Klimakompatibilität

BVK

(Personalvorsorge des Kantons Zürich)

Charakterisierung Vorsorgeeinrichtung

Die Basisinformationen sind im zutreffenden Factsheet des Klima-Ratings Finanzanlagen zu finden. 

Charakterisierung Teil Immobilien

Die Investitionen in Immobilien teilen sich gemäss Geschäftsbericht 2021 und ergänzenden Informationen an die Klima-Allianz wie folgt auf (in Prozent aller Immobilienanlagen):

  • Direkte Immobilienanlagen: 68%
  • Indirekte Immobilienanlagen Ausland: 14%
  • Hypotheken konventionell: 10.5%
  • Hypotheken nachhaltig an Wohnbaugenossenschaften: 7%
  • Green Bonds Immobilien: 0.5% (Schätzung der Klima-Allianz)

Nachhaltigkeitsstrategie Immobilien

  • Direkte Immobilien:

Wie sie in der Publikation “Politik der verantwortungsbewussten Anlagen” (Juni 2020) darlegt, hat die BVK sich zu einer Leadership-Rolle bei den direkt gehaltenen Immobilien bekannt. Bereits hat sie eine Senkung des CO2-Ausstosses des Immobilienportfolios um über 50% auf 12 kg/m2 BGF Bruttogeschossfläche/a (im Vgl. zu 1990 mit Bezugswert 25 g/m2 BGF/a) erreicht. Die BVK bekennt sich zu den langfristigen CO2-Zielen der Schweiz und wird diese mit geeigneten Massnahmen vorzeitig erfüllen.

Für ihre direkten Immobilien in der Schweiz integriert die BVK CO2- und ESG-Anforderungen bei Planung, Erwerb, Sanierung und Betrieb der Liegenschaften. Inhaltlich werden Zielvorgaben für das CO2- und ESG-Profil festgelegt, fossile Heizung und Kühlung vermieden und ersetzt, eigene Stromversorgung angestrebt und die Energieeffizienz maximiert. Sie hält bei Neubauten – wenn möglich – den Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS Hochbau) ein.

Die Indikatoren sind für ESG-Ziele das jährliche ESI-Rating der Liegenschaften und des Portfolios auf der Basis des ESI-Indikators (Economic Sustainability Indicator mit starkem Einbezug der ESG-Kriterien) des Center for Corporate Responsibility and Sustainability (CCRS) der Universität Zürich, sowie für das Klimaziel die CO2-Intensität pro m2 EBF. Gemäss Informationen der BVK anlässlich eines Austauschs mit der Klima-Allianz vom April 2022 geht sie dabei weiter als nur mit der Erfassung der direkten CO2-Emissionen: sie verwendet die klimarelevanten CO2-Umrechnungsfaktoren der Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren KBOB, welche die direkten Emissionen des Scope 1 plus die Emissionen aus der bezogenen Energie wie Strom und insbesondere Fernwärme des Scope 2 erfassen.

Die BVK hat sich für ihre direkten Immobilien in der Schweiz das Ziel der Reduktion des CO2- Ausstosses von 70% bis 2030 gesetzt (im Vergleich zum Basisjahr 1990). Gemäss Mitteilung der BVK vom April 2022 soll 2030 der Zielwert 5.5 kg/m2/EBF/a erreicht werden.

Damit wird der Absenkpfad 2020-2030 im Vergleich zum Absenkpfad 1990-2020 erheblich beschleunigt: die Reduktion war etwas über 50% in den 30 Jahren von 1990 bis 2020, also mit einer Geschwindigkeit von ca. 17% pro 10 Jahre (von 25 kg/m2 EBF/a auf 12 kg/m2 EBF/a; siehe oben), während der Plan 2020-2030 eine weitere beschleunigte Absenkung von 12 kg/m2 EBF/a auf 5.5 kg/m2/EBF/a, also etwas mehr als 50% vorsieht (in Bezug auf 1990: total 75% bis 2030); dies entspricht einer Geschwindigkeit von ca. 50% für die nächsten 10 Jahre von 2020 bis 2030 statt von nur 17% während der vorgängigen 30 Jahre.

