„Nachhaltigkeits-Initiative“, wirklich?

Am 14. Juni geht es wieder an die Urnen. Diesmal geht es unter anderem um eine Initiative, welche fälschlicherweise als «Nachhaltigkeitsinitiative» etikettiert wurde.

Die Klima-Allianz lehnt die SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» ab. Der Titel ist irreführend und das Konzept geht am Kern der Klimakrise vorbei.

𝐖𝐢𝐞 𝐰𝐢𝐫 𝐤𝐨𝐧𝐬𝐮𝐦𝐢𝐞𝐫𝐞𝐧 𝐢𝐬𝐭 𝐝𝐚𝐬 𝐏𝐫𝐨𝐛𝐥𝐞𝐦, 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐝𝐢𝐞 𝐊𝐨̈𝐩𝐟𝐞

Entscheidend für die Umweltbelastung ist nicht primär die Zahl der Menschen, sondern unser ökologischer Fussabdruck. Dieser ist eng mit unserem Reichtum verknüpft: Wer mehr verdient und konsumiert, verursacht mehr Emissionen – insbesondere, wenn man die im Ausland produzierten Güter einrechnet. Das Ziel von Netto-Null ist eine technologische und gesellschaftliche Aufgabe, die wir unabhängig von der Bevölkerungsgrösse lösen müssen.

𝐄𝐜𝐡𝐭𝐞 𝐇𝐞𝐛𝐞𝐥 𝐬𝐭𝐚𝐭𝐭 𝐬𝐭𝐚𝐫𝐫𝐞𝐫 𝐎𝐛𝐞𝐫𝐠𝐫𝐞𝐧𝐳𝐞𝐧

Anstatt eine starre Obergrenze für Menschen festzulegen, müssen wir bei den zentralen Hebeln der Veränderung ansetzen:

  • 𝐀𝐛𝐬𝐜𝐡𝐢𝐞𝐝 𝐯𝐨𝐧 𝐟𝐨𝐬𝐬𝐢𝐥𝐞𝐧 𝐄𝐧𝐞𝐫𝐠𝐢𝐞𝐧: Wir müssen Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas rasch durch erneuerbare Energien ersetzen – etwa durch eine Solar-Offensive auf unseren Hausdächern.
  • 𝐄𝐟𝐟𝐢𝐳𝐢𝐞𝐧𝐳 𝐮𝐧𝐝 𝐛𝐞𝐰𝐮𝐬𝐬𝐭𝐞𝐫 𝐊𝐨𝐧𝐬𝐮𝐦: Wir brauchen Häuser, die Energie effizient verbrauchen, und einen Lebensstil, der die planetaren Grenzen respektiert (z.B. weniger Flugreisen und ein nachhaltigerer Fleischkonsum).
  • 𝐑𝐚𝐮𝐦𝐩𝐥𝐚𝐧𝐮𝐧𝐠: Wir müssen kompakt nach innen bauen, statt die Landschaft zu zersiedeln. Kluge Raumplanung ist aktiver Klimaschutz: Sie schafft kurze Wege, die Autoverkehr vermeiden, und schont wertvolle Grünräume sowie Wälder, die als natürliche CO2-Speicher und Lebensraum für die Artenvielfalt unverzichtbar sind.
  • 𝐈𝐧𝐭𝐞𝐫𝐧𝐚𝐭𝐢𝐨𝐧𝐚𝐥𝐞 𝐕𝐞𝐫𝐚𝐧𝐭𝐰𝐨𝐫𝐭𝐮𝐧𝐠: Als reiches Land trägt die Schweiz eine Mitschuld an den weltweiten Klimaschäden. Wir müssen einkommensschwächere Länder im globalen Süden finanziell und technologisch unterstützen, damit auch sie den Sprung in eine saubere Zukunft schaffen.

𝐅𝐚𝐳𝐢𝐭: Die Initiative ist ein Ablenkungsmanöver. Wirksamer Klimaschutz braucht Mut zur Veränderung unseres Energiesystems und Konsums, nicht die Ausgrenzung von Menschen.