Klimakompatibilität

Basellandschaftliche Pensionskasse blpk

Charakterisierung Vorsorgeeinrichtung

Die Basisinformationen sind im zutreffenden Factsheet des Klima-Ratings Finanzanlagen zu finden. 

Charakterisierung Teil Immobilien

Die Investitionen in Immobilien teilen sich gemäss Geschäftsbericht 2021 wie folgt auf (in Prozent aller Immobilienanlagen):

  • Direkte Immobilienanlagen: 69%
  • Indirekte Immobilienanlagen Inland: 17%
  • Indirekte Immobilienanlagen Ausland: 9%
  • Hypotheken (Kollektivanlagen): 5%
  • Green Bonds Immobilien: 0%

Nachhaltigkeitsstrategie Immobilien

  • Direkte Immobilien:

Das Mandat wird durch die 100%-ige blpk-Tochtergesellschaft Adimmo ausgeübt. Die Immobilien sind im Raum Nordwestschweiz konzentriert.

Gemäss Geschäftsbericht 2020 wurden rund ein Drittel der Gebäude in den letzten zehn Jahren gebaut, wobei sich die Energiebezugsfläche EBF um 40% erhöhte. Etwa ein Viertel der Liegenschaften entstand zwischen 1990 und 2010, weitere 40% zwischen 1950 und 1990. Aus demselben Bericht ging hervor, dass die blpk dank ihres Auftrages an die Firma Lemon Consult über Daten der CO2-Emissionen ihrer direkt gehaltenen Immobilien verfügt. Der Grossteil stammte aus der Wärmeversorgung durch Heizöl (30 %), Erdgas (25 %) und Blockheizkraftwerke (25 %). 20% der Emissionen entfielen auf Fernwärme (16%) und Wärmepumpen (4%). Der Energieverbrauch sank zwischen 2010 und 2020 um 35% und die CO2-Emissionen verringerten sich um 27%. Allerdings nutzen die Fernwärmelieferanten und die Blockheizkraftwerke zur Wärmegewinnung fast ausschliesslich fossile Brennstoffe.

Gemäss Geschäftsbericht 2021 beruhte die Verbesserung primär auf besserer Energieeffizienz via Sanierung älterer Liegenschaften. Im Jahr 2021 liess die blpk eine Projektion mit geplanten Massnahmen für die kommenden 10 Jahre durchführen, was ihr erlaubte, sich das Ziel der Reduktion des Energieverbrauchs bis 2031 zu setzen (s. unten). 

Kommentar Klima-Allianz

Die Festlegung eines Ziels ist eine ausgezeichnete Grundlage für weitere, konsolidierte Planungen der Absenkung der CO2-Emissionen mit Ziel Netto-Null spätestens 2050.

Es ist jedoch noch keine umfassende Klimastrategie ersichtlich, die einen raschen Absenkungspfad der CO2-Emissionen mit Einschluss von ESG-Zielen anvisiert, Zwischen- und Endziele festlegt für den Zeitraum bis 2050, Reporting definiert und die inhaltlich auf folgenden Pfeilern beruht:

  • Maximale, über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Ausschöpfung des Potenzials energetischer Sanierungen des Altbestandes nach bestem Stand der Technik – mit maximaler Optimierung bei der Senkung des Energieverbrauchs und der vollständigen Umstellung auf erneuerbare Energien – sowie mit Einbezug der grauen Energie (Scope 3 upstream) und der extern generierten Emissionen durch Energiebezüge (Scope 2) und Verkehr (Scope 3 downstream) in die Planungsentscheide.
  • Neubauten sind konform zu den im Zeitpunkt der Planung fortgeschrittensten Energiestandards, umfassend Scope 1 (direkte Emissionen), Scope 2 und Scope 3.
  • Vorausschauende Verbrauchssteuerung via Gebäudetechnik und Mieterengagement sowie ein enges CO2- und Energie-Monitoring.
  • Maximale Realisierung der Potenziale der Photovoltaik zur Minimierung der territorialen Emissionen der Schweiz mit Dekarbonisierung von Verkehr, Industrie und Gebäuden via Hochfahren der Produktion von solar produzierten Stroms.
  • Bestmögliche Minimierung der Verluste grauer Energie durch bewusste Entscheidungen im Falle von Sanierung oder Neubau, durch Verwendung von Baumaterialien mit möglichst geringem CO2-Fussabdruck, durch Maximierung der Wiederverwendung und -Verwendbarkeit von Baumaterialen, Bauteilen und Energietechnik (Scope 3 upstream).
  • ESG-Positiv-Wirkung im Sinne der Sustainable Development Goals (SDG), insbesondere aber nicht nur von Goal 7 “Affordable and Clean Energy”, von Goal 10 “Reduce Inequality” in Verbindung mit Goal 10.2 “Empower and promote social and economic inclusion of all” und von Goal 11 “Sustainable Cities and Communities” in Verbindung mit Goal 11.1 “Ensure access for all to adequate, safe and affordable housing”.
  • Reduktion des Wasserverbrauchs, insbesondere Warmwasser.
  • Indirekte Immobilien:

Aus dem Geschäftsbericht 2020 ging hervor, dass die blpk für ihre Immobilienfonds In- und Ausland Bewertungen auf Basis des globalen ESG- und Klima-Managementstandards GRESB eingeholt hat. Während die Fonds Inland durch GRESB noch nicht gut erfasst werden konnten, somit die Resultate wenig aussagekräftig sind, gab es für die blpk-Immobilienfonds Ausland ein auswertbares Ergebnis: 11% sind mit 5 Sternen und 56% mit 4 Sternen bewertet, was gut erscheint; hingegen waren 19% mit 1 Stern klassiert und sind offensichtlich klimaschädlich.

Kommentar Klima-Allianz

Die Einholung von GRESB-Labels ist ein guter erster Schritt, der das Fundament für entschlossene Dekarbonisierungschritte unter Einbezug der ESG-Qualität ermöglicht.

Es ist jedoch noch keine umfassende Klimastrategie ersichtlich, die einen raschen Absenkungspfad der CO2-Emissionen mit Einschluss von ESG-Zielen zum Ziel hat und folgende Wirkachsen kombiniert:

  • Engagement der Asset Manager durch Einforderung der CO2-Emissionen pro m2 und von detaillierten ESG-Informationen sowie der Verpflichtung zu Netto Null spätestens 2050. Fortgeschrittene Vermögensverwalter sind in der Lage, diese beispielsweise auf der Basis der weit verbreitenden Teilnahme am globalen ESG- und Klima-Managementstandard GRESB zu gewinnen. In der Schweiz haben fortgeschrittene Fondsverwalter mit den neuen Leitlinien “Umweltrelevante Kennzahlen” der AMAS eine gute Grundlage zur Dokumentation der Treibhausgasemissionen.
  • Bei ausbleibendem Fortschritt oder ungenügender Performance, Deselektion von Mandaten und Fonds zugunsten von Anlagegefässen, deren Dokumentation maximale Klimawirkung und ESG-Qualität nachweist.
  • Hypotheken und Green Bonds Immobilien:

Alle Hypothekeninvestitionen sind im In- und Ausland in Kollektivgefässe angelegt. Anstatt in direkte Hypothekaranlagen investiert die blpk in kollektive Anlagegefässe, die ihrerseits in Schweizer Hypotheken investieren.

Es ist keine Absicht ersichtlich, im Bereich der Finanzierung von beeinflussbaren, externen Immobilieneigentümern eine Strategie zu konzipieren insbesondere für einen Zuwachspfad von Sanierungen mit optimaler Energieeffizienz und Dekarbonisierung.

Kommentar Klima-Allianz

Eine Klimastrategie sollte sich auf die folgenden Wirkachsen abstützen:

  • Engagement der Asset Manager der Hypothekenfonds durch Einforderung der CO2-Intensität der finanzierten Immobilien sowie der Verpflichtung zu Netto Null spätestens 2050, die primär durch einen Zuwachspfad grüner Hypotheken mit optimaler Wirksamkeit, die durch Beratung, Vergabekriterien und Monitoring wie auch durch das relative Ausmass einer Zinsverbilligung erreicht wird.
  • Bei ausbleibendem Fortschritt oder ungenügender Performance, Deselektion von Mandaten und Fonds zugunsten von Anlagegefässen, deren Dokumentation maximale Klimawirkung nachweist.
  • Impact Investments in Green Bonds für grüne Hypotheken.
  • Impact Investments in Green Bonds für die Direktfinanzierung grüner Immobilien.

Reporting der direkten und indirekten CO2-Emissionen und ESG-Bestandesaufnahme

  • Direkte Immobilien:

Aus Geschäftsbericht 2020 und Geschäftsbericht 2021 geht hervor, dass die blpk über Daten der CO2eq-Emissionen ihrer direkt gehaltenen Immobilien verfügt. Es werden nicht nur die direkten Emissionen (Scope 1) gemessen, sondern auch die extern generierten Emissionen durch Energiebezüge in Form von (teilweise) mit fossilen Energieträgern betriebenen Blockheizkraftwerken und Fernwärme (Scope 2). Die Emissionen lagen 2020 bei rund 13 kg CO2eq/m2 EBF, leicht unter dem durch den Dienstleister angegebenen Schweizer Durchschnitt von rund 14.5 kg CO2eq/m2 EBF. 