Hält die BVK diese Senkungsgeschwindigkeit auch nach 2030 ein, dann wären Null-Emissionen um 2040-2045 erreicht statt erst 2050 wie vom Bundesrat-Ziel vorgegeben.

  • Indirekte Immobilien:

Die BVK ist gemäss Geschäftsbericht 2021 zum einen via die Anlagegruppe AFIAA Global der Anlagestiftung AFIAA by Avadis in eher direkter Weise in Immobilien im Ausland investiert –  sie verfügt über eine Vertretung im Stiftungsrat zusammen mit anderen Pensionskassen, somit über eine hohe Kontrollmöglichkeit: die AFIAA Global verfügt über Nachhaltigkeitsgrundsätze mit ESG-Fokus, insbesondere Reduktion CO2-Emissionen. Weiterhin ist die BVK indirekt an ausländischen Immobilienfonds beteiligt, wo sie via Investor’s Engagement Einfluss nimmt.

Die BVK arbeitet an der Analyse ihrer indirekten Immobilien im Ausland, basierend auf dem globalen ESG- und Klima-Bewertungsstandard GRESB Real Estate Assessment mit Benchmark im Vergleich zu den Peers, bzw. verlangt von den externen Fondsverwaltern (indirekte Immobilien) entsprechende Daten. Verlangt wird in beiden Fällen ein GRESB-Rating von mindestens 3 Sternen (von max. 5). Zudem fliesst das CO2-Niveau in Investment-Entscheide ein. Wo Daten fehlen, betreibt die BVK Engagement bei den Sub-Fund Managern zur CO2-Messung und -Offenlegung. Sie verlangt parallel dazu bei der Selektion der Sub-Fund-Manager den Nachweis der Unterzeichnung der UN Principles for Responsible Investment (UN-PRI).

  • Hypotheken und Green Bonds Immobilien:

Die BVK vergibt gemäss Informationen anlässlich des erwähnten Austauschs mit der Klima-Allianz vom April 2022 Hypotheken an Wohnbaugenossenschaften, aktuell im Umfang von CHF 630 Mio, entsprechend rund 1.5% der Aktiven respektive rund 7% gemessen an den Immobilienanlagen. Sie gehen als institutionelle Hypotheken an gemeinnützige Wohnbauträger in der Schweiz mit Schwergewicht Raum Zürich. Damit werden 3300 gemeinnützige Wohnungen und 840 Studentenzimmer finanziert. Die BVK verknüpft damit eine positive Sozial- und Klima-Wirkung gemäss Sustainable Development Goals (SDG) verknüpft, konkret von Goal 10 “Reduce Inequality” und Goal 11 “Sustainable Cities and Communities”.

Für die vorwiegend an Private zu vergebenden Hypotheken wurde das Angebot erweitert auf eine “Grüne Hypothek” und eine “Öko-Hypothek”; beide sollen durch die vergünstigte Finanzierung von Massnahmen zur Verbesserung der Energie-/CO2-Bilanz einer Immobilie darauf abzielen, Anreize für die Klimatransition für private Immobilien-Eigentümer bei Neubau und Sanierung zu setzen. Die aktuelle, befristete 0,0% Hypothek-Aktion soll als Mehrdarlehen für energetische Sanierung (CHF 30’000 – 50’000) für Neukunden dienen, während die Grüne Hypothek im Standardangebot als Mehrdarlehen für energetische Sanierung fungieren soll (CHF 50’000 – 100’000 mit 1% Einmalprämie des Darlehensvolumens für bestehende Kunden).

Kommentar Klima-Allianz

  • Der Anteil der beiden nachhaltigen Hypotheken am Gesamtvolumen der Hypotheken ist angesichts der kürzlichen Lancierung noch nicht bekannt.

Schliesslich hat die BVK gemäss Informationen der BVK anlässlich des erwähnten Austauschs mit der Klima-Allianz vom April 2022 begonnen, in Green Bonds von Immobiliengesellschaften zu investieren, welche Kapital beschaffen für spezifische energieeffiziente Neubauten.

