gemäss den Angaben auf der Webseite und im Geschäftsbericht 2018 zur Nachhaltigkeit bei den Vermögensanlagen. Jedoch schliesst die Kasse nur einige Waffenfirmen aus, die kontroverse Waffen produzieren.

            • Die Spida hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
            • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
            • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

            Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

             

            Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

            • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
            • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Kasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

            Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

             

            Die Spida hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt..

             

            Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

             

            Die Spida ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz.

             

            Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

             

            Der Ethos Engagement Pool Schweiz nimmt einzig Einfluss auf Schweizer Firmen, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen.

            Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

             

            Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

             

            Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

             

            Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

             

            Die Spida hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

            • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

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            Schlussfolgerung:

            Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

             

            Tendenz 2018-2020:

            Bewertung: stagnierend

            • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die Spida sich konkreter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.  
            • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
            • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

            Veska Pensionskasse

             

            Klimakompatibilität der Anlagepolitik

             

            Charakterisierung

             

            Die Veska Pensionskasse für Spitäler, Heime und Spitex-Organisationenliegt mit einem Anlagevolumen von rund 1 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 100 bis 150 der Pensionskassen der Schweiz.

             

            Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

             

            Weder die auf der Website zugänglichen Informationen noch der Geschäftsbericht 2018 verweisen auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

            • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin. Diese sollen insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
            • Folglich sollte sich die Kasse damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
            • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.
            Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

             

            Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

            • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
            • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Kasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

            Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

             

            Die Veska Pensionskasse hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt..

             

            Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

             

            Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

             

            Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

             

            Die Veska Pensionskasse besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

             

            Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

             

            Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

             

            Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

             

            Die Veska Pensionskasse hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

            • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

            ____________________

             

            Schlussfolgerung:

            Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

             

            Tendenz 2018-2020:

            Bewertung: stagnierend

            • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die Veska Pensionskasse sich mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.  
            • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
            • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

            Previva

             

            Die Details zur Previva finden Sie auf der Romandie-Sektion hier.

            Profelia Retraites Populaires

             

            Die Details zur Profelia finden Sie auf der Romandie-Sektion hier.

            Pensionskasse der Stadt Biel PK Biel

             

            Klimakompatibilität der Anlagepolitik

             

            Charakterisierung

             

            Die PK Biel liegt mit einem Anlagevolumen von rund 1 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich Top 100 bis 150 der Pensionskassen der Schweiz.

             

            Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

             

            Weder die auf der Website zugänglichen Informationen noch der Jahresbericht 2018 verweisen auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

              • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin. Diese sollen insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
              • Folglich sollte sich die Kasse damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
              • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.

              Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

               

              Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

              • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
              • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Kasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

              Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

               

              Die PK Biel hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

               

              Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

               

              Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

               

              Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

               

              Die Pensionskasse der Stadt Biel besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

               

              Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

               

              Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

               

              Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

               

              Die PK Biel hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

              • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

              ____________________

               

              Schlussfolgerung:

              Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

               

              Tendenz 2018-2020:

              Bewertung: stagnierend

              • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die PK Biel sich konkreter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
              • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
              • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

               

              Politische Aktivitäten

               

              März 2017: Interpellation Levin Koller, Miro Meyer (JUSO) im Stadtparlament zum finanziellen Risiko bei fossilen Investitionen. Die Regierung antwortet recht ausweichend, dass sie es im Prinzip als permanente Aufgabe sehe, seine Vertretungen im obersten Organ der Pensionskasse "hinsichtlich ökologischer Fragestellungen zu sensibilisieren", verweist aber darauf, dass die Pensionskasse autonom entscheide, sie also keine Weisungsbefugnis habe. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

              Pensionskasse Appenzell Ausserrhoden PKAR

               

              Klimakompatibilität der Anlagepolitik

               

              Charakterisierung

               

              Die PKAR liegt mit einem Anlagevolumen von rund 1 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 100 bis 150 der Pensionskassen der Schweiz.

