• Klima-Rating

    Stand November 2019

  • Klimaverträglichkeit der Anlagepolitik der Schweizer Pensionskassen, der SUVA und des AHV-Ausgleichsfonds Compenswiss

    Beurteilung der wichtigsten Institutionen bezüglich:

    • Klimakompatibilität der Anlagepolitik
    • Politische Aktivitäten
    • Dialog zwischen Versicherten und Kasse
  • Einstufung

    Rot: Nachzügler

    Orange:

    Bewegt sich

    Grün:

    Best Practice

  • Die Rating-Kriterien der Klima-Allianz

    ROT

    Die Institution

    • ist nicht transparent - sie führt keine Website mit ausreichenden Informationen und/oder sie verweigert die Beantwortung von Fragen der Klima-Allianz,
    • oder sie ist transparent aber aktuell nicht klimakompatibel, 
    • oder aber sie hat erst Absichtserklärungen geäussert, die bis zum heutigen Zeitpunkt (noch) nicht umgesetzt wurden. 

    Bedingung für die Höherstufung ist

    • die Publikation oder Zurverfügungstellung erster Resultate einer Dekarbonisierung, die auf einer ausreichend klimarelevanten Reallokation innerhalb des Portfolios beruht - etwa durch den Ausschluss der Kohleproduzenten, 
    • und/oder die verbindliche, öffentliche Ankündigung eines Verbesserungsplans mit einer stark klimarelevanten Dekarbonisierung mindestens des Aktienportfolios innerhalb eines Paris-kompatiblen Zeitrahmens, max. 1,5°C bis 2050.

    Aktivitäten im Investor's Engagement sind sehr zu begrüssen, aber nicht ausreichend für eine Höherstufung in der Klimakompatibilität. Die Rating-Kriterien der Klima-Allianz in Bezug auf das Investor's Engagement im spezifischen, kohlenstoffintensiven Bereich der Sektoren der fossilen Brennstoffe sowie der davon - insbesondere von Kohle - abhängigen Stromproduzenten erfordern in Kombination:

    • ein Engagement mit eindeutiger Zieldefinition und Wirkungsmessung,
    • festgelegte Ausstiegsfristen bei ausbleibendem Erfolg,
    • erste Schritte der Dekarbonisierung etwa durch progressive Untergewichtung besonders kohlenstoffintensiver Unternehmen mit schlechten Perspektiven einer Änderung des Geschäftsmodells.

    ORANGE

     

    Die Pensionskasse

    • hat einen Anfang in der Dekarbonisierung des Portfolios gemacht, namentlich etwa durch die öffentliche Ankündigung des Ausschlusses mindestens der Kohleproduzenten oder den Kohlekraftwerken aus dem Aktien- oder Obligationenportfolio,
    • und/oder sie hat eine ausreichend klimarelevante Reallokation  mindestens innerhalb des Aktien- oder Obligationenportfolios oder der alternativen Anlagen vorgenommen, den Erfolg mit der Analyse der CO2eq-Intensität (Scope 1, 2 und 3) oder einer Klima-Szenarioanalyse gemessen, und eine im Vergleich zum Marktdurchschnitt substanzielle Dekarbonisierung dokumentiert,
    • und/oder sie hat sich verbindlich ein überdurchschnittliches Verbesserungsziel gesetzt mit einer stark klimarelevanten Dekarbonisierung mindestens des Aktienportfolios innerhalb eines Zeitrahmens, der als in Linie mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens eingestuft werden kann. 

    Eine Perspektive für eine "Best Practice" Dekarbonisierung ist erkennbar, die mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens vereinbar erscheint - max. 1,5°C bis 2050.

    GRÜN

    Die "Best-Practice" Pensionskasse

    • bekennt sich grundsätzlich zu einer systematisch nachhaltigen, mindestens die Ausland-Aktien und -Obligationen umfassenden Anlagepolitik, die auf der konsequenten Selektion der Unternehmen aufgrund der ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) basiert: sie  erzielt damit in der Regel auch die Bevorzugung von Firmen mit tiefem Treibhausgasausstoss (CO2eq-Intensität Scope 1, 2 und 3) oder tiefem Klima-Impact in einer Szenarioanalyse; sie hat zudem öffentlich erklärt, nicht in Unternehmen der fossilen Energien anzulegen,
    • und/oder sie verfolgt eine umfassend dokumentierte, schon breit umgesetzte "Best Practice" Klimastrategie mit einer überdurchschnittlichen, in naher Zukunft weiter voranschreitenden    Dekarbonisierung mindestens ihrer Aktien- und Obligationen-Portfolien, gemessen mit einer Analyse der CO2eq-Intensität (Scope 1, 2 und 3) oder einer Klima-Szenarioanalyse; sie bewegt sich somit auf einem Pfad, der als in Linie mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens eingestuft werden kann - max. 1.5°C bis 2050; dies beinhaltet naturgemäss auch umfassende grüne Investitionen etwa in erneuerbare Energien.

    Für den Entscheid zur Einstufung in die Gruppe der "Best Practice" Spitzenreiter berücksichtigt die Klima-Allianz im Sinne von Bonusfaktoren zusätzlich in Kombination die folgenden Positivkriterien:

    • es ist ersichtlich, dass die Pensionskasse nicht nur Aktien und Obligationen, sondern insbesondere auch  die Alternativen Anlagen wie Private Equity, Infrastructure,  Insurance Linked Securities, Private Debts​) gemäss "Best Practice" anlegt - mit grünen Investitionen etwa in erneuerbare Energien,
    • im Feld der Obligationen wird auch in nachgewiesenermassen klima-positive Green Bonds angelegt,
    • im Feld der Immobilien-Direktanlagen (eigener Gebäudebestand) werden überdurchschnittliche Klimamassnahmen und ein geplanter CO2-Absenkpfad nachgewiesen, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausreichen ("Best Practice" Gebäudeisolation, fossil-freie Heizung etwa mit  Wärmepumpen und erneuerbarem Strom oder mit weitgehend fossil-freier Fernwärme; gute Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr),
    • es wird anerkannt, dass die Institution prioritär die ihr aufgrund ihrer vordefinierten Anlagestrategie - Aufteilung auf die Anlagekategorien - zur Verfügung stehenden Klimahebel betätigt, 
    • die Kasse verpflichtet sich zur Befolgung der UN-Principles of Responsible Investing und zum entsprechenden Reporting - diese UN-PRI fundieren auf der Erkenntnis, dass Nachhaltigkeits/ESG-Faktoren ein finanzielles Risiko darstellen, 
    • durch ihre Mitgliedschaft bei Swiss Sustainable Finance anerkennt die Pensionskasse die Notwendigkeit, dass der Finanzplatz Schweiz, also auch die Vorsorgeeinrichtungen, eine führende Rolle für nachhaltige und klimaverträgliche Finanzflüsse einnehmen müssen,
    • unter den Investoren-Initiativen ist dabei die Teilnahme am Montreal Carbon Pledge klimawirksam mit der damit verbundenen Verpflichtung der Pensionskasse, den CO2-Fussabdruck der Portfolien regelmässig zu messen; besonders herausragend ist die Mitgliedschaft in der Portfolio Decarbonisation Coalition  der Investoren und Asset Manager, da diese eine kritische Masse von Investoren - besonders von Pensionskassen - generieren will, die mit dem guten Beispiel vorangehen und ihre Portfolio-Anlagen sukzessive dekarbonisieren,
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