Reporting der direkten und indirekten CO2-Emissionen und ESG- Bestandesaufnahme

  • Direkte Immobilien:

Wie oben erwähnt, kennt die BVK die CO2-Emissionen ihres Immobilienbestandes. Sie verwendet die klimarelevanten CO2-Umrechnungsfaktoren der Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren KBOB, welche die direkten Emissionen des Scope 1 plus die Emissionen aus der bezogenen Energie wie Strom und insbesondere Fernwärme des Scope 2 erfassen. Das ESI-Rating beurteilt das Nachhaltigkeitsprofil einer Liegenschaft anhand von 40 Einzelkriterien aus den fünf Themenbereichen Flexibilität und Polyvalenz, Energie- und Wasserabhängigkeit, Erreichbarkeit und Mobilität, Sicherheit sowie Gesundheit und Komfort.

  • Indirekte Immobilien:

Wie oben erwähnt, arbeitet die BVK an der Analyse ihrer indirekten Immobilien im Ausland, basierend auf dem globalen ESG- und Klima-Bewertungsstandard GRESB, bzw. verlangt von den externen Fondsverwaltern (indirekte Immobilien) entsprechende Daten. Zudem fliesst das CO2-Niveau in Investment-Entscheide ein. Wo Daten fehlen, betreibt die BVK Engagement bei den Sub-Fund Managern zur CO2-Messung und -Offenlegung.

Kommentar Klima-Allianz

Die Einholung von GRESB-Labels samt CO2-Daten legt das Fundament für entschlossene Dekarbonisierungschritte unter Einbezug der ESG-Qualität.

Es ist jedoch noch keine umfassende Klimastrategie ersichtlich, die einen raschen Absenkungspfad der CO2-Emissionen mit Einschluss von ESG-Zielen zum Ziel hat und folgende Wirkachsen kombiniert:

  • Engagement der Asset Manager durch Einforderung der CO2-Emissionen pro m2 und von detaillierten ESG-Informationen sowie der Verpflichtung zu Netto Null spätestens 2050. Fortgeschrittene Vermögensverwalter sind in der Lage, diese in der Tat auf der Basis der weit verbreiteten Teilnahme am globalen ESG- und Klima-Managementstandard GRESB zu gewinnen.
  • Bei ausbleibendem Fortschritt oder ungenügender Performance, Deselektion von Mandaten und Fonds zugunsten von Anlagegefässen, deren Dokumentation maximale Klimawirkung und ESG-Qualität nachweist.
  • Hypotheken:

Es ist keine Absicht ersichtlich für die Messung der finanzierten CO2-Emissionen, die durch den Bestand der Hypotheken finanziert werden.

Dekarbonisierungsziele für direkte und indirekte CO2-Emissionen und Massnahmenplanung

  • Direkte Immobilien:

Wie oben erwähnt hat sich die BVK für ihre direkten Immobilien in der Schweiz das Ziel der Reduktion des CO2- Ausstosses von 70% bis 2030 gesetzt (im Vergleich zum Basisjahr 1990).

  • Indirekte Immobilien:

Es sind keine konkreten Ziele für einen 1.5°C-kompatiblen Absenkpfad der CO2-Emissionen für die in kollektive Anlagen investierten Immobilien ersichtlich.

  • Hypotheken und Green Bonds Immobilien:

Wie oben erwähnt investiert die BVK rund 1.5% der Aktiven in nachhaltige Impact-Hypotheken an Wohnbaugenossenschaften und hat begonnen, in Green Bonds für grüne Immobilien zu investieren, sowie “Grüne Hypotheken” und “Öko-Hypotheken” zu vergeben – allerdings in unbekanntem Ausmass.

Stand der Umsetzung des Dekarbonisierungspfads seit 2020 mit Einschluss ESG- Ziele

  • Direkte Immobilien:

Wie oben erwähnt beschleunigt die BVK ihren Absenkpfad 2020-2030 im Vergleich zum Absenkpfad 1990-2020. Hält die BVK die Senkungsgeschwindigkeit auch nach 2030 ein, dann wären Null-Emissionen um 2040-2045 erreicht statt erst 2050 wie vom Bundesrat-Ziel vorgegeben.

  • Indirekte Immobilien:

Es ist noch kein Reporting über das Ausmaß der Reduktion der direkten und indirekten Emissionen oder über die Verbesserung andere Nachhaltigkeitselemente ersichtlich.