               

              Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

               

              Auf Anfrage der Klima-Allianz stellt die PKAR ihr Anfang 2020 in Kraft getretenes neues Anlagereglement und das neue Leitbild Nachhaltigkeit vorab zur Verfügung. Die PKAR bekennt sich zur Mitberücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten (Environmental, Social, Governance ESG). Sie will grundsätzlich einige wenige Firmen der Herstellung, Lagerung oder Vertrieb von Streumunition, Antipersonenminen, biologische und chemische Waffen sowie Kernwaffen ausschliessen. Sie folgt damit dem Ansatz des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK). Auch will sie in Zukunft Anlagen (direkt oder indirekt, passiv oder aktiv) bevorzugen, die nach anerkannten Nachhaltigkeits-Wertungssystemen getätigt werden, und bei der Auswahl von Vermögensverwaltern deren Umgang mit Nachhaltigkeit berücksichtigen.

              • Die neue Nachhaltigkeitspolitik ist ein Fortschritt.
              • Die PKAR hat derzeit noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
              • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
              • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

              Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

               

              Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

              • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
              • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Kasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

              Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

               

              Die PKAR hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt..

               

              Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

               

              Die PKAR ist ab Anfang 2020 Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und wird ab März 2020 dem ETHOS Engagement Pool International beitreten.

               

              Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

               

              Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International wird die PKAR insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt sein, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

              • Derzeit bleiben die Wirkungen der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 
              Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

               

              Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

               

              Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

               

              Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

               

              Die PKAR hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

              • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

              ____________________

               

              Schlussfolgerung:

              Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

               

              Tendenz 2018-2020:

              Bewertung: stagnierend

              • Mit der Implementierung neuer Grundsätze zur Nachhaltigkeit, mit ihrem Beginn des Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst, und mit ihrer Bevorzugung von Vermögensverwaltern, die Nachhaltigkeitskriterien anwenden, hat die PKAR einen Anfang gemacht. Sobald die Kasse ihr beabsichtigtes Engagement konkretisiert, wie etwa mit der Beteiligung an internationalen Investoren-Initiativen, wird die Klima-Allianz die Bewertung auf "etwas besser" ändern.
              • Es fehlt noch eine Klimastrategie mit Berücksichtigung der finanziellen Klimarisiken, die in den Anlageprozess eingreift.
              • Eine Ausweitung des Umgangs mit der Nachhaltigkeit - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel - ist noch ausstehend.
              • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

              CoOpera Sammelstiftung PUK

               

              Die Details zur CoOpera, eine der hervorragenden nachhaltigen Sammelstiftungen der Schweiz, finden Sie hier unter der Rubrik "Vorreiter".

            • Vorsorgeeinrichtungen der Top 60+

               

              In dieser Kategorie finden Sie ausgewählte Vorsorgeeinrichtungen:

               

              - öffentlich-rechtliche Pensionskassen (die als Vorbilder wirken sollten)

               

              - privatrechtliche Pensionskassen in Bewegung

               

              - aufgrund Rating-Wunsch durch Versicherte, Politiker*innen oder Medienschaffenden

               

              Teil 3

               

              PK Stadt Zug, Prosperita, KVK Appenzell Innerrhoden, Aetas, CP Ville de Fribourg, PK Köniz, PK Dübendorf, PK Olten, PK Frauenfeld, CP ECA-RP, GEPABU, Metron, Helvetas

               

              Für die gesuchte Institution nach unten scrollen

              Pensionskasse Stadt Zug

               

              Klimakompatibilität der Anlagepolitik

               

              Charakterisierung

               

              Die PK Stadt Zug liegt mit einem Anlagevolumen von rund 0,5 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 150 bis 200 der Pensionskassen der Schweiz.

               

              Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

               

              Gemäss Anlagereglement 2018 bekennt sich die PK Stadt Zug zur Mitberücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG). Gemäss dem Protokoll der Versichertenversammlung 2019 hat sich die Kasse Anfang 2019 für einen umfassenden Nachhaltigkeitsansatz durch die Wahl des MSCI ESG Leaders Index (bei den Aktien) entschieden, der die Zahl der Unternehmen des Anlageuniversum auf die nachhaltigere Hälfte reduziert.

              • Die Wahl des MSCI ESG Leaders Index bei den Aktien ist eine hervorragende Massnahme. Auf diese Weise hat die Pensionskasse des Kantons Luzern LUPK (siehe dort unter Vorreiter) die CO2-Intensität in den entsprechenden Anlagen reduziert und ihr durchschnittliches ESG-Rating erhöht.

              Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

               

              Zwar besitzt die Kasse keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft. Durch die Orientierung (bei den Aktien) auf den MSCI ESG Leaders Index hat sie jedoch faktisch den ersten Schritt in der Berücksichtigung der Klimarisiken gemacht.

               

              Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

               

              Durch die Festlegung des MSCI ESG Leaders Index bei den Aktien hat die PK Stadt Zug das Potenzial, in naher Zukunft einen entscheidenden ersten Umsetzungschritt in der Klimaverträglichkeit ihrer Anlagen vorweisen zu können.

               

              Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

               

              Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

               

              Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

               

              Die PK Stadt Zug besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

               

              Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

               

              Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

               

              Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

               

              Durch die Festlegung des MSCI ESG Leaders Index bei den Aktien hat die PK Stadt Zug das Potenzial, auf einem bestimmenden Teil des Wertschriftenportfolios auf einem Dekarbonisierungspfad voranzuschreiten.

               

              ____________________

               

              Schlussfolgerung:

              Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Jedoch ist die Festlegung der Anlage gemäss dem MSCI ESG Leaders Index bei den Aktien vielversprechend.

               

              Tendenz 2018-2020:

              Bewertung: besser

              • Zwar hat die Pensionskasse der Stadt Zug bisher nicht offensiv und transparent über ihre faktisch getätigten ESG- und klimarelevanten Massnahmen im Portfoliomanagement informiert, doch in der Praxis ist sie offensichtlich daran, ihr Portfolio zu dekarbonisieren - in einem allerdings unbekannten Ausmass. 
              • Sofern das Ausmass der Anwendung des neuen ESG-Index bei den Aktien dokumentiert wird, wir die Klima-Allianz über eine Höherstufung entscheiden.
              • Allerdings fehlen noch Schritte für ein umfassendes ESG- und klimawirksames Direktengagement mit den investierten Unternehmen - sowie eine transparente konzeptionelle Strategie zur weiteren Dekarbonisierung des Portfolios.

              Politische Aktivitäten

               

              April 2018: Die Motion Anna Spescha (SP) und Mitunterzeichnende verlangt im Gemeindeparlament, dass sich die Stadt Zug als Arbeitgeber bei der Pensionskasse Stadt Zug dafür einsetzt, dass sie nicht in die Unternehmen mit den grössten Reserven an Kohle, Erdöl und Erdgas investiert.

               

              Mai 2018: Die Gemeindeexekutive erklärt, die Pensionskasse entscheide autonom entscheide und dass keine Weisungsbefugnis bestehe. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017. Das Parlament entscheidet gegen die Überweisung der Motion Spescha, auch nach Umwandlung in ein Postulat.

               

              Mai 2018: Die Interpellation Anna Spescha (SP) fragt u.a. nach bestehenden Investitionen in und Ausstiegsplänen aus fossilen Energien der Pensionskasse.

               

              Oktober 2018: Die Exekutive informiert in ihrer Antwort auf die Interpellation Spescha, dass sich die Pensionskasse aktuell entschieden habe, auf den Nachhaltigkeitsindex MSCI ESG Leaders Index umzustellen (s. auch oben), der ebenfalls zu einer signifikanten Reduktion der C02-Ausstossprofils führe.

              Prosperita, christlich-ethische Pensionskasse

               

              Klimakompatibilität der Anlagepolitik

               

              Charakterisierung

               

              Die christlich-ethische Pensionskasse Prosperita liegt mit einem Anlagevolumen von rund 0,4 Mia. CHF schätzungsweise unter den Top 200 - 300 Pensionskassen der Schweiz.

