• Klima-Rating der Pensionskassen und Bundesinstitutionen, absteigend nach Anlagevolumen

    Rating-Detailseite mit den Sheets der einzelnen Pensionskassen

     

    Stand Juni 2020

    Vorversion der erweiterten Neuauflage 2020 des Klima-Ratings 2017-2019

    Es sind Detail-Abklärungen mit den bewerteten Pensionskassen im Gange.

    Einige Elemente dieses Ratings können in der definitiven Version im Sinne der Abbildung von Fortschritten oder Höherstufung anders resultieren.

    Die Einstufungen in GRÜN und ORANGE sind definitiv (keine Tieferstufungen).

    Rating-Sheets der Pensionskassen

    (absteigend nach Anlagevolumen)

     

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    1. Swiss Life
    2. AXA
    3. Suva
    4. Compenswiss-AHV
    5. Publica des Bundes 
    6. BVK des Kantons Zürich
    7. PK UBS
    8. MPK Migros
    9. Bâloise
    10. SBB Pensionskasse
    11. PKZH Stadt Zürich
    12. Asga
    13. PK Credit Suisse 
    14. Post
    15. Auffangeinrichtung BVG
    16. Vita-Zurich
    17. BPK Kanton Bern
    18. Novartis
    19. CPEG Kanton Genf 
    20. PKBS Basel Stadt
    21. CPEV Kanton Waadt
    22. Helvetia
    23. APK Aargau
    24. ComPlan Swisscom 
    25. Allianz
    26. Roche
    27. PKE
    28. BLPK Baselland
    29. Coop Pensionskasse CPV
    30. Swisscanto Sammelstiftungen
    31. sgpk Kanton St. Gallen
    32. STENFO Stilllegungs- und Entsorgungsfonds Kernkraftwerke
    33. LUPK Kanton Luzern
    34. Profond
    35. BLVK Bernische Lehrerversicherungskasse
    36. GastroSocial
    37. Nestlé
    38. CIEPP Caisse Inter-Entreprises de Prévoyance Professionelle
    39. proparis
    40. PAT-BVG Ärzte
    41. PKG Gewerbe
    42. Previs (Gemeinden Kt. Bern und Umgebung)
    43. PKSO Solothurn
    44. Gemini
    45. ICPT Ticino
    46. CPPEF/PKSPF Kanton Freiburg
    47. CAP prévoyance Genève Ville et communes
    48. prévoyance.ne du canton de Neuchâtel et communes
    49. CPVAL/PKWAL Kanton Wallis
    50. Zürcher Kantonalbank
    51. Zuger PK
    52. Sulzer Vorsorgeeinrichtung (SVE)
    53. Swiss Re
    54. PKTG Thurgau 
    55. Swatch
    56. FCT Trianon
    57. PK Siemens
    58. Raiffeisen Pensionskasse
    59. Pax
    60. CIP Communes vaudoises
    61. PKS-CPS (SRG-SSR)
    62. PKGR Graubünden
    63. pkPRO Tellco
    64. PTV/CPAT Technische Verbände
    65. Symova
    66. FIP Fonds interprofessionel de prévoyance
    67. PKSH Schaffhausen
    68. CPCL Lausanne
    69. PVK Stadt Bern
    70. VSAO/ASMAC
    71. NEST
    72. PKS Kanton Schwyz
    73. Pro Medico
    74. Swisscanto Flex Sammelstiftung der Kantonalbanken
    75. SSO Vorsorge
    76. TX Group (ex Tamedia)
    77. CP Police Genève
    78. SHP Institutionen Gesundheitswesen
    79. ProPublic Gemeinden Ostschweiz
    80. PRESV Santé Valais
    81. PK Winterthur
    82. PK Stadt Luzern
    83. Abendrot
    84. Complea Retraites Populaires 
    85. PK Stadt St.Gallen
    86. CPJU Canton du Jura
    87. Transparenta
    88. Ringier
    89. CPPIC Industrie et Construction Genève
    90. GLPK Kanton Glarus
    91. CCAP Neuchâtel
    92. Spida
    93. Veska Spitäler
    94. Previva
    95. Profelia Retraites Populaires
    96. PK Biel/Bienne
    97. PKAR Appenzell Ausserrhoden
    98. CoOpera PUK
    99. PK Stadt Zug
    100. Prosperita
    101. KVKAI Kantonale Versicherungskasse Appenzell Innerrhoden
    102. Aetas
    103. PK Köniz
    104. PK Stadt Freiburg
    105. PK Dübendorf
    106. PK Olten
    107. PK Frauenfeld
    108. CP ECA Retraites Populaires
    109. GEPABU
    110. Metron
    111. Helvetas

    Rating-Sheets der Pensionskassen

    (alphabetisch)

     

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    Abendrot

    Aetas

    Allianz

    APK Aargau

    Asga

    Auffangeinrichtung BVG

    AXA

    Bâloise

    BLPK Baselland

    BLVK Bernische Lehrerversicherungskasse

    BPK Kanton Bern

    BVK des Kantons Zürich

    Caisse de Pension ECA Retraites Populaires

    CAP prévoyance Genève Ville et communes

    CCAP Neuchâtel

    CIEPP Caisse Inter-Entreprises de Prévoyance Professionelle

    CIP Communes vaudoises

    Compenswiss-AHV

    ComPlan Swisscom

    Complea Retraites Populaires

    Coop Pensionskasse CPV

    CoOpera PUK

    CP ECA-Retraites Populaires

    CP Police Genève

    CPCL Lausanne

    CPEG Kanton Genf

    CPEV Kanton Waadt

    CPJU Kanton Jura

    CPPEF/PKSPF Kanton Freiburg

    CPPIC Industrie et Construction Genève

    CPVAL/PKWAL Kanton Wallis

    Credit Suisse Pensionskasse

    FCT Trianon

    FIP Fonds interprofessionel de prévoyance

    GastroSocial

    Gemini

    GEPABU

    GLPK Kanton Glarus

    Helvetas

    Helvetia

    ICPT Ticino

    KVKAI Kantonale Versicherungskasse Appenzell Innerrhoden

    LUPK Kanton Luzern

    Metron

    Migros MPK

    Novartis

    NEST

    Nestlé

    PAT-BVG Ärzte

    Pax

    Pensionskasse Biel/Bienne

    Pensionskasse Dübendorf

    Pensionskasse Frauenfeld

    Pensionskasse Köniz

    Pensionskasse Olten

    Pensionskasse Stadt Freiburg

    Pensionskasse Stadt Luzern

    Pensionskasse Stadt St.Gallen

    Pensionskasse Stadt Zug

    Pensionskasse Post

    Pensionskasse SBB

    Pensionskasse UBS

    Pensionskasse Credit Suisse

    Pensionskasse Winterthur

    PKAR Appenzell Ausserrhoden

    PKBS Basel Stadt

    PKE Energie

    PKG Gewerbe

    PKGR Graubünden

    pkPRO Tellco

    PKS Kanton Schwyz

    PKS-CPS (SRG-SSR)

    PKSH Schaffhausen

    PK Siemens

    PKSO Solothurn

    PKSPF/CPPEF Kanton Freiburg

    PKTG Thurgau

    PKWAL/CPVAL Kanton Wallis

    PKZH Stadt Zürich

    Post

    Previs (Gemeinden Kt. Bern und Umgebung)

    Previva

    prévoyance.ne du canton de Neuchâtel et communes)

    Profelia Retraites Populaires

    Profond

    ProMedico

    proparis

    ProPublic Gemeinden Ostschweiz

    Prosperita

    PTV/CPAT Technische Verbände

    Publica des Bundes

    PVK Stadt Bern

    Raiffeisen Pensionskasse

    Ringier

    Roche

    SBB Pensionskasse

    SGPK Kanton St. Gallen

    SHP Institutionen Gesundheitswesen

    Siemens

    Spida

    SRG-SSR (PKS-CPS)

    SSO Vorsorge

    STENFO Stilllegungs- und Entsorgungsfonds Kernkraftwerke

    Sulzer Vorsorgeeinrichtung (SVE)

    Suva

    Swatch

    Swisscanto Flex Sammelstiftung der Kantonalbanken

    Swisscanto Sammelstiftungen

    Swiss Re

    Symova

    Transparenta

    TX Group (ex Tamedia)

    UBS Pensionskasse

    Veska Spitäler

    VSAO/ASMAC

    Zuger Pensionskasse 

    Zürcher Kantonalbank

    Erläuterungen

     

    Die Klima-Allianz Schweiz dokumentiert den Veränderungsprozess anhand des Listings der 60 grössten Institutionen. Zusätzlich sind mehr als 40 ausgewählte mittlere und kleinere Pensionskassen erfasst. Das Beobachtungsfenster umfasst naturgemäss auch die Nachhaltigkeits- und Klima-Pioniere, unabhängig von ihrer Grösse.

     

    Bezogen auf die Anlagevolumina sind die gesetzliche Unfallversicherung SUVA und der AHV-Ausgleichsfonds Compenswiss die dritt- und viertgrössten Versicherungs- bzw. Vorsorgeinstitutionen; sie sind zudem Teil des öffentlichen Bereichs. Die Klima-Allianz schliesst sie deshalb ins Pensionskassen-Rating ein.

     

    Leider fehlen verlässliche Übersichtsstatistiken zu den Anlagevolumina der Vorsorgeeinrichtungen, sodass vielfach nur grobe Schätzungen möglich sind. Das entsprechende Ranking beruht auf der Auswertung einiger zur Verfügung stehendender öffentlich zugänglicher Listen sowie auf der Auswertung von Geschäftsberichten.

     

    Die Ermittlung der Aktivitäten jeder Institution erfolgt gemäss der Struktur der Empfehlungen der Klima-Allianz: Sieben Schritte zu Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit. Wir ermitteln den Grad der Umsetzung für jeden der sieben empfohlenen Schritte. Die Ergebnisse sind im Begründungsfeld "Klimakompatibilität der Anlagepolitik" eingetragen.

     

    Die Elemente der Anlagepolitik einer Pensionskasse, die zur vorteilhafteren Einstufung im Hauptrating "Dekarbonisierung" 

    führen, nämlich ORANGE oder GRÜN, sind jeweils in oranger oder grüner Schrift kenntlich gemacht. Wenn eine Höherstufung voraussehbar ist, dann machen wir die zugrundeliegenden Aussagen ebenfalls in oranger oder grüner Schrift kenntlich - orange Markierung bei ROT eingestuften und grün bei ORANGE klassierten Institutionen.

    • Wertungen und/oder spezifische Empfehlungen sind in kursiver Schrift kenntlich gemacht.
    Unter den sieben Empfehlungen ist pro Schritt aufgeführt, ob sie für das eigentliche Klima-Rating und/oder für das ergänzende Rating "Tendenz 2018-2020" massgebend ist, und bei letzterem, mit welchem Gewicht.

     

    Wo zutreffend, finden Sie unterhalb der Sheets unsere Dokumentation des Veränderungsprozesses mit den politischen Aktivitäten und dem Dialog zwischen Versicherten und Pensionskasse (siehe oben unter "Hintergrund").

     

    Dabei bedeuten:

    • ROT, dass erste oder zusätzliche Aktivitäten aus Politik, aus dem Kreis der Versicherten und aus der Zivilgesellschaft wünschenswert sind, 
    • ORANGE, dass Versicherte, Politik und Zivilgesellschaft begonnen haben, eine Klimastrategie mit Desinvestition fossiler Unternehmen einzufordern, bis heute aber noch nicht erfolgreich sind,
    • GRÜN, dass Forderungen aus Politik, Zivilgesellschaft und aus dem Kreis der Versicherten systematisch gestellt werden,  Wirkung zeigen oder Impaktpotenzial haben.

    Nachfolgend finden Sie die Detail-Sheets für die Institutionen der deutschen Schweiz und des Tessin/Ticino.

     

    Hintergrund

     

    Die Ende 2016 lancierte und erfolgreiche Kampagne "Pensionskassen: Schluss mit fossilen Investitionen" - renten-ohne-risiko.ch war die Initialzündung für Veränderungen in Richtung Klimakompatibilität mit Dekarbonisierung der Portfolien.

     

    Den Vorsorgeeinrichtungen haben wir die Schreiben der jeweiligen Versicherten übergeben und um Antwort ersucht. Wie erwartet, waren die Stellungnahmen der Pensionskassen mit wenigen Ausnahmen defensiv und unverbindlich. Die allermeisten Träger unserer Altersvorsorge sehen sich noch nicht zu einer Auseinandersetzung mit dem nachhaltigen und klimaverträglichen Anlegen veranlasst.

     

    Auch hat die grosse Mehrheit der Pensionskassen die Resultate des BAFU-Klimatests 2017 nicht veröffentlicht. Wenig verwunderlich, denn dessen Erkenntnisse zeigen auf: die Pensionskassen als Ganzes befinden sich mit ihren Anlagen auf einem Klimapfad von 4 - 6 °C statt der vom Pariser Klimaabkommen geforderten 1,5 °C.

     

    Die Klima-Allianz ruft die Politik, die Versicherten und die Zivilgesellschaft auf, den Druck auf alle Pensionskassen zu verstärken. Sie hat die Formierung von Versichertengruppen gefördert: PUBLICA DIVEST des Bundes, der APK DIVEST der Aargauischen Pensionskasse, BLPK DIVEST der Basellandschaftlichen Pensionskasse, PKBS DIVEST der Stadt Basel, BPK DIVEST der Bernischen Pensionskasse, BLVK DIVEST der Bernischen Lehrerversicherungskasse, PVK DIVEST der stadtbernischen Personalvorsorgekasse, LUPK DIVEST der Pensionskasse des Kantons Luzern, SGPK DIVEST der kantonalen St.Galler Pensionskasse sowie Gruppen der privatrechtlichen Pensionskassen PTV/CPAT der Technischen Verbände und der Vorsorgestiftung VSAO des Verbandes der Schweizerischen Assistenz- und OberärztInnen (französisch ASMAC). Zu diesen insgesamt 11 Versichertengruppen in der deutschen Schweiz kommen die derzeit 5 Gruppen CPEG DIVEST der Pensionskasse des Kantons Genf, der CAP Prévoyance DIVEST der Stadt Genf und der Genfer Gemeinden, der CPEV DIVEST und der CIP DIVEST des Kantons Waadt, sowie der CPCL DIVEST der Stadt Lausanne in der Romandie hinzu.

     

    In der Romandie hat sich im April 2019 zudem die Bewegung DIVEST VAUD der waadtländischen Zivilgesellschaft formiert. Sie ruft unter Einbezug von Persönlichkeiten, darunter Chemie-Nobelpreisträger Jacques Dubochet, die kantonale CPEV medienwirksam zur Dekarbonisierung ihres Portfolios auf.

     

  • Vorreiter

    MPK, Bâloise, LUPK, NEST, Abendrot, CoOpera, Gepabu, Metron, Helvetas

     

    Für die gesuchte Institution nach unten scrollen

    Migros Pensionskasse (MPK)

     

    Klimakompatibilität der Anlagepolitik

     

    Charakterisierung

     

    Die MPK ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 25 Mia. CHF ungefähr die sechstgrösste Pensionskasse der Schweiz.

     

    Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

     

    Die MPK befolgt seit Ende 2017 eine umfassende Nachhaltigkeitspolitik, die im Anlagereglement verankert ist.

    Darauf begründet berücksichtigt die MPK bei allen Anlagen nebst den finanziellen Aspekten auch Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG-Kriterien, Environmental, Social, Governance). Sie ist überzeugt, dass mit nachhaltigem Anlegen das Risiko-Ertrags-Verhältnis im Interesse der Versicherten verbessert werden kann. Mit ihrer im November 2019 veröffentlichten Klimastrategie wurde die MPK nunmehr zur Vorreiterin in der klimaverträglichen Anlagepolitik (s. unten).

     

    Die Aktienanlagen im Ausland bewirtschaftet die MPK gemäss ihrer Nachhaltigkeitspolitik ab 1. Januar 2018 durch Einsatz des MSCI ACWI ex CH ESG Universal Index bei den Aktien Ausland. Damit werden Firmen, die in einem ESG-Rating gut abschneiden, übergewichtet und andere untergewichtet. Gemäss Geschäftsbericht 2018 konnte die Umstellung des Portfolios Aktien Ausland auf den MSCI ACWI ex CH ESG Universal Index abgeschlossen werden; dies war verbunden mit 800 Transaktionen mit einem Volumen von CHF 1.8 Mrd. Das ESG-Risikoprofil des Portfolios habe sich damit deutlich verbessert. Ebenso wurde für die Anlagekategorie Unternehmensobligationen eine neue Benchmark mit der Titelgewichtung nach dem MSCI ESG Rating festgelegt; gemäss dem Geschäftsbericht 2019 wurde die Umsetzung nunmehr abgeschlossen.

     

    Mit ihrem fortschrittlichen ESG-basierten Unter-/Übergewichtungsansatz (verminderte Anteile an nicht oder wenig nachhaltigen Unternehmen und höhere Anlagen in grüne und nachhaltige Firmen) hat sie sowohl die CO2-Intensität in den entsprechenden Anlagen reduziert als auch ihre ESG-Performance erhöht.

     

    Sie ist Mitglied des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zum Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) bekennt. Entsprechend schliesst sie zudem via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen die Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

     

    Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

     

    Gemäss ihrer im November 2019 publizierten Klimastrategie unterstützt die MPK die Zielsetzungen des Pariser Klimaabkommens und verpflichtet sich, ihr Anlageportfolio auf dieses Abkommen und dessen Ziele auszurichten. Sie berücksichtigt die Klimarisiken in der Bestimmung der Anlagestrategie und im Risikomanagement des Anlagevermögens, und zieht bei der Portfoliokonstruktion die sich aus dem Klimawandel ergebenden Risiken und Chancen heran.

     

    Die MPK hat sich zum Ziel gesetzt, dass ihre Investitionen (Aktien und Obligationen) in Unternehmen ab 2020 einen deutlich reduzierten CO2-Fussabdruck im Vergleich zu herkömmlichen kapitalgewichteten Standardindizes aufweisen. Dieses Ziel wurde erreicht (s.unten).

     

    Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

      Gemäss Geschäftsbericht 2018 wendete die MPK neu sowohl für die Aktien Ausland wie auch für die Obligationen Ausland nicht mehr einen konventionellen Marktindex an. Bei ersteren hatte sie auf den Index MSCI ACWI ESG Universal umgestellt und bei letzteren gemäss Geschäftsbericht 2019 auf den analogen Index Bloomberg Barclays MSCI Corporate ESG Weighted Indizes (EUR/USD).

       

      Gemäss Mitteilung der MPK an die Klima-Allianz (Mai 2020) sind es eigene Asset Manager, welche die Portfolien in diesen Anlageklassen bewirtschaften. Die Indizes dienen ihnen als Vorlage des erlaubten Anlageuniversums und als Richtschnur für ihre Einzelentscheide, die sie in Ergänzung der Finanzanalyse auch aufgrund der ESG- und CO2-Firmendaten treffen. Es ist das Ziel der MPK und ihrer internen Vermögensverwalter, dass in Bezug auf ESG-Qualität und CO2-Intensität ihr Output die erwähnten Indizes deutlich übertreffen soll. Ergänzend setzt sich die MPK, zusammen mit anderen Investoren, beim

      Anbieter MSCI für die Verbesserung der Klimaeffizienz der bestehenden Indizes ein.

       

      Gemäss der Mitteilung vom April 2020 liegt die CO2-Intensität ihrer Aktien- und Unternehmensobligationen 30% unter dem Weltmarktdurchschnitt dieser Anlageklassen. Die Analyse wurde durch die externe Firma CSSP durchgeführt (s. unten). Das Resultat bestätigte die Wirksamkeit des gewählten Ansatzes des aktiven Asset Management, das sich an ESG-Indizes ausrichtet, diese aber übertreffen will.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Der SVVK, wo die MPK Mitglied ist, ist seinerseits Mitglied von Climate Action 100+ und Swiss Sustainable Finance.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Engagement der MPK via SVVK

       

      Als Mitglied des SVVK ist die MPK am gemeinsamen Dialog mit den investierten Unternehmen beteiligt.

       

      Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen (März 2019) will den Dialog mit den investierten Unternehmen gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

      • Die Forderung nach Offenlegung von Klimadaten durch die Unternehmen ist zu unterstützen, denn sie ist die Grundvoraussetzung für Anlageentscheidungen. Jedoch leitet sie bei weitem noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen ein. 
      Dem SVVK-Engagementbericht 2019 ist zu entnehmen, dass sich Einsatz und Wirksamkeit des an den Dienstleister Sustainalytics delegierten ESG- und Klima-Engagements bei relevanten globalen Firmen gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. Die dem SVVK zur gemeinsamen Ausübung des Engagements angeschlossenen Pensionskassen hatten im Laufe 2018 und 2019 bei 12 globalen Unternehmen spezifische Ziele des Engagements vorgebracht. Diese Ziele in den Bereichen Korruption, Umweltschäden, Menschenrechte, Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit wurden gemäss SVVK erreicht und abgeschlossen.
       
      Weiterhin aktiv sind Engagementprozesse bei einer grossen Zahl von Unternehmen aller Kontinente. Der SVVK präzisiert entsprechende Informationen im Engagementbericht 2019 gegenüber der Klima-Allianz (April 2020) wie folgt. Im Jahre 2019 waren 76 Engagements im Gange, grösstenteils in den Bereichen Umwelt (34 Fälle), Arbeitsrechte (20 Fälle) und Menschenrechte (16 Fälle).
       

      Im Klimabereich hat der SVVK zusammen mit Sustainalytics ab 2018 einen Dialog mit 20 führenden, globalen Stahl- und Zementproduzenten angestossen, um die Klimatransition zu thematisieren. Dabei fordert der SVVK in erster Linie von diesen Unternehmen die Messung und Publikation von Klimarisiken gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD). Weitere Forderungen sind wissenschaftlich-fundierte CO2 Ziele, konkrete Massnahmen und Überwachung der Fortschritte, sowie eine Klimapolitik und konsistente Haltung gegenüber ihren Verbänden bezüglich deren Lobbying-Aktivitäten. Dieser Aktionärsdialog wird fortgesetzt.

      • Durch die Wahl des Sektors der Stahl- und Zementproduzenten hat sich der SVVK auf eine Branche konzentriert, wo Engagement sinnvoll ist: deren CO2-Intensitäten sind nur zum Teil bedingt durch den Einsatz fossiler Brennstoffe, aber trotzdem beträchtlich. Tatsächlich sind die durch die CO2-Abspaltung aus Koks oder dem mineralischen Rohstoff entstehenden Emissionen nur mittelfristig reduzierbar, weil die Technologie noch entwickelt und industrialisiert werden muss; somit kann der Druck durch Investorenverbünde die Firmen auf einen Dekarbonisierungspfad verpflichten.
      • In diesem engeren Bereich hat der SVVK nach heutigem Stand einen Leistungsnachweis für sein Engagement erbracht.
      • Im Feld jedoch der von fossilen Brenn- und Treibstoffen abhängigen Sektoren, besonders der fossilen Energien (Produzenten der fossilen Energieträger, davon abhängige Strom- und Wärmeerzeuger sowie energieintensive Sektoren), bleibt es eine Herausforderung, den Leistungsnachweis für die Option Engagement erbringen zu können.
      • Diese Option Aktionärsdialog ist sinnvoll, wenn die Geschäftsmodelle der Unternehmen Aussichten auf einen Dekarbonisierungspfad in Linie mit dem 1.5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens bieten.
      • Es sind dabei für ein klimawirksames Engagement präzise Forderungen, Umfang, Messkriterien und Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung zu definieren.
      • Die nachfolgende Anmerkung betrifft den SVVK, nicht aber die MPK: ohne eine klare Dekarbonisierungsstrategie mit einer tiefgreifenden ESG- und Klima-Integration in den Anlageprozess der Wertschriftenportfolien der Mitglieder-Pensionskassen und ohne Leistungsnachweis der Engagementpolitik im Bereich der besonders hohen Klimarisiken der hoch CO2-intensiven Sektoren erscheint der Ansatz des SVVK noch nicht genügend ausgereift.
      Stand April 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert der SVVK, er habe sich angesichts der Tatsache, dass bereits viele Investoren den Energie- und Utilities-Sektor (Stromversorger) ansprechen, für den Zement- und Stahlsektor entschieden. Der SVVK wolle zunächst im derzeitigen Engagement Fortschritte vorweisen können, bevor er weitere Branchen anspreche. Dies sei aber sicherlich eine möglicher nächster Schritt.
       
      Engagement der MPK
       
      Die MPK selbst will sich gemäss der neuen Klimastrategie über den SVVK aktiv am Dialog mit Unternehmen von hohen CO2-Emissionen beteiligen mit dem Ziel, eine Verhaltensänderung zu bewirken und den CO2-Fussabdruck zu reduzieren.​
       
      Stimmrechte
       

      Die MPK übt ihre Stimmrechte bei rund 300 ausländischen Firmen via einen nicht näher bezeichneten Dienstleister aus und veröffentlicht ihr Abstimmungsverhalten. Den zugrundeliegenden Richtlinien zufolge liegt der Schwerpunkt auf der Unternehmens-Governance (das G von ESG), nicht aber auf ganzheitlich verstandenen ESG-Vorgaben.

      • Bei der US-Kohlefirma Duke Energy verhielt sich die MPK klimapositiv, indem sie Resolutionen für die Berichterstattung zu Zahlungen an Politiker und Ausgaben über das Lobbying sowie für einen Report zur Eindämmung der Wirkung auf Gesundheit und Klima unterstützte.
      • Im Falle von BP unterstützte sie jedoch nur die Climate-Action 100+ Resolution zur Berichterstattung darüber, wie das Geschäftsmodell mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens kompatibel ist; sie lehnte aber den Antrag ab, dass BP konkrete Ziele für ihre Paris-Kompatibilität formuliert.
      • Bei Exxon unterstützte die MPK nur Resolutionen für die Berichterstattung zu Zahlungen an Politiker und Ausgaben über das Lobbying, nicht aber für die Gründung eines "Environmental/Social Issue Board Committee".
      ​Zusammenfassend:
      • Die Stimmrechtspolitik der Migros Pensionskasse sollte folgerichtig um das E (Environmental) und das S (Social) erweitert werden.
      Stand Mai 2020:
      Gemäss der erwähnten Mitteilung an die Klima-Allianz wird die MPK das Abstimmverhalten zu ESG-Themen bei ausländischen Firmen zusammen mit dem Berater ISS analysieren und Anpassungen an den aktuellen Richtlinien zur Ausübung der Stimmrechte evaluieren.
       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Die erwähnte Erstanalyse wurde durch die externe Firma CSSP durchgeführt. CSSP stützt ihre Analysen auf ihre Methodik yourSRI, die den CO2-Fussabdruck der einzelnen Unternehmen als CO2-Äquivalente (CO2eq, inkl. andere Treibhausgase als CO2) im Verhältnis zu deren Umsatz (als Umsatz-Intensität) misst; dies ergibt die CO2-Intensität. Der Nachweis der um 30% klimaverträglicheren CO2-Intensität der Aktien und Unternehmensobligationen im Vergleich zum Marktbenchmark basierte auf der Messung der "betriebseigenen" Treibhausgasemissionen Scope 1 und 2. Gemäss der erwähnten Mitteilung vom April 2020 bestimmte CSSP zusätzlich ebenfalls das Total der kumulierten CO2eq-Emissionen der Firmen in den Portfolien (also der durch die MPK finanzierten Emissionen in t CO2eq). Diese Berechnung von CSSP erfasste nicht nur die "betriebseigenen" Treibhausgasemissionen Scope 1 und 2, sondern auch diejenigen des Scope 3 - also der Vorlieferkette und der nachfolgenden Verbraucher. Dies darf als gleichwertig zu den Bestimmung durch Inrate für die ebenfalls führende nachhaltige und klimaverträgliche Pensionskasse NEST (siehe unten) betrachtet werden. Ähnlich wie bei der CO2-Intensität liegen in Bezug auf die finanzierten CO2eq-Emissionen in t CO2eq (total Scope 1, 2 und 3) die Aktien und Unternehmensobligationen der MPK um 31% tiefer als der Weltmarktdurchschnitt.

       

      Gemäss ihrer Klimastrategie will die MPK weiterhin periodisch die CO2-Intensität ihrer Portfolios in Aktien und Unternehmensobligationen messen, und sie will ihre Versicherten über den Stand der Umsetzung der Klimastrategie informieren.

       

      Die MPK wird auch am BAFU Klimaverträglichkeitstest 2020 (PACTA 2020) teilnehmen (Mitteilung an die Klima-Allianz, Mai 2020).

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die MPK bekräftigt, dass sie mit der inzwischen erzielten Reduktion der CO2-Emissionen ihrer Wertschriften-Portfolios wichtige Etappenziele zur Umsetzung der Klimastrategie erreicht habe. Sie will demnach weitere Schritte folgen lassen.

       

      Zudem plant die MPK eine Verstärkung der Investitionen in Anlagen zur klimafreundlichen Energieproduktion sowie Investitionen in Firmen, welche die Chancen aus dem Klimawandel nutzen.

       

      Mit diesem Paket an bereits umgesetzten Massnahmen ist sie somit unter den in Bezug auf das Anlagevolumen gewichtigsten Vorsorgeeinrichtungen eine der drei klassischen Pensionskassen der Schweiz, die bereits den Pfad der Dekarbonisierung eingeschlagen haben. Die anderen Kassen sind die LUPK (s. nachfolgend unten), sowie auch die PKZH (siehe unten), welche sich ein verbindliches Ziel gesetzt hat, in der Umsetzung aber noch nicht so weit ist wie die MPK und LUPK. Zudem beziehen die LUPK und die MPK im Unterschied zur PKZH ebenfalls die Obligationen in den Dekarbonisierungspfad ein.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Mit der bereits getätigten Dekarbonisierung der Aktien und Obligationen auf 30% weniger als der Marktdurchchnitt ist die MPK die führende nachhaltige privatrechtliche Pensionskasse.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: sehr viel besser

      • Innert kurzer Zeit hat die MPK eine Best Practice Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit ihrer Wertschriftenanlagen erreicht. Sie will auf diesem Weg weitere Fortschritte erzielen.
      • Sie ist mit ihren Aktien und Obligationen auf einem Pfad, der nach heutigem Stand als in Linie mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens eingestuft werden kann - max. 1.5°C bis 2050.
      • Unter den in Bezug auf das Anlagevolumen gewichtigsten Vorsorgeeinrichtungen ist die MPK zum heutigen Zeitpunkt zusammen mit der LUPK und der PKZH eine der drei bezüglich Bekenntnis zu einer Klimastrategie mit Dekarbonisierungsplan führenden Pensionskassen der Schweiz.
      • Es fehlt allerdings noch eine konsequent klimawirksame Ausübung der Stimmrechte im Ausland.

      Sammelstiftungen für die berufliche Vorsorge der Basler Versicherung/Bâloise

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Sammelstiftungen der Basler Versicherung/Bâloise (Bâloise Sammelstiftung für die obligatorische berufliche Vorsorge, Bâloise Anlagestiftung für Personalvorsorge (BAP) sind einem geschätzten Anlagevolumen von rund 22 Mia. CHF ungefähr die siebtgrösste Vorsorgeeinrichtung der Schweiz. Der Grossteil der Altersgelder ist bei der Bâloise als Vollversicherung angelegt.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert Bâloise Asset Management in einem Schreiben (April 2020) dass die Vermögen der beiden Einrichtungen für die berufliche Vorsorge, nämlich die Bâloise Sammelstiftung für die obligatorische berufliche Vorsorge und die Bâloise Anlagestiftung für Personalvorsorge (BAP) zum überwiegenden Teil durch die Bâloise Asset Management AG angelegt werden. Nur volumenmässig unbedeutende Anteile sind bei externen Vermögensverwaltern platziert.

       

      Bâloise Asset Management integriert unter der Responsible Investment Policy der Bâloise Group seit Anfang 2019 ihre Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) in den Anlageprozess. Diese Prinzipien der ESG-Integration gelten für alle selbst verwalteten Gelder und werden bei den Vermögensklassen Obligationen (sowohl Unternehmens- als auch Staatsanleihen), Aktien, Immobilien und neu auch bei Senior Secured Loans angewendet. Bâloise Asset Management schliesst u.a. Hersteller kontroverser Waffen (inkl. SVVK-Liste) aus. Weiterhin sind - gemäss den Informationen zur Nachhaltigkeitspolitik im Versicherungsgeschäft oder aus Verträgen der Beruflichen Vorsorge (Bâloise Sammelstiftungen) - Neuinvestitionen in Titel, welche ein ESG-Rating tiefer als B (gemäss den Daten von MSCI) aufweisen, nicht Teil des Anlageuniversums. Weiterhin war Mitte 2019 gemäss diesen Informationen der Anteil an Titeln mit vorteilhaften MSCI-Ratings AAA, AA und A vergleichsweise hoch, nämlich 76%. Der Anteil der Titel mit Ratings BBB, BB und B ist 24%.

       

      Gemäss dem erwähnten Schreiben an die Klima-Allianz (April 2020) integriert das Baloise Asset Management grundsätzlich ESG-Informationen in seinen Anlageprozess. Neben den harten und bindenden Pfeilern der Responsible Investment Policy (also ihrer Nachhaltigkeitskriterien) werden ESG-Informationen generell in den Anlageprozess von Aktien, Obligationen und Senior Secured Loans integriert.

       

      Weiterhin schliesst die Bâloise gemäss ihren Nachhaltigkeitskriterien im Feld der Klimawirkung Unternehmen aus, "die mehr als 30% ihres Umsatzes im Bereich Kohle" machen (siehe unten). Es wird auch präzisiert, dass damit Kohleproduzenten gemeint sind.

       

      Schliesslich erklärt die Bâloise, sie sei davon überzeugt, dass die Integration von ESG-Kriterien in ihren Anlageprozess sich positiv auf das Rendite-Risiko-Verhältnis auswirkt und das Downside-Risiko in ihren Anlagen reduziert. Insofern versteht sie diese Integration als zusätzliches Risikomanagement-Instrument.

       

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Bâloise Asset Management betrachtet das Management der Klimarisiken als gewichtigen Teil der Nachhaltigkeitskriterien.

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Bâloise Asset Management schliesst Kohleproduzenten aus, die mehr als 30% Umsatz aus Kohle erzielen (Aktien, Obligationen).

       

      Gemäss den Informationen zur Nachhaltigkeitspolitik im Versicherungsgeschäft oder aus Verträgen der Beruflichen Vorsorge (Bâloise Sammelstiftungen) sowie aus dem erwähnten Schreiben an die Klima-Allianz (April 2020) ist folgendes ersichtlich.

       

      Im Rahmen der ESG-Integration in den Anlageprozess der volumenmässig massgebenden Anlageklassen, insbesondere der Obligationen global, hat die Bâloise neben der Erhöhung der ESG-Qualität ebenfalls eine substanzielle Reduktion der durchschnittlichen CO2-Intensität erzielt, wie die Kontrollmessung der CO2-Intensität zeigt.

       

      Die Aktien Schweiz sind 25% weniger CO2-intensiv als der Marktdurchschnitt Aktien Schweiz (Benchmark SMI). Die Aktien Europa sind etwa 47% tiefer in der CO2-Intensität als der entsprechende Benchmark Euro Stoxx 50. Insbesondere sind die für Versicherungen massgebenden Obligationen global (Schweiz und Ausland, Unternehmens- und Staatsobligationen) um fast 60% reduziert im Vergleich zum entsprechenden Benchmark Barclays Global Aggregate).

       

      Gemäss der Betriebsrechnung 2018, der erwähnten Stellungnahme an die Klima-Allianz sowie einer nachfolgenden Präzisierung ist überdies das Gewicht des Aktienportfolios nur wenige Prozent der Aktiven. Es besteht zudem kein Exposure in die sehr CO2-intensiven Aktien Emerging Markets, und es sind nur marginale Volumina in die bei der Bestimmung der CO2-Intensität nicht untersuchten Aktien Welt ex Schweiz ex Europa investiert.

       

      Geschätzt über alle Wertschriftenanlagen (Staatsobligationen inbegriffen) ergibt sich demnach eine um etwas mehr als 50% geringere CO2eq-Intensität als der Schnitt der jeweiligen Marktbenchmarks.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die Bâloise ist Unterzeichnerin der UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) und verpflichtet sich damit ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

       

      Als Supporter der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) ist die Bâloise gewillt, von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken einzufordern und auch selbst offenzulegen.

       

      Sie ist ebenfalls Mitglied des Vereins Swiss Sustainable Finance.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die Bâloise besitzt derzeit keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

       

      Die Bâloise besitzt derzeit keine öffentliche Politik zur ESG-Bezogenen Stimmrechtsausübung im Ausland.

       

      Stand April 2020:

      Wie Bâloise Asset Management im erwähnten Schreiben an die Klima-Allianz (April 2020) informiert, plant sie bis Ende 2020 eine umfassende Active Ownership-Strategie zu entwickeln. Dabei möchten sie sich auf wenige Themen fokussieren. Klima werde ein Schwerpunktthema in der gesamten Strategie sein.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Die Bâloise hat sich verpflichtet, jährlich die CO2-Intensität ihrer Investitionen zu messen.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Mit dem Mechanismus, der in ihre tiefgreifende ESG-Integration eingebaut ist, ist der Weg der weiteren Dekarbonisierung vorgezeichnet.

       

      Mit den bereits umgesetzten Massnahmen ist sie unter den in Bezug auf das Anlagevolumen gewichtigsten Institutionen der beruflichen Vorsorge die führende Versicherungseinrichtung.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Mit der Entfernung der Kohleproduzenten aus den Obligationen und Aktienportfolios sowie insbesondere durch ihre ESG-Integration hoher Eingriffstiefe hat die Bâloise eine substanzielle Dekarbonisierung ihrer Wertschriften-anlagen (Staatsobligationen inbegriffen) von etwas über 50% im Vergleich zum Weltmarkt erreicht. Sie ist somit die führende Versicherungseinrichtung im Rahmen der beruflichen Vorsorge.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: Sehr viel besser

      • Innert kurzer Zeit hat die Bâloise eine Best-Practice Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit ihrer Wertschriftenanlagen erreicht. Aufgrund des Mechanismus, der in ihre tiefgreifende ESG-Integration eingebaut ist, ist der Weg der weiteren Dekarbonisierung vorgezeichnet. 
      • Sie ist mit ihren Obligation und Aktien auf einem Pfad, der nach heutigem Stand als in Linie mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens eingestuft werden kann - max. 1.5°C bis 2050.
      • Allerdings fehlen noch Schritte für ein ESG- und klimawirksames Direktengagement mit den investierten Unternehmen - einschliesslich klimapositiver Ausübung der Stimmrechte im Ausland.

      Luzerner Pensionskasse (LUPK)

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die LUPK ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 8 Mia. CHF ungefähr auf Rang 30 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Seit April 2019 bekennt sich die LUPK entsprechend ihrer Vorgaben im Anlagereglement zu einer systematischen Nachhaltigkeitspolitik in konsequenter Anwendung der 10 Prinzipien des UN Global Compact. Sowohl Ethik-Prinzipien als auch finanzielle Risikoüberlegungen führten zum Entscheid, ESG (Environmental, Social, Governance)- und Klimakriterien in den Anlageprozess zu integrieren. Dabei werden einerseits Negativkriterien beachtet, d.h. Unternehmen, welche die Menschenrechte systematisch verletzen, der Umwelt schwerwiegenden Schaden zufügen oder einen erheblichen Anteil ihres Umsatzes z.B. in Rüstungs-, Tabak- oder Atomindustrie erzielen, sind ausgeschlossen.

       

      Mit ihrem fortschrittlichen ESG-basierten Best-in-Class-Ansatz (Selektion der besten Unternehmen pro Industriesektor) hat sie sowohl die CO2-Intensität in den entsprechenden Anlagen reduziert als auch ihre ESG-Performance erhöht.

       

      Tatsächlich ist die Motivation auch finanziell begründet: das ESG-Management der LUPK beruht "nicht nur auf hehren Prinzipien, sie muss primär die Renten für zukünftigen Generationen sicherstellen" und "allein schon aus Risikoüberlegungen ist es deshalb sinnvoll, Nachhaltigkeitskriterien in den Anlageprozess zu integrieren".

       

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Mit der neuen Nachhaltigkeitspolitik bekennt sich die LUPK ebenfalls zu einer echten Klimastrategie und dazu, dass ihre treuhänderische Sorgfaltpflicht die Klimarisiken einschliesst.

       

      Um der Wichtigkeit der Klimarisiken Ausdruck zu geben, hat sie Anfang 2020 die Klimastrategie ins Anlagereglement 2020 integriert.

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die Kasse verwaltet bereits mehr als die Hälfte ihrer Auslandaktien nach Best-in-Class-Nachhaltigkeits-Ansätzen. Die Anlageklassen «Aktien Welt» und «Aktien Nordamerika» entsprechen der Methodologie des MSCI ESG Leaders Index. Dadurch wird die CO2-Intensität in den entsprechenden Anlagen reduziert und ihr durchschnittliches ESG-Rating erhöht. Auch in der Anlageklasse «Aktien Emerging Markets» wird bereits die Hälfte der Engagements nach einem Nachhaltigkeitsansatz verwaltet, der die gemäss ESG-Kriterien 20 Prozent schlechtesten Firmen ausschliesst und die CO2-Intensität um mindestens 30 Prozent senkt. Bis Ende 2019 werden alle Schwellenländeraktien nach einem ESG-Ansatz verwaltet werden.

       

      Im Bereich der Anlageklasse «Obligationen Schwellenländer» (passive Anlagestrategie) hat sie ihren Vermögensverwalter erfolgreich dazu angehalten, diejenigen sechs Unternehmen mit der höchsten CO2-Intensität (= CO2-Ausstoss in Tonnen pro Million Umsatz) vom Anlageuniversum auszuschliessen.

       

      Das neue Anlagereglement 2020 bestimmt, dass direkte Anlagen in Kohleproduzenten ausgeschlossen sind, der

       Verkauf einzelner Aktien und Obligationen von Kohlefirmen (direkt gehaltene sowie via aktive Mandate gehaltene Einzel-Anlagen) durchzuführen und darauf hinzuwirken ist, dass die Indexanbieter Kohlefirmen möglichst ausschliessen.

       

      Im Rahmen der Infrastrukturanlagen, die Teil der ergänzenden Anlagen sind, investiert sie via Kollektivanlagen auch in die Produktion von erneuerbaren Energien (Windparks, Solaranlagen, Holzheizwerke, Wärmeverbunde und Wasserkraftwerke).

       

      Auch bei direkten Immobilienanlagen strebt die LUPK bei Neubauten und bei Sanierungen eine ökologische Bauweise an. In Bezug auf die Wärmedämmung soll der Minergiestandard erreicht werden, die Wärmeenergie soll zu einem Teil aus erneuerbaren Energiequellen stammen.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die LUPK ist Mitglied von Swiss Sustainable Finance sowie des ETHOS Engagement Pools Schweiz und des ETHOS Engagement Pool International.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist sie insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

       

      In diesem Kontext wurde sie auch Unterstützerin der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Insgesamt weisen die Aktien- und Obligationenanlagen der LUPK bereits per Januar 2019 eine um 30% geringere CO2-Intensität auf als die pro Anlagekategorie massgebenden Welt-Referenzbenchmarks (also des globalen Durchschnitts der jeweiligen Anlagekategorie, namentlich für die Industrieländer-Aktien der Index MSCI ACWI World ex Schweiz und ex Emerging Markets, und für die Aktien Emerging Markets der MSCI Emerging Markets ). Diese Analyse wurde durch die externe Firma CSSP durchgeführt und zertifiziert (siehe den gut dokumentierten Brief an die Klima-Allianz/LUPK DIVEST, unten). CSSP stützt ihre Analysen auf ihre Methodik yourSRI, die den CO2-Fussabdruck der einzelnen Unternehmen als CO2-Äquivalente (CO2eq, inkl. andere Treibhausgase als CO2) im Verhältnis zu deren Umsatz (als Umsatz-Intensität) misst; dies ergibt die CO2-Intensität.

       

      Zwar ist nicht offengelegt, auf welcher Datengrundlage das Ergebnis der Messung bei der LUPK fundierte. Es darf jedoch festgehalten werden: der durch die LUPK gewählte Anbieter CSSP ist in der Lage, nicht nur die "betriebseigenen" Treibhausgasemissionen Scope 1 und 2, sondern auch diejenigen des Scope 3 - also der Vorlieferkette und der nachfolgenden Verbraucher - zu quantifizieren. Dies darf als gleichwertig zu den Bestimmung durch Inrate für die ebenfalls führende nachhaltige und klimaverträgliche Pensionskasse NEST (siehe unten) betrachtet werden.

       

      Mit dem neuen Anlagereglement 2020 verpflichtet sich die LUPK zu periodischen Messung des Portfolios hinsichtlich ESG-Kriterien und/oder CO2-Intensität.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die LUPK will die CO2-Intensität ihres Portfolios weiter reduzieren. So wird sie alle Aktien Emerging Markets bis Ende 2019 ebenfalls nach ESG-Best-in-Class-Ansatz verwalten und damit neben dem Klima-Impact auch das ESG-Rating erhöhen.

       

      Mit diesem Paket an bereits umgesetzten Massnahmen ist sie somit unter den in Bezug auf das Anlagevolumen gewichtigsten Vorsorgeeinrichtungen eine der drei klassischen Pensionskassen der Schweiz, die bereits den Pfad der Dekarbonisierung eingeschlagen haben. Die anderen Kassen sind die Migros Pensionskasse MPK (siehe gleich oben), sowie auch die PKZH (siehe unten), welche sich ein verbindliches Ziel gesetzt hat, in der Umsetzung aber noch nicht so weit ist wie die MPK und die LUPK. Zudem beziehen die LUPK und die MPK im Unterschied zur PKZH auch die Obligationen in den Dekarbonisierungspfad ein.

       

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      Schlussfolgerung:

      Mit der bereits getätigten Dekarbonisierung der Aktien und Obligationen auf 30% weniger als der Marktdurchchnitt ist die LUPK die führende nachhaltige öffentlich-rechtliche Pensionskasse.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: sehr viel besser

      • Innert kurzer Zeit hat die LUPK eine Best-Practice Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit ihrer Wertschriftenanlagen erreicht. Sie will auf diesem Weg weitere Fortschritte erzielen.
      • Sie ist mit ihren Aktien und Obligationen auf einem Pfad, der nach heutigem Stand als in Linie mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens eingestuft werden kann - max. 1.5°C bis 2050.
      • Unter den in Bezug auf das Anlagevolumen gewichtigsten Vorsorgeeinrichtungen ist die LUPK zum heutigen Zeitpunkt zusammen mit der MPK und der PKZH eine der drei bezüglich Bekenntnis zu einer Klimastrategie mit Dekarbonisierungplan führenden Pensionskassen der Schweiz.

      Politische Aktivitäten

       

      2017: Anfrage "über die Risiken für den Kanton Luzern durch Investitionen in fossile Energien " und Postulat "Desinvestition aus fossilen Energieträgern", Katharina Meile und Mit. (Grüne) im Kantonsparlament: die Regierung solle bei u.a. bei der LUPK einwirken, damit sie sich aus Anlagen in fossile Unternehmen zurückzieht.

       

      Dezember 2017: Die Exekutive beantragt Ablehnung des Postulats Meile mit der Begründung, die LUPK sei nicht direkt in fossile Unternehmen investiert. Sie lege, wie sie auch in ihrer Antwort zur Anfrage Meile darlegt, nur passiv in Fonds an. Sie signalisiert somit, eine Umsetzung sei nicht machbar. Dies steht jedoch im Widerspruch zur Aussage des Bundesrates in seiner Antwort auf eine Interpellation von FDP-Ständerat Raphaël Comte, dass sich mit klimaverträglichen Investitionsstrategien marktkonforme Renditen erzielen lassen und dass der Markt schon heute klimafreundliche Anlageprodukte anbietet, mit denen sich in gängigen Finanzanlagen gebundene Emissionen um 10 bis 90 Prozent verringern liessen. Er verweist dabei auf den BAFU-Report "Klimafreundliche Investitionsstrategien und Performance (2016), der insbesondere auch marktgängige indexbasierte Fonds listet (S. 49-50). Das Parlament folgt dem Ablehnungsantrag.

      Dialog zwischen Versicherten und Kasse

       

      2016: Eine Online-Umfrage der LUPK zur Nachhaltigkeitspolitik unter den Versicherten ergibt unter anderem, dass 50% der Teilnehmenden auf Anlagen in Unternehmen der fossilen Brennstoffe verzichten möchten (Geschäftsbericht 2016, S. 15).

       

      Kontaktgruppe LUPK DIVEST

       

      September 2017: die Kontaktgruppe LUPK DIVEST sendet im Namen der LUPK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Stiftungsrat. Dieses umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zur Stimmrechtsausübung und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von LUPK DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

       

      Januar 2018: Die Geschäftsleitung informiert auf Nachfrage vorerst mündlich, eine Antwort sei in Vorbereitung. Im Übrigen habe sich die LUPK am BAFU-Klimatest 2017 beteiligt. Die Auswertung sei in Arbeit und es würden sich daraus Schlüsse für die Anlagestrategie ergeben. Auch werde die Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit im Geschäftsbericht 2017 Eingang finden.

       

      August 2018: die Kontaktgruppe LUPK ersucht mit einem kurzen Schreiben um Beantwortung.

      Sie stellt darin auch fest, dass die LUPK in der Zwischenzeit, wie im neuen Geschäftsbericht 2017(Seite 10) steht, künftig auch ausländische Aktienkategorien ähnlich den Schweizer Aktien vermehrt unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien investiert. Sie betrachtet es als weiteren Schritt der LUPK in die richtige Richtung, dass mit dieser ersten Massnahme für die beiden Aktienkategorien Welt und Nordamerika nachhaltige Indexmandate ausgeschrieben, entsprechende Investitionen getätigt bzw. zum Abschluss vorbereitet wurden; entsprechend begrüsst sie die Umstellung der Benchmarks dieser beiden Kategorien auf ESG-Indices. Weiterhin fragt sie die LUPK nach den Resultaten des BAFU-Klimatests, und erkundigt sich, welches werden die voraussichtlichen klimafreundlichen Effekte der Umschichtungen auf nachhaltige Indexmandate der Aktienkategorien Welt und Nordamerika sein werden, welche Art von ESG-Indices herbeigezogen werden, und wie stark diese die Klimaverträglichkeit in der Art von "low-carbon" oder "fossil-free" Indices gewichten. Schliesslich empfiehlt sie, dass die LUPK Mitglied des neuen ETHOS Engagement Pool International werde.

       

      November 2018: die LUPK schreibt, sie setze sich mit dem Thema Klimaschutz auseinander und führe im Frühjahr 2019 Gespräche mit diversen Organisationen und Experten; mit der Klima-Allianz wird ein Treffen im Februar 2019 angesetzt.

       

      Januar 2019: die Versichertengruppe LUPK DIVEST sendet als Vorbereitung des besagten Treffens eine Liste von Besprechungspunkten ein.

       

      Februar 2019: am Treffen mit der Klima-Allianz informiert die LUPK - vorerst mündlich - offen und detailliert über ihre bereits erfolgten Schritte zur Dekarbonisierung des Auslandsportfolios.

       

      April 2019: Mit ihrer Antwort an die Klima-Allianz und LUPK DIVEST informiert die LUPK transparent, detailliert und nachvollziehbar über ihre neue Klimastrategie. Das Schreiben listet die die bereits erfolgten Schritte zur Dekarbonisierung des Aktien- und Obligationenportfolios, Investitionen der LUPK in Infrastrukturanlagen der erneuerbaren Energien sowie ihre weiteren Pläne (siehe oben).

       

      NEST Sammelstiftung

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Mit einem Anlagevolumen von rund 2 Mia. CHF liegt die Sammelstiftung NEST schätzungsweise unter den Top 80 bis 90 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die Sammelstitung NEST ist Nachhaltigkeitspionierin seit ihrer Gründung. Ihren Nachhaltigkeitsansatz mit tiefgreifender ESG-Integration (ESG: Environmental, Social, Governance) in den Anlageprozess führt sie seit 2001 durch: sie gründete zusammen mit dem Forschungs und Beratungsunternehmen Infras die Nachhaltigkeitsrating-Agentur Inrate. Diese beurteilt Unternehmen, Länder und Organisationen hinsichtlich derer Nachhaltigkeit, und wägt ab, ob sie für eine Investition infrage kommen. Ein Mittel dazu ist das von NEST eingeführte Öko-Rating, das die Grundlage dafür bietet, auch komplexere Firmen auf ihre nachhaltige Wirtschaftsweise zu untersuchen.

       

      Der nachhaltige Anlageprozess beruht auf Ausschlüssen (z.B. Waffen) und Verhalten (z.B. Korruption), und durch ein Nachhaltigkeitsrating ("Positive Screening"). Inrate setzt dieses NEST-Nachhaltigkeitsprofil in eine investierbare Titelliste um. Dabei kommt der "Best-in-Service" Ansatz zur Anwendung: Beurteilung betreffend ESG-Kriterien von Unternehmen auf Betriebs- und Produktebene, die vergleichbare Services auch branchenübergreifend anbieten, z.B. Energieproduzenten. Daraufhin erfolgt die Portfoliokonstruktion, basierend auf diesen eingeschränkten Nachhaltigkeitsuniversum.

       

      Besonders hervorzuheben: das Portfoliomanagement bringt mit der hohen Selektivität aufgrund des strengen Ratings bessere Renditen als der Marktdurchschnitt hervor.

       

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Auf der Basis ihres Nachhaltigkeitsansatzes mit der Selektion der Firmen aufgrund der ESG-Kriterien ist die ökologisch-ethische Pensionskasse NEST gleichzeitig auch Vorreiterin in Bezug auf die CO2-Exposition des Portfolios. Ihr Ansatz schliesst Anlagen in CO2- intensive Unternehmungen aus den Bereichen Öl, Kohle und Gas weitgehendst aus.

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Per Ende 2018 war der NEST-Aktienbestand (mit den Anlagekategorien Schweiz, Developed Markets ex Schweiz, Emerging Markets) 34% weniger treibhausgasintensiv als das globale Portfolio des individuellen Vergleichsindexes.

       

      Weil NEST gleichlautende Prinzipien der ESG-Integration in den Anlageprozess auch für die Obligationen und die alternativen Anlagen (Private Equity, Infrastructure, Insurance Linked Securities, Private Debts) anwendet, darf ein analoger oder besserer Reduktionswert für das gesamte Portfolio postuliert werden. Die NEST bestätigt auch in Bezug auf den BAFU-Klimatest:"Das in der Studie untersuchte Aktien- sowie das Obligationen-Mandat ist deutlich weniger CO2-intensiv im Vergleich zu konventionellen Anlagestrategien".

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die NEST ist Mitglied bei Swiss Sustainable Finance.

       

      Sie ist zudem Unterzeichnerin der UN Principles for Responsible Investment (UN PRI); damit verpflichtet sie sich, ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

       

      Die NEST ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools Schweiz und des ETHOS Engagement Pool International.

       

      Besonders klimawirksam ist ihre Mitgliedschaft im Montreal Carbon Pledge; sie verpflichtet sich somit ihren CO2-Fussabdruck regelmässig zu messen und zu publizieren.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist die NEST insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

       

      Sie wurde auch Unterstützerin der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".


      Als Mitglied der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction ist sie zudem Teil der koordinierten Klima-Dialogführung mit dem Ziel, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

       

      Mit der Unterzeichnung des Global Investor Statement to Governments on Climate Change hat sie ein starkes Signal an die Regierungen und die Politik aller Länder gesandt. Über 630 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, fordern zeitnah wirksame Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Diese Initiative wird heute über den globalen Zusammenschluss The Investor Agenda weitergeführt, der in den Bereichen Investment, Corporate Engagement, Investor Disclosure und Policy Advocacy vorangehen will.

       

      Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Als Mitglied des Montreal Carbon Pledge verpflichtet sich die NEST, ihren CO2-Fussabdruck regelmässig zu messen und zu publizieren.

       

      Besonders hervorzuheben: die Messungen durch Inrate umfassen nicht nur wie üblich die sogenannten Scope 1 Emissionen (betriebseigenes CO2 und weitere Treibhausgase) und die Scope 2 Emissionen aus Strombezug, der mit fossilen Brennstoffen erzeugt wird, sondern auch die ein Mehrfaches höheren Scope 3 Emissionen. Letztere setzen sich zusammen aus den durch die Vorlieferanten emittierten Treibhausgase sowie - besonders gewichtig - die Emissionen der nachfolgenden Verbraucher (also insbesondere das Verbrennen von Erdöl und Erdgas in Industrie, Transport und Gebäuden).

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Der nachhaltige Anlageprozess mit seiner Untergewichtung treibhausgasintensiver Sektoren (z. B. Energie), sowie der Übergewichtung von Sektoren mit geringer Intensität (z. B. Gesundheitswesen) führt zu einer potenziell noch stärker reduzierten, im Vergleich zum Benchmark verringerten Treibhausgasintensität.

       

      Schlussfolgerung:

      Mit ihrer seit langem praktizierten Dekarbonisierung der Aktien und Obligationen auf heute 34% weniger als der Marktdurchchnitt ist die NEST die drittgrösste nachhaltige und klimaverträgliche Pensionskasse.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: seit langem nachhaltig

      Stiftung Abendrot

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Mit einem Anlagevolumen von rund 1 Mia. CHF (Jahr 2014) liegt die Stiftung Abendrot schätzungsweise unter den Top 90 bis 110 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Seit ihrer Gründung ist die Stiftung Abendrot Nachhaltigkeitspionierin. Gemäss ihrer Nachhaltigkeitspolitik investiert sie ausschliesslich in Unternehmen, die nach einer unabhängigen Umwelt- und Sozialanalyse zu den Besten ihrer Branche gehören (ESG-Integration in den Anlageprozess mit einem "Best-in-class"-Ansatz). Ausgeschlossen sind kritische Branchen wie die Waffen- oder Atomindustrie sowie Unternehmen, die gegen Menschlichkeit, Natur-, Tier- und Umweltschutz verstossen oder Organisationen faschistischer Länder unterstützen.

       

      Für die Vermögensverwalter der Obligationen- und Aktienanlagen gelten klar definierte Benchmarks. Die Evaluation der investierten Obligationen- und Aktientitel erfolgt über ein Unternehmensrating (Nachhaltigkeit des Unternehmens innerhalb der Branche) sowie ein Branchenrating (Nachhaltigkeit der Produkte und Dienstleistungen).

       

      Als wohl einzige der Pensionskassen der Schweiz publiziert Abendrot die vollständige Liste ihrer Investitionen (bei den Wertschriften alle Firmen, wo sie Aktien, Obligationen und Alternative Anlagen platziert hat).

       

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF


      Die Nachhaltigkeitspolitik von Abendrot impliziert via das ESG-Unternehmensrating ebenfalls den Einbezug des Klimaschutzes, wie etwa aus den publizierten Listen der Investitionen (Aktien, Obligationen, Alternative Anlagen, s.oben) hervorgeht. Sie investiert nicht in Unternehmen, die für eine hohe Treibhausgasintensität aufgrund ihrer eigenen Aktivität sowie der nachfolgenden Emissionen der Verbraucher verantwortlich sind.

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Abendrot hat sich explizit auch dem Ausschluss fossiler Unternehmen verpflichtet. Aufgrund der Nachhaltigkeitspolitik von Abendrot sowie aus den publizierten Listen der Investitionen ist erkennbar, dass sie mit dem Ausschluss oder der Untergewichtung treibhausgasintensiver Sektoren und der Übergewichtung von Sektoren mit geringer Intensität, sowie mit Impact Investment in erneuerbare Energien eine im Vergleich zum Marktdurchschnitt deutlich verringerte Treibhausgasintensität erzielt hat.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Abendrot ist Mitglied bei Swiss Sustainable Finance.

       

      Die Pensionskasse ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools Schweiz und des ETHOS Engagement Pool International.

       

      Sie ist ebenfalls Mitglied bei Actares Schweiz, den AktionärInnen für nachhaltiges Wirtschaften.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist die Stiftung Abendrot insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

       

      Sie wurde auch Unterstützende der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".


      Als Mitglied der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction ist Abendrot zudem Teil der koordinierten Klima-Dialogführung mit dem Ziel, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

       

      Mit der Unterzeichnung des Global Investor Statement to Governments on Climate Change hat sie ein starkes Signal an die Regierungen und die Politik aller Länder gesandt. Über 630 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, fordern zeitnah wirksame Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Diese Initiative wird heute über den globalen Zusammenschluss The Investor Agenda weitergeführt, der in den Bereichen Investment, Corporate Engagement, Investor Disclosure und Policy Advocacy vorangehen will.

       

      Abendrot hält keine Titel fossiler Unternehmen. Sie übt jedoch ihre Aktionärsstimmrechte bei 25 ausländischen Unternehmen aus, die teilweise auch stark klimarelevant sind. Sie setzt dies via die Dienstleistung von Ethos um und berichtet transparent über Ziele und Ergebnisse. Beispielsweise hat sich Ethos für Abendrot dem Amazon Management entgegengestellt, indem sie einem Aktionärsantrag zustimmte, dass die Firma einen Bericht zum Verhältnis ihrer Geschäftstätigkeit zum Klimawandel erstellen soll.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Nachhaltigkeitspolitik von Abendrot mit dem Ausschluss oder der Untergewichtung treibhausgasintensiver Sektoren sowie der Übergewichtung von Sektoren mit geringer Intensität führt zu einer potenziell noch stärker reduzierten, im Vergleich zum Benchmark verringerten Treibhausgasintensität.