  • Hypotheken und Green Bonds Immobilien:

Es ist noch kein Reporting über Fortschritte bei der Reduzierung der finanzierten CO2-Emissionen durch Erhöhung des Anteils an grünen Hypotheken, Green Bonds oder gleichwertigen Finanzierungen für grüne Immobilien ersichtlich.

Schlussfolgerung

“Good Practice” Pensionskasse:

  • Eine übergreifende, systematische Politik der verantwortungsbewussten Anlagen” ist vorhanden.
  • Das Reporting der CO2-Emissionen umfasst neben den direkten CO2-Emissionen auch die Emissionen aus der bezogenen Energie wie Strom und insbesondere Fernwärme.
  • Die direkten Immobilienanlagen der BVK befinden sich auf einem CO2-Absenkpfad von rund 50% während der vergangenen 30 Jahre seit 1990, also von rund 17% pro 10 Jahre. Für die kommenden 10 Jahre von 2020 bis 2030 soll eine erheblich beschleunigte Absenkung von rund 50% erreicht werden, mit Zielwert 2030 von 5.5 kg CO2/m2/a.
  • Hält die BVK diese Senkungsgeschwindigkeit auch nach 2030 ein, dann wären Null-Emissionen um 2040-2045 erreicht statt erst 2050 wie vom Bundesrat-Ziel vorgegeben. Es besteht eine optimale Systemperformance zu Netto-Null 2050 mit Aussicht, das Netto-Null Ziel bereits 2040 zu erreichen.
  • Bei den indirekten Immobilien im Ausland ist eine Engagement-Strategie mit Einforderung von CO2- und ESG-Daten im Aufbau begriffen. Eine Systemperformance zu Netto-Null spätestens 2050 ist jedoch noch aufzubauen.
  • Bei den Hypotheken werden rund 1.5% der Aktiven (rund 7% der Immobilienanlagen oder rund 40% der Hypotheken) in nachhaltige Impact-Hypotheken an Wohnbaugenossenschaften angelegt.
  • Zudem hat die BVK begonnen, auch Grüne Hypotheken an Private zu vergeben.
  • Schliesslich hat die BVK begonnen, in Green Bonds für grüne Immobilien zu investieren.

Sobald das Reporting eine substanzielle und bereits getätigte Paris-kompatible Reduktion der finanzierten CO2-Emissionen aufzeigt, somit ein Dekarbonisierungspfad der direkten und indirekten Immobilienanlagen mit Perspektive Netto-Null 2040 sowie ein Mechanismus für einen Zuwachspfad von Green Bonds oder gleichwertigen Finanzierungen für grüne Hypotheken und/oder eigene grüne Hypotheken erkennbar ist, welche als in Linie mit dem 1,5°C-Ziel des Pariser Abkommens gemäss den Rating-Kriterien Immobilien eingestuft werden können, wird die Klima-Allianz die Höherstufung auf Grün vornehmen.

 

 

Tendenz

Bewertung: Potenzial zu Grün

Kommentar Klima-Allianz

  • Mit ihrer Politik der verantwortungsbewussten Anlagen hat die BVK eine optimale Grundlage geschaffen, um in naher Zukunft ihr gesamtes direktes Immobilienportfolio unter Berücksichtigung der ESG-Kriterien auf das Netto-Null Ziel bis 2040 ausrichten zu können.
  • Dank ihrer Arbeit an einem umfassenden Engagement gegenüber ihren indirekten, externen Vermögensverwaltern im  Ausland besteht die Aussicht, dass die BVK durch Einflussnahme und/oder Anbieterselektion auch bei den Kollektivanlagen einen  Dekarbonisierungspfad zu Netto-Null 2050 erreichen wird.
  • Mit ihrer Vergabe von nachhaltigen Impact-Hypotheken an Baugenossenschaften im Raum Zürich sowie mit der beginnenden Vergabe von grünen Hypotheken und mit Neuanlagen in Green Bonds für grüne Immobilien befindet sich die BVK im Anfangsstadium dazu, in Zukunft immer mehr zur beschleunigten Dekarbonisierung der Immobilien in diesem beeinflussbaren Segment besonders im Inland beitragen zu können –  bei Einhaltung der ESG-Kriterien.