               

              Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

               

              Die Prosperita verfügt über eine umfassende Nachhaltigkeitspolitik, die wesentlich in die Gestaltung des Portfolio eingreift. Sie richtet sich nach den Prinzipien für nachhaltige Anlage von Ethos. Gemäss den Anlagerichtlinien werden gezielt Unternehmen und Schuldner identifiziert, die Nachhaltigkeitschancen und –risiken aktiv verwalten und in ihrer Tätigkeit besser verankert haben als der Durchschnitt aller Unternehmen. Dies erfolgt über einen „Best-in-class“ Ansatz. Unternehmen aller Branchen werden auf ihre Leistungen in den drei Bereichen Umwelt, Soziales und Corporate Governance (ESG: Environmental, Social, Governance) geprüft. Für jeden Sektor werden die besseren Unternehmen ausgewählt mit dem Ziel insgesamt etwa das beste Drittel aller Unternehmen zu berücksichtigen.

               

              Alle Unternehmen ganzer Problembranchen wie Rüstung, Kernenergie, Tabak, Alkohol, u.ä. werden ausgeschlossen, wenn der Umsatzanteil 5% übersteigt, sowie auch Unternehmen, die Menschenrechte verletzen. Insbesondere werden auch Kohleproduzenten und Kohleverstromer ausgeschlossen. Weiterhin werden durch die „Best-in-class“-Selektion im Bereich Rohstoffe und Erdöl nur diejenigen Unternehmen im Portfolio behalten, die Umwelt- und Sozialrisiken deutlich besser kontrollieren.

               

              Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

               

              Eine ausdrückliche Klimastrategie besteht zwar nicht, doch mit dem Ausschluss von Kohleunternehmen und mit dem Best-in-class-Ansatz werden die Klimarisiken berücksichtigt.

               

              Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

               

              Kohleproduzenten und Kohleverstromer mit Kohle-Umsatzanteil über 5% sind sowohl aus den Aktien wie auch aus den Obligationenportfolien ausgeschlossen. Weiterhin bestätigt die Prosperita auf Anfrage der Klima-Allianz (März 2020), dass die Aktien- und Obligationen-Portfolien aufgrund der „Best-in-class“-Auswahl insbesondere im Bereich Energie (Erdöl, Erdgas) substanziell weniger CO2-intensiv sind als der Weltmarktdurchschnitt.

               

              Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

               

              Die Prosperita ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und des neuen ETHOS Engagement Pool International.

               

              Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

               

              Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist sie insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

               

              In diesem Kontext wurde sie auch Unterstützerin der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

               

              Mit der Unterzeichnung des Global Investor Statement to Governments on Climate Change hat sie ein starkes Signal an die Regierungen und die Politik aller Länder gesandt. Bis heute fordern über 630 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, zeitnah wirksame Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens.

               

              Als Mitglied der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction ist sie zudem Teil der koordinierten Klima-Dialogführung mit dem Ziel, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

              • Derzeit bleiben die Wirkungen der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 

              Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

               

              In unregelmässigen Abständen lässt die PROSPERITA die Einhaltung der Anlagerichtlinien bei direkt gehaltenen Aktien und Obligationen durch Ethos überprüfen. Die Prosperita bestätigt (März 2020) auf Anfrage der Klima-Allianz, dass bei der letzten Auswertung der direkt gehaltenen Wertschriften die CO2-Intensität, gemessen auf investiertes Kapital, um 30% geringer ist als der Weltmarktbenchmark. Weiterhin sei ein entsprechendes Screening der von der Prosperita gehaltenen Fonds im Gange.

               

              Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

               

              Dank des "Best-in-class"-Ansatzes bei den Aktien und Obligationen, der die CO2-Intensität mit einbezieht, hat die Prosperita das Potenzial, weiterhin auf einem Dekarbonisierungspfad voranzuschreiten.

               

              ____________________

               

              Schlussfolgerung:

              Mit der Entfernung der Kohleproduzenten und der Kohleverstromer sowie dank des "Best-in-class"-Ansatzes ist die Prosperita vergleichsweise weit in der Dekarbonisierung der Investitionen vorangeschritten.

               

              Tendenz 2018-2020:

              Bewertung: sehr viel besser

              • Mit ihren Grundsätzen zur Nachhaltigkeit, mit ihrem begonnenen Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst, mit ihrem ersten Dekarbonisierungsschritt und mit ihrer "Best-in-class"-Selektion der Unternehmen, welche die CO2-Intensität der Portfolien senkt, ist die Prosperita auf dem richtigen Weg zu einem Paris-kompatiblen Pfad der Dekarbonisierung des Portfolios. 