       

      Schlussfolgerung:

      Mit ihrer seit langem praktizierten Selektion der Unternehmen und Wertschriften (Aktien, Obligationen, Alternative Anlagen) gemäss ESG-Kriterien und dem Ausschluss der Unternehmen der fossilen Energieträger ist Abendrot die viertgrösste nachhaltige und klimaverträgliche Pensionskasse.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: seit langem nachhaltig

      CoOpera Sammelstiftung PUK

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Mit einem Anlagevolumen von rund 0.7 CHF liegt die CoOpera schätzungsweise unter den Top 150 bis 200 der Pensionskassen der Schweiz. Seit ihrer Gründung ist sie Nachhaltigkeitspionierin.

       

      Die nachhaltige Pensionskasse CoOpera investiert seit ihrer Gründung 1984 nicht in fossile Energieunternehmen.

       

      Sie legt – wohl als einzige Pensionskasse in der Schweiz – nicht in börsenkotierte Aktien an, da sie ihr Geld zurück in die Realwirtschaft fliessen lassen will. Die CoOpera investiert direkt in Wertschöpfungszusammenhänge und fördert damit eine nachhaltige Wirtschaft.

      GEPABU

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Mit einem Anlagevolumen von rund 0.1 CHF liegt die GEPABU schätzungsweise unter den Top 200 bis 400 der Pensionskassen der Schweiz. Seit ihrer Gründung ist die kleine aber feine Pensionskasse eine Nachhaltigkeitspionierin.

       

      Die nachhaltige GEPABU Personalvorsorgestiftung hat Investitionen in fossile Energieunternehmungen seit Gründung ausgeschlossen.

       

      Bei der Vermögensanlage gelten folgende inhaltlichen Richtlinien:

      • Das Vermögen wird ausschliesslich in Wirtschaftsbranchen angelegt, die ökologisch nachhaltig sowie sozial und ethisch vertretbar sind oder die mindestens diesbezüglich keine übermässigen Schäden anrichten. 
      • Vorzugsweise erfolgt die Vermögensanlage in die Gewinnung erneuerbarer Energien, ökologische Land- und Forstwirtschaft, ökologisches Bauen, Errichtung und Unterhalt von Infrastruktur, die für eine ökologisch nachhaltige Lebensweise notwendig ist, Produktion von Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs im Rahmen des ökologisch Vertretbaren.
      • Das Vermögen wird in Unternehmungen und öffentlichen Körperschaften, die in obgenannten Branchen tätig sind, angelegt.
      • Hierbei hat die Vermögensanlage in jene Unternehmungen und öffentlichen Körperschaften zu erfolgen, welche den Prinzipien der ökologisch nachhaltigen und der sozial ethischen Wirtschaftsweise am besten genügen.

      Metron Stiftung für Personalvorsorge

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Mit einem Anlagevolumen von rund 0.1 CHF ist die Metron Stiftung eine kleine aber feine Pensionskasse. Seit ihrer Gründung ist sie Nachhaltigkeitspionierin.

       

      Die Pensionskasse von Metron, eines Dienstleistungsunternehmens für die Fachbereiche Architektur, Raumentwicklung, Verkehr, Landschaft und Umwelt investiert nicht in fossile Energieunternehmen und hat dies auch so im Anlagereglement festgeschrieben. Die Kasse lässt ihr Vermögen bei formafutura verwalten, da diese ausschliesslich nachhaltige Anlagen tätigen.

       

      Personalvorsorgestiftung der HELVETAS Swiss Intercooperation (PVS)

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Mit einem Anlagevolumen von rund 0.1 CHF ist die PVS Helvetas eine kleine aber feine Pensionskasse. Seit ihrer Gründung ist sie Nachhaltigkeitspionierin.

       

      Die Ausschlusskriterien der PVS beinhalten unter anderem:

      • Förderung fossiler Energieträger
      • Betrieb fossiler Kraftwerke
      • Herstellung von Automobilen und Flugzeugen
      • Betrieb von Airlines

      Die Massnahmen der nachhaltigen PVS zum Klimaschutz übertreffen damit die Forderungen der Klima-Allianz nach einer Dekarbonisierung der Portfolien beginnend mit der Desinvestition fossiler Energieunternehmen. Die Anlagepolitik der PVS Helvetas beruht auf einer bereits umgesetzten, sehr nachhaltigen Best Practice mit optimal tiefem CO2-Fussabdruck.

       

    • Swiss Life, AXA

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      Swiss Life Sammelstiftungen

      (BVG Sammelstiftung, Sammelstiftung berufliche Vorsorge, Sammelstiftung 2. Säule, Sammelstiftung Invest)

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Swiss Life Sammelstiftungen sind, mit einem Anlagevolumen von Swiss Life im BVG Geschäft von rund 78 Mia. CHF (Mitteilung der Swiss Life Sammelstiftungen, Mai 2020), die grösste Personalvorsorgeeinrichtung der Schweiz .

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die auf der Website zugänglichen Informationen der verschiedenen Sammelstiftungen selbst (Geschäftsberichte 2018, Anlagereglemente) verweisen nicht auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess. Hingegen sind gemäss Mitteilung der Geschäftsführung der Swiss Life Sammelstiftungen (Mai 2020) die Wertschrifteninvestitionen des BVG Geschäfts der Swiss Life mit wenigen Ausnahmen durch die Swiss Life Asset Managers angelegt. Als Anlageverwalter der Kapitalanlagen der Swiss Life Gruppe - sowie auch als extern am Markt agierender Asset Manager - haben diese sich zur verantwortungsvollen Anlage bekannt. Diese findet in der seit Ende 2018 bestehenden und im April 2020 aktualisierten Erklärung Swiss Life Managers Approach to sustainable investment Ausdruck.

       

      Gemäss dem Kapitel Responsible Investing im neuen Annual Report 2019 (Seite 98) der Swiss Life Gruppe schliesst sie neu Produzenten geächteter Waffen analog der SVVK-Ausschlusskriterien aus. Die Swiss Life Asset Managers gehen dabei weiter, indem sie auch die Ausschlussliste der Hersteller von Streubomben von PAX (Red Flag List) anwenden. Sie schliessen zudem Hersteller aus, die gemäss Daten von MSCI ESG Research eine signifikante Produktion von Nuklearwaffen aufweisen. Weiterhin sind Unternehmen aus den Obligationen und der Kategorie Infrastruktur ausgeschlossen, die mehr als 10% Umsatz mit der Förderung von Kohle machen (siehe unten).

       

      Wie aus dem besagten Kapitel Responsible Investing im neuen Annual Report 2019 (Seite 98) hervorgeht, wollen die Swiss Life Asset Managers eine systematische Integration von ESG-Kriterien bei allen Anlageklassen vornehmen. Für dieses Risikomanagement bedienen sie sich der erwähnten Firmendaten des Dienstleisters MSCI ESG Research.
       
      Auf Anfrage der Klima-Allianz informieren Swiss Life Asset Managers und die Swiss Life Sammelstiftungen im Rahmen einer sehr detallierten Präsentation (Mai 2020) über aktuelle weitere Einschränkungen betreffend die Anlageklasse Infrastruktur. Neben einer Reihe von Ausschlüssen von Unternehmen, die sich der schweren Verletzung von Menschenrechten und internationalen Konventionen im Umweltrecht schuldig machen, gelten auch Verbote bei der Erdöl- und Erdgas-Förderung und -Distribution (s. unten).
       
      Gemäss der erwähnten Präsentation an die Klima-Allianz (Mai 2020) sichert Swiss Life Asset Managers die Implementierung und das Monitoring der Restriktionen mit einem umfangreichen ESG-Reportingsystem mit Scoring Grün-Orange-Rot auf der Basis der Unternehmensdaten von MSCI ESG Research. Dessen Anwendung im Risiko- und Portfoliomanagement, im Investment Controlling sowie bei Kreditentscheiden ist Pflicht. Für die Behandlung kontroverser Fälle und für das ESG-Monitoring besteht ein interner Prozess. Firmendaten über die CO2-Intensität sind Teil des MSCI-Datensatzes (s.unten). Besonders bei Anlageentscheiden in Obligationen und andere Schuldtitel werde das klimabedingte Ausfallrisiko als besonders relevant eingestuft.
      • Mit diesem ESG-Reporting- und Controllingsystem wurde eine gute Grundlage für ein weitergehendes, ESG-basiertes Managementsystem für die Portfoliokonstruktion geschaffen.
      • Es fehlt jedoch noch die Transparenz darüber, ob und wie substanziell sie Firmen präferiert oder präferieren will, die gemäss allgemein akzeptierten ESG-Kriterien nachhaltig sind, und ob und in welchem Ausmass sie die Zahl der Unternehmen des Anlageuniversums durch Verzicht auf oder Untergewichtung von nicht nachhaltig wirtschaftenden Firmen reduziert.
      • Auch fehlen Aussagen über Ziele, welche die Wirksamkeit ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage auf Portfolioebene kontinuierlich verbessern.
      • Ob es eine signifikant positive Wirkung ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage im Vergleich zur konventionellen Praxis gibt, bleibt demnach intransparent.
      • Die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Nachhaltigkeitspolitik sollte durch eine Praxis gesteigert werden, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreift.
      Stand Mai 2020:
      Wie Swiss Life Asset Managers anlässlich der besagten Präsentation an die Klima-Allianz mitteilen, ist für Herbst 2020 ein
      umfassender Nachhaltigkeitsreport über alle Anlageklassen im Plan.
       

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die Swiss Life Asset Managers wollen gemäss dem Swiss Life Managers Approach to sustainable investment ein Management der Klimarisiken betreiben, und im erwähnten Kapitel Responsible Investing im neuen Annual Report 2019 (Seite 98) bekennen sie sich zu den Zielen der Pariser Klimaabkommens.

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Neu schliessen die Swiss Life Asset Managers - insbesondere bei Neuinvestitionen - Unternehmen aus ihrem Obligationenportfolio aus, die mehr als 10% Umsatz mit der Förderung von Kohle machen. Diese Ausschlüsse gelten auch für die Infrastrukturinvestitionen der Kategorie Alternative Anlagen.

       

      Im Rahmen der erwähnten Präsentation an die Klima-Allianz (Mai 2020) informieren Swiss Life Asset Managers und die Swiss Life Sammeleinrichtungen über weitere Einschränkungen in der Anlageklasse Infrastruktur. So sind Investitionen ausgeschlossen, die mehr als 20% Umsatz machen mit Transport, Lagerung und Raffination von Rohöl ("Oil Midstream"-Sektor). Ebenfalls sind Infrastruktur-Anlagen ausgeschlossen mit mehr als 10% Umsatz aus Erdöl- und Erdgas-Exploration und -Produktion.

       

      Die Swiss Life Asset Managers haben auch begonnen, im Rahmen ihres Erwerbs von Fontavis, einem Investment Manager, der auf Anlagen in Clean Energy Infrastrukturen spezialisiert ist, in erneuerbare Energien zu investieren (Annual Report 2019, Seite 102).

       

      Aus Gründen der schwierigen Quantifizierbarkeit sieht die Klima-Allianz davon ab, klimafreundliche Maßnahmen im Immobilienbestand im Rating zu berücksichtigen. Swiss Life ist mit der Business Unit Real Estate der grösste private Immobilienbesitzer der Schweiz. Sie besitzt ein bedeutendes Immobilienportfolio auch im Ausland. Die Swiss Life Sammelstiftungen investieren, wie üblich bei den Vorsorgeeinrichtungen, etwa einen Fünftel der Aktiven in Immobilien. Swiss Life Asset Managers führen ein Sortiment an Anlagevehikeln mit Kollektiv-Investitionen im In- und Ausland, die ihrerseits direkt in Immobilien investieren. Auch deshalb ist es erwähnenswert, dass Swiss Life, ihre Business Unit Real Estate und Swiss Life Asset Managers mit ihrem Responsible Property Investment Framework (Annual Report 2019, Seite 101) ein umfassendes Managementsystem etabliert haben. Dieses hat zum Ziel, die Nachhaltigkeit auf der Ebene des Investments, der Immobilienentwicklung und -erneuerung sowie des Betriebes zu optimieren und kontinuierlich zu verbessern.

       

       Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die Swiss Life Asset Managers, Anlageverwalter der Kapitalanlagen der Swiss Life Gruppe, haben die UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) unterzeichnet und verpflichtet sich damit ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben. Der erwähnte Bericht über das Responsible Investing im Annual Report 2019 der Swiss Life erfolgte im Rahmen dieser Verpflichtung.

       

      Als Supporter der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) ist Swiss Life gewillt, von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken einzufordern und auch selbst offenzulegen.

       

      Weiterhin sind die Swiss Life Asset Managers Mitglied der Investoren-Koalition Institutional Investors Group on Climate Change (IIGCC), die sich der Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Klimawandels und für eine kohlenstoffarme Zukunft verpflichtet.
       
      Swiss Life ist Mitglied von Swiss Sustainable Finance und des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG), dem Fachverband Nachhaltige Geldanlagen in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz.
       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energien abhängige Sektoren)

       

      Gemäss dem Swiss Life Managers Approach to Sustainable Investment wurde mit der neuen Swiss Life Asset Managers Engagement Policy im Grundsatz festgelegt, sich sowohl im Aktionärsdialog als auch als Investor in Infrastruktur zu engagieren. Swiss Life nimmt auch ihre Stimmrechte an Aktionärsversammlungen wahr. Dies erfolgt sowohl bei den direkt gehaltenen Titeln als auch bei den Kollektivanlagen. Beauftragter für die Ausführung bei kotierten Aktien ist der Dienstleister ISS (Institutional Shareholder Services); bei Infrastruktur-Investionen erfolgt sie direkt durch das Swiss Life Asset Management. Zuständig für das Abstimmungsverhalten ist das interne Responsible Investment Management Team. Eine öffentliche Berichterstattung soll aufgebaut werden. Auch sollen auch die Klimarisiken im Fokus der Engagementpolitik sein.

       

      Wie Swiss Life im erwähnten Kapitel Responsible Investing des neuen Annual Report 2019 (Seite 98) informiert, hat sie ihre Stimmrechte global bei über 300 Firmen ausgeübt. Sie informiert, sie sei in 1% der Fälle den Empfehlungen von ISS nicht gefolgt und habe in 9% der Abstimmungen gegen das Management gestimmt. Gemäss den Ausführungen anlässlich der erwähnten Präsentation an die Klima-Allianz (Mai 2020) werden in der Regel Anträge für die angemessene Berücksichtigung von Klimarisiken und Berichterstattung dazu unterstützt, etwa im Rahmen der Bestimmungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD).

      • Derzeit bleiben die Wirkungen der aktiven Dialogführung (Engagement) und der Ausübung der Stimmrechte bei den fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung und Publikation der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Wertschriftenportfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Stand Mai 2020:

      Gemäss der erwähnten Präsentation an die Klima-Allianz (Mai 2020) sind Daten der CO2-Intensität der Firmen Teil des umfangreichen internen ESG-Reportingsystems auf der Basis der Daten von MSCI ESG Research. Swiss Life Asset Managers informiert, es sei ein CO2-Monitoring über das gesamte Obligationenportfolio installiert. Dieses weise bereits einen relativ tiefen CO2-Intensity Score auf.

      Ebenfalls seien gezielte Analysen in Prüfung, um nachhaltigkeitsbezogene Risiken und Chancen zu evaluieren, insbesondere auch Klimarisiken.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Swiss Life Sammelstiftungen haben keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.
      Stand Mai 2020:
      Mit dem Swiss Life Managers Approach to sustainable investment haben sie ihren Willen bekundet, im Obligationenportfolio grüne Investitionen, Unternehmen und Länder mit guten ESG-Werten zu bevorzugen. Anlässlich der besagten Präsentation an die Klima-Allianz (Mai 2020) präzisiert Swiss Life, es sei zudem ein Green Investment Program beschlossen und in Umsetzung. Ein wesentliches Element soll der Einsatz von Green Bonds im Ausmass von 2 Mia. CHF bis 2023 sein. Diese müssen konform zu den ICMA Green Bond Principles der International Capital Market Association sein. In Green Bonds investiertes Kapital muss in Projekte gehen, die den Impakt für Umwelt und Klima verbessern. Der Empfänger muss das Geld für erneuerbare Energie, klimaverträglichen Transport und Vermeidung von Umweltverschmutzung einsetzen.
      Im Rahmen des Swiss Life Green Bond Framework wurden im Bereich der Immobilienanlagevehikel bereits 600 Mio. CHF an den Markt gebracht. Die Investoren dieser Bonds finanzieren ökologische Verbesserungen der Immobilien im Besitz von -Swiss Life. 
       

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Mit der Entfernung der Kohleproduzenten aus den Obligationenportfolios und den Infrastrukturanlagen haben die Swiss Life Asset Managers und die Sammelstiftungen einen Anfang zur Dekarbonisierung ihrer Investitionen gemacht.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: sehr viel besser

      • Mit dem Ausschluss der Firmen der Kohleproduktion haben die Swiss Life Asset Managers und die Sammelstiftungen einen Anfang in der Dekarbonisierung der Wertschriften gemacht.
      • Das Obligationenportfolio weist gemäss ihrer Stellungnahme bereits eine relativ tiefe CO2-Intensität auf, und es soll dafür zusätzlich ein Green Investment Program aufgesetzt werden. Weil - wie bei Versicherungen üblich - das Obligationenportfolio massgebend ist, haben die Swiss Life Asset Managers das Potenzial, in Zukunft den Weg zu einem Paris-kompatiblen Pfad der Dekarbonisierung des Portfolios einzuschlagen.
      • Es fehlt noch eine stringente, zeitnahe Dekarbonisierung des Portfolios, beginnend mit dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.
      • Insbesondere sollten die Swiss Life Asset Managers der Sammelstiftungen eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess vornehmen, damit Portfolien resultieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.
      • Schliesslich fehlt noch eine glaubwürdig dokumentierte ESG- und klimapositive Einflussnahme auf Auslandfirmen mit wirksamem Engagement und Wahrnehmung der Stimmrechte. 

      AXA Sammelstiftungen

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die AXA Sammelstiftungen sind mit einem geschätzten Anlagevolumen der AXA Schweiz im BVG-Geschäft von rund 58 Mia. CHF, die zweitgrösste Personalvorsorgeeinrichtung der Schweiz (Schätzung auf Basis der Geschäftsberichte).

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Gemäss Mitteilung der AXA Schweiz an die Klima-Allianz (April 2020) werden die Gelder aller Sammelstiftungen ausschliesslich über das Asset Management der AXA Schweiz angelegt. Ihr Angebot im BVG-Bereich der beruflichen Vorsorge beinhaltet unter dem Titel Was bedeutet nachhaltiges Investieren für uns die Anwendung der ESG-Standards (Environmental, Social, Governance) der internationalen AXA Gruppe. Bestandteil dieser Standards ist eine Reihe harter Ausschlüsse: geächtete Waffen, Tabak, Palmölproduktion im Zusammenhang mit der Rodung von Regenwald, Finanzanlagen auf der Basis von Agrarrohstoffen sowie Kohle-, Teersand- und Schieferölunternehmen (s.unten).

       

      Die AXA Gruppe bekennt sich auf globaler Ebene unter dem Titel Responsible Investment zu ihrer strukturierten Nachhaltigkeitspolitik für ihre Investitionen. Sie stellt sie in der Publikation Responsible Investment Policy (März 2020) übersichtlich und detailliert dar. Gemäss diesen Prinzipien bekennt sich die AXA Gruppe neben den erwähnten Ausschlüssen zur ESG-Integration in die Anlageprozesse: "This includes the implementation of ESG “minimum standards” rules based on ESG and controversy scores to review and potentially exclude underperforming issuers from AXA’s portfolios. Moreover, ESG considerations as well as the transparency of the issuers are integrated in the internal credit risk analysis". Zudem will sie mit Green Impact Investment und Green Bonds eine Dekarbonisierung ihrer Portfolien erzielen, und mit Impact Investment will sie zur Erreichung der UN-Sustainable Development Goals ​beitragen.

      • Die ESG-Integration der AXA Gruppe auf der Ebene der Anlageprozesse scheint bezüglich Selektion/Deselektion der Firmen noch stark auf Minimalstandards abzustützen.
      • Es fehlt noch die Transparenz darüber, ob und wie substanziell sie Firmen präferiert oder präferieren will, die gemäss allgemein akzeptierten ESG-Kriterien nachhaltig sind, und ob und in welchem Ausmass sie die Zahl der Unternehmen des Anlageuniversums durch Verzicht auf oder Untergewichtung von nicht nachhaltig wirtschaftenden Firmen reduziert.
      • Auch fehlen Aussagen über Ziele, welche die Wirksamkeit ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage auf Portfolioebene kontinuierlich verbessern.
      • Ob es eine signifikant positive Wirkung ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage im Vergleich zur konventionellen Praxis gibt, bleibt demnach intransparent.
      • Die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Nachhaltigkeitspolitik sollte durch eine Praxis gesteigert werden, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreift und deren Resultate nach transparenten Kriterien gemessen und dokumentiert werden.

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die AXA Schweiz integriert als Teil der internationalen AXA Gruppe die Klimarisiken bereits seit einigen Jahren in ihrer Anlagepolitik. Aus der erwähnten Publikation Responsible Investment Policy (März 2020) geht hervor, dass sich die AXA Gruppe als Mitglied der Net Zero Asset Owner Alliance (siehe unten) zum Klimaziel des Pariser Abkommens von max. 1.5°C bis 2050 bekennt.

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Gemäss der oben erwähnten Erklärung Was bedeutet nachhaltiges Investieren für uns des Asset Managements der AXA Schweiz sind in Beachtung der Nachhaltigkeitspolitik der AXA Gruppe aus ihren Wertschriftenanlagen (Aktien, Obligationen, andere) ausgeschlossen beziehungsweise wurden sukzessive entfernt: Bergbaufirmen mit > 20% Kohle-Umsatzanteil und Stromunternehmen mit >20% Anteil Kohleverstromung, Teersand- und Schieferöl-Produzenten mit >20% Umsatz aus der Öl-Extraktion.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die AXA Gruppe hat die UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) unterzeichnet. Sie verpflichtet sich damit, ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

       

      Als Supporter der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) ist die AXA Gruppe gewillt, von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken einzufordern und auch selbst offenzulegen.

       

      Die AXA Gruppe ist zudem Mitglied der Investoren-Koalition Institutional Investors Group on Climate Change (IIGCC), die sich der Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Klimawandels und für eine kohlenstoffarme Zukunft verpflichtet. Entsprechend hat sie mit der Unterzeichnung des Global Investor Statement to Governments on Climate Change ein starkes Signal an die Regierungen und die Politik aller Länder gesandt. Über 630 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, fordern zeitnah wirksame Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Diese Initiative wird heute über den globalen Zusammenschluss The Investor Agenda weitergeführt, der in den Bereichen Investment, Corporate Engagement, Investor Disclosure und Policy Advocacy vorangehen will.

       

      Die AXA Gruppe ist ein aktives Mitglied von Investoren geleiteten globalen Engagement-Initiative Climate Action 100+, welche die 100 grössten Treibhausgasemittenten anvisiert. Ziel der Initiative ist es, "mit den weltweit grössten Treibhausgasemittenten zusammenzuarbeiten, um die Emissionen zu reduzieren, die klimabezogenen Finanzinformationen offenzulegen und die Unternehmens-Governance in Bezug auf den Klimawandel zu verbessern".

       

      Zudem unterzeichnete die AXA Gruppe bereits 2015 den Montreal Carbon Pledge und verpflichtet sich somit den CO2-Fussabdruck ihres Portfolios regelmässig zu messen und zu publizieren.

       

      Sie ist Mitglied der globalen UN-unterstützten Science Based Targets Initiative, womit sich bereits gegen 900 globale Firmen zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft bekennen, indem sie sich zu einem klar definierten Pfad in Linie mit dem Pariser Klimaabkommen verpflichten. Sie publizieren, in welchem Umfang und wie schnell sie ihre Treibhausgasemissionen reduzieren müssen. Die teilnehmenden bereits 70 Finanzinstitutionen wollen Einfluss auf die Unternehmen nehmen, damit diese ihre Treibhausgasemissionen reduzieren. Entsprechend verpflichten sie sich, ihre eigenen Kredit-, Versicherungs- und Anlageportfolios auf die Ziele des Pariser Abkommens auszurichten.

       

      Schliesslich wurde sie Mitglied der im September 2019 formierten UN-Net Zero Asset Owner Alliance, die sich zum Ziel von Netto-Null Treibhausgas-Emissionen ihrer Investitionsportfolios bis 2050 und somit zum Klimaziel von max. 1.5°C Erwärmung verpflichtet haben.

       

      Auf Ebene Schweiz ist die AXA Mitglied von Swiss Sustainable Finance.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energien abhängige Sektoren)

       

      Die AXA Gruppe veröffentlicht periodisch einen Stewardship Report. Daraus ist ersichtlich, dass die AXA - insbesondere auch im Rahmen der Climate Action 100+ - einen wirksamen globalen Faktor für die UN Sustainable Development Goals wie auch für die Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens darstellt. Die Wirksamkeit wird in den Reports transparent dargestellt.

       

      Der Report über das Proxy Voting im Stewardship Report 2019 zeigt einen guten Anteil an Abstimmungen gegen Anträge des Management und Zustimmung zu Aktionärsanträgen, sowie Einbezug von ESG-Themen. Die Ausübung der Stimmrechte via den Dienstleister ISS (Institutional Shareholder Services) wird transparent dokumentiert.

      • Gegenüber dem Proxy Advisor ISS bestehen Zweifel in Bezug auf seine Ernsthaftigkeit, den Aktionären klimaverträgliche Abstimmungsempfehlungen auszusprechen. So hat ISS im Herbst 2019 empfohlen, einen Aktionärsantrag gegen die klimaschädlichen Lobby-Aktivitäten des Kohle-, Erdöl- und Erdgas-Konzerns BHP abzulehnen. AXA hat demgegenüber ihre gemäss ihrer Kohleausstiegspolitik noch verbleibende Aktienposition genutzt und zusammen mit einem Fünftel der Stimmen diesen Antrag unterstützt.
      • Bei der US-Kohlefirma Duke Energy verhielt sich die AXA klimapositiv, indem sie Resolutionen für die Berichterstattung zu Zahlungen an Politiker und Ausgaben über das Lobbying sowie für einen Report zur Eindämmung der Wirkung auf Gesundheit und Klima unterstützte.
      • Im Falle von BP unterstützte die AXA nur die Climate-Action 100+ Resolution zur Berichterstattung darüber, wie das Geschäftsmodell mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens kompatibel ist; sie lehnte aber den Antrag ab, dass BP konkrete Ziele für ihre Paris-Kompatibilität formuliert.
      • Bei Chevron hat sie nur für die Erstellung eines Reports über Pläne zur Senkung des C02-Fussabdrucks in Linie mit dem Pariser Abkommen gestimmt, nicht aber für die Gründung eines "Environmental Issue Board Committee". 
      • Im Falle von Equinor (frühere Statoil) stimmte sie dagegen, dass die Firma aufhört, weitere Öl- und Erdgasfelder in der Arktis zu erschliessen und auch dagegen, dass das Management eine Strategie präsentiert, das fossile Geschäftsmodell auf erneuerbare Energie umzustellen. Die AXA verhielt sich klimanegativ.
      • Bei Exxon unterstützte die AXA alle klimapositiven Resolutionen: für die Berichterstattung zu Zahlungen an Politiker und Ausgaben über das Lobbying sowie für die Gründung eines "Environmental/Social Issue Board Committee".
      • Im Falle von Shell hat die AXA den Antrag abgelehnt, dass die Firma CO2-Reduktionsziele erarbeiten und publizieren muss. Sie verhielt sich also klimanegativ. 

      Zusammenfassend:

      • Die AXA Gruppe sollte von den Firmen noch konsequenter fordern, sich konkrete und wissenschaftlich-fundierte Ziele für einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad zu setzen.

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Gemäss der Responsible Investment Policy (März 2020) werden Kohlenstoffmetriken in Investitionsentscheidungen integriert. Zudem plant die AXA Gruppe die Entwicklung von Messmethoden, um ihre gesamten Portfolioinvestitionen in Linie mit dem Pariser Klimaabkommen zu bringen. Die Methodologien sollen kontinuierlich weiterentwickelt werden.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die AXA Gruppe hat sich im Rahmen der UN-Net Zero Asset Owner Alliance zum Ziel von Netto-Null Treibhausgas-Emissionen ihrer Investitionsportfolios bis 2050 und somit zum Klimaziel von max. 1.5°C Erwärmung verpflichtet. Weiterhin hat sie das Ziel ihres kompletten Ausstiegs aus Kohleenergie (Minen und Stromerzeugung) bis 2030 in den Industrieländern (EU und OECD) und bis 2040 in den restlichen Ländern gegeben. In der Responsible Investment Policy (März 2020) deutet die AXA Gruppe schliesslich an, dass sie zusätzlich zu den schon beschlossenen Ausschlüssen (Kohle, unkonventionelle Erdölgewinnung) weitere klimarelevante Sektoren ausschliessen könnte.

      • Noch fehlen aber Nahziele zur konsequenten Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus allen fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.​

      ____________________

      Schlussfolgerung:

      Mit der Entfernung aus der Kohleproduzenten und der Mischkonzerne mit über 20% Kohleanteil, der Stromversorger mit >20% Kohleanteil, sowie der Schieferöl-Produzenten und der Firmen der Ölsand-Extraktion mit >20% Umsatz aus diesen extremen Förderungen, haben die die AXA Gruppe und die AXA Sammelstiftungen erste Dekarbonisierungsmassnahmen ihrer Wertschriftenportfolien getroffen.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: sehr viel besser

      • Mit dem Ausschluss der Firmen der Kohleproduktion und -verstromung sowie der besonders klima- und umwelt-schädlichen Schieferöl- und Ölsand-Extraktion sowie auch mit ihrer Leadership im Engagement ist die AXA Gruppe einer der globalen Akteure der Paris-kompatiblen Umlenkung der Finanzflüsse.
      • Bei der Stimmrechtswahrnehmung der AXA Gruppe fehlt jedoch noch eine rundum konsequente Unterstützung von Aktionärsanträgen für Paris-kompatible Dekarbonisierungsziele.
      • Es fehlt zudem noch eine stringente, zeitnahe Dekarbonisierung des Portfolios, beginnend mit dem Ausstieg aus allen fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.
      • Insbesondere sollten die AXA Gruppe eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess vornehmen und dokumentieren, damit Portfolien resultieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.
    • Suva, Compenswiss

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      Suva

      Unfallversicherungsanstalt

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die öffentlich-rechtliche Suva ist zwar nicht eine Pensionskasse, investiert jedoch die Versicherungsgelder der Arbeitnehmer in deren Auftrag - ähnlich wie eine gesetzliche Vorsorgeeinrichtung. Als Monopolinstitution der betrieblichen Unfallversicherung der Schweiz ist sie somit den versicherten Arbeitnehmern und der Öffentlichkeit gegenüber in besonderem Mass Rechenschaft schuldig.

       

      Die Suva ist - mit Ausnahme der Nationalbank - mit ihrem Anlagevolumen von rund 56 Mia. CHF die grösste öffentliche Investorin der Schweiz. Davon sind 3 Mia. CHF durch die Suva-eigene Vorsorgeeinrichtung für die Mitarbeiter gemäss weitgehend übereinstimmenden Anlagestrategien investiert (Mitteilung der Suva als Teil ihrer Stellungnahme an die Klima-Allianz, Mai 2020).

      • Aufgrund ihres sehr hohen Gewichts würde ihr demzufolge eine Vorreiterrolle bei der Umlenkung der Finanzströme für den Klimaschutz zufallen.

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die Suva hält in ihrer Anlagestrategie und im Geschäftsbericht 2018 fest, dass neben den finanziellen Gesichtspunkten seit Jahren auch ökologische, ethische und soziale Aspekte eine wichtige Rolle bei der Anlagepolitik spielen.

       

      Sie ist Gründungsmitglied des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zum Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) bekennt. Entsprechend schliesst sie unter Anwendung der SVVK-Ausschlusskriterien einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

       

      Gemäss der Stellungnahme an die Klima-Allianz (Mai 2020) investiert die Suva aktiv. Auswahl und Gewichtung ihrer Investitionen findet aufgrund von Analysen und Prognosen statt und folgt nicht blind einem marktkapitalisierten Index. Bei allen Entscheiden findet eine umfassende Risikoeinschätzung statt. Risiken in Bezug auf ESG werden immer im Gesamtzusammenhang zu sonstigen finanziellen Risiken gesehen. Beeinträchtigen die Produkte oder das Verhalten des Unternehmens die langfristige Nachhaltigkeit der Ertragskraft, erscheint das Unternehmen insgesamt weniger attraktiv und erfährt entsprechend eine weniger ausgeprägte oder gar keine Berücksichtigung im Portfolio. Umgesetzt wird dieser Ansatz bei den Aktien vorwiegend durch ihre externen Vermögensverwalter. Die Suva selektioniert ihre Mandatsträger u.a. aufgrund dieses Aspektes. Die Obligationen werden intern verwaltet.

      • Es ist denkbar, dass die Einzelentscheide zur Selektion der Firmen, die aufgrund des Einbezuges von ESG-Firmendaten in die Finanzanalyse zustandekommen, insgesamt zu nachhaltigeren Kapitalanlagen führen. Ohne Messung, ESG-Controlling der Portfolien und Reporting durch die Asset Manager kann die Wirkung jedoch nicht überprüft werden.
      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Folglich sollte sich die Suva damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich einer Erläuterung, ob und wie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt werden oder warum nicht.​
      • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.
      • Sie sollte festlegen, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen. 
      • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Als Mitglied des SVVK sieht die Suva seit Anfang 2019 auch den Klimawandel als Teil der Nachhaltigkeitskriterien.

       

      Der SVVK anerkennt im Aktivitätsreport 2018, dass das Pariser Klimaabkommen "mittelfristig Auswirkung auf Unternehmen und Anleger hat". Er rät seinen Mitgliedern, "die finanziellen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu analysieren und die von der internationalen Gemeinschaft verabschiedeten Ziele zu beurteilen".

       

      In seiner Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen (März 2019) anerkennt er dieses infolge der Unterzeichnung durch die Schweiz als normative Grundlage für Massnahmen. Er sagt darin: "Der Klimawandel wirkt als Risikofaktor auf die Werthaltigkeit der Anlagen".

      • Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen ist insoweit ein Fortschritt, als sie zwar keine materiell klimawirksamen Empfehlungen ausspricht, aber immerhin Handlungsmöglichkeiten zuhanden seiner Mitglieder listet. So sieht der SVVK eine durch das oberste Organ festgelegte Strategie und Umsetzung nach "Auseinandersetzung mit den klimabezogenen Chancen und Risiken" als eine mögliche Option. Er führt zudem aus, es könne "durchaus sinnvoll sein, die beschlossene Strategie und deren Umsetzung an die Destinatäre zu kommunizieren".
      • Weiterhin wird in der Stellungnahme neben dem Einwand, Divestment habe keine Klimawirkung, weil die Titel nur in andere Hände übergehen würden, auch anerkannt: "Nichtsdestotrotz kann ein Verkauf von Aktien, Obligationen und weiteren Anlagen eine Signalwirkung haben oder aus Risikomanagement-Überlegungen Sinn ergeben".
      • Ein zwar zahm formulierter, aber doch positiver Punkt ist zudem die gelistete Option, Kapitalerhöhungen von Unternehmen kritisch zu bewerten: "Eine Kapitalzufuhr an CO2-intensive Unternehmen, welche nicht bereit sind, mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Geschäftsmodell zu integrieren, kann kritisch überprüft werden".
      • Zu begrüssen ist schliesslich die durch den SVVK gelistete Option, gezielte Investitionen in klimapositive Aktien, Obligationen und weitere Anlagen zu tätigen.
      Die Suva selbst teilt in ihrer erwähnten Stellungnahme an die Klima-Allianz (Mai 2020) mit, sie sehe die Klimarisiken implizit als Teil ihres aktiven Anlagemanagements, dessen Einzelentscheide neben der Finanzanalyse auch unter Einbezug der ESG-Faktoren zustandekommen.
      • Dies entspricht jedoch noch nicht einer eigenen öffentlichen Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die Suva hat bis heute keine expliziten Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

       

      Wie sie in ihrer erwähnten Stellungnahme an die Klima-Allianz (Mai 2020) mitteilt, seien Firmen vielfach zu wenig transparent in der Offenlegung ihrer Klimarisiken. Wenn die Unternehmensdaten aber zur Verfügung stünden, dann könne das Risiko ihres Geschäftsmodells in der Zukunft besser eingeschätzt werden. So könnten Titel untergewichtet oder entfernt werden. Bei Neufinanzierungen, wo im Gegensatz zum Sekundärmarkt tatsächlich ein Einfluss auf die Kapitalallokation bestehe, könnte nicht geeigneten Unternehmen die Finanzierung ihrer Zukunftspläne verwehrt werden. Dies betreffe insbesondere, aber nicht ausschliesslich, die Investitionen im Bereich Private Equity.

      Aktuell habe die Suva bereits heute ein aktives Untergewicht bei den Kohleproduzenten geschaffen. Auch vergebe sie wenn möglich kein frisches Geld an Unternehmen, die nicht im Einklang zum 2°C Ziel stünden.

      • ESG- und CO2-Unternehmensdaten sind heute schon verfügbar, z.B. via MSCI ESG Research. Peers ähnlicher Grösse nutzen solche ESG-Dienstleistungen unter anderem auch für den Aufbau von ESG- und Klimastrategien.
      • Es bleibt unklar, wie gross das Untergewicht bei den Kohleproduzenten ist; ob die die Finanzierungen für nicht klimaverträgliche Firmen nur Einzelfälle betreffen oder ob der Ansatz systematisch ist, bleibt offen.

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die Suva ist Gründungsmitglied von Swiss Sustainable Finance.

      • Es ist zu begrüssen, dass die Suva damit die Notwendigkeit anerkennt, dass der Finanzplatz Schweiz - damit auch sie selbst, als Trägerin der betrieblichen Unfallversicherung - eine führende Rolle bei der nachhaltigen und klimaverträglichen Ausrichtung der Finanzflüsse spielt.

      Sie ist zudem Unterzeichnerin der UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) und verpflichtet sich damit ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

       

      Der SVVK, wo die Suva Gründungsmitglied ist, ist seinerseits Mitglied der Climate Action 100+.
       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Engagement

       

      Als Mitglied des SVVK will die Suva die Einhaltung der ESG-Kriterien überwiegend durch den Dialog (Engagement) mit den investierten Unternehmen erreichen. Ausschlüsse von Unternehmen werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit des Engagementprozesses akzeptiert.

      Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen setzt im Falle der finanziellen Klimarisiken primär auf den Dialog mit den investierten Unternehmen. Der SVVK will dieses gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

      • Die Forderung nach Offenlegung von Klimadaten durch die Unternehmen ist zu unterstützen, denn sie ist die Grundvoraussetzung für Anlageentscheidungen. Jedoch leitet sie bei weitem noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen ein. 
      Dem SVVK-Engagementbericht 2019 ist zu entnehmen, dass sich Einsatz und Wirksamkeit des an den Dienstleister Sustainalytics delegierten ESG- und Klima-Engagements bei relevanten globalen Firmen gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. Die dem SVVK zur gemeinsamen Ausübung des Engagements angeschlossenen Pensionskassen hatten im Laufe 2018 und 2019 bei 12 globalen Unternehmen spezifische Ziele des Engagements vorgebracht. Diese Ziele in den Bereichen Korruption, Umweltschäden, Menschenrechte, Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit wurden gemäss SVVK erreicht und abgeschlossen.
       
      Weiterhin aktiv sind Engagementprozesse bei einer grossen Zahl von Unternehmen aller Kontinente. Der SVVK präzisiert entsprechende Informationen im Engagementbericht 2019 gegenüber der Klima-Allianz (April 2020) wie folgt. Im Jahre 2019 waren 76 Engagements im Gange, grösstenteils in den Bereichen Umwelt (34 Fälle), Arbeitsrechte (20 Fälle) und Menschenrechte (16 Fälle).
       

      Im Klimabereich hat der SVVK zusammen mit Sustainalytics ab 2018 einen Dialog mit 20 führenden, globalen Stahl- und Zementproduzenten angestossen, um die Klimatransition zu thematisieren. Dabei fordert der SVVK in erster Linie von diesen Unternehmen die Messung und Publikation von Klimarisiken gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD). Weitere Forderungen sind wissenschaftlich-fundierte CO2 Ziele, konkrete Massnahmen und Überwachung der Fortschritte, sowie eine Klimapolitik und konsistente Haltung gegenüber ihren Verbänden bezüglich deren Lobbying-Aktivitäten. Dieser Aktionärsdialog wird fortgesetzt.

      • Durch die Wahl des Sektors der Stahl- und Zementproduzenten hat sich der SVVK auf eine Branche konzentriert, wo Engagement sinnvoll ist: deren CO2-Intensitäten sind nur zum Teil bedingt durch den Einsatz fossiler Brennstoffe, aber trotzdem beträchtlich. Tatsächlich sind die durch die CO2-Abspaltung aus Koks oder dem mineralischen Rohstoff entstehenden Emissionen nur mittelfristig reduzierbar, weil die Technologie noch entwickelt und industrialisiert werden muss; somit kann der Druck durch Investorenverbünde die Firmen auf einen Dekarbonisierungspfad verpflichten.
      • In diesem engeren Bereich hat der SVVK nach heutigem Stand einen Leistungsnachweis für sein Engagement erbracht.
      • Im Feld jedoch der von fossilen Brenn- und Treibstoffen abhängigen Sektoren, besonders der fossilen Energien (Produzenten der fossilen Energieträger, davon abhängige Strom- und Wärmeerzeuger sowie energieintensive Sektoren), bleibt es eine Herausforderung, den Leistungsnachweis für die Option Engagement erbringen zu können.
      • Diese Option Aktionärsdialog ist sinnvoll, wenn die Geschäftsmodelle der Unternehmen Aussichten auf einen Dekarbonisierungspfad in Linie mit dem 1.5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens bieten.
      • Es sind dabei für ein klimawirksames Engagement präzise Forderungen, Umfang, Messkriterien und Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung zu definieren.
      • Ohne eine klare Dekarbonisierungsstrategie mit einer tiefgreifenden ESG- und Klima-Integration in den Anlageprozess der Wertschriftenportfolien der Mitglieder-Pensionskassen und ohne Leistungsnachweis der Engagementpolitik im Bereich der besonders hohen Klimarisiken der hoch CO2-intensiven Sektoren erscheint der Ansatz des SVVK noch nicht genügend ausgereift.
      Stand April 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert der SVVK, er habe sich angesichts der Tatsache, dass bereits viele Investoren den Energie- und Utilities-Sektor (Stromversorger) ansprechen, für den Zement- und Stahlsektor entschieden. Der SVVK wolle zunächst im derzeitigen Engagement Fortschritte vorweisen können, bevor er weitere Branchen anspreche. Dies sei aber sicherlich eine möglicher nächster Schritt.
       

      Stimmrechte

       

      Bei der Suva selbst findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

       

      Die Suva informiert als Teil der besagten Stellungnahme, ihre externen Vermögensverwalter würden die Stimmrechte wahrnehmen, auch im Ausland im Bereich der fossilen Brennstoffe. Bei ihrer Selektion der Mandatsträger sei deren Stimmrechtspolitik ein wichtiges Kriterium.

      • Weil die Suva die Stimmrechte den externen Mandatsträgern überlässt, nimmt sie nicht aktiv Einfluss auf die ESG- und Klimaqualität bei deren Ausübung.  
      • Es bleibt auch intransparent, welche Engagement- und Stimmrechtsdienstleister mit welchen Forderungen für die Vermögensverwalter der Suva tätig sind; entsprechend kann nicht eingeschätzt werden, ob und wieweit sie ihre Aktionärsrechte klimawirksam einsetzen lässt.

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Stand Mai 2020:

      Mit der erwähnten Stellungnahme an die Klima-Allianz informiert die Suva, sie werde am neuen BAFU- Klimaverträglichkeitstest 2020 teilnehmen.

       

      Planung von Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Suva hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Suva von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.​

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: stagnierend

      • Angesichts des sehr hohen Gewichts der Suva und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertieft mit dem Thema der Nachhaltigkeit ihrer Anlagen beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
      • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: ein erweitertes, wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.
      • Insbesondere sollte die Suva proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Politische Aktivitäten

       

      Aus National- und Ständerat sind keine erkennbaren Initiativen vorhanden.

      compenswiss

      Ausgleichsfonds AHV/IV/EO

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die öffentlich-rechtliche compenswiss ist zwar nicht eine Pensionskasse, aber als Teil des Fundaments der Altersvorsorge ist sie der Öffentlichkeit gegenüber in besonderem Mass Rechenschaft schuldig.

       

      Als funktionelle Einrichtung der AHV ist compenswiss mit einem Anlagevolumen von rund 47 Mia. CHF der zweitgrösste öffentliche Investor.

      • Aufgrund ihres Gewichts würde compenswiss eigentlich eine Vorreiterrolle bei der Umlenkung der Finanzströme für den Klimaschutz zufallen.

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Compenswiss ist Gründungsmitglied des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zum Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) bekennt.

       

      Jedoch verweisen die auf der Website zugänglichen Informationen nicht auf eine eigenständige Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in den Anlageprozess.

       

      Aus dem Geschäftsbericht 2018 geht hervor, dass der AHV-Fonds via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen nur einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition ausschliesst.

      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Folglich sollte sich Compenswiss damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich einer Erläuterung, ob und wie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt werden oder warum nicht.
      • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.
      • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen. 
      • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
      Stand Ende März 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz schreibt compenswiss, auf Ebene des Verwaltungsrats würde derzeit eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation vorgenommen und Optionen für die künftige Weiterentwicklung evaluiert. Zudem stehe dieses Jahr ein Workshop zu diesem Thema auf der Tagesordnung, ebenso wie weitere Vorschläge, um mögliche Entwicklungen zu formalisieren.
       

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Als Mitglied des SVVK sieht compenswiss seit Anfang 2019 auch den Klimawandel als Teil der Nachhaltigkeitskriterien. Sie besitzt jedoch keine eigene öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

       

      Der SVVK anerkennt im Aktivitätsreport 2018, dass das Pariser Klimaabkommen "mittelfristig Auswirkung auf Unternehmen und Anleger hat". Er rät seinen Mitgliedern "die finanziellen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu analysieren und die von der internationalen Gemeinschaft verabschiedeten Ziele zu beurteilen".

       

      In seiner Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen (März 2019) anerkennt er dieses infolge der Unterzeichnung durch die Schweiz als normative Grundlage für Massnahmen. Er sagt darin: "Der Klimawandel wirkt als Risikofaktor auf die Werthaltigkeit der Anlagen".

      • Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen ist insoweit ein Fortschritt, als sie zwar keine materiell klimawirksamen Empfehlungen ausspricht, aber immerhin Handlungsmöglichkeiten zuhanden seiner Mitglieder listet. So sieht der SVVK eine durch das oberste Organ festgelegte Strategie und Umsetzung nach "Auseinandersetzung mit den klimabezogenen Chancen und Risiken" als eine mögliche Option. Er führt zudem aus, es könne "durchaus sinnvoll sein, die beschlossene Strategie und deren Umsetzung an die Destinatäre zu kommunizieren".​
      • Weiterhin wird in der Stellungnahme neben dem Einwand, Divestment habe keine Klimawirkung, weil die Titel nur in andere Hände übergehen würden, auch anerkannt: "Nichtsdestotrotz kann ein Verkauf von Aktien, Obligationen und weiteren Anlagen eine Signalwirkung haben oder aus Risikomanagement-Überlegungen Sinn ergeben".​
      • Ein zwar zahm formulierter, aber doch positiver Punkt ist zudem die gelistete Option, Kapitalerhöhungen von Unternehmen kritisch zu bewerten: "Eine Kapitalzufuhr an CO2-intensive Unternehmen, welche nicht bereit sind, mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Geschäftsmodell zu integrieren, kann kritisch überprüft werden".
      • Zu begrüssen ist zudem die durch den SVVK gelistete Option, gezielte Investitionen in klimapositive Aktien, Obligationen und weitere Anlagen zu tätigen.

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die compenswiss hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

      • Als Mitglied des SVVK ist der AHV-Fonds nun aufgefordert, sich mit dessen Empfehlungen zur Risikominderung auseinanderzusetzen und erste Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios einzuleiten.

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Der SVVK, wo compenswiss Gründungsmitglied ist, ist seinerseits Mitglied von Climate Action 100+ und Swiss Sustainable Finance.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Engagement

       

      Als Mitglied des SVVK will compenswiss die Einhaltung der ESG-Kriterien überwiegend durch den Dialog (Engagement) mit den investierten Unternehmen erreichen. Ausschlüsse von Unternehmen werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit des Engagementprozesses akzeptiert.

       

      Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen setzt im Falle der finanziellen Klimarisiken primär auf den Dialog mit den investierten Unternehmen. Der SVVK will dieses gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

      • Die Forderung nach Offenlegung von Klimadaten durch die Unternehmen ist zu unterstützen, denn sie ist die Grundvoraussetzung für Anlageentscheidungen. Jedoch leitet sie bei weitem noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen ein. 

      Dem SVVK-Engagementbericht 2019 ist zu entnehmen, dass sich Einsatz und Wirksamkeit des an den Dienstleister Sustainalytics delegierten ESG- und Klima-Engagements bei relevanten globalen Firmen gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. Die dem SVVK zur gemeinsamen Ausübung des Engagements angeschlossenen Pensionskassen hatten im Laufe 2018 und 2019 bei 12 globalen Unternehmen spezifische Ziele des Engagements vorgebracht. Diese Ziele in den Bereichen Korruption, Umweltschäden, Menschenrechte, Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit wurden gemäss SVVK erreicht und abgeschlossen.

       

      Weiterhin aktiv sind Engagementprozesse bei einer grossen Zahl von Unternehmen aller Kontinente. Der SVVK präzisiert entsprechende Informationen im Engagementbericht 2019 gegenüber der Klima-Allianz (April 2020) wie folgt. Im Jahre 2019 waren 76 Engagements im Gange, grösstenteils in den Bereichen Umwelt (34 Fälle), Arbeitsrechte (20 Fälle) und Menschenrechte (16 Fälle).

       

      Im Klimabereich hat der SVVK zusammen mit Sustainalytics ab 2018 einen Dialog mit 20 führenden, globalen Stahl- und Zementproduzenten angestossen, um die Klimatransition zu thematisieren. Dabei fordert der SVVK in erster Linie von diesen Unternehmen die Messung und Publikation von Klimarisiken gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD). Weitere Forderungen sind wissenschaftlich-fundierte CO2 Ziele, konkrete Massnahmen und Überwachung der Fortschritte, sowie eine Klimapolitik und konsistente Haltung gegenüber ihren Verbänden bezüglich deren Lobbying-Aktivitäten. Dieser Aktionärsdialog wird fortgesetzt.

      • Durch die Wahl des Sektors der Stahl- und Zementproduzenten hat sich der SVVK auf eine Branche konzentriert, wo Engagement sinnvoll ist: deren CO2-Intensitäten sind nur zum Teil bedingt durch den Einsatz fossiler Brennstoffe, aber trotzdem beträchtlich. Tatsächlich sind die durch die CO2-Abspaltung aus Koks oder dem mineralischen Rohstoff entstehenden Emissionen nur mittelfristig reduzierbar, weil die Technologie noch entwickelt und industrialisiert werden muss; somit kann der Druck durch Investorenverbünde die Firmen auf einen Dekarbonisierungspfad verpflichten,
      • In diesem engeren Bereich hat der SVVK nach heutigem Stand einen Leistungsnachweis für sein Engagement erbracht.
      • Im Feld jedoch der von fossilen Brenn- und Treibstoffen abhängigen Sektoren, besonders der fossilen Energien (Produzenten der fossilen Energieträger, davon abhängige Strom- und Wärmeerzeuger sowie energieintensive Sektoren), bleibt es eine Herausforderung, den Leistungsnachweis für die Option Engagement erbringen zu können.
      • Diese Option Aktionärsdialog ist sinnvoll, wenn die Geschäftsmodelle der Unternehmen Aussichten auf einen Dekarbonisierungspfad in Linie mit dem 1.5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens bieten.
      • Es sind dabei für ein klimawirksames Engagement präzise Forderungen, Umfang, Messkriterien und Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung zu definieren.
      • Ohne eine klare Dekarbonisierungsstrategie mit einer tiefgreifenden ESG- und Klima-Integration in den Anlageprozess der Wertschriftenportfolien der Mitglieder-Pensionskassen und ohne Leistungsnachweis der Engagementpolitik im Bereich der besonders hohen Klimarisiken der hoch CO2-intensiven Sektoren erscheint der Ansatz des SVVK noch nicht genügend ausgereift.
      Stand April 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert der SVVK, er habe sich angesichts der Tatsache, dass bereits viele Investoren den Energie- und Utilities-Sektor (Stromversorger) ansprechen, für den Zement- und Stahlsektor entschieden. Der SVVK wolle zunächst im derzeitigen Engagement Fortschritte vorweisen können, bevor er weitere Branchen anspreche. Dies sei aber sicherlich eine möglicher nächster Schritt.
       
      Stimmrechte
       

      Bei compenswiss findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Stand Ende März 2020:

      Im erwähnten Schreiben an die Klima-Allianz informiert compenswiss, sie werde sich dem BAFU Klimaverträglichkeitstest 2020 (PACTA 2020) unterziehen.

       

      Planung von Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Compenswiss hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist compenswiss von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.​

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: stagnierend

      • Angesichts des Gewichts der compenswiss und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertieft mit dem Thema der Nachhaltigkeit ihrer Anlagen beschäftigen - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
      • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: ein erweitertes, wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.
      • Insbesondere sollte der AHV-Fonds proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

       

      Politische Aktivitäten

       

      Juni 2018: Interpellation Nationalrätin Adèle Thorens (Grüne) "Berücksichtigen die Ausgleichsfonds AHV/IV/EO bei der Investition unserer Vorsorgevermögen das Klima entsprechend dem Übereinkommen von Paris?" Der Bundesrat antwortet, compenswiss überprüfe ihre ESG-Politik kontinuierlich und evaluiere künftige Entwicklungsansätze, wobei der Klimaerwärmung ein besonderes Augenmerk gelte. Er halte aber eine Einschränkung der Anlagekompetenzen von compenswiss nicht für angezeigt.

    • PUBLICA

      PUBLICA

      Pensionskasse des Bundes

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die PUBLICA ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 38 Mia. CHF die grösste öffentliche Pensionskasse und die drittgrösste Personalvorsorgeeinrichtung der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die PUBLICA verfügt über eine umfassende Nachhaltigkeitspolitik, die im Konzept "Verantwortungsbewusst investieren" festgehalten ist und für alle Anlagekategorien gilt.

       

      Sie ist Gründungsmitglied des Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zum Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) bekennt.

       

      Via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen schliesst sie einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

       

      In Bezug auf die Portfoliokonstruktion hat sie in den letzten 1-2 Jahren schwergewichtig das Feld der Klimarisiken bearbeitet (dem anerkanntermassen schwergewichtigsten Thema unter dem E der ESG-Kriterien). Das Resultat ist die innovative Einführung des klimaeffizienten Indexes bei den Aktien (s. unten).

      • Im Feld der durch die UN-Sustainable Development Goals abgesteckten Nachhaltigkeitsziele (entsprechend dem gesamten Bereich der ESG-Kriterien) fehlen in der Nachhaltigkeitspolitik noch Aussagen über Ziele, welche die Wirksamkeit ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage auf Portfolioebene kontinuierlich verbessern.
      • Es fehlt die Transparenz darüber, ob und wie substanziell sie Firmen präferieren will, die gemäss allgemein akzeptierten ESG-Kriterien nachhaltig sind, und ob und in welchem Ausmass sie die Zahl der Unternehmen des Anlageuniversums durch Verzicht auf nicht nachhaltig wirtschaftende Firmen reduziert und/oder diese Gesellschaften systematisch untergewichtet.
      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz nicht nur im Rahmen des Pariser Klimaabkommens, sondern auch der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Ob im erwähnten Feld eine signifikant positivere Wirkung ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage im Vergleich zur konventionellen Praxis erzielt werden soll, bleibt demnach intransparent.
      • Folglich sollte sich die PUBLICA im Feld der allgemeinen ESG-Kriterien damit auseinandersetzen, wie sie das Resultat der nachhaltigen Ausrichtung ihrer Anlagepolitik, insbesondere ihre tatsächlich gesamtgesellschaftliche Wirkung, in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen und kontinuierlich verbessern wird.

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die PUBLICA nimmt Klimarisiken in den Vermögensanlagen ernst und bestätigt, dass die Berücksichtigung finanzieller Risiken im Rahmen der Bewirtschaftung des Anlagevermögens Teil der treuhänderischen Pflicht einer Pensionskasse ist.

       

      Sie hat im Februar 2020 ihre bevorstehende Einführung eines innovativen klimaeffizienten Indexes bei den Aktien publiziert. Dieser proprietäre PUBLICA-Index wurde in Zusammenarbeit mit dem Index- und Research-Anbieter MSCI konstruiert.

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die PUBLICA hat im Jahr 2016 als erste grosse Pensionskasse der Schweiz beschlossen, Kohleproduzenten aus wirtschaftlichen Gründen aus den weltweiten Aktien- und Unternehmensobligationenportfolios auszuschliessen.

       

      Die PUBLICA investiert ebenfalls, zwar wohl auf geringem Niveau, aber zunehmend in Infrastrukturanlagen der erneuerbaren Energien (Solar- und Windparks).

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Der SVVK, wo die PUBLICA Gründungsmitglied ist, ist seinerseits Mitglied von Climate Action 100+ und Swiss Sustainable Finance.

       

      Die PUBLICA selbst lässt ihre Stimmrechte im Inland durch Inrate ausüben.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Engagement via SVVK

       

      Als Mitglied des SVVK will PUBLICA die Einhaltung der ESG-Kriterien überwiegend durch den Dialog (Engagement) mit den investierten Unternehmen erreichen. Ausschlüsse von Unternehmen werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit des Engagementprozesses akzeptiert.

       

      Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen (März 2019) setzt im Falle der finanziellen Klimarisiken primär auf den Dialog mit den investierten Unternehmen. Der SVVK will dieses gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

      • Die Forderung nach Offenlegung von Klimadaten durch die Unternehmen ist zu unterstützen, denn sie ist die Grundvoraussetzung für Anlageentscheidungen. Jedoch leitet sie bei weitem noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen ein. 

      Dem SVVK-Aktivitätsreport 2019 ist zu entnehmen, dass sich Einsatz und Wirksamkeit des an den Dienstleister Sustainalytics delegierten ESG- und Klima-Engagements bei relevanten globalen Firmen gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. Die dem SVVK zur gemeinsamen Ausübung des Engagements angeschlossenen Pensionskassen hatten im Laufe 2018 und 2019 bei 12 globalen Unternehmen spezifische Ziele des Engagements vorgebracht. Diese Ziele in den Bereichen Korruption, Umweltschäden, Menschenrechte, Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit wurden gemäss SVVK erreicht und abgeschlossen.

       

      Weiterhin aktiv sind Engagementprozesse bei einer grossen Zahl von Unternehmen aller Kontinente. Der SVVK präzisiert entsprechende Informationen im Engagementbericht 2019 gegenüber der Klima-Allianz (April 2020) wie folgt. Im Jahre 2019 waren 76 Engagements im Gange, grösstenteils in den Bereichen Umwelt (34 Fälle), Arbeitsrechte (20 Fälle) und Menschenrechte (16 Fälle).

       

      Im Klimabereich hat der SVVK zusammen mit Sustainalytics ab 2018 einen Dialog mit 20 führenden, globalen Stahl- und Zementproduzenten angestossen, um die Klimatransition zu thematisieren. Dabei fordert der SVVK in erster Linie von diesen Unternehmen die Messung und Publikation von Klimarisiken gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD). Weitere Forderungen sind wissenschaftlich-fundierte CO2 Ziele, konkrete Massnahmen und Überwachung der Fortschritte, sowie eine Klimapolitik und konsistente Haltung gegenüber ihren Verbänden bezüglich deren Lobbying-Aktivitäten. Dieser Aktionärsdialog wird fortgesetzt.

      • Durch die Wahl des Sektors der Stahl- und Zementproduzenten hat sich der SVVK auf eine Branche konzentriert, wo Engagement sinnvoll ist: deren CO2-Intensitäten sind nur zum Teil bedingt durch den Einsatz fossiler Brennstoffe, aber trotzdem beträchtlich. Tatsächlich sind die durch die CO2-Abspaltung aus Koks oder dem mineralischen Rohstoff entstehenden Emissionen nur mittelfristig reduzierbar, weil die Technologie noch entwickelt und industrialisiert werden muss; somit kann der Druck durch Investorenverbünde die Firmen auf einen Dekarbonisierungspfad verpflichten.
      • In diesem engeren Bereich hat der SVVK nach heutigem Stand einen Leistungsnachweis für sein Engagement erbracht.
      • Im Feld jedoch der von fossilen Brenn- und Treibstoffen abhängigen Sektoren, besonders der fossilen Energien (Produzenten der fossilen Energieträger, davon abhängige Strom- und Wärmeerzeuger sowie energieintensive Sektoren), bleibt es eine Herausforderung, den Leistungsnachweis für die Option Engagement erbringen zu können.
      • Diese Option Aktionärsdialog ist sinnvoll, wenn die Geschäftsmodelle der Unternehmen Aussichten auf einen Dekarbonisierungspfad in Linie mit dem 1.5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens bieten.
      • Es sind dabei für ein klimawirksames Engagement präzise Forderungen, Umfang, Messkriterien und Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung zu definieren.
      • Ohne eine klare Dekarbonisierungsstrategie mit einer tiefgreifenden ESG- und Klima-Integration in den Anlageprozess der Wertschriftenportfolien der Mitglieder-Pensionskassen und ohne Leistungsnachweis der Engagementpolitik im Bereich der besonders hohen Klimarisiken der hoch CO2-intensiven Sektoren erscheint der Ansatz des SVVK noch nicht genügend ausgereift.
      Stand April 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert der SVVK, er habe sich angesichts der Tatsache, dass bereits viele Investoren den Energie und Utilities-Sektor (Stromversorger) ansprechen, für den Zement- und Stahlsektor entschieden. Der SVVK wolle zunächst im derzeitigen Engagement Fortschritte vorweisen können, bevor er weitere Branchen anspreche. Dies sei aber sicherlich eine möglicher nächster Schritt.
       

      Die PUBLICA selbst erklärt im Konzept zum neuen klimaeffizienten Index, dass ihre Massnahmen zur Untergewichtung statt Ausschluss auch eine Einflussnahme in wenig klimaeffiziente Unternehmen erlaube. Dies solle zukünftig in Rahmen von Dialogprozessen zum Ziel der Erhöhung ihrer Klimaverträglichkeit geschehen.

       
      Engagement via Inrate in der Schweiz
       
      Im Auftrag von PUBLICA führt die Inrate AG mit verschiedenen Schweizer Firmen Dialogprozesse durch. In einer Mitteilung an die Klima-Allianz (April 2020) präzisiert die PUBLICA, dass "grüne Produkte und Dienstleistungen", "Präsentismus", "Menschenrechte", "ESG-Kriterien im Vergütungssystem" sowie "Kompetenzen des Verwaltungsrates" zu den Themenschwerpunkten gehören.
       
      Stimmrechte
       
      Die PUBLICA übt ihre Stimmrechte sowohl in der Schweiz via Inrate als auch im Ausland aus. Sie hat sich an über 200 Generalversammlungen von Firmen im Ausland eingebracht, die gemäss SVVK-Kriterien als problematisch eingestuft werden. Die Liste wird durch den SVVK bereitgestellt. Die Ausübung der Stimmrechte erfolgt via den Dienstleister Minerva; die Abstimmungsrichtlinien ihres Inland-Stimmrechtsberaters Inrate gelangen auch für diese 200 Auslandfirmen zur Anwendung. Die PUBLICA veröffentlicht neu ihr Abstimmungsverhalten.
      • Die Schweiz-fokussierten Abstimmungskriterien von Inrate basieren in Bezug auf die Handlungsachse der Unterstützung von klimapositiven Aktionärsanträgen (Punkt 4.16 der Inrate-Abstimmungsrichtlinien) jedoch nur auf Governance-Kriterien (G); E-(Environment)- und S-(Social)-Kriterien fehlen derzeit; diese Unterstützung ist indes bei den besonders CO2-intensiven Konzernen im Ausland ein zentrales Element einer klimapositiven Stimmrechts-ausübung.
      • Tatsächlich war sie im Falle von BP dafür, dass die Firma Spenden an politische Parteien und Organisationen und Ausgaben für politisches Lobbying tätigen darf; die PUBLICA erlaubte somit, dass BP etwa Norwegen unter Druck setzen darf, keine Restriktionen gegen Erdölbohrungen in der Arktis zu beschliessen. 
      • Bei Equinor lehnte sie eine Reihe von klimapositiven Anträgen ab, die CO2-Intensitätsziele und den Stopp der Exploration weiterer Quellen sowie von Förderaktivitäten fossiler Energieträger ausserhalb Norwegens wollten.
      • Bei Exxon war sie immerhin dafür, dass die Firma Reports über politische Spenden und politisches (Klima-)Lobbying erstellen muss.
      • Im Falle von Shell verhielt sie sich ebenfalls klimapositiv, indem sie einen Antrag unterstützte, dass das Unternehmen sich Klimaziele in Linie mit dem Pariser Klimaabkommen setzen muss.
      • Auch bei Chevron unterstützte sie Anträge, dass das Unternehmen Berichte zum Klima-Lobbying sowie zu den Klimarisiken und den Risiken der Expansion der Förderung von Erdöl und Erdgas erstellen muss.
      Zusammenfassend:
      • Die PUBLICA stimmte bisher (Jahr 2020) kaum klimapositiv, eher klimanegativ ab.
      • Die Abstimmungsrichtlinien sollten um das E (Environmental) und das S (Social) der ESG-Kriterien erweitert werden.
      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Die PUBLICA veröffentlichte im Herbst 2018 ihre Erkenntnisse aus ihrer Teilnahme am BAFU-Klimaverträglichkeitstest. Diese Studie resultierte in der Aussage, dass sich die Kasse nicht auf der Ziellinie von 2°C Erwärmung befindet, sondern eher bei 4 bis 6°C. Sie quantifizierte jedoch weder einen CO2-Fussabdruck noch ergab sie eine Aussage zum finanziellen Klimarisiko.

       

      Die Kasse will ihr Portfolio "in regelmässigen Abständen auf seine Klimaverträglichkeit hin prüfen. Damit soll eine Standardisierung der Berichterstattung gefördert werden, welche Finanzinstitute bei der Ausarbeitung, Definition und Umsetzung von Zielgrössen mit Blick auf das 2-Grad-Klimaziel und bei der Bewältigung der Risiken im Zusammenhang mit der Dekarbonisierung der Wirtschaft unterstützen soll". Gemäss dem Geschäftsbericht 2019 soll im Laufe 2020 eine erste öffentliche Berichterstattung zu den Klimarisiken erfolgen.

      • Dank dem zukünftigen Steuerungseffekt ausgehend von der Szenarioanalyse des neuen klimaeffizienten PUBLICA-Indexes ergibt sich eine potenziell erhebliche Dekarbonisierung des Aktienportfolios. 
      • Es fehlt jedoch eine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks. und/oder eine gleichwertige Quantifizierung der Dekarbonisierungswirkung - z.B. die Information, ob das Aktienportfolio auf einem Klimapfad von max. 1.5 °C ist. 
      • Das Obligationenportfolio bleibt noch unberücksichtigt unter der Selbstverpflichtung, das Gesamtportfolio in regelmässigen Abständen auf seine Klimaverträglichkeit hin zu prüfen.
      Stand Mai 2020:
      Gemäss Mitteilung der PUBLICA an die Klima-Allianz wird die auch dem BAFU-Klimaverträglichkeitstest unterliegende PACTA-Analyse bei ihr regelmässig durchgeführt - nicht nur für die Aktien, sondern auch für die Unternehmensanleihen. Sie werde jährlich durch den externen Investment Controller gewürdigt. PUBLICA prüfe zudem im Laufe 2020 eine Umsetzung von klimaverträglichen Strategien in den Unternehmensanleihen Portfolios. Auch im Bereich der Schweizer Immobilien seien vertiefte Analysen über einen Absenkpfad für CO2 Emissionen im Gang.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Der neu eingeführte klimaeffiziente Aktienindex beruht auf einer Szenarioanalyse aller ca. 9000 Unternehmen des Aktienportfolios. Das Rating der Unternehmen erfolgt aufgrund der drei zukunftsgerichteten Messgrössen:

      1. Klimabedingte Transitionsrisiken (regulatorische Risiken aufgrund Kosten für Reduktion von CO2-Emissionen),
      2. Klimabedingte Transitionschancen (technische Chancen aufgrund Reduktion von CO2-Emissionen),
      3. Physische Risiken und Chancen (klimabedingte Produktionsausfälle und -gewinne aufgrund Extremwetter, Meerspiegelanstieg, Trockenheit).
      Die Ratings sind Messgrössen für die Steuerung des Gewichtes der einzelnen Unternehmen im gesamten Aktienportfolio. Braune, von fossilen Energien abhängige Firmen und/oder mit hohen Treibhausgasemissionen werden untergewichtet, während (grüne) Firmen, die voraussichtlich als Gewinner aus der bevorstehenden Energietransition hervorgehen werden, übergewichtet werden.
       
      Es darf angenommen werden, dass die Messgrösse der physischen Risiken unabhängig von der Energietransition ist; es werden CO2-unspezifisch die Firmen mit guter Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel via Übergewichtung bevorteilt, somit dürfte diese Massnahme bezüglich Klimaschutzwirkung neutral sein.
       
      Hingegen erscheint die Untergewichtung der braunen Firmen und die Übergewichtung der grünen Firmen als potenziell stark wirksam im Sinne des Klimaschutzes.
       
      Die PUBLICA will den neuen Index bis Ende 2021 im gesamten Aktienportfolio implementiert haben.
       
      Der klimaeffiziente Index hat das Potenzial, ein wirksames Steuerungsinstrument für die faktische Dekarbonisierung des Aktienportfolios zu werden. Eingebaut sind zudem die Skalierbarkeit (Vertiefung der Wirkung) und die Anpassungsfähigkeit (z.B. des Ratings der Unternehmen an Weiterentwicklungen in der Messung der CO2-Risiken der Unternehmen).
       
      Die PUBLICA spricht im Synthesedokument zum neuen klimaeffizienten Index von mindestens 30% tieferen (finanziellen) Risiken und mindestens 30% höheren (finanziellen) Chancen des neuen Klima-Indexes im Vergleich zum aktuellen Referenzindex der PUBLICA. 
       
      Mit der erwähnten Mitteilung an die Klima-Allianz (April 2020) gibt die PUBLICA die nachfolgenden Präzisierungen.
       
      Aufgrund der Simulation der Szenarioanalyse für den neuen Index sei bei den Ländern Schweiz und Japan die Verbesserung der Kennzahlen je Messgrösse 30%. Bei allen anderen Regionen (Nordamerika, Pazifik ex Japan, Schwellenländer und Europa) betrage die Verbesserung 50% je Kennzahl. Die beschlossene Umsetzung der neuen Aktienstrategie erlaube, einzelne Unternehmen bis auf 25% des ursprünglichen Gewichts unterzugewichten bzw. auf 200% des ursprünglichen Gewichts überzugewichten, was im Vergleich zu anderen Indices relativ viel sei.
       
      Die beschlossene Umsetzung der neuen Aktienstrategie führe dazu, dass der neue Aktienindex auf drei Schwerpunkt-messgrössen deutlich besser «performen» werde als der ursprüngliche Index (weniger Transitionsrisiken, erhöhte Transitionschancen und reduzierte physische Klimarisiken bzw. erhöhte Chancen). Die PUBLICA sei der Meinung, dass prozessmässig die Integration nicht tiefer werden könne als durch ihren klimaeffizienten Index: sie definiere das Universum (inkl. die Ausschlüsse), sie definiere, welche Daten vom Indexprovider verwendet werden sollen, sie definiere, welche Messgrössen innerhalb des Indices um wieviel verbessert werden sollen, sie gebe den externen Managern diesen "customized PUBLICA-Benchmark" vor, die sie regelbasiert umsetzen müssen und sie führe inhaltlich die Stimmrechts-ausübung aus (neu ab Februar 2020 auch im Ausland). So könne sie jene Themen stark gewichten, die ihr wichtig sind, und sie müsse sich nicht auf eine generelle ESG-Aggregationszahl abstützen.
       
      Fazit: da die CO2-Intensität und der weitere Verlauf der CO2-Emissionen für die obenerwähnten Regionen mit Verbesserung 50% je Kennzahl global betrachtet besonders ins Gewicht fallen, darf eine potenzielle Klimarisiko-Reduktion sowie eine parallele Dekarbonisierung des gesamten Aktienportfolios um mindestens einen Betrag zwischen 30 und 50% postuliert werden.
      • Noch ist ein gesichertes Ausmass der potenziellen Dekarbonisierung des Aktienportfolios unbestimmbar. 
      • Dem Steuerungsinstrument auf Basis der drei erwähnten zukunftsgerichteten Messgrössen fehlt naturgemäss die unmittelbare Abstützung auf die aktuellen Treibhausgasemissionen der Firmen des Aktienportfolios.
      • Das Ausmass der Braun-Grün Umschichtung bleibt deshalb noch unbekannt; eine offiziell kommunizierte Messgrösse für die zukünftige Erfolgskontrolle einer Dekarbonisierung in Linie mit dem 1,5°C-Ziel des Pariser Klimaabkommens fehlt derzeit. 
      • Deshalb sollte die PUBLICA ihren Versicherten und der Schweizer Öffentlichkeit das Mass der CO2-Reduktionswirkung des neuen Klimaindexes bei den Aktien durch Messung der CO2-Intensität des Portfolios (Basis Scope 1, 2, und 3) demonstrieren, oder aber sie sollte aufzeigen, ob sie mit ihren Aktien auf einem Klimapfad von nicht mehr als 1,5 °C Temperaturerhöhung ist oder nicht.
      • Es fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Obligationenportfolios. 
      Stand Mai 2020:
      Gemäss der besagten Mitteilung an die Klima-Allianz (April 2020) ist im Laufe 2020 die Veröffentlichung eines Klima-reportings geplant. Darin sollen Eckwerte zu den CO2-Emissionen nach TCFD-Empfehlungen für 2018 und 2019 und zukünftig auch Angaben über die Wirkung der klimaeffizienten Benchmarks enthalten sein. Zudem sollen als Teil des regelmässigen Klimareporting die wichtigsten Resultate aus der eigenen PACTA Analyse der PUBLICA per Ende 2019 publiziert werden. In dieser Analyse werden die Klimaverträglichkeiten der Aktien und Unternehmensanleihen-Portfolios in Bezug auf die von PACTA herangezogenen Klimaerwärmungspfade der International Energy Agency (IEA) ermittelt. Da die PUBLICA noch zu wenig Erfahrungswerte aus diesen Analysen und der Qualität der Datengrundlage habe, sei bisher kein Zielpfad definiert worden.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Mit der Entfernung der Kohleproduzenten aus den Aktien- und Obligationenportfolios hat die PUBLICA im Jahr 2016 einen Anfang zur Dekarbonisierung ihrer Investitionen gemacht.

      Im Februar 2020 hat sie sich mit der Einführung des klimaeffizienten Indexes bei den Aktien ein potenziell sehr klimawirksames Steuerungsinstrument gegeben.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: sehr viel besser

      • Mit dem innovativen Klimaindex ist die PUBLICA auf dem richtigen Weg zu einem Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad des Aktienportfolios.
      • Je nach dem Ausmass der Braun-Grün-Umschichtung im Aktienportfolio kann der Zielpfad mehr oder weniger in Linie mit dem 1.5°C-Ziel des Pariser Klimabkommens ausfallen. Sofern diese gemäss den Rating-Kriterien eine substanzielle, bereits getätigte Paris-kompatible Reduktion aufzeigen, somit ein Dekarbonisierungspfad der Wertschriftenportfolien in Linie mit dem 1,5°C-Ziel des Pariser Abkommens erkennbar ist, wird die Klima-Allianz die Einstufung auf Grün wechseln. 
      • Es fehlt noch die Selbstverpflichtung bei den Aktien zu einem messbaren Dekarbonisierungsziel bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, und/oder die Bekenntnis zu einem 1.5°C-Dekarbonisierungspfad.
      • Eine Strategie zur Dekarbonisierung der Obligationen ist noch ausstehend.
      • Zusätzlich zur Klimawirkung ist die Verbesserung der Nachhaltigkeit allgemein angezeigt: eine tiefgreifende und systematische ESG-Integration durch Selektion/Deselektion bzw. Über-/Untergewichtung von Unternehmen in den Wertschriftenportfolien aufgrund von ESG-Ratings ist noch ausstehend.
      • Schliesslich fehlt noch eine glaubwürdig dokumentierte ESG- und klimapositive Einflussnahme auf Auslandfirmen mit wirksamem Engagement und Wahrnehmung der Stimmrechte. 

      Politische Aktivitäten

       

      Aus National- und Ständerat sind keine erkennbaren Initiativen vorhanden.

       

      Juli 2019: Der Bundesrat erwartet im Rahmen seines Pakets zur Senkung des Treibhausgas-Ausstosses in der Bundesverwaltung auch: "Die vom Bundesrat gewählten Arbeitgebervertreter der Kassenkommission PUBLICA werden angehalten zu verlangen, dass die Pensionskasse des Bundes PUBLICA ihre Vermögensanlagen regelmässig auf deren Klimaverträglichkeit überprüft und das Ergebnis publiziert, erstmals Ende 2020".

      Dialog zwischen Versicherten und Kasse

       

      2016: Wahlempfehlung der Klima-Allianz Schweiz an die wahlberechtigten Versicherten. Rund 70% der an der Umfrage teilnehmenden Kandidierenden für die Delegiertenversammlung befürworten , dass die PUBLICA Anlagen in fossile Energiefirmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind, über die nächsten 5 Jahre abstossen sollte. Aus dem Kreise der durch die Klima-Allianz empfohlenen Kandidierenden wurden erheblich mehr Kandidierende gewählt als unter den nicht teilnehmenden oder nicht empfohlenen Personen.

       

      Kontaktgruppe PUBLICA DIVEST

       

      Juni 2018: Die 32 Mitglieder umfassende Versichertengruppe PUBLICA DIVEST, die sich mit Unterstützung der PUBLICA-Destinatäre der Aktion renten-ohne-risiko.ch bildete, sendet ein Schreiben an die Kassenkommission der PUBLICA. Es enthält Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zum Investor’s Engagement bei den Unternehmen und zur Einbindung der Destinatäre.

       

      Die Gruppe PUBLICA DIVEST meint auch: "Der Bundesrat will das internationale Ziel der Umlenkung der Finanzflüsse durch freiwillige Massnahmen der Finanzbranche der Schweiz umsetzen. Wir finden, die Anlagestrategie der PUBLICA - Pensionskasse des Bundes und grösste Vorsorgeeinrichtung der Schweiz - trage dem noch zu wenig Rechnung, und erwarten, dass sie ihre Vorbildfunktion im Finanzplatz Schweiz, im Einklang mit den Klimazielen der Eidgenossenschaft, deutlich aktiver wahrnehmen wird."

       

      Oktober 2018: Kassenkommission und Direktor verweisen in ihrer Antwort auf die in der Zwischenzeit auf der Website publizierten Schlüsse und weitere Massnahmen aus ihrer Teilnahme am BAFU-Klimaverträglichkeitstest. Die PUBLICA bietet interessierten Versicherten die Offenlegung weiterer Hintergrundinformationen an einem Workshop an.

       

      Sie informiert, dass sie gegenwärtig in Zusammenarbeit mit dem ThinkTank 2°Investing Initiative die Messung relevanter Kennzahlen zur Klimaverträglichkeit und zu Klimarisiken prüft. Die Methodologie soll sich an die international als Standard anerkannten Empfehlungen des Task Force for Climate Related Financial Disclosures der G20 anlehnen.

       

      Die Frage nach einer Strategie zum Einbezug der Klimarisiken wird durch den Verweis auf den jährlichen ESG-Risikoanalyseprozess beantwortet. Für das Jahr 2018 wurde das Thema "Klimabezogene Übergangsrisiken in Bezug auf die Energieproduktion aus fossilen Energien, insbesondere Kohle" prioritisiert. Die PUBLICA informiert auch über ihre Wahrnehmung von Chancen der Transition, indem sie vermehrt in Infrastrukturanlagen erneuerbarer Energien wie Windparks und Photovoltaik investiere.

       

      Bei ausländischen Unternehmen unterstütze die PUBLICA "Pläne" des SVVK-ASIR, wo die PUBLICA zusammen mit weiteren Gross-Pensionskassen Mitglied ist, zur Aufnahme "klimaspezifischer Dialoge". Ausschlusskriterien werden nicht als prioritär betrachtet. Die PUBLICA setzt darauf, dass sich die Qualität und die Aussagekraft von klimarelevanten Unternehmensdaten verbessert. Damit steige die Transparenz der Geschäftsstrategie und der Entwicklung der Unternehmen im Umgang mit den Klimarisiken.

       

      Die PUBLICA betrachtet die Ausschlussliste Carbon Underground 200 der grössten Kohle-, Erdöl- und Erdgasunternehmen als vergangenheitsbezogen, sie setzt demgegenüber auf die Beurteilung positiver und negativer Entwicklungen kritischer Unternehmen. Eine Orientierung an "ex fossil fuels" Indices sei gegenwärtig von geringer Priorität, da die PUBLICA faktorbasierte Indices einsetze. Gegenwärtig sind ESG-Faktoren nicht Teil davon. Sie meint, dieser Aspekt könne im Rahmen einer geplanten Analyse zum Einbezug von ESG-Faktoren in Ergänzung zu bestehenden Risikofaktoren in Betracht gezogen werde.

       

      Juni 2019: Die Delegation der Gruppe PUBLICA DIVEST reicht als Vorbereitung des von der PUBLICA im Oktober 2018 angebotenen Workshops ein neues Papier ein. Sie wünscht, dass die PUBLICA den Tatbeweis der Wirksamkeit ihres Investor's Engagement im Bereich der stark kohlenstoffexponierten Branchen der Kohleverstromer, des Erdöls und des Erdgas erbringt. Andererseits schlägt sie vor, dass die PUBLICA eine Klimastrategie mit Portfolio-Dekarbonisierung konzipiert.

       

      Ende Juni 2019: Die Delegation der Klima-Allianz dankt der der Direktion und den Vertretern des Asset Management der PUBLICA für die Durchführung dieses hochinformativen Workshops und für den offenen und konstruktiven Austausch. Sie fasst ihre Position sowie die gemäss PUBLICA zu erwartenden Weiterentwicklungen in einer durch die PUBLICA gegengelesenen Gesprächsnotiz zusammen.

      • Die klimarisikomindernde Dekarbonisierung des Portfolios sollte gleichberechtigt zum Engagement konzipiert werden.
      • Engagement und Dekarbonisierung sind nicht als Gegensatz, sondern als kombinierte Strategie zu betrachten.
      • Verstärkt zu verfolgen wäre die Untergewichtung problematischer Positionen, was die Kohlenstoffsensitivität des Portfolios via Dekarbonisierung vermindert, aber die Fortsetzung des Engagements erlaubt. 
      • Bei geringerer CO2-Exposition und bei Unternehmen mit guten Aussichten einer Umstellung der Geschäftsmodelle (Stromsektor, Automobilsektor) bleibt Engagement erste Wahl.
      • Entsprechend befürwortet die Klima-Allianz die Dekarbonisierung als zwingende Ergänzung des Engagements im Bereich der fossilen Energien (fossile Brennstoffe, Stromunternehmen). Die Planung und Umsetzung eines Dekarbonisierungspfades mit Divestment, Untergewichtung und/oder via Best-in-Class-Ansatz sollte Teil der Nachhaltigkeits- und Klimastrategie sein. Sie verweist dabei auf die Vorreiter-Pensionskassen PKZH und LUPK.
      • Die Klima-Allianz fragt, warum PUBLICA mit ihrem global relevanten Gewicht nicht an den Initiativen (Appellen) des IIGCC wie auch der Climate Action 100+ teilnimmt; dies wäre mit wenig Aufwand verbunden und kosteneffizient; es braucht dazu keine Abstimmung mit dem SVVK.

      Die PUBLICA informiert,

      • es bestünden konzeptionelle, provisorische Bestrebungen, um Grundlagen für eine potenzielle weitere ESG-Ausrichtung und Dekarbonisierung des Portfolios im Bedarfsfall vorzubereiten,
      • sie sei offen dafür, bei Vorliegen von Konzepten, die Unterstützung durch die Führungsorgane der PUBLICA finden, der Delegation der Klima-Allianz Details zu kommunizieren.

      Brief von 165 ProfessorInnen an die PUBLICA

       

      Juni 2018: 165 Professorinnen, Professoren und Mitarbeitenden der ETH Zürich, der EPF Lausanne und aus Instituten des ETH-Bereichs, die bei der PUBLICA versichert sind, senden der Kassenkommission der PUBLICA einen Brief. Eine Eingabe, die dank der Initiative eines PUBLICA-Versicherten des ETH-Bereichs zustande kam.

       

      Die Unterzeichnenden stellen fest: "Ende 2014 hatten mehr als 400 massgebende institutionelle Anleger mit dem «Global Investor Statement on Climate Change» die Politik aufgerufen, für ein starkes Pariser Klimaabkommen (COP21) zu sorgen. Je länger wirksame Massnahmen zur Verhinderung eines katastrophalen Klimawandels und für saubere Energien ausblieben, desto unvermeidbarer würden später radikale, stabilitätsgefährdende Notmassnahmen im Weltkrisenmodus. Ohne eine weitsichtige Verhütungsstrategie seien die heute getätigten Investitionen und Alters-Sparguthaben von Millionen Bürgern gefährdet."

       

      Die 165 Persönlichkeiten gehen demnach davon aus, dass die Investitionen der PUBLICA im fossilen Sektor von ca. 800 Mio. CHF bereits heute ein erhebliches finanzielles Risiko darstellen: "Spätestens seit dem Inkrafttreten des Pariser Klimaabkommens ist klar, dass der Regulierungsdruck seitens der Regierungen zunehmen wird. Zusätzlich beschleunigt sich die Entwicklung der Technologie im erneuerbaren Energiesektor. Schliesslich wird auch der Druck aus der Zivilgesellschaft weiter zunehmen, nicht zuletzt infolge der zu erwartenden Zunahme von Klimakatastrophen. Eine erhebliche Wertverminderung von im fossilen Sektor tätigen Unternehmen ist daher wahrscheinlich, noch bevor griffige Gesetzgebung und neue Technologien zu einer Abnahme der Nachfrage führen werden".

       

      Die 165 Unterzeichnenden erwarten deshalb, dass die PUBLICA Investitionen aus Unternehmen im fossilen Energiesektor abzieht und bei allen verbleibenden Unternehmen die Möglichkeiten der Einflussnahme nutzt, um diese in eine klimaverträgliche Zukunft zu führen.

       

      Oktober 2018: Die PUBLICA bekräftigt in ihrer Antwort, dass sie die Berücksichtigung von Klimarisiken als Teil ihrer treuhänderischen Sorgfaltspflichten betrachtet. Sie wolle am Übergang von fossilen zu erneuerbaren Energien partizipieren, jedoch sei ein Ausschluss von (nach der Kohleförderung) weiterer Unternehmen der fossilen Energien erst dann aktuell, wenn die grössten Staaten ihre Verpflichtungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen gemäss dem Pariser Klimaakommen effektiv umsetzen würden.

    • BVK

      BVK

      Personalvorsorge des Kantons Zürich

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die BVK ist mit ihrem Anlagevolumen von über 32 Mia. CHF die viertgrösste Personalvorsorgeeinrichtung und zweitgrösste Pensionskasse öffentlicher Angestellten der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die BVK verfügt über eine allgemeine Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist, und hat diese in Grundsätzen detaillierter gefasst.

       

      Sie versteht ihre Massnahmen im Bereich des verantwortungsbewussten Investierens als integralen Bestandteil des Risikomanagements.

       

      Sie ist Gründungsmitglied des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zum Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) bekennt. Die BVK schliesst via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

       

      Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert die BVK mit einer Mitteilung und anlässlich eines Gesprächs (April 2020), ihre im Sommer 2019 festgelegten 10 Grundsätze dienten als Grundpfeiler zur verantwortungsbewussten Ausrichtung ihrer Anlagetätigkeit. Ihre Normative Basis beinhalte Schweizer Recht, durch die Schweiz ratifizierte internationale Konventionen und der UN Global Compact. ESG-Risiken entstünden dort, wo ein Portfoliounternehmen die Normative Basis der BVK schwerwiegend und systematisch verletze. Die Reichweite der ESG-Integration sei, auch wenn in der Anlagekategorie Aktien und Unternehmensanleihen nur eine kleine Anzahl von Unternehmen vom Anlageuniversum ausgeschlossen sind, durch einen ESG-Screening und -Engagementprozess umfassend und lückenlos. Gemäss der 10 Grundsätze betreibt die BVK ihr ESG-Risikomanagement primär als aktive Eigentümerin via Engagement.

      • In ihrer Publikation der Nachhaltigkeitspolitik fehlen jedoch Aussagen über Ziele, welche die Wirksamkeit ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage auf Portfolioebene kontinuierlich verbessern.
      • Ob es eine signifikant positive Wirkung ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage im Vergleich zur konventionellen Praxis gibt, bleibt demnach intransparent.
      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Folglich sollte sich die BVK damit auseinandersetzen, wie sie das Resultat der nachhaltigen Ausrichtung ihrer Anlagepolitik, insbesondere ihre tatsächlich gesamtgesellschaftliche Wirkung, in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen und kontinuierlich verbessern wird.

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die BVK sieht seit Anfang 2020 auch den Klimawandel als Element ihrer eigenen Nachhaltigkeitspolitik. Das durch die Schweiz ratifizierte internationale Pariser Klimaabkommen ist Bestandteil ihrer Normativen Basis. Beim Management der Klimarisiken soll ein mehrstufiger Prozess greifen (Identifikation von Klimarisiken, Dialog mit Unternehmen, Ausschluss).

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die BVK hat 2017 als zweite grosse Pensionskasse der Schweiz beschlossen, aus wirtschaftlichen Gründen "Kohleproduzenten aus den weltweiten Aktienportfolios auszuschliessen".

       

      Aus Gründen der schwierigen Quantifizierbarkeit sieht die Klima-Allianz davon ab, klimafreundliche Maßnahmen im Immobilienbestand im Rating zu berücksichtigen. Es ist jedoch erwähnenswert, dass die BVK in diesen Bereichen zu den Pionieren gehört. Wie sie in der erwähnten Mitteilung (April 2020), darlegt, hat sie sich ab Sommer 2019 zu einer Leadership-Rolle bei den direkt gehaltenen Immobilien bekannt. Bereits hat sie eine Senkung des CO2-Ausstosses des Immobilienportfolios um über 50% auf im Peervergleich hervorragende 12 kg/m2 BGF/a (im Vgl. zu 1990) erreicht. Als neues Ziel hat sie sich eine Reduktion um 70% im Vergleich zu 1990 gesetzt.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die BVK hat die UN Principles for Responsible Investment unterzeichnet und verpflichtet sich damit ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

      Die BVK ist seit August 2019 Mitglied des Vereins Swiss Sustainable Finance.

      • Als erste der grossen Schweizer Pensionskassen anerkennt sie damit die Notwendigkeit, dass der Finanzplatz Schweiz – und somit auch die Pensionskassen – eine führende Rolle bei der nachhaltigen und klimaverträglichen Ausrichtung der Finanzflüsse spielt.

      Sie ist zudem seit August 2019 Direktmitglied der von Investoren geleiteten globalen Engagement-Initiative Climate Action 100+, welche die 100 grössten Treibhausgasemittenten anvisiert. Ziel der Initiative ist es, "mit den weltweit grössten Treibhausgasemittenten zusammenzuarbeiten, um die Emissionen zu reduzieren, die klimabezogenen Finanzinformationen offenzulegen und die Unternehmens-Governance in Bezug auf den Klimawandel zu verbessern".

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Engagement via SVVK

       

      Auch als Mitglied des SVVK will die BVK die Einhaltung der ESG-Kriterien und das Management der Klimarisiken gemäss ihren überwiegend durch den Dialog (Engagement) mit den investierten Unternehmen erreichen.

       

      Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen (März 2019) setzt im Falle der finanziellen Klimarisiken primär auf den Dialog mit den investierten Unternehmen. Der SVVK will dieses gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

      • Die Forderung nach Offenlegung von Klimadaten durch die Unternehmen ist zu unterstützen, denn sie ist die Grundvoraussetzung für Anlageentscheidungen. Jedoch leitet sie bei weitem noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen ein. 

      Dem SVVK-Engagementbericht 2019 ist zu entnehmen, dass sich Einsatz und Wirksamkeit des an den Dienstleister Sustainalytics delegierten ESG- und Klima-Engagements bei relevanten globalen Firmen gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. Die dem SVVK zur gemeinsamen Ausübung des Engagements angeschlossenen Pensionskassen hatten im Laufe 2018 und 2019 bei 12 globalen Unternehmen spezifische Ziele des Engagements vorgebracht. Diese Ziele in den Bereichen Korruption, Umweltschäden, Menschenrechte, Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit wurden gemäss SVVK erreicht und abgeschlossen.

       

      Weiterhin aktiv sind Engagementprozesse bei einer grossen Zahl von Unternehmen aller Kontinente. Der SVVK präzisiert entsprechende Informationen im Engagementbericht 2019 gegenüber der Klima-Allianz (April 2020) wie folgt. Im Jahre 2019 waren 76 Engagements im Gange, grösstenteils in den Bereichen Umwelt (34 Fälle), Arbeitsrechte (20 Fälle) und Menschenrechte (16 Fälle).

       

      Im Klimabereich hat der SVVK zusammen mit Sustainalytics ab 2018 einen Dialog mit 20 führenden, globalen Stahl- und Zementproduzenten angestossen, um die Klimatransition zu thematisieren. Dabei fordert der SVVK in erster Linie von diesen Unternehmen die Messung und Publikation von Klimarisiken gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD). Weitere Forderungen sind wissenschaftlich-fundierte CO2 Ziele, konkrete Massnahmen und Überwachung der Fortschritte, sowie eine Klimapolitik und konsistente Haltung gegenüber ihren Verbänden bezüglich deren Lobbying-Aktivitäten. Dieser Aktionärsdialog wird fortgesetzt.

      • Durch die Wahl des Sektors der Stahl- und Zementproduzenten hat sich der SVVK auf eine Branche konzentriert, wo Engagement sinnvoll ist: deren CO2-Intensitäten sind nur zum Teil bedingt durch den Einsatz fossiler Brennstoffe, aber trotzdem beträchtlich. Tatsächlich sind die durch die CO2-Abspaltung aus Koks oder dem mineralischen Rohstoff entstehenden Emissionen nur mittelfristig reduzierbar, weil die Technologie noch entwickelt und industrialisiert werden muss; somit kann der Druck durch Investorenverbünde die Firmen auf einen Dekarbonisierungspfad verpflichten.
      • In diesem engeren Bereich hat der SVVK nach heutigem Stand einen Leistungsnachweis für sein Engagement erbracht.
      • Im Feld jedoch der von fossilen Brenn- und Treibstoffen abhängigen Sektoren, besonders der fossilen Energien (Produzenten der fossilen Energieträger, davon abhängige Strom- und Wärmeerzeuger sowie energieintensive Sektoren), bleibt es eine Herausforderung, den Leistungsnachweis für die Option Engagement erbringen zu können.
      • Diese Option Aktionärsdialog ist sinnvoll, wenn die Geschäftsmodelle der Unternehmen Aussichten auf einen Dekarbonisierungspfad in Linie mit dem 1.5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens bieten.
      • Es sind dabei für ein klimawirksames Engagement präzise Forderungen, Umfang, Messkriterien und Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung zu definieren.
      • Ohne eine klare Dekarbonisierungsstrategie mit einer tiefgreifenden ESG- und Klima-Integration in den Anlageprozess der Wertschriftenportfolien der Mitglieder-Pensionskassen und ohne Leistungsnachweis der Engagementpolitik im Bereich der besonders hohen Klimarisiken der hoch CO2-intensiven Sektoren erscheint der Ansatz des SVVK noch nicht genügend ausgereift.
      Stand April 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert der SVVK, er habe sich angesichts der Tatsache, dass bereits viele Investoren den Energie- und Utilities-Sektor (Stromversorger) ansprechen, für den Zement- und Stahlsektor entschieden. Der SVVK wolle zunächst im derzeitigen Engagement Fortschritte vorweisen können, bevor er weitere Branchen anspreche. Dies sei aber sicherlich eine möglicher nächster Schritt.

      Direkt-Engagement via Climate Action 100+
       

      Seit Sommer 2019 nimmt die BVK im Sommer 2019 im Feld des direkten Aktionärsdialogs bei der globalen Initiative Climate Action 100+ eine aktive Rolle ein. Sie bringt sich mit einer eigenen Vertretung in den Unternehmensdialog ein, bespricht Zielvorgaben und Massnahmen zur Zielerreichung und rapportiert den Fortschritt. Wie der Progress Report (September 2019) der Climate Action 100+ zeigt, sind erste Fortschritte bei mehreren Unternehmen erkennbar. Der Prozess, die Engagement-Arten und -Tools, inhaltliche Forderungen, Meilensteine und Fortschrittsmessung sind transparent festgelegt. Regional fokussierte Arbeitsgruppen unterstützen jeweils das Engagement bei einer Untergruppe von Schwerpunkt-unternehmen, um die teilnehmenden Investoren mit Ressourcen zu versorgen und sicherzustellen, dass die Engagements effektiv sind. Inhaltliche Forderungen sind die Integration eine Klima-orientierten Governanz in das Business-Managementsystem der Unternehmen (einschliesslich der Ausrichtung des Lobbyings auf die Unterstützung einer klimapositiven Politik), die Offenlegung der Klimarisiken gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) und die Festlegung eines Dekarbonierungspfades über die gesamte Wertschöpfungskette, der in Linie mit dem Klimaziel von 2°C des Pariser Klimaabkommens ist.

      • Dies ist ein grosser Fortschritt, denn mit inhaltlich präzisen und wirksam gestellten Forderungen von Aktionären gibt es Bewegung bei den am meisten klimarelevanten Grossfirmen, Paris-kompatible Dekarbonisierungspfade für den fossilen Anteil ihrer Geschäftstätigkeit zu beschliessen. Damit geht die BVK weiter als das durch die SVVK-Mitglieder derzeit gemeinsam getätigte Engagement.
      Mit der erwähnten Mitteilung sowie anlässlich des nachfolgenden Gesprächs mit der Klima-Allianz präzisiert die BVK, sie bringe sich als Teil des Investorenverbundes Climate Action 100+ im direkten Dialog für ein besseres Klimarisiko-management eines Schweizer SMI-Konzerns ein. Die BVK ist in die im erwähnten Progress Report beschriebene Arbeitsstruktur eingebunden: sie ist Teil einer regional fokussierten Arbeitsgruppe, die jeweils das Engagement mit einer Untergruppe von Schwerpunktunternehmen unterstützt.
       
      Stimmrechte
       
      Die BVK übt ihre Stimmrechte an über 500 Generalversammlungen im Ausland aus. Dies erfolgt via einen nicht näher bezeichneten Dienstleister; die BVK veröffentlicht ihr Abstimmungsverhalten im Detail.
      • Im Falle des Kohle-, Erdöl- und Erdgas-Konzerns BHP hat die BVK einem Aktionärsantrag gegen die klimaschädlichen Lobby-Aktivitäten zugestimmt.
      • Auch bei der US-Kohlestromfirma Duke Energy verhielt sich die BVK klimapositiv, indem sie Resolutionen für die Berichterstattung zu Zahlungen an Politiker und Ausgaben über das Lobbying sowie für einen Report zur Eindämmung der Wirkung auf Gesundheit und Klima unterstützte.
      • Im Falle von BP unterstützte sie jedoch nur die Climate-Action 100+ Resolution zur Berichterstattung darüber, wie das Geschäftsmodell mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens kompatibel ist; sie lehnte aber den Antrag ab, dass BP konkrete Ziele für ihre Paris-Kompatibilität formuliert.
      • Bei Chevron hat sie sowohl für die Erstellung eines Reports über Pläne zur Senkung des C02-Fussabdrucks in Linie mit dem Pariser Abkommen als auch für die Gründung eines "Environmental Issue Board Committee" gestimmt.
      • Bei Exxon unterstützte die BVK sämtliche Resolutionen für die Berichterstattung zu Zahlungen an Politiker und Ausgaben über das Lobbying, sowie für die Gründung eines "Environmental/Social Issue Board Committee".
      • Bei Shell verhielt sie sich im Jahr 2018 klimapositiv, denn sie unterstützte einen Aktionärsantrag der die Erdöl-und Erdgas-Firma aufforderte, Ziele festzulegen und zu veröffentlichen, die mit dem Ziel des Pariser Klimaabkommens übereinstimmen, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen.
      Fazit: zwar verhielt sich die BVK nicht immer, aber doch weitgehend klimapositiv.
       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Stand April 2020:

      Mit der erwähnten Mitteilung sowie anlässlich des nachfolgenden Gesprächs mit der Klima-Allianz teilt die BVK mit, sie kaufe als Teil des ESG-Risikoscreenings auch CO2-Footprint-Daten sowie zukunftsgerichtete Szenarioanalyse-Daten ein und werte diese auf Stufe Einzelunternehmen aus. Diese Datengenerierung dient aktuell als Grundlage für das Risiko-management via Aktionärsdialog. Sie strebt zudem an, mit einem eigenen Set an Klimarisikoindikatoren ein umfassendes Klimarisikoverständnis aufzubauen. Dabei werden neben dem aktuellen CO2-Fussabdruck auch zukunftsgerichtete Fragen zur Anpassungsfähigkeit und -willen jedes einzelnen Unternehmens berücksichtigt. Dieser Ansatz erlaube auch, auf neue Erkenntnisse im Bereich der Klimarisikomessung reagieren zu können.

      • Diese Datengenerierung auf Ebene Unternehmen sichert neben dem zielgerichteten Engagement auch die Flexibilität für eine spätere, ebenfalls zielgerichtete Anpassung des Managements der Klimarisiken.

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die BVK hat keine Absichten bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

      • Folglich fehlt als Ergänzung der Engagement-orientierten Klimastrategie noch eine Fortsetzung des Klimarisiko-managements mit der weiteren Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die den Forderungen im Rahmen des Klima-Engagement nicht nachkommen und nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.​

      ​____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Mit der Entfernung der Kohleproduzenten aus dem Aktienportfolio hat die BVK im Jahr 2017 einen ersten Schritt zur Dekarbonisierung ihrer Investitionen gemacht.

      Es bestehen auf die kurze und mittlere Sicht bestimmte Chancen, dass ihre klimagerichteten Engagement-Aktivitäten im Rahmen der Climate Action 100+ in Teilen des Wertschriftenportfolios zu einer Reduktion der finanziellen Klimarisiken beitragen; dies ist insbesondere bei Unternehmen und Branchen zutreffend, deren Geschäftsmodell Aussichten auf eine Umkehr hin zu einer nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Tätigkeit bietet.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: viel besser

      • Als bisher einzige Schweizer Pensionskasse setzt die BVK mit ihrem laufenden eigenen Engagement als Akteurin im Rahmen des Netzwerks der Climate Action 100+ für den kollektiven Unternehmensdialog mit den kohlenstoff-intensivsten Unternehmen ein Zeichen. Auch sind Wirksamkeitsnachweis und Erfolgskontrolle gewährleistet. 
      • Als Schwergewicht unter den institutionellen Investoren der Schweiz nimmt sie eine global wirksame Rolle in der klimawirksamen Einflussnahme auf die globalen Schwergewichte unter den klimarelevanten Konzernen ein. 
      • Es wird zu beobachten sein, ob die BVK mit ihren Engagement-Aktivitäten einer Materialisierung der finanziellen Klimarisiken im Wertschriftenportfolio rechtzeitig entgehen wird, weil sich dank des Aktionärsdialoges eine kritische Masse von Firmen und Sektoren vom fossilen Modell wegbewegt
      • Zudem wird es relevant sein, ob sie im Lichte ihrer Treuhandpflicht zur Erzielung eines bestmöglichen Ertrags zeitgerecht die grünen Rendite-Opportunitäten realisiert. 
      • Es fehlt demnach noch eine stringente, zeitnahe Dekarbonisierung des Portfolios, beginnend mit dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.
      • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Politische Aktivitäten

       

      Dezember 2015: Interpellation Martin Neukom (Grüne), Jonas Erni (SP) und Daniel Sommer (EVP) im Kantonsrat zu den Risiken der Kohlenstoffblase für die Investitionen des Kantons und der BVK. In ihrer Antwort vom Februar 2016 beantwortet die Regierung die Frage nach der Summe der Anlagen der BVK in fossile Energien nicht. Sie gibt nur bekannt, die BVK investiere indexnah, somit entspreche ihr Exposure dem globalen Marktdurchschnitt.

       

      März 2017: Anfrage im Kantonsparlament, Jonas Erni (SP), Barbara Schaffner (GLP), Martin Neukom (Grüne) zur Nachhaltigkeit und zum Divestment der BVK. Die Regierung antwortet ablehnend, da die BVK als privatrechtliche Institution autonom entscheide und keine Weisungsbefugnis bestehe.

       

      Februar 2019: Anfrage Sonja Gehrig (GLP), Martin Neukom (Grüne) und Mark Wisskirchen (EVP) im Kantonsrat zur Transparenz der BVK bezüglich der finanziellen Klimarisiken. Unter Bezug auf die im Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge festgelegten Pflichten zur Information über den versicherungs-technischen Risikoverlauf wird die Offenlegung der der BVK vorliegenden Informationen und Erkenntnisse über die Investitions- und Anlagerisiken verlangt. Insbesondere wird Transparenz zu den bereits getätigten Untersuchungen nachgefragt, wie diejenigen im Zusammenhang mit den beiden BAFU-Klimastudien "Kohlenstoffrisiken für den Finanzplatz" (2015) und "Klimaverträglichkeitstest" (2017).

       

      Februar 2019: In einer zweiten Anfrage Sonja Gehrig (GLP), Jonas Erni (SP) und Martin Neukom (Grüne) im Kantonsrat für eine Strategie zur Minimierung der Klimarisiken bei der BVK wird ein Absenkungspfad der Klimaemissionen und der finanziellen Klimarisiken thematisiert. Es wird die Frage gestellt, ob es aus Sicht der Regierung - in Linie mit der Auffassung des Bundesrats, der auf Freiwilligkeit setzt – nicht Ziel sein müsste, dass die BVK ihren Anteil leistet, damit unser Land die eingegangenen Verpflichtungen des Pariser Abkommens erreiche. Weiterhin wird nachgefragt, ob die Exekutive, also der Kanton, nicht über seine Arbeitgebervertretungen Einfluss auf die Anlagestrategie ausüben müsste, um diese weniger Klimarisiken auszusetzen.

       

      April 2019: der Regierungsrat übergibt die Beantwortung der beiden Anfragen der BVK.

       

      In ihrer Antwort zu ihrer Transparenz bezüglich Klimarisiken gibt die Kasse zu verstehen, dass ihre die bisherigen CO2-orientierten Analysen des BAFU-Klimatests nur einen geringen Teil ihrer gesamten Anlagen erfasst hätten, sie somit nicht relevant seien. Transparenz im Feld der Klimarisiken hält sie nicht für nötig. Die Antwort zu einer Strategie zur Minimierung der Klimarisiken zeigt auf, dass die BVK den Klimawandel und die Energietransition nur als "mögliches" Anlagerisiko für ihr Portfolio betrachtet. Sie setzt auf Investor's Engagement, vermittelt aber keine Transparenz darüber, welche Aktivitäten sie unternommen hat. Auch fehlt der Nachweis der Wirkung ihres behaupteten Unternehmensdialoges mit CO2-intensiven Firmen - vorab der Kohle-/Rohstoff-Mischkonzerne, der Erdöl- und Erdgasförderer und der Kohleverstromer.

       

      Sie ist offensichtlich (noch) nicht bereit, einen intelligenten Ansatz zu formulieren, der den Aufbau eines wirksamen Engagements mit Bedingungen und Ausstiegsfristen mit der Ansage eines Dekarbonisierungspfades kombiniert. Offensichtlich sieht sie noch keine Notwendigkeit, sich aktuell mit den finanziellen Klimarisiken und den Chancen der Energietransition für ihr Portfolio zu beschäftigen.

       

      Immerhin lässt sie für den langen Zeithorizont die Option eines Ausstiegs offen: ihre Verantwortung, die Firmen mit Engagement zu nachhaltigem Wirtschaften anzuhalten, bedeute "aber auch, dass die BVK bereit ist, Anlagesektoren auszuschliessen, wenn zum Beispiel Gefahr besteht, dass das Geschäftsmodell aufgrund der bestehenden Klimarisiken obsolet wird". Mit anderen Worten, aktuell verneint die BVK, dass der Klimawandel - der ein irreversibles Risiko ist - ihr Portfolio bedroht. Aber sie denkt, sie würde, sollte es zu "bestehenden" Klimarisiken kommen, dann schon noch rechtzeitig die Kurve kriegen, um die Renten zu schützen. Ein riskantes Spiel für eine Pensionskasse mit über 120'000 Destinatären.

       

      März 2019: Gemeindeparlament Uster, Anfrage Patricio Frei (Grüne) "Investiert die Stadt Uster in fossile Energie?" Die Anfrage betrifft auch die BVK, wo das Personal der Stadt Uster versichert ist; sie verweist auf eine Untersuchung (siehe oben: Schreiben der Versichertengruppe BVK DIVEST an die BVK vom August 2018), worin für die BVK die potenzielle klimabedingte Reduktion des Deckungsgrades im 15-Jahre-Horizont von heute 100% auf bis zu 87,5% postuliert wurde.

       

      Die Stadtregierung wird aufgefordert, unter ihrer Verpflichtung als Arbeitgeber des Personals der Stadt Uster, gegenüber der BVK die Interessen der Mitarbeitenden an einer finanziell gesunden Pensionskasse geltend zu machen, indem sie das Recht auf Information ausübt und umfassende Informationen einholt. Diese müssten für die Stadt Uster und ihr Personal als Entscheidungsgrundlage für ein weiteres Vorgehen, unter Einschluss eines möglichen Kassenwechsels, verwendbar sein.

      Die Exekutive wird aufgerufen, ihr Gewicht als verantwortlicher Arbeitgeber bei der BVK einzusetzen, damit diese Schritte für mehr Nachhaltigkeit und für eine risikominimierende Klimastrategie unternimmt. Diese soll in transparenter und verpflichtender Weise das Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios festlegen, angefangen mit dem Ausstieg aus dem Bereich fossile Energien.

      Weiterhin werden die Resultate und die Schlussfolgerungen betreffend die BVK des BAFU-Klimatests 2017 sowie die Zurverfügungstellung des Originalberichts einverlangt.

       

      September 2019: Als Teil ihrer Antwort leitet die Stadtexekutive Uster die Stellungnahme der BVK weiter. Diese sagt neben schon Gesagtem, sie gehe davon aus, dass sich die Erdöl- und Erdgasproduzenten an die Anforderungen der durch das Pariser Klimaabkommen vorgegebenen Transition anpassen können und die Renditen auch in Zukunft einbringen. Neu ist, dass sie erwartet, dass die Unternehmen die Klimarisiken ihrer Wertschöpfungsketten analysieren, messen und ihr Geschäftsmodell an eine emissionsärmere Zukunft anpassen. Diesen Worten lässt sie immerhin Taten folgen, denn die BVK will selbst aktiv an der Climate Action 100+ teilnehmen (s.oben).

      Dialog zwischen Versicherten und Kasse

       

      Mai 2017: Wahlempfehlung der Klima-Allianz Schweiz an die wahlberechtigten Versicherten. Mit 20 von 25 Teilnehmenden befürwortet die grosse Mehrheit der an der Umfrage beteiligten Kandidierenden für den Stiftungsrat, dass die BVK Anlagen in fossile Energiefirmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind, über die nächsten 5 Jahre abstossen sollte. Der Wahlausgang war für das Ziel des Divestments erfolgreich: die Zahl der expliziten Befürworter der Desinvestition fossiler Unternehmen im Führungsorgan der BVK hat sich verdoppelt. Die zwei neugewählten Stiftungsräte Stefan Giger und Irene Willi, die auf der Liste “Starke Stimmen in die BVK” des VPOD Zürich antraten, verdrängen zwei erneut kandidierende Bisherige. Diese hatten die Wahlumfrage der Klima-Allianz unter den Kandidierenden für die Arbeitnehmervertretung ignoriert.

       

      Kontaktgruppe BVK DIVEST

       

      Mai 2017: Dank des Momentums der Wahlempfehlung und des erfolgreichen Wahlausgangs bildet sich die neue Kontaktgruppe BVK DIVEST, die sich als Dialogpartner des neugewählten Stiftungrates versteht.

       

      August 2017: die Kontaktgruppe BVK DIVEST sendet im Namen der BVK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Stiftungsrat. Dieses umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zur Stimmrechtsausübung und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von BVK DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

       

      November 2017: BVK DIVEST wertet an einem Workshop die Antwort der BVK aus, welche nur in allgemeiner Weise auf die Grundsätze der Anlagepolitik eingeht, nicht aber eine Absicht zur Entwicklung einer transparenten Klima-Strategie erkennen lässt.

       

      Dezember 2017: BVK DIVEST sendet das erarbeitete Positionspapier an den Stiftungsrat der BVK. Die Kontaktgruppe kritisiert die Missachtung des von der Schweiz ratifizierten Pariser Klima-Abkommens bei der Festlegung der Nachhaltigkeitsziele (ESG Kriterien) und betont die finanziellen Risiken für die BVK-Altersrenten. Bei Festhalten an Anlagen in Erdöl- und Erdgasindustrien drohen Verluste nicht nur auf die lange Sicht, sondern disruptive Verläufe wie der plötzliche Fall des Schweizer Bankgeheimnisses, das Diesel-Debakel der deutschen Auto-Industrie und die unerwartet schnelle Wende hin zu Elektromobilität. Zusammen mit einer ungenügenden Wahrnehmung von Ertragschancen, die sich aus dem Boom der erneuerbaren Energien ergeben, könnte dies als Mangel der gebotenen treuhänderischen Sorgfaltspflicht ausgelegt werden.

       

      Dezember 2017: Geschäftsleitung und Anlageverantwortliche der BVK sagen zu, die Gruppe BVK DIVEST zu einem Treffen in ihrem Hause zu empfangen.

       

      Januar 2018: das Treffen findet in gegenseitig offener und interessierter Atmosphäre statt.

      Die BVK weist darauf hin, sie lasse sich in ESG-Fragen - deren Anwendungskriterien sie ausschliesslich im Rahmen des SVVK gemeinsam mit den anderen grossen Kassen entwickelt - nicht durch "subjektive" Meinungen leiten. Sie wende stattdessen "normative" Kriterien an. In Klimafragen bedeutet das, dass die Kasse die vom Pariser Abkommen geforderte Umlenkung der Finanzflüsse nur dann als ethisches Steuerinstrument anerkennen will, wenn es schweizerische Ausführungsgesetze dazu gäbe.

      Weiterhin sieht die Kasse, entgegen der Forderung der Klima-Allianz und von BVK DIVEST, keine Notwendigkeit, den sie betreffenden Stand ihrer Klimakompatibilität zu veröffentlichen, der ihr aufgrund der Resultate des BAFU-Klimatests 2017 vorliegt.

      Die 8-köpfige Delegation von BVK DIVEST zeigte auf, dass es die finanziellen Risiken - also die Gefahr geringerer Renten - seien, die schwergewichtig zu betrachten seien. Damit kann die Diskussion von moralisch, ethischen Fragen auf (einfacher verhandelbare) handfeste finanzielle Eigeninteressen umgelenkt werden. Denn Klimawandel und Energietransition würden Verluste auf den Anlagen des fossilen Sektors bewirken, somit dürfe ein Ausstieg nicht zu spät erfolgen. Dies wird durch die BVK im Prinzip nicht bestritten, doch ihre Anlageverantwortlichen trauten sich keine "überdurchschnittliche Prognosefähigkeit" zu.
      Die Delegation von BVK Divest legt dar, dass der Klimawandel eine physikalische, somit eindeutig prognostizierbare Tatsache ist, und deshalb nicht mit Unvorhersehbarkeiten wie Aktien- oder Wechselkursschwankungen verglichen werden kann.

      Um die von BVK DIVEST verlangte Vertiefung der Thematik zu ermöglichen, ist die BVK bereit, den Dialog weiterzuführen. Es wurde ein weiteres Treffen im Laufe 2018 vereinbart.

       

      Februar-August 2018: einem Aufruf von BVK DIVEST folgend, unterzeichnen nun über 80 BVK-Versicherte das Positionspapier vom Dezember 2017. Das um die neuen Unterstützenden ergänzte Positionspapier der über 80 BVK-Versicherten wird der Kasse im August 2018 eingereicht.

       

      März-August 2018: die Gruppe BVK beschliesst, beim Klima-Fintech-Unternehmen Carbon Delta eine Simulation der finanziellen Klimarisiken der Investitionen der Kasse in Auftrag zu geben, die über die möglichen Verluste auf den Aktien und Obligationen im Zusammenhang mit den fossil-lastigen, "high carbon" Unternehmen Auskunft gibt. Sie leitet daraus Folgerungen für die Finanzierung der zukünftigen Renten ab und unterbreitet diese - im Sinne der Vorbereitung des zweiten Treffens - in einem neuen Schreiben (mit Anlage 1, Anlage 2) der BVK. Die Studie besagt, dass - je nachdem, in welche Unternehmen die BVK in Wirklichkeit investiert, was sie nicht offenlegt - im Zeithorizont der nächsten 15 Jahre potenzielle klimabedingte Wertverluste auf dem Aktien- und Obligationenportfolio im Bereich von 5.8 bis 17.8 % entstehen könnten.

       

      September 2018: in ihrer Antwort auf die neuen Eingaben von BVK DIVEST begrüsst die BVK das grosse Interesse der über 80 Versicherten an der Klimaverträglichkeit der Anlagen und bekräftigt die Bereitschaft, den Austausch in Form eines neuen Treffens fortzuführen.

      Sie reagiert im Übrigen jedoch defensiv. Statt Interesse zu zeigen, mehr über Ziel und Methodologie der Studie von Carbon Delta zu ihren klimabedingten Portfoliorisiken zu erfahren, äussert sie Zweifel am Studiendesign und an der Tauglichkeit der Studie für die BVK. Sie anerkennt, dass "ein möglicher (sic!) Klimawandel sowie die hierzu getroffenen Massnahmen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu einer Transformation der Weltwirtschaft führen können", sagt aber, sie lehne "eine Fokussierung auf mono-kausale Ursache/Wirkungsketten ab" und verfolge einen "ganzheitlichen Ansatz", da es ihr Tagesgeschäft sei, eine Vielzahl von finanziellen Marktrisiken als Basis für ihr Risikomanagement herbeizuziehen. Statt anzuerkennen, dass der sichere Klimawandel ihr heutiges Risikobudget vergrössert, zieht die BVK den Klimawandel überhaupt in Zweifel.

       

      November 2018: Die Gruppe BVK DIVEST reicht als Vorbereitung des mit der BVK vereinbarten Treffens vom 23. November 2018 ihrerseits eine Stellungnahme ein, welche die Methodologie von Carbon Delta klärt. Weiterhin schlägt sie eine Traktandenliste für die Besprechung vor.

       

      Dezember 2018: Die Versichertengruppe BVK DIVEST fasst die Ergebnisse der Besprechung in einem Verdankungsschreiben zuhanden der BVK zusammen. Sie anerkennt aufgrund der erhaltenen Informationen, dass die BVK im Rahmen ihrer Tätigkeit innerhalb des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) an Arbeiten beteiligt ist, welche sich auf die Folgen des Pariser Klimaabkommens beziehen und die Art und Weise der Berücksichtigung der finanziellen Klimarisiken ermitteln sollen. Hingegen stellt sie fest, dass sich die BVK als zweitgrösste Pensionskasse der Schweiz bisher keine zukunftsgerichtete finanzielle Risikoanalyse auf der Basis der internationalen Standards des Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) durchgeführt hat. Weiterhin vermisst sie Transparenz der BVK darüber, wie sie in Zukunft - mit einer Klimastrategie - die finanziellen Klimarisiken angehen will. Sie stellt auch fest, dass es weiterhin unklar bleibt, wie die BVK im Rahmen der via SVVK und ihrem Engagement-Anbieter Sustainalytics gebündelten Engagement-Arbeit die Produzenten von Erdöl und Erdgas dazu bringen will, ihr Geschäftsmodell auf den C02-Absenkungspfad des Pariser Klima-Abkommens umzustellen und welches die Kriterien sind, die ihr anzeigen, dass nur die Desinvestition die drohenden Wertverluste vermeidet.

    • PK UBS, MPK Migros, Bâloise, SBB, PKZH, Asga

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      Pensionskasse der UBS

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Pensionskasse der UBS ist mit ihrem Anlagevolumen von über 25 Mia. CHF ungefähr die fünftgrösste Einrichtung der betrieblichen Vorsorge der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die Pensionskasse der UBS führt keine eigene Webseite und ist demzufolge gegenüber der Öffentlichkeit intransparent. Zugänglich via Webseite der UBS ist nur der Geschäftsbericht 2018. Daraus geht hervor, dass keine ESG-Kriterien (Environmental, Social und Governance) berücksichtigt werden.

      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Folglich sollte sich die Pensionskasse der UBS damit auseinandersetzen, wie sie ihre Anlagepolitik, insbesondere auch ihre gesamtgesellschaftliche Wirkung, in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht.
      • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.
      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die Pensionskasse der UBS besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

      • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
      • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die Pensionskasse der UBS definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die Pensionskasse der UBS hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Wie aus der Mitgliederliste der Institutional Investors Group on Climate Change (IIGCC) hervorgeht, hat sich die Pensionskasse der UBS dieser Investorenkoalition angeschlossen, welche sich der Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Klimawandels und für eine kohlenstoffarme Zukunft verpflichtet.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die Pensionskasse der UBS besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten Unternehmen im Ausland.

       

      Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Pensionskasse der UBS hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Die Pensionskasse der UBS ist intransparent und von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch sehr weit entfernt.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: im Dunkeln

      • Als grösste Bank der Schweiz hat die UBS begonnen, sich mit Nachhaltigkeit in ihrer Investitions- und Finanzierungstätigkeit zu beschäftigen. Sie hat auch eine Klimastrategie publiziert.
      • Doch bei ihrer eigenen Pensionskasse in der Schweiz fehlt der Öffentlichkeit jegliche Information über die Berücksichtigung der Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit. Dies ist je länger desto unverträglicher mit den Zielen des Bundesrates.
      • Angesichts des Gewichts der Pensionskasse der UBS und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertieft mit dem Thema der Nachhaltigkeit ihrer Anlagen beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
      • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.​
      • Insbesondere sollte sie proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Migros Pensionskasse MPK

       

      Die Details zur MPK, einer der führenden nachhaltigen Pensionskassen, finden Sie hier unter der Rubrik "Vorreiter".

      Sammelstiftungen für die berufliche Vorsorge der Basler Versicherung/Bâloise

       

      Die Details zur Bâloise, der im Rahmen der beruflichen Vorsorge führenden nachhaltigen Versicherungseinrichtung, finden Sie hier unter der Rubrik "Vorreiter".

      Pensionskasse SBB

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Pensionskasse SBB ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 17 Mia. CHF ungefähr die achtgrösste Pensionskasse der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die Pensionskasse SBB verfügt über eine Nachhaltigkeitspolitik, die in ihrem Anlagereglement festgeschrieben ist.

       

      Sie ist Gründungsmitglied des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zum Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) bekennt.

       

      Sie schliesst via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen nur einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

      • In ihrer Nachhaltigkeitspolitik fehlen jedoch Aussagen über Ziele, welche die Wirksamkeit ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage auf Portfolioebene kontinuierlich verbessern.
      • Es fehlt die Transparenz darüber, ob und wie substanziell sie Firmen präferiert oder präferieren will, die gemäss allgemein akzeptierten ESG-Kriterien nachhaltig sind, und ob und in welchem Ausmass sie die Zahl der Unternehmen des Anlageuniversums durch Verzicht auf oder Untergewichtung von nicht nachhaltig wirtschaftenden Firmen reduziert.
      • Ob es eine signifikant positive Wirkung ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage im Vergleich zur konventionellen Praxis gibt, bleibt demnach intransparent.
      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Nachhaltigkeitspolitik sollte durch eine Praxis gesteigert werden, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreift.
      • Die Pensionskasse SBB hat noch nicht bekanntgegeben, welche weiteren konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
      • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten sowie CO2-Intensitätsdaten über alle investierten Unternehmen vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
      Stand April 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz teilt die Pensionskasse SBB mit, es fänden derzeit interne Diskussionen über den Ausbau der aktuellen Politik in Sachen Nachhaltigkeit statt.
       

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Als Mitglied des SVVK sieht die Pensionskasse SBB seit Anfang 2019 auch den Klimawandel als Teil der Nachhaltigkeitskriterien. Sie besitzt jedoch keine eigene öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

       

      Der SVVK anerkennt im Aktivitätsreport 2018, dass das Pariser Klimaabkommen "mittelfristig Auswirkung auf Unternehmen und Anleger hat". Er rät seinen Mitgliedern, "die finanziellen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu analysieren und die von der internationalen Gemeinschaft verabschiedeten Ziele zu beurteilen".

       

      In seiner Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen (März 2019) anerkennt er dieses infolge der Unterzeichnung durch die Schweiz als normative Grundlage für Massnahmen. Er sagt darin: "Der Klimawandel wirkt als Risikofaktor auf die Werthaltigkeit der Anlagen".

      • Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen ist insoweit ein Fortschritt, als sie zwar keine materiell klimawirksamen Empfehlungen ausspricht, aber immerhin Handlungsmöglichkeiten zuhanden seiner Mitglieder listet. So sieht der SVVK eine durch das oberste Organ festgelegte Strategie und Umsetzung nach "Auseinandersetzung mit den klimabezogenen Chancen und Risiken" als eine mögliche Option. Er führt zudem aus, es könne "durchaus sinnvoll sein, die beschlossene Strategie und deren Umsetzung an die Destinatäre zu kommunizieren".
      • Weiterhin wird in der Stellungnahme neben dem Einwand, Divestment habe keine Klimawirkung, weil die Titel nur in andere Hände übergehen würden, auch anerkannt: "Nichtsdestotrotz kann ein Verkauf von Aktien, Obligationen und weiteren Anlagen eine Signalwirkung haben oder aus Risikomanagement-Überlegungen Sinn ergeben".
      • Ein zwar zahm formulierter, aber doch positiver Punkt ist zudem die gelistete Option, Kapitalerhöhungen von Unternehmen kritisch zu bewerten: "Eine Kapitalzufuhr an CO2-intensive Unternehmen, welche nicht bereit sind, mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Geschäftsmodell zu integrieren, kann kritisch überprüft werden".
      • Zu begrüssen ist zudem die durch den SVVK gelistete Option, gezielte Investitionen in klimapositive Aktien, Obligationen und weitere Anlagen zu tätigen.

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die Pensionskasse SBB hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

      • Als Mitglied des SVVK ist sie nun aufgefordert, sich mit dessen Empfehlungen zur Risikominderung auseinanderzusetzen und erste Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios einzuleiten.

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Der SVVK, wo die Pensionskasse SBB Gründungsmitglied ist, ist seinerseits Mitglied von Climate Action 100+ und Swiss Sustainable Finance.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Engagement

       

      Als Mitglied des SVVK will die Pensionskasse SBB die Einhaltung der ESG-Kriterien überwiegend durch den Dialog (Engagement) mit den investierten Unternehmen erreichen. Ausschlüsse von Unternehmen werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit des Engagementprozesses akzeptiert.

       

      Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen (März 2019) setzt im Falle der finanziellen Klimarisiken primär auf den Dialog mit den investierten Unternehmen. Der SVVK will dieses gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

      • Die Forderung nach Offenlegung von Klimadaten durch die Unternehmen ist zu unterstützen, denn sie ist die Grundvoraussetzung für Anlageentscheidungen. Jedoch leitet sie bei weitem noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen ein.
      Dem SVVK-Engagementbericht 2019 ist zu entnehmen, dass sich Einsatz und Wirksamkeit des an den Dienstleister Sustainalytics delegierten ESG- und Klima-Engagements bei relevanten globalen Firmen gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. Die dem SVVK zur gemeinsamen Ausübung des Engagements angeschlossenen Pensionskassen hatten im Laufe 2018 und 2019 bei 12 globalen Unternehmen spezifische Ziele des Engagements vorgebracht. Diese Ziele in den Bereichen Korruption, Umweltschäden, Menschenrechte, Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit wurden gemäss SVVK erreicht und abgeschlossen.
       
      Weiterhin aktiv sind Engagementprozesse bei einer grossen Zahl von Unternehmen aller Kontinente. Der SVVK präzisiert entsprechende Informationen im Engagementbericht 2019 gegenüber der Klima-Allianz (April 2020) wie folgt. Im Jahre 2019 waren 76 Engagements im Gange, grösstenteils in den Bereichen Umwelt (34 Fälle), Arbeitsrechte (20 Fälle) und Menschenrechte (16 Fälle).
       

      Im Klimabereich hat der SVVK zusammen mit Sustainalytics ab 2018 einen Dialog mit 20 führenden, globalen Stahl- und Zementproduzenten angestossen, um die Klimatransition zu thematisieren. Dabei fordert der SVVK in erster Linie von diesen Unternehmen die Messung und Publikation von Klimarisiken gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD). Weitere Forderungen sind wissenschaftlich-fundierte CO2 Ziele, konkrete Massnahmen und Überwachung der Fortschritte, sowie eine Klimapolitik und konsistente Haltung gegenüber ihren Verbänden bezüglich deren Lobbying-Aktivitäten. Dieser Aktionärsdialog wird fortgesetzt.

      • Durch die Wahl des Sektors der Stahl- und Zementproduzenten hat sich der SVVK auf eine Branche konzentriert, wo Engagement sinnvoll ist: deren CO2-Intensitäten sind nur zum Teil bedingt durch den Einsatz fossiler Brennstoffe, aber trotzdem beträchtlich. Tatsächlich sind die durch die CO2-Abspaltung aus Koks oder dem mineralischen Rohstoff entstehenden Emissionen nur mittelfristig reduzierbar, weil die Technologie noch entwickelt und industrialisiert werden muss; somit kann der Druck durch Investorenverbünde die Firmen auf einen Dekarbonisierungspfad verpflichten.
      • In diesem engeren Bereich hat der SVVK nach heutigem Stand einen Leistungsnachweis für sein Engagement erbracht.
      • Im Feld jedoch der von fossilen Brenn- und Treibstoffen abhängigen Sektoren, besonders der fossilen Energien (Produzenten der fossilen Energieträger, davon abhängige Strom- und Wärmeerzeuger sowie energieintensive Sektoren), bleibt es eine Herausforderung, den Leistungsnachweis für die Option Engagement erbringen zu können.
      • Diese Option Aktionärsdialog ist sinnvoll, wenn die Geschäftsmodelle der Unternehmen Aussichten auf einen Dekarbonisierungspfad in Linie mit dem 1.5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens bieten.
      • Es sind dabei für ein klimawirksames Engagement präzise Forderungen, Umfang, Messkriterien und Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung zu definieren.
      • Ohne eine klare Dekarbonisierungsstrategie mit einer tiefgreifenden ESG- und Klima-Integration in den Anlageprozess der Wertschriftenportfolien der Mitglieder-Pensionskassen und ohne Leistungsnachweis der Engagementpolitik im Bereich der besonders hohen Klimarisiken der hoch CO2-intensiven Sektoren erscheint der Ansatz des SVVK noch nicht genügend ausgereift.
      Stand April 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert der SVVK, er habe sich angesichts der Tatsache, dass bereits viele Investoren den Energie- und Utilities-Sektor (Stromversorger) ansprechen, für den Zement- und Stahlsektor entschieden. Der SVVK wolle zunächst im derzeitigen Engagement Fortschritte vorweisen können, bevor er weitere Branchen anspreche. Dies sei aber sicherlich eine möglicher nächster Schritt.
       
      Stimmrechte
       

      Die Pensionskasse SBB übt ihre Stimmrechte gemäss ihrer Stimmrechtspolitik aus, dies allerdings nur basierend auf Governance-Kriterien (das G von ESG), nicht aber auf ganzheitlich verstandenen ESG-Vorgaben. Wie dem Bericht zur Ausübung ihrer Stimmrechte zu entnehmen ist, übt sie diese bei 200 Firmen im Ausland unter Einschluss fossiler Unternehmen aus. Sie setzt dies via die Dienstleistung von ISS (Institutional Shareholder Services) um und berichtet transparent über die Ergebnisse.

      • Gegenüber dem Proxy Advisor ISS bestehen jedoch Zweifel in Bezug auf seine Ernsthaftigkeit, den Aktionären klimaverträgliche Abstimmungsempfehlungen auszusprechen. So hat ISS im Herbst 2019 empfohlen, einen Aktionärsantrag gegen die klimaschädlichen Lobby-Aktivitäten des Kohle-, Erdöl- und Erdgas-Konzerns BHP abzulehnen. Entsprechend ihrer nur auf Governance fundierenden Stimmrechtspolitik hat die PK SBB diesen klimapositiven Antrag ebenfalls abgelehnt, wie aus dem Bericht hervorgeht. 
      • Im Falle von BP unterstützte die Pensionskasse SBB nur die Climate Action 100+ Resolution zur Berichterstattung darüber, wie das Geschäftsmodell mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens kompatibel ist; sie lehnte aber den Antrag ab, dass BP konkrete Ziele für ihre Paris-Kompatibilität formuliert.
      • Bei Chevron hat sie nur für die Erstellung eines Reports über Pläne zur Senkung des C02-Fussabdrucks in Linie mit dem Pariser Abkommen gestimmt, nicht aber für die Gründung eines "Environmental Issue Board Committee". 
      • Bei Exxon unterstützte sie nur Resolutionen für die Berichterstattung zu Zahlungen an Politiker und Ausgaben über das Lobbying, nicht aber für die Gründung eines "Environmental/Social Issue Board Committee".
      • Im Falle von Shell hat sie den Antrag abgelehnt, dass die Firma CO2-Reduktionsziele erarbeiten und publizieren muss, verhielt sich also klimanegativ. 
      ​Zusammenfassend:
      • Die Stimmrechtspolitik der Pensionskasse SBB sollte um das E (Environmental) und das S (Social) erweitert werden.
      Stand April 2020:
      Mit der erwähnten Mitteilung an die Klima-Allianz informiert die Pensionskasse SBB über ihre neue Stimmrechtspolitik 2020.
      Damit wird sie in Zukunft auch Nachhaltigkeit, Umwelt- und Sozialverantwortung in ihre Entscheidungen zum Abstimmungsverhalten einbeziehen. Zudem soll die Offenlegung der Firmendaten gemäss der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) gefördert werden.
       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Pensionskasse SBB hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.​

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist Pensionskasse SBB von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.​

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: etwas besser

      • Die Pensionskasse SBB übt ihre Stimmrechte im Ausland auch bei fossilen Unternehmen aus, und berichtet transparent über ihr Abstimmungsverhalten. Allerdings ist ihre Unterstützung der Anträge für echte Dekarbonisierungsziele noch ungenügend, somit sollte die Stimmrechtspolitik vollumfänglich auf ESG-Kriterien umgestellt werden.
      • Angesichts des Gewichts der PK SBB und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertieft mit dem Thema der Nachhaltigkeit ihrer Anlagen beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
      • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: ein erweitertes, wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.​
      • Insbesondere sollte sie proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Pensionskasse der Stadt Zürich PKZH

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die PKZH ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 17 Mia. CHF ungefähr die neuntgrösste Pensionskasse der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die PKZH verfügt über eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie, die auf eine Vielzahl von Handlungsachsen abstützt.

       

      Die PKZH schliesst Unternehmen, welche in Herstellung, Lagerung und Vertrieb von Streubomben, Antipersonenminen, chemischen und biologischen Waffen und Nuklearwaffen involviert sind aus. Des weiteren werden die gravierendsten Umweltverschmutzer, Menschenrechtsverletzer, sowie die korruptesten Gesellschaften ausgeschlossen. Eine vollständige Liste der ausgeschlossenen Unternehmen wird der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

       

      Die PKZH will zudem gezielt Integrationsansätze umsetzen. Damit stellt sie sicher, dass bei den aktiv verwalteten Vermögen neben den finanziellen Risiken auch Nachhaltigkeits-Risiken die notwendige Beachtung geschenkt wird.

       

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Seit 2017 verfolgt die PKZH die Auswirkungen des Klimawandels auf ihr Portfolio. Dies wurde im Anlagereglement (Art. 11 Abs. 7) festgehalten: "Die PKZH setzt [...] zur Diversifikation spezifischer und signifikanter Klimarisiken für einen Teil ihres Vermögens eine Low-Carbon-Strategie um".

       

      Seit November 2018 anerkennt die PKZH explizit, dass das finanzielle Klimarisiko Teil ihrer treuhänderischen Sorgfaltspflicht ist. Sie publiziert als erste Pensionskasse der Schweiz eine umfassende Klimastrategie und veröffentlicht ein detailliertes Umsetzungskonzept.


      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die PKZH hat im Jahr 2018 beschlossen alle reinen Kohleproduzenten sowie alle Stromversorger mit einem Anteil von 66% oder mehr an Kohlestrom aus wirtschaftlichen Gründen aus dem weltweiten Aktienportfolio auszuschliessen.

       

      Der erste Schritt der Klimastrategie wurde gemäss Mitteilung der PKZH an die Klima-Allianz (April 2020) wie im Umsetzungskonzept geplant im November 2019 abgeschlossen (u.a. Ausschluss aller Firmen mit bilanzierten Kohlereserven, Untergewichtung von Firmen mit hoher CO2-Intensität und Untergewichtung der Sektoren Energie, Versorger, Grundstoffe und Transport).

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die PKZH ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz.

       

      Sie ist zudem Unterzeichnerin der UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) und verpflichtet sich damit ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

       

      Sie kündigte die Unterzeichnung des Montreal Carbon Pledge an und verpflichtet sich somit ihren CO2-Fussabdruck regelmässig zu messen und zu publizieren.

       

      Weiter kündigte sie die Mitgliedschaft bei der globalen Portfolio Decarbonisation Coalition an, welche sich das Ziel setzt den CO2-Ausstoss der Portfolios der Mitglieder gesamthaft zu reduzieren.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die PKZH ist via ihren Engagement-Anbieter Hermes Equity Ownership Services aktiv an den Engagement-Aktivitäten der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren beteiligt, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

       

      Sie hat mit Hermes Equity Ownership Services einen Partner, der gestützt auf ihre Beteiligungen in Aktien- und Unternehmensobligationen sowohl Engagement als auch Stimmrechtswahrnehmung bei ausländischen Gesellschaften wahrnimmt. Im Ausland stimmt die PKZH bei 300 Gesellschaften aus Europa, USA und Asien ab (Richtlinien zur Ausübung der Stimmrechte), vorwiegend im Feld der Governance (G von ESG), aber auch bei E und S Themen.

       

      Aus dem Bericht 2018 von Hermes Equity Ownership geht hervor, dass sich die PKZH im Feld der Klimawirkung wie erwähnt an den Aktivitäten im Rahmen der Climate Action 100+ beteiligt hat.

       

      Mit dem Umsetzungskonzept für die im November 2018 publizierte Klimastrategie (Seite 12) bekennt sich die PKZH dazu, dass in Zukunft gegenüber den kritischen Unternehmen der Dialog "auf möglichst verbindliche Art und Weise" geführt werden soll und dass sie "von den Beratern eine hohe Transparenz fordert". Schwergewichtig will sie auf die Firmen in CO2-intensiven Sektoren Einfluss nehmen, damit diese ihren CO2-Aussstoss reduzieren.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Die PKZH will gemäss dem Umsetzungskonzept (S. 52) jährlich den CO2-Fussabdruck ihres Aktienportfolios messen und publizieren. Wie die führende nachhaltige und klimaverträgliche Pensionskasse NEST (siehe oben) misst die PKZH nicht nur die "betriebseigenen" Treibhausgasemissionen Scope 1 und 2, sondern auch diejenigen des Scope 3 - also der Vorlieferkette und der nachfolgenden Verbraucher.

       

      Periodisch soll zudem eine 2°C- Szenarioanalyse analog dem BAFU-Klimaverträglichkeitstest durchgeführt werden.

       

      Die PKZH arbeitet an einem Footprint-Report, welcher voraussichtlich im Laufe 2020 erstmalig veröffentlicht und die bisherige CO2-Reduktion im Aktienportfolio aufzeigen wird. Es ist vorgesehen, dass danach auf jährlicher Basis über die Entwicklung des Portfolio-Footprint berichtet wird (Mitteilung an die Klima-Allianz, April 2020).

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Im Rahmen ihrer Klimastrategie setzt sich die PKZH zum Ziel, bis 2024 den CO2-Fussabdruck ihres Aktienportfolios auf ein Niveau zu reduzieren, das 50% unter dem globalen Durchschnitt von 2016 liegt (Benchmark: MSCI-All Country World Index, MSCI-ACWI, Stand 2016). Zur Erreichung dieses Ziels werden erstens Sektoren, die stark von fossilen Brennstoffen abhängig sind, insbesondere die Produzenten von Erdöl und Erdgas sowie fossile Stromversorger, zugunsten der verbleibenden weniger braunen Sektoren untergewichtet. Zweitens werden die Firmen der CO2-exponierten Sektoren, deren CO2-Intensität einen definierten Schwellenwert übersteigt, im Masse ihrer Emissionsintensität im Portfolio sukzessive untergewichtet und mit grüneren Beteiligungen ersetzt werden.

       

      Wie die PKZH in der erwähnten Mitteilung vom April 2020 informiert, wird sie die Sektoruntergewichtungen der Sektoren Energie, Versorger, Grundstoffe und Transport über die nächsten Jahre zunehmend ausbauen. Zudem teilt sie mit, dass sie sich in einem nächsten Schritt Gedanken zur Integration der Klimastrategie bei den Obligationen machen werde.

       

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      Schlussfolgerung:

      Mit der Entfernung der Kohleproduzenten und der Kohleverstromer aus den Aktienportfolios hat die PKZH einen wichtigen Schritt in der Dekarbonisierung der Investitionen getätigt. Dass sie sich das Ziel der substanziellen Reduktion des CO2-Fussabdruckes innert fünf Jahren gesetzt hat, macht sie zur Vorreiterin in der Planung einer Paris-kompatiblen Dekarbonisierung.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: sehr viel besser

      • Unter den in Bezug auf das Anlagevolumen gewichtigsten Vorsorgeeinrichtungen ist die PKZH zum heutigen Zeitpunkt zusammen mit der LUPK und der MPK eine der drei bezüglich Bekenntnis zu einer Klimastrategie mit Dekarbonisierungsplan führenden klassischen Pensionskassen der Schweiz.
      • Eine Konzept für die zeitnahe Dekarbonisierung der Obligationen ist noch ausstehend.
      • Sobald die angekündigten Messungen des CO2-Fussabdrucks eine substanzielle, bereits getätigte Paris-kompatible Reduktion aufzeigen und ein Dekarbonisierungspfad der Wertschriftenportfolien in Linie mit dem 1,5°C-Ziel des Pariser Abkommens gemäss den Rating-Kriterien erkennbar ist, wird die Klima-Allianz die Einstufung auf Grün wechseln.

      Politische Aktivitäten

       

      2015: Schriftliche Anfrage Marco Denoth (SP) und Matthias Knauss (Grüne) "Umfang der Investitionen der PKZH in klimaschädigende Firmen". Die Exekutive antwortet, dass "die Festlegung der Anlagestrategie abschliessend dem Stiftungsrat der PKZH obliege". Dies steht jedoch im Widerspruch zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

       

      2016: Postulat der Fraktionen SP (Marco Denoth), Grüne (Matthias Knauss) und GLP (Martin Luchsinger) im Gemeindeparlament, für die Anpassung der Anlagerichtlinien u.a. der PKZH zur Erwirkung der Desinvestition.

       

      März 2017: Nach Bereitschaft zur Entgegennahme durch die Regierung überweist das Parlament das Postulat der Fraktionen SP (Marco Denoth), Grüne (Matthias Knauss) und GLP (Martin Luchsinger) zur Prüfung. 

       

      Oktober 2019: Das Parlament folgt dem Antrag der Exekutive, das überparteiliche Postulat als erledigt abzuschreiben.

       

      Juni 2019: Interpellation Martin Bürki, Alexander Brunner (FDP) über eine Umstellung von konventionellen auf nachhaltige Benchmarks bei Aktien und Obligationen durch die PKZH und die städtischen Unfallversicherung, die gemäss ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) aufgebaut sind.

       

      Dezember 2019: Die Exekutive und die PKZH antworten, sie hätten bereits vor Jahren eine Teil-Umstellung der Messung der Performance von Marktbenchmarks auf ESG-basierte Pendants vorgenommen, aber wegen nicht ausreichender Transparenz der Anbieter der ESG-Benchmarks wieder verlassen. Als grosse Anlegerin sei die PKZH in der Lage, ihren Vermögensverwaltern selbst die Definition vorzugeben, welche Vorkehrungen zur nachhaltigen und klimaverträglichen Konstruktion ihrer Portfolien diese zu treffen haben. So würden die Aktienmandate an eigens für die PKZH massgeschneiderten Nachhaltigkeitsindizes ausgerichtet. Die PKZH will zudem die finanzielle Performance sowie die Klimaverträglichkeit bewusst an marktüblichen Benchmarks messen: dergestalt liesse sich der Mehrwert des eigenen nachhaltigen Aufbaus ihrer Wertschriftenportfolien darstellen, und so könne sie dem weitverbreiteten Einwand entgegentreten, dass eine nachhaltige Anlagepolitik gegenüber dem herkömmlichen Anlagespektrum eine weniger gute Performance bei erhöhtem Risiko aufweise.

      Asga Pensionskasse

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Asga Pensionskasse ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 17 Mia. CHF ungefähr die zehntgrösste Pensionskasse der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die Asga verfügt seit Anfang April 2020 über eine allgemeine Nachhaltigkeitspolitik für die Kapitalanlagen, auch verschriftet in der Politik zur Berücksichtigung der Nachhaltigkeit in den Kapitalanlagen. Sie will systematisch Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG-Kriterien) berücksichtigen und sukzessive für alle Anlagekategorien einführen.

       

      Ebenfalls seit April 2020 ist sie Mitglied des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zum Einbezug von ESG-Kriterien bekennt.

       

      Sie schliesst via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen einige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

       

      Bei der Auswahl der externen Vermögensverwalter achtet die Asga darauf, dass diese die UN Principles for Responsible Investment unterzeichnen.

      • Die Asga hat gemäss der aktuell neuen Nachhaltigkeitspolitik noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will.
      • Ob eine signifikant positive gesamtgesellschaftliche Wirkung im Vergleich zur konventionellen Praxis angestrebt wird, bleibt noch unbekannt.
      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Die Asga sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
      • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

      Stand April 2020:

      Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert die Asga begleitend zu ihrer Präsentation der neuen Nachhaltigkeitspolitik, dass die Asga 2019 eine Arbeitsgruppe zur Erarbeitung einer Politik zur Berücksichtigung der Nachhaltigkeit in den Kapitalanlagen gegründet habe. Die Projektgruppe wurde mit Vertretern aus Verwaltungsrat, Geschäftsleitung, Anlageausschuss und dem Bereich Kapitalanlagen zusammengestellt und durch eine externe Fachperson ergänzt. Das Vorgehen richtete sich stark am Vorschlag im Handbuch Nachhaltige Anlagen von Swiss Sustainable Finance aus.

      Weiterhin kündet die Asga an, dass sie sich in den nächsten Jahren weiter mit dem Thema beschäftigen werde.

       

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Im Rahmen ihrer neuen Nachhaltigkeitspolitik plant die Asga Pensionskasse eine breit abgestützte Klimastrategie.

       

      Auch als Neumitglied des SVVK sieht die Asga den Klimawandel als Teil der Nachhaltigkeitskriterien.

       

      Der SVVK anerkennt im Aktivitätsreport 2018, dass das Pariser Klimaabkommen "mittelfristig Auswirkung auf Unternehmen und Anleger hat". Er rät seinen Mitgliedern "die finanziellen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu analysieren und die von der internationalen Gemeinschaft verabschiedeten Ziele zu beurteilen".

       

      In seiner Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen (März 2019) anerkennt er dieses infolge der Unterzeichnung durch die Schweiz als normative Grundlage für Massnahmen. Er sagt darin: "Der Klimawandel wirkt als Risikofaktor auf die Werthaltigkeit der Anlagen".

      • Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen ist insoweit ein Fortschritt, als sie zwar keine materiell klimawirksamen Empfehlungen ausspricht, aber immerhin Handlungsmöglichkeiten zuhanden seiner Mitglieder listet. So sieht der SVVK eine durch das oberste Organ festgelegte Strategie und Umsetzung nach "Auseinandersetzung mit den klimabezogenen Chancen und Risiken" als eine mögliche Option. Er führt zudem aus, es könne "durchaus sinnvoll sein, die beschlossene Strategie und deren Umsetzung an die Destinatäre zu kommunizieren".​
      • Weiterhin wird in der Stellungnahme neben dem Einwand, Divestment habe keine Klimawirkung, weil die Titel nur in andere Hände übergehen würden, auch anerkannt: "Nichtsdestotrotz kann ein Verkauf von Aktien, Obligationen und weiteren Anlagen eine Signalwirkung haben oder aus Risikomanagement-Überlegungen Sinn ergeben".​
      • Ein zwar zahm formulierter, aber doch positiver Punkt ist zudem die gelistete Option, Kapitalerhöhungen von Unternehmen kritisch zu bewerten: "Eine Kapitalzufuhr an CO2-intensive Unternehmen, welche nicht bereit sind, mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Geschäftsmodell zu integrieren, kann kritisch überprüft werden".
      • Zu begrüssen ist zudem die durch den SVVK gelistete Option, gezielte Investitionen in klimapositive Aktien, Obligationen und weitere Anlagen zu tätigen.

      Stand April 2020:

      Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert die Asga begleitend zu ihrer Präsentation der neuen Nachhaltigkeitspolitik, dass die Klimapolitik noch im 2020 zur Verabschiedung vorgesehen sei.

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die Asga Pensionskasse hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Der SVVK, wo die Pensionskasse Asga Mitglied ist, ist seinerseits Mitglied von Climate Action 100+ und Swiss Sustainable Finance.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Engagement

       

      Als Neumitglied des SVVK will die Asga die Einhaltung der ESG-Kriterien überwiegend durch den Dialog (Engagement) mit den investierten Unternehmen erreichen. Ausschlüsse von Unternehmen werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit des Engagementprozesses akzeptiert.

       

      Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen (März 2019) setzt im Falle der finanziellen Klimarisiken primär auf den Dialog mit den investierten Unternehmen. Der SVVK will dieses gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

      • Die Forderung nach Offenlegung von Klimadaten durch die Unternehmen ist zu unterstützen, denn sie ist die Grundvoraussetzung für Anlageentscheidungen. Jedoch leitet sie bei weitem noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen ein. 
      Dem SVVK-Engagementbericht 2019 ist zu entnehmen, dass sich Einsatz und Wirksamkeit des an den Dienstleister Sustainalytics delegierten ESG- und Klima-Engagements bei relevanten globalen Firmen gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. Die dem SVVK zur gemeinsamen Ausübung des Engagements angeschlossenen Pensionskassen hatten im Laufe 2018 und 2019 bei 12 globalen Unternehmen spezifische Ziele des Engagements vorgebracht. Diese Ziele in den Bereichen Korruption, Umweltschäden, Menschenrechte, Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit wurden gemäss SVVK erreicht und abgeschlossen.
       
      Weiterhin aktiv sind Engagementprozesse bei einer grossen Zahl von Unternehmen aller Kontinente. Der SVVK präzisiert entsprechende Informationen im Engagementbericht 2019 gegenüber der Klima-Allianz (April 2020) wie folgt. Im Jahre 2019 waren 76 Engagements im Gange, grösstenteils in den Bereichen Umwelt (34 Fälle), Arbeitsrechte (20 Fälle) und Menschenrechte (16 Fälle).
       

      Im Klimabereich hat der SVVK zusammen mit Sustainalytics ab 2018 einen Dialog mit 20 führenden, globalen Stahl- und Zementproduzenten angestossen, um die Klimatransition zu thematisieren. Dabei fordert der SVVK in erster Linie von diesen Unternehmen die Messung und Publikation von Klimarisiken gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD). Weitere Forderungen sind wissenschaftlich-fundierte CO2 Ziele, konkrete Massnahmen und Überwachung der Fortschritte, sowie eine Klimapolitik und konsistente Haltung gegenüber ihren Verbänden bezüglich deren Lobbying-Aktivitäten. Dieser Aktionärsdialog wird fortgesetzt.

      • Durch die Wahl des Sektors der Stahl- und Zementproduzenten hat sich der SVVK auf eine Branche konzentriert, wo Engagement sinnvoll ist: deren CO2-Intensitäten sind nur zum Teil bedingt durch den Einsatz fossiler Brennstoffe, aber trotzdem beträchtlich. Tatsächlich sind die durch die CO2-Abspaltung aus Koks oder dem mineralischen Rohstoff entstehenden Emissionen nur mittelfristig reduzierbar, weil die Technologie noch entwickelt und industrialisiert werden muss; somit kann der Druck durch Investorenverbünde die Firmen auf einen Dekarbonisierungspfad verpflichten.
      • In diesem engeren Bereich hat der SVVK nach heutigem Stand einen Leistungsnachweis für sein Engagement erbracht.
      • Im Feld jedoch der von fossilen Brenn- und Treibstoffen abhängigen Sektoren, besonders der fossilen Energien (Produzenten der fossilen Energieträger, davon abhängige Strom- und Wärmeerzeuger sowie energieintensive Sektoren), bleibt es eine Herausforderung, den Leistungsnachweis für die Option Engagement erbringen zu können.
      • Diese Option Aktionärsdialog ist sinnvoll, wenn die Geschäftsmodelle der Unternehmen Aussichten auf einen Dekarbonisierungspfad in Linie mit dem 1.5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens bieten.
      • Es sind dabei für ein klimawirksames Engagement präzise Forderungen, Umfang, Messkriterien und Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung zu definieren.
      • Ohne eine klare Dekarbonisierungsstrategie mit einer tiefgreifenden ESG- und Klima-Integration in den Anlageprozess der Wertschriftenportfolien der Mitglieder-Pensionskassen und ohne Leistungsnachweis der Engagementpolitik im Bereich der besonders hohen Klimarisiken der hoch CO2-intensiven Sektoren erscheint der Ansatz des SVVK noch nicht genügend ausgereift.
      Stand April 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert der SVVK, er habe sich angesichts der Tatsache, dass bereits viele Investoren den Energie- und Utilities-Sektor (Stromversorger) ansprechen, für den Zement- und Stahlsektor entschieden. Der SVVK wolle zunächst im derzeitigen Engagement Fortschritte vorweisen können, bevor er weitere Branchen anspreche. Dies sei aber sicherlich eine möglicher nächster Schritt.
       
      Stimmrechte
       

      Die Asga will 2020 unter ihrer Nachhaltigkeitspolitik mit einer Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland beginnen.

       

      Stand April 2020:

      Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert die Asga begleitend zu ihrer Präsentation der neuen Nachhaltigkeitspolitik, dass die Stimmrechtspolitik noch im 2020 zur Verabschiedung vorgesehen sei.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Asga hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.​

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      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Asga Pensionskasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.​

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: etwas besser

      • Mit ihren neuen Grundsätzen zur Nachhaltigkeit und der Anerkennung der Klimarisiken hat die Asga einen Anfang gemacht.
      • Angesichts des Gewichts der Asga und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertiefter mit dem Thema der Nachhaltigkeit ihrer Anlagen beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
      • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.​
      • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.
    • PK Credit Suisse, Post, Auffangeinrichtung BVG, Vita-Zurich, BPK, Novartis, CPEG, PKBS, CPEV, Helvetia

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      Pensionskasse der Credit Suisse Group (Schweiz)

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Pensionskasse der Credit Suisse Group ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 17 Mia. CHF ungefähr die elftgrösste Pensionskasse der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die auf der Webseite zugänglichen Informationen über die Anlagepolitik verweisen nicht auf eine implementierte Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

       

      Gemäss dem neuen Geschäftsbericht 2019 sieht die Pensionskasse der Credit Suisse neu in einer nachhaltigen Vermögensanlage bzw. in der Berücksichtigung der Faktoren Environment, Social and Governance (ESG) ein wichtiges Thema. Sie führt eine Ausschlussliste, die sich an die SVVK-Ausschlussempfehlungen anlehnt. Damit schliesst sie einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

      • Die Pensionskasse der Credit Suisse hat im Rahmen der neuen Absicht zur Berücksichtigung der ESG-Kriterien noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will.
      • Ob eine signifikant positive gesamtgesellschaftliche Wirkung im Vergleich zur konventionellen Praxis angestrebt wird, bleibt noch unbekannt.
      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Folglich sollte sich die Pensionskasse der Credit Suisse damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht.
      • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.
      Stand April 2020:
      Am oben erwähnten Gespräch mit der Klima-Allianz (April 2020) teilt die Kasse mit, es seien Vorbereitungsarbeiten im Gange, um Massnahmen zur Integration der Nachhaltigkeit in die Anlagepolitik zu ermitteln. Auch seien intern ESG-Rating-und CO2-Intensitäts-Daten zu den investierten Firmen vorhanden. Wie auch aus dem Geschäftsbericht 2019 hervorgeht, ist ein neu geschaffenes ESG-Committee mit den Arbeiten zur Nachhaltigkeit beauftragt.
       

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die Pensionskasse der Credit Suisse Group besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

      • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
      • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Pensionskasse der CS definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die Pensionskasse der Credit Suisse Group hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Am besagten Gespräch mit der Klima-Allianz (April 2020) weist die Pensionskasse darauf hin, dass die Credit Suisse, Arbeitgeberin der Versicherten der Pensionskasse, Mitglied von Swiss Sustainable Finance ist.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die Pensionskasse der Credit Suisse Group besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung mit investierten Unternehmen im Ausland.

       

      Stand April 2020:

      Anlässlich des erwähnten Gesprächs mit der Klima-Allianz informiert die Kasse, aktuell sei ein Engagement im Aufbau. Es laufe die Evaluation des zukünftigen Anbieters.

       

      Die Kasse nimmt ihre Stimmrechte via den Dienstleister ISS wahr und publiziert ihr Abstimmungsverhalten. Gemäss Geschäftsbericht 2019 ist die Ausdehnung der heutigen Stimmrechtspolitik auf etwa 300 Unternehmen des europäischen Auslands im Gange. Das oben erwähnte ESG Committee hat eine Voting Policy ausgearbeitet.

      • Es wird zu beobachten sein, ob die noch nicht publizierte Voting Policy so aufgesetzt ist, dass die Pensionskasse bei den europäischen fossilen Unternehmen wie BP, Shell und Equinor klimapositiv abstimmt; sie sollte sowohl die durch Climate Action 100+ geförderten Aktionärsanträge als auch weitergehende Klima-Resolutionen unterstützen.

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Pensionskasse der Credit Suisse Group hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

       

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Pensionskasse der Credit Suisse Group von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: stagnierend

      • Angesichts des Gewichts der Pensionskasse der Credit Suisse Group und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertiefter mit dem Thema der Nachhaltigkeit ihrer Anlagen beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.​
      • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.​
      • Insbesondere sollte sie proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Pensionskasse Post

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Pensionskasse Post ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 17 Mia. CHF ungefähr die zwölftgrösste Pensionskasse der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die Pensionskasse Post verfügt über eine umfassende Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist.

       

      Sie ist Gründungsmitglied des Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zum Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) bekennt.

       

      Sie schliesst bei Direktanlagen via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus. Nach Möglichkeit erwartet sie auch von den Verwaltern von Anlagefonds, in ihren Anlagerichtlinien die SVVK-Ausschlussliste zu berücksichtigen.

       

      Als positiver Punkt darf das Impact Investing festgehalten werden. Neben den Clean Energy Investments (s. unten) legt die PK Post in Mikrofinanz-Investments an, die Personen, insbesondere Frauen, zu einer Wert schöpfenden Tätigkeit verhilft und zu einem Ausbruch aus der Armutsspirale verhilft.

       

      In Portfolios mit Anlageentscheiden auf Ebene von Einzeltiteln basieren die Pensionskasse Post und deren externe Portfoliomanager ihre Entscheide auf Unternehmensanalysen, welche neben wirtschaftlichen, auch ESG-Kriterien berücksichtigen.

      • In ihrer Publikation der Nachhaltigkeitspolitik fehlen jedoch Aussagen über Ziele, welche die Wirksamkeit ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage auf Portfolioebene kontinuierlich verbessern.
      • Es fehlt die Transparenz darüber, ob und wie substanziell sie Firmen präferiert, die gemäss allgemein akzeptierten ESG-Kriterien nachhaltig sind, und ob und in welchem Ausmass sie die Zahl der Unternehmen des Anlageuniversums durch Verzicht auf oder Untergewichtung von nicht nachhaltig wirtschaftenden Firmen reduziert.
      • Ob es eine signifikant positive Wirkung ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage im Vergleich zur konventionellen Praxis gibt, bleibt demnach intransparent.
      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Die PK Post hat noch nicht bekanntgegeben, welche weiteren konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
      • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Als Mitglied des SVVK sieht die Pensionskasse Post seit Anfang 2019 auch den Klimawandel als Teil der Nachhaltigkeitskriterien. Sie besitzt jedoch keine eigene öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

       

      Der SVVK anerkennt im Aktivitätsreport 2018, dass das Pariser Klimaabkommen "mittelfristig Auswirkung auf Unternehmen und Anleger hat". Er rät seinen Mitgliedern, "die finanziellen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu analysieren und die von der internationalen Gemeinschaft verabschiedeten Ziele zu beurteilen".

       

      In seiner Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen (März 2019) anerkennt er dieses infolge der Unterzeichnung durch die Schweiz als normative Grundlage für Massnahmen. Er sagt darin: "Der Klimawandel wirkt als Risikofaktor auf die Werthaltigkeit der Anlagen".

      • Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen ist insoweit ein Fortschritt, als sie zwar keine materiell klimawirksamen Empfehlungen ausspricht, aber immerhin Handlungsmöglichkeiten zuhanden seiner Mitglieder listet. So sieht der SVVK eine durch das oberste Organ festgelegte Strategie und Umsetzung nach "Auseinandersetzung mit den klimabezogenen Chancen und Risiken" als eine mögliche Option. Er führt zudem aus, es könne "durchaus sinnvoll sein, die beschlossene Strategie und deren Umsetzung an die Destinatäre zu kommunizieren".
      • Weiterhin wird in der Stellungnahme neben dem Einwand, Divestment habe keine Klimawirkung, weil die Titel nur in andere Hände übergehen würden, auch anerkannt: "Nichtsdestotrotz kann ein Verkauf von Aktien, Obligationen und weiteren Anlagen eine Signalwirkung haben oder aus Risikomanagement-Überlegungen Sinn ergeben".
      • Ein zwar zahm formulierter, aber doch positiver Punkt ist zudem die gelistete Option, Kapitalerhöhungen von Unternehmen kritisch zu bewerten: "Eine Kapitalzufuhr an CO2-intensive Unternehmen, welche nicht bereit sind, mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Geschäftsmodell zu integrieren, kann kritisch überprüft werden".
      • Zu begrüssen ist zudem die durch den SVVK gelistete Option, gezielte Investitionen in klimapositive Aktien, Obligationen und weitere Anlagen zu tätigen.

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Aufgrund ihrer Nachhaltigkeitspolitik mit einer Teil-ESG-Integration auf Portfolioebene aufgrund von Unternehmensanalysen, welche neben wirtschaftlichen, auch ESG-Kriterien berücksichtigen kann angenommen werden, dass auch die CO2-Intensitäten herbeigezogen werden. Zudem tätigt die Pensionskasse Post Impact Investments, wie die Clean Energy Infrastrukturanlagen sowie -darlehen, welche die Umstellung der Energiewirtschaft auf erneuerbare und emissionsfreie Energiegewinnung (z.B. Windparks, Biomasse-, Solar- und Wasserkraftwerke) fördern.

      • Es ist davon auszugehen, dass diese ESG-Integration auf Portfolioebene inklusive des Impact Investing zumindest ansatzweise zu einer Portfolio-Dekarbonisierung beigetragen hat oder beiträgt.
      Stand April 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert die Pensionskasse Post in ihrem Schreiben, dass sie seit langem sehr hohe Beträge in dreistelliger Millionenhöhe in Clean Energy investiere. Sie versorgt dadurch Wind-, Solar-, Biomasse- und Wasserkraftwerke sowie Strom- und Fernwärmenetze sehr direkt mit wichtigem Eigen- und Fremdkapital. Dagegen verzichte sie bewusst darauf, ihre Portfoliomanager von börsenkotierten Geldanlagen durch übergeordnete CO2-bezogene Kriterien einzuschränken und damit eine optimale Diversifikation zu konterkarieren. Der Akzent auf eine sehr gute Diversifikation gebe ihr die Sicherheit, dass die Klimarisiken in ihrem Gesamtvermögen tragbar bleiben.
      • Falls diese Clean Energy Investitionen im mittleren oder höheren dreistelligen Millionenbereich liegen würden, dann könnte eine substanzielle Dekarbonisierung des Portfolios vorliegen. Im Verhältnis zum gesamten Anlagevolumen von rund 17 Mia. CHF wäre eine grüne Umschichtung von mehr als nur 1-2% als substanziell einstufbar und die Einstufung könnte auf ORANGE wechseln. 
      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die Pensionskasse Post ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools Schweiz.

       

      Der SVVK, wo die Pensionskasse Post Gründungsmitglied ist, ist seinerseits Mitglied von Climate Action 100+ und Swiss Sustainable Finance.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Engagement

       

      Als Mitglied des SVVK will die Pensionskasse Post die Einhaltung der ESG-Kriterien überwiegend durch den Dialog (Engagement) mit den investierten Unternehmen erreichen. Ausschlüsse von Unternehmen werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit des Engagementprozesses akzeptiert.

       

      Die Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen (März 2019) setzt im Falle der finanziellen Klimarisiken primär auf den Dialog mit den investierten Unternehmen. Der SVVK will dieses gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

      • Die Forderung nach Offenlegung von Klimadaten durch die Unternehmen ist zu unterstützen, denn sie ist die Grundvoraussetzung für Anlageentscheidungen. Jedoch leitet sie bei weitem noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen ein. 

      Dem SVVK-Engagementreport 2019 ist zu entnehmen, dass sich Einsatz und Wirksamkeit des an den Dienstleister Sustainalytics delegierten ESG- und Klima-Engagements bei relevanten globalen Firmen gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. Die dem SVVK zur gemeinsamen Ausübung des Engagements angeschlossenen Pensionskassen hatten im Laufe 2018 und 2019 bei 12 globalen Unternehmen spezifische Ziele des Engagements vorgebracht. Diese Ziele in den Bereichen Korruption, Umweltschäden, Menschenrechte, Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit wurden gemäss SVVK erreicht und abgeschlossen.

       

      Weiterhin aktiv sind Engagementprozesse bei einer grossen Zahl von Unternehmen aller Kontinente. Der SVVK präzisiert entsprechende Informationen im Engagementbericht 2019 gegenüber der Klima-Allianz (April 2020) wie folgt. Im Jahre 2019 waren 76 Engagements im Gange, grösstenteils in den Bereichen Umwelt (34 Fälle), Arbeitsrechte (20 Fälle) und Menschenrechte (16 Fälle).

       

      Im Klimabereich hat der SVVK zusammen mit Sustainalytics ab 2018 einen Dialog mit 20 führenden, globalen Stahl- und Zementproduzenten angestossen, um die Klimatransition zu thematisieren. Dabei fordert der SVVK in erster Linie von diesen Unternehmen die Messung und Publikation von Klimarisiken gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD). Weitere Forderungen sind wissenschaftlich-fundierte CO2 Ziele, konkrete Massnahmen und Überwachung der Fortschritte, sowie eine Klimapolitik und konsistente Haltung gegenüber ihren Verbänden bezüglich deren Lobbying-Aktivitäten. Dieser Aktionärsdialog wird fortgesetzt.

      • Durch die Wahl des Sektors der Stahl- und Zementproduzenten hat sich der SVVK auf eine Branche konzentriert, wo Engagement sinnvoll ist: deren CO2-Intensitäten sind nur zum Teil bedingt durch den Einsatz fossiler Brennstoffe, aber trotzdem beträchtlich. Tatsächlich sind die durch die CO2-Abspaltung aus Koks oder dem mineralischen Rohstoff entstehenden Emissionen nur mittelfristig reduzierbar, weil die Technologie noch entwickelt und industrialisiert werden muss; somit kann der Druck durch Investorenverbünde die Firmen auf einen Dekarbonisierungspfad verpflichten.
      • In diesem engeren Bereich hat der SVVK nach heutigem Stand einen Leistungsnachweis für sein Engagement erbracht.
      • Im Feld jedoch der von fossilen Brenn- und Treibstoffen abhängigen Sektoren, besonders der fossilen Energien (Produzenten der fossilen Energieträger, davon abhängige Strom- und Wärmeerzeuger sowie energieintensive Sektoren), bleibt es eine Herausforderung, den Leistungsnachweis für die Option Engagement erbringen zu können.
      • Diese Option Aktionärsdialog ist sinnvoll, wenn die Geschäftsmodelle der Unternehmen Aussichten auf einen Dekarbonisierungspfad in Linie mit dem 1.5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens bieten.
      • Es sind dabei für ein klimawirksames Engagement präzise Forderungen, Umfang, Messkriterien und Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung zu definieren.
      • Ohne eine klare Dekarbonisierungsstrategie mit einer tiefgreifenden ESG- und Klima-Integration in den Anlageprozess der Wertschriftenportfolien der Mitglieder-Pensionskassen und ohne Leistungsnachweis der Engagementpolitik im Bereich der besonders hohen Klimarisiken der hoch CO2-intensiven Sektoren erscheint der Ansatz des SVVK noch nicht genügend ausgereift.
      Stand April 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert der SVVK, er habe sich angesichts der Tatsache, dass bereits viele Investoren den Energie- und Utilities-Sektor (Stromversorger) ansprechen, für den Zement- und Stahlsektor entschieden. Der SVVK wolle zunächst im derzeitigen Engagement Fortschritte vorweisen können, bevor er weitere Branchen anspreche. Dies sei aber sicherlich eine möglicher nächster Schritt.
       
      Stimmrechte
       

      Die PK Post hat die Stiftung Ethos mit der Ausübung der Stimmrechte für die 50 grössten europäischen Aktiengesellschaften beauftragt. Im Abstimmungsverhalten stützt sie sich grundsätzlich auf die Analysen der Stiftung Ethos ab.

      • Allerdings ist eine Publikation ihres Abstimmungsverhaltens bei den einzelnen ausländischen Firmen noch ausstehend.

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Pensionskasse Post hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.​

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: besser

      • Mit ihrem - zwar nicht besonders genau quantifizierten - Clean Energy Impact Investment hat die Pensionskasse Post einen Anfang in der Dekarbonisierung des Portfolios gemacht. 
      • Angesichts des Gewichts der PK Post und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertiefter mit dem Thema der Nachhaltigkeit und des Umgangs mit den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
      • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: ein erweitertes, wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.​
      • Insbesondere sollte sie proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Stiftung Auffangeinrichtung BVG

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG, Vorsorgeinstitution für Selbstständige und zur Übernahme von Destinatär*innen aufgelöster Firmen-Pensionskassen, ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 16 Mia. CHF ungefähr auf Rang 13 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG verfügt über keine umfassende Nachhaltigkeitspolitik. Mit einer knappen Stellungnahme zur verantwortungsvollen Kapitalanlage und im Anlagereglement wird darauf verwiesen, dass u.a. auch ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) berücksichtigt würden.

       

      Die Stiftung schliesst nur einige wenige Produzenten von Streubomben und Personenminen aus. Ebenfalls ausgeschlossen sind Anlagen in Lebensmittelkontrakte.

      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Folglich sollte sich die Stiftung damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht.
      • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.
      • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen. 
      • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
      Stand Ende März 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert die Stiftung, der Stiftungsrat widme dem Thema ESG dieses Jahr zusätzliche Aufmerksamkeit und Ressourcen. Es wurde eine externe, spezialisierte Beratungsfirma beauftragt, zusammen mit dem Stiftungsrat ESG-Grundsätze und Massnahmen zu diskutieren und erarbeiten. Die Klimarisiken werden Teil des Projektes sein.
       

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

      • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
      • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Auffangeinrichtung BVG definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung mit investierten Unternehmen im Ausland.

       

      Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Stiftung Auffangeinrichtung BVG hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Stiftung Auffangeinrichtung BVG von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: stagnierend.

      • Angesichts des Gewichts der Stiftung Auffangeinrichtung und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertieft mit dem Thema der Nachhaltigkeit ihrer Anlagen beschäftigen - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
      • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.​
      • Insbesondere sollte sie proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Vita Sammelstiftungen der Zurich Versicherung

      (Vita Classic, Vita Invest, Vita Plus, Vita Select)

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Vita Sammelstiftungen sind mit ihrem Anlagevolumen von rund 15 Mia. CHF ungefähr auf Rang 14 der Pensionskassen der Schweiz.

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die Vita Sammelstiftungen und ihre Geschäftsführung sowie Anlageverwaltung der SST Vita Dienstleistungs AG verfügen über eine allgemeine Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist und für alle Anlagekategorien gilt. Allerdings ist dem Anlagereglement zu entnehmen, dass sich ihre Nachhaltigkeit insbesondere auf die wirtschaftliche Nachhaltigkeit von Unternehmen bezieht, nicht aber auf soziale und ökonomische Faktoren. Lediglich aus den Quartalsberichten geht hervor, dass die Vita Sammelstiftungen auch ökologische und soziale (das "E" und das "S" aus ESG) Faktoren bei ihren Anlageentscheidungen berücksichtigen.

      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Es gilt zu klären, inwiefern die Vita Sammelstiftungen eine vollumfängliche ESG-Politik verfolgen, die ihre Anlagen betrifft.
      • Des weiteren gilt zu klären, ob ESG-Kriterien bei der Bewirtschaftung aller Sammelstiftungen (Vita Invest, Vita Plus, Vita Select) zum Einsatz kommen, oder lediglich bei der Sammelstiftung Vita (Vita Classic).
      • Es ist zu empfehlen, dass sich die Vita Sammelstiftungen damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen werden, einschliesslich einer Erläuterung, ob und wie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt werden oder warum nicht.​
      • Gleichermassen sollten sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.​

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die Vita Sammelstiftungen besitzen keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

      • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
      • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die VIta ammelstiftungen definieren, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.​

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die Vita Sammelstiftungen haben bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die Vita Sammelstiftungen besitzen keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung mit investierten Unternehmen im Ausland.

       

      Sie stellen einen kompletten Bericht zur Ausübung der Stimmrechte 2018 betreffend internationaler und nationaler Unternehmen öffentlich zur Verfügung. Im Anlagereglement ist der Grundsatz festgelegt, bei der Ausübung der Stimmrechte Kriterien der "Nachhaltigkeit" zu berücksichtigen und nicht ausschliesslich nach den Empfehlungen des Managements zu stimmen.

      • Wie der Bericht 2018 zeigt, ist Vita jedoch - entsprechend der von ihr nicht im Sinne der ESG-Kriterien verstandenen Nachhaltigkeit - bei fossilen Unternehmen ihrem Stimmrechtsberater ISS (Institutional Shareholder Services) und dem Firmen-Management gefolgt: sie hat klimaschädlich abgestimmt. 
      • So hat ISS im Herbst 2019 empfohlen, einen Aktionärsantrag gegen die klimaschädlichen Lobby-Aktivitäten des Kohle-, Erdöl- und Erdgas-Konzerns BHP abzulehnen. Der Bericht der Vita für 2019 liegt noch nicht vor, aber es ist davon auszugehen, dass Vita entsprechend klimaschädlich abgestimmt hat.
      • Bei Chevron stimmte sie dagegen, dass die Firma einen Bericht zu einem kohlenstoffreduzierten Geschäftsmodell erstellen muss.
      • Im Falle von Equinor (frühere Statoil) stimmte sie dagegen, dass die Firma aufhört, weitere Öl- und Erdgasfelder in der Arktis zu erschliessen und auch dagegen, dass das Management eine Strategie präsentiert, das fossile Geschäftsmodell auf erneuerbare Energie umzustellen. Vita verhielt sich klimanegativ.
      • Weiterhin stimmte sie im Falle von Shell dagegen, dass die Firma CO2-Reduktionsziele erarbeiten und publizieren muss.
      Zusammenfassend:
      • Die Stimmrechtspolitik der Vita sollte um das E (Environmental) und das S (Social) erweitert werden.

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Dem Anlagereporting-Bericht ist zu entnehmen, dass sie den CO2-Fussabdruck ihres gesamten Portfolios ermittelt. Die Resultate der Analyse sind jedoch nicht öffentlich.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Vita Sammelstiftungen haben keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich sind die Vita Sammelstiftungen von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: stagnierend.

      • Die Vita Sammelstiftungen üben zwar ihre Stimmrechte im Ausland auch bei fossilen Unternehmen aus, und berichten transparent über ihr Abstimmungsverhalten, aber ihre Unterstützung der klimapositiven Anträge ist noch ungenügend. Demzufolge sollte sie ihre Stimmrechtspolitik vollumfänglich auf ESG-Kriterien umstellen.
      • Angesichts des Gewichts der Vita Sammelstiftungen und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertieft mit dem Thema der Nachhaltigkeit ihrer Anlagen beschäftigen - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
      • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.​
      • Insbesondere sollten sie proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter verlangen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Bernische Pensionskasse BPK

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die BPK ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 13 Mia. CHF ungefähr auf Rang 15 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die BPK verfügt über eine umfassende Nachhaltigkeitspolitik, die in ihrem Anlagereglement festgeschrieben ist und für alle Anlagekategorien gilt.

       

      Sie schliesst Unternehmen aus, welche die Menschenrechte systematisch verletzen, der Umwelt schwerwiegenden Schaden zufügen oder einen erheblichen Anteil ihres Umsatzes in den Sektoren Rüstung, Tabak, Glücksspiel, genetisch modifizierte Organismen (GMO) in der Agrar-Chemieindustrie, Atomindustrie und Pornografie erzielen.

      • Allerdings hat die BPK noch nicht bekanntgegeben, welche weiteren konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
      • Die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Nachhaltigkeitspolitik sollte durch eine Praxis gesteigert werden, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreift.
      • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
      Stand April 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz teilt die BPK in ihrer Stellungnahme mit, dass bei den Nominalanlagen (Obligationen), wo kein Mitbestimmungsrecht bestehe, den Vermögensverwaltern Vorgaben mit dem Ziel einer tiefgreifenden ESG-Integration gemacht würden. Sie schliesse zudem mit einem massgeschneiderten Benchmark sensible Sektoren von vornherein aus (z.B. Erdöl, Kohle, Beteiligungen in China, Indien, Russland, Brasilien u.v.a.m.). Bei Sachanlagen mit Mitbestimmungsrecht (Aktien) stehe jedoch der Aktionärsdialog und die Stimmrechtwahrnehmung im Vordergrund.
       

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Aus dem Jahresbericht 2018 geht hervor, dass die BPK den finanziellen Klimarisiken und -chancen Beachtung schenkt. In ihrer Antwort auf den Brief der Versichertengruppe BPK DIVEST (siehe unten) anerkennt sie - unter Bezugnahme auf das von der Klima-Allianz in Auftrag gegebene Rechtsgutachten der Kanzlei Niederer Kraft Frey - dass das Feld der Klimarisiken Teil ihrer treuhänderischen Sorgfaltspflicht ist.

       

      Stand April 2020:

      Die BPK teilt in ihrer besagten Stellungnahme mit, der Anlageausschuss habe bereits eine Klimastrategie zuhanden des übergeordneten Organs, der Verwaltungskommission, verabschiedet. Diese soll im Laufe 2020 in Kraft treten.

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Im Jahresbericht 2018 informiert die BPK, dass sie Darlehen/Obligationen/Hypotheken an Kohlekraftwerke als Klimarisiken betrachtet und somit ausschliesst, und dass sie nicht in Emerging Markets investiert (deren CO2-Intensitäten bekanntermassen vergleichsweise hoch sind).

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die BPK ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools Schweiz und des ETHOS Engagement Pool International.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist sie insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

       

      In diesem Kontext wurde sie auch Unterstützerin der von Investoren geleiteten globalen Engagement-Initiative Climate Action 100+, welche die 100 grössten Treibhausgasemittenten anvisiert. Ziel der Initiative ist es, "mit den weltweit grössten Treibhausgasemittenten zusammenzuarbeiten, um die Emissionen zu reduzieren, die klimabezogenen Finanzinformationen offenzulegen und die Unternehmens-Governance in Bezug auf den Klimawandel zu verbessern".

       

      Die BPK übt ihre Aktionärsstimmrechte bei ungefähr 15 ausländischen Grossunternehmen aus, die hinsichtlich ESG- und Klimawirkungen relevant sind (darunter grosse Erdölfirmen und einige Kohleproduzenten). Sie setzt dies via Dienstleistung von Ethos um und berichtet ansatzweise transparent über Ziele und Ergebnisse. Sie hat häufig gegen das Management gestimmt, somit kann angenommen werden, dass sie in Anlehnung an die Stimmrechtspolitik von Ethos alle klimawirksamen Anträge unterstützt hat.

      • Derzeit bleiben die Wirkungen der Ausübung der Stimmrechte sowie der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      In ihrer Antwort auf den Brief der Versichertengruppe BPK DIVEST (siehe unten) informiert sie, dass sie im Jahr 2019 die nächste ESG-Überprüfung inklusive der Erfassung der Treibhausgasemissionen und der Klimarisiken durchführen lasse. Das Bulletin vom Oktober 2019 informiert über die Erkenntnisse der Analyse durch Ethos.

      • Allerdings geht daraus noch keine Erfassung der Treibhausgasemissionen hervor.

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die BPK hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur weiteren Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Mit dem Ausschluss von Kohle- wie auch von Erdölfirmen aus dem Obligationenportfolio (inkl. Darlehen, Hypotheken) hat die die BPK einen ersten Schritt zur Dekarbonisierung ihrer Investitionen gemacht.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: sehr viel besser

      • Mit der expliziten Anerkennung von Klimarisiken als Teil ihrer ESG-Politik, mit dem Verzicht auf Anlagen in Emerging Markets, mit ihrer tiefergreifenden ESG-Integration bei den Obligationen, und mit dem Ausschluss einer direkten Projekt- und Kreditfinanzierung von Kohle- und Erdölfirmen, sowie mit ihrem begonnenen und transparent dokumentierten Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst, hat die BPK einen Schritt hin zur Klimaverträglichkeit ihrer Investitionen gemacht.  
      • Allerdings fehlt noch eine ganzheitliche Integration der ESG-Kriterien und eine stringente, zeitnahe Dekarbonisierung des Aktien-Portfolios, beginnend mit dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.
      • Insbesondere sollte sie auch bei dem Aktienportfolio eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Politische Aktivitäten

       

      2016: Interpellation Pierre Amstutz, Grüne, im Kantonsparlament "Investitionen in fossile Energieträger sind Risikoanlagen" . Die Regierung anerkennt die Berechtigung der Frage der Klimakompatibilität, antwortet jedoch ablehnend: obwohl die Pensionskassen BPK und BLVK öffentlich-rechtlich sind, sollten sie trotzdem autonom entscheiden und es bestehe keine Weisungsbefugnis. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

       

      2016: Motion Pierre Amstutz, Grüne, im Kantonsparlament zur Änderung der gesetzlichen Grundlagen, damit öffentlich-rechtliche Institutionen wie die BPK (und die BLVK) nicht mehr in fossile Unternehmen investieren. Nach negativer Stellungnahme der Regierung durch das Kantonsparlament abgelehnt (2017).

      Dialog zwischen Versicherten und Kasse

       

      2017: an der Delegiertenversammlung der Versicherten der BPK stellen die im VPOD Region Bern organisierten Delegierten kritische Fragen zur Anlagepolitik und erwarten Förderung des Klimaschutzes.

       

      Juni 2019: für die Delegiertenversammlung organisiert die BPK einen Vortrag des renommierten Klimatologen Prof. Thomas Stocker zu Klimaschutz und Dekarbonisierung.

       

      Kontaktgruppe BPK DIVEST

       

      Dezember 2018: die Kontaktgruppe BPK DIVEST sendet im Namen der BPK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an die Kasse. Sie stellt fest, dass sich die BPK bislang im Rahmen ihrer reglementarischen Bestimmungen zur nachhaltigen und ethischen Anlage kaum mit den finanziellen Klimarisiken beschäftigt hat. Sie erwartet von der BPK eine Klimastrategie mit der Desinvestition fossiler Brennstoffe und Präferierung von nicht Kohle-abhängigen Stromerzeugern als erste Schritte.

       

      Januar 2019: in ihrer Antwort informiert die BPK detailliert und transparent über ihre Pläne. Sie lässt im Jahr 2019 die nächste ESG-Überprüfung inklusive der Erfassung der Treibhausgasemissionen und der Klimarisiken durchführen. Als Klimarisiken schliesse sie Darlehen/Obligationen/Hypotheken an Kohlekraftwerke aus, und sie investiere nicht in Emerging Markets (deren CO2-Intensitäten bekanntermassen vergleichsweise hoch sind). Sie will im Jahre 2019 das Thema Klimaerwärmung auf strategischer Ebene und in den Anlagegrundsätzen verankern.

       

      Ebenfalls lässt sie die Erfassung der Treibhausgasemissionen im Laufe 2019 durchführen. Weiterhin anerkennt sie - unter Bezugnahme auf das von der Klima-Allianz in Auftrag gegebene Rechtsgutachten der Kanzlei Niederer Kraft Frey - dass das Feld der Klimarisiken Teil ihrer treuhänderischen Sorgfaltspflicht ist. Sie betont allerdings: "die Konzentration der Anlagen auf treibhausgasarme Unternehmen oder Fossil Free Fonds wäre der falsche Weg, um den CO2-Ausstoss weltweit zu reduzieren".

       

      Sie setzt stattdessen auf Erfolge bei ihrem Engagement und bei der Wahrnehmung der Stimmrechte an General-versammlungen. Zwar informiert die BPK ansatzweise transparent über Details ihrer Engagements bei den Firmen, auch wie sie bei grossen ausländischen Unternehmen abgestimmt hat. Doch bei den Anlagen im Sektor der fossilen Energien, wo die BPK den finanziellen Klimarisiken spürbar exponiert ist, fehlt aber (noch) eine klare Klimastrategie, die Kriterien für den Erfolg solchen Engagements setzt, diesen misst und Fristen setzt.

      Pensionskassen Novartis

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Pensionskassen Novartis sind mit ihrem Anlagevolumen von rund 13 Mia. CHF ungefähr auf Rang 16 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die Pensionskassen Novartis verfügen über eine allgemeine Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist.

       

      Sie schliessen etwa Unternehmen aus, die wiederholt Menschenrechte verletzten, Produktion und Handel von Rüstungsgütern als Kerngeschäft betreiben, umfangreiche direkte Geschäftsbeziehungen zu totalitären Regimen pflegen, Produktion und Handel mit Tabakwaren als Kerngeschäft betreiben (siehe Auszug Anlagereglement). Auch Unternehmen mit tiefen Nachhaltigkeits-Ratings in den Branchen Energie, Versorger, Grundstoffe sowie Industriewerte werden ausgeschlossen. Die Nachhaltigkeitsbeurteilung erfolgt über die Verwendung der MSCI ESG Research Ratings.

      • Im Reporting zur Nachhaltigkeitspolitik fehlen jedoch Aussagen über Ziele, welche die Wirksamkeit ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage auf Portfolioebene kontinuierlich verbessern.
      • Es fehlt die Transparenz darüber, ob und wie substanziell die Pensionskassen Novartis Firmen präferieren, die gemäss allgemein akzeptierten ESG-Kriterien nachhaltig sind, und ob und in welchem Ausmass sie die Zahl der Unternehmen des Anlageuniversums durch Verzicht auf oder Untergewichtung von nicht nachhaltig wirtschaftenden Firmen reduzieren.
      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Folglich sollten sich die Pensionskassen Novartis damit auseinandersetzen, wie sie das Resultat der nachhaltigen Ausrichtung ihrer Anlagepolitik, insbesondere ihre tatsächlich gesamtgesellschaftliche Wirkung, in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen und kontinuierlich verbessern werden.
      Stand April 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz teilen die Pensionskassen Novartis mit, sie hätten vom Rating Kenntnis genommen. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie unter Einschluss von ESG- und Klimarisiken sei ein wichtiges Anliegen des Stiftungsrates und der Geschäftsführung und als solches auf der Tagesordnung prominent vertreten.
       

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die Pensionskassen Novartis besitzen keine explizite öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft. Hingegen informieren sie auf Anfrage der Klima-Allianz (s. oben) dass sie die Klimarisiken als Teil der Nachhaltigkeitsstrategie darin integrieren. Im Sinne eines kontinuierlichen Monitoring der Klimaverträglichkeit des direkt gehaltenen Anlageportfolios führen sie auch entsprechende Tests durch oder nehmen an solchen teil.

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die Pensionskassen Novartis haben bis heute keine expliziten Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

       

      Hingegen schliessen sie gemäss ihrer Nachhaltigkeitspolitik auch Unternehmen in den Branchen Energie, Versorger, Grundstoffe und Industriewerte mit tiefen Nachhaltigkeits-Ratings aus. Weiterhin werden "Thematische Anlagen" einbezogen, in Form von Green Bonds.

      • Es ist davon auszugehen, dass diese ESG-Integration auf Portfolioebene zumindest ansatzweise zu einer Portfolio-Dekarbonisierung beiträgt.

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die Pensionskassen Novartis sind Unterzeichnende der UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) und verpflichten sich damit ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die Pensionskassen Novartis besitzen keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten Unternehmen im Ausland.

       

      Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Gemäss ihrer Nachhaltigkeitspolitik führen die Pensionskassen Novartis im Sinne eines kontinuierlichen Monitorings der Klimaverträglichkeit des direkt gehaltenen Investment Portfolios entsprechende Tests durch oder sie nehmen an solchen teil.

      • Es fehlen jedoch Aussagen über die Resultate und Erkenntnisse.
      • Insbesondere ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Pensionskassen Novartis haben keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich sind die Pensionskassen Novartis von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: stagnierend

      • Obwohl die Pensionskassen Novartis in einem nicht näher quantifiziertem Ausmasse in CO2-intensiven Sektoren Unternehmen mit tiefen ESG-Ratings ausschliessen und mit Green Bonds auf Impact Investing setzen, bleibt in ihrer Nachhaltigkeitspolitik noch Raum für den weiteren Ausbau.  
      • Angesichts des Gewichts der Pensionskassen Novartis und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertieft mit dem Thema der Nachhaltigkeit ihrer Anlagen beschäftigen - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
      • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung des Portfolios.​
      • Insbesondere sollten sie proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Caisse de prévoyance de l'État de Genève CPEG

       

      Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

      Pensionskasse Basel-Stadt PKBS

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die PKBS ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 13 Mia. CHF ungefähr auf Rang 18 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Seit Anfang 2019 verfügt sie über eine umfassende Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist und für alle Anlagekategorien gilt. Grundlage für das Handeln der PKBS bildet das Leitbild für eine nachhaltige Anlagepolitik.

       

      Dem Anlagereglement ist zu entnehmen, dass bei aktiven wie auch bei passiven Vermögensverwaltungsmandaten Investitionen gemäss Ausschlussliste des Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) nicht zulässig sind. Damit sind einige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition ausgeschlossen. Darüber hinaus sind ebenfalls Unternehmen ausgeschlossen, welche einen substanziellen Umsatzanteil von 30% oder mehr an konventioneller Rüstung aufweisen. Weiterhin investiert sie bei aktiven Vermögensverwaltungsmandaten nicht in Atomkraftwerke, Spielcasinos und Rüstungskonzerne. Seit Beginn 2019 schliesst sie ebenfalls Unternehmen des Kohlesektors aus (siehe unten).

      • Allerdings hat die PKBS noch nicht bekanntgegeben, welche weiteren konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
      • Die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Nachhaltigkeitspolitik sollte durch eine Praxis gesteigert werden, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreift.
      • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Im Leitbild bekennt sie sich dazu, das Klimarisiko in die Anlagepolitik zu integrieren. Sie will «Anstrengungen unterstützen, die dazu führen, dass Unternehmen ihren CO2- Fussabdruck erheblich verkleinern können».

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Wie im Anlagereglement festgehalten, sind bei aktiven wie auch passiven Vermögensverwaltungsmandaten Investitionen in Unternehmen, deren Umsatz in der "Branche Kohle" mehr als 5% beträgt nicht zulässig. Im Geschäftsbericht 2018 präzisiert die PKBS, dass sie Unternehmen, die mehr als 5% ihres Umsatzes mit dem Abbau von Kohle erzielen, aus ihrem Anlageuniversum ausschliesst. Die Ausschlussliste wird periodisch aktualisiert und basiert auf dem Analyse-Universum von Ethos.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die PKBS ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools Schweiz und des ETHOS Engagement Pool International.

       

      Seit Anfang 2019 ist sie zudem Mitglied des Montreal Carbon Pledge und verpflichtet sich somit den CO2-Fussabdruck ihres Portfolios regelmässig zu messen und zu publizieren.

       

      Im Frühjahr 2020 wurde die PKBS Unterzeichnerin der UN Principles for Responsible Investment. Sie verpflichtet sich damit, ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist sie insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

       

      In diesem Kontext wurde sie auch Unterstützerin der von Investoren geleiteten globalen Engagement-Initiative Climate Action 100+, welche die 100 grössten Treibhausgasemittenten anvisiert. Ziel der Initiative ist es, "mit den weltweit grössten Treibhausgasemittenten zusammenzuarbeiten, um die Emissionen zu reduzieren, die klimabezogenen Finanzinformationen offenzulegen und die Unternehmens-Governance in Bezug auf den Klimawandel zu verbessern".

       

      Als Mitglied der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction ist sie zudem Teil der koordinierten Klima-Dialogführung mit dem Ziel, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

       

      Seit Januar 2019 verpflichtet sich die PKBS zudem bei den 300 grössten kotierten ausländischen Unternehmen (Europa, Nordamerika, Japan) ihre Aktionärsstimmrechte auszuüben. Sie setzt dies via Dienstleistung von Ethos um und berichtet transparent über Ziele und Ergebnisse. Daraus geht hervor, dass sie bei den klimarelevanten Unternehmen (insbesondere Erdöl- und Erdgasfirmen) klimafreundliche Anträge gegen das Management unterstützt hat.

      • Derzeit bleiben die Wirkungen der Ausübung der Stimmrechte sowie der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Mit der Mitgliedschaft im Montreal Carbon Pledge hat sich die PKBS verpflichtet, den CO2-Fussabdruck ihrer Portfolien regelmässig zu messen und zu publizieren.

      • Die Klima-Allianz erwartet, dass die Messung letztendlich nicht nur die sogenannten Scope 1 Emissionen (betriebseigene Treibhausgasemissionen) und die Scope 2 Emissionen (Emissionen aus dem Strombezug) erfasst, sondern auch die um ein Mehrfaches höheren Scope 3 Emissionen, so wie die Vorreiterin Sammelstiftung NEST. Die Scope 3 Emissionen setzen sich aus den durch die Vorlieferanten emittierten Treibhausgase sowie - besonders gewichtig - die Emissionen der nachfolgenden Verbraucher (also insbesondere das Verbrennen von Erdöl und Erdgas in Industrie, Transport und Gebäuden) zusammen.

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die PKBS hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur weiteren Dekarbonisierung des Portfolios in Linie mit dem 1.5°C-Ziel des Pariser Klimabkommens.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Mit der Entfernung der Kohleproduzenten aus dem Aktien- und (Annahme) aus dem Obligationenportfolio hat die PKBS einen Anfang in der Dekarbonisierung der Investitionen gemacht.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: sehr viel besser

      • Mit ihren neuen Grundsätzen zur Nachhaltigkeit, mit ihrer Anerkennung der Klimarisiken durch ihren ersten Dekarbonisierungschritt und mit ihrem begonnenen und transparent dokumentierten Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst, sowie mit ihrer Verpflichtung zur regelmässigen Messung des CO2-Fussabdrucks ist die PKBS auf dem richtigen Weg zu einem Paris-kompatiblen Pfad der Dekarbonisierung des Portfolios. 
      • Es fehlt noch eine stringente, zeitnahe Dekarbonisierung des Portfolios in Linie mit dem 1.5°C-Ziel des Pariser Klimabkommens.
      • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Politische Aktivitäten

       

      2015: Anzug Nora Bertschi (Grüne) und Konsorten im Kantonsparlament, für den Ausstieg der PKBS aus fossilen Energien. Im Parlament der Regierung zur Prüfung überwiesen (2016).

       

      2017: Die Delegiertenversammlung des VPOD Region Basel verabschiedet Resolution "PKBS - Divestment jetzt".

       

      2017: fossil-free.ch Regionalgruppe Basel startet Kampagne und öffentliche Petition für Divestment durch die PKBS.

       

      Januar 2018: In ihrer Antwort zum Anzug Nora Bertschi sagt die Regierung aus, die PKBS werde sich "in den nächsten beiden Jahren verstärkt mit dem Thema C02 auseinandersetzen und mögliche Umsetzungen der gewonnenen Erkenntnisse in den Anlageprozess prüfen". Sie beantragt, den Vorstoss für weitere zwei Jahre stehen zu lassen (also nicht als erledigt abzuschreiben). Dies wird vom Parlament bestätigt. 

       

      September 2018: Die fossil-free.ch Regionalgruppe Basel und Versicherte der PKBS reichen mit einer Aktion vor Ort die öffentliche Petition ein.

       

      März 2019: Motion Nicole Amacher (SP) und Konsorten "betreffend Basel pro Klima: Nur noch zukunftsorientiert investieren". Betreffend der Pensionskasse lautet die Forderung: Die PKBS "verpflichtet sich ab sofort dazu, die TCFD-Richtlinien umzusetzen und eine Klimastrategie zu veröffentlichen, welche aufzeigt, wie alle ihre Anlagen ab 2030 netto-null-CO2- Emissionen emittieren (inklusive Scope 3)."

       

      Mai 2019: Der Grosse Rat lehnt die Motion Amacher äusserst knapp ab, mit Stichentscheid des bürgerlichen Präsidenten.

       

      März 2019: die Interpellation Mustafa Atici (SP) "betreffend Green New Deal: Klimanotstand als Chance und Herausforderung" fragt u.a. nach dem Zeitplan für die Desinvestition der Unternehmen der fossilen Energieträger durch die PKBS.

       

      April 2019: Der Regierungsrat geht in seiner Antwort auf die Interpellation Mustafa Atici nicht auf die nach dem Zeitplan des Ausstieges aus fossilen Unternehmen ein. Er fasst einzig die bereits auf der Website der PKBS zugänglichen Massnahmen zusammen.

       

      September 2019: die Interpellation Tonja Zürcher (Grünes Bündnis) "betreffend die Verantwortung des Finanzplatzes für die Klimakrise" fragt, bis wann u.a. die PKBS die vollständige Dekarbonisierung einleiten und bis wann abschliessen werde. Weiterhin fragt die Interpellantin, was die Regierung unternehme, um die Offenlegung der getätigten Investitionen betreffend umweltschädliche und klimazerstörerische Geschäfte zu erwirken und ihre Finanzflüsse in Einklang mit einer klimagerechten Entwicklung zu bringen.

       

      September 2019: Die Regierung geht in ihrer Antwort auf die Interpellation Tonja Zürcher, was die PKBS betrifft - wie bei der Interpellation Mustafa Atici - wiederum nicht auf die gestellten Fragen ein und fasst die schon bekannten Massnahmen der Pensionskasse zusammen.

       

      Dezember 2019: Der Regierungsrat beantragt dem Parlament, den Anzug Nora Bertschi (Grüne) und Konsorten aus dem Jahre 2015 (siehe oben) als erledigt abzuschreiben. Er fasst als Begründung die aktuelle Nachhaltigkeitspolitik der PKBS zusammen, wie auf der Website der Kasse veröffentlicht. Immerhin leitet die Exekutive ein neues Element in der Kommunikation der Kasse weiter: "Die PKBS verfolgt die Entwicklungen im Bereich Klimawandel und Klimaschutz laufend und passt ihre Massnahmen bei Bedarf an neuste Entwicklungen an. Der Ausschluss weiterer fossiler Bereiche ist möglich. Divestments benötigen eine umfassende Entscheidungsgrundlage hinsichtlich Klima- und Portfolionutzen (insbesondere Diversifikation), Risiken, Kosten und Umsetzungsmöglichkeiten. Diese Aspekte werden im Entscheidungsprozess der PKBS sorgfältig geprüft und abgewogen." 

      Dialog zwischen Versicherten und Kasse

       

      Kontaktgruppe PKBS DIVEST

       

      Februar 2018: die Kontaktgruppe PKBS DIVEST sendet im Namen der PKBS-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Verwaltungsrat. Dieses umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit den finanziellen Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zum Investor's Engagement und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von PKBS DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

       

      März 2018: die PKBS geht in ihrer Antwort nicht auf die Fragen von PKBS DIVEST ein. Sie schreibt nur, dass sie sich in den nächsten beiden Jahren vermehrt "auf konzeptioneller Basis mit dem Thema ESG im Rahmen eines Projektes auseinandersetzen und mögliche Umsetzungen der gewonnenen Erkenntnisse im Anlageprozess prüfen wolle".

       

      Februar 2019: die Gruppe PKBS DIVEST stellt fest, dass die Pensionskasse nunmehr Unternehmen ausschliesst, die mehr als 5% ihres Umsatz mit der Kohleförderung erzielen. Sie anerkennt, dass damit ein erster Schritt in die richtige Richtung erfolgt ist.

      Caisse de pensions de l'État de Vaud CPEV

       

      Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

      Helvetia Sammelstiftungen Personalvorsorge, Prisma und BVG Invest

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Sammelstiftungen der Helvetia sind mit ihrem geschätzten Anlagevolumen von rund 12 Mia. CHF ungefähr auf Rang 20 der Pensionskassen der Schweiz. Der Grossteil der Altersgelder ist bei der Helvetia als Vollversicherung angelegt.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die auf der Website der Helvetia Sammelstiftungen und im Jahresbericht 2018 der Basis-Sammelstiftung zugänglichen Informationen über die Anlagepolitik verweisen nicht auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

       

      Hingegen überlässt das Vollversicherungsmodell der Helvetia Sammelstiftungen die Vermögensverwaltung der Helvetia Versicherungen. Diese hat sich als Teil des Mutterhauses Helvetia Gruppe zur Einhaltung von Nachhaltigkeitsrichtlinien verpflichtet. Dem Corporate Responsibility Bericht 2018 (Kapitel "Nachhaltige Anlagen", Seite 23) ist zu entnehmen, dass das Portfolio Management Team monatlich aktualisierte Informationen zu den Unternehmen auswertet, "die eine schlechte ESG-Qualität aufweisen und/oder in schwerwiegende Kontroversen involviert sind." Diese Analyse beruht auf dem ESG-Rating der Unternehmen durch MSCI ESG Research und dessen transparenter Methodologie. Für Titel auf dieser «Portfolio-Watchlist» werde der Erwerb einer Alternative empfohlen: "Damit stellen wir sicher, dass negative ESG-Ratings im Anlageprozess berücksichtigt werden, ohne bestimmte Anlagen aufgrund von vorab festgelegten Schwellenwerten oder der Branchenzugehörigkeit auszuschliessen. Systematische Ausschlüsse erfolgen jedoch in Bereichen, in denen gesetzliche Vorschriften dies erfordern. So investieren wir beispielsweise im Einklang mit dem Schweizer Kriegsmaterialgesetz und der Oslo-Konvention nicht in geächtete Waffen." Insgesamt informiert sie: "Mit einem durchschnittlichen Letter-Rating A weist unser Finanzanlagen-Portfolio per Ende Dezember 2018 für alle Länder geringe ESG-Risiken auf". Die Helvetia deckt mit dem besagten Ansatz ihre Aktien-, Unternehmens- und Staatsobligationen ab.

       

      Jedoch äussern sich die Helvetia Sammelstiftungen selbst nicht dazu, ob und wieweit ihre durch die Helvetia Versicherungen verwalteten Investitionen tatsächlich konform zu den erwähnten Massnahmen des Corporate Responsibility Berichts 2018 (Kapitel "Nachhaltige Anlagen", Seite 23) sind.

      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Folglich sollten sich die Helvetia Sammelstiftungen damit auseinandersetzen, wie sie als Teil der Helvetia Versicherungen die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen werden.
      Stand Ende März 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert Helvetia Versicherungen, dass sie aktuell ihre Responsible Investment Strategie überarbeite und damit eine wichtige Grundlage für die gezielte Weiterentwicklung ihre ESG-Fokus setze. Weiterhin habe sie sich 2019 am SBTi-Road-Testing für Finanzinstitute beteiligt.
       
      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die für die Helvetia Sammelstiftungen verantwortliche Vermögensverwaltung der Helvetia Versicherungen verfolgt als Teil des Mutterhauses Helvetia Gruppe im Rahmen der Nachhaltigkeitsrichtlinien das aufkommende Thema der finanziellen Klimarisiken, wie der Corporate Responsibility Bericht 2018 (Kapitel "Nachhaltige Anlagen", Seite 23) zeigt.

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die Helvetia Sammelstiftungen haben als Teil der Helvetia Versicherungen keine Informationen betreffend getätigte Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios veröffentlicht.

      • Es darf postuliert werden, dass der Ansatz des Asset Managements der Helvetia Versicherungen, aufgrund einer rollenden "Portfolio Watch List" bedenkliche Unternehmen durch Alternativen zu ersetzen, auch zu einer im Vergleich zum Weltmarktdurchschnitt tieferen CO2-Intensität des Aktien- und Obligationenportfolios geführt haben könnte.
      • Auch das durch die ESG-Integration bei der Titelselektion erzielte "durchschnittliche MSCI A-Rating" dieses Portfolios liefert Grund für die Annahme einer bestimmten bereits erfolgten Dekarbonisierung.
      • Ohne eine Messung der CO2-Intensität im Vergleich zum Marktdurchschnitt bleibt das Ausmass einer möglichen Dekarbonisierung jedoch unbestimmt.

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die für die Helvetia Sammelstiftungen verantwortliche Vermögensverwaltung der Helvetia Versicherungen ist Mitglied von Swiss Sustainable Finance.

      • Es ist zu begrüssen, dass die Helvetia Sammelstiftungen über ihren Vermögensverwalter Helvetia Versicherungen die Notwendigkeit anerkennen, dass der Finanzplatz Schweiz - damit auch sie selbst, als grosser Akteur der betrieblichen Vorsorge - eine führende Rolle bei der nachhaltigen und klimaverträglichen Ausrichtung der Finanzflüsse spielt.

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die Helvetia Sammelstiftungen besitzen als Teil der Helvetia Versicherungen keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Die für die Helvetia Sammelstiftungen verantwortliche Vermögensverwaltung der Helvetia Versicherungen überprüft das eigene Anlageportfolio regelmässig auf die finanzierten CO2-Emissionen, wie der Corporate Responsibility Bericht 2018 der Helvetia Gruppe (Kapitel "Nachhaltige Anlagen", Seite 24) informiert. Es werden jedoch keine CO2-Emissionsdaten publiziert. Für das Jahr 2019 werden aber Klima-Stresstests und Szenarioanalysen angekündigt, um Erfahrung mit den Methodologien der Ermittlung der finanzierten Emissionen und der finanziellen Klimarisiken zu gewinnen.

      • Mit diesem Plan zur Ermittlung der finanzierten Emissionen ist die Grundlage zu einem zukünftigen Nachweis einer Dekarbonisierung und zur Bestimmung entsprechender Zielpfade gelegt.
      Stand Ende März 2020:
      Mit der besagten Mitteilung an die Klima-Allianz informiert Helvetia, sie werde am neuen BAFU Klimaverträglichkeitstest 2020 teilnehmen. 
       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Helvetia Sammelstiftungen und ihr Vermögensverwalter Helvetia Versicherungen haben keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: besser

      • Die ESG-Integration in die Portfoliokonstruktion aufgrund der rollenden ESG-Unternehmensanalyse, die nicht oder wenig nachhaltige Firmen durch bessere Alternativen ersetzt, hat das Potenzial, neben der substanziellen Anhebung der ESG-Qualität auch eine Dekarbonisierung auf den volumenmässig gewichtigen Obligationen, aber auch auf  den Aktien erzielt zu haben. Allerdings ist deren Ausmass unbekannt. 
      • Angesichts des Gewichts der Helvetia Sammelstiftungen als Teil der Helvetia Versicherungen und der Fortschritte ihrer Peergroups ist zu empfehlen, dass sie die Resultate ihrer ESG-Integration auf Portfolioebene im Vergleich zum Weltmarkt nachvollziehbar darstellt und über die finanziellen Klimarisiken sowie über erreichte Fortschritte zur Verminderung der CO2-Intensität ihrer Portfolioanlagen informiert. 
      • Konzeptionell sollte folgendes vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit relevanten Unternehmen sowie eine klimapositive Stimmrechtsausübung. 
      • Es fehlt noch eine stringente, zeitnahe Dekarbonisierung des Portfolios, beginnend mit dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.
    • APK, ComPlan, Allianz, Roche, PKE, BLPK, Coop, Swisscanto, sgpk, STENFO

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      Aargauische Pensionskasse APK

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die APK ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 11 Mia. CHF ungefähr auf Rang 21 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Sie verfügt über ein Anlagecredo, das festhält, dass «ethische, ökologische und sozialpolitische Kriterien als Teil des Risikomanagements im Anlageprozess integriert» werden.

      • Es fehlen jedoch noch präzise Angaben über die Umsetzung bei der Lenkung der Investitionen auf der Ebene der eigenen Portfolios.
      • Die APK sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen. 
      • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die APK besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

       

      Jedoch hat die APK an einem Treffen mit der Klima-Allianz (Ergebnisnotiz siehe unten) bekanntgegeben, sie berücksichtige bereits heute Klimarisiken und –chancen als Teil ihrer treuhänderischen Sorgfaltspflicht. Sie sieht sie als Bestandteil des Anlagecredos, welches ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) als Teil des Risikomanagements in den Anlageprozess integriert.

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Aus der Antwort auf eine Versichertenanfrage nach Ausstieg aus fossilen Energien geht diesbezüglich hervor, dass «wo nötig und sinnvoll auch Massnahmen auf der Stufe Anlagestrategie» ergriffen werden.

       

      Aus dem Jahresbericht 2018 geht hervor, dass ein - gemäss APK zwar kleiner - Teil der Aktien Ausland in einem «nachhaltigen» Mandat geführt wird. Weiterhin geht aus der Stellungnahme der APK zu einer Anfrage im Stadtparlament Baden (siehe unten) auch hervor, dass 0.5% des APK-Gesamtportfolios in Infrastrukturprojekte im Bereich erneuerbare Energien investiert sind.

      • Es ist davon auszugehen, dass dieses ansatzweise zu einer Portfolio-Dekarbonisierung beiträgt.

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die APK ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und des ETHOS Engagement Pool International.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist die APK insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

       

      In diesem Kontext wurde sie auch Unterstützerin der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

       

      Als Mitglied der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction ist sie zudem Teil der koordinierten Klima-Dialogführung mit dem Ziel, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

       

      Schliesslich sendet die Unterzeichnung des Global Investor Statement to Governments on Climate Change ein starkes Signal an die Regierungen und die Politik aller Länder. Über 630 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, fordern zeitnah wirksame Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Diese Initiative wird heute über den globalen Zusammenschluss The Investor Agenda weitergeführt, der in den Bereichen Investment, Corporate Engagement, Investor Disclosure und Policy Advocacy vorangehen will.

       

      Die APK übt ihre Aktionärsstimmrechte bei 100 ausländischen Unternehmen aus - insbesondere auch bei klimarelevanten Unternehmen in Europa und Nordamerika. Sie setzt dies via die Dienstleistung von Ethos um und berichtet transparent über Ziele und Ergebnisse. Daraus geht hervor, dass sie bei den klimarelevanten Unternehmen (insbesondere Erdöl- und Erdgasfirmen) klimafreundliche Anträge gegen das Management unterstützt hat.

      • Derzeit bleiben die Wirkungen der Ausübung der Stimmrechte sowie der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 
      Stand April 2020:
      Wie die APK im Rahmen der Korrespondenz mit der Klima-Allianz (April 2020) zum Rating schreibt, ist sie sich der Thematik der Wirksamkeit des Engagements im klimarelevanten Bereich sehr wohl bewusst. Im Moment stehe sie noch am Anfang des Engagement-Prozesses, es sei also noch verfrüht, über Divestment nachzudenken. Als Ultima Ratio gelte auch für sie der Ausstieg. Engagement brauche aber Zeit und bis man zum letzten Mittel greife, solle man sich diese auch geben. Weiterhin sei ein Ausstieg für die APK zwar in einigen Teilgefässen im Prinzip umsetzbar, aber für viele kleinere Gefässe, die via Fonds angelegt seien, sei dies nicht möglich.
       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die APK hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: viel besser

      • Mit ihren neuen Grundsätzen zur Nachhaltigkeit, mit ihrer Anerkennung der Klimarisiken und mit ihrem begonnenen und transparent dokumentierten Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst, hat die APK das Potenzial, in Zukunft den Weg zu einem Paris-kompatiblen Pfad der Dekarbonisierung des Portfolios einzuschlagen. 
      • Allerdings fehlt noch eine konzeptionelle Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios.
      • Insbesondere sollte sie proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Politische Aktivitäten

       

      2016: Postulat im Kantonsparlament, Robert Obrist, Grüne, für gesetzliche Grundlagen zur Erwirkung der Desinvestition öffentlicher kantonaler Institutionen u.a. der APK . Nach negativem Antrag der Regierung im Parlament abgelehnt. Obwohl die APK eine öffentlich-rechtliche Institution ist, solle sie trotzdem autonom entscheiden und es bestehe keine Weisungsbefugnis. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

       

      Dezember 2017: Interpellation der Fraktion der Grünen über klimabedingte Investitionsrisiken der APK. In ihrer Antwort vom März 2018 verneint die Regierung abermals ihre Möglichkeiten der Einflussnahme, und sie schätzt zusammen mit der APK bei den Anlagen in Kohle-, Erdöl- und Erdgasindustrie "die derzeit erzielte Rendite im Vergleich zu den heute eingegangenen Risiken als angemessen ein". Nur bei "signifikanter" Veränderung der Bewertungsgrundlagen werde die APK die Situation "mittel- bis langfristig" neu beurteilen.

       

      August 2018: Motion der Fraktion der Grünen für die Ausarbeitung einer Gesetzesänderung, um der APK die Investitionen in fossile Energien zu verbieten. November 2018: Die Regierung lehnt die Motion ab - mit denselben Gründen wie in der Antwort auf die Interpellation (siehe oben) - und stuft eine Annahme als unter dem Bundesrecht rechtlich problematisch ein. März 2019: Der Grossrat lehnt die Motion ab.

       

      September 2019: Anfrage Corinne Schmidlin, Grüne, im Parlament der Stadt Baden, dessen Angestellte bei der APK versichert sind, "Klimaverträglichkeit der Investitionen der städtischen Pensionskassengelder".

       

      Dezember 2019: Die Exekutive reicht in ihrer Antwort, die Stellungnahme der APK weiter. Sie sagt auch, es sei nötig, "darauf hinzuwirken, dass die Investitionen der APK im fossilen Energiesektor künftig reduziert und zugunsten von Investitionen in erneuerbare Energien abgebaut werden". Auch will die Exekutive bei der APK darauf hinwirken, dass "künftig Kriterien zur Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit stärker gewichtet werden", und sie sagt aus, dass falls es zu einer Neuausschreibung der Pensionskasse kommen sollte, sie "detaillierte Kriterien zur Nachhaltigkeit ausarbeiten" werde. Schliesslich geht aus der Stellungnahme der APK auch hervor, dass 0.5% des APK-Gesamtportfolios in Infrastrukturprojekte im Bereich erneuerbare Energien investiert sind.

      Dialog zwischen Versicherten und Kasse

       

      Kontaktgruppe APK DIVEST

       

      Januar 2019: die Kontaktgruppe APK DIVEST sendet im Namen der APK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an die Kasse. Die Unterzeichnenden begrüssen die Teilnahme am Ethos Engagement Pool International und den verwandten Aufrufen (siehe oben), stellt jedoch fest, dass die Kasse weder Nachhaltigkeitskriterien befolgt noch die Klimarisiken im Bereich ihrer Anlagen betrachtet. Die Eingabe umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zum Investor's Engagement, und besteht auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

       

      Mai 2019: die APK lädt als Reaktion auf das Schreiben eine Delegation der Klima-Allianz zu einem Austausch ein. Auf Nachfrage informiert sie über einen in Zukunft zu erwartenden höheren Klima-Impact aufgrund der Nachhaltigkeitsbestimmungen in ihrem Anlagecredo. Die Delegation der Klima-Allianz fasst die zu erwartenden Weiterentwicklungen in einer durch die APK gegengelesenen Ergebnisnotiz zusammen.

      comPlan

      Pensionskasse Swisscom

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      ComPlan ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 11 Mia. CHF ungefähr auf Rang 22 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      ComPlan verfügt seit November 2019 über eine umfassende Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist. Sie hält fest, dass die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie insbesondere über die Dialogführung (Engagement) mit den investierten Unternehmen stattfinden soll, dass aber auch andere Umsetzungsmassnahmen, wie Ausschluss, Screening der Einhaltung von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance), Untergewichtung von klimaschädlichen Unternehmen und die Integration von ESG-Kriterien bei der Vermögensverwaltung durch externe Vermögensverwalter zum Einsatz kommen.​

       

      ComPlan ist zudem Gründungsmitglied des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zum Einbezug von ESG-Kriterien bekennt.

       

      Complan schliesst via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen, einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus. Zudem hält sie fest, dass auch ein Ausschluss von Unternehmen stattfinden soll, wenn diese keine Verbesserung im Dialogprozess (Engagement) zeigen.

      • In der Offenlegung der Nachhaltigkeitspolitik fehlen jedoch Aussagen über Ziele, welche die Wirksamkeit ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage auf Portfolioebene kontinuierlich verbessern.
      • Es fehlt die Transparenz darüber, ob und wie substanziell sie Firmen präferiert, die gemäss allgemein akzeptierten ESG-Kriterien nachhaltig sind, und ob und in welchem Ausmass sie die Zahl der Unternehmen des Anlageuniversums durch Verzicht auf oder Untergewichtung von nicht nachhaltig wirtschaftenden Firmen reduziert.
      • Ob es eine via eine weitreichende ESG-Integration in den Anlageprozess eine signifikant positive Wirkung ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage im Vergleich zur konventionellen Praxis gibt, bleibt demnach intransparent.
      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
      • Folglich sollte sich comPlan damit auseinandersetzen, wie sie das Resultat der nachhaltigen Ausrichtung ihrer Anlagepolitik, insbesondere ihre tatsächlich gesamtgesellschaftliche Wirkung, in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen und kontinuierlich verbessern wird.
      Stand Ende März 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz teilt comPlan mit, ihre Informationen auf der Website seien aktuell, und sie würde interessierten Versicherten Details dazu erläutern. Auf die Fragen der Klima-Allianz nach gegenwärtigen internen Bestrebungen zur Weiterentwicklung der Nachhaltigkeit nimmt sie nicht Stellung.
      • Es stellt sich die Frage, ob eine Kommunikation nur mit den Destinatär*innen zukunftsverträglich ist. Die EU hat die Finanzmarktteilnehmer, auch die Pensionskassen, bereits gesetzlich verpflichtet, auf ihren Internetseiten zu deklarieren, welches ihre Strategien zur Einbeziehung der Nachhaltigkeits- und Klimarisiken in ihre Anlageprozesse sind.​
      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF


      Als Teil der Umsetzungsmassnahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie wird seit November 2019 die Reduktion der Klimarisiken explizit erwähnt. Insbesondere sollen diese durch die Untergewichtung von CO2-intensiven Unternehmen minimiert werden.

       

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      ComPlan kündigt in ihrer neu veröffentlichten Nachhaltigkeitsstrategie an, dass sie Untergewichtungen von CO2-intensiven Unternehmen zur Reduktion von Klimarisiken vornehmen will.

      • Allerdings wird diese Massnahme lediglich bei den Ergänzungsanlagen (den alternativen Anlagen) vollständig umgesetzt, jedoch nur teilweise bei ihrem Aktien- und Obligationenportfolio.
      • ComPlan sollte die Reduktionsmassnahmen der Klimarisiken bei allen Anlageklassen vollständig und nicht nur teilweise umsetzen.
      • Zudem sollte ein Ausschluss der CO2-intensivsten Unternehmen, wie Kohleproduzenten und -elektrizität, in Betracht gezogen werden, um einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad einzuleiten.

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Der SVVK, wo comPlan Gründungsmitglied ist, ist seinerseits Mitglied von Climate Action 100+ und Swiss Sustainable Finance.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Engagement

       

      Als Mitglied des SVVK will sie die Einhaltung der ESG-Kriterien überwiegend durch den Dialog (Engagement) mit den investierten Unternehmen erreichen. Ausschlüsse von Unternehmen werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit des Engagementprozesses akzeptiert.

       

      Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen (März 2019) setzt im Falle der finanziellen Klimarisiken primär auf den Dialog (Engagement) mit den investierten Unternehmen. Diesen will er gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

      • Die Forderung nach Offenlegung von Klimadaten durch die Unternehmen ist zu unterstützen, denn sie ist die Grundvoraussetzung für Anlageentscheidungen. Jedoch leitet sie bei weitem noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen ein. 

      Dem SVVK-Engagementbericht 2019 ist zu entnehmen, dass sich Einsatz und Wirksamkeit des an den Dienstleister Sustainalytics delegierten ESG- und Klima-Engagements bei relevanten globalen Firmen gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. Die dem SVVK zur gemeinsamen Ausübung des Engagements angeschlossenen Pensionskassen hatten im Laufe 2018 und 2019 bei 12 globalen Unternehmen spezifische Ziele des Engagements vorgebracht. Diese Ziele in den Bereichen Korruption, Umweltschäden, Menschenrechte, Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit wurden gemäss SVVK erreicht und abgeschlossen.

       

      Weiterhin aktiv sind Engagementprozesse bei einer grossen Zahl von Unternehmen aller Kontinente. Der SVVK präzisiert entsprechende Informationen im Engagementbericht 2019 gegenüber der Klima-Allianz (April 2020) wie folgt. Im Jahre 2019 waren 76 Engagements im Gange, grösstenteils in den Bereichen Umwelt (34 Fälle), Arbeitsrechte (20 Fälle) und Menschenrechte (16 Fälle).

       

      Im Klimabereich hat der SVVK zusammen mit Sustainalytics ab 2018 einen Dialog mit 20 führenden, globalen Stahl- und Zementproduzenten angestossen, um die Klimatransition zu thematisieren. Dabei fordert der SVVK in erster Linie von diesen Unternehmen die Messung und Publikation von Klimarisiken gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD). Weitere Forderungen sind wissenschaftlich-fundierte CO2 Ziele, konkrete Massnahmen und Überwachung der Fortschritte, sowie eine Klimapolitik und konsistente Haltung gegenüber ihren Verbänden bezüglich deren Lobbying-Aktivitäten. Dieser Aktionärsdialog wird fortgesetzt.

      • Durch die Wahl des Sektors der Stahl- und Zementproduzenten hat sich der SVVK auf eine Branche konzentriert, wo Engagement sinnvoll ist: deren CO2-Intensitäten sind nur zum Teil bedingt durch den Einsatz fossiler Brennstoffe, aber trotzdem beträchtlich. Tatsächlich sind die durch die CO2-Abspaltung aus Koks oder dem mineralischen Rohstoff entstehenden Emissionen nur mittelfristig reduzierbar, weil die Technologie noch entwickelt und industrialisiert werden muss; somit kann der Druck durch Investorenverbünde die Firmen auf einen Dekarbonisierungspfad verpflichten.
      • In diesem engeren Bereich hat der SVVK nach heutigem Stand einen Leistungsnachweis für sein Engagement erbracht.
      • Im Feld jedoch der von fossilen Brenn- und Treibstoffen abhängigen Sektoren, besonders der fossilen Energien (Produzenten der fossilen Energieträger, davon abhängige Strom- und Wärmeerzeuger sowie energieintensive Sektoren), bleibt es eine Herausforderung, den Leistungsnachweis für die Option Engagement erbringen zu können.
      • Diese Option Aktionärsdialog ist sinnvoll, wenn die Geschäftsmodelle der Unternehmen Aussichten auf einen Dekarbonisierungspfad in Linie mit dem 1.5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens bieten.
      • Es sind dabei für ein klimawirksames Engagement präzise Forderungen, Umfang, Messkriterien und Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung zu definieren.
      • Ohne eine klare Dekarbonisierungsstrategie mit einer tiefgreifenden ESG- und Klima-Integration in den Anlageprozess der Wertschriftenportfolien der Mitglieder-Pensionskassen und ohne Leistungsnachweis der Engagementpolitik im Bereich der besonders hohen Klimarisiken der hoch CO2-intensiven Sektoren erscheint der Ansatz des SVVK noch nicht genügend ausgereift.
      Stand April 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert der SVVK, er habe sich angesichts der Tatsache, dass bereits viele Investoren den Energie- und Utilities-Sektor (Stromversorger) ansprechen, für den Zement- und Stahlsektor entschieden. Der SVVK wolle zunächst im derzeitigen Engagement Fortschritte vorweisen können, bevor er weitere Branchen anspreche. Dies sei aber sicherlich eine möglicher nächster Schritt.
       
      Stimmrechte
       

      Bei der comPlan findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      ComPlan hat derzeit keine Absichten für eine weiterführende Dekarbonisierung ihres Portfolios bekanntgegeben.

      ____________________

      Schlussfolgerung:

      Gemäss aktuellem Stand ist trotz angekündigter Untergewichtungen CO2-intensiver Unternehmen bei den Alternativen Anlagen noch keine spürbare Dekarbonisierung erfolgt.

      Sofern jedoch die angekündigten Untergewichtungen von CO2-intensiven Unternehmen durch Messung des CO2-Fussabrucks - oder durch anderweitige Dokumentation begründet - eine gemäss den Klima-Allianz-Kriterien

      nachvollziehbare, substanzielle Paris-kompatible Dekarbonisierung aufzeigen, wird die Klima-Allianz die Einstufung auf ORANGE wechseln.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: besser

      • Mit der Berücksichtigung der Klimarisiken durch die Untergewichtung von CO2-intensiven Unternehmen, dem Einbezug von klar definierten ESG-Kriterien und der Selektion von externen Vermögensverwaltern auf Basis der Berücksichtigung von ESG Kriterien hat die comPlan einen ersten Schritt zur Klimaverträglichkeit ihrer Investitionen gemacht. Sie hat somit das Potenzial, in Zukunft den Weg zu einem Paris-kompatiblen Pfad der Dekarbonisierung des Portfolios einzuschlagen. 
      • Allerdings fehlt noch eine stringente, zeitnahe Dekarbonisierung des Portfolios, beginnend mit dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.
      • Zudem sollte sie eine tiefgreifende Integration der ESG-Kriterien von allen externen Vermögensverwaltern verlangen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren lassen, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Allianz Sammelstiftungen (BVG, Zusatzvorsorge, Pension Invest)

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Sammelstiftungen der Allianz sind mit ihrem geschätzten Anlagevolumen von rund 11 Mia. CHF ungefähr auf Rang 23 der Pensionskassen der Schweiz. Ein Grossteil der Altersgelder ist bei Allianz Versicherungen in der Form der Vollversicherung eingebracht.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die Allianz Gruppe publiziert, was den bei ihr eingebrachten Teil der Aktiven der Sammelstiftungen betrifft, die von ihr angewandte, umfassende Nachhaltigkeitspolitik. Sie tätigt Ausschlüsse von Firmen, die biologische und chemische Waffen herstellen sowie Streubomben und Antipersonenminen. Auch Kohlefirmen stehen auf der Ausschlussliste (s.unten). Weiterhin überprüft sie die Nachhaltigkeit ihrer börsennotierten Kapitalanlagen, teilweise auch der nicht handelbaren Anlagen, mit einem - nicht genauer definierten - ESG-Scoring auf der Basis der Unternehmensdaten von MSCI. Die Nachhaltigkeitspolitik der Allianz Versicherungen Schweiz beruhen auf dem ESG Integration Framework der Allianz Gruppe.

       

      Die Allianz Global Investors der internationalen Allianz Gruppe, somit auch die Allianz Versicherungsgesellschaft Schweiz können sich auf eine hohe Kompetenz zum nachhaltigen Anlegen auf der Basis von ESG-Kriterien stützen, wie dem Sustainability Report 2019 zu entnehmen ist.

      • Dies betrifft den durch sie verwalteten Teil der Aktiven der Allianz Sammelstiftungen.

      Auf Anfrage der Klima-Allianz (April 2020) präzisiert die Allianz Versicherungsgesellschaft AG in einer weiteren Mitteilung, dass ein grosser Teil der Anlagen der Sammelstiftung durch Allianz Global Investors verwaltet wird. Sie informiert darin, dass alle restlichen Vermögensverwalter im Rahmen des Due Diligence Prozesses explizit auf ihre ESG Ansätze geprüft werden. Auch seien alle Vermögensverwalter, die Anlagen der Allianz Suisse verwalten - ebenso wie die Allianz Gruppe selbst - Unterzeichner der Principles for Responsible Investment (UN-PRI).

       

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die Allianz Global Investors der internationalen Allianz Gruppe haben eine Politik zum Umgang mit den Klimarisiken publiziert, und besitzen eine Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

      • Dies betrifft den durch sie verwalteten Grossteil der Aktiven der Sammelstiftungen.

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die Allianz Global Investors schliessen aufgrund der Allianz-Nachhaltigkeitspolitik die Unternehmen aus dem Obligationen- und Aktienportfolio aus, die 30% oder mehr ihrer Einnahmen aus dem Kohlebergbau oder der Kohleverstromung erzielen, sowie diejenigen, die durch den umfangreichen Zubau von Kohlekraftwerken das Zwei-Grad-Ziel des Pariser Abkommens gefährden.

      Gemäss der erwähnten Mitteilung von Allianz Versicherungen Schweiz an die Klima-Allianz unterstützt die Allianz Gruppe den globalen Übergang zu sauberer Energie und der Förderung nachhaltiger Entwicklung durch die Finanzierung von Energieeffizienzmassnahmen und Innovationen sowie von erneuerbaren Energie-Projekten durch Fonds- und Direktinvestitionen, ebenso wie die Investitionen in zertifizierte nachhaltige Gebäude und in grüne Infrastruktur. Sie investiert strategisch in grüne Technologien in Schwellenländern und in Grüne Anleihen („Green Bonds“).

      • Dies betrifft den durch die Allianz Global Investors verwalteten Grossteil der Aktiven der Sammelstiftungen.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Die Allianz Global Investors sind Mitglied der Initiative Principles for Responsible Investment (UN PRI) der Vereinten Nationen und verpflichtet sich damit ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

       

      Sie sind ebenfalls Aktivmitglied der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

       

      Weiterhin sind sie Mitglied bei der globalen Portfolio Decarbonisation Coalition, welche sich das Ziel setzt den CO2-Ausstoss der Portfolios der Mitglieder gesamthaft zu reduzieren.

       

      Als Supporter der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) sind die Allianz Global Investors gewillt, von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken einzufordern und auch selbst offenzulegen.

       

      Mit ihrer Unterzeichnung des Global Investor Statement to Governments on Climate Change haben sie ein starkes Signal an die Regierungen und die Politik aller Länder gesandt. Über 630 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, fordern zeitnah wirksame Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Diese Initiative wird heute über den globalen Zusammenschluss The Investor Agenda weitergeführt, der in den Bereichen Investment, Corporate Engagement, Investor Disclosure und Policy Advocacy vorangehen will.

       

      Die Allianz Global Investors sind Mitglied der globalen UN-unterstützten Science Based Targets Initiative, womit sich bereits gegen 900 globale Firmen zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft bekennen, indem sie sich zu einem klar definierten Pfad in Linie mit dem Pariser Klimaabkommen verpflichten. Sie publizieren, in welchem Umfang und wie schnell sie ihre Treibhausgasemissionen reduzieren müssen. Die teilnehmenden bereits 70 Finanzinstitutionen wollen Einfluss auf die Unternehmen nehmen, damit diese ihre Treibhausgasemissionen reduzieren. Entsprechend verpflichten sie sich, ihre eigenen Kredit-, Versicherungs- und Anlageportfolios auf die Ziele des Pariser Abkommens auszurichten.

       

      Schliesslich wurden sie im September 2019 Gründungsmitglied der UN-Net Zero Asset Owner Alliance, die sich zum Ziel von Netto-Null Treibhausgas-Emissionen ihrer Investitionsportfolien bis 2050 und somit zum Klimaziel von max. 1.5°C Erwärmung verpflichtet haben.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die Allianz Global Investors bekennen sich sowohl zum Engagement als auch zur Ausübung der Stimmrechte.

       

      Aus dem Engagement Report 2018 geht hervor, dass die Allianz Global Investors - insbesondere auch im Rahmen der Climate Action 100+ - einen globalen Faktor für ESG-Ziele wie auch für die Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens repräsentiert. Die Wirksamkeit des Engagements wird transparent dargestellt.

       

      Der Proxy Voting Report 2018 zeigt einen gewissen Anteil an Abstimmungen gegen Anträge des Management und Zustimmung zu Aktionärsanträgen, sowie Einbezug von ESG-Themen. Die Ausübung der Stimmrechte via den Dienstleister ISS (Institutional Shareholder Services) wird transparent dokumentiert.

      • Gegenüber dem Proxy Advisor ISS bestehen jedoch Zweifel in Bezug auf seine Ernsthaftigkeit, den Aktionären klimaverträgliche Abstimmungsempfehlungen auszusprechen. So hat ISS im Herbst 2019 empfohlen, einen Aktionärsantrag gegen die klimaschädlichen Lobby-Aktivitäten des Kohle-, Erdöl- und Erdgas-Konzerns BHP abzulehnen. In Abweichung ihrer Grundsätze zu den Klimarisiken hat die Allianz diesen klimapositiven Antrag ebenfalls abgelehnt, wie aus dem Bericht hervorgeht. 
      • Im Falle von BP unterstützte die Allianz nur die Climate-Action 100+ Resolution zur Berichterstattung darüber, wie das Geschäftsmodell mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens kompatibel ist; sie lehnte aber den Antrag ab, dass BP konkrete Ziele für ihre Paris-Kompatibilität formuliert.
      • Bei Chevron hat sie sowohl für die Erstellung eines Reports über Pläne zur Senkung des C02-Fussabdrucks in Linie mit dem Pariser Abkommen als auch für die Gründung eines "Environmental Issue Board Committee" gestimmt. Die Allianz verhielt sich in diesem Fall klimapositiv.
      • Bei Exxon unterstützte die Allianz alle klimapositiven Resolutionen: für die Berichterstattung zu Zahlungen an Politiker und Ausgaben über das Lobbying sowie für die Gründung eines "Environmental/Social Issue Board Committee".
      • Im Falle von Shell hat die Allianz den Antrag abgelehnt, dass die Firma CO2-Reduktionsziele erarbeiten und publizieren muss, verhielt sich also klimanegativ. 
      ​Zusammenfassend:
      • Die Allianz sollte die Firmen konsequent fordern, sich konkrete Ziele für einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad zu setzen.

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Durch die Sammelstiftungen selbst wurde keine Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

      • Die Allianz Global Investors sind hingegen Mitglied bei der globalen Portfolio Decarbonisation Coalition, welche sich das Ziel setzt den CO2-Ausstoss der Portfolios der Mitglieder gesamthaft zu reduzieren. Somit darf angenommen werden, dass als Referenz Messdaten generiert wurden.

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Allianz Global Investors sind Mitglied bei der globalen Portfolio Decarbonisation Coalition, welche sich das Ziel setzt den CO2-Ausstoss der Portfolios der Mitglieder gesamthaft zu reduzieren.

       

      Gemäss der erwähnten Stellungnahme von Allianz Versicherungen Schweiz an die Klima-Allianz und dem ESG Integration Framework der Allianz Gruppe soll die Ausschlussschwelle für Kohleunternehmen (Bergbau und Verstromung) im Aktien- und Obligationenportfolio von heute 30% bis 31. Dezember 2022 auf 25% herabgesetzt werden und dann sukzessive weiter auf 0% in 2040.

      • Dies betrifft den durch Allianz Global Investors verwalteten Grossteil der Aktiven der Sammelstiftungen.
      • Es fehlt bei den Allianz Global Investors noch eine öffentliche Strategie zur umfassenden Dekarbonisierung des Portfolios zur Umsetzung des Netto-Null Ziels bis 2050 der UN-Net Zero Asset Owner Alliance, dessen Mitglied die Sammelstiftungen via ihren Anlageverwalter Allianz Global Investors sind.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Mit der Entfernung der Kohleproduzenten und der Kohleverstromer aus dem gewichtigen Obligationen- und auch dem Aktienportfolio haben die Sammelstiftungen der Allianz einen ersten Schritt zur Dekarbonisierung ihrer Investitionen gemacht. Dies betrifft den durch Allianz Global Investors verwalteten Teil der Aktiven der Sammelstiftungen.

       

      Tendenz 2018-2020: sehr viel besser

      • Mit dem Ausschluss der Firmen der Kohleproduktion und -elektrizität sowie mit ihrer Leadership beim Engagement ist die Allianz-Gruppe einer der globalen Akteure für eine potenzielle Paris-kompatible Umlenkung der Finanzflüsse.
      • Bei der Stimmrechtswahrnehmung fehlt jedoch die konsequente Unterstützung von Anträgen für Paris-kompatible Dekarbonisierungsziele.
      • Es fehlt noch eine stringente, zeitnahe Dekarbonisierung des Portfolios in Linie mit dem 1.5°C-Ziel des Pariser Klimaabkommens.

      Pensionskasse der F. Hoffmann-La Roche AG

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die Pensionskasse der F. Hoffmann-La Roche ist mit ihrem geschätzten Anlagevolumen von rund 10 Mia. CHF ungefähr auf Rang 24 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die Pensionskasse der F. Hoffmann-La Roche führt keine Website und legt ihr Anlagereglement nicht offen. Sie ist demzufolge gegenüber der Öffentlichkeit intransparent.

      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

      • Folglich sollte sich die Roche Pensionskasse damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht.
      • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.​
      Stand April 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz schreibt die Medienstelle der Roche in einer sehr kurzen Mitteilung: "Wir möchten uns nicht an der Umfrage beteiligen. Die Roche Pensionskasse ist transparent gegenüber ihren Destinatären, betreibt jedoch keine öffentliche Website. Nachhaltigkeit ist für Roche von größter Bedeutung, dies gilt auch für die Pensionskasse und wird im täglichen Geschäft gelebt."
      • Es stellt sich die Frage, ob eine Kommunikation nur mit den Destinatär*innen zukunftsverträglich ist. Die EU hat die Finanzmarktteilnehmer, auch die Pensionskassen, bereits gesetzlich verpflichtet, auf ihren Internetseiten zu deklarieren, welches ihre Strategien zur Einbeziehung der Nachhaltigkeits- und Klimarisiken in ihre Anlageprozesse sind.​ Es ist wahrscheinlich, dass die Schweiz ähnliche Bestimmungen formell oder faktisch als Branchenstandards einführen wird.

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die Pensionskasse der Roche besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

      • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
      • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die Pensionskasse der F. Hoffmann-La Roche definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die Pensionskasse der Roche hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die Pensionskasse der Roche besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die Pensionskasse der Roche hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Die Pensionskasse der F. Hoffmann-La Roche AG ist intransparent und von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch sehr weit entfernt.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: im Dunkeln

      • Der Öffentlichkeit fehlt jegliche Information über die Berücksichtigung der Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit. Dies ist je länger desto unverträglicher mit den Zielen des Bundesrates.
      • Angesichts des Gewichts der Pensionskasse der Hoffmann-La Roche AG und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
      • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
      • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren lassen, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.
      Stand April 2020:
      Die obenerwähnte Kurzmitteilung an die Klima-Allianz bestätigt die Bewertung "im Dunkeln". Die Aussage "Nachhaltigkeit ist für Roche von größter Bedeutung, dies gilt auch für die Pensionskasse" harrt noch der Beschreibung gegenüber der Öffentlichkeit, was die Pensionskasse genau darunter versteht und welche Umsetzungsmassnahmen sie getätigt hat und/oder plant.

      PKE Vorsorgestiftung Energie

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die PKE ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 10 Mia. CHF ungefähr auf Rang 25 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die auf der Website zugänglichen Informationen über die Anlagepolitik und dort verlinkte Dokumente verweisen nicht auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

      • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

      • Folglich sollte sich die PKE damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
      • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.
      Stand April 2020:
      Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert die PKE, dass der Stiftungsrat kürzlich beschlossen hat, sich mit der Frage der Nachhaltigkeit der Investitionen auseinanderzusetzen. Eine Arbeitsgruppe sei an der Arbeit.
      Zudem integriere das interne Asset Management der PKE faktisch bereits heute die ESG-Kriterien als Erweiterung der klassischen Finanzanalyse. Dies ist möglich, weil die PKE im Bereich Aktien und Obligationen einen wichtigen Teil im Hause selbst via aktive Titelselektion anlegt; fast die Hälfte des Gesamtvermögens ist deshalb unter eigener Kontrolle. Bei den Auslandsobligationen investiert die PKE mehrheitlich in (weniger klimarelevante) Staatsobligationen. Im Bereich der Aktien werde die Unternehmensselektion nicht nur aufgrund von reinen Finanzkriterien getätigt, sondern es würden ebenfalls die ESG-Daten der Firmen mit einbezogen.
       

      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Die PKE besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

      • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
      • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die PKE definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die PKE hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

       

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Die PKE besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten Unternehmen im Ausland.

       

      Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

       

      Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

       

      Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

       

      Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

       

      Die PKE hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

      • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. 

      ____________________

       

      Schlussfolgerung:

      Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die PKE von einer dokumentierten Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

       

      Tendenz 2018-2020:

      Bewertung: stagnierend

      • Angesichts des Gewichts der PKE und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
      • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
      • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

      Basellandschaftliche Pensionskasse BLPK

       

      Klimakompatibilität der Anlagepolitik

       

      Charakterisierung

       

      Die BLPK ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 10 Mia. CHF ungefähr auf Rang 26 der Pensionskassen der Schweiz.

       

      Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

       

      Die BLPK bekennt sich seit Mitte 2019 zu einer nachhaltigen Anlagepolitik. Sie hat umfassende Grundsätze zur Berücksichtigung der ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) veröffentlicht.

       

      Sie ist neu Mitglied des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK), der sich zum Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) bekennt.

       

      Die BLPK schliesst via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

       

      Weiterhin wählt die BLPK Vermögensverwalter auch nach dem Kriterium aus, ob diese beim Investieren einen nachhaltigen Ansatz anwenden. Das gilt auch für Fonds, in welche die BLPK investiert. Gemäss Geschäftsbericht 2018 hat sie bereits zweimal eine Nachhaltigkeitsanalyse ihrer Anlagen durchführen lassen, um eine Grundlage für die weitere Definition von ESG-Kriterien zu haben.

       

      Gemäss der Stellungnahme der BLPK auf Anfrage der Klima-Allianz (April 2020) hat eine Marktstudie in ihrem Auftrag noch keine Klarheit erbracht über die einzuschlagende Linie zu mehr Nachhaltigkeit in der Anlagepolitik. ESG-Kriterien würden zwar eine Orientierung bieten, seien allerdings sehr heterogen und oft nicht unter einen Hut zu bringen. Aus diesem Grund gebe die BLPK ihren Asset Managern derzeit keine konkreten Massnahmen vor. Hingegen zeige das Ergebnis einer Umfrage aus dem Jahr 2019 bei den von der BLPK eingesetzten Vermögensverwaltern, dass über 95% die UN Principles for Responsible Investment (UN-PRI) bereits unterzeichnet haben, und die Nachhaltigkeitsthematik in den Anlageprozessen schon integriert werde. Zudem halte die BLPK die Asset Manager dazu an, neben finanziellen Kennzahlen auch ein ESG-Reporting zu liefern. Weiterhin habe eine Ist-Analyse der Wertschriftenanlagen durch einen Dienstleister ergeben, dass 70% des Anlageportfolios einer der drei Bewertungsklassen "Am Nachhaltigsten", "Überdurchschnittlich" und "Durchschnittlich" zugeordnet werden konnten, während der Rest von 30% in die Klassen "Unterdurchschnittlich" und "Am wenigsten nachhaltig" fiel.

      • Die Portfolio-Ist-Analyse sowie die Marktstudie der BLPK sind ein bemerkenswerter Fortschritt, der eine zukünftig proaktive Einflussnahme auf die Asset Manager vorzeichnen kann.
      • Die BLPK hat jedoch noch nicht bekanntgegeben, wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
      • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
      • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
      Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

       

      Als Mitglied des SVVK sieht die BLPK seit Anfang 2019 auch den Klimawandel als Teil der Nachhaltigkeitskriterien.

      Wie die BLPK in der erwähnten Stellungnahme an die Klima-Allianz (April 2020) mitteilt, hat sie bereits den den Klima-Impakt ihrer bestehenden Wertschriftenportfolien ermittelt (s. unten).

       

      Der SVVK anerkennt im Aktivitätsreport 2018, dass das Pariser Klimaabkommen "mittelfristig Auswirkung auf Unternehmen und Anleger hat". Er rät seinen Mitgliedern, "die finanziellen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu analysieren und die von der internationalen Gemeinschaft verabschiedeten Ziele zu beurteilen".

       

      In seiner Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen (März 2019) anerkennt er dieses infolge der Unterzeichnung durch die Schweiz als normative Grundlage für Massnahmen. Er sagt darin: "Der Klimawandel wirkt als Risikofaktor auf die Werthaltigkeit der Anlagen".

      • Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen ist insoweit ein Fortschritt, als sie zwar keine materiell klimawirksamen Empfehlungen ausspricht, aber immerhin Handlungsmöglichkeiten zuhanden seiner Mitglieder listet. So sieht der SVVK eine durch das oberste Organ festgelegte Strategie und Umsetzung nach "Auseinandersetzung mit den klimabezogenen Chancen und Risiken" als eine mögliche Option. Er führt zudem aus, es könne "durchaus sinnvoll sein, die beschlossene Strategie und deren Umsetzung an die Destinatäre zu kommunizieren".
      • Weiterhin wird in der Stellungnahme neben dem Einwand, Divestment habe keine Klimawirkung, weil die Titel nur in andere Hände übergehen würden, auch anerkannt: "Nichtsdestotrotz kann ein Verkauf von Aktien, Obligationen und weiteren Anlagen eine Signalwirkung haben oder aus Risikomanagement-Überlegungen Sinn ergeben".
      • Ein zwar zahm formulierter, aber doch positiver Punkt ist zudem die gelistete Option, Kapitalerhöhungen von Unternehmen kritisch zu bewerten: "Eine Kapitalzufuhr an CO2-intensive Unternehmen, welche nicht bereit sind, mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf das eigene Geschäftsmodell zu integrieren, kann kritisch überprüft werden".
      • Zu begrüssen ist zudem die durch den SVVK gelistete Option, gezielte Investitionen in klimapositive Aktien, Obligationen und weitere Anlagen zu tätigen.

      Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

       

      Die BLPK hat bis heute keine expliziten Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

       

      Hingegen informiert sie in ihrer erwähnten Stellungnahme an die Klima-Allianz (April 2020), dass das eingeforderte ESG-Reporting durch die Asset Manager schon heute zeige, dass die CO2-Werte deutlich tiefer ausfallen als der Referenzindex, woraus sich eine Reduktion der CO2-Zahlen ableiten lässt. Dasselbe gelte auch für die Fonds, also würden die Fondsmanager bereits ESG- Kriterien berücksichtigen.

      • Diese qualitative Einschätzung "deutlich tieferer" CO2-Werte deutet auf eine Entwicklung zu einer mindestens in Zukunft substanziellen Dekarbonisierung im Vergleich zum Weltmarktbenchmark hin.
      • Sobald fundierte Zahlen oder nachvollziehbare Schätzwerte der CO2eq-Intensität, ev. des CO2eq-Fussabdruckes in t/investierte Million der relevanten CO2-intensiven Aktien- und/oder Obligationenportfolien (namentlich Developed Markets ex Schweiz, Emerging Markets) vorliegen, welche eine gemäss den Klima-Allianz-Kriterien nachvollziehbare, substanzielle Paris-kompatible Dekarbonisierung erkennen lassen, wird die Klima-Allianz die Einstufung auf ORANGE wechseln.

      Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

       

      Der SVVK, wo die BLPK Mitglied ist, ist seinerseits Mitglied von Climate Action 100+ und Swiss Sustainable Finance.

       

      Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

       

      Engagement

       

      Als Mitglied des SVVK will die BLPK die Einhaltung der ESG-Kriterien überwiegend durch den Dialog (Engagement) mit den investierten Unternehmen erreichen. Ausschlüsse von Unternehmen werden nur als Ultima Ratio bei Unwirksamkeit des Engagementprozesses akzeptiert.

        Die SVVK-Stellungnahme zum Pariser Klimaabkommen (März 2019) setzt im Falle der finanziellen Klimarisiken primär auf den Dialog mit den investierten Unternehmen. Der SVVK will dieses gemeinschaftlich für seine Mitglieder tätigen. Als erstes sollen von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken auf der Basis der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) eingefordert werden. Damit sollen Verhaltensänderungen bewirkt und für die Investoren bessere Grundlagen für Anlageentscheide geboten werden.

        • Die Forderung nach Offenlegung von Klimadaten durch die Unternehmen ist zu unterstützen, denn sie ist die Grundvoraussetzung für Anlageentscheidungen. Jedoch leitet sie bei weitem noch keine Paris-kompatible Dekarbonisierung der Anlagen ein.

        Dem SVVK-Engagementbericht 2019 ist zu entnehmen, dass sich Einsatz und Wirksamkeit des an den Dienstleister Sustainalytics delegierten ESG- und Klima-Engagements bei relevanten globalen Firmen gegenüber dem Vorjahr verbessert hat. Die dem SVVK zur gemeinsamen Ausübung des Engagements angeschlossenen Pensionskassen hatten im Laufe 2018 und 2019 bei 12 globalen Unternehmen spezifische Ziele des Engagements vorgebracht. Diese Ziele in den Bereichen Korruption, Umweltschäden, Menschenrechte, Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit wurden gemäss SVVK erreicht und abgeschlossen.

         

        Weiterhin aktiv sind Engagementprozesse bei einer grossen Zahl von Unternehmen aller Kontinente. Der SVVK präzisiert entsprechende Informationen im Engagementbericht 2019 gegenüber der Klima-Allianz (April 2020) wie folgt. Im Jahre 2019 waren 76 Engagements im Gange, grösstenteils in den Bereichen Umwelt (34 Fälle), Arbeitsrechte (20 Fälle) und Menschenrechte (16 Fälle).

         

        Im Klimabereich hat der SVVK zusammen mit Sustainalytics ab 2018 einen Dialog mit 20 führenden, globalen Stahl- und Zementproduzenten angestossen, um die Klimatransition zu thematisieren. Dabei fordert der SVVK in erster Linie von diesen Unternehmen die Messung und Publikation von Klimarisiken gemäss den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD). Weitere Forderungen sind wissenschaftlich-fundierte CO2 Ziele, konkrete Massnahmen und Überwachung der Fortschritte, sowie eine Klimapolitik und konsistente Haltung gegenüber ihren Verbänden bezüglich deren Lobbying-Aktivitäten. Dieser Aktionärsdialog wird fortgesetzt.

        • Durch die Wahl des Sektors der Stahl- und Zementproduzenten hat sich der SVVK auf eine Branche konzentriert, wo Engagement sinnvoll ist: deren CO2-Intensitäten sind nur zum Teil bedingt durch den Einsatz fossiler Brennstoffe, aber trotzdem beträchtlich. Tatsächlich sind die durch die CO2-Abspaltung aus Koks oder dem mineralischen Rohstoff entstehenden Emissionen nur mittelfristig reduzierbar, weil die Technologie noch entwickelt und industrialisiert werden muss; somit kann der Druck durch Investorenverbünde die Firmen auf einen Dekarbonisierungspfad verpflichten.
        • In diesem engeren Bereich hat der SVVK nach heutigem Stand einen Leistungsnachweis für sein Engagement erbracht.
        • Im Feld jedoch der von fossilen Brenn- und Treibstoffen abhängigen Sektoren, besonders der fossilen Energien (Produzenten der fossilen Energieträger, davon abhängige Strom- und Wärmeerzeuger sowie energieintensive Sektoren), bleibt es eine Herausforderung, den Leistungsnachweis für die Option Engagement erbringen zu können.
        • Diese Option Aktionärsdialog ist sinnvoll, wenn die Geschäftsmodelle der Unternehmen Aussichten auf einen Dekarbonisierungspfad in Linie mit dem 1.5°-Ziel des Pariser Klimaabkommens bieten.
        • Es sind dabei für ein klimawirksames Engagement präzise Forderungen, Umfang, Messkriterien und Desinvestitionsfristen bei Nichterfüllung zu definieren.
        • Ohne eine klare Dekarbonisierungsstrategie mit einer tiefgreifenden ESG- und Klima-Integration in den Anlageprozess der Wertschriftenportfolien der Mitglieder-Pensionskassen und ohne Leistungsnachweis der Engagementpolitik im Bereich der besonders hohen Klimarisiken der hoch CO2-intensiven Sektoren erscheint der Ansatz des SVVK noch nicht genügend ausgereift.
        Stand April 2020:
        Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert der SVVK, er habe sich angesichts der Tatsache, dass bereits viele Investoren den Energie- und Utilities-Sektor (Stromversorger) ansprechen, für den Zement- und Stahlsektor entschieden. Der SVVK wolle zunächst im derzeitigen Engagement Fortschritte vorweisen können, bevor er weitere Branchen anspreche. Dies sei aber sicherlich eine möglicher nächster Schritt.
         
        Stimmrechte
         
        Bei der BLPK finden keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt. Gemäss den Grundsätzen plant die Kasse jedoch, ihr Stimmrecht aktiv auch für grössere ausländische Unternehmungen wahrzunehmen.
         
        Stand April 2020:
        Gemäss der besagten Stellungnahme der BLPK an die Klima-Allianz (April 2020) nehmen die beauftragten Asset Manager für ausländische Aktien das aktive Stimmrecht bei den investierten Unternehmungen nach ihren eigenen Proxy Voting Philosophien bzw. gemäss derjenigen der grossen Anbieter (z. Bsp. ISS) wahr.
        • Ob und im welchem Masse die Einflussnahme der Asset Manager klimapositiv ist, bleibt unbekannt.

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Mit der erwähnten Stellungnahme an die Klima-Allianz informiert die BLPK über eine erste CO2-Analyse, deren Resultat jedoch noch wenig aussagekräftig war.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die BLPK hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Gemäss aktuellem Stand ist zwar eine Dekarbonisierung erkennbar, diese ist jedoch noch nicht dokumentiert.

        Sofern jedoch fundierte Zahlen oder nachvollziehbare CO2-Schätzwerte vorliegen, die eine gemäss den Klima-Allianz-Kriterien nachvollziehbare, substanzielle Paris-kompatible Dekarbonisierung aufzeigen, wird die Klima-Allianz die Einstufung auf ORANGE wechseln.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: etwas besser

        • Mit der Berücksichtigung der Klimarisiken auf der Basis ihrer Nachhaltigkeitspolitik und ihren investigativen ESG- und CO2-Analysen hat die BLPK einen ersten Schritt zur Klimaverträglichkeit ihrer Investitionen gemacht. Sie hat somit das Potenzial, in Zukunft den Weg zu einem Paris-kompatiblen Pfad der Dekarbonisierung des Portfolios einzuschlagen. 
        • Die BLPK befindet sich auf der Schwelle zur Höherstufung. Sofern eine erster substanzieller Schritt zur Paris-kompatiblen Reduktion gemäss den Klima-Allianz-Kriterien evident ist, wird die Klima-Allianz die Einstufung auf Orange wechseln.
        • Allerdings fehlt noch eine stringente, zeitnahe Dekarbonisierung des Portfolios, beginnend mit dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.
        • Zudem sollte sie eine tiefgreifende Integration der ESG-Kriterien von allen externen Vermögensverwaltern verlangen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren lassen, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.
        • Es fehlen noch Schritte für ein umfassendes ESG- und klimawirksames Direktengagement mit den investierten Unternehmen besonders im Ausland.

         

        Politische Aktivitäten

         

        Mai 2017: Interpellation der Grüne/EVP-Fraktion (Klaus Kirchmayr, Sara Fritz) im Kantonsparlament für Divestment.

         

        Oktober 2017: Die Exekutive informiert in ihrer Antwort, die BLPK teile die Ansicht, dass Investitionen in CO2-intensive Unternehmen mittel- bis längerfristig ein potenzielles Risiko darstellen können, aber die Notwendigkeit von Sofortmassnahmen steht aber momentan nicht zur Diskussion.

         

        Februar 2019: Interfraktionelles Postulat Erika Eichenberger, Grüne "Für mehr Transparenz und einen schrittweisen Ausstieg der Pensionskasse Baselland aus der Investition in fossile Energien". Der Vorstoss betont, dass die gesetzlich vorgegebene, langfristige Sichtweise der Pensionskassen zur Sicherung der zukünftigen Renten erfordert, dass kommende Wertverluste der fossilen Anlagen rechtzeitig erkannt und durch Umschichtungen vermieden werden, und dass es zur treuhänderischen Pflicht einer Pensionskasse gehört, auch diese Erkenntnis systematisch in den Anlageprozess zu integrieren.

         

        Februar 2019: Die Eingabe (Petition) der JUSO BL betr. Klimanotstand verlangt u.a. Divestment fossiler Energieträger von der Pensionskasse.

         

        April 2019: die Regierung beantragt Entgegennahme und Abschreibung des Postulats Eichenberger. Sie beschränkt sich darauf, auf die laufenden Entwicklungen der BLPK (siehe oben) zu verweisen und das Anliegen als erfüllt zu bezeichnen.

         

        Mai 2019: Die Petitionskommission behandelt die Eingabe der JUSO BL nach Einholung der Stellungnahme der Exekutive und Anhörung der Petenten. Die Regierung informiert in Bezug auf die BLPK, diese beschäftige sich momentan intensiv mit den ESG-Kriterien und erarbeite hierzu ein Leitbild. Darüber werde die Bevölkerung in nächster Zeit informiert. Die Kommission empfiehlt dem Parlament die Überweisung der Eingabe als Postulat.

         

        Juni 2019: Das Parlament lehnt mit bürgerlicher Mehrheit die Überweisung der JUSO-Petition als Postulat ab.

         

        August 2019: Das Parlament beschliesst mit knapper bürgerlicher Mehrheit, sich mit den bescheidenen Fortschritten der BLPK zufriedenzugeben und das Postulat als erledigt abzuschreiben.

         

        Dialog zwischen Versicherten und Kasse

         

        Kontaktgruppe BLPK DIVEST

         

        September 2017: die Kontaktgruppe BLPK DIVEST sendet im Namen der BLPK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Stiftungsrat. Dieses kritisiert die fehlende Einbindung von Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) in die Anlagepolitik. Weiterhin umfasst es Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu den Ausschlusskriterien, zur Stimmrechtsausübung und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von BLPK DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

        Im Antwortschreiben an die Kontaktgruppe BLPK DIVEST sieht sich die Kasse veranlasst, zu betonen, dass sie allein über die Anlagen zu entscheiden hätte und teilt mit, "für einen Dialog mit der ad-hoc-Gruppe BLPK DIVEST bestehe derzeit kein Bedarf".

         

        Dezember 2017: Nach Erhalt des Antwortschreibens der BLPK, das den Dialog als unnötig befindet, erinnert BLPK DIVEST in einem Positionspapier die Kasse an ihre treuhänderische Sorgfaltspflicht gegenüber den Versicherten. Gemäss dem Pensionskassen-Verband ASIP haben “alle Versicherten Anspruch darauf, dass die Führungsorgane ihre treuhänderische Verantwortung wahrnehmen. Besonders wichtig ist darum das Verhältnis zwischen Versicherten und Führungsorganen. Entscheidend für Auf- und Ausbau des Vertrauens der Versicherten in ihre Vorsorgeeinrichtungen ist die Kommunikation und Information". BLPK DIVEST hält fest, dass das BAFU auf einen Bericht von PRI, Global Compact und UNEP-FI verweist, der festhält, dass der Einbezug von Langzeitrisiken wie dem Klimawandel zu den treuhänderischen Pflichten von Investoren gehört. Würden diese nicht beachtet, könnten bei Schäden durch den Klimawandel Forderungen an Investoren gestellt werden (Haftungsrisiken).

         

        Dezember 2017: Die BLPK nimmt in ihrer erneuten Antwort nicht inhaltlich zu den Positionen von BLPK DIVEST Stellung und sieht "bis auf Weiteres" keinen Bedarf zum Dialog. Immerhin sagt sie jetzt aus, sie sei "sich bewusst, dass ... auch ethische Bedürfnisse zu berücksichtigen" seien. Sie verweist auch darauf, dass sie an einer allgemeinen Überprüfung der Anlagestrategie in Bezug auf das Nachhaltigkeitsthema sei und dass die Erkenntnisse daraus den Versicherten kommuniziert werden sollen.

        CPV/CAP Pensionskasse Coop

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die CPV/CAP Pensionskasse Coop ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 10 Mia. CHF ungefähr auf Rang 27 der Pensionskassen der Schweiz.

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die CPV/CAP verfügt über eine Nachhaltigkeitspolitik, die auf den ESG-Kriterien basiert, in ihrem Anlagereglement festgehalten ist und für alle Anlagekategorien gilt. Sie sagt aus: "Verantwortungsbewusstes und nachhaltiges Investieren bedeutet für die CPV/CAP Investieren in Staaten, Unternehmen und Anlagen, bei denen die ESG Grundsätze beachtet werden (Umweltbewusstsein, Sozialverantwortung, gute Governance).

         

        Aktuell im Vordergrund stehende Handlungsachse ist das Green Impact Investing (s. unten).

        • In den Ausführungen zur Nachhaltigkeitspolitik fehlen jedoch Aussagen über die tatsächliche Ausgestaltung und Wirksamkeit ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage auf der Ebene der Aktien- und Obligationen-Portfolien.
        • Ziele sollten gesetzt werden, welche die Wirksamkeit ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage auf Portfolioebene (Aktien, Obligationen) kontinuierlich verbessern.
        • Es fehlt die Transparenz darüber, ob und wie substanziell sie Firmen präferiert, die gemäss allgemein akzeptierten ESG-Kriterien nachhaltig sind, und ob und in welchem Ausmass sie die Zahl der Unternehmen des Anlageuniversums durch Verzicht auf oder Untergewichtung von nicht nachhaltig wirtschaftenden Firmen reduziert.
        • Ob es eine signifikant positive Wirkung ihrer verantwortungsvollen Kapitalanlage der Gesamtheit ihres Vermögens im Vergleich zur konventionellen Praxis gibt, bleibt demnach intransparent.
        • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
        • Folglich sollte sich die CPV/CAP damit auseinandersetzen, wie sie das Resultat der nachhaltigen Ausrichtung der Gesamtheit ihrer Aktiven, insbesondere der tatsächlich gesamtgesellschaftlichen Wirkung ihrer Nachhaltigkeitpolitik, in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen und kontinuierlich verbessern wird.

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die CPV/CAP hält in ihrer Nachhaltigkeitspolitik fest, dass das Pariser Klimaabkommen und dessen Auswirkungen auf die Vermögensanlage berücksichtigt wird, indem sie im Umfang von rund 0.4 Mia CHF in erneuerbare Energien (Solar-, Wind- und Wasserkraftanlagen) und Aufbau von Wald investiere, und dass sie damit die finanzielle Stabilität langfristig sichern will. Gemäss Geschäftsbericht 2018 sind diese im Ausbau begriffenen Positionen Teil der Alternativen Anlagen, konkret in Infrastruktur und Private Equity.

        • Dieses grüne Impact Investing nutzt finanzielle Klimaopportunitäten und ist demnach sehr positiv. 
        • Weil dadurch die CO2-Intensität des gesamten Wertschriften-Portfolios - Aktien, Obligationen und Alternative Anlagen - sinkt, ist ein erster Schritt der Dekarbonisierung gemacht.
        • Andererseits fehlt noch der Fokus auf die Risikominderung bei den vorhandenen braunen Anlagen in die fossilen Unternehmen.

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Mit ihrem Green Impact Investing, vorgenommen durch Anlagen in erneuerbare Energien und in Aufbau von Wald, die gegen 4% des gesamten Anlagevolumens ausmachen, hat die CPV/CAP einen ersten substanziellen Schritt zur Dekarbonisierung des Portfolios gemacht.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Die CPV/CAP besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

         

        Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die CPV/CAP will ihr Impact Investing mit Investitionen in Wasserkraft weiter ausbauen. Sie hat jedoch noch keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur weiteren Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Mit dem Green Impact Investing in erneuerbare Energien und Aufbau von Wald in signifikantem Umfang hat die CPV/CAP einen Anfang in der Dekarbonisierung der Investitionen gemacht.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: besser

        • Mit ihrer Nachhaltigkeitspolitik und ihrer Analyse des Pariser Klimaabkommens, das in den Beschluss mündete, substanzielles Green Impact Investing zu betreiben, hat die CPV/CAP gute Grundlagen geschaffen, um den Weg zu einem Paris-kompatiblen Pfad der Dekarbonisierung des Portfolios einzuschlagen. 
        • Es fehlt noch die Analyse der Klimarisiken der braunen Anteile und der grünen Potenziale ihres Stamm-Portfolios (Aktien, Obligationen).
        • Die Erarbeitung einer stringenten, zeitnahen Dekarbonisierung des Portfolios sollte konzipiert werden, beginnend mit dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.
        • Auch ist ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen und eine klimapositive Stimmrechtsausübung noch ausstehend.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

        Swisscanto Sammelstiftung

        und Supra Sammelstiftung

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die Swisscanto Sammelstiftung ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 9 Mia. CHF ungefähr auf Rang 28 der Pensionskassen der Schweiz.

         

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die auf der Webseite zugänglichen Informationen und der Geschäftsbericht 2018 verweisen nicht auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess. Dem Vorsorgereglement ist zu entnehmen, dass die Geschäftsführung bei Helvetia Versicherungen liegt. Das Anlagereglement ist nicht offengelegt. Der Geschäftsbericht 2018 enthält einen Bericht zum Anlagejahr der Swisscanto Fondsleitung AG der Zürcher Kantonalbank; ob sie ausschliessliche Vermögensverwalterin ist, und wenn ja, ob sie ESG-Kriterien berücksichtigt, bleibt unbekannt.

        • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
        • Folglich sollte sich die Swisscanto Sammelstiftung damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt.
        • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.​
        Stand April 2020:
        Auf Anfrage der Klima-Allianz teilt die Swisscanto Sammelstiftung mit, dass das Thema Nachhaltigkeit im Jahr 2020 weiter in ihren Fokus rücke. Der Stiftungsrat habe Ende 2019 den Auftrag erteilt, die Anlagen im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit zu überprüfen und in diesem Sinne weiter systematisch aufzubauen. News seien im Laufe des Jahres zu erwarten.
         

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die Swisscanto Sammelstiftung besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

        • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
        • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die Swisscanto Sammelstiftung definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Die Swisscanto Sammelstiftung hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Die Swisscanto Sammelstiftung besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

         

        Die Swisscanto Sammelstiftung besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-Bezogenen Stimmrechtsausübung im Ausland.

         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die Swisscanto Sammelstiftung hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Swisscanto Sammelstiftung von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: stagnierend

        • Angesichts des Gewichts der Swisscanto Sammelstiftung und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Sammelstiftung proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter verlangen und überwachen - oder aber Kollektivanlagen/Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

        St. Galler Pensionskasse sgpk

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die St.Galler Pensionskasse ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 9 Mia. CHF ungefähr auf Rang 29 der Pensionskassen der Schweiz.

         

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die sgpk verfügt über eine allgemeine Nachhaltigkeitspolitik, die auch im Anlagereglement festgeschrieben ist. Sie informiert, die regelmässige Analyse des Aktienportfolios durch Ethos hinsichtlich der Nachhaltigkeitsstandards der Unternehmen sei wesentlich zur Überwachung und Steuerung der Portfoliorisiken, und der Ausschluss von Firmen könne in einzelnen Fällen nötig sein. Auch sei Nachhaltigkeit für die sgpk ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der Vermögensverwalter. Die ESG-Analyse soll auch die Basis für den Dialog mit Vermögensverwaltern sein.

         

        Gemäss einer indirekten Auskunft über die Antwort auf eine Interpellation im Parlament (s. unten), schliesst sie via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen nur einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

        • Es fehlt die Information, welches die Wirkung des Dialoges mit den Vermögensverwaltern sein soll und welche Messkriterien für die Verbesserung der ESG-Qualität der mandatierten Portfolien angewandt werden.
        • Die sgpk hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
        • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
        • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
        Stand März 2020:
        Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert die sgpk, im Moment überprüfe sie ihre Anlageorganisation, und dies werde auch einen Einfluss auf ihre Nachhaltigkeitsstrategie haben. Sie werde zu einem späteren Zeitpunkt mehr Informationen geben können.
         

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die sgpk bekennt sich zu Massnahmen zum Schutz des Klimas, worin sie den Klimawandel als drängendes Problem anerkennt.

        • Allerdings beschränken sich diese vorerst auf die neue Orientierung auf "Green Bonds", also Obligationen, die in definierte Umwelt- und Klimaprojekte fliessen, sowie auf Infrastrukturanlagen, womit sie direkt in erneuerbare Energieträger investiert.

        Sie gibt aber die Absicht bekannt, die Erweiterung der Massnahmen laufend prüfen zu wollen.

         

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Mit ihrer Politik, in "Green Bonds"zu investieren, also in Obligationen, die in definierte Umwelt- und Klimaprojekte fliessen, sowie in Infrastrukturanlagen, womit sie direkt in erneuerbare Energieträger anlegt, dürfte die sgpk ein (kleines) Stück weit zur Dekarbonisierung des Portfolios beigetragen haben.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Die sgpk ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und des ETHOS Engagement Pool International.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist sie insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

         

        In diesem Kontext wurde sie auch Unterstützerin der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

         

        Mit der Unterzeichnung des Global Investor Statement to Governments on Climate Change hat sie ein starkes Signal an die Regierungen und die Politik aller Länder gesandt. Über 630 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, fordern zeitnah wirksame Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Diese Initiative wird heute über den globalen Zusammenschluss The Investor Agenda weitergeführt, der in den Bereichen Investment, Corporate Engagement, Investor Disclosure und Policy Advocacy vorangehen will.

         

        Als Mitglied der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction ist sie zudem Teil der koordinierten Klima-Dialogführung mit dem Ziel, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

        • Derzeit bleiben die Wirkungen der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 

        Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

        • Die sgpk sollte auch ihre Aktionärsstimmrechte im Ausland ausüben und transparent publizieren. Somit könnte sie insbesondere bei den fossilen Unternehmen eine synergistische Wirkung in Kombination mit ihren Engagement-Aktivitäten erzielen. 

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die sgpk hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: besser

        • Mit ihren neuen Grundsätzen zur Nachhaltigkeit, mit ihrer Anerkennung der Klimarisiken, mit der Aufnahme von Green Bonds und mit ihrem begonnenen Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst, hat die sgpk ein gewisses Potenzial, in Zukunft den Weg zu einem Paris-kompatiblen Pfad der Dekarbonisierung des Portfolios einzuschlagen. 
        • Allerdings fehlt noch eine konzeptionelle Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

         

        Politische Aktivitäten

         

        April 2019: Interpellation Yvonne Suter (CVP), Christoph Bärlocher (CVP), Patrick Dürr (CVP) und 45 Mitunterzeichnende "Wie nachhaltig investiert der Kanton St.Gallen sein Geld?" mit der Frage nach der Einhaltung allgemeiner Nachhaltigkeitskriterien u.a. durch die sgpk, darunter Investitionen in fossile Energien.

         

        Mai 2019: in ihrer Antwort auf die Interpellation Suter verweist die Regierung gleich wie bei den Motionen Oberholzer und Tanner (siehe unten) auf die Autonomie der sgpk. Immerhin rapportiert sie die Stellungnahme der Kasse. Diese berichtet, sie vollziehe die Ausschlussentscheide des SVVK nach, also seien einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition ausgeschlossen. Weiterhin rapportiert die sgpk, sie trage den ESG-Aspekten überdurchschnittlich Rechnung, da ihr Vergleich des Aktienportfolios mit dem MSCI-ESG-Benchmark in einem vergleichsweise guten ESG-Rating abschneide. Keine Auskunft gibt die Kasse hingegen zu den C02-Emissionen ihres Portfolios.

         

        April 2019: Motion Basil Oberholzer (Grüne), Christopher Chandiramani (SVP), Thomas Warzinek (CVP) und 29 Mitunterzeichnende, "Nachhaltige Anlagepolitik" für die Ausschöpfung der Steuerungsmöglichkeiten für nachhaltiges und speziell klimaverträgliches Investitionsverhalten durch den Kanton, u.a. auch bei der sgpk.

         

        April 2019: Motion Jörg Tanner (GLP), Sonja Lüthi (GLP) und 5 Mitunterzeichnende "Klima- und umweltverträgliche Investitionsstrategien: Kanton St.Gallen als Vorreiter?", um der Regierung die Möglichkeit zu bieten, sich mit dem Thema staatliche Investments und Nachhaltigkeit - u.a. auch bei der sgpk - (eingehend) zu befassen und die diesbezüglichen Rahmenbedingungen zu überprüfen und soweit als möglich zu verbessern.

         

        Mai 2019: die Regierung beantragt mit praktisch gleichlautenden Begründungen die Ablehnung sowohl der Motion Oberholzer wie auch der Motion Tanner. Obwohl die sgpk eine öffentlich-rechtliche Institution ist, beruft sich die Regierung auf die Autonomie der Pensionskasse. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017. Obwohl die MotionärInnen der Motion Tanner auf dieses Gutachten Bezug nehmen, erlaubt sich die Regierung, zu ihren Einflussmöglichkeiten nicht Stellung zu nehmen. Für alle angesprochenen Institutionen im ihrem Einflussbereich bezeichnet sie die Schaffung von Rahmenbedingungen zur nachhaltigen und klimaverträglichen Anlagepolitik als komplett unnötig.

         

        Juni 2019: das Parlament lehnt die Motion Oberholzer "Nachhaltige Anlagepolitik" ab. Dasselbe geschieht bei der Behandlung der Motion Tanner.

         

        Dialog zwischen Versicherten und Kasse

         

        Kontaktgruppe SGPK DIVEST

         

        Dezember 2017: die Kontaktgruppe SGPK DIVEST sendet im Namen der SGPK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an den Stiftungsrat. Dieses umfasst Fragestellungen zu Messung und Berichterstattung der Klimaverträglichkeit, zur Strategie im Umgang mit Klimarisiken, zu nicht existierenden Ausschlusskriterien, zum fehlenden Investor's Engagement im Ausland und zur Einbindung der Destinatäre. Die Eingabe von SGPK DIVEST besteht zudem auf einer klaren und transparenten Ausstiegsstrategie aus Anlagen in fossile Unternehmen.

         

        Januar 2018: die Geschäftsleitung der SGPK antwortet vorerst mündlich wie folgt:

        • Das Thema der Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit sei bei ihnen durchaus "angekommen" und die Anliegen von SGPK DIVEST seien berechtigt.
        • Die SGPK stehe aber erst am Anfang dieses Weges und befasse sich neu in vertiefterer Weise damit, sie seien deshalb nur schlecht in der Lage, der Gruppe SGPK DIVEST eine befriedigende Antwort zukommen zu lassen

        Oktober 2018: die Gruppe SGPK begrüsst in einem Email an die Kasse die ersten Ansätze in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit der Anlagen (siehe oben), insbesondere die Absichtserklärung der SGPK zur Erweiterung der Massnahmen.

        STENFO

        Stilllegungsfonds für Kernanlagen und Entsorgungsfonds für Kernkraftwerke 

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Der öffentlich-rechtliche Stilllegungs- und Entsorgungsfonds (STENFO) ist zwar nicht eine Pensionskasse, aber er versichert die Allgemeinheit gegen Technologiefolgekosten der Atomenergie. Als vom Bund beauftragte Institution ist der Stenfo der Öffentlichkeit gegenüber Rechenschaft schuldig. Er ist mit seinem Anlagevolumen von rund 8 Mia. CHF im Segment der Top 25 bis 30 der institutionellen Investoren anzusiedeln, ein gewichtiger Akteur also.

        • Das akkumulierte Geld für die Beseitigung der Folgen des Gebrauchs der Atomenergie müsste eigentlich der Unterstützung der Energietransition zu den erneuerbaren Energien dienen - in Linie mit dem Dekarbonisierungsziel der Finanzanlagen des Pariser Klimaabkommens.

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die auf der Website zugänglichen Informationen über die Anlagepolitik des Stillegungsfonds sowie des Entsorgungsfonds enthalten keine Hinweise zu einer nachhaltigen Anlagepolitik oder zum Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess. Hingegen sind in den Jahresberichten des Stillegungsfonds sowie des Entsorgungsfonds Informationen enthalten. Auch informiert die Geschäftsstelle beider Fonds auf Anfrage der Klima-Allianz über vorgenommene Massnahmen sowie geplante Erweiterungen.

         

        Die beiden Fonds halten sich an die Ausschlussliste des Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK). Damit sind einige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition ausgeschlossen.

         

        Wie STENFO im besagten Schreiben an die Klima-Allianz mitteilt, sind 100% der Vermögensverwalter Unterzeichner der UN Principles for Responsible Investment (UN PRI); vom gesamten extern verwalteten Vermögen seien über 98% in Mandate investiert, deren Vermögensverwalter Mitglied von Swiss Sustainable Finance sind; weiterhin werde mehr als 70% des Vermögens unter der expliziten Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien verwaltet, und dabei würden in den Mandaten hauptsächlich Ausschlusslisten angewendet und/oder Nachhaltigkeitsaspekte im Investitionsprozess berücksichtigt.

        • Die STENFO-Fonds haben jedoch noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen wollen. 
        • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
        • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
        Stand April 2020:
        Gemäss der besagten Stellungnahme an die Klima-Allianz werde jetzt bei der Evaluation und Auswahl von neuen Vermögensverwaltern vom Anlageausschuss der Umgang mit Nachhaltigkeit (ESG-Kriterien) im jeweiligen Anlageprozess in die Analyse mit einbezogen. Teil der ESG-Kriterien beim Thema Umwelt seinen Fragen nach den Investitionen in erneuerbare Energien, zum effizienten Umgang mit Energie und Rohstoffen, zur umweltverträglichen Produktion, zu geringen Emissionen in Luft und Wasser sowie zu umfassenden Klimawandel-Strategien.
         

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Der STENFO besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die seine Anlagepolitik betrifft.

        • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
        • Der STENFO unterliegt einer vergleichbaren treuhänderischen Pflicht gegenüber dem Bund und der Öffentlichkeit. Diese verlangt, dass der STENFO definiert, mit welchen Massnahmen er diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.
        Stand April 2020:
        Wie STENFO der Klima-Allianz schreibt, hat sich der Anlageausschuss im 1. Quartal 2020 mit der Messung und Berücksichtigung von Klimarisiken im Portfolio der beiden Fonds auseinandergesetzt und beschlossen, mögliche konkrete Massnahmen vertieft zu prüfen (Anschluss an einen Engagement Pool, Analyse von verschiedenen Methoden zur Messung der Klimaverträglichkeit eines Portfolios). Basierend auf den Erkenntnissen der Prüfungen plant der Anlageausschuss im 2. Quartal 2020 zum weiteren Vorgehen zu entscheiden.
         

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Der STENFO hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Es ist für den STENFO selbst keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Der STENFO besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

         

        Der STENFO besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-Bezogenen Stimmrechtsausübung im Ausland.

         

        Stand April 2020:

        Im besagten Schreiben an die Klima-Allianz teilt STENFO mit, der Anlageausschuss werde im Verlaufe des Jahres 2020 nach Vorliegen der entsprechenden Abklärungen über den Anschluss an einen klimawirksamen Engagement Pool entscheiden.

         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse


        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Stand April 2020:

        In der erwähnten Stellungnahme an die Klima-Allianz teilt STENFO mit, es würden zurzeit verschiedene Möglichkeiten geprüft, die Klimaverträglichkeit des Portfolios zu messen. Die Resultate sollten im Verlaufe des 2. Quartals 2020 vorliegen. Auf der Basis dieser Resultate werde anschliessend zum weiteren Vorgehen entschieden.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Der STENFO hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist der STENFO von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: etwas besser

        • Mit ihren neuen Grundsätzen zur Nachhaltigkeit und den Aussagen zur Berücksichtigung der Klimarisiken haben die STENFO-Fonds einen Anfang gemacht.
        • Es fehlt noch eine Klimastrategie mit Berücksichtigung der finanziellen Klimarisiken, die in den Anlageprozess eingreift.
        • Eine Ausweitung des Umgangs mit der Nachhaltigkeit - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel - ist noch ausstehend.
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte der STENFO proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.
      • LUPK, Profond, BLVK, GastroSocial, Nestlé, CIEPP, proparis,

        PKG, PAT-BVG, Previs

        Für die gesuchte Institution nach unten scrollen

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        Luzerner Pensionskasse LUPK

         

        Die Details zur LUPK des Kantons Luzern, der führenden nachhaltigen öffentlich-rechtlichen Pensionskasse, finden Sie hier unter der Rubrik "Vorreiter".

        Profond Vorsorgeeinrichtung

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die Profond Vorsorgeeinrichtung (Sammelstiftung) ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 8 Mia. CHF ungefähr auf Rang 31 der Pensionskassen der Schweiz.

         

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die Profond bekennt sich zur Nachhaltigkeit in umfassendem Sinn; im Feld der Anlageentscheide berücksichtige sie finanzielle, ökologische und gesellschaftliche Kriterien (ESG-Kriterien). Als konkret bekanntgegebene Massnahme wendet sie die Richtlinien des SVVK an, also sind einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition ausgeschlossen.

        • Die Profond hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
        • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
        • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
        Stand April 2020:
        Auf Anfrage der Klima-Allianz betont die Profond in ihrer Stellungnahme, sie verstehe Nachhaltigkeit in umfassendem Sinn, also zusätzlich zum Feld Investitionen anwendbar etwa in den Bereichen Corporate Governance, Integrität & Compliance, verantwortungsvoller Arbeitgeber, Kunden und Partner, Generationengerechtigkeit, Risikomanagement.
        Im Feld der Anlagen soll das heutige ESG-Konzept weiter vertieft werden und ist aktuell in Bearbeitung. Weiterhin habe Profond von MSCI ESG ein ‘A’ Rating, was nur wenige Pensionskassen hätten. Sie bedauere aber die Tatsache, dass unterschiedliche Ratings zu signifikant unterschiedlichen Einschätzungen kommen, weil dies eher zur Verunsicherung der Stakeholders führe als zur Klarheit.
         

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die Profond schreibt in ihrer erwähnten Stellungnahme (April 2020) an die Klima-Allianz, innerhalb des Kernbereichs "Anlagen" sei das Thema Klima eines von anderen wichtigen Themen auf der ESG/Nachhaltigkeits-Agenda. Die Priorisierung der Themen sei von Sektor zu Sektor, ja sogar von Geschäftsmodell zu Geschäftsmodell der Investees verschieden. Profond habe deshalb eine gesamtheitliche Nachhaltigkeits-Strategie, welche sowohl den Bereich ‘Anlagen’ als auch das Thema ‘Klima’ integriere.

         

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Die Profond hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Die Profond besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

         

        Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

         

        Stand April 2020:

        Im erwähnten Schreiben an die Klima-Allianz informiert die Profond, dass bei ausländischen Firmen eine Ausübung von Stimmrechten in Umsetzung sei.

         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die Profond hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Profond Vorsorgeeinrichtung von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: stagnierend

        • Angesichts des Gewichts der Profond und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertiefter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

        Bernische Lehrerversicherungskasse BLVK

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die BLVK ist mit einem Anlagevolumen von rund 8 Mia. CHF ungefähr auf Rang 32 der Pensionskassen der Schweiz.

         

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die BLVK verfügt über eine umfassende Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist und für alle Anlagekategorien gilt.

         

        Sie schliesst über 60 Unternehmen aus dem Anlageuniversum aus. Ausgeschlossen werden Unternehmen die mit kontroversen Waffen (Streumunition, Personenminen, chemische-, biologische- und Nuklearwaffen) handeln und Unternehmen, die einen Grossteil ihres Umsatzes mit Kohleprodukten generieren.

        • Allerdings hat die BLVK noch nicht bekanntgegeben, welche weiteren konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
        • Die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Nachhaltigkeitspolitik sollte gesteigert werden durch eine Praxis, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreift.
        • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
        Stand April 2020:
        Die in dieser Begründung festgehaltenen Sachverhalte und geplanten nächsten Schritte wurden durch die BLVK gegengeprüft.
         

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Eine ausdrückliche Klimastrategie besteht nicht. Doch in ihrer Antwort auf eine Interpellation aus dem Kantonsparlament (S. unten) gibt die BLVK bekannt, sie hätte sich am BAFU-Klimaverträglichkeitstest beteiligt, und sie habe ihr Portfolio einem umfassenden ESG-Screening (Environmental, Social, Governance) durch ETHOS unterzogen. Ebendies habe sie auch veranlasst, aus "Kohleprodukten" auszusteigen; aufgrund interner Auswertungen würde sich zudem zeigen, dass durch diese Ausschlüsse der CO2-Fussabdruck "markant verringert" werden konnte. Überdies sei sie bestrebt, "den ökologischen Fussabdruck in den nächsten Jahren weiterhin zu optimieren".

         

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        In einem Brief an die Versichertengruppe BLVK DIVEST (s. unten) und einer weiteren Mitteilung an die Klima-Allianz präzisiert die BLVK die allgemeine Information in den Nachhaltigkeitsgrundsätzen bezüglich "Kohleprodukten", dass unter ihrer Nachhaltigkeitsstrategie Kohleproduzenten (Abbau von Kohle oder Erzeugung von Elektrizität mittels Kohle) sowohl aus den Aktien wie auch aus den Obligationenportfolien ausgeschlossen werden.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Die BLVK ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und des ETHOS Engagement Pool International.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist sie insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

         

        In diesem Kontext wurde sie auch Unterstützerin der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

         

        Mit der Unterzeichnung des Global Investor Statement to Governments on Climate Change hat sie ein starkes Signal an die Regierungen und die Politik aller Länder gesandt. Über 630 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, fordern zeitnah wirksame Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Diese Initiative wird heute über den globalen Zusammenschluss The Investor Agenda weitergeführt, der in den Bereichen Investment, Corporate Engagement, Investor Disclosure und Policy Advocacy vorangehen will.

         

        Als Mitglied der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction ist sie zudem Teil der koordinierten Klima-Dialogführung mit dem Ziel, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

        • Derzeit bleiben die Wirkungen der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 
        Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.
        • Die  BLVK sollte auch ihre Aktionärsstimmrechte im Ausland ausüben und transparent publizieren. Somit könnte sie insbesondere bei den fossilen Unternehmen eine synergistische Wirkung in Kombination mit ihren Engagement-Aktivitäten erzielen. 

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Gemäss der erwähnten Mitteilung ist die BLVK im Besitz von C02-Emissionsdaten von Ethos. Sie analysiert die Auswirkungen des erfolgten Ausschlusses von 60 Titeln (Kohleprodukte, s. oben) auf die CO2-Intensität.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        In ihrer Antwort auf die besagte Interpellation aus dem Kantonsparlament (siehe unten) und in der erwähnten Mitteilung informiert die BLVK, sie sei bestrebt, "den ökologischen Fussabdruck in den nächsten Jahren weiterhin zu optimieren"; sie wird im Jahre 2020 das bestehende Nachhaltigkeitskonzept überprüfen und allenfalls erweitern.

         

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Mit der Entfernung der Kohleproduzenten und der Kohleverstromer hat die BLVK einen Anfang in der Dekarbonisierung der Investitionen gemacht.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: besser

        • Mit ihren neuen Grundsätzen zur Nachhaltigkeit, mit ihrem begonnenen Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst, mit ihrem ersten Dekarbonisierungsschritt und mit ihrer Aussage, den ökologischen Fussabdruck weiterhin zu optimieren, ist die BLVK auf dem richtigen Weg zu einem Paris-kompatiblen Pfad der Dekarbonisierung des Portfolios. 
        • Allerdings fehlt noch eine konzeptionelle Strategie zur weiteren Dekarbonisierung des Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

         

        Politische Aktivitäten

         

        2016: wie bei der BPK, siehe dort.

         

        März 2019: Interpellation Ursula Marti (SP) "Klimastrategie für die Anlagen der Bernischen Lehrerversicherungskasse BLVK". Der Vorstoss verweist darauf, dass der Regierungsrat als finanzierender Arbeitgeber in der Verantwortung steht, bei der Vorsorgeeinrichtung geeignete Massnahmen zur Sicherung der zukünftigen Renten zu erwirken. Der Regierungsrat wird somit vor diesem Hintergrund eingeladen, in der Verwaltungskommission der BLVK eine Reihe von Fragen einzubringen. Angeregt wird etwa die Präzisierung des Umgangs mit den finanziellen Klimarisiken und -chancen im Anlagereglement, im Anlageprozess und in den einzelnen Anlagevorschriften für die Asset Manager und die Formulierung einer Klimastrategie mit dem Ziel, 1.5°-konform zu investieren. Auf dem Weg zu diesem Ziel soll eine schnellen Dekarbonisierung des Portfolios Priorität haben, und es sollen dabei messbare Ziele und Fristen gesetzt werden.

         

        August 2019: der Regierungsrat antwortet, es liege ausserhalb seines Kompetenzbereiches, der BLVK Vorgaben zu den vorgebrachten Aspekten zu machen. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017. Die von der Regierung bei der BLVK eingeholten Informationen bringen immerhin einige bisher durch die BLVK noch nicht transparent gemachte Aktivitäten an die Öffentlichkeit (S. oben unter "Klimakompatibilität der Anlagepolitik"). Doch zu einer konsequenten Klimastrategie mit festgelegtem Dekarbonisierungspfad einzustehen ist weder die Regierung als Arbeitgeber noch die BLVK bereit.

        Dialog zwischen Versicherten und Kasse

         

        Kontaktgruppe BLVK DIVEST

         

        Januar 2019: die Kontaktgruppe BLVK DIVEST sendet im Namen der BLVK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an die Kasse. Sie anerkennt den Ausstieg aus Anlagen in die Kohleproduzenten als ersten Schritt in die richtige Richtung, stellt aber fest, dass sich die BLVK bislang im Rahmen ihrer reglementarischen Bestimmungen zur nachhaltigen und ethischen Anlage noch vermehrt mit den finanziellen Klimarisiken beschäftigen sollte, die alle klima-hochexponierten Industriesektoren (Erdöl, Erdgas, Stromerzeuger mit Kohle und Erdgas als Brennstoff, Automobilindustrie, usw.) betreffen. Sie erwartet von der BLVK eine Klimastrategie mit der Desinvestition von Erdöl und Erdgas und Präferierung der nicht Kohle-abhängigen Stromerzeuger als weitere Schritte.

         

        Februar 2019: Mit einer ersten und einer bestätigenden Nachfolge-Antwort präzisiert die BLVK ihre Informationen auf der Website. Betreffend Ausschluss von Kohleunternehmen informiert sie, dass unter ihrer Nachhaltigkeitsstrategie Kohleproduzenten (Abbau von Kohle oder Erzeugung von Elektrizität mittels Kohle) ausgeschlossen werden können, und dass aktuell 20 Unternehmen von diesem Ausstieg betroffen seien. Weiterhin teilt sie mit, dass sie für den Sektor der fossilen Energien generell nicht auf Ausschlüsse setze, sondern auf ein langfristiges Engagement bei den Firmen. Sie informiert, dass sie einmal jährlich im Frühling die Ausschlussliste überprüfen wird.

        GastroSocial Pensionskasse

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die GastroSocial ist mit ihrem Anlagevolumen von über 7 Mia. CHF ungefähr auf Rang 33 der Pensionskassen der Schweiz.

         

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die auf der Webseite zugänglichen Informationen über die Anlagepolitik sowie der Geschäftsbericht 2018 verweisen nicht auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

        • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten. 
        • Folglich sollte sich GastroSocial damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
        • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die GastroSocial besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

        • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
        • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die GastroSocial definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Die GastroSocial hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Die GastroSocial besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

         

        Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die GastroSocial hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die GastroSocial von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: stagnierend

        • Angesichts des Gewichts der GastroSocial und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

        Nestlé Fonds de Pensions

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die Pensionskasse der Nestlé ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 7 Mia. CHF ungefähr auf Rang 34 der Pensionskassen der Schweiz.

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die Pensionskasse der Nestlé verpflichtet sich seit Mitte 2019 bei der Ausarbeitung seiner Anlagestrategie und der Verwaltung seiner Vermögenswerte formell , so weit wie möglich nicht nur die Parameter Rendite, Risiko und Kosten, sondern auch Kriterien der Bereiche Umwelt, Soziales und Governance («ESG» Kriterien) zu berücksichtigen. Freilich fehlen noch präzisere Bestimmungen.

        • Die Pensionskasse der Nestlé hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
        • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
        • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

        Stand Ende März 2020:

        Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert die Kasse, sie werde in Kürze detaillierte Bestimmungen zur nachhaltigen Vermögensverwaltung publizieren. Im Jahre 2019 habe sie begonnen, ihren Vermögensverwaltern und Fondsmanagern ESG-basierte Vorgaben zu machen für Stimmrechtsausübung, für Aktionärsdialog und, im Falle des aktiven Asset Management, für eine systematische ESG-Integration in ihre Selektion der Titel. Ihr Investment Consultant kontrolliere periodisch, ob die Vorgaben eingehalten werden. Ein weiterer unabhängiger Consultant habe einen Bericht erstellt darüber, wie intensiv die Asset Manager sich um die Anwendung von ESG-Kriterien bemüht haben. Er sei zum Schluss gekommen, dass die ESG-Qualität der Vermögensverwalter momentan ausreiche. Weiterhin werde demnächst eine Watchlist von investierten Firmen im Portfolio erstellt, die bestimmten ESG-Kriterien nicht genügen.

         

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die erwähnte Information an die Klima-Allianz enthält eine Stellungnahme, mit der die Pensionskasse Nestlé bekräftigt, dass sie die Klimarisiken ernst nimmt. Sie will einen Bericht über die finanziellen Auswirkungen des Klimawandels auf ihre Investitionen erstellen.

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Die Pensionskasse Nestlé hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Mit der besagten Stellungnahme an die Klima-Allianz informiert die Pensionskasse Nestlé, sie habe im Jahr 2019 begonnen, von den Vermögensverwaltern und Fondsmanagern Vorgaben zu machen, Engagement zu betreiben und die Stimmrechte im Sinne von ESG-Prinzipien wahrzunehmen. Als nächsten Schritt soll von den Asset Managern die Berichterstattung darüber eingefordert werden, bei welchen Unternehmen und mit welchen Forderungen der Aktionärsdialog und die Stimmrechtswahrnehmung ausgeübt wurden.

        • Es bleibt jedoch noch intransparent, welche Engagement- und Stimmrechtsdienstleister mit welchen Forderungen und in welchem Ausmass für die Pensionskasse Nestlé tätig sind; entsprechend kann nicht eingeschätzt werden, ob und wieweit sie ihre Aktionärsrechte klimawirksam einsetzen lässt.

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die Nestlé Pensionskasse hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Pensionskasse Nestlé von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: stagnierend

        • Mit ihren ersten Schritten zur Beeinflussung und Überwachung der Asset Manager zeigt die Pensionskasse Nestlé ihren Willen, in Zukunft eine wirksamere Nachhaltigkeitspolitik zu konkretisieren.
        • Angesichts des Gewichts der Pensionskasse Nestlé und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertiefter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein inhaltlich klar definiertes, wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine inhaltlich klar definierte, wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

        CIEPP Caisse Inter-Entreprises de Prévoyance Professionelle

         

        Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

         

        proparis

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die Stiftung proparis Vorsorge Gewerbe Schweiz ist mit einem Anlagevolumen von rund 7 Mia. CHF ungefähr auf Rang 36 der Pensionskassen der Schweiz.

         

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die proparis verweist im Anlagereglement darauf, dass sie nach Möglichkeit auch auf ökologisch und sozial nachhaltige Anlagen achtet. Es sind ungefähr 80% der Vermögensanlagen über Rückversicherungsverträge mit garantierten Leistungen und garantierter Verzinsung der Guthaben bei den Mitversicherern AXA, Swiss Life und Bâloise investiert, somit nicht unter Kontrolle der proparis. Die Selbstanlagen machen etwa einen Fünftel der Vermögensanlagen aus.

         

        Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert proparis (März 2020), der Anteil der Selbstanlagen und somit der eigene Kontrollbereich würde in Zukunft um das Doppelte steigen; weiterhin habe 2019 eine erste interne Schulung durch einen Consultant zum Thema Nachhaltigkeit stattgefunden. Mit einer weiteren Mitteilung (Mai 2020) konkretisiert proparis, dass sie ab 2021 die Versicherungsquote von AXA im Umfang von 40% in ihre Anlageverantwortung übernehmen und diese weiterhin mit den nachhaltigen Anlagebausteinen der AXA umsetzen werde (siehe auch die Nachhaltigkeitspolitik der AXA).

        • Die proparis hat jedoch noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie bei den selbst getätigten Anlagen in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
        • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
        • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die proparis besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

        • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
        • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die proparis definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Die proparis hat bis heute bei ihren Selbstanlagen keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Die proparis besitzt in Bezug auf ihren Anteil an Selbstanlagen keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

         

        Es findet in Bezug auf ihren Anteil an Selbstanlagen keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die proparis hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Eigenportfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. 

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die proparis von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: stagnierend

        • Angesichts des Gewichts der proparis und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertiefter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken in Bezug auf ihre Selbstanlagen beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
        • Es sollten in Bezug auf ihre Selbstanlagen konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

        PKG Pensionskasse

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die PKG Pensionskasse für KMU ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 7 Mia. CHF ungefähr auf Rang 37 der Pensionskassen der Schweiz.

         

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die PKG verfügt über eine allgemeine Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist. Sie hält fest, dass das Anlageportfolio "auf die beiden Nachhaltigkeitsstandards «Swiss Sustainable Finance (SSF)» und «UN PRI-Initiative» (Principles for Responsible Investment) ausgerichtet" ist. Die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie findet auf Stufe Mandatsebene statt, wie der Präsentation der Delegiertenversammlung 2018 zu entnehmen ist.

         

        Auf Anfrage der Klima-Allianz (Mai 2020) verweist die PKG auf den neuen Geschäftsbericht 2019. Daraus geht hervor: 70% des extern verwalteten Vermögens sind via Asset Manager investiert, die Mitglieder Swiss Sustainable Finance (SSF) sind. Bei über 90% sind die Vermögensverwalter Mitglied der UN Principles for Responsible Investment (UN-PRI). Über 90% der Asset Manager integrieren Nachhaltigkeitskriterien "in unterschiedlichen Formen" in den Investitionsprozess. Dabei werden hauptsächlich die SVVK-Ausschlussempfehlungen (Verbot einiger weniger Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition) angewendet. Im Jahre 2018 erfolgte eine detaillierte Bestandsaufnahme zur Nachhaltigkeit des Portfolios bzw. der Vermögensverwaltungsmandate, und aktuell finden verschiedene Nachhaltigkeitsanalysen statt. Weiterhin wird im Rahmen der wiederkehrenden Gespräche mit den Mandatsträgern auch das Thema Nachhaltigkeit besprochen.

        • Die PKG hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
        • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
        • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die PKG besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft. Gemäss Geschäftsbericht 2019 werden jetzt aber die Vermögensverwalter angehalten, in ihrer Berichterstattung vermehrt über die Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel zu berichten.

         

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Die PKG hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Die PKG besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

         

        Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die PKG hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die PKG von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: stagnierend

        • Angesichts des Gewichts der PKG und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertiefter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

        PAT-BVG

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die PAT-BVG ist mit ihrem Anlagevolumen von über 6 Mia. CHF ungefähr auf Rang 38 der Pensionskassen der Schweiz.

         

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die auf der Webseite zugänglichen Informationen über die Anlagepolitik und dort verlinkte Dokumente verweisen nicht auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

        • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

        • Folglich sollte sich die PAT-BVG damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
        • Gleichermassen sollte sie Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassender Weise in ihre Anlagepolitik eingebunden sind.
        Stand April 2020:
        Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert die PAT-BVG, die Gremien hätten den Grundsatzbeschluss gefasst, die Nachhaltigkeit im neuen Anlagereglement festzuschreiben. Die Arbeiten daran seien im Gange, sodass es im Laufe 2020 veröffentlicht werden könne.
         

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die PAT-BVG besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

        • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
        • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die PAT-BVG definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.
        Stand April 2020:
        Mit der besagten Mitteilung an die Klima-Allianz bekräftigt die PAT-BVG, dass sie die Klimarisiken als Teil ihrer laufenden Definition der ESG-Kriterien berücksichtigen werde.
         

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Die PAT-BVG hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Die PAT-BVG ist Mitglied von Ethos.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Die PAT-BVG besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

         

        Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Wie die PAT-BVG im Rahmen der erwähnten Mitteilung an die Klima-Allianz informiert, hatte sie sich am BAFU-Klimatest 2017 beteiligt. Die Kasse will sich auch am BAFU-Klimatest 2020 beteiligen.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die PAT-BVG hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die PAT-BVG von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: stagnierend

        • Angesichts des Gewichts der PAT-BVG und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt.
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

        PREVIS Vorsorge

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die PREVIS, Vorsorgeeinrichtung einer Vielzahl von Gemeinden und öffentlichen Institutionen, ist mit ihrem Anlagevolumen von über 5 Mia. CHF ungefähr auf Rang 39 der Pensionskassen der Schweiz.

         

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Gemäss der Präsentation zur Delegiertenversammlung 2019 und deren Protokoll hat sich die Previs die inhaltliche Definition erster Schritte in Richtung Berücksichtigung von ESG-Kriterien in der Anlagepolitik vorgenommen. Diese wurden im neuen Anlagereglement 2019 festgeschrieben: sie schliesst via Anwendung der SVVK-Aussschlussliste einige wenige Produzenten von Atomwaffen aus, die gemäss Atomsperrvertrag verboten sind, sowie Hersteller von Antipersonenminen und Streumunition, die aufgrund von internationalen Konventionen geächtet sind; zusätzlich werden weitere Unternehmen, "welche einen Teil Ihres Umsatzes aus der Herstellung von geächteten Waffen erzielen (Atomwaffen, Biologische Kampfstoffe, Streumunition und Antipersonenminen)" aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen. Weiterhin sind Derivate auf fossilen Rohstoffen und Nahrungsmitteln ausgeschlossen.

         

        Stand März 2020:
        Auf Anfrage der Klima-Allianz schreibt die Previs in ihrer Stellungnahme, sie habe Ende 2019 eine umfassende ESG-Strategie Finanzanlagen als Teil der neuen Nachhaltigkeits-Grundstrategie verabschiedet. Sie habe 2016 und 2019 durch den Nachhaltigkeitsdienstleister CSSP ESG-Ratings der Wertschriftenportfolien durchführen lassen. Aus der Stellungnahme geht hervor, dass sich die ESG-Qualität gegenüber 2016 leicht verbessert hat.
        • Die PREVIS hat jedoch noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
        • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG- und CO2-Intensitäten-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Gemäss der erwähnten Stellungnahme an die Klima-Allianz berücksichtigt die Previs die Klimarisiken.

         

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Mit Ausnahme des Verzichtes im Rahmen der Alternativen Anlagen auf Derivate (Rohstoffanlagen) in fossile Energieträger - der als Branchen-Minimalstandard zu betrachten ist - hat die PREVIS bis heute keine relevanten Schritte zur Dekarbonisierung des Aktien- und Obligationen-Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Die PREVIS ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz.  

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Der Ethos Engagement Pool Schweiz nimmt einzig Einfluss auf Schweizer Firmen, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen.

        Stand März 2020:
        In der erwähnten Stellungnahme an die Klima-Allianz informiert die Previs, dass sie infolge ihrer neuen ESG-Strategie Finanzanlagen den Auftrag habe, grundsätzlich Engagement International anzustreben. Den richtigen und wirkungsvollen Weg resp. Partner müsse sie aber noch finden.
         
        Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.
         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Der besagte Stellungnahme an die Klima-Allianz ist zu entnehmen, dass die Previs mit ihrem ESG-Screening-Partner CSSP das Thema Klimarisiken aufgenommen hat. Sie werde sich in der nächsten Rating-Runde dem Thema „Carbon Footprint“ vertieft annehmen. Sie werde auch am BAFU Klimaverträglichkeitstest 2020 (PACTA 2020) teilnehmen.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die PREVIS hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die PREVIS von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: etwas besser

        • Mit ihren neuen Grundsätzen zur Nachhaltigkeit und den ersten ESG-Analysen der Wertschriftenportfolien hat die Previs eine Grundlage für weitere Schritte gesetzt.
        • Jedoch ist es angesichts des Gewichts der PREVIS und der Fortschritte ihrer Peergroups angezeigt, dass sie sich vertiefter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre internen und externen Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - mit Portfoliokonstruktionen, die Resultat weitreichender ESG-Positivkriterien und einschneidender Eingriffe zur CO2-Reduktion sind.

        Politische Aktivitäten

         

        März 2018: Parlament der Gemeinde Nidau, Interpellation Carine Stucki (SP) mit Fragen zur Klimaverträglichkeit der Anlagen der PREVIS. Die Exekutive gibt in ihrer Antwort die Stellungnahme der PREVIS weiter. Sie habe nicht am Klimaverträglichkeitstest des BAFU teilgenommen, werde es möglicherweise bei einem neuen Test tun. Weiterhin habe die PREVIS ein - nicht näher beschriebenes - "ESG Screening" durchführen lassen, das gute Resultate ergeben hätte.

      • PKSO, Gemini, ICPT, CPPEF/PKSPF Kt. Freiburg, CAP Prévoyance, prévoyance.ne, CPVAL, Zürcher Kantonalbank, Zuger PK, SVE

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        Pensionskasse Kanton Solothurn PKSO

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die PKSO ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 5 Mia. CHF ungefähr auf Rang 40 der Pensionskassen der Schweiz.

         

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die PKSO verfügt seit kurzem über eine allgemeine Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist. Sie ist sich "als Investor der ethischen, ökologischen und sozialen Verantwortung bewusst" und berücksichtige diese bei den Anlageentscheiden.

         

        Seit August 2018 schliesst die PKSO via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

        • Die PKSO hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
        • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
        • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
        Stand März 2020:
        Anlässlich eines Austauschs mit der Klima-Allianz informiert die PKSO, in Kürze werde das Anlagereglement 2020 mit erweiterten Nachhaltigkeitsbestimmungen veröffentlicht. Die PKSO legt teilweise via aktive Mandate und zum anderen Teil via Fonds an. Sie will in beiden Fällen optimal nachhaltige Lösungen suchen. Bei Neuausschreibung von Mandaten sollen ESG-Kriterien eine gewichtige Rolle einnehmen. Weiterhin plant sie eine Ist-Nachhaltigkeitsanalyse der Wertschriftenportfolien auf der Basis eines ESG-Ratings der Firmen.
         

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die PKSO besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

        • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
        • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die PKSO definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Die PKSO hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Die PKSO ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz.  

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Der Ethos Engagement Pool Schweiz nimmt einzig Einfluss auf Schweizer Firmen, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen.

        Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.
         
        Stand März 2020:
        Anlässlich des besagten Austauschs mit der Klima-Allianz informiert die PKSO über Bestrebungen, ihre Engagement-Aktivitäten zu erweitern.
         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die PKSO hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

         

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und dem Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die PKSO von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: stagnierend

        • Angesichts des Gewichts der PKSO und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertiefter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

         

        Politische Aktivitäten

         

        2016: Interpellation Felix Wettstein (Grüne) im Kantonsparlament zur Beteiligung u.a. der PKSO an fossilen Energien und zum Divestment. Obwohl die PKSO eine öffentlich-rechtliche Institution ist, antwortet die Regierung verneinend, da die Pensionskasse autonom entscheide und keine Weisungsbefugnis bestehe. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

         

        Dezember 2018: Auftrag Markus Ammann und Fraktion SP im Kantonsrat "Für eine ernsthafte Klimapolitik". Als Teil davon wird von der Regierung verlangt, dass sich der Kanton bei der PKSO dafür einsetzt, dass sie auf Investitionen in fossile Unternehmen verzichtet.

         

        April 2019: Die Regierung verweist in ihrer Stellungnahme zum Auftrag der Fraktion SP bezüglich der PKSO darauf, dass ein Ausschluss ganzer Sektoren des Anlageuniversum "schwierig vereinbar" mit dem gesetzlichen Auftrag der Erzielung einer marktkonformen Rendite sei. Weiterhin würden 80% der Vermögensverwalter angeben, "Nachhaltigkeitsaspekte in irgendeiner Weise zu berücksichtigen".

         

        November 2019: die Mehrheit des Kantonsrates gibt sich mit der Stellungnahme und der vagen Absichtserklärung des Regierungsrates, "bei seiner Tätigkeit - soweit relevant - Aspekte des Klimawandels" berücksichtigen zu wollen, nicht zufrieden; er überweist den Auftrag der SP-Fraktion in seiner ursprünglichen Form.

         

        Januar 2020: die Grünen Solothurn verlangen - unter Berufung auf den überwiesenen Auftrag der SP-Fraktion - in ihrer Vernehmlassung zur Revision des kantonalen Pensionskassengesetzes die Aufnahme der Klimathematik.

        GEMINI Sammelstiftung

         

        Klimakompatibilität der Anlagepolitik

         

        Charakterisierung

         

        Die GEMINI Sammelstiftung ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 5 Mia. CHF ungefähr auf Rang 41 der Pensionskassen der Schweiz.

        Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

         

        Die GEMINI Sammelstiftung verfügt über keine formelle, öffentliche Nachhaltigkeitspolitik, die in ihre Anlagepolitik eingebunden ist. Dem Geschäftsbericht 2018 ist jedoch zu entnehmen, dass der Einbezug von ESG-Kriterien bei den Anlagen aktuell im Stiftungsrat und Anlageausschuss geprüft und diskutiert wird.

         

        Die GEMINI Sammelstiftung schliesst nur einige wenige Produzenten von Antipersonenminen und Streumunition aus.

        • Die GEMINI hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
        • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
        • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
        Stand Juni 2020:
        Die Anfrage der Klima-Allianz (März 2020) nach Verifikation und Stellungnahme ist noch unbeantwortet.
         

        Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

         

        Die GEMINI Sammelstiftung besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

        • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
        • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die GEMINI Sammelstiftung definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

        Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

         

        Die GEMINI Sammelstiftung hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

         

        Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

         

        Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

         

        Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

         

        Die GEMINI Sammelstiftung besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

         

        Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

         

        Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

         

        Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

         

        Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

         

        Die GEMINI Sammelstiftung hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

        • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

        ____________________

        Schlussfolgerung:

        Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die GEMINI Sammelstiftung von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

         

        Tendenz 2018-2020:

        Bewertung: stagnierend

        • Angesichts des Gewichts der GEMINI Sammelstiftung und der Fortschritte ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich vertiefter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
        • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
        • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Istituto di Previdenza del Cantone Ticino IPCT

           

          Compatibilità climatica della politica di investimento

           

          Caratterizzazione

           

          Con un volume d'investimento di circa CHF 5 miliardi, l'IPCT si colloca all'incirca al 42° posto tra le casse pensioni svizzere.

           

          Politica di sostenibilità/ESG​

           

          Le informazioni sulla politica di investimento disponibili sul sito web e i documenti ad esso collegati non rivelano il rispetto dei principi di sostenibilità e dei criteri ESG (Environmental, Social, Governance).

           

          Come indicato nella risposta a una domanda del Parlamento (cfr. in seguito), i gestori dei fondi applicano la lista d'esclusione dell’Associazione Svizzera per gli Investimenti Responsabili di capitale (ASIR/SVVK); pertanto sono solamente esclusi pochi titoli di produttori di mine antiuomo, munizioni a grappolo e armi nucleari.

          • A metà del 2019 il Consiglio federale ha istituito un gruppo di lavoro "Finanza sostenibile". Si riferisce agli obblighi internazionali della Svizzera nell'ambito dell'Accordo di Parigi sul clima e dei UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Gli sforzi sono rivolti ad accordi con il settore finanziario. In particolare, ciò dovrebbe portare a una maggiore trasparenza per quanto riguarda l'orientamento e il modo in cui gli attori sono orientati alla sostenibilità.
          • Di conseguenza, l'ICPT dovrebbe considerare come riferire in futuro in modo trasparente l'impatto societale della sua politica d'investimento, includendo il rapporto, se e come tiene conto dei rischi ESG e del clima o perché no.
          • Ugualmente, la Cassa dovrebbe esaminare come sarà strutturata in futuro la sua politica di investimento secondo i principi di una politica di sostenibilità/ESG, i quali siano pienamente integrati nella sua politica di investimento.
          Situazione fine marzo 2020:

          Su richiesta dell'Alleanza Clima, l'ICPT informa che l'annuncio del rating è stato diffuso ai membri del suo Consiglio di Amministrazione, e che la questione sarà discussa alla prossima occasione.

           

          Considerazione dei rischi climatici come parte della politica ESG, rispetto del giudizio legale NKF

           

          Per quanto riguarda la sua politica di investimento, l'IPCT non dispone di una strategia pubblica relativa al cambiamento climatico.

          • L'associazione degli istituti di previdenza ASIP raccomanda nelle sue linee guida per gli investimenti (Leitfaden für die Vermögensanlage, luglio 2018): "I rischi ESG e i rischi climatici .... fanno parte dei rischi economici e devono essere analizzati di conseguenza nell'ambito della definizione della strategia di investimento". 
          • Il suo dovere fiduciario nei confronti degli assicurati impone all' IPCT di definire le misure con cui intende contrastare questi rischi e di comunicarli al pubblico.

          Misure adottate per decarbonizzare il portfolio

           

          L'IPCT non vede ancora la necessità di un allineamento dei suoi investimenti compatibile con il clima.

           

          Partecipazione ad associazioni per la sostenibilità

           

          La cassa pensioni è membro dell' ETHOS Engagement Pool Schweiz.

           

          Investor's Engagement di impatto climatico ed esercizio dei diritti di voto all'estero (settori dipendenti dai carburanti fossili)

           

          L'Ethos Engagement Pool Svizzera influenza solo le imprese svizzere, non quelle straniere (fossili).

          Non vi è esercizio del diritto di voto presso società (fossili) all'estero.
           

          Misurazione dell'impronta di CO2 o del rischio climatico finanziario con analisi di scenario​

           

          Non è stata pubblicata alcuna intenzione di determinare la compatibilità climatica misurando l'impronta di CO2 o le potenziali perdite di valore sul portafoglio attraverso l'analisi di scenario.

           

          Pianificazione di ulteriori misure di decarbonizzazione a livello del portfolio.​

           

          L'IPCT non ha annunciato l'intenzione di preparare un concetto per un percorso di decarbonizzazione compatibile con l'accordo di Parigi.

          ____________________

           

          Conclusione:

          Manca ancora una strategia climatica volta a decarbonizzare il portafoglio e ad abbandonare le aziende fossili che non sono passate ad un modello di business sostenibile basato sulle energie rinnovabili. La cassa pensioni IPCT è ancora ben lontana dalla compatibilità climatica degli investimenti.

           

          Tendenza 2018-2020:

          Valutazione: stagnante

          • Dato il peso dell' IPCT e i progressi dei suoi gruppi di pari, è opportuno che affronti più concretamente la questione della gestione della sostenibilità (intesa come integrazione di principi ESG) e dei rischi climatici finanziari.
          • Dovrebbe essere preparato concettualmente: un efficace impegno diretto (Engagement) in materia di ESG e di clima con le società rilevanti, un esercizio dei diritti di voto in modo positivo per il clima, nonché una ristrutturazione del suo portafoglio orientata analogamente.​
          • In particolare, l'ICPT dovrebbe far rispettare e monitorare in modo proattivo l'effettiva integrazione dei criteri ESG nel processo di investimento da parte dei suoi gestori - oppure selezionare dei fondi di cui è dimostrata la costruzione secondo criteri ESG e di riduzione di CO2 di ampia portata.

          Attività politiche

           

          Aprile 2016: La mozione Francesco Maggi (I Verdi) e co-deputati "Non danneggiare il clima con i soldi pubblici" chiede di valutare l’impatto climatico degli investimenti dello Stato e degli Enti pubblici come la Cassa pensione dello Stato IPCT.

          Questa mozione é tuttora pendente.

           

          Luglio 2019: L'interrogazione Nicola Schoenenberger e co-deputati "Dare seguito alla mozione “Non danneggiamo il clima con i soldi pubblici” del 18 aprile 2016 nell’ambito del preannunciato messaggio sul risanamento della Cassa pensione dello Stato" chiede se il Consiglio di Stato intende chiedere ai gestori della Cassa pensione di aumentare in modo progressivo e importante gli investimenti sostenibili del fondo e di disinvestire dalle energie fossili o altri investimenti problematici dal punto di vista ambientale e sociale.

           

          Ottobre 2019: Per la sua risposta, il Consiglio di Stato trasferisce la presa di posizione della cassa pensione. Questa risponde in modo difensivo ed evade gran parte delle domande. Si difende che l'investimento sostenibile è complicato, che i costi dei fondi sostenibili siano più elevati di quelli tradizionali e che essa non abbia la possibilità di dare delle direttive di sostenibilità ai suoi gestori dei fondi UBS e Credit Suisse. Comunque, l'IPCT informa che i fondi azioni estere dei due gestori hanno implementato la lista di esclusione dei titoli dell’Associazione Svizzera per gli Investimenti Responsabili di capitale (ASIR/SVVK); sono ad esempio esclusi i titoli di produttori di mine antiuomo, munizioni a grappolo e armi nucleari.

          Caisse de prévoyance du personnel de l’Etat de Fribourg (CPPEF) / Pensionskasse des Staatspersonals Freiburg (PKSPF)

           

          Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

           

          CAP Prévoyance (Genève ville et communes)

           

          Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

           

          prévoyance.ne

           

          Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

           

          Caisse de prévoyance de l'État du Valais (CPVAL / PKWAL)

           

          Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

          Pensionskasse Zürcher Kantonalbank PKZKB

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die PKZKB ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 4 Mia. CHF ungefähr auf Rang 47 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die PKZKB verfügt über eine allgemeine Nachhaltigkeitspolitik. Sie legt einen Anteil von mindestens 20% des Wertschriftenvermögens in nicht näher beschriebene "nachhaltige Gefässe" an.

          • Dem Geschäftsbericht 2018 ist zu entnehmen, dass die "nachhaltigen Gefässe" aktuell einem bestimmten Fonds entsprechen (s.unten). 
          • Die Kasse ist nicht transparent über die gesamtgesellschaftliche Wirkungstiefe des Nachhaltigkeitsansatzes der von ihr gewählten oder zu wählenden Gefässe.

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die PKZKB besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
          • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die PKZKB definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Dem Geschäftsbericht 2018 ist zu entnehmen, dass die PKZKB via ihren Vermögensverwalter, die Zürcher Kantonalbank, im Bereich Aktien Ausland 25% des Vermögens in den nachhaltigen Fonds «Swisscanto (CH) IPF I Index Equity Fund World (ex CH) Responsible» investiert wurden; im Jahr 2018 hat diese nachhaltige Anlage der PKZKB 0,9% mehr Rendite als der konventionelle Benchmark eingebracht.

          • Es ist davon auszugehen, dass dieser nachhaltige Anlagebereich ansatzweise zu einer Portfolio-Dekarbonisierung beiträgt.
          • Der Aktienfonds «Swisscanto (CH) IPF I Index Equity Fund World (ex CH) Responsible» ist in der yourSRI-Datenbank von CSSP registriert. Seine Kohlenstoffintensität ist, wie sich leicht nachrechnen lässt, rund 20% geringer als der zugehörige Marktbenchmark MSCI ACWI (Messung auf Basis Scope 1 und 2). Somit darf abgeschätzt werden, dass das Aktienportfolio Ausland insgesamt eine rund 5% geringere CO2-Intensität aufweist.

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die PKZKB ist Mitglied der Initiative Principles for Responsible Investment (UN PRI) der Vereinten Nationen und verpflichtet sich damit ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die PKZKB besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

           

          Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die PKZKB hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die PKZKB von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Es darf davon ausgegangen werden, dass bei den besonders klimarelevanten Aktien Ausland via die nachhaltigere Anlage in einen entsprechenden Fonds auch eine bestimmte Dekarbonisierung erzielt wurde. Damit ist ein Anfang gemacht.
          • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es jedoch angezeigt, dass sie sich vertiefter und in transparenter Weise mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Zuger Pensionskasse

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Zuger Pensionskasse ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 4 Mia. CHF ungefähr auf Rang 48 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die Zuger Pensionskasse verfügt neu über eine allgemeine Anlagepolitik mit der Selbstverpflichtung zum Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in den Anlageprozess. Zwar gibt der Geschäftsbericht 2018 keine Auskunft über Einzelheiten; gemäss den Informationen der Kasse an die Zuger Exekutive in Beantwortung eines Postulates (s. unten) werden sich jedoch die zuständigen Gremien in nächster Zeit mit der Ergänzung des Anlagereglements und der Anlagestrategie um die Aspekte der Nachhaltigkeit befassen. Auch soll der Geschäftsbericht künftig entsprechende Informationen enthalten.

           

          Als Teil der Antwort zum besagten Postulat informiert die Kasse weiterhin, sie habe bereits zum Zeitpunkt der Publikation der SVVK-Ausschlussliste deren Kriterien erfüllt, und seit längerem würden keine direkten Anlagen in Unternehmen der Rüstung, Atom- und Erdölindustrie sowie in Kohle abbauende Gesellschaften getätigt. Auch bei den Investitionen in indirekte Anlagen via Kollektivgefässe habe sie auf die entsprechende Titelauswahl geachtet, indem sie seriöse Anbieter selektionierte und durch jährliche Überprüfung die Umsetzung kontrollierte. Gemäss Geschäftsbericht 2018 investiert die Kasse bei den Obligationen direkt und bei den besonders klimarelevanten Aktien via institutionelle Fonds. Dazu sagt die Zuger Pensionskasse aus, sie überprüfe das Portfolio jährlich nach ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) gemäss MSCI-Scores. Das MSCI-Rating jeder Anlageklasse werde gegen den Marktbenchmark bewertet: auf diese Weise lasse sich festhalten, dass die Zuger Pensionskasse in der Gesamtheit ihrer Anlagen nachhaltiger als die Vergleichsindizes investiert sei.

           

          An einem Austausch mit der Klima-Allianz (März 2020) gibt die Zuger Pensionskasse weitere Informationen. Sie will ihre bisher gelebte Praxis der nachhaltigen Anlage intensivieren. Sie ist seit knapp 2 Jahren daran, ihre Aktien- und Obligationenportfolien nach den Prinzipien der ESG-Integration bei der Titelselektion umzuschichten. Zur Nachhaltigkeitsbewertung der evaluierten Fonds greift sie vor der Selektion die ESG- und Klima-Ratings sowie die CO2-Intensitäten der Plattform yourSRI von CSSP ab, die sich für die Fonds-ESG-Ratings auf die Firmen-ESG-Scores von MSCI stützt. So wurden in den für die Kasse gewichtigen und gleichzeitig klimarelevanten Bereichen bereits Umschichtungen vorgenommen: bei den Aktien Emerging Markets, wo aktiv bewirtschaftete Fonds im Einsatz sind, wurde die Mehrzahl dieser Kollektivanlagen auf Produkte mit optimaler ESG-Bewertung umgestellt, und bei den Aktien Developed Markets ex CH stellt die Kasse derzeit sukzessive auf Fonds um, die auf der Basis des MSCI ESG Leaders Index konstruiert sind.

           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Wie die Zuger Pensionskasse am besagten Austausch informiert, betrachtet sie ESG- und Klimarisiken als Bestandteil ihrer Treuhandpflicht. Die Integration der ESG-Kriterien inklusive des Einbezugs der Kohlenstoffdaten in den Anlageprozess bewertet sie als ein wesentliches Risikomanagement-Tool.

           

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Zwar hat die Kasse bisher keine Dekarbonisierungsmassnahmen öffentlich gemacht. Wie sie jedoch am besagten Austausch mit der Klima-Allianz aufzeigt, waren bei der ESG-Erfolgsmessung 2019 auf Basis der MSCI-Scores die Aktien- und Obligationenanlagen im Schnitt bereits bedeutend mehr als nur wenige Prozent besser als der respektive Marktbenchmark (gemessen an der MSCI-Punktskala 0 bis 10). In Korrelation dazu waren die ermittelten CO2-Intensitäten in vergleichbarem Ausmass tiefer; insbesondere bei den Aktien Emerging Markets und den Obligationen Schweiz konnte bereits eine substanzielle Reduktion im mittleren oder oberen zweistelligen Bereich gemessen werden.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Zuger Pensionskasse besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

           

          Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          In der besagten Antwort zum Postulat aus dem Kantonsparlament (s. unten) und am besagten Austausch mit der Klima-Allianz informiert die Zuger Pensionskasse, sie werde auch künftig die CO2-Intensität des Wertschriftenportfolios regelmässig messen.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Zwar fehlt eine Strategie zu einem geplanten Dekarbonisierungspfad des Portfolios mit verbindlichen Zielen. Jedoch ist mit dem durch die Zuger Pensionskasse neu eingebauten Mechanismus der ESG-Integration ins Portfoliomanagement ein erhebliches Potenzial für einen systematischen Dekarbonisierungspfad verbunden. Die Kombination der ESG- und Klima-Analyse bei der Fondsselektion mit der periodischen ESG-Erfolgsmessung auf Portfolioebene ist geeignet, eine kontinuierliche Senkung der CO2-Intensität der Aktien- und Obligationenportfolien zu bewirken. Zudem besteht eine Selbstverpflichtung zur regelmässigen Messung der CO2-Intensität des Wertschriftenportfolios als Kontrollinstrument.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Zwar hat die Zuger Pensionskasse noch keine Dekarbonisierungsmassnahmen veröffentlicht. Die der Klima-Allianz offengelegten Informationen zeigen jedoch ein bereits relevantes und weiter zunehmendes Ausmass der Dekarbonisierung der Aktien- und Obligationenportfolien.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: sehr viel besser

          • Zwar hat die Zuger Pensionskasse bisher nicht transparent über ihre faktisch getätigten ESG- und klimarelevanten Massnahmen im Portfoliomanagement informiert, doch in der Praxis hat sie gemäss den der Klima-Allianz offengelegten Informationen ihr Wertschriftenportfolio bereits in relevantem Ausmass dekarbonisiert; zudem ist mit dem neu eingebauten Mechanismus der ESG- und Klima-Integration bei den Aktien und Obligationen ein erhebliches Potenzial für eine weiter fortschreitende Dekarbonisierung verbunden, die als in Linie mit den Klimazielen des Pariser Klimaabkommens betrachtet werden kann.
          • Den bereits ergriffenen Umsetzungsmassnahmen entsprechend betrachtet die Zuger Pensionskasse, gemäss den der Klima-Allianz offengelegten Informationen, das Management der ESG- und Klimarisiken als Bestandteil ihrer Treuhandpflicht.
          • Die angekündigten Schritte zur Verbesserung der Transparenz sollten umgesetzt werden; weiterhin ist die Publikation der Dekarbonisierungsresultate noch ausstehend.
          • Schliesslich fehlen noch Schritte für ein umfassendes ESG- und klimawirksames Direktengagement mit den investierten Unternehmen und eine klimapositive Stimmrechtsausübung.

           

          Politische Aktivitäten

           

          Mai 2019: Postulat Tabea Zimmermann Gibson, Andreas Lustenberger und Mariann Hess (Alternative-Die Grünen) betreffend nachhaltige Anlagestrategie der Zuger Pensionskasse. Der Vorstoss lädt die Exekutive ein, sich bei der Pensionskasse dafür einzusetzen, ihre Anlagestrategie zu überarbeiten und ESG-Kriterien mit speziellem Fokus auf fossile Desinvestition zu integrieren.

           

          August 2019: Die Regierung vermittelt in ihrer Antwort einige positive Informationen zur Nachhaltigkeit der Anlagen der Zuger Pensionskasse, die derzeit noch nicht auf deren Website publiziert sind. So habe die Kasse bereits zum Zeitpunkt der Publikation der SVVK-Ausschlussliste deren Kriterien erfüllt. Weiterhin überprüfe sie das Portfolio jährlich nach ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) gemäss MSCI-Scores. Das MSCI-ESG-Rating jeder Anlageklasse werde gegen den Standard-Benchmark bewertet: auf diese Weise lasse sich festhalten, dass die Zuger Pensionskasse in der Gesamtheit ihrer Anlagen nachhaltiger als die Vergleichsindizes investiert sei. Die Kasse werde die ESG-Analysen als Basis für weitere Verbesserungen verwenden, und sie werde künftig den CO2-Fussabdruck des Portfolios messen. Schliesslich informiert die Zuger Pensionskasse, dass sich der Verzicht auf Beteiligungen jeglicher Art in Unternehmen der Rüstungs-, Atom- und Erdölindustrie sowie an Firmen des Kohleabbaus oder mit nicht erfüllten ESG-Kriterien positiv auf die Performance ausgewirkt habe. Aufgrund dieser Informationen der Pensionskasse beantragt die Exekutive, die Forderungen des Postulats als erfüllt zu betrachten und den Vorstoss abzuschreiben.

           

          Oktober 2019: das Parlament schreibt das Postulat als nicht erheblich ab.

          Sulzer Vorsorgeeinrichtung (SVE)

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Sulzer Vorsorgeeinrichtung (SVE) ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 4 Mia. CHF ungefähr auf Rang 49 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Seit Dezember 2019 bekennt sich die Sulzer Vorsorgeinrichtung (SVE) zu einer Nachhaltigkeitspolitik, die im neuen Anlagereglement verankert ist.

           

          Die SVE schliesst aus ihrem Anlageuniversum Firmen aus, welche Umsätze aus kontroversen Waffen (inkl. Streubomben, Landminen, ABC-Waffen) aufweisen. Ebenfalls ausgeschlossen werden Unternehmen, welche mehr als 30% des Umsatzes mit thermischer Kohle (kumuliert Stromerzeugung und Abbau) erzielen. Diese Ausschlüsse gelten für Einzeltitel und sind soweit als möglich auch bei den Kollektivanlagen anzuwenden.

           

          Auf Basis der Daten einer externen Nachhaltigkeitsrating-Agentur oder eines Finanzdatenanbieters werden Unternehmen nach ihrer Nachhaltigkeitspolitik bewertet. Gemäss einem Best-in-class Ansatz sollen Unternehmen, welche innerhalb ihrer Branche höhere ethische, ökologische und unternehmerische Standards einhalten und damit die Geschäftspraxis nachhaltiger gestalten, bei Anlageentscheiden bevorzugt werden.

           

          Bei der Auswahl von Kollektivanlagen, Fondsanbietern und Vermögensverwaltern bevorzugt die SVE diejenigen, welche die UN-Global-Compact-Richtlinien unterzeichnet und ESG-Faktoren in ihren Anlageprozess integriert haben. Bei indexierten Produkten werden bei der Auswahl nach Möglichkeit ESG-Faktoren als ein Entscheidungskriterium berücksichtigt.

           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Gemäss ihrer Nachhaltigkeitspolitik berücksichtigt die SVE die Klimarisiken.

           

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Gemäss der neuen Nachhaltigkeitspolitik (s. oben) werden Unternehmen aus dem Anlageuniversum (Aktien, Obligationen) ausgeschlossen, welche mehr als 30% des Umsatzes mit thermischer Kohle (kumuliert Stromerzeugung und Abbau) erzielen. Diese Ausschlüsse gelten für Einzeltitel und sollen soweit als möglich auch bei den Kollektivanlagen angewandt werden.

           

          Auch informiert die SVE im Geschäftsbericht 2018, dass der BAFU-Klimaverträglichkeitstest 2017 ergeben habe, dass ihre Energie- und Stromerzeugungsaktien besser als die Mindestzielsetzung zur Erreichung des Zwei-Grad-Klimaziels resultierten; im Bereich Energie- und Stromerzeugungsobligationen sei die Wirkung der SVE-Anlageallokation im Durch- schnitt im Einklang mit der Zielsetzung zur Erreichung des Zwei-Grad-Klimaziels.

          • Aus dieser Analyse lässt sich schliessen, dass die SVE mit ihren Wertschriften im besonders klimarelevanten Sektor Energie und Stromerzeugung bereits auf einem zufriedenstellenden Dekarbonisierungspfad liegen dürfte.

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Sulzer Vorsorgeeinrichtung (SVE) besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

           

          Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Die Sulzer Vorsorgeeinrichtung (SVE) veröffentlichte im Geschäftsbericht 2018 ihre Erkenntnisse aus ihrer Teilnahme am BAFU-Klimaverträglichkeitstest 2017.

           

          Im neuen Geschäftsbericht 2019 kündigt sie an, auch am neuen, erweiterten BAFU Klimaverträglichkeitstest 2020 teilnehmen zu wollen.

           

          Sie informiert darin auch, dass sie per Ende 2019 eine ESG-Analyse ihres Aktien- und Obligationenportfolios habe durchführen lassen, welches die Grundlage für die neue Nachhaltigkeitspolitik wurde. Gemäss dem neuen Anlagereglement soll das Portfolio in Zusammenarbeit mit einem Nachhaltigkeitsanbieter mindestens einmal jährlich nach ESG-Kriterien beurteilt und ein detailliertes Reporting erstellt werden. Anlagen, welche gemäss dieser Auswertung als nicht nachhaltig eingestuft werden, werden einer vertieften Analyse unterzogen.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die Sulzer Vorsorgeeinrichtung (SVE) hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

          • Folglich fehlt noch eine explizite Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios.
          • Hingegen ist mit dem im Anlagereglement festgelegten Best-in-class Ansatz mit ESG-Integration ins Portfolio-management das Potenzial verbunden, dass die SVE zukünftig einen systematischen Dekarbonisierungspfad einschlägt.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Mit dem Ausschluss von Kohleproduzenten und -verstromer mit über 30% Umsatz mit thermischer Kohle - vorerst umzusetzen im Teil Direktanlagen bei den Aktien und Obligationen - sowie mit der Festlegung eines Best-in-class Ansatzes im Portfoliomanagement hat die die Sulzer Vorsorgeeinrichtung (SVE) einen ersten Schritt zur Dekarbonisierung ihrer Investitionen gemacht.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: viel besser

          • Mit ihren neuen Grundsätzen zur Nachhaltigkeit, der Anerkennung der Klimarisiken durch ihren ersten Dekarbonisierungsschritt und mit ihrem im Anlagereglement verankerten Best-in-class Ansatz der ESG-Integration hat die Vorsorgestiftung SVE das Potenzial, den Weg zu einem Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad des Portfolios einzuschlagen.
          • Allerdings fehlen noch Schritte für ein umfassendes ESG- und klimawirksames Direktengagement mit den investierten Unternehmen und eine klimapositive Stimmrechtsausübung.
        • Swiss Re, pk.tg, Swatch, FCT Trianon, Siemens, Raiffeisen, Pax, CIP, SRG-SSR, PKGR

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          Pensionskasse Swiss Re

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Pensionskasse Swiss Re ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 4 Mia. CHF ungefähr auf Rang 50 der Pensionskassen der Schweiz.

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die Pensionskasse Swiss Re verfügt gemäss Anlagereglement 2020 (Seite 42) über eine umfassende Nachhaltigkeitspolitik.

          Es gilt als allgemeiner Grundsatz, dass für alle aktiv und passiv betreuten und mandatierten Aktien- und Obligationen-Anlagen, eingeschlossen auch der internen (bei der Pensionskasse Swiss Re selbst verwalteten) Anlagen, die Unternehmens- und Länder Ausschlusslisten der Swiss Re zum Einsatz kommen, die sich mit Menschenrechten, Umweltschutz und anderen sensitiven Themen und Sektoren beschäftigen.

           

          Wie die Kasse in einer Stellungnahme an die Klima-Allianz (März 2020) schreibt, verwaltet sie ihre Wertschriften selbstständig, unabhängig vom Asset Management der Swiss Re Group. Wie auch das Anlagereglement festhält, orientiert sich hingegen ihre Nachhaltigkeitspolitik zu einem relevanten Teil an den stringenten Nachhaltigkeitsprinzipien der Swiss Re Gruppe.  

          • Mit den besagten Nachhaltigkeitsprinzipien bekennt sich die Swiss Re Gruppe für ihre Portfolioinvestitionen seit 2017 zur vertieften ESG-Integration; sie verfolgt einen Pfad, der sich seit 2017 an der Ausrichtung an ESG-Benchmarks bei den Aktien und Obligationen orientiert; diese bedingt eine substanzielle Reduktion des Anlageuniversums aufgrund schlechter Ratings der Unternehmen, und sie bekennt sich zu grünem Impact Investing (Infrakturanlagen in erneuerbare Energien, Green Bonds).
          • Gemäss dem Bericht "Responsible investments - The Next Steps in Our Journey" (2018) hat die Swiss Re Gruppe für ihr Aktienportfolio den MSCI ACWI ESG Leaders Index als Benchmark implementiert. Dieser Benchmark stellt gegenwärtig ein Optimum für institutionelle Investoren dar; er reduziert das Nachhaltigkeitsuniversum aufgrund von ESG-Ratings um mehr als die Hälfte, und senkt gleichzeitig auch die CO2-Intensität substanziell (siehe Klima-Allianz Empfehlungen für die Klimaverträglichkeit der Investitionen). Die Swiss Re Gruppe implementiert einen vergleichbaren ESG-Benchmark, der das Anlageuniversum in ähnlicher Weise reduziert, ebenfalls für die Obligationen.
          • Die Pensionskasse Swiss Re selbst wendet diese Prinzipien jedoch nur auf einem Teil ihrer Wertschriftenanlagen an (s. unten).

          Gemäss dem besagten Schreiben an die Klima-Allianz werden die Obligationen grösstenteils in der Pensionskasse Swiss Re durch eigene Mitarbeiter verwaltet, ebenso die direkten Immobilien. Alle anderen Anlageklassen werden in aktiven und passiven Fonds, Einanlegerfonds oder durch externe Manager verwaltet.

           

          Konkret schliesst die Pensionskasse gemäss ihrem Anlagereglement 2020 (Seite 42) bei ihren aktiv verwalteten Aktien- und Obligationenanlagen Unternehmen aus, die sich auf der General Company Restricted Liste und der Coal List der Swiss Re befinden. Dabei schliesst sie via Unternehmens- und Länder-Ausschlusslisten der Swiss Re (General Company Restricted List) zudem bestimmte Unternehmen aus, die für die Herstellung, Lagerung und Vertrieb von Minen, Streumunition, chemischen Waffen, biologischen Waffen und nuklearen Waffen tätig sind. Die Liste der ausgeschlossenen Länder betrifft Staaten, in denen in einer systematischen Art Verbrechen gegen die Menschheit begangen werden.

           

          Bei den aktiv gehaltenen Aktien und Obligationen (verwaltet durch die Pensionskasse Swiss Re oder durch externe Asset Manager) schliesst sie weiterhin auf der Basis der Ausschlussliste Kohle (Coal List) Kohleproduzenten und Kohleverstromer mit Kohleanteil über 30% aus (gesamte Liste der Ausschlüsse s. unten).

          • Diese Ausschlüsse sind nicht auf die Aktien und Obligationen anwendbar, die in Fonds/Kollektivgefässen gehalten sind.

          Darüber hinaus, also auch bei der externen Vergabe von Manager Mandaten oder bei Beteiligungen an Kollektivgefässen, schreibt sie zwingend vor, dass der Anbieter einen fundierten ESG Prozess ausweisen kann, der "den Vorsätzen der Pensionskasse entspricht". Externe Manager ab einer gewissen Grösse müssen UN PRI Compliant sein, d.h. Unterzeichner der Charta sein und deren Prinzipien einhalten.

          • Dies ist positiv, denn damit sind die externen Asset Manager und Fondsanbieter im Prinzip gefordert, bei der Portfoliokonstruktion eine ESG-Integration durch bestimmte Eingriffe in die Selektion der Unternehmen durchzuführen.
          • Das Ausmass der ESG-Integration, also der Anteil der Wertschriftenportfolien, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Kriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind, bleibt jedoch noch unbekannt.

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Pensionskasse Swiss Re orientiert sich in der Berücksichtigung der Klimarisiken an der Anlagepolitik der Swiss Re Gruppe. Dies geht auch der erwähnten Stellungnahme an die Klima-Allianz hervor (s. unten).

           

          Die Swiss Re Gruppe hat sich zur aktiven Integration der Klimarisiken in ihr Portfoliomanagement bekannt.

           

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die Pensionskasse Swiss Re fasst im besagten Schreiben an die Klima-Allianz folgendes zusammen.

          Im Einanlegerfonds Aktiven Welt und bei den durch die interne Vermögensverwaltung der Pensionskasse Swiss Re verwalteten Obligationen vermeidet die Pensionskasse Swiss Re Anlagerisiken in ihrem Portfolio, welche sie als nicht mehr tragbar erachtet, respektive welche aus Anlagesicht ein massgeblich erhöhtes Wertverfallsrisiko ("stranded assets") inne haben. Im Zuge dessen wendet die Pensionskasse Swiss Re das Swiss Re Sustainability Framework an. Als Teil davon investiert sie nicht in Unternehmen, die mindestens 30 % Kraftwerkskohle zur Stromerzeugung einsetzen oder 30 % oder mehr ihrer Einnahmen aus dem Kohlebergbau erzielen. Ebenso sind Unternehmen ausgeschlossen, welche 20 % oder mehr ihrer Einnahmen aus Ölsand-Geschäften erzielen. Seit 2019 wird zusätzlich nicht mehr in Bergbaunternehmen investiert, die mindestens 20 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr fördern, sowie in Energieversorgungs-Unternehmen mit mehr als 10 Gigawatt installierter Kohlefeuerkapazität.

          Gemäss Geschäftsbericht 2018 werden etwas mehr als die Hälfte der Aktien Ausland und alle Obligationen Ausland aktiv gehalten, somit ist die bereits getätigte Dekarbonisierung substanziell.

           

          Auch bei direkten Immobilienanlagen strebt die Pensionskasse Swiss Re - gemäss ihrer Stellungnahme an die Klima-Allianz - Massnahmen der Maximierung der CO2-Reduktion an, welche als aktuelle "Best Practice" eingestuft werden können.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die Pensionskasse Swiss Re selbst ist nicht Mitglied in einer Vereinigung für Nachhaltigkeit.

           

          Hingegen ist die Swiss Re Gruppe, an deren Nachhaltigkeitsprinzipien sich die Pensionskasse Swiss Re orientiert, Mitglied bei Swiss Sustainable Finance.

           

          Die Swiss Re Gruppe ist seit 2007 Mitglied der Initiative UN Principles for Responsible Investment (UN PRI) und verpflichtet sich damit ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

           

          Als Supporter der Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures der G20 (TCFD) ist die Swiss Re Gruppe gewillt, von den Unternehmen transparente Informationen zu den Chancen und Risiken des Geschäftsmodells sowie zu den klimabezogen Finanzrisiken einzufordern und auch selbst offenzulegen.

           

          Sie ist auch Mitglied der globalen UN-unterstützten Science Based Targets Initiative, womit sich bereits gegen 900 globale Firmen zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft bekennen, indem sie sich zu einem klar definierten Pfad in Linie mit dem Pariser Klimaabkommen verpflichten. Sie publizieren, in welchem Umfang und wie schnell sie ihre Treibhausgasemissionen reduzieren müssen. Die teilnehmenden bereits 70 Finanzinstitutionen wollen Einfluss auf die Unternehmen nehmen, damit diese ihre Treibhausgasemissionen reduzieren. Entsprechend verpflichten sie sich, ihre eigenen Kredit-, Versicherungs- und Anlageportfolios auf die Ziele des Pariser Abkommens auszurichten.

           

          Schliesslich wurde die Swiss Re Gruppe im September 2019 Gründungsmitglied der UN-Net Zero Asset Owner Alliance, die sich zum Ziel von Netto-Null Treibhausgas-Emissionen ihrer Investitionsportfolien bis 2050 und somit zum Klimaziel von max. 1.5°C Erwärmung verpflichtet haben.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Pensionskasse Swiss Re selbst besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

           

          Die Pensionskasse Swiss Re selbst übt gemäss Anlagereglement ihre Stimmrechte bei den Aktien allgemein (also auch bei Unternehmen im Ausland) "nach Möglichkeit" aus. Gemäss dem Schreiben an die Klima-Allianz vom März 2020 soll die Umsetzung dieser Bestimmung in Zukunft konkretisiert werden.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Gemäss einer weiteren Mitteilung an die Klima-Allianz (März 2020) hat die Pensionskasse Swiss Re im Jahr 2019 mit einem externen Dienstleister den CO2-Fussdruck des Portfolios für eine interne Standortbestimmung als Ausgangspunkt für das weitere Vorgehen gemessen.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          In der besagten Stellungnahme an die Klima-Allianz erläutert die Pensionskasse Swiss Re die folgenden Pläne.

           

          Sie will die Entwicklung einer stringenten Nachhaltigkeitsstrategie (Leit-/Richtlinien unter Einbezug von Nachhaltigkeits-zielen) in den Fokus stellen, welche sowohl Risikooptimierung und -vermeidung als auch Chancen in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte entlang des Investitionsprozesses beinhaltet. Konkret werden u.a. folgende Stossrichtungen evaluiert:

          1. Detaillierter Kontrollprozess für alle Vermögensverwalter in Bezug auf die Implementation und Anwendung von ESG Kriterien im Anlageprozess

          2. Entwicklung eines Nachhaltigkeitsreportings für alle Obligationen, Aktien und direkte Immobilien

          3. Evaluation von ESG Benchmarks auf Aktien und Obligationen

          • Diese zur Evaluation anstehenden Stossrichtungen haben das Potenzial, parallel zu der substanziellen Verbesserung der ESG-Qualität der Wertschriftenportfolien auch deren CO2-Intensität progressiv zu senken.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Mit der Entfernung der Kohleproduzenten und -verstromer sowie der Ölsandfirmen aus einem grösseren Teil des Aktien- und Obligationenportfolios hat die Pensionskasse Swiss Re einen ersten Schritt zur Dekarbonisierung ihrer Investitionen gemacht.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: viel besser

          • Mit dem Ausschluss der besonders klima- und umweltschädlichen Kohlebergbau- und -elektrizität-Unternehmen sowie der Ölsandfirmen aus einem substanziellen Teil des Wertschriftenportfolios ist die Pensionskasse der Swiss Re einem Paris-kompatiblen Portfolio einen Schritt näher. 
          • Die der Klima-Allianz offengelegten Pläne zur Entwicklung einer stringenten Nachhaltigkeitsstrategie bieten, falls die Umsetzung auch im Sinne einer parallel dazu ablaufenden CO2-Reduktionsstrategie an die Hand genommen wird, ein bedeutendes Potenzial für einen Paris-kompatiblen Pfad der Dekarbonisierung des Portfolios. 

          Pensionskasse Thurgau pk.tg

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die pk.tg ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 4 Mia. CHF ungefähr auf Rang 51 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die auf der Website zugänglichen Informationen über die Anlagepolitik und dort verlinkte Dokumente verweisen nicht auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

          • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

          • Folglich sollte sich die pk.tg damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
          • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.
          Stand März 2020:
          Gemäss Mitteilung der Kasse an die Klima-Allianz wird sie im Geschäftsbericht 2019 zum Thema Nachhaltigkeit Stellung nehmen. In der Vorabinformation informiert sie, sie habe eine ESG-Analyse der Aktien und Obligationen durch den Dienstleister CSSP durchführen lassen. Das Resultat zeigt, dass das ESG-Portfolio-Rating ganz leicht besser ist als der Marktdurchschnitt. Weiterhin wurde Ende 2019 das Anlagereglement um Bestimmungen zur Nachhaltigkeit ergänzt.
           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die pk.tg besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.

            Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die pk.tg definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die pk.tg hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die pk.tg besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

           

          Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die pk.tg hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die pk.tg von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Pensionskasse Swatch Group

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Pensionskasse der Swatch Group ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 4 Mia. CHF ungefähr auf Rang 52 der Pensionskassen der Schweiz.

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die auf der Webseite zugänglichen Informationen verweisen nicht auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

          • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

          • Folglich sollte sich die Kasse damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
          • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.
          Stand Juni 2020:
          Auf Anfrage der Klima-Allianz (März 2020) nach Verifikation der Sachverhalte und Stellungnahme zu dieser Bewertung teilt die Kasse mit, sie wolle nicht antworten.
          • Es stellt sich die Frage, ob eine Nicht-Kommunikation gegen aussen zukunftsverträglich ist. Die EU hat die Finanzmarktteilnehmer, auch die Pensionskassen, bereits gesetzlich verpflichtet, auf ihren Internetseiten zu deklarieren, welches ihre Strategien zur Einbeziehung der Nachhaltigkeits- und Klimarisiken in ihre Anlageprozesse sind.​ Es ist wahrscheinlich, dass die Schweiz ähnliche Bestimmungen formell oder faktisch als Branchenstandards einführen wird.
          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Pensionskasse der Swatch Group besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
          • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die Pensionskasse der Swatch Group definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die Pensionskasse der Swatch Group hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Es ist keine Mitgliedschaft bei einer Vereinigung für Nachhaltigkeit bekannt.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Pensionskasse der Swatch Group besitzt keine öffentliche Politik zur ESG-bezogenen Dialogführung (Engagement) mit investierten (fossilen) Unternehmen im Ausland.

           

          Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die Pensionskasse der Swatch Group hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Pensionskasse der Swatch Group von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Aufgrund der Haltung der Kasse, sich nicht mit den Erwartungen der Öffentlichkeit zur Nachhaltigkeit zu befassen, fehlt jegliche Information nach aussen zu diesem Thema. Dies ist je länger desto unverträglicher mit den entsprechenden Zielen des Bundesrates, die Transparenz der Akteure zu verbessern.
          • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          FCT Trianon

          (Fondations collectives Trianon)

           

          Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

          PK Siemens

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Pensionskasse der Siemens-Gesellschaften in der Schweiz ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 4 Mia. CHF ungefähr auf Rang 54 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die PK Siemens verfügt über eine allgemeine Nachhaltigkeitspolitik für ihre Kapitalanlagen. Sie hält fest, dass sich in Zukunft Nachhaltigkeits-Standards durchsetzen werden – entweder auf freiwilliger Basis, als Branchenstandards oder durch gesetzliche Regelung. Es ist das langfristige Ziel der PK Siemens, wenn immer möglich in nachhaltige Anlagen mit einer positiven ökologischen, sozialen und ethischen Bilanz zu investieren.

           

          In den passiven Fonds-Mandaten schliesst die PK Siemens via Anwendung der SVVK-Ausschlussempfehlungen einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

           

          Alle in- und ausländischen Vermögensverwalter der PK Siemens haben die UN-PRI-Richtlinien (Principles for Responsible Investment) unterzeichnet, und alle Schweizer Vermögensverwalter sind Mitglied von Swiss Sustainable Finance (SSF).

           

          Bei der Wahl neuer Vermögensverwalter achtet sie schon im Ausschreibungsverfahren darauf, dass diese die Prinzipien der Nachhaltigkeit berücksichtigen. integraler Bestandteil der Beurteilungs- und Auswahlkriterien sind personelle Ressourcen im Bereich ESG (Environmental, Social, Governance ESG), Investitionsansatz, Ausschlusskriterien und Kriterien für die Ausübung der Stimmrechte und das Engagement (Dialog mit Unternehmen, welche normative Kriterien verletzen).

           

          Die PK Siemens hat im Jahre 2019 zusammen mit ihrem Global Custodian (Depot-Finanzinstitut für die Wertschriften) ein ESG-Reporting aufgebaut und etabliert.

           

          Auf Anfrage der Klima-Allianz präzisiert die Kasse (Mai 2020), seit 2019 werde bei allen Neuausschreibungen das Kriterium «Responsible Investing (ESG/SRI)» (als Detailkriterien u.a. auch Ausschlusskriterien und Engagement-Politik umfassend) mitberücksichtigt und entsprechend gewichtet. Dies habe bei der letzten Ausschreibung im Herbst 2019 für die Kategorie Aktien Emerging Markets dazu geführt, dass eine «SRI Enhanced Fondstranche» (Socially Responsible Investing, SRI) ausgewählt wurde. Aktuell habe sie einen ESG-Fragebogen für alle ihre Asset Manager ausgearbeitet, mit dem Ziel einer detaillierten Bestandsaufnahme, um weitere Schritte bezüglich ESG und Klimaverträglichkeit auszuarbeiten. Schliesslich habe sie soeben die Durchführung einer neue ALM-Studie beschlossen (Asset Liability Management, Überprüfung der Anlagestrategie im Lichte der Verpflichtungen gegenüber den Destinatär*innen); darin werden die ESG- und Klimarisiken bei der Definition der Anlagestrategie entsprechend einfliessen.

          • Die proaktive Einflussnahme auf die Vermögensverwalter ist sehr positiv, da sie das Potenzial hat, eine zukünftig tiefgreifende ESG-Integration bei der Konstruktion der Portfolien anzubahnen.
          • Noch ist nicht transparent, inwieweit die Aktien- und Obligationenfonds der PK Siemens gemäss tiefgreifenden Kriterien der ESG-Integration bei der Titelselektion konstruiert sind und in der ESG- und Klimaqualität verbessert werden.
          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die PK Siemens sieht, wie sie in der erwähnten Mitteilung an die Klima-Allianz schreibt, die Klimarisiken als integralen Bestandteil ihrer Nachhaltigkeitspolitik.

           

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die PK Siemens hat noch keine expliziten Schritte zur Dekarbonisierung der Kapitalanlagen vorgenommen.

          • Hingegen ist davon auszugehen, dass der obenerwähnte Schritt der Auswahl eines nachhaltigen Finanzprodukts im besonders CO2-intensiven Bereich der Aktien Emerging Markets ansatzweise zu einer Portfolio-Dekarbonisierung beiträgt.

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die Kasse übt ihre Stimmrechte bei Schweizer Unternehmen gemäss den Richtlinien von Ethos aus.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die PK Siemens besitzt noch keine Politik zum Investor's Engagement im Ausland.

           

          Es findet keine direkte Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt. Hingegen stellt sie bei der Auswahl der Vermögensverwalter und Investmentvehikel (Fonds) vertraglich sicher, dass die Vermögensverwalter die Stimmrechte nach national und international anerkannten Grundsätzen der guten Corporate Governance und nachhaltigen Vermögensanlage ausüben.

          • Es bleibt jedoch noch intransparent, welche Engagement- und Stimmrechtsdienstleister mit welchen Forderungen für die Vermögensverwalter der PK Siemens tätig sind; entsprechend kann nicht eingeschätzt werden, ob und wieweit sie ihre Aktionärsrechte klimawirksam einsetzen lässt.

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Wie die Kasse in ihrer besagten Mitteilung an die Klima-Allianz schreibt, werde sie wie bereits 2017 auch am BAFU Klimaverträglichkeitstest 2020 (PACTA 2020) teilnehmen.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die PK Siemens hat noch keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: etwas besser

          • Mit ihrer Nachhaltigkeitspolitik und ihrer beginnenden, proaktiven Einflussnahme auf die Vermögensverwalter hat die PK Siemens das Potenzial, eine zukünftig tiefgreifende ESG- und Klimaintegration bei der Konstruktion der Portfolien zu erwirken.
          • Es darf davon ausgegangen werden, dass bei den besonders klimarelevanten Aktien Emerging Markets via die nachhaltigere Anlage in einen entsprechenden Fonds auch eine bestimmte Dekarbonisierung erzielt wird. Damit ist ein Anfang gemacht.
          • Es fehlt noch eine systematische Klimastrategie mit Berücksichtigung der finanziellen Klimarisiken, die in den Anlageprozess eingreift.
          • Auch fehlen noch Schritte für ein umfassendes ESG- und klimawirksames Direktengagement mit den investierten Unternehmen besonders im Ausland.

          Raiffeisen Pensionskasse Genossenschaft

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Raiffeisen Pensionskasse ist mit ihrem Anlagevolumen von rund 4 Mia. CHF ungefähr auf Rang 55 der Pensionskassen der Schweiz.

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die auf der Webseite zugänglichen Informationen verweisen nicht auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

           

          Auf Anfrage der Klima-Allianz teilt die Raiffeisen Pensionskasse mit (Mai 2020), sie achte darauf, dass ihre Asset Manager bei Vereinigungen für Nachhaltigkeit dabei sind. Bei über 98% ihres Gesamtvolumens seien die Vermögensverwalter Unterzeichner der UN-PRI-Richtlinien (Principles for Responsible Investment). Auch werde die Ausschlussliste des Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) angewandt. Damit sind einige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition ausgeschlossen.

          • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

          • Folglich sollte sich die Kasse damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
          • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.
          Stand Mai 2020:
          In den erwähnten Stellungnahme an die Klima-Allianz teilt die Raiffeisen Pensionskasse mit, ihre Führungsgremien hätten das Thema ESG in den vergangenen Jahren mehrfach diskutiert und dabei auch Massnahmen beschlossen. Es sei ihr Ziel (und seit 2019 Auftrag des Verwaltungsrats an die Verwaltung), noch dieses Jahr eine Nachhaltigkeitsstrategie zu definieren. Auch soll künftig ein umfassender Nachhaltigkeitsbericht verfasst werden.
           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Raiffeisen Pensionskasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
          • Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die Pensionskasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.
          Stand Mai 2020:
          Mit der obenerwähnten Mitteilung an die Klima-Allianz gibt die Kasse zu verstehen, die Klimarisiken seien Teil ihrer zukünftigen Nachhaltigkeitsstrategie.
           

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die Raiffeisen Pensionskasse hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Gemäss der erwähnten Mitteilung an die Klima-Allianz investiert sie im Rahmen der alternativen Anlagen in - nicht näher beschriebene - Infrastrukturprojekte, aber mit Ausschluss Kohle.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die Kasse ist Mitglied des ETHOS Engagement Pools Schweiz.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Der Ethos Engagement Pool Schweiz nimmt einzig Einfluss auf Schweizer Firmen, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen.

          Stand Mai 2020:
          Mit der besagten Mitteilung an die Klima-Allianz informiert die Kasse, die Teilnahme am Ethos Engagement Pool International sei aktuell in Prüfung.
           

          Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Stand Mai 2020:

          In der erwähnten Stellungnahme an die Klima-Allianz teilt die Raiffeisen Pensionskasse mit, sie werde am BAFU Klimaverträglichkeitstest 2020 (PACTA 2020) teilnehmen. Auch laufen Diskussionen mit ihrem Investment Controller zur Integration der ESG-Themen in sein periodisches Reporting.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die Raiffeisen Pensionskasse hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.
          Stand Mai 2020:
          Die Kasse informiert im Rahmen der Mitteilung an die Klima-Allianz, auch dieses Thema einer weitergehenden Dekarbonisierung sei Teil der Arbeiten für ihre oben erwähnte Nachhaltigkeitsstrategie.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Raiffeisen Pensionskasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: Etwas besser

          • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die Raiffeisen Pensionskasse sich im Rahmen der Definition der zukünftigen Nachhaltigkeitsstrategie konkreter mit dem Thema einer ganzheitlichen Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel beschäftigt. 
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Pax Sammelstiftungen

          (BVG, Stiftung zur Förderung der Personalvorsorge)

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Pax Sammelstiftungen der beruflichen Vorsorge liegen mit einem Anlagevolumen von rund 3 Mia. CHF ungefähr auf Rang 56 der Pensionskassen der Schweiz. Der Grossteil der Altersgelder ist bei der Pax als Vollversicherung angelegt.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Weder die auf der Webseite zugänglichen Informationen noch das Anlagereglement, noch der Jahresbericht 2018 verweisen auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

          Das gesamte Vermögen der beiden Sammelstiftungen ist im Vollversicherungsmodell bei der Pax Lebensversicherungen angelegt, deren auf der Website zugänglichen Informationen ebenfalls auf das Fehlen einer Nachhaltigkeitspolitik hinweisen.

          • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

          • Folglich sollten sich die Pax Sammelstiftungen damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen werden, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigen, oder warum nicht. 
          • Gleichermassen sollten sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Pax besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind [...] Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.

            Ihre treuhänderische Pflicht gegenüber ihren Versicherten verlangt, dass die Pax definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die Pax hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Pax besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die Pax hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich sind die Pax Sammelstiftungen von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die Pax Sammelstiftungen sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigen - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollten die Pax Sammelstiftungen proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter verlangen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Caisse intercommunale de pensions (CIP), Vaud

           

          Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

          Pensionskasse PKS-CPS der SRG-SSR

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Pensionskasse SRG-SSR liegt mit einem Anlagevolumen von rund 3 Mia. CHF ungefähr auf Rang 58 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die Pensionskasse SRG-SSR hat gemäss Geschäftsbericht 2017 begonnen, sich zu einer nachhaltigeren Anlagepolitik zu bekennen, die ESG-Aspekte (Environmental, Social, Governance) einbezieht. Dem Anlagereglement 2019 zufolge soll "ein vom Stiftungsrat zu bestimmender Teil der Anlagen in Unternehmen mit besonderer nachhaltiger ökologischer und sozialer Ausrichtung investiert werden", und ".... Im Allgemeinen wird nicht in Unternehmen der Rüstungsindustrie investiert".

           

          Wie dem Jahresbericht 2018 zur Nachhaltigkeit zu entnehmen ist, verlangt sie von ihren Vermögensverwaltern, dass sie entweder bei SSF – Swiss Sustainable Finance oder bei UNPRI – United Nations Principles for Responsible Investment Mitglied sind. Weiterhin hat sie die Aktien Ausland neu auf einen institutionellen Fonds der Credit Suisse umgestellt, der die SVVK-Ausschlusskriterien integriert; damit schliesst sie allerdings nur einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

          • Die PKS-CPS hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
          • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
          • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die PKS-CPS definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die PKS-CPS hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die PKS-CPS ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und des ETHOS Engagement Pool International.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist die Kasse insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

           

          In diesem Kontext wurde die Kasse auch Unterzeichnerin der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammen-zuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

           

          Mit der Unterzeichnung des Global Investor Statement to Governments on Climate Change hat sie ein starkes Signal an die Regierungen und die Politik aller Länder gesandt. Über 630 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, fordern zeitnah wirksame Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Diese Initiative wird heute über den globalen Zusammenschluss The Investor Agenda weitergeführt, der in den Bereichen Investment, Corporate Engagement, Investor Disclosure und Policy Advocacy vorangehen will.

          • Derzeit bleiben die Wirkungen der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 

          Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

          • Die PKS-CPS sollte auch ihre Aktionärsstimmrechte im Ausland ausüben und transparent publizieren. Somit könnte sie insbesondere bei den fossilen Unternehmen eine synergistische Wirkung in Kombination mit ihren Engagement-Aktivitäten erzielen. 

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die PKS-CPS hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Pensionskasse der SRG von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: etwas besser

          • Mit ihren neuen Grundsätzen zur Nachhaltigkeit und mit ihrem begonnenen Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst hat die PKS-CPS einen Anfang gemacht.
          • Es fehlt noch eine Klimastrategie mit Berücksichtigung der finanziellen Klimarisiken, die in den Anlageprozess eingreift.
          • Eine Ausweitung des Umgangs mit der Nachhaltigkeit - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel - ist noch ausstehend. 
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Pensionskasse Graubünden PKGR

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die PKGR liegt mit einem Anlagevolumen von rund 3 Mia. CHF ungefähr auf Rang 59 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die PKGR bekennt sich seit 2019 zur nachhaltigen Anlagepolitik aufgrund von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance). Bereits im Newsletter 2019 informierte die PKGR, sie überführe "das Aktien- und Obligationenportefeuille nun kontinuierlich in ein nachhaltiges Anlageuniversum. Neuinvestitionen erfolgen nur noch in Unternehmen, die anerkannte ESG-Kriterien erfüllen". Im Geschäftsbericht 2019 und mit der zugehörigen Medienmitteilung bekräftigt sie ihre Verantwortung für die nachhaltige Anlage und gibt Details. Einige Vermögensverwalter wenden Ausschlusskriterien an, mindestens diejenigen des Schweizer Vereins für verantwortungsvolle Kapitalanalagen (SVVK). Bei anderen ist Nachhaltigkeit vollständig in der Titelselektion integriert.

           

          Wie die PKGR anlässlich eines Workshops mit der Klima-Allianz (März 2020) informiert, liegt nunmehr der Grundsatzbeschluss der obersten Organe vor, die Aktien- und Obligationenanlagen in ein reines ESG-Anlageuniversum zu überführen. Dies soll koordiniert mit der Überprüfung der Anlagestrategie und dem vorgesehenen Rebalancing der Investitionen im Laufe 2020 erfolgen. Es sollen ESG-Benchmarks wie der MSCI ESG Leaders Index (Aktien) und ein analoger Index bei den Obligationen eingeführt werden.

           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Durch ihre Einführung der erwähnten ESG-Benchmarks, welche die CO2-Intensität der Firmen beim Entscheid für Ausschluss, Unter- oder Übergewichtung einbeziehen, fundiert die PKGR ihre Anlagepolitik auch auf dem Management der Klimarisiken.

           

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Durch ihre nun ablaufende Überführung der Aktien- und Obligationenportfolien in ein nachhaltiges Anlageuniversum hat die PKGR auch begonnen, ihre Wertschriftenanlagen zu dekarbonisieren.

          Sobald die PKGR dokumentiert oder bestätigt, das ein gemäss den Rating-Kriterien relevanter Anteil besonders der Auslandsaktien und -obligationen mit Orientierung am MSCI ESG Leaders Index oder gleichwertig angelegt ist, wird die Klima-Allianz die Einstufung auf mindestens ORANGE wechseln.

           

          Weiterhin investiert die PKGR bei den Infrastrukturanlagen auch in die Produktion von erneuerbaren Energien (Solaranlagen, Holzheizkraftwerke, Wärmeverbunde und Wasserkraftwerke).

           

          Im Immobilienbereich erstellt die PKGR seit 10 Jahren ihre Liegenschaften fast ausschliesslich im Minergie- oder Minergie-P-Standard. Dazu gehören auch zukunftsweisende, innovative Heizsysteme ohne Verbrauch fossiler Brennstoffe.

           

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die PKGR ist Mitglied im ETHOS Engagement Pool Schweiz.  

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Der Ethos Engagement Pool Schweiz nimmt einzig Einfluss auf Schweizer Firmen, nicht aber auf ausländische (fossile) Unternehmen.

          Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Wie die PKGR am erwähnten Workshop mit der Klima-Allianz informiert, hat sie sich am BAFU-Klimatest 2017 beteiligt. Sie werde auch am BAFU Klimaverträglichkeitstest 2020 (PACTA 2020) teilnehmen.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Zwar fehlt noch eine Strategie zu einem geplanten Dekarbonisierungspfad des Portfolios mit verbindlichen Zielen.

          • Jedoch ist mit dem durch die PKGR zum Einbau vorgesehenen Mechanismus der ESG-Integration ins Portfoliomanagement ein erhebliches Potenzial für einen systematischen Dekarbonisierungspfad verbunden.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Gemäss aktuellem Stand ist zwar noch keine nachvollziehbar signifikante Dekarbonisierung erfolgt.

          Sofern die angekündigten Umstellungen mindestens bei den Aktien und/oder den Obligationen eine gemäss den Klima-Allianz-Kriterien nachvollziehbare, substanzielle Paris-kompatible Dekarbonisierung erkennen lassen, wird die Klima-Allianz die Einstufung mindestens auf ORANGE wechseln.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: viel besser

          • Mit ihrem Plan, ihre Aktien und Obligationen auf ESG-Benchmarks des Typs MSCI ESG Leaders Index umzustellen, hat die PKGR ein erhebliches Potenzial, den Weg zu einem Paris-kompatiblen Pfad der Dekarbonisierung des gesamten Portfolios einzuschlagen.  
          • Die PKGR befindet sich auf der Schwelle zur Höherstufung. Sofern die angekündigten Umstellungen auf tiefgreifende ESG-Benchmarks eine substanzielle Paris-kompatible Reduktion gemäss den Klima-Allianz-Kriterien aufzeigen, wird die Klima-Allianz die Einstufung mindestens auf Orange wechseln.
          • Allerdings fehlen noch Schritte für ein umfassendes ESG- und klimawirksames Direktengagement mit den investierten Unternehmen besonders im Ausland.

          Politische Aktivitäten

           

          Februar 2018: Die Anfrage Beat Deplazes (SP) und Mitunterzeichnende „Ist die Pensionskasse Graubünden für die Zukunft gerüstet?“ stellt Fragen zur Transparenz der Klima-Auswirkungen der Anlagen und zu den finanziellen Klimarisiken fossil-lastiger Anlagen.

           

          April 2018: Die Regierung antwortet, sie habe keinen Einfluss auf die Pensionskasse. Sie informiert aber, die PKGR habe vor kurzem eine Analyse in Auftrag gegeben, welche Auswirkungen eine "Umstellung des Aktienportfolios" auf ESG-Kriterien hätte, wozu auch der Ausstoss von Treibhausgasen und und die Erfüllung der Klimaziele gehörten. Diese Überprüfung sei noch nicht abgeschlossen, doch seien "aus betriebswirtschaflicher Sicht alle Finanzrisiken wichtig, nicht nur diejenigen aus dem Klimawandel".

        • Pensionskassen der Top 60+

           

          In dieser Kategorie finden Sie ausgewählte Vorsorgeeinrichtungen:

           

          - öffentlich-rechtliche Pensionskassen (die als Vorbilder wirken sollten)

           

          - privatrechtliche Pensionskassen in Bewegung

           

          - aufgrund Rating-Wunsch durch Versicherte, Politiker*innen oder Medienschaffenden

           

          Teil 1

           

          pkPRO Tellco, PTV/CPAT, Symova, FIP, PKSH, CPCL Lausanne, PVK Stadt Bern, VSAO/ASMAC, NEST, PK Schwyz

          Für die gesuchte Institution nach unten scrollen

          Sprung nach unten zum Ende dieses Blocks - Anfang des nächsten Blocks

          Tellco pkPRO Sammelstiftung

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Sammelstiftung pkPRO für KMU's liegt mit einem Anlagevolumen von rund 3 Mia. CHF ungefähr auf Rang 60 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Weder die auf der Webseite zugänglichen Informationen noch der Geschäftsbericht 2018 verweisen auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

           

          Zwar geht aus einem unabhängigen Nachhaltigkeitsrating hervor, dass sich die Tellco pkPRO an die Ausschlussliste des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) hält. Damit schliesst sie, vermutlich weil die Vermögensverwalter diese Liste von sich aus anwenden, einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus. Doch besitzt die pkPRO keine eigene Nachhaltigkeitspolitik, die den Vermögensverwaltern Vorgaben macht.

          • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

          • Folglich sollte sich die pkPRO damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
          • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.
          Stand Juni 2020:
          Die Anfrage der Klima-Allianz (Februar 2020) nach Verifikation und Stellungnahme ist noch unbeantwortet.
           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die pkPRO definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.
          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die pkPRO hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Kasse besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die pkPRO hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Angesichts beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit (und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter nachfragen, durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Pensionskasse PTV

          der Technischen Verbände SIA STV BSA FSAI USIC

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Pensionskasse PTV liegt mit einem Anlagevolumen von rund 3 Mia. CHF ungefähr auf Rang 61 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die PTV bekennt sich zur "Verantwortungsbewussten Anlage des Vorsorgevermögens". Sie beauftragt nur Vermögensverwalter, die Mitglied bei UNPRI – United Nations Principles for Responsible Investment sind; bei Investitionen via Fondsprodukte werden diese Prinzipien berücksichtigt.

           

          Wie die Kasse in einem Schreiben an die Klima-Allianz (März 2020) informiert, halten sich alle Vermögensverwalter an die Ausschluss-Kriterien des SVVK; damit schliesst sie einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus, und 75% der Vermögensverwalter seien Mitglied von Swiss Sustainable Finance. Zudem würden in einem Mandat spezifische, weitergehende Ausschlusskriterien angewandt (sogenannte Blacklist z.B. für Waffen).

          • Die Verankerung der ESG-Prinzipien als Grundsatz und der Selektion von Vermögensverwaltern mit UNPRI-Mitgliedschaften ist positiv. Allerdings bleibt die PTV im Vertrauen auf ihre Vermögensverwalter ein passiver Akteur, statt dass sie als Motor für eine ESG-Integration auf Portfolioebene agiert.
          • Entsprechend sollte die PTV proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter oder Fondsanbieter nachfragen, durchsetzen und überwachen.
          • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
          • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die seine Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die PTV definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die Pensionskasse PTV hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland ((von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Pensionskasse PTV besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die PTV hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Vorsorgeeinrichtung PTV der technischen Verbände ist von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die PTV sich konkreter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter nachfragen, durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Dialog zwischen Versicherten und Kasse

           

          Kontaktgruppe PTV-CPAT DIVEST

           

          Juni 2019: die Kontaktgruppe PTV-CPAT DIVEST sendet im Namen der PTV-CPAT-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an die Kasse. Die Unterzeichnenden begrüssen es, dass sich die Kasse - zwar in wenig präzisierter Form - zur verantwortungsbewussten Anlage des Vorsorgevermögens bekennt, stellen jedoch fest, dass die Kasse weder Nachhaltigkeitskriterien befolgt noch die finanziellen Klimarisiken im Bereich ihrer Anlagen betrachtet. Sie meinen, dass sich die PTV-CPAT in einem ersten Schritt zusammen mit ihren Vermögensverwaltern bei der Selektion der Fondsprodukte mit dem Thema der finanziellen Klimarisiken und -chancen auseinandersetzen sollte.

           

          August 2019: Die PTV-CPAT gibt bekannt, dass der Ausschuss Wertschriften das Schreiben von PTV-CPAT DIVEST diskutiert habe. Die Fragestellungen seien in die Pendenzenliste des Gesamtstiftungsrates aufgenommen und würden im Jahre 2020 behandelt.

          Symova

          Sammelstiftung BVG

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Symova Sammelstiftung BVG für Unternehmen aus Verkehr und Tourismus liegt mit einem Anlagevolumen von rund 3 Mia. CHF ungefähr auf Rang 62 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Weder die auf der Webseite zugänglichen Informationen noch der Jahresbericht 2018 verweisen auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

          • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

          • Folglich sollte sich die Symova damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
          • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.
          Stand Juni 2020:
          Auf Anfrage der Klima-Allianz teil die Symova mit einem Zwischenbescheid mit, sie könne aufgrund einer weitreichenden strategischen Umstellung momentan nicht Stellung nehmen.
           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Symova definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.
          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die Symova hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Kasse besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die Symova hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Symova von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Angesichts beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit (und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die Symova proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter nachfragen, durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          FIP Fonds Interprofessionel de Prévoyance

           

          Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

           

          Pensionskasse Schaffhausen PKSH

          (Kanton, Stadt)

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die PKSH liegt mit einem Anlagevolumen von rund 3 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 65 bis 75 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die PKSH bekennt sich seit 2018 im Anlagereglement zur Mitberücksichtigung von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance ESG) und hat seither Nachhaltigkeitsprinzipien publiziert.

          Wie sie im Geschäftsbericht 2018 schreibt, setzt sie sich im Dialog mit den bestehenden Vermögensverwaltern mit Nachhaltigkeit auseinander. Bei über 70% des Wertschriftenvermögens sei Nachhaltigkeit im Anlageprozess verankert. Die entsprechenden Vermögensverwalter haben die UNPRI – United Nations Principles for Responsible Investment unterzeichnet. Einige Asset Manager wenden die Ausschlussliste des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) an, die einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition verbietet.

           

          Die PKSH informiert auf Anfrage der Klima-Allianz (März 2020), sie investiere nur in Kollektivgefässe, aber sie wende im Falle neuer Investments oder Ersatzinvestments bei der Auswahl des Produkts ESG-Kriterien an. Weiterhin würden bei über 80% der aktiv verwalteten Fonds der PKSH Nachhaltigkeitsaspekte durch Anwendung von Firmen-Ratings in den Portfoliokonstruktionsprozess integriert. Schliesslich sei bereits ein Teil der Aktien Ausland in einen nachhaltigen Fonds angelegt, und es würden derzeit auch weitere Umstellungen bei den Aktien- und Obligationenportfolien vorbereitet.

          • Die Verankerung der Nachhaltigkeit als Grundsatz ist positiv, besonders da sie via proaktive Auswahl der aktiv verwalteten sowie der passiven, indexbasierten Kollektivgefässe umgesetzt wird. 
          • Noch ist nicht transparent, inwieweit die Aktien- und Obligationenfonds der PKSH gemäss tiefgreifenden Kriterien der ESG-Integration bei der Titelselektion konstruiert sind.
          • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
          Stand März 2020:
          Mit der besagten Mitteilung an die Klima-Allianz gibt die PKSH bekannt, dass eine Nachhaltigkeitsanalyse ihrer Wertschriften durch Ethos im Gange sei, deren Ergebnisse in einen Nachhaltigkeitsbericht und in ihre Anlagepolitik einfliessen werden.
           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die PKSH definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die PKSH hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios in einem sichtbaren Umfang getätigt.

           

          Stand März 2020: 

          Wie aus der erwähnten Mitteilung an die Klima-Allianz vom März 2020 hervorgeht, hat die PKSH im Jahr 2019 einen Teil der Aktien Ausland in einen nachhaltigen Fonds angelegt, wo u.a. Kohleproduzenten ausgeschlossen sind; auch hat ein Asset Manager eines von der Kasse gehaltenen, aktiv verwalteten Aktienfonds eine jährliche Reduktion der CO2-Intensität angekündigt, die als eine Annäherung an die Ziele des Pariser Klimaabkommens betrachtet werden kann.

          • Damit sind zwar erst Teile des Wertschriftenportfolios durch klimapositive Umstellungen erfasst, es zeichnet sich jedoch ein Weg zu einer Verbesserung der ESG-Qualität und zu einem Dekarbonisierungspfad ab.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die PKSH ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und des ETHOS Engagement Pool International.  

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Wie die PKSH auf Anfrage der Klima-Allianz mitteilt (März 2020), hat sie sich neu den nachfolgenden Vereinigungen angeschlossen.

           

          Als Neumitglied des ETHOS Engagement Pool International ist sie insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

           

          In diesem Kontext wurde sie auch Unterstützerin der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

           

          Zudem hat sie sich der Investorenkoalition Institutional Investors Group on Climate Change (IIGCC) angeschlossen, welche sich der Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Klimawandels und für eine kohlenstoffarme Zukunft verpflichtet.

          • Derzeit bleiben die Wirkungen der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 

          In der besagten Mitteilung an die Klima-Allianz (März 2020) informiert die PKSH, dass 88% ihrer Vermögensverwalter Engagement betreiben und ihre Stimmrechte wahrnehmen.

          • Ob und im welchem Masse die Einflussnahme der Fondsanbieter in Stellvertretung der Kasse klimapositiv ist, bleibt unbekannt.

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Die PKSH schreibt in der besagten Mitteilung an die Klima-Allianz, sie habe bereits 2017 am Pilottest zur Analyse der Klimaverträglichkeit von Finanzportfolien des BAFU teilgenommen und werde das 2020 wieder tun.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die PKSH hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: besser

          • Die PKSH hat einen Anfang gemacht mit ihren neuen Grundsätzen zur Nachhaltigkeit, mit der proaktiven Nachfrage nach nachhaltigen Fondsanbietern und mit ihren ersten schon vorgenommenen oder vorgesehenen Umstellungen auf nachhaltigere und klimapositivere Fonds, sowie mit ihrem begonnenen Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst.
          • Es zeichnet sich ab, dass die PKSH Potenzial hat, in Zukunft den Weg zu einem Paris-kompatiblen Pfad der Dekarbonisierung des Portfolios einzuschlagen. 
          • Es fehlt noch eine Klimastrategie mit Berücksichtigung der finanziellen Klimarisiken, die in den Anlageprozess eingreift.
          • Insbesondere sollte die Kasse Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Politische Aktivitäten

           

          2016: Mündliche Frage anlässlich eines Traktandums zur PKSH von Kantonsrätin Linda de Ventura (AL). ob die Kasse beabsichtige, von den Investitionen in fossile Energien wegzukommen. Das zuständige Exekutivmitglied sagt aus, die PKSH sei daran, eine Analyse zur Nachhaltigkeit zu erarbeiten.

           

          Februar 2018: Kleine Anfrage Linda de Ventura, Kantonsrätin AL betreffend Anlagestrategie der PKSH, ob die angekündigte Analyse zur Nachhaltigkeit gemacht worden sei. Die Regierung antwortet, nur die Kasse sei der richtige Adressat und das Parlament hätte keine Befugnis, informiert aber, dass die PKSH entschieden habe, bald Nachhaltigkeitskriterien anzuwenden.

          Caisse de pensions du personnel communal de Lausanne (CPCL)

           

          Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

          Personalvorsorgekasse der Stadt Bern PVK

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die PVK liegt mit einem Anlagevolumen von rund 2 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 70 bis 80 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Im Personalvorsorgereglement der Stadt Bern ist festgelegt, die PVK müsse ihr Handeln nach sozialen, ökologischen und ethischen Kriterien der Nachhaltigkeit ausrichten. Dies ist auch in der Anlageverordnung festgelegt. Entsprechend hat sie Prinzipien der Nachhaltigkeit publiziert und Ende 2019 eine ESG-Strategie Finanzanlagen verabschiedet, die sich im Wesentlichen an den Ausschlusskriterien des SVVK orientiert und die Handlungsachse des Aktionärsdialogs (Engagement) in den Vordergrund stellt. Konzeptionell stützt sich die ESG-Strategie vorderhand auf die Bestandesaufnahme der Nachhaltigkeit ihrer Wertschriftenanlagen ab.

           

          Aus dem Geschäftsbericht 2018 geht hervor, dass die PVK als ersten Schritt Ende 2018 die Beteiligungen an Unternehmen ausgeschlossen hat, die geächtete Waffen (Atomwaffen, Streumunition und Antipersonenminen) herstellen. Damit ist sie, gemäss ihrer ESG-Strategie, in Linie mit den Ausschlusskriterien des SVVK.

           

          Wie die PVK in ihrer Stellungnahme auf Anfrage der Klima-Allianz (Mai 2020) präzisiert, habe sie diese Ausschlüsse proaktiv von ihren Vermögensverwaltern verlangt.

           

          In Umsetzung ihrer ESG-Strategie, liess die PVK, wie dem Geschäftsbericht 2018 zu entnehmen ist, eine ESG-Analyse ihres Anlageportfolios durch den Dienstleister CSSP durchführen. Die Ergebnisse wurden in der Verwaltungskommission zusammen mit CSSP besprochen. Mit der erwähnten Stellungnahme an die Klima-Allianz präzisiert die PVK, sie lasse diese Analysen seit 2017 auf ihren Aktien- und Obligationenportfolien durchführen. Sie erfassen sowohl Einzeltitel als auch Kollektivanlagen (Fonds und börsengehandelte ETF's, Exchange Traded Funds). Die yourSRI-Berichte von CSSP würden im Anlagekomitee zusammen mit ihr diskutiert und Massnahmen getroffen.
           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die PVK anerkennt die Klimarisiken aufgrund ihrer ESG-Strategie Finanzanlagen, indem ein Klimarisikobericht eingeplant ist. Mit der erwähnten Stellungnahme (Mai 2020) präzisiert die PVK, seit 2018 werde eine Klimarisikobewertung auf sämtlichen Aktien- und Anleihenmandaten - wiederum auf Einzeltitel als auch auf Basis sämtlicher kollektiver Kapitalanlagen - vorgenommen. Auch die Ergebnisse der Klimarisikoanalysen seien in der Verwaltungskommission zusammen mit der CSSP besprochen worden.

           

          Stand Mai 2020:

          Aus derselben Stellungnahme an die Klima-Allianz geht hervor, dass die Auswertung der CSSP-Analyse 2019 zum Beschluss führte, eine dezidierte Anpassung des Anlagereglements um ESG-/Klimamassnahmen in die Wege zu leiten. Die PVK informiert, das ergänzte Anlagereglement sei Ende 2019 genehmigt worden, und es sei zusätzlich ein yourSRI-Zertifikat erstellt worden. Schritte für die Kommunikation an die Öffentlichkeit seien derzeit in Planung.

           

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die PVK hat bis heute keine expliziten Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Stand Mai 2020:

          Mit der besagten Stellungnahme an die Klima-Allianz informiert die PVK, ihre CO2-Intensität (Aktien und Obligationen) sei über 7% tiefer als der Marktbenchmark (siehe nachfolgend unter "Messung").

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die PVK ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und seit kurzem auch des ETHOS Engagement Pool International.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist die Kasse insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

           

          In diesem Kontext wurde die Kasse auch Unterzeichnerin der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammen-zuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

           

          Als Mitglied der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction ist sie zudem Teil der koordinierten Klima-Dialogführung mit dem Ziel, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

          • Derzeit bleiben die Wirkungen der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 

          Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

          • Es ist wünschenswert, dass die PVK ihre Aktionärsstimmrechte auch im Ausland ausübt und transparent publiziert. Somit könnte sie insbesondere bei den fossilen Unternehmen eine synergistische Wirkung in Kombination mit ihren Engagement-Aktivitäten erzielen.

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Gemäss der oben erwähnten Stellungnahme an die Klima-Allianz hat die PVK im Jahr 2019 ihre CO2-Intensität (Aktien und Obligationen) mit einem yourSRI Carbon Investment Screening von CSSP messen lassen. Diese sei 7% tiefer als der Weltmarktbenchmark.

          • Diese Ist-Aufnahme ist ein guter Ausgangspunkt zur Beschlussfassung über weitere Schritte.

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die PVK hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.
           
          Stand Mai 2020:
          Mit der besagten Stellungnahme an die Klima-Allianz informiert die PVK, Ende 2019 sei eine Richtlinie mit Vorgaben (z.B. Benchmarkvergleiche) und Massnahmen (z.B. Engagements, Ausschlüsse) implementiert worden. Die Analyse und Bewertung für in Frage kommender Fonds könne jederzeit durch den online-Zugriff der yourSRI-Datenbank hinsichtlich ESG-Ratings als auch CO2-Intensitäten und entsprechenden Peervergleichen vollzogen werden. Weitere Kommunikationsschritte, sei es die Veröffentlichung eines yourSRI Zertifikats, bis hin zum ESG-/Klima-Anlagereglement, seien derzeit in interner Diskussion.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: besser

          • Mit der Implementierung neuer Grundsätze zur Nachhaltigkeit, mit ihren ESG- und CO2-Analysen, mit ihrem Einsatz des yourSRI-Datentools, sowie mit ihrem begonnenen Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst, hat die PVK einen guten Anfang gemacht.
          • Es fehlt noch eine Klimastrategie mit Berücksichtigung der finanziellen Klimarisiken, die in den Anlageprozess eingreift.
          • Eine Ausweitung des Umgangs mit der Nachhaltigkeit  - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel - ist noch ausstehend.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

           

          Politische Aktivitäten

           

          2016: Interpellation der GB/JA! und GFL/EVP Fraktion (Katharina Gallizzi GB, Marcel Wüthrich GFL, Bettina Jans-Troxler EVP) im Stadtparlament zum finanziellen Risiko bei fossilen Investitionen. Obwohl die PVK der Stadt Bern eine öffentlich-rechtliche Institution ist, antwortet die Regierung ausweichend, da die Pensionskasse autonom entscheiden soll und keine Weisungsbefugnis bestehe. Dies steht jedoch im Gegensatz zur Aussage von Prof. Kieser und Dr. Saner in "Vermögensanlage von Vorsorgeeinrichtungen", Allgemeine Juristische Praxis, 2017.

           

          November 2017: In ihrem Ablehnungsantrag zur analog gelagerten interfraktionellen Motion "Keine Rentengelder für die Kriegsmaterialproduktion" argumentiert die Regierung wiederum, das Bundesrecht erlaube ihr nicht, Vorgaben an die Kasse zu machen, die die Anlagepolitik betreffen. Durch die Presse darauf angesprochen, dass das Rechtsgutachten Kieser und Saner das Gegenteil aussage, reagiert die Regierung überrascht. Tatsächlich hat die Exekutive der Stadt Luzern als Antwort auf eine gleichlautenden Initiative entschieden, in Kenntnis des Gutachtens weitere Abklärungen zu tätigen. Die Stadtberner Regierung will deren Ausgang abwarten (Bericht zur Personalvorsorgekasse in "Der Bund"). Nachtrag September 2018: sie nimmt dazu Stellung in ihrer Antwort auf die interfraktionelle Interpellation Marcel Wüthrich zu den anlagestrategischen Kompetenzen des Parlamentes (siehe unten).

           

          Weiterhin sagen Regierung und Kasse aus: "Eine Reduktion der Investitionen in kontroverse und CO2-intensive Unternehmen liesse sich erzielen, wenn eine breite Basis von Anlagestiftungen und Fondsanbietern kostengünstige, indexierte und passive Anlageprodukte anbieten würde, die den Environment-Social-Governance-Kriterien (ESG-Kriterien) und dem CO2-Ausstoss entsprechend Rechnung tragen. Diese Produkte müssen ein sehr hohes Anlagevolumen aufweisen, damit sie die Investitionssummen der PVK problemlos aufnehmen, investieren und allenfalls auch wieder desinvestieren können. Zudem müssten sich die Ertrags- und Risikokennzahlen dieser Anlageprodukte nahe an den Werten der traditionellen indexierten Vermögensanlagen bewegen".

          Dies steht jedoch im Widerspruch zur Aussage des Bundesrates in seiner Antwort auf eine Interpellation von FDP-Ständerat Raphaël Comte, dass sich mit klimaverträglichen Investitionsstrategien marktkonforme Renditen erzielen lassen und dass der Markt schon heute klimafreundliche Anlageprodukte anbietet, mit denen sich in gängigen Finanzanlagen gebundene Emissionen um 10 bis 90 Prozent verringern liessen. Er verweist dabei auf den BAFU-Report "Klimafreundliche Investitionsstrategien und Performance (2016), der insbesondere auch marktgängige indexbasierte Fonds listet (S. 49-50).

           

          April 2018: Interfraktionelles Postulat Marcel Wüthrich (GFL) "Klimastrategie für die Anlagen der Personalvorsorgekasse" eingereicht.

           

          April 2018: Die parallel deponierte interfraktionelle Interpellation Marcel Wüthrich (GFL) sucht Klärung zur Frage "Welche anlagestrategischen Kompetenzen hat der Stadtrat gegenüber der Personalvorsorgekasse?"

           

          September 2018: Die Exekutive der Stadt Bern empfiehlt dem Stadtparlament das interfraktionelle Postulat Marcel Wüthrich (GFL) für eine Klimastrategie der PVK zur Annahme. Damit ist sie im Unterschied zu früheren negativen Haltungen gegenüber proaktiver Einflussnahme auf die PVK (siehe oben) in diesem Fall positiv eingestellt. Sie befürwortet die Prüfung einer Klimastrategie , die aufgrund anerkannter finanzieller Klimarisiken der kohlenstofflastigen Wertschriften eine zügige Dekarbonisierung des Wertschriftenportfolios samt impliziter, prioritärer Entfernung der Produzenten fossiler Brennstoffe anvisiert.

           

          September 2018: Die Exekutive beantwortet die interfraktionelle Interpellation Marcel Wüthrich (GFL) über die anlagestrategischen Kompetenzen des Parlamentes wiederum ausweichend und mutlos. Sie zieht sich hinter die Existenz kontroverser Rechtsgutachten zum Thema zurück, verzichtet jedoch etwa darauf, die explizite Frage "Welche ... Möglichkeiten (in Bezug auf die Einhaltung der ESG-Kriterien) hat der Gemeinderat via seinen Finanzdirektor, der Kraft seines Amtes Präsident der Verwaltungskommission ist", mit der Bekräftigung seines Einsatzwillens für eine vorwärtsorientierte nachhaltige Anlagepolitik zu beantworten. Anlässlich der Traktandierung der Antwort im Parlament im Mai 2019 erklären sich die Interpellanten als nicht zufrieden.

           

          Dezember 2018: Überparteiliche Interpellation Adrian Tanner und Mitunterzeichnende im Gemeindeparlament Ostermundigen "Wie steht es mit der Nachhaltigkeit bei den Anlagen der PVK Bern?"

           

          Februar 2019: in ihrer Antwort zur Interpellation Tanner gibt die Exekutive von Ostermundigen die detaillierte und transparente Stellungnahme der PVK wieder. Die Kasse schreibt, sie hätte eine CO2-Analyse in Auftrag gegeben und sich an einem Workshop über die Resultate orientieren lassen. Es gebe aber heute keine demokratisch legitimierten Prinzipien, auf die sich die PVK abstützen könne. Ihre Anlageberater hätten empfohlen, keine voreiligen Umschichtungen bei ihren "bewährten Anlageprodukten" (passive, indexbasierte Fonds) vorzunehmen. Die Kasse meint, es gäbe keine für sie passende Anlagegefässe, die neben der breiten Diversifikation ein genügend grosses Volumen, tiefe Kosten und ein optimales Rendite/Risiko-Verhältnis aufweisen. Sie müsse auch den Fonds wechseln können, wenn der Fondsmanager eine ungenügende Performance erbringe.

          Die PVK ist eine unterfinanzierte Kasse und somit besonders den finanziellen Klimarisiken ausgesetzt. Es ist deshalb wenig nachvollziehbar, dass sie ihre Kriterien für das optimale Rendite/Risiko-Verhältnis im Feld des CO2-intensiven Sektors nicht insoweit anpasst, als dass die bei ihren Leistungserbringern - also den Anbietern den Fonds und deren Fondsmanager, dasselbe einfordert, was sie in Bezug auf den Ausschluss von geächteten Waffen (Atomwaffen, Streumunition und Antipersonenminen) bereits erreicht hat. Es wäre naheliegend, aufgrund klarer Kriterien etwa vorab die Rohstoffproduzenten mit Kohleanteil >10 % ausschliessen zu lassen, so wie es andere Pensionskassen bereits umgesetzt haben.

           

          Juni 2019: entsprechend der Empfehlung der Exekutive vom September 2018 (siehe oben) überweist das Stadtparlament das interfraktionelle Postulat Wüthrich (GFL) für eine Klimastrategie mit Dekarbonisierung des Portfolio mit grosser Mehrheit. Exekutive und PVK sind nun gefordert, Fortschritte vorzuweisen.

           

          Mai 2019: die Exekutive der Stadt Bern stellt einen "Erweiterten Handlungsplan Klima" vor. Unter anderem will sie "einen Prozess initiieren, um das Vermögen des Gemeinwesens der Stadt Bern als erste Stadt der Schweiz möglichst CO2-frei bewirtschaften zu können". Die PVK wird hierbei einbezogen. Sie und die Finanzdirektion sind gefordert, proaktiv klimaverträgliche Lösungen zu suchen, ihre defensive Haltung (siehe oben) aufzugeben und zusammen mit ihren Peers, etwa den übrigen städtischen Pensionskassen der Schweiz, deren Anlagestil (Verwendung von Fonds) ähnlich ist, nach Lösungen zu suchen. Der Finanzdirektor, Vizepräsident der Verwaltungskommission der PVK, sagt an, es gelte das Ziel, dass Bern die erste Stadt ist, die ihr Vermögen klimaneutral bewirtschaftet.

           

          Juni 2019: Interpellation Marcel Wüthrich (GFL) "Wie beeinflussen - oder auch nicht - globale Megatrends die Auswahl der Anlagefonds und somit die Rendite der Personalvorsorgekasse?" Der Vorstoss verweist auf die Tatsache, dass Investitionen am Marktdurchschnitt, aber ohne fossile Energieträger mehr rentiert haben und auf Erkenntnisse, dass grünes statt braunes (fossiles, C02-lastiges) Investieren mehr Rendite bringt. Die PVK ist nun gefordert, grüne Lösungswege für ihre Fondsanlagen vorzustellen.

           

          September 2019: Die PVK und die Exekutive verneinen in ihrer Antwort auf die Interpellation Wüthrich vonm Juni 2019 die finanziellen Klimarisiken. Sie behaupten, wenn eine Branche wie die fossilen Energien in der Vergangenheit weniger rentiert habe als der Marktdurchschnitt, bedeute dies nicht, dass sie nicht in Zukunft wieder überdurchschnittliche Erträge abwerfe. Dass der Klimawandel irreversibel ist und die grüne Energietransition das Geschäftsmodell der Unternehmen der fossilen Energien unumkehrbar beerdigt, blendet die PVK aus. Immerhin antwortet die PVK auf die entsprechende Frage, dass sie verschiedene neue nachhaltige Anlagegefässe investiere, beispielsweise im Bereich nachhaltige Energieproduktion, Energieeffizienz und Energieinfrastruktur.

          Dialog zwischen Versicherten und Kasse

           

          Kontaktgruppe PVK DIVEST

           

          Dezember 2018: die Kontaktgruppe PVK DIVEST sendet im Namen der PVK-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an die Kasse. Sie stellt fest, dass sich die PVK bislang im Rahmen ihrer reglementarischen Bestimmungen zur Nachhaltigkeit nicht mit den finanziellen Klimarisiken beschäftigt hat. Sie erwartet von der PVK eine Klimastrategie mit der Desinvestition fossiler Brennstoffe als ersten Schritt.

           

          Dezember 2018: die PVK antwortet, dass sie bis Ende 2019 eine Nachhaltigkeitsstrategie ausarbeite, und Umsetzungvarianten mit Mitsprachemöglichkeiten bei Unternehmen prüfen sowie Partner für die Überprüfung evaluieren werde.

          Vorsorgestiftung VSAO/ASMAC

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Vorsorgestiftung VSAO, ursprünglich vom Verband der Schweizerischen Assistenz- und OberärztInnen (französisch ASMAC) gegründet, liegt mit einem Anlagevolumen von rund 2 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 80 bis 90 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die Vorsorgestiftung VSAO berücksichtigt gemäss Anlagereglement bei der Anlagetätigkeit ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) mit. Sie will die Weiterentwicklung dieser Kriterien periodisch prüfen.

           

          Sie schliesst sich den Empfehlungen des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) an, schliesst demnach aber nur einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus, und dies auch nur bei den Direktanlagen, nicht aber beim Kauf von Fonds.

          • Die Vorsorgestiftung VSAO hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
          • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
          • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
          Stand Ende März 2020:
          Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert die Vorsorgestiftung VSAO, das Thema Nachhaltigkeit werde dieses Jahr regelmässig an den Sitzungen des Stiftungsrates und des Ausschusses für Anlagefragen thematisiert und diskutiert. Zudem habe sie eine ESG-Analyse ihres gesamten Portfolios aufgrund von MSCI-ESG-Ratingdaten durchführen lassen. Die als "nicht nachhaltig" resultierenden Titel würden überprüft und gegebenenfalls die nötigen Schritte eingeleitet.
           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Kasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die Vorsorgestiftung VSAO hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die Vorsorgestiftung VSAO ist, wie sie im besagten Schreiben an die Klima-Allianz informiert, seit Jahren Mitglied bei Ethos.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland ((von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Vorsorgestiftunge VSAO besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

           

          Stand Ende März 2020:

          Wie die Stiftung im erwähnten Schreiben an die Klima-Allianz informiert, prüft sie mögliche Beitritte zum ETHOS Engagement Pool Schweiz und zum ETHOS Engagement Pool International.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die Vorsorgestiftung VSAO hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die  Pensionskasse des VSAO sich konkreter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

           

          Dialog zwischen Versicherten und Kasse

           

          Versichertengruppe VSAO Vorsorgestiftung

           

          Oktober 2019: die Versichertengruppe für Nachhaltigkeit und Klimaverträglichkeit sendet im Namen der VSAO-Teilnehmenden bei renten-ohne-risiko.ch ein Schreiben an die Kasse. Sie würdigt die ersten Schritte der Stiftung und schlägt eine Reihe weitergehender Massnahmen zur nachhaltigen und klimaverträglichen Ausrichtung der Investitionen vor.

           

          Oktober 2019: die Geschäftsführung informiert, Sie hätte die Eingabe an den Präsidenten, den Vizepräsidenten und an die Mitglieder des Ausschusses für Anlagefragen weitergeleitet, und werde darauf zurückkommen.

          NEST Sammelstiftung

           

          Die Details zur NEST, führende nachhaltige Sammelstiftung der Schweiz, finden Sie hier unter der Rubrik "Vorreiter".

          Pensionskasse des Kantons Schwyz PKS

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die PKS liegt mit einem Anlagevolumen von rund 2 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 80 bis 90 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Weder die auf der Webseite zugänglichen Informationen noch der Geschäftsbericht 2018 verweisen explizit auf eine Nachhaltigkeitspolitik durch Berücksichtigung von ESG-Risiken mittels eines Einbezugs von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

           

          Auf Anfrage der Klima-Allianz (März 2020), informiert die PKS, dass sie ihre Aktien und Obligationen ausschliesslich in Fonds anlegt. Die Kasse präzisiert bei diesem Austausch, dass sie mit allen ihren Kollektivanlagen (gesamtes Wertschriftenportfolio) konform zu den Empfehlungen des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition ausschliesst. Darüber hinaus sind aus den Fonds der besonders klimarelevanten Obligationen Ausland weitere Waffenproduzenten ausgeschlossen (Atomwaffen auch der anerkannten Atommächte, Munition für Waffen, Kleinwaffen) sowie Pornografie-Firmen und solche, die ausbeuterische Kinderarbeit betreiben). Schliesslich hat die PKS via ihre Kollektivgefässe der Obligationen Ausland auch relevante Massnahmen für die Dekarbonisierung ihrer Wertschriften getroffen (s. unten).

          • Wie aus dem Austausch mit der Klima-Allianz hervorgeht, hat die PKS mit den von ihr eingesetzten Kollektivgefässen erste relevante Verbesserungen in der nachhaltigen Anlage der Wertschriften erzielt.
          • Es fehlt noch die Transparenz darüber, ob und wie die Kasse sich einer Nachhaltigkeitspolitik mit Einbezug von ESG-Kriterien verpflichtet.
          •  Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen der Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin. Diese sollen insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
          • Folglich sollte sich die PKS damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
          • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.
          Stand März 2020:
          Mit der besagten Mitteilung an die Klima-Allianz informiert die PKS, sie prüfe aktuell ein Screening ihrer Vermögensanlagen im Hinblick auf "die bereits bestehende Umsetzung von ESG Kriterien". Das Ergebnis dieses Screenings werde im Laufe 2020 den leitenden Gremien präsentiert.
           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die PKS bekräftigt in der besagten Mitteilung an die Klima-Allianz, es verstehe sich von selbst, dass die Auswirkungen der sich stetig verändernden politischen Regulierungen im Zusammenhang mit der Klimaveränderung im laufenden Investitions- und Überwachungsprozess zu berücksichtigen sind. In diesem Sinne behandle sie dieses Risiko in gleicher Art wie diverse andere Risiken auch.

           

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Wie aus dem besagten Austausch mit der Klima-Allianz hervorgeht, hat die PKS zusätzlich zu den oben beschriebenen Ausschlüssen bei den Fonds der Obligationen Ausland auch die Unternehmen ausgeschlossen, die mehr als 10% ihres Umsatzes mit der Förderung von Kohle machen. Die Asset Manager dieser Fonds der Obligationen Ausland (sowie eines Teils der Obligationen Schweiz) haben zudem eine jährliche Reduktion der CO2-Intensität ihrer Kollektivanlagen angekündigt, die als eine Annäherung an die Ziele des Pariser Klimaabkommens betrachtet werden kann.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland ((von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die PKS selbst besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die PKS selbst hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.
          • Sofern die PKS weiterhin die genannten Fonds der Obligationen Ausland einsetzt, ergibt sich in diesem Teilbereich der Wertschriftenanlagen ein Dekarbonisierungspfad.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Mit dem Ausschluss von Kohleunternehmen aus ihren Auslandsobligationen hat die PKS einen Anfang in der Dekarbonisierung ihrer Wertschriftenanlagen gemacht.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: etwas besser

          • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die PKS sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Fondsverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.
        • Vorsorgeeinrichtungen der Top 60+

           

          In dieser Kategorie finden Sie ausgewählte Vorsorgeeinrichtungen:

           

          - öffentlich-rechtliche Pensionskassen (die als Vorbilder wirken sollten)

           

          - privatrechtliche Pensionskassen in Bewegung

           

          - aufgrund Rating-Wunsch durch Versicherte, Politiker*innen oder Medienschaffenden

           

          Teil 2

           

          PRO MEDICO, Swisscanto Flex, SSO, TX Group, Police Genève, SHP, ProPublic, PRESV Valais, PK Winterthur, PK Stadt Luzern

           

          Für die gesuchte Institution nach unten scrollen

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          PRO MEDICO

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die PRO MEDICO Pensionskasse für Medizinalberufe liegt mit einem Anlagevolumen von rund 2 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 80 bis 90 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Weder die auf der Webseite zugänglichen Informationen noch der Geschäftsbericht 2018 verweisen auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

          • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

          • Folglich sollte sich die Kasse damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
          • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Kasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.
          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die PRO MEDICO hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die PRO MEDICO ist Mitglied von Ethos.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Kasse besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die Kasse hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die PRO MEDICO von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Angesichts beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit (und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen,  eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die PRO MEDICO proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter nachfragen, durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Swisscanto Flex Sammelstiftung der Kantonalbanken

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Swisscanto Flex Sammelstiftung der Kantonalbanken liegt mit einem Anlagevolumen von rund 2 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 80 bis 90 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Weder die auf der Webseite zugänglichen Informationen noch der Geschäftsbericht 2018 verweisen auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

           

          Auf Anfrage der Klima-Allianz (Mai 2020) informiert die Geschäftsführung der Swisscanto Flex Sammelstiftungen der Kantonalbanken, sie investiere "mit den drei Anlagepools fast ausschliesslich in Produkte der Swisscanto Anlagestiftungen". Deren Nachhaltigkeitsstandards seien anwendbar. Wie aus dem Gesamt-Fondsangebot der Swisscanto Anlagestiftungen auf Seite 7 hervorgeht, ist die Beachtung der SVVK-Ausschlussliste der Mindeststandard über alle Swisscanto-Angebote hinweg. Entsprechend schliesst die Sammelstiftung einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus.

          • Gemäss diesen Nachhaltigkeitsstandards bieten die Swisscanto Anlagestiftungen den Kunden Investmentprodukte mit mehr oder weniger ESG- und klimaverträglichen Lösungen an. 
          • Es bleibt intransparent, welche der in den Swisscanto-Nachhaltigkeitsstandards auf Seite 7 ausgelobten Fonds die Swisscanto Flex Sammelstiftung der Kantonalbanken einsetzt; auch ist unbekannt, in welchen Anlageklassen sowie mit welchem Anteil ihres Vermögens sie Verwendung finden.
          • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

          • Folglich sollte sich die Sammelstiftung damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
          • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.
          Stand Juni 2020:
          Eine Rückfrage der Klima-Allianz ist pendent, um Informationen über die Art der drei Anlagepools von Swisscanto in Erfahrung zu bringen (gemäss Nachhaltigkeitsstandards Seite 7). Falls die Swisscanto Flex Sammelstiftung mindestens eine volumenmässig bedeutsame Anlageklasse (Aktien, Obligationen) in Swisscanto Fonds des Typs "passiv" und "ESG Index" oder nachhaltiger investiert, wird die Klima-Allianz die Einstufung auf ORANGE wechseln. Denn damit wären zumindest
          Unternehmen ausgeschlossen, die mehr als 10% ihres Umsatzes mit der Förderung von Kohle machen.
           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Sammelstiftung besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

           

          Hingegen bekennt sich ihr gemäss der erwähnten Mitteilung fast ausschliesslicher Asset Manager, die Swisscanto Anlagestiftung, Asset Manager Swisscanto Anlagestiftungen in genereller Form zum Pariser Klimaziel.

           

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die Swisscanto Flex hat bis heute keine explizit veröffentlichte Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Der Asset Manager der Swisscanto Flex ist via Swisscanto by Zürcher Kantonalbank Mitglied bei Swiss Sustainable Finance.

           

          Swisscanto ist ebenfalls Unterzeichnerin der UN Principles for Responsible Investment (UN PRI); sie verpflichtet sich damit ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in ihrer Anlagepolitik zu berücksichtigen und entsprechendes Reporting zu betreiben.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Sammelstiftung selbst besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

           

          Wie hingegen aus der erwähnten Mitteilung an die Klima-Allianz (Juni 2020) hervorgeht, verpflichtet sich der fast ausschliessliche Vermögensverwalter der Sammelstiftung, die Swisscanto Anlagestiftungen, unter ihren Nachhaltigkeitsstandards zum Engagement. Sie fordert "sämtliche Unternehmen aktiv auf, ehrgeizige CO2-Reduktionsziele zu formulieren und diese konsequent umzusetzen". Zusätzlich fordert sie "die Unternehmen auf, der Science Based Targets Initiative beizutreten".

          • Swisscanto Anlagestiftungen hat bisher nur allgemeine Informationen und wenig konkretisierte Grundsätze zum Aktionärsdialog veröffentlicht.
          • Es fehlen demnach klar definierte Ziele und Meilensteine, ein Controlling und ein periodisches Reporting. 
          • Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 

          Swisscanto Anlagestiftungen nimmt ihre Stimmrechte bei rund 650 Firmen im Ausland wahr und publiziert sie. Gemäss ihrer Nachhaltigkeitsstandards verfügen sie "über eigene nachhaltigkeitsorientierte Abstimmungsrichtlinien, die sich auf schweizerische und internationale Corporate-Governance-Regeln sowie die UN Principles for Responsible Investment (UN-PRI) stützen". Swisscanto hat einen Vertrag mit dem Stimmrechtsdienstleister ISS, der ESG-Prinzipien integriert und klimapositive Initiativen im Prinzip unterstützt.

          • Swisscanto hat 2019 einen Aktionärsantrag gegen die klimaschädlichen Lobby-Aktivitäten des Kohle-, Erdöl- und Erdgas-Konzerns BHP zusammen mit einem Fünftel der Stimmen unterstützt. Sie verhielt sich klimapositiv.
          • Im Falle von BP unterstützte sie jedoch nur die Climate-Action 100+ Resolution zur Berichterstattung darüber, wie das Geschäftsmodell mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens kompatibel ist; sie lehnte aber den Antrag ab, dass BP konkrete Ziele für ihre Paris-Kompatibilität formuliert.
          • Auch bei der US-Kohlestromfirma Duke Energy verhielt Swisscanto sich klimapositiv, indem sie Resolutionen für die Berichterstattung zu Zahlungen an Politiker und Ausgaben über das Lobbying sowie für einen Report zur Eindämmung der Wirkung auf Gesundheit und Klima unterstützte.
          • Bei Chevron hat sie sowohl für die Erstellung eines Reports über Pläne zur Senkung des CO2-Fussabdrucks in Linie mit dem Pariser Abkommen als auch für die Gründung eines "Environmental Issue Board Committee" gestimmt.
          • Im Falle von Equinor (frühere Statoil) stimmte sie dagegen, dass die Firma aufhört, weitere Öl- und Erdgasfelder in der Arktis zu erschliessen, aber dafür, dass das Management eine Strategie präsentiert, das fossile Geschäftsmodell auf erneuerbare Energie umzustellen. Swisscanto verhielt sich teilweise klimanegativ.
          • Bei Exxon unterstützte Swisscanto sämtliche Resolutionen für die Berichterstattung zu Zahlungen an Politiker und Ausgaben über das Lobbying, sowie für die Gründung eines "Environmental/Social Issue Board Committee".
          • Im Falle von Shell hat sie im Jahre 2019 den Antrag abgelehnt, dass die Firma CO2-Reduktionsziele erarbeiten und publizieren muss, verhielt sich also klimanegativ. 

          Zusammenfassend:

          Die Stimmrechtspolitik von Swisscanto war nur teilweise klimapositiv. Sie hat verschiedentlich Chancen verpasst, die besten Aktionärsanträge zu unterstützen.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die Sammelstiftung hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Swisscanto Flex Sammelstiftung von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: besser

          • Via ihren praktisch ausschliesslichen Asset Manager Swisscanto Anlagestiftungen ist die Swisscanto Flex Anlagestiftung an klimapositiven Engagement-Aktivitäten beteiligt; zudem übt sie auf diesem Weg ihre Stimmrechte im Ausland auch bei fossilen Unternehmen aus und berichtet indirekt aber transparent über ihr Abstimmungsverhalten.Allerdings ist ihre Unterstützung der Anträge für echte Dekarbonisierungsziele noch ungenügend.
          • Angesichts beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die Sammelstiftung sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
          • Insbesondere sollte die Sammelstiftung bei Swisscanto Anlagestiftungen diejenigen Fonds selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          SSO-Stiftungen Vorsorge

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die SSO-Stiftungen und die SSO Vorsorgestiftung für zahnmedizinische Berufe liegen mit einem Anlagevolumen von rund 1,8 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 80 bis 90 der Pensionskassen der Schweiz. Gemäss Geschäftsbericht 2018 ist rund 1 Mia. CHF als Vollversicherung bei der Swiss Life Prime Solution angelegt.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Weder die auf der Webseite zugänglichen Informationen noch der Geschäftsbericht 2018 verweisen auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

           

          Auf Anfrage der Klima-Allianz teilen die SSO-Stiftungen mit (Mai 2020), es seien bereits einige praktische Schritte für mehr Nachhaltigkeit bei den Investitionen erfolgt, wie: die Durchführung eines ganztägigen Workshops spezifisch zum Thema Nachhaltigkeit, die Überprüfung des gesamten eigenen Wertschriften-Portfolios nach ESG-Kriterien (25% der gesamten Aktiven), nachfolgend eine Umlagerung von Vermögensverwaltungsmandaten mit Einsatz einiger Swisscanto-Produkte, die ESG-Kriterien der Portfoliokonstruktion einbinden, die Ausschreibung eines neuen explizit nachhaltigen Mandats, sowie - auf dem Anteil ihres Gesamtvermögens von 75% im Sicherungsfonds von Swiss Life - die kürzliche Einforderung zur Offenlegung der Nachhaltigkeitsstrategie und der Fortschrittsberichte bei Swiss Life.

          • Mit diesen ersten Massnahmen auf ihrem selbst verwalteten Wertschriftenvermögen haben die SSO-Stiftungen erste Schritte eingeleitet. Das Ausmass der Anhebung der ESG-Qualitat bleibt jedoch unbekannt.
          • Die Formulierung der Erwartung von Fortschritten in der Nachhaltigkeit bei Swiss Life, dem Haupthebel der SSO- Stiftungen, ist sehr zu begrüssen.
          • Es fehlt noch die Transparenz darüber, ob und wie die Kasse sich einer Nachhaltigkeitspolitik mit Einbezug von ESG-Kriterien verpflichtet.
          • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

          • Folglich sollten sich die Stiftungen damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
          • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Stiftungen besitzen keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Stiftung definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.
          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die SSO-Stiftungen haben bis heute keine expliziten Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die SSO Vorsorgestiftung ist Mitglied von Ethos.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Stiftungen besitzen keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die Stiftungen haben keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich sind die SSO-Stiftungen von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Angesichts beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich konkreter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollten die Stiftungen proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter nachfragen, durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Pensionskasse TX Group (ex Tamedia)

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Pensionskasse der TX Group (frühere Pensionskasse Tamedia) liegt mit einem Anlagevolumen von rund 1,7 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 80 bis 95 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Weder die auf der Webseite zugänglichen Informationen noch der Geschäftsbericht 2018 verweisen auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

          • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin, welche insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen sollen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.

          • Folglich sollte sich die Kasse damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
          • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”. 
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Kasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.
          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die Pensionskasse der TX Group hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die Pensionskasse der TX Group ist Mitglied von Ethos.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Kasse besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die Kasse hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Pensionskasse der TX Group von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Angesichts beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass sie sich konkret mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit (und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die Pensionskasse der TX Group proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter nachfragen, durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Caisse de prévoyance des fonctionnaires de police et des établissements pénitentiaires

           

          Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

          SHP Pensionskasse

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die SHP Pensionskasse für Spital-, Heim-, und Pflegepersonal bzw. Institutionen des Gesundheitswesens liegt mit einem Anlagevolumen von rund 1,6 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 85 bis 100 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Weder die auf der Website zugänglichen Informationen noch der Jahresbericht 2018 verweisen auf eine Nachhaltigkeitspolitik oder den Einbezug von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) beim Anlageprozess.

          • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen des Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin. Diese sollen insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
          • Folglich sollte sich die Kasse damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
          • Gleichermassen sollte sie in einem ersten Schritt Grundsätze einer Nachhaltigkeits-/ESG-Politik erarbeiten und kommunizieren, die in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen.
          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Kasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die SHP Pensionskasse hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt..

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die SHP Pensionskasse besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die SHP hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die SHP von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die SHP sich mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel.  
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          ProPublic Vorsorge Genossenschaft

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die Pro Public - frühere Pensionskasse St.Galler Gemeinden Genossenschaft, heute die Vorsorgeeinrichtung für öffentlich-rechtliche Arbeitgeber in der ganzen Schweiz mit Schwerpunkt Ostschweiz - liegt mit einem Anlagevolumen von rund 1.5 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 90 bis 100 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die Pro Public strebt gemäss den Darlegungen zu den Anlagen bei den Wertschriften eine ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit an. Weiterhin informiert die Kasse in ihrer Qualitätsstrategie, sie nehme ihre Mitverantwortung für die Umwelt ernst, und dieses Bewusstsein finde Eingang in die Anlagepolitik bei der Verwaltung der Vermögen.

           

          Detailinformationen dazu fehlen jedoch auf der Website und im Jahresbericht 2018.

          • Der Bundesrat hat Mitte 2019 eine Arbeitsgruppe "Sustainable Finance" eingesetzt. Er verweist auf die internationalen Verpflichtungen der Schweiz im Rahmen der Pariser Klimaabkommens sowie der UN-Sustainable Development Goals (Agenda 2030). Die Bestrebungen zielen auf Branchenvereinbarungen hin. Diese sollen insbesondere zur Erhöhung der Transparenz darüber führen, ob und wie die Akteure sich nachhaltig ausrichten.
          • Folglich sollte sich die Pro Public vertiefter damit auseinandersetzen, wie sie die gesamtgesellschaftliche Wirkung ihrer Anlagepolitik in Zukunft transparent gegenüber der Öffentlichkeit darstellen wird, einschliesslich des Berichtes, ob und wie sie ESG- und Klimarisiken berücksichtigt, oder warum nicht. 
          • Gleichermassen sollte sie entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
          • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
          Stand Juni 2020:
          Die Anfrage der Klima-Allianz (März 2020) nach Verifikation und Stellungnahme ist noch unbeantwortet.
           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Kasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die Pro Public hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt..

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Es ist keine Teilnahme an einer Vereinigung für Nachhaltigkeit ersichtlich.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland ((von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Die Pro Public besitzt keine Politik zum Investor's Engagement, und es findet keine Stimmrechtsausübung bei Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die Pro Public hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

          ____________________

           

          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: stagnierend

          • Angesichts der beginnenden Problemwahrnehmung ihrer Peergroups ist es angezeigt, dass die Pro Public sich konkreter mit dem Thema des Umgangs mit der Nachhaltigkeit und den finanziellen Klimarisiken beschäftigt - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel. 
          • Es sollten konzeptionell vorbereitet werden: ein wirksames ESG- und Klima-Direktengagement mit den relevanten Unternehmen, eine klimapositive Stimmrechtsausübung sowie eine gleichsinnig orientierte Umschichtung ihres Portfolios.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Prévoyance Santé Valais

          Die Details finden Sie auf der Romandie-Sektion hier

          Pensionskasse der Stadt Winterthur PKSW

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die PKSW liegt mit einem Anlagevolumen von rund 1 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top Top 100 bis 150 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Die PKSW befolgt ein Nachhaltigkeitskonzept, das auf der Anwendung von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance ESG) beruht. Gemäss dieser Grundlage schliesst die Kasse, wie sie auch in einem Brief an die Klima-Allianz schreibt, nur einige Waffenfirmen aus, die kontroverse Waffen produzieren.

           

          Gemäss dem Nachhaltigkeitskonzept will sie Vermögensverwalter bevorzugen, welche ESG-Faktoren in ihrem Anlageprozess implementiert haben.

          • Die PKSW hat diesbezüglich noch nicht bekanntgegeben, wie proaktiv und wie umfassend sie in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
          • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
          • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.
          Stand März 2020:
          Auf Anfrage der Klima-Allianz informiert die PKSW, dass das oberste Organ derzeit daran ist, den Klimawandel im Kontext der Vermögensanlage intensiv zu diskutieren.
           

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Die Kasse besitzt keine öffentliche Strategie zum Umgang mit dem Klimawandel, die ihre Anlagepolitik betrifft.

          • Der Pensionskassenverband ASIP empfiehlt in seinem Leitfaden für die Vermögensanlage (Juli 2018): “ESG-Risiken und Klimarisiken sind ... Teil der ökonomischen Risiken und müssen im Rahmen der Definition der Anlagestrategie entsprechend analysiert werden”.
          • Ihre Treuhandpflicht gegenüber ihren Versicherten gebietet es, dass die Kasse definiert, mit welchen Massnahmen sie diesen Risiken begegnen will, und diese gegenüber der Öffentlichkeit kommuniziert.

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die PKSW hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt..

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die PKSW ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und des neuen ETHOS Engagement Pool International.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist die PKSW insbesondere am seit Juni 2018 laufenden mehrjährigen Verpflichtungsprogramm beteiligt, in dem 8 europäische Elektrizitätsunternehmen aufgefordert werden, sich auf eine kohlenstoffarme Zukunft vorzubereiten.

           

          In diesem Kontext wurde sie auch Unterstützerin der Climate Action 100+ der grossen globalen Investoren, welche die 100 grössten Treibhausgas-Emittenten anvisiert. Ihr Plan ist, "mit den Unternehmen, in die wir investieren, zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass sie die Risiken minimieren und offenlegen und die Chancen des Klimawandels und der Klimapolitik maximieren".

           

          Mit der Unterzeichnung des Global Investor Statement to Governments on Climate Change hat sie ein starkes Signal an die Regierungen und die Politik aller Länder gesandt. Über 630 globale Investoren, darunter führende institutionelle Anleger, fordern zeitnah wirksame Massnahmen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Diese Initiative wird heute über den globalen Zusammenschluss The Investor Agenda weitergeführt, der in den Bereichen Investment, Corporate Engagement, Investor Disclosure und Policy Advocacy vorangehen will.

           

          Als Mitglied der Investor Decarbonization Initiative von ShareAction ist sie zudem Teil der koordinierten Klima-Dialogführung mit dem Ziel, dass Unternehmungen 100 % erneuerbare Energie verwenden, ihre Energieeffizienz steigern und auf elektrische Mobilität umsteigen.

          • Derzeit bleiben die Wirkungen der aktiven Dialogführung (Engagement) mit fossilen Unternehmen noch ungewiss. Das Engagement sollte auf Zielen beruhen, die im Rahmen des Risikomanagements definiert und im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad sind. Eine periodische Wirkungsmessung und Überprüfung der Engagement-Strategie sollte durchgeführt und die Erkenntnisse transparent publiziert werden. Bei ausbleibender Anpassung des Geschäftsmodells ist Divestment aus Risikoüberlegungen angebracht; dies sollte in der Form einer Selbstverpflichtung festgehalten und veröffentlicht werden. Bei sich abzeichnendem Misserfolg sollten eine fortschreitende Untergewichtung des fossilen Unternehmens im Portfolio und/oder klare Ausstiegsfristen festgelegt und transparent kommuniziert werden. 
          Es findet keine Stimmrechtsausübung bei (fossilen) Unternehmen im Ausland statt.

           

          Messung des CO2-Fussabdrucks oder des finanziellen Klimarisikos mit Szenarioanalyse

           

          Es ist keine Absicht einer Bestimmung der Klimaverträglichkeit durch Messung des CO2-Fussabdrucks oder der potenziellen Wertverluste auf dem Portfolio durch Szenarioanalyse publiziert.

           

          Planung weitergehender Massnahmen zur Dekarbonisierung auf Portfolioebene

           

          Die PKSW hat keine Absicht bekanntgegeben, einen Paris-kompatiblen Dekarbonisierungspfad konzeptionell vorzubereiten.​

          • Folglich fehlt noch eine Strategie zur Dekarbonisierung des Portfolios; ein zentrales Element sollte der Ausstieg aus fossilen Unternehmen sein, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind.

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          Schlussfolgerung:

          Noch fehlt eine Klimastrategie mit dem Ziel der Dekarbonisierung des Portfolios und Ausstieg aus fossilen Unternehmen, die nicht zu einem nachhaltigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Geschäftsmodell übergegangen sind. Folglich ist die Kasse von der Klimaverträglichkeit der Investitionen noch weit entfernt.

           

          Tendenz 2018-2020:

          Bewertung: etwas besser

          • Mit der Implementierung ihrer Grundsätze zur Nachhaltigkeit, mit ihrem begonnenen Engagement, das auch das Feld der fossilen Energien einschliesst, und mit ihrer Bevorzugung von Vermögensverwaltern, die ESG-Faktoren in ihrem Anlageprozess implementiert haben, hat die PKSW einen Anfang gemacht.
          • Es fehlt noch eine Klimastrategie mit Berücksichtigung der finanziellen Klimarisiken, die in den Anlageprozess eingreift.
          • Eine Ausweitung des Umgangs mit der Nachhaltigkeit - verstanden als ganzheitliche Integration von ESG-Ratings in den Selektionsprozess der Titel - ist noch ausstehend.
          • Insbesondere sollte die Kasse proaktiv eine wirksame Integration der ESG-Kriterien in den Anlageprozess durch ihre Vermögensverwalter durchsetzen und überwachen - oder aber Fonds nachfragen und selektionieren, die nachgewiesenermassen nach weitreichenden ESG-Positivkriterien und mit einschneidenden Eingriffen zur CO2-Reduktion konstruiert sind.

          Politische Aktivitäten

           

          Juni 2019: Das überparteiliche Postulat Gabi Stritt (SP), Christian Griesser (Grüne/AL), Barbara Huizinga (EVP) und Silvia Gygax-Matter (GLP) "Keine Investitionen der Pensionskasse Stadt Winterthur in fossile Energien" verlangt von der Exekutive, die städtischen Arbeitgebervertreter anzuweisen, sich im Stiftungsrat für eine Anlagepolitik ohne Investitionen in fossile Energien einzusetzen.

           

          Juli 2019: Das Parlament überweist das Postulat Gabi Stritt an die Exekutive.

          Pensionskasse der Stadt Luzern PKSL

           

          Klimakompatibilität der Anlagepolitik

           

          Charakterisierung

           

          Die PKSL liegt mit einem Anlagevolumen von rund 1 Mia. CHF schätzungsweise im Bereich der Top 100 bis 150 der Pensionskassen der Schweiz.

           

          Nachhaltigkeits-/ESG-Politik

           

          Im neuen Anlagereglement von Dezember 2017 bekennt sich die PKSL zur Mitberücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien (Environmental, Social, Governance ESG) und zur Investition in entsprechende Anlageprodukte, "sofern damit eine marktgerechte Rendite erzielt wird". Sie schliesst darin analog zum Schweizerischen Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) nur einige wenige Produzenten von Atomwaffen, Antipersonenminen und Streumunition aus

          • Die PKSL hat noch nicht bekanntgegeben, ob und wie sie in umfassend nachhaltiger Weise in die Entscheide im eigentlichen Anlageprozess eingreifen will. 
          • Sie sollte entscheiden, welche konkreten Massnahmen sie den Vermögensverwaltern vorgeben will, damit diese im Anlageprozess bei der Selektion der Unternehmen einen weitgreifenden ESG-Filter anwenden und/oder substanzielle ESG-begründete Umgewichtungen vornehmen.
          • Im Falle der Selektion von Fonds sollten umfassende ESG-Ratingdaten über alle investierten Unternehmen sowie die CO2-Intensität vorliegen oder eingeholt werden, damit Produkte mit der besten Nachhaltigkeit und optimalem Risiko/Ertragsprofil zum Einsatz kommen.

          Berücksichtigung der Klimarisiken als Teil der ESG-Politik, Beachtung des Rechtsgutachtens NKF

           

          Im Anlagereglement ist festgeschrieben dass die PKSL die Klimarisiken berücksichtigt, wobei "diese insbesondere durch das Führen eines Investorendialoges vermindert werden sollen".

           

          Getätigte Schritte der Dekarbonisierung des Portfolios

           

          Die PKSL hat bis heute keine Schritte zur Dekarbonisierung des Portfolios getätigt.

           

          Mitgliedschaft in Vereinigungen für Nachhaltigkeit

           

          Die PKSL ist Mitglied des ETHOS Engagement Pool Schweiz und des neuen ETHOS Engagement Pool International.

           

          Klimawirksames Engagement und Stimmrechtsausübung im Ausland (von fossilen Energieträgern abhängige Sektoren)

           

          Als Mitglied des ETHOS Engagement Pool International ist