Klimakompatibilität

Pro Medico

Charakterisierung Vorsorgeeinrichtung

Die Basisinformationen sind im zutreffenden Factsheet des Klima-Ratings Finanzanlagen zu finden.

Charakterisierung Teil Immobilien

Die Investitionen in Immobilien teilen sich gemäss Geschäftsbericht 2024 per 31.12.2024 wie folgt auf (in Prozent aller Immobilienanlagen):

  • Direkte Immobilienanlagen in der Schweiz: 0%
  • Indirekte Immobilienanlagen in der Schweiz: 100%
  • Hypotheken: 0 %
  • Green Bonds: 0%

Nachhaltigkeitsstrategie Immobilien

Auf Ihre Webseite formuliert die Pro Medico Stiftung allgemeine Nachhaltigkeitsgrundsätze. In ihrem Nachhaltigkeitspapier sind weitere Nachhaltigkeitsmerkmale aufgeführt wie zum Beispiel eine Bestandsaufnahme (Stand Juni 2023) der Mitgliedschaften der Anlagemanagern, Grundsätze zum Engagementarbeit und Berücksichtigung der UN-Sustainable Development Goals. Spezifische Nachhaltige Grundsätze bzw. Ziele für die Immobilienanlagen sind nicht publiziert.

  • Indirekte Immobilien:

Im Nachhaltigkeitspapier formuliert Pro Medico die Erwartung, dass die Vermögensverwalter von indirekten Immobilienmandaten bei der Auswahl der Anlagen
eine Nachhaltigkeitsstrategie verfolgen und darauf achten sollen, dass teilweise GRESB-Zertifizierungen vorhanden sind.

In den Nachhaltigkeitsberichten 2024 der Anlagemodule 1 und 2 sind ebenfalls Kennzahlen der CO2-Intensität veröffentlicht:

  • Die indirekten Immobilienanlagen des Anlagemoduls 1 wiesen die investierten Produkte der Zürcher Kantonalbank per Ende 2024 eine CO2-Intensität von 14.8 kg CO2/m2 (Scopes 1 und 2) und einen Anteil an fossiler Energie von 48.6% aus. Die Transparenzquote der Daten erreichte 68%.
  • Die indirekten Immobilienanlagen des Anlagemodul 2 wiesen die investierten Produkte der UBS (ex CS) per Ende 2024 eine CO2-Intensität von 13.3 kg CO2/m2 (Scopes 1 und 2) und einen Anteil an fossiler Energie von 60.6% aus. Die Transparenzquote der Daten erreichte 93%.

Über dieses Kennzahlen-Reporting hinaus ist jedoch noch keine detaillierte Strategie zur Dekarbonisierung der Immobilieninvestitionen in kollektive Kapitalanlagen mit Zwischen- und Endzielen ersichtlich.

Kommentar Klima-Allianz

Mit den zwar noch wenig verbindlich formulierten Erwartungen sowie den bereits zum Teil vorhandenen CO2-Kennzahlen liegt eine gute Basis für eine Klimastrategie vor.  Diese sollte einen raschen Absenkungspfad der CO2-Emissionen mit Einschluss von ESG-Zielen zum Ziel haben und die nachfolgenden Wirkachsen kombinieren.

Sie sollte Zwischen- und Endziele festlegen für den Zeitraum bis 2050, Reporting definieren und inhaltlich auf folgenden Pfeilern beruhen:

  • Fortsetzung des Engagements der Fondsmanager durch Vervollständigung der Einforderung der CO2-Emissionen pro m2 und von detaillierten Nachhaltigkeitsinformationen sowie der Verpflichtung zu Netto Null nicht viel später als 2040. Fortgeschrittene Vermögensverwalter sind in der Lage, diese beispielsweise auf der Basis der weit verbreitenden Teilnahme am globalen ESG- und Klima-Managementstandard GRESB zu gewinnen. In der Schweiz haben die Fondsverwalter mit den neuen Leitlinien „Umweltrelevante Kennzahlen“ der AMAS eine gute Grundlage zur Dokumentation der Treibhausgasemissionen.
  • Beschlussfassung für einen konkreten Reduktionsplan mit kurz- und mittelfristigen Zwischenzielen, der auch die relevanten UN-Sustainable Development Goals berücksichtigt.
  • Maximale, über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Ausschöpfung des Potenzials energetischer Sanierungen des Altbestandes in der Schweiz nach bestem Stand der Technik – mit maximaler Optimierung bei der Senkung des Energieverbrauchs und der vollständigen Umstellung auf erneuerbare Energien – sowie mit Einbezug der grauen Energie (Scope 3 upstream) und der extern generierten Emissionen durch Energiebezüge (Scope 2) und Verkehr (Scope 3 downstream) in die Planungsentscheide.
  • Neubauten sind konform zu den im Zeitpunkt der Planung fortgeschrittensten Energiestandards, umfassend Scope 1 (direkte Emissionen), Scope 2 und Scope 3.
  • Vorausschauende Verbrauchssteuerung via Gebäudetechnik und Mieterengagement sowie ein enges CO2- und Energie-Monitoring.
  • Maximale Realisierung der Potenziale der Photovoltaik zur Minimierung der territorialen Emissionen der Schweiz mit Dekarbonisierung von Verkehr, Industrie und Gebäuden via Hochfahren der Produktion von solar produzierten Stroms.
  • Bestmögliche Minimierung der Verluste grauer Energie durch bewusste Entscheidungen im Falle von Sanierung oder Neubau, durch Verwendung von Baumaterialien mit möglichst geringem CO2-Fussabdruck, durch Maximierung der Wiederverwendung und -Verwendbarkeit von Baumaterialen, Bauteilen und Energietechnik (Scope 3 upstream).
  • ESG-Positiv-Wirkung im Sinne der Sustainable Development Goals (SDG), insbesondere aber nicht nur von Goal 7 „Affordable and Clean Energy“, von Goal 10 „Reduce Inequality“ in Verbindung mit Goal 10.2 „Empower and promote social and economic inclusion of all“ und von Goal 11 „Sustainable Cities and Communities“ in Verbindung mit Goal 11.1 „Ensure access for all to adequate, safe and affordable housing“.
  • Reduktion des Wasserverbrauchs, insbesondere Warmwasser.
  • Bei ausbleibendem Fortschritt oder ungenügender Performance, Deselektion von Mandaten und Fonds zugunsten von Anlagegefässen, deren Dokumentation maximale Klimawirkung und ESG-Qualität nachweist.
  • Andere Immobilienfinanzierungen und Green Bonds Immobilien:

Es ist keine Absicht ersichtlich, im Bereich der Finanzierung von Klimalösungen eine Strategie zu konzipieren für einen Zuwachspfad von Hypotheken, Green Bonds oder gleichwertigen Finanzierungen für grüne Immobilien mit optimaler CO2-Wirksamkeit, insbesondere für Sanierungen mit optimaler Energieeffizienz und Dekarbonisierung.

Kommentar Klima-Allianz

Eine Klimastrategie sollte sich auf die folgenden Wirkachsen abstützen:

  • Impact Investments in Green Bonds oder vergleichbare Anlagelösungen von Emittenten, welche die Vergabe von grünen Hypotheken an externe Immobilieneigentümer finanzieren. Diese fördern klimapositive Sanierungen mit optimaler Energieeffizienz und Dekarbonisierung, aber auch Neukäufe oder Neubauten mit besonders hoher Klima- und ESG-Positiv-Wirkung.
  • Impact Investments in Green Bonds oder vergleichbare Anlagelösungen von Emittenten, welche für die Direktfinanzierung grüner Immobilien von externen Immobilieneigentümern bestimmt sind – schwergewichtig im Sinne klimapositiver Sanierungen mit optimaler Energieeffizienz und Dekarbonisierung, aber auch für Neukäufe oder Neubauten mit besonders hoher Klima- und ESG-Positiv- Wirkung.
  • Im Falle von Hypothekenfinanzierungen via Anleihen im Obligationenportfolio Schweiz der Pfandbriefbank, der Pfandbriefzentrale der Kantonalbanken oder direkt via Kantonalbanken, Engagement dieser Institute, welche die Hypothekenvergabe der Schweizer Banken refinanzieren; das Ziel sollte darin bestehen, dass letztere CO2-Emissions- und Energieträgerdaten bei den finanzierten privaten Gebäudebesitzern erheben mit der Perspektive, Einfluss auf die Dekarbonisierung dieses relevanten Teils des Gebäudebestandes der Schweiz zu nehmen.

Reporting der direkten und indirekten CO2-Emissionen und ESG- Bestandesaufnahme

  • Indirekte Immobilien:

Wie erwähnt liegen die CO2-Intensitäten zu einem grösseren Teil vor, sind aber noch unvollständig.