              Kantonale Versicherungskasse Appenzell Innerrhoden KVKAI

               

              Klimakompatibilität der Anlagepolitik

               

              Charakterisierung

               

              Die KVKAI liegt mit einem Anlagevolumen von rund 0.3 Mia. CHF schätzungsweise unter den Top 250 bis 350 Pensionskassen der Schweiz.

               

              Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

               

              Weder die auf der Website zugänglichen Informationen noch der Geschäftsbericht 2018 verweisen auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

                • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin. Diese sollen insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
                • Folglich sollte sich die Kasse damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
                • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.

                Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

                 

                Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

                • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
                • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Kasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

                Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

                 

                Die KVKAI hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

                 

                Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

                 

                Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

                 

                Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

                 

                Die KVKAI besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

                 

                Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

                 

                Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

                 

                Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

                 

                Die KVKAI hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

                • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

                ____________________

                 

                Schlussfolgerung:

                Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

                 

                Tendenz 2018-2020:

                Bewertung: stagnierend

                • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die KVKAI sich konkreter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.  
                • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
                • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

                PK-Aetas

                 

                Klimakompatibilität der Anlagepolitik

                 

                Charakterisierung

                 

                Die PK Aetas Sammelstiftung für KMU liegt mit einem Anlagevolumen von rund 0.3 Mia. CHF schätzungsweise unter den Top 250 bis 350 Pensionskassen der Schweiz.

                 

                Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

                 

                Weder die auf der Website zugänglichen Informationen noch der Geschäftsbericht 2018 verweisen auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

                  • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin. Diese sollen insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
                  • Folglich sollte sich die Kasse damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
                  • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.
                  Stand März 2020:
                  Auf Anfrage der Klima-Allianz teilt die PK Aetas mit, dass sich die Implementierung des Themas der Nachhaltigkeit bei den Vermögensanlagen seit Oktober 2019 in der Umsetzungsphase befinde.
                   

                  Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

                   

                  Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

                  • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
                  • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Kasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

                  Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

                   

                  Die PK Aetas hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt..

                   

                  Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

                   

                  Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

                   

                  Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

                   

                  Die PK Aetas besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

                   

                  Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

                   

                  Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

                   

                  Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

                   

                  Die PK Aetas hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

                  • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

                  ____________________

                   

                  Schlussfolgerung:

                  Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

                   

                  Tendenz 2018-2020:

                  Bewertung: stagnierend

                  • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die PK Aetas sich konkreter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
                  • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
                  • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

                  Pensionskasse Gemeinde Köniz

                   

                  Klimakompatibilität der Anlagepolitik

                   

                  Charakterisierung

                   

                  Die PK Köniz liegt mit einem Anlagevolumen von rund 0.3 Mia. CHF schätzungsweise unter den Top 500 bis 1000 Pensionskassen der Schweiz.

                   

                  Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

                   

                  Weder die auf der Website zugänglichen Informationen noch der Jahresbericht 2018 verweisen auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

                    • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin. Diese sollen insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
                    • Folglich sollte sich die Kasse damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
                    • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.
                    • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
                    • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

                    Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

                     

                    Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

                    • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
                    • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Kasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

                    Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

                     

                    Die PK Köniz hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt..

                     

                    Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

                     

                    Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

                     

                    Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

                     

                    Die PK Köniz besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

                     

                    Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

                     

                    Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

                     

                    Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

                     

                    Die PK Köniz hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

                    • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

                    ____________________

                     

                    Schlussfolgerung:

                    Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

                     

                    Tendenz 2018-2020:

                    Bewertung: stagnierend

                    • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die PK Köniz sich konkreter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
                    • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
                    • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

                     

                    Politische Aktivitäten

                     

                    2015: Interpellation Hans Ueli Pestalozzi (Grüne) im Gemeindeparlament "Kohlenstoffrisiken der Könizer Pensionskasse" für den Ausstieg aus Anlagen hoher CO2-Intensität.

                     

                    Mai 2016:_ Die Exekutive antwortet, ihre Vertretung im obersten Organ der Pensionskasse werde sich für eine nachhaltige Ausrichtung einsetzen und die Diskussion lancieren.

