Klimakompatibilität

Allianz Sammelstiftungen

(Sammelstiftungen BVG, Zusatzvorsorge, Pension Invest)

Charakterisierung Vorsorgeeinrichtung

Die Basisinformationen sind im zutreffenden Factsheet des Klima-Ratings Finanzanlagen zu finden. Praktische alle Altersgelder sind bei der Allianz Schweiz als Vollversicherung angelegt.

Charakterisierung Teil Immobilien

Die Investitionen in Immobilien teilen sich gemäss Betriebsrechnung berufliche Vorsorge 2021 wie folgt auf (in Prozent aller Immobilienanlagen):

  • Immobilienanlagen In- und Ausland, direkt und indirekt (Anteile nicht offengelegt): 53%
  • Hypotheken: 47%
  • Green Bonds Immobilien: 0%

Nachhaltigkeitsstrategie Immobilien

  • Direkte (ev. teils auch indirekte) Immobilien:

Allianz Schweiz ist gemäss der Präsentation von Allianz Immobilien Schweiz Besitzerin von Liegenschaften in der Schweiz – allerdings in einem auf der Website der Allianz Schweiz nicht auffindbaren Ausmass. Ebenfalls nicht offengelegt erscheint der potenzielle Anteil in direkte Immobilien im Ausland wie auch via extern investierte Kollektivanlagen im In- und Ausland.

Der allgemeinen Nachhaltigkeitspräsentation der Allianz Schweiz sind in Bezug auf die Immobilien keine übergreifenden Informationen zu deren Nachhaltigkeit zu entnehmen. Hingegen informiert die Präsentation von Allianz Immobilien Schweiz, dass ihr Immobilien-Portfolio entwickelt werden soll mit dem Ziel, bis 2050 emissionsneutral zu sein, dazu fossile Brennstoffe vermieden werden und wo immer wirtschaftlich sinnvoll auf ökologische Energiesysteme gesetzt werden soll. Diese allgemeine Aussage ist in Linie mit derjenigen des Group Sustainability Report 2021 der Allianz Gruppe (namentlich Seite 32), welche auch für Allianz Schweiz verpflichtend ist: “Wir arbeiten daran, die Treibhausgas-Emissionen unseres Immobilienportfolios bis 2050 im Einklang mit unserer Konzernverpflichtung auf netto null zu reduzieren. Unser Ziel ist es, uns an den vom Carbon Risk Real Estate Monitor (CRREM) veröffentlichten 1,5°C-Dekarbonisierungspfaden für den globalen Immobiliensektor zu orientieren. Dies bedeutet eine Reduzierung der Kohlenstoffemissionen um 25% für das globale Portfolio bis 2025″.

Kommentar Klima-Allianz

Die Verpflichtung zum Netto-Null Ziel 2050 erscheint potenziell geeignet, der Allianz Schweiz die Durchführung systematischer Planungen der Absenkung der CO2-Emissionen zu erleichtern und dann soweit umzusetzen, dass das durch die Allianz Gruppe gesetzte Ziel erreicht werden kann.

Der bestehende Ansatz ist jedoch noch weit von demjenigen entfernt, der mit einer Reduktion um die Hälfte bis 2030 im Vergleich zu 2020 eine Perspektive auf ein Netto-Null Ziel 2040 in Linie mit dem 1.5°C-Ziel des Pariser Klimaabkommens eröffnet.

Eine Klimastrategie zu Netto-Null möglichst bis 2040 ist deshalb noch ausstehend. Diese sollte einen definierten Absenkungspfad der CO2-Emissionen mit Einschluss von ESG-Zielen anvisieren, Zwischen- und Endziele festlegen für den Zeitraum bis 2040, Reporting definieren und inhaltlich auf allen folgenden Pfeilern beruhen:

  • Maximale, über die gesetzlichen Anforderungen im In- und Ausland hinausgehende Ausschöpfung des Potenzials energetischer Sanierungen des Altbestandes nach bestem Stand der Technik – mit maximaler Optimierung bei der Senkung des Energieverbrauchs und der vollständigen Umstellung auf erneuerbare Energien – sowie mit Einbezug der grauen Energie (Scope 3 upstream) und der extern generierten Emissionen durch Energiebezüge (Scope 2) und Verkehr (Scope 3 downstream) in die Planungsentscheide.
  • Neubauten sind konform zu den im Zeitpunkt der Planung fortgeschrittensten Energiestandards, umfassend Scope 1 (direkte Emissionen), Scope 2 und Scope 3.
  • Vorausschauende Verbrauchssteuerung via Gebäudetechnik und Mieterengagement sowie ein enges CO2- und Energie-Monitoring.
  • Maximale Realisierung der Potenziale der Photovoltaik zur Minimierung der territorialen Emissionen im In- und Ausland mit Dekarbonisierung von Verkehr, Industrie und Gebäuden via Hochfahren der Produktion von solar produzierten Stroms.
  • Bestmögliche Minimierung der Verluste grauer Energie durch bewusste Entscheidungen im Falle von Sanierung oder Neubau, durch Verwendung von Baumaterialien mit möglichst geringem CO2-Fussabdruck, durch Maximierung der Wiederverwendung und -Verwendbarkeit von Baumaterialen, Bauteilen und Energietechnik (Scope 3 upstream).
  • ESG-Positiv-Wirkung im Sinne der Sustainable Development Goals (SDG), insbesondere aber nicht nur von Goal 7 “Affordable and Clean Energy”, von Goal 10 “Reduce Inequality” in Verbindung mit Goal 10.2 “Empower and promote social and economic inclusion of all” und von Goal 11 “Sustainable Cities and Communities” in Verbindung mit Goal 11.1 “Ensure access for all to adequate, safe and affordable housing”.
  • Reduktion des Wasserverbrauchs, insbesondere Warmwasser.
  • Hypotheken und Green Bonds Immobilien:

Es ist keine Absicht ersichtlich, im Bereich der Finanzierung von beeinflussbaren, externen Immobilieneigentümern eine Strategie zu konzipieren insbesondere für einen Zuwachspfad von Sanierungen mit optimaler Energieeffizienz und Dekarbonisierung.

Kommentar Klima-Allianz

Eine Klimastrategie sollte sich auf die folgenden Wirkachsen abstützen:

  • Grüne Hypotheken mit optimaler Wirksamkeit, die durch Beratung, Vergabekriterien und Monitoring wie auch durch das relative Ausmass einer Zinsverbilligung erreicht wird.
  • Falls vorhanden, Engagement der Asset Manager der Hypothekenfonds durch Einforderung der CO2-Intensität der finanzierten Immobilien sowie der Verpflichtung zu Netto Null spätestens 2050, die primär durch einen Zuwachspfad grüner Hypotheken mit optimaler Wirksamkeit, die durch Beratung, Vergabekriterien und Monitoring wie auch durch das relative Ausmass einer Zinsverbilligung erreicht wird. Bei ausbleibendem Fortschritt oder ungenügender Performance, Deselektion von Mandaten und Fonds zugunsten von Anlagegefässen, deren Dokumentation maximale Klimawirkung nachweist.
  • Impact Investments in Green Bonds an externe Eigentümer für grüne Hypotheken.
  • Impact Investments in Green Bonds an externe Eigentümer für die Direktfinanzierung grüner Immobilien.

Reporting der direkten und indirekten CO2-Emissionen und ESG-Bestandesaufnahme

  • Direkte (ev. teils auch indirekte) Immobilien:

Dem Group Sustainability Report 2021 (Seite 85) ist zu entnehmen, dass auf Ebene Gruppe die CO2-Emissionen aggregiert bekannt und mit rund 50 kg CO2/m2/a für den vorwiegend ausserhalb der Schweiz in Europabefindlichen Bestand im Vergleich zum Durchschnitt in der Schweiz sehr hoch sind.

Für die Schweiz ist aber kein Reporting mit ESG-Indikatoren und CO2-Emissionen für die direkt gehaltenen und die allfälligen indirekten Immobilien ersichtlich.

  • Hypotheken:

Es ist keine Absicht ersichtlich für die Messung der finanzierten CO2-Emissionen, die durch den Bestand der Hypotheken finanziert werden.

Dekarbonisierungsziele für direkte und indirekte CO2-Emissionen und Massnahmenplanung

  • Direkte (ev. teils auch indirekte) Immobilien:

Es sind keine konkreten Ziele für einen 1.5°C-kompatiblen Absenkpfad der CO2-Emissionen mit Perspektive Netto Null 2040 der eigenen und allfälligen indirekten Immobilien ersichtlich.

  • Hypotheken und Green Bonds Immobilien:

Es sind keine konkreten Ziele für einen dezidierten Wachstumspfad für grüne Hypotheken, Green Bonds oder gleichwertige Finanzierungen für grüne Hypotheken und grüne Immobilien ersichtlich.

Stand der Umsetzung des Dekarbonisierungspfads seit 2020 mit Einschluss ESG- Ziele

  • Direkte (ev. teils auch indirekte) Immobilien:

Es ist noch kein Reporting über das Ausmaß der erreichten Reduktion der direkten und indirekten Emissionen oder über die Verbesserung anderer Nachhaltigkeitselemente ersichtlich.

  • Hypotheken und Green Bonds Immobilien:

Es ist kein Reporting über Fortschritte bei der Reduzierung der finanzierten CO2-Emissionen durch Erhöhung des Anteils an grünen Hypotheken, Green Bonds oder gleichwertigen Finanzierungen für grüne Immobilien ersichtlich.

Schlussfolgerung

Noch kein gesicherter Pfad zu Netto-Null spätestens 2050.

Positiv:

  • Die übergeordnete Allianz Gruppe verpflichtet sich für ihre Immobilien allgemein zu Netto-Null CO2-Emissionen 2050.

Jedoch:

  • Sowohl bei den eigenen Immobilien der Allianz Schweiz im Inland, als auch bei allfällig weiteren direkten oder indirekten Investitionen im In- und Ausland sind noch keine Aktivitäten zur Einleitung der geforderten beschleunigten Dekarbonisierung bis 2030 unter Berücksichtigung der relevanten UN-Sustainable Development Goals ersichtlich. Eine Systemperformance hin zu Netto-Null spätestens 2050 ist noch aufzubauen.
  • Bei den Hypotheken und anderen Immobilienfinanzierungen für externe Eigentümer ist keine Verpflichtung zu einem Zuwachspfad klimawirksamer grüner Hypotheken, von Green Bonds oder gleichwertigen Finanzierungen für grüne Hypotheken und für grüne Immobilien ersichtlich.

Noch fehlt eine Klimastrategie für einen Dekarbonisierungspfad, der im Einklang steht mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens – max. 1,5°C und Netto Null für die eigenen und die finanzierten CO2-Emissionen bis spätestens 2050, mit einem Zwischenziel der Halbierung bis 2030 und einer Perspektive von Netto Null Emissionen 2040.

 

Tendenz

Bewertung: stagnierend

Kommentar Klima-Allianz

  • Die Verpflichtung der übergeordneten Allianz Gruppe zum Netto-Null Ziel 2050 erscheint potenziell geeignet, der Allianz Schweiz die Durchführung systematischer Planungen der Absenkung der CO2-Emissionen zu erleichtern und dann soweit umzusetzen, dass das gesetzte Ziel erreicht werden kann.
  • Für die eigenen Immobilien und die indirekten Immobilien der Allianz Schweiz im In- und Ausland fehlt die Messung und Publikation der CO2-Emissionen.
  • Für alle Immobilieninvestitionen, direkten Besitz im In- und Ausland sowie für allfällige Kollektivanlagen im In- und Ausland sollte noch eine umfassende Klimastrategie ausgearbeitet werden, die auf der Basis eines genauen Umsetzungsplans einen Dekarbonisierungspfad mit Halbierung bis 2030 bewirkt und somit im Einklang mit einem Netto-Null-Ziel bis spätestens 2040 ist – immer unter Berücksichtigung der relevanten UN-Sustainable Development Goals.
  • Bei den Hypotheken sollte ein Angebot für grüne Hypotheken insbesondere für Sanierungen sowie ein Prozess implementiert werden, der zu einem Zuwachspfad führt.
  • Bei anderen Immobilienfinanzierungen für externe Eigentümer sollte ein Prozess implementiert werden, der zu einem Zuwachspfad von Green Bonds oder gleichwertigen Finanzierungen führt, eingesetzt für grüne Hypotheken und/oder grüne Immobilien mit optimaler CO2-Wirksamkeit insbesondere für Sanierungen.
  • Für sämtliche Klimahebel im Immobilienbereich sollte eine permanent zu ajustierende Massnahmenplanung zu einem ehrgeizigen Zwischenziel für 2030 gesetzt werden, so dass ein Potenzial besteht, bis 2040 Netto-Null zu erreichen.