Dekarbonisierungsziele für direkte und indirekte CO2-Emissionen und Massnahmenplanung

  • Indirekte Immobilien:

Gemäss dem Nachhaltigkeitsbericht 2024 des Anlagemodul 1 werden für die investierten Produkte der Zürcher Kantonalbank Klimakriterien angewendet resp. Klimaziele definiert. Diese Ziele sind jedoch nicht bekannt.

Gemäss dem Nachhaltigkeitsbericht 2024 des Anlagemoduls 2 sind für die investierten Produkte der UBS (ex CS) keine Klimaziele oder Dekarbonisierungsansätze vorhanden.

  • Andere Immobilienfinanzierungen und Green Bonds Immobilien:

Es sind keine konkreten Ziele für einen dezidierten Wachstumspfad für Green Bonds oder gleichwertigen Finanzierungen für grüne Hypotheken und grüne Immobilien ersichtlich.

Stand der Umsetzung des Dekarbonisierungspfads seit 2020 mit Einschluss ESG-Ziele

  • Indirekten Immobilien:

Es sind keine konkreten Ziele für einen 1.5°C-kompatiblen Absenkpfad der CO2-Emissionen für die in kollektive Anlagen investierten Immobilien ersichtlich.

  • Andere Immobilienfinanzierungen und Green Bonds Immobilien:

Es ist kein Reporting über das Ausmass der Reduktion der direkten und indirekten Emissionen oder über die Verbesserung anderer Nachhaltigkeitselemente ersichtlich.

Schlussfolgerung

Aktuell noch kein publizierter, definitiv festgelegter Pfad zu Netto-Null nicht viel später als 2040 für die indirekten Immobilienanlagen.

Positiv:

  • Die aggregierten CO2-Emissionen der indirekten Immobilienanlagen von ProMedico werden seit 2024 mit einer zwar noch unvollständigen Transparenzquote publiziert.
  • Es sind Erwartungen zwar noch unverbindlicher Art bezüglich einer wenig präzisierten Nachhaltigkeitsstrategie an die Vermögensverwalter der indirekten Immobilienanlagen formuliert.

Jedoch:

  • Die Einleitung einer schnellen Dekarbonisierung unter Berücksichtigung der relevanten UN-Sustainable Development Goals ist noch nicht ersichtlich. Eine Systemperformance hin zu Netto-Null nicht viel später als 2040 ist noch aufzubauen.
  • Bei den anderen Immobilienfinanzierungen ist keine Verpflichtung zu einem Zuwachspfad klimawirksamer grüner Hypotheken, von Green Bonds oder gleichwertigen Finanzierungen für grüne Hypotheken und für grüne Immobilien ersichtlich.

Noch fehlt eine Klimastrategie für einen Dekarbonisierungspfad, der im Einklang steht mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens – max. 1,5°C und Netto Null für die finanzierten CO2-Emissionen nicht viel später als 2040, mit einem Zwischenziel der Halbierung bis 2030 im Vergleich zu 2020 und einer Perspektive von Netto Null Emissionen 2040.

 

Tendenz 2023-2025

Bewertung: Stagnierend

Kommentar Klima-Allianz

  • Eine Klimastrategie mit der Verpflichtung auf konkrete und ehrgeizige Zwischenziele sollte ausgearbeitet werden, die auf der Basis eines genauen Umsetzungsplans einen Dekarbonisierungspfad mit Halbierung bis 2030 im Vergleich zu 2020 bewirkt und somit im Einklang mit einem Netto-Null-Ziel bis spätestens 2050 ist – immer unter Berücksichtigung der relevanten UN-Sustainable Development Goals.
  • Die Klimastrategie sollte auch das Impact Investing in Green Bonds für grüne Hypotheken und für grüne Immobilien umfassen.
  • Via Produktselektion und Engagement oder Auswechslung von Managern sollte bei den Kollektivanlagen in Immobilien die Verpflichtung zum Netto-Null Ziel spätestens 2050 gesichert werden.
  • Bei anderen Immobilienfinanzierungen sollte ein Prozess implementiert werden, der zu einem Zuwachspfad von Green Bonds oder gleichwertigen Finanzierungen führt, eingesetzt für grüne Hypotheken und/oder grüne Immobilien mit optimaler CO2-Wirksamkeit insbesondere für Sanierungen.
  • Für sämtliche Klimahebel im Immobilienbereich sollte eine permanent zu ajustierende Massnahmenplanung zu Netto Null nicht viel später als 2040 implementiert und ein ehrgeiziges Zwischenziel für 2030 gesetzt werden, so dass ein Potenzial besteht, bis 2040 Netto-Null zu erreichen.