                    Caisse de prévoyance du personnel communal de la ville de Fribourg (CPPVF)

                     

                    Die Details zur Pensionskasse der Stadt Freiburg finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

                    Stiftung Pensionskasse Stadt Dübendorf SPSD

                     

                    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

                     

                    Charakterisierung

                     

                    Die SPSD liegt mit einem Anlagevolumen von rund 0.2 Mia. CHF schätzungsweise unter den Top 500 bis 1000 Pensionskassen der Schweiz.

                     

                    Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

                     

                    Weder die auf der Website zugänglichen Informationen noch der Geschäftsbericht 2018 verweisen auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

                     

                    Wie aus der Beantwortung einer Interpellation aus dem Parlament hervorgeht, enthält das (unveröffentlichte) Anlagereglement seit Jahren einen Passus, der die Nachhaltigkeit im umfassenden Sinne als Richtschnur kennt. Eine konkrete Verpflichtung oder Umsetzung in Richtung exklusiv nachhaltige Anlagen wurde aber aus Sicht einer umfassenden Nachhaltigkeit immer wieder verworfen. Immerhin liegt dank der Interpellation jetzt die Information vor, dass via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen durch die zwei Mandatsträger Credit Suisse und Avadis einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition ausgeschlossen sind. Dieses Wissen hat die SPSD erst dadurch, dass die bei diesen Vermögensverwaltern nachfragte.

                      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin. Diese sollen insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
                      • Folglich sollte sich die Kasse damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
                      • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.
                      • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
                      • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

                      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

                       

                      Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

                      • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
                      • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Kasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

                      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

                       

                      Die SPSD hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt..

                       

                      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

                       

                      Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

                       

                      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

                       

                      Die SPSD besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

                       

                      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

                       

                      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

                       

                      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

                       

                      Die SPSD hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

                      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

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                      Schlussfolgerung:

                      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

                       

                      Tendenz 2018-2020:

                      Bewertung: stagnierend

                      • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die SPSD sich konkreter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.  
                      • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
                      • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

                       

                      Politische Aktivitäten

                       

                      Mai 2019: Überparteiliche Interpellation Stefanie Huber (GLP/GEU) im Gemeindeparlament "Langfristige Ausrichtung der SPSD". Die Fragestellung begründet die finanziellen und Reputationsrisiken beim Fehlen von Nachhaltigkeits- und Klimazielen und zielt auf die Verbesserung der Transparenz über die Anlagepolitik und auf Nachhaltigkeit mit Ausschlusskriterien, Dialog mit Unternehmen und Umschichtungen im Portfolio.

                       

                      November 2019: Die Exekutive antwortet recht ausweichend. Eine einseitige Priorisierung gewisser Anlagekategorien könnte die Performance gefährden. Eine solche Strategie müsste letztlich auch von einer Mehrheit der Destinatäre getragen werden und ob dazu eine einheitliche Haltung bei den Destinatären zu finden wäre ist eher fraglich. Auch seien Ansätze in der erfragten Richtung nicht leicht umzusetzen. Es brauche dazu Vorgaben oder besser Branchenlösungen für mehr Transparenz und eine nachhaltige Entwicklung der Anlagekategorien. Die Stiftung habe "beide Mandatsführer abgeklärt, ob die heute gültigen Regeln der Nachhaltigkeit in den Mandaten eingehalten sind (wie z.B. Anwendung der SVVK-ASIR Ausschlussliste in allen Teilmandaten, Anwendung der UN Principles of Responsible lnvestment, Mitgliedschaft CS und Avadis im Verein Swiss Sustainable Finance) und diese Regeln sind gut eingehalten". Ein eigener Spielraum sei dadurch ausgeschöpft worden, dass der Stiftungsrat auf Antrag der Anlagekommission eine Kapitalzusage von 3 Millionen bei UBS Clean Energy lnfrastructure Switzerland gezeichnet habe. Die Stiftung werde schliesslich das Thema weiterhin verfolgen und nach Möglichkeit auch mehr lnformationen zu Handen der Destinatäre vornehmen, sobald entsprechende Regeln verfügbar sind.

                      Pensionskasse Stadt Olten

                       

                      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

                       

                      Charakterisierung

                       

                      Die Pensionskasse Stadt Olten liegt mit einem Anlagevolumen von geschätzt 0.1 Mia. CHF schätzungsweise unter den Top 500 bis 1000 Pensionskassen der Schweiz.

                       

                      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

                       

                      Weder die Statuten noch das Anlagereglement verweisen auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

                        • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin. Diese sollen insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
                        • Folglich sollte sich die Kasse damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
                        • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.
                        • Insbesondere sollte die Kasse den Vermögensverwaltern oder Fondsanbietern konkrete Massnahmen vorgeben, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen die richtigen Entscheide treffen; im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

                        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

                         

                        Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

                        • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
                        • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Kasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

                        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

                         

                        Die PK Olten hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

                         

                        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

                         

                        Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

                         

                        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

                         

                        Die Kasse besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

                         

                        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

                         

                        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

                         

                        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

                         

                        Die PK Olten hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

                        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

                        ____________________

                         

                        Schlussfolgerung:

                        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

                         

                        Tendenz 2018-2020:

                        Bewertung: stagnierend

                        • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die PK Olten sich konkreter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.  
                        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
                        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

                        Pensionskasse Stadt Frauenfeld

                         

                        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

                         

                        Charakterisierung

                         

                        Die Pensionskasse Stadt Frauenfeld liegt mit einem Anlagevolumen von geschätzt 0.1 Mia. CHF schätzungsweise unter den Top 500 bis 1000 Pensionskassen der Schweiz.

                         

                        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

                         

                        Weder die Website noch das Anlagereglement noch der Geschäftsbericht 2018 verweisen auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

                          • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin. Diese sollen insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
                          • Folglich sollte sich die Kasse damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
                          • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.
                          • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
                          • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

                          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

                           

                          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

                          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
                          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Kasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

                          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

                           

                          Die PK Frauenfeld hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

                           

                          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

                           

                          Die PK Frauenfeld ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz.  

                           

                          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland ((von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

                           

                          Der Ethos Engagement Pool Schweiz nimmt einzig Einfluss auf Schweizer Firmen, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen.

                          Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

                           

                          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

                           

                          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

                           

                          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

                           

                          Die PK Frauenfeld hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

                          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

                          ____________________

                           

                          Schlussfolgerung:

                          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

                           

                          Tendenz 2018-2020:

                          Bewertung: stagnierend

                          • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die PK Frauenfeld sich konkreter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
                          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
                          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

                           

                          Politische Aktivitäten

                           

                          März 2019: Interpellation Roman Fischer (Grüne) "Für eine Klimastrategie bei den Anlagen der Pensionkasse der Stadt Frauenfeld", die aufgrund anerkannter finanzieller Klimarisiken der kohlenstofflastigen Wertschriften eine zügige Dekarbonisierung des Wertschriftenportfolios samt impliziter, prioritärer Entfernung der Produzenten fossiler Brennstoffe anvisiert.

                           

                          Dezember 2019: die Exekutive beantwortet die Interpellation grundsätzlich positiv: sie wolle sich bei ihren Delegierten im Stiftungsrat (Arbeitgebervertreter) dafür einsetzen, dass zukünftig der Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit Beachtung geschenkt werde.

                          Caisse de pensions du personnel de l'Etablissement Cantonal d'Assurance et de Retraites Populaires (CP ECA-RP)

                           

                          Die Details zur Pensionskasse ECA-RP finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

                          Gepabu

                           

                          Die Details zur Gepabu, eine der hervorragenden nachhaltigen Pensionskassen der Schweiz, finden Sie hier unter der Rubrik "Vorreiter".

                          Metron Stiftung für Personalvorsorge

                           

                          Die Details zur Pensionskasse der Metron, eine der hervorragenden nachhaltigen Pensionskassen der Schweiz, finden Sie hier unter der Rubrik "Vorreiter".

                          Personalvorsorgestiftung der HELVETAS Swiss Intercooperation (PVS)

                           

                          Die Details zur Pensionskasse der Helvetas, eine der hervorragenden nachhaltigen Pensionskassen der Schweiz, finden Sie hier unter der Rubrik "Vorreiter".

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