Kommentar Klima-Allianz

  • Im Reporting sind hingegen keine Informationen zur umfassenden Bestandesaufnahme und zur Verbesserung der ESG-Qualität im Sinne der Rating-Kriterien der Klima-Allianz ersichtlich.
  • Indirekte Immobilien:

Es ist kein Reporting mit detaillierten CO2-Emissionen unter Einbezug passender ESG-Indikatoren für die in kollektive Anlagen investierten Immobilien ersichtlich.

  • Hypotheken:

Es ist keine Absicht ersichtlich für die Messung der finanzierten CO2-Emissionen, die durch den Bestand der Hypotheken-Kollektivanlagen in der Schweiz finanziert werden.

Dekarbonisierungsziele für direkte und indirekte CO2-Emissionen und Massnahmenplanung

  • Direkte Immobilien:

Wie oben erwähnt gibt der Geschäftsbericht 2021 Auskunft über einen geplanten Absenkpfad: “In den nächsten zehn Jahren kann sich der Energieverbrauch um 37% verringern. Wie erreichen wir dieses Ergebnis? Indem wir unsere Liegenschaften energetisch laufend sanieren. Heizungen mit fossilen Brennstoffe ersetzen wir dabei durch ökologischere Systeme (Wärmepumpe, Erdsonde etc.). Der Anteil von Fernwärme und Strom für Wärmepumpen am Endenergieverbrauch wird in den nächsten zehn Jahren stark steigen. Im Gegenzug sinkt der Anteil fossiler Brennstoff (Erdöl und Erdgas) von heute 42% auf etwa 25%”.

Kommentar Klima-Allianz

  • Die Festlegung eines Ziels per 2031 ist eine ausgezeichnete Grundlage für weitere, konsolidierte Planungen der Absenkung der CO2-Emissionen mit Ziel Netto-Null spätestens 2050.
  • Das Ziel fundiert jedoch auf dem Energieverbrauch, noch nicht auf den COeq-Emissionen. Im Prinzip könnte dadurch angenommen werden, dass der Schwerpunkt auf energetischen Sanierungen liegt, und der Wechsel auf nichtfossile Energieträger der Liegenschaften selbst oder bei externen Wärmelieferanten – Blockheizkraftwerken und Fernwärme – vernachlässigt bleibt. Bei letzteren wäre Engagement für Strategien zur weitestgehenden Umstellung auf erneuerbare Energien hin zu Abwahl bei ungenügendem Fortschritt – also Umstellung auf eigene Wärmeerzeugung – eine denkbare Möglichkeit, um den angezeigten ambitionierten Dekarbonisierungspfad zu ermöglichen. Die eigene Verpflichtung eines grossen Immobilienplayers in der Region wie die blpk mit Adimmo zu Netto-Null spätestens 2050 hätte Signal- und Druckwirkung auf externe Wärmelieferanten.
  • Die Zielstellung sollte deshalb auf der Basis der effektiven CO2eq-Emissionen pro m2 erfolgen, unter Beibehaltung des sehr unterstützenswerten Reportings mit Einschluss des Scope 2.
  • Noch ausstehend sind Informationen zum Einbezug der Emissionen der grauen Energie (Scope 3 upstream) und der extern generierten Emissionen durch den Verkehr der Nutzer (Scope 3 downstream) in die Planungsentscheide.
  • Im Reporting sind ebenfalls keine Informationen zu einer ESG-Positiv-Wirkung im Sinne der Sustainable Development Goals (SDG) ersichtlich, insbesondere aber nicht nur von Goal 7 “Affordable and Clean Energy”, von Goal 10 “Reduce Inequality” in Verbindung mit Goal 10.2 “Empower and promote social and economic inclusion of all” und von Goal 11 “Sustainable Cities and Communities” in Verbindung mit Goal 11.1 “Ensure access for all to adequate, safe and affordable housing”.
  • Indirekte Immobilien:

Es sind noch keine konkreten Ziele für einen 1.5°C-kompatiblen Absenkpfad der CO2-Emissionen für die in kollektive Anlagen investierten Immobilien ersichtlich.

  • Hypotheken und Green Bonds Immobilien:

Es sind keine konkreten Ziele für einen dezidierten Wachstumspfad für grüne Hypotheken, Green Bonds oder gleichwertige Finanzierungen für grüne Hypotheken und grüne Immobilien ersichtlich.

Stand der Umsetzung des Dekarbonisierungspfads seit 2020 mit Einschluss ESG- Ziele

  • Direkte Immobilien:

Es ist noch kein Reporting über das Ausmaß der erreichten Reduktion der direkten und indirekten Emissionen oder über die Verbesserung anderer Nachhaltigkeitselemente mit Bezugsjahr 2020 ersichtlich.

  • Indirekte Immobilien:

Es ist kein Reporting über das Ausmaß der erreichten Reduktion der direkten und indirekten Emissionen oder über die Verbesserung andere Nachhaltigkeitselemente ersichtlich.

  • Hypotheken und Green Bonds Immobilien:

Es ist kein Reporting über Fortschritte bei der Reduzierung der finanzierten CO2-Emissionen durch Erhöhung des Anteils an grünen Hypotheken oder Green Bonds für grüne Immobilien ersichtlich.

Schlussfolgerung

Aktuell, noch kein Pfad zu Netto-Null spätestens 2050.

Positiv:

  • Bei den eigenen Immobilien sind CO2-Messdaten rückwirkend auf 2010 vorhanden.
  • Ein Plan zur Senkung des Energieverbrauchs (Erhöhung der Energieeffizienz) per 2031 liegt vor. Ein bestimmtes Potenzial für eine zukünftige Systemperformance zu Netto-Null 2050 ist erkennbar.
  • Bei den indirekten Immobilien haben erste Anforderungen von ESG-Ratings zu einer bestimmten Übersicht geführt. Ein Anfangsschritt in Richtung einer zukünftigen Systemperformance zu Netto-Null 2050 ist erfolgt.

Jedoch:

  • Bei den eigenen Immobilien sind Aktivitäten zur Festlegung eines Dekarbonisierungspfades auf der Basis der CO2-Emissionen hin zu Netto-Null 2050 unter Berücksichtigung der relevanten UN-Sustainable Development Goals noch ausstehend.
  • Bei den indirekten Immobilienanlagen sind keine Aktivitäten zur Anforderung der CO2-Emissionen mit dem Ziel der Einleitung eines Dekarbonisierungspfades hin zu Netto-Null 2050 ersichtlich. Eine Systemperformance zu Netto-Null spätestens 2050 ist noch aufzubauen.
  • Bei den Hypotheken-Kollektivanlagen und anderen Immobilienfinanzierungen ist keine Verpflichtung zu einem Zuwachspfad klimawirksamer grüner Hypotheken und von Green Bonds oder gleichwertiger Finanzierungen für grüne Hypotheken oder für grüne Immobilien ersichtlich.

Noch fehlt eine Klimastrategie für einen Dekarbonisierungspfad, der im Einklang steht mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens – max. 1,5°C und Netto Null für die eigenen und die finanzierten CO2-Emissionen bis spätestens 2050, mit einem Zwischenziel der Halbierung bis 2030 und einer Perspektive von Netto Null Emissionen 2040.

 

Tendenz

Bewertung: stagnierend

Kommentar Klima-Allianz

  • Für die eigenen Immobilien fehlt die Festlegung eines Dekarbonisierungspfades auf der Basis der bereits gemessenen CO2-Emissionen.
  • Es sollte eine umfassende Klimastrategie mit der Verpflichtung auf konkrete und ehrgeizige Zwischenziele ausgearbeitet werden, die auf der Basis eines genauen Umsetzungsplans einen Dekarbonisierungspfad mit Halbierung bis 2030 bewirkt und somit im Einklang mit einem Netto-Null-Ziel bis spätestens 2050 ist – immer unter Berücksichtigung der relevanten UN-Sustainable Development Goals.
  • Die Klimastrategie sollte auch die Kollektivanlagen in Immobilien im In- und Ausland, die Hypotheken-Kollektivanlagen sowie das Impact Investing in Green Bonds für grüne Hypotheken und für grüne Immobilien umfassen.
  • Via Produktselektion und Engagement oder Auswechslung von Managern sollte bei den Kollektivanlagen in Immobilien die regelmässige Dokumentation der ESG-Qualität und der CO2-Emissionen pro m2 gesichert werden – und die Verpflichtung zum Netto-Null Ziel spätestens 2050.
  • Via Produktselektion und Engagement oder Auswechslung von Managern sollte bei den Hypothekenfonds die Dokumentation der CO2-Emissionen pro m2 der finanzierten Immobilien – und die Verpflichtung zu Netto Null spätestens 2050, die primär erreicht wird durch einen Zuwachspfad grüner Hypotheken mit optimaler Wirksamkeit und durch Beratung, durch zwingende Vergabekriterien und durch Zinsverbilligung.
  • Bei anderen Immobilienfinanzierungen sollte ein Prozess implementiert werden, der zu einem Zuwachspfad von Green Bonds oder gleichwertiger Finanzierungen führt, eingesetzt für grüne Hypotheken und/oder grüne Immobilien mit optimaler CO2-Wirksamkeit insbesondere für Sanierungen.
  • Für sämtliche Klimahebel im Immobilienbereich sollte eine permanent zu ajustierende Massnahmenplanung zu Netto Null spätestens 2050 implementiert und ein ehrgeiziges Zwischenziel für 2030 gesetzt werden, so dass ein Potenzial besteht, bis 2040 Netto-Null zu